Was soll jetzt eigentlich dieses Geschrei um B. Peters?

Ein Gastblog von Kerberos.

Na; da hat der U. Stein bei Sky in der Experten-Runde ja wieder einen „rausgehauen“. B. Peters soll also beim HSV über die Spieler-Transfers entscheiden und diese brisante Information will U. Stein zuverlässig aus erster Hand von einem potentiellen „Sport-Direktor-Bewerber“ erhalten haben. So wunderte es in der Experten-Runde bei Sky denn auch niemand der Anwesenden mehr, dass der HSV bisher noch keinen Sport-Direktor für sich gewinnen konnte.

Erwartungsgemäß natürlich auch die empörten, ja geradezu brüskierten, Reaktionen der rosa-roten Hüpfer-Fraktion aus der HSV-Fan-Gemeinde: Lügner, Nestbeschmutzer, gezielte Kampagne der Maulwürfe und noch sehr viel Kraftvolles mehr. Als Krönung sozusagen der vollständig sinnbefreite Kommentar im HA-Blog: „Warum sollte Peters keinen prägenden Einfluss ausüben? Er ist Mitglied des Vorstands und damit eine der wichtigsten Personen im Verein.“ Da muss man sich doch schon zwangsläufig irgendwann einmal die Frage stellen, ab welchem Grad der Verblödung beginnt eigentlich vereinsschädigendes Verhalten? Mein Gott, Walter(o).

Selbstverständlich entscheidet B. Peters ausnahmslos über alle sportlichen Fragen in der HSV AG; auch und gerade über Trainer-Einstellungen/-Entlassungen und Spieler-Transfers im Profi-Bereich. Es ist schlicht Tatsache, dass ein Sport-Direktor in der HSV AG keine Entscheidungsbefugnis hat; er hat lediglich ein Vorschlags- und Mitspracherecht. Für diese Erkenntnis hätte es aber nicht erst der „sensationellen Enthüllungen“ eines U. Steins bedurft, denn es ist in der vom Vorstand verfassten und in Auszügen veröffentlichten Geschäftsordnung der AG festgeschrieben und wurde, gerade im Zusammenhang mit der Abgrenzung der Verantwortlichkeiten von Spielertransfers (ins Besondere in der Causa P. Knäbel als „Bauernopfer“ des (Sport-)Vorstands Beiersdorfer) bereits seit Langem in verschiedenen Kommentaren als unhaltbarer Zustand angeprangert.

Faktenlage: am 17. November 2015 wurden von der HSV AG im Rahmen der Bilanz 2014/2015 auch die „Grundlagen des Konzerns“ mit Wirkung zum 30. Juni 2015 veröffentlich und hierin wird explizit über die Gründung des „Lenkungsausschuss Fußball“ informiert. Konkret wird zum Lenkungsausschuss ausgeführt: „Die Steuerung des sportlichen Bereichs obliegt dem Lenkungsausschuss Fußball, dem neben Dietmar Beiersdorfer die Herren Peter Knäbel, Direktor Lizenzfußball, und Bernhard Peters, Direktor Sport, angehören.“. Der „Lenkungsausschuss Fußball“ ist in der Organisations-Struktur der HSV AG eindeutig und zweifelsfrei ein exekutives (also tatsächlich ausführendes) Gremium für ausnahmslos sämtliche sportlichen Belange einschließlich des Tagesgeschäfts; denn dieser Ausschuss ist dem Konzern-Bereich „Leitung und Kontrolle“ – hier konkret zwischen Vorstand und Aufsichtsrat – zugeordnet, während die (lediglich) konzeptionellen Institute gesondert dem Konzern-Bereich „Ziele und Strategien“ zugeordnet sind.

