Nach dem Stillstand folgt das Chaos

Ultimaten verstreichen, Verhandlungen scheitern, Kandidaten sagen ab oder werden abgesagt. Man könnte denken, beim Hamburger Sportverein passiert noch irgendwas. Zumindest war dies so bis vor ca. 2 Wochen, bis nämlich der Bochumer Sportchef Hochstätter nach einem erneut unwürdigen Casting von sich aus die Reißleine zog. Aber seitdem? Seitdem spielt man beim HSV „still ruht der See“, in altbewährter Manier werden die immensen Probleme nicht gelöst, sie werden ausgesessen. AR-Boss Gernandt sagt diese Woche Hü und nächste Woche Hott, e.V.-Präsident Meier hat mit all dem nichts zu tun und scheint vergessen zu haben, dass er Mehrheits-Anteilseigner ist. Der Rest des „Rates der Untoten“ ist sauer, weil sie beständig übergangen werden. Dabei….

Tja, dabei gibt es eigentlich reichlich zu tun, oder? Eigentlich wollten man doch einen neuen Sportchef ernennen, aber da fängt die Katastrophe bereits an. Denn der neue Ober-Manager soll plötzlich nicht mehr als Direktor (wie Knäbel), sondern als Vorstandsmitglied (wie Kreuzer und Arnesen) installiert werden. Vorstände muss jedoch der Aufsichtsrat ernennen, aber wer von den Vögeln dort soll denn bitte einen vernünftigen Kaderplaner finden? Sollte man doch wieder auf die Idee kommen und den Sportchef doch nur als Direktor haben wollen, wäre wieder Beiersdorfer zuständig, aber diesem wird das nicht mehr zugetraut. Zu lang ist die Liste der Fehlleistungen, das Vertrauen in die Ex-Dukate ist dahin. Aber wer soll es denn nun machen?

Didi Zigarre

Richtig, keiner. Es kommt also so lange kein neuer Sportchef, wie Beiersdorfer im Amt ist. Aber die Geschichte geht weiter, denn auch Trainer Gisdol hat erkannt, dass der Kader übelst zusammengekloppt ist. Ergo sollen Innenverteidiger und defensive Mittelfeldspieler her, aber wer soll die finden? Und wenn sie gefunden sind, wer soll mit ihnen verhandeln? Beiersdorfer darf nicht mehr und einen neuen Sportchef kann es nicht geben, so lange Beiersdorfer auf seinem Stuhl sitzt. Aber: Das Ende ist noch nicht erreicht.

Es kann ja durchaus sein, dass irgendein Berater beim HSV anruft und einen brauchbaren Spieler anbietet. Was dann? Dann müsste Beiersdorfer gewohnheitsgemäß bei Herrn Kühne anrufen und mit ihm über diesen Spieler sprechen. Das stelle ich mir irgendwie lustig vor. Kühne holte sich vor der laufenden Saison extra 2 1/2 Berater ins Haus (Calmund, Struth), weil er der Expertise des Dietmar B. nicht mehr vertraute, denn wenn er ihr vertrauen würde, hätte er keinen Volker Struth gebraucht. Nun aber ruft ihn der überreife Didi direkt an, aber Kühne hat keine Berater mehr, nachdem Calmund und Struth von der Fahne gegangen sind. Man könnte also durchaus auf die Frage kommen: Wer entscheidet denn nun über diesen Spieler? Beiersdorfer? Wohl kaum. Kühne? Aufgrund welcher Grundlage und Information?

Der Traum einiger rosa Strahlungsopfer, dass im Winter die berühmte Kühne-Schatulle erneut geöffnet wird und Topstars in Hamburg Schlange stehen, platzt schneller als eine Seifenblase, aber ich bin immer noch nicht fertig.

Adler, Mickel, Djourou, Spahic, Ostrzolek, Seo, Götz – bei diesen Spielern laufen die Verträge nach Ende dieser Saison aus, man kann sich also bereits jetzt auf die Suche nach reichlich defensiv-orientierten Spieler begeben. Aber nicht nur, dass diese Spieler mit einem Gesamt-Marktwert von € 10,5 Mio. den Verein (wieder einmal) ablösefrei verlassen werden, um wen sollte man sich denn eigentlich bemühen? Spieler für die zweite Liga oder doch noch Bundesliga-Kicker? Und wer soll die finden? Und wer soll die bezahlen, denn offenbar könnte Herr Kühne nach den angeblichen € 20 Mio. im Winter, im nächsten Sommer erneut eine Monstersumme raushauen müssen, wenn er dann noch möchte.

Horst

Dies ist die Situation, in die Aufsichtsrat und Vorstand den Verein geführt haben und ich bin froh, dass ich nicht derjenige bin, der dafür verantwortlich ist.

Zum Schluss – das Letzte.

„Es war der Geheim-Plan im Aufsichtsrat. Teile des Gremiums hatten die Idee, Ex-HSV-Kapitän Horst Hrubesch (65) als Unterstützung für Trainer Markus Gisdol (47) zu installieren.“

(http://www.bild.de/sport/fussball/hsv/geheim-plan-mit-hrubesch-geplatzt-48991306.bild.html?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter)

Ab jetzt nimmt der Wahnsinn seinen endgültigen Lauf und ich versuche einmal, diesen Irrsinn auch und besonders für Einzeller wie „der neue HSV“ etc. zu interpretieren, auch wenn ich jetzt schon weiß, dass sie es eh nicht begreifen wollen.

  1. Teile des Gremiums. Mit anderen Worten: Diese Welt-Idee entstammt nicht etwa einem Mehrheitsbeschluss des AR’s, sondern lediglich „Teile des Gremiums“ reden mit Hrubesch. Natürlich hinter dem Rücken der anderen „Teile des Gremiums“ und ohne deren Kenntnis. Bereits dieser Vorfall ist Grund genug, den Aufsichtsrat noch heute aufzulösen.
  2. „Teile des Gremiums“ hatten also die Idee, einen Bundestrainer als Assistenten für den Trainer der Bundesliga-Mannschaft verpflichten zu wollen. Mal unabhängig davon, dass ich gern das Gesicht von Horst Hrubesch gesehen hätte, als die Herren mit der „Idee“ an ihn herangetreten sind, so zeigt dieser Vorgang nur zu deutlich, welche Wertschätzung der Trainer, der gerade einmal seit 7 Spielen die Übungen leitet, im Kontrollrat genießt. Wenn man ihm bereits jetzt einen Aufpasser zur Seite stellen möchte, ist das der Anfang vom Ende. (Vergleich Zinnbauer/Peters)
  3. Den Trainer/Co-Trainer verpflichtet der Sportchef, welcher vom Vorstand geholt wird, welcher wiederum vom Aufsichtsrat ernannt wird. Jeder kann sich ausmalen, welches Standing der aktuelle Vorstand/Sportchef im Aufsichtsrat genießt, wenn sich jetzt Teile des Gremiums bemüssigt fühlen, ins operative Geschäft einzugreifen. Beiersdorfer ist keine lame duck mehr, er ist eine Belastung.
  4. Was bin ich froh, dass nichts mehr nach außen dringt.
Von | 2016-11-30T07:41:37+01:00 30. November 2016|Allgemein|24 Kommentare

24 Comments

  1. abausb 30. November 2016 um 07:42 Uhr

    Moin,

    Kannst du nicht mal was Positives berichten, da schmeckt einem der Kaffee ja nicht mehr…

    Nein, im Ernst, danke, dass Du unermüdlich die herrschenden Missstände ansprichst und beschreibst. Ich habe allerdings den Glauben verloren, dass sich noch etwas ändert, dafür sind zu viele Dilettanten am Werk, und zwar auf allen Ebenen.

  2. Hannes Grundmeyer 30. November 2016 um 07:46 Uhr

    Grade eben in meinem Lokalblatt gelesen: Hotte bleibt dem DFB in der Jugendarbeit erhalten. Der müsste doch auch mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn er sich jetzt, zu diesem Zeitpunkt, in das Chaos beim HSV reinziehen lassen würde. Aus der Nummer würde selbst er nicht ohne Blessuren und Beschädigung seines Ansehens rauskommen. Wenn dieser Haufen Sch… explodiert, kriegen alle Umstehenden ihre Flecken ab.
    Könnte mir höchstens vorstellen, dass Hrubesch bei einem kompletten Neuanfang nach Saisonende zur Verfügung stehen würde. In welcher Liga auch immer. Auf jeden Fall nicht unter diesem Aufsichtsrat und schon gar nicht unter Dödel Didi.

  3. Gravesen 30. November 2016 um 07:52 Uhr

    Und genau wegen dieser abgedroschenen Phrasen ist es gut, dass der Mann nicht hier gelandet ist!
    .

    Interesse am Job bei den Norddeutschen hatte Heldt allemal. „Natürlich hätte es mich gereizt, den HSV dort hinzubringen, wo er eigentlich stehen müsste: nach oben. Denn der HSV ist ein fantastischer Klub

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    http://www.transfermarkt.de/heldt-es-haette-mich-gereizt-den-hsv-nach-oben-zu-bringen/view/news/256922

    • Ex-HSVer im Herzen 30. November 2016 um 08:21 Uhr

      Korrekt! Völlig überschätzte Tönnies-Marionette!!

  4. Volli 30. November 2016 um 07:58 Uhr

    Das positive daran ist, dass die Herren mittlerweile wissen, daß sie nichts wissen!!! Völlig wirr und planlos rumeiern! Der einzige, der sich für unfehlbar hält, unser genialer Vorsitzende darf keine Entscheidungen mehr treffen, was er aber wahrscheinlich auch noch nicht begriffen hat!? Viele flogen übers Kuckucksnest! Nur noch lächerlich dieses Theater. Hoffentlich hat es bald ein Ende, aber darauf wartet man ja seit Monaten! Vergeblich!

  5. Michael 30. November 2016 um 08:10 Uhr

    Die Reißleine beim Vorstandsvorsitzenden hätte längst gezogen werden müssen. Wann genau, weiß ich in der Retrospektive nicht, ich selber habe zudem zu lange gedacht: „wird noch!“
    Da sie aber nicht gezogen wurde, da der Aufsichtsrat sich so desolat und inkompetent präsentiert, ist er mit dran. Daß Beiersdorfer nicht aufgibt, kann viele Gründe haben. Unter anderem, daß er eiskalt noch jede Dukate Gehalt inklusive einer eventuellen Abfindung mitnimmt, denn einen Job im Fußball wird er so schnell nicht wieder kriegen. Was anderes kann er wohl nur genauso gut, also eigentlich logisch, daß er sich am Stuhl festleimt.
    Dem HSV hilft nur noch, den „Reset-Button“ zu drücken, Vorstand und Aufsichtsrat zu entlassen. Hilft natürlich nicht mehr für die Gegenwart, der freie Fall ist noch nicht zu Ende. Wäre aber Schadensbegrenzung und eine Investition in die Zukunft. Die wird bitter und lang, davon gehe ich aus.

  6. Ex-HSVer im Herzen 30. November 2016 um 08:24 Uhr

    Warum schreibst Du nicht ein Buch mit dem Titel „Der Untergang des HSV – oder wie Tradition den langamen Tod starb“.
    Dieses Buch dann am 22.05.2017 releasen und Dir ist ein Bestseller gewiss. Jeder – egal ob Kritiker oder Hüpfer – wird das kaufen.

    • Gravesen 30. November 2016 um 09:06 Uhr

      Abwarten 😉

      • Bwana Bruce 30. November 2016 um 10:58 Uhr

        Moin !

        Doch noch etwas Sinnvolles im Hintergrund am Laufen ?

        Bwana

  7. Kugelblitz 30. November 2016 um 08:37 Uhr

    das hier finde ich noch viel interessanter. die von held genannte reihenfolge der gesprächspartner beim casting des hsv. dazu auch noch der ort der veranstaltung – man man man

    Heldt bestätigte Verhandlungen mit den abstiegsbedrohten Hamburgern nun gegenüber der „Sport Bild“: „Ich habe mich mit Klaus-Michael Kühne, Karl Gernandt und Dietmar Beiersdorfer (HSV-Investor, Aufsichtsratschef, Vorstandschef; Anm. d. Red.) in der Schweiz getroffen.

  8. leonardo63 30. November 2016 um 08:49 Uhr

    Moinsen,

    gesetzt dem Fall, dass die Sache mit Hrubesch stimmt, müßte Gisdol — Cojones vorausgesetzt — den AR um Aufklärung bitten und ob des Vertrauensbeweises seinen Trainerjob zur Verfügung stellen.

    Diese geistigen Tiefflieger des AR sind doch das Letzte; beschädigen nun noch den einzigen mit etwas sportlichen Durchblick im Laden.

    Wieso eigentlich ist galoppierender Schwachsinn und Dünnbrettbohrerei kein Staftatbestand?? Diese Vögel würden für den Rest ihres Lebens ganz unten eingekerkert werden. Schlüssel im Schloss abbrechen und den Zugang vermauern. Das wär´s doch.

  9. Mitleserhesse 30. November 2016 um 09:16 Uhr

    Hallo liebe HSVer,
    ich lese hier sehr interessiert und amüsiert mit. Richtig erkannt, ich bin kein Fan/Rosahüpfer eures Vereins. Eine Frage stellt sich mir aber seit Wochen. Wenn der Mehrheitseigner der AG der e.v. ist, warum begehren dessen Mitglieder nicht auf?
    Und noch einen Hinweis, einen Hang zu unfähigem Personal habt ihr. Ich musste sehr ammüsiert von eurem Wunsch nach Heribert „es ist alles zementiert“ Bruchhagen lesen. Ich gebe den Hinweis, sich mal in Frankfurt umzuhören wie toll die Amtszeit von Herri war und „wie solide“ die SGE hinterlassen wurde.

    Ich wünsche euch den Fans, dass ihr euren HSV zurück bekommt. Ich sehe auch nur, dass es durch die zweite Liga möglich sein wird, wenn es überhaupt eine Lizenz für eine der ersten 3 Ligen geben wird.

  10. Gravesen 30. November 2016 um 09:38 Uhr

    Wenn so gerade in #SchmocksEinöde lese, finde ich immer mehr Gefallen an der infantilen Playstation/Fifa-Naivität von „Jens“, der offenkundig noch dünner angerührt sein muss als „nicki1887“, was wirklich etwas heißen will.
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    „Im Winter holen WIR dann Robben, Subotic und Neymar und dann rollen WIR das Feld von hinten auf“.
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    Ich frage mich immer wieder, wie wenig Hirn man haben muss, um 1. solchen Dreck zu glauben und gleichzeitig 2. alles vergessen zu können, was in den letzten 2 1/2 Jahren passiert ist. Aber halt, solche Mental-Amöben vergessen ja bereits am Montag das grauenvolle Gebolze vom Samstag, dass sie sich am Sonntag weggesoffen haben.
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    Wie schön und einfach muss die Welt ohne Schulabschluss sein….

  11. Kerberos 30. November 2016 um 11:25 Uhr

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    Ich möchte nochmals davor warnen, allen Mitgliedern des Aufsichts-Rats ein vollständiges Versagen auf Grund von (persönlichem) Unvermögen zu unterstellen. Die Schnittstelle zwischen Vorstand und Aufsichtsrat ist ausnahmslos der Vorsitzende des Aufsichtsrats; nur ihm (als Person) gegenüber berichtet der Vorstands-Vorsitzende aktuell und regelmäßig. Die weiteren Mitglieder sind auf jene Informationen angewiesen, die der Vorsitzende des Aufsichts-Rats an die Mitglieder des Rats weitergibt.
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    Auch ist es durchaus rechtlich zulässig, dass der Aufsichtsrat, vertreten eben durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, bei in Not geratenen Unternehmen im Rahmen einer „präventiven Kontrolle“ die unternehmerische Tätigkeit des Vorstands begleitend mitgestaltet. Die Trennung der Kompetenzen Vorstand / Aufsichtsrat wird also in rechtlich zulässigerweise Weise aufgeweicht.
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    Das Dilemma beim HSV hat einen Namen: K. Gernandt. Auch wenn jedes einzelne Mitglied des Aufsichtsrats grundsätzlich persönlich in der Verantwortung und Haftung steht, so sind faktisch die Möglichkeiten eines einfachen Mitglieds auf Einflussnahme im Aufsichtsrat auf die Beratung und Abstimmung in den Sitzungen des Aufsichtsrats beschränkt; am Ende bleibt dem einzelnen Mitglied lediglich sein Recht, auf einen Protokollvermerk seiner dargelegten Auffassung und seines Abstimmungsverhaltens zu bestehen.
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    Die Lösung des Problems kann daher grundlegend nur in der Neubesetzung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats liegen. Dafür müsste K. Gernandt durch die Hauptversammlung der AG abberufen werden. Der Verein müsste dann aber auch das Vorschlagsrecht zur Bestellung eines neuen Aufsichtsrats-Vorsitzenden haben.
    Und genau hier wird es schwierig: der amtierende Aufsichtsrat wurde im Rahmen der Ausgliederung zwischen den Initiatoren „vereinbart“, mit dem Ausgliederungsbeschluss durch die Mitgliederversammlung legitimiert und im Nachgang von der Hauptversammlung „nur noch bestätigend“ bestellt.
    Es kann durchaus die Auffassung vertreten werden, dass durch die Bestellung des K. Gernandt mit dem Investor K-M Kühne insofern eine „Vereinbarung“ über die Besetzung der Position des Vorsitzenden, zumindest für die vereinbarte „Übergangszeit“, getroffen wurde und diese aktuell auch noch besteht; K-M Kühne könnte sozusagen die Position des Vorsitzenden des Aufsichtsrats bis zur satzungsgemäß ordentlichen Bestellung des nächsten Aufsichtsrats unabdingbar zustehen. Was nun? K. Gernandt also abbestellen, um ihn dann auf Vorschlag K-M Kühnes erneut als Vorsitzenden des Aufsichtsrats bestellen zu müssen?
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    Und faktisch betrachtet. Die Abberufung eines K. Gernandt kommt einem Todesurteil für den HSV gleich, wenn K-M Kühne seine finanzielle Unterstützung vom Verbleib des K. Gernandt als Vorsitzender des Aufsichtsrats abhängig macht. Und an diesem Szenario wird sich auch im nächsten Jahr bei der regulären Neubesetzung des Aufsichtsrats nichts ändern. Die Posse um das Vorstellungsgespräch eines H. Heldt zeigt erneut und abermals nur zu deutlich, wer beim HSV die Entscheidungen trifft und wo die Unternehmensleitung des HSV ihren Sitz hat.
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    Und wie lange wird denn der DFB überhaupt noch „wegsehen“ können? Noch scherzt Hr. Grindel über nicht mögliche Bonuspunkte für den Dino. Aber hat nicht erst vor Kurzen eben dieser DFB das Finanzierungsmodell des HSV aus Sicht der unzulässigen Einflussnahme von Investoren für unbedenklich erklärt. Öffentlich bekannt ist, dass der Investor beim HSV nicht nur den Vorstand bestimmt, sondern auch die 2.te Ebene der Direktoren und selbst die 3.te Ebene der Trainer vor einer möglichen Verpflichtung beim Investor vorsprechen müssen. Beim DFB dürften einige Herren doch mächtig schwitzen.
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    Um es ganz deutlich zu sagen. Die Sach- und Rechtslage dieser HSV AG kotzt auch mich maßlos an; dennoch kann man nicht die Augen vor der Realität verschließen – ganz gleich, wie missliebig die Konsequenzen für die eigenen Vorstellungen und Wünsche auch sein mögen. Die Mitglieder des Vereins müssen sich jetzt entscheiden: entweder die weiße Fahne hissen und eine geordnete Übergabe (einschließlich Sicherstellung des Vereins) der AG an K-M Kühne mit Haut und Haaren oder durch selbstzerstörerische Mitgliederbeschlüsse die vollständige Vernichtung des HSV (auch des Vereins) ohne Wenn und Aber herbeiführen. Die Zeit des Durchdeklinierens von Sachverhalten und des Fabulierens über relativierende Konsequenzen ist schon lange abgelaufen. Heute gilt es für die Mitglieder des HSV: hic rhodos, hic salta! Was will ich – ein richtig oder falsch gibt es hierbei nicht.
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    • Saschas Alte Liebe 1. Dezember 2016 um 08:48 Uhr

      Danke, das ist sehr aufschlussreich.
      Wie ist das Realitätsbewusstsein der MV mehrheitlich einzuschätzen ? Gibt es Aussichten auf eine handlungsfähige Mehrheit, die die 49,9% für Kühne ermöglicht ?
      Welcher Zeitpunkt bzw. welcher „Entwicklungsstand“ des HSV wäre denn mutmaßlich der für ihn geeignete, oder machte es Sinn für Kühne, erst einen weiteren Wertverfall abzuwarten ? Oder gar den Fall von 50+ ?
      Immerhin werden die Verbindlichkeiten nicht abnehmen.
      Im Abstiegsfall ist doch wohl davon auszugehen, dass die Einnahmeausfälle die „Einsparungen“ deutlich übertreffen werden.
      Wartet Kühne vor allem, dass die Hauptgegner aus den Reihen derTraditionalisten im e.V. die Segel streichen ?

  12. EffZeh-Fan 30. November 2016 um 12:43 Uhr

    Wahnsinn – der HSV übernimmt wie eine Blaupause 1:1 den Abstieg des EffZeh aus der Saison 2011/2012! (Abgesehen von den Punkten…)

    Eigentlich brauchts diesen lesenswerten Blog damit nicht mehr… 😉

    Ich frage mich wie der Verein, im Falle eines Abstiegs, denn wieder hochkommen möchte? Letztendlich ist man beim Abstieg doch noch Abhängiger von Kühnes Millionengaben als man es jetzt bereits ist, und damit hängt Kühne weiter mit im Verein und mischt fröhlich weiter mit.

    • Heidelberger 30. November 2016 um 15:40 Uhr

      Hi,
      dein Gedanke bezüglich der finanziellen Abhängigkeit ist richtig sowie falsch zugleich. Der HSV hängt mittlerweile schon seit über zwei Jahren am finanziellen Tropf von KMK. Von daher ist der HSV schon heute zu 100% vom Wohlwollen seines Gönners abhängig.

      Beiersdorfer hat durch seinen letzten emotionalen Ausbruch mehr oder weniger die Katze aus dem Sack gelassen. Er sprach davon, dass in der jüngsten Vergangenheit mindestens zwei Mal eine drohende Insolvenz abgewendet worden ist. Das ist selbstverständlich nur mit den finanziellen Mitteln von KMK möglich gewesen.

      Es bedarf also keines Abstieges in Liga 2, um die Abhängigkeit perfekt zu machen. Diese ist seit der ersten Transferperiode, die unser Verbrennungs-Dödel zu verantworten hatte, bereits mehr als gegeben. Ich glaube es waren seinerzeit knapp 37 Mio, die in dieser Periode durch den Schornstein gejagt worden sind.

      Sollte der Gönner zum Ende der Saison oder auch früher schon die Lust vergehen, dann ist der gesamte HSV ein Fall für die Geschichtsbücher. Kerberos beschreibt die Zusammenhänge schon seit Monaten immer mal wieder sehr prägnant sowie leicht verständlich.

  13. Ronald 30. November 2016 um 16:04 Uhr

    Die, die jetzt am lautesten rumnölen und am schärfsten gegen die Didl-Maus schießen, waren genau diejenigen, die vor nichtmal einem halben Jahr noch die neuen Stareinkäufe bejubelt und den HSV dank der Dukate auf Euroleague-Kurs gesehen haben.
    Hat man damals die Baustellen IV und DM angesprochen, oder hat man auf den seit Ende der letzten Hinrunde erkennbaren Abwärtstrend hingewiesen, wurde man als ahnungsloser Pester abqualifiziert.
    Aber jetzt wollen es wieder alle vorher gewusst haben, lächerlich.
    Von Scholle erwartet man ja nichts anderes, Beiersdorfer hat ihm zwar vor nicht allzu langer Zeit nach der peinlichen de Vrij-Affäre noch mit ein paar nebulösen Aussagen den Arsch gerettet, aber das hindert diesen Wendehals natürlich nicht daran, jetzt wie ein Wilder draufloszuprügeln, obwohl er vor Saisonstart noch alles ganz knorke fand…

  14. vsabi 30. November 2016 um 16:36 Uhr

    Nach den aussagefähigen Schilderungen von Kerberos sind meine Befürchtungen voll Zugetroffen Der Verein wird von Herrn Kühne geführt. Durch die gezielte Etapplierung des Fussballclows Gernhardt kann er mit seinen relativ geringen Anteilen die Geschicke des Vereins bestimmen ( Beweis Gespräch mit Heldt in der Schweiz ). Jetzt erklärt sich auch das ewig dämliche Grinsen von Topversager Beiersdorfer da er weiß, daß er nie zur Rechenschaft gezogen wird. Wie kann man wenigstens den Hüpfer klarmachen, dass Herr Kühne nicht das ist, was er vorgibt. Ein Spielzeug HSV auf Kosten von mehreren tausend Mitgliedern, darf nicht Sein! Was kann man über dem DFB erreichen, wenn lt. Kerberos schon einige Herren schwitzen.

    • Heidelberger 30. November 2016 um 17:22 Uhr

      Aktuell gibt es eh keinen Ausweg. Wenn man sich überhaupt jemals von KMK lösen möchte, dann geht es nur mit frischem Geld – mit verdammt sehr viel Geld.

      Die Mitglieder müssten Stand heute ca. 200 Mio. Euro aufbringen, um alle Zahlungsverpflichtungen sowie alle Verbindlichkeiten begleichen bzw. tilgen zu können.
      Das ist in meinen Augen utopisch. Ich persönlich glaube nicht mehr an einen Verbleib in Liga 1. Von daher wäre es umso wichtiger, dass sich die HSV AG aller Verbindlichkeiten entledigt. Die Einnahmenseite wird sich in Liga 2 dramatisch verschlechtern. Da der HSV schon seit Jahren exorbitante Verluste einfährt – trotz ca. 120 Mio Einnahmen – wird es aus heutiger Sicht keine Lizenz für die zweite Liga geben können.

      Glaubt denn wirklich jemand an ein Gelingen solch einer Spendenaktion? Also ich persönlich kann das nicht. Ergo hat der HSV nur noch eine durchgängige Lebensader. Und die heißt Klaus Michael Kühne.

      Dank der Marionette DB, seinem Gehilfen KG und dank ein paar findiger Verträge, deren genauen Inhalt wir wohl nie erfahren werden, kann sich KMK die gesamte HSV AG einverleiben. Es ist auch nichts Verwerfliches; nur man muss endlich mal die Karten offen auf den Tisch legen. Wahrscheinlich kommt der erste Vorstoß bereits im Januar auf der MV. Das Vieh ist reif für die Schlachtbank und das weiß KMK. Ohne ihm droht die Insolvenz. Das weiß auch Hafen Meier. An dieser Stelle schließt sich der Kreis. Denn geht die HSV AG unter, reißt sie den gesamten Verein gleich mit in den Abgrund.

      Die Frage wird sein, ob KMK überhaupt noch Lust hat, dem HSV auch weiterhin zu helfen.

  15. Weltmeister 30. November 2016 um 17:57 Uhr

    @ Kerberos & Grave
    Danke, Volltrefffer! ??

    @ Heidelberger
    Ach, ist doch kein Problem. Das sind doch nur zweitausendsechshunderteinundreißig Euro und 58 Cent pro Mitglied, – dann passt’s! Ist doch kein Ding. We are Family! Man hilft doch gerne. ? ?

  16. Kerberos 30. November 2016 um 18:32 Uhr

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    Bevor meine Ausführungen betreffend einer unzulässigen Einmischung des K-M- Kühne zu Missverständnissen führt, sei folgende Abgrenzung ergänzt:
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    Selbstverständlich darf ein Investor ein Fußball-Unternehmen (sogar unbegrenzt) finanzieren und seine Interessen über den Aufsichtsrat vertreten. Dabei muss nach der 50+1-Regel der DFL nur sein Stimmrecht in der Hauptversammlung zwingend auf 49,9% begrenzt sein.
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    Die Sitz-/Stimmverteilung im Aufsichtsrat muß nicht zwingend das Anteilsverhältnis der Eigentümer widerspiegeln; es können abweichend von den Eigentumsverhältnissen andere Sitzverteilungen im Aufsichtsrat vereinbart sein; dies steht auch nicht zwingend gegen die 50+1-Regel der DFL, da dem Verein mit 50,01% Stimmrecht im Hauptausschuss die Möglichkeit der Abberufung von Mitgliedern des Aufsichtsrats offen steht.
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    Hat der Verein jedoch Vereinbarungen mit Investoren getroffen, die den Verein an der faktischen Ausübung seiner Stimm-Mehrheit in der Hauptversammlung oder an der Umsetzung betreffender Beschlüsse hindern, liegt ein Konflikt mit der 50+1-Regel der DFL vor; vollkommen unabhängig von allen finanziellen Konstellationen.
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    Die DFL hat am 17.06.2016 ausdrücklich in mehreren Stellungsnahmen stets mit einer Einschränkung erklärt, dass sie „auf der Grundlage der bei ihr eingereichten Unterlagen“ keinen Grund sieht, das „Finanzierungs-Modell“ zwischen K-M Kühne und dem HSV zu beanstanden. Die DFL hat hier keinewegs einen „Persilschein“ für das „Finanzerungs-Modell“ ausgestellt. Im Gegenteil – diese Einschränkung ist ein mahnender Hinweis. Sollten bei der späteren Durchführung etwa Modalitäten zu Tage treten, die den eingereichten Unterlagen widersprechen oder welche der DFL zum Zeitpunkt der Prüfung nicht bekannt waren, wird die DFL das „Finanzierungs-Modell“ auf der Grundlage der faktischen Umsetzung erneut auf den Prüfstand stellen. Das wurde seiner Zeit durch die willfährigen Medien nur leider nicht weiter thematisiert; das „Finanzierungs-Modell“ zwischen K-M Kühne und dem HSV war und ist sozusagen nur „schwebend wirksam“ und hängt an einem sehr dünnen Faden.
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    Denn unbesehen einer möglichen Problematik um den Aufsichtsrat war wesentlicher Bestandteil des „Finanzierungs-Modells“ (und der DFL auch so kommuniziert) die Zusicherung des K-M Kühne, dass keine Einmischung in die dem Vorstand obliegende Unternehmensführung erfolgen wird. Und davon kann, für Jedermann leicht erkennbar, wohl kaum noch die Rede sein, wenn sogar schon das Casting eines Sportdirektors (ureigenste Kompetenz des Vorstands) beim Investor in der Schweiz stattfindet.
    .

  17. alfa 30. November 2016 um 22:57 Uhr

    Was um himmelswillen reitet den HH eigentlich solche Details an Ort und Anwesende während der Verhandlungsphase preiszugeben!? Welchen Vorteil hat er denn davon, oder ist es bloß Dummschwätzerei nur irgendetwas loszuwerden was keinem nützt, sondern wenn Mann das objektiv betrachtet eher den anderen Beteiligten schadet. Wen er uns vor Augen führen wollte, dass DB nur noch eine Marionette ohne Direktivbefugnis ist und seine Hauptaufgabe mittlerweile nur noch darin besteht am Monatsanfang seinen Gehaltszettel korrekturzulesen, ob ihm nicht irgendwelche Zuschläge und Spesen entgehen, hätte HH sich das ruhig sparen können, dass ist uns fast allen hinlänglich bekannt. Und wenn man bedenkt dass HH beinahe ein Direktor im AR geworden wäre, hätte man ganz sicher zumindest auf seine Verschwiegenheit zählen dürfen. HÖHÖ sag ich da nur!
    PS: Auch wenn die Bemerkung hohen Gähnfaktor impliziert möchte ich nicht verhehlen, dass Ich gerade kurz in der Einöde war und nach der entzifferung der ersten beiden Sätze ( eigentlich schon bei Wahrnehmung der Überschrift ) schon wieder das Weite gesucht habe. Ich dachte jetzt nur noch ranklotzen und nicht sabbeln, aber dieser Mathenia…. Ney ney ney

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