Aber gerade hier, aus den „Zielen und Strategien“ für den HSV, ergibt sich eben auch die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung aller Entscheidungen für den HSV samt stringenter Umsetzung und somit das Erfordernis zur Einrichtung dieses interdisziplinären „Lenkungsausschusses Fußball“ mit einem „Entscheider“ B. Peters. „Die Wiederherstellung der sportlichen Wettbewerbsfähigkeit soll mittelfristig unter Rückgriff auf die Talente des eigenen, eines der national führenden, Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) erfolgen.“ (ebenda veröffentlicht). Hieraus ergibt sich konkludent, dass aktuell notwendig Spieler-Transfers und sonstige externe Maßnahmen für den Profi-Kader stets unter dem Primat dieses definierten Ziels stehen (müssen) und lediglich kurzfristig bedingte Sekundär-Maßnahmen zur Förderung des eigentlichen Zieles darstellen (dürfen). „Hierzu wurde das Konzept des NLZ unter Federführung von Herrn Bernhard Peters seit Sommer 2014 komplett erneuert und eine sukzessive Umsetzung begonnen“ …. „Neben dem Campus umfasst das Konzept die Bereiche Scouting/Spielanalyse, Medizin/Athletik und Personalentwicklung“. (ebenda veröffentlicht). Selbstverständlich muss hier also bereits per Definition ein B. Peters der „Entscheider“ sein; wie sonst sollte auch die erfolgreiche Umsetzung dieses, seines, Konzepts zu gewährleisten sein?

B. Peters hat und hatte es daher zu keiner Zeit nötig, als heimlicher „Einflüsterer“ von D. Beiersdorfer zu fungieren, denn es gibt und gab hier kein „Geheimnis“ diesbezüglich zu bewahren. Vielmehr war es seit Anbeginn seiner Tätigkeit die offizielle Funktion des B. Peters, auch und gerade über Kaderplanung, Transfers und Trainerverpflichtungen im Profi-Bereich im Hinblick auf das Erreichen des eigentlichen Ziels zu entscheiden. Und gerade dies wurde seiner Zeit doch noch von einer großen Mehrheit der HSV-Fans enthusiastisch gefeiert – einer Zeit eben, als die Fans noch an das Märchen der einheitlichen HSV-Philosophie des kometenhaften Aufstiegs von den „Young Talents“ hin zum „Champions League Profi“ unbedingt glauben wollten. Einer Zeit aber eben auch, in der es für einen Fan bereits schon verwerflich war, auch nur dem Anflug eines kritischen Gedankens über Konsequenzen von Maßnahmen der Exzellenzen nachzugeben.

Dass B. Peters „nur“ Hockey-Trainer war, ist ebenfalls mitnichten eine neue Erkenntnis und stand seiner Stellung als sportlicher Garant für den „Neuen HSV“ zu keiner Zeit entgegen. Auch sind und waren die Vita und die „schwierige“ Persönlichkeit eines B. Peters hinlänglich bekannt.

Und so hätte man sich natürlich schon die Frage stellen können, warum B. Peters trotz aller Bemühungen mehrfach als Sport-Direktor beim DFB nicht zum Zuge kam; und dies, obgleich damals sogar J. Klinsmann für den Fall der Nichtberücksichtigung von B. Peters als DFB-Sport-Direktor seinen eigenen Rücktritt androhte. Doch es half alles nichts: B. Peters scheiterte beim DFB mehrfach. Vielleicht ja aber auch nur, weil beim DFB eben keine Exzellenzen sitzen.

Auch hätte man sich die doch gar nicht so abwegige Frage stellen können, warum B. Peters ganze 8 Jahre bei der TSG Hoffenheim bei unendlich erscheinenden finanziellen Ressourcen und aller ihm nachgesagten Genialität mehr oder minder erfolglos herumwerkelte. In diesen 8 Jahren des B. Peters schafften es gerade einmal 18 Spieler aus dem „Nachwuchsbereich“ der TSG in den Profi-Kader der TSG (zumeist ohne Einsatzzeiten). Und von diesen 18 Spielern wurden 9 Spieler erst für die U23 der TSG von anderen Vereinen auch noch „zugekauft“. Von diesen 18 Spielern wurden 11 Spieler nach kurzer Zeit ablösefrei bereits wieder abgegeben; 9 dieser 11 Spieler sogar bereits schon nach dem 1.ten Jahr im Profi-Kader. Fazit aus 8 Jahren Nachwuchsarbeit des B. Peters bei der TSG: J. Vestergaard wurde aus Bröndby zur U23 der TSG geholt, T. Strobel wurde vom TSV 1860 zur U23 der TSG geholt, J. Toljan wurde von den Stuttgarter Kickers zur U 19 der TSG geholt und N. Süle wurde aus der Frankfurter Jugend zur U17 der TSG geholt. Das war es denn aber eigentlich auch schon mit dem Thema „Nachwuchsarbeit B. Peters“ bei der TSG. Alle 2 Jahre ein für den Bundesliga-Kader tauglicher Nachwuchs-Kicker. Unter der Bilanz einer erfolgreichen Nachwuchsarbeit darf man sich wohl mit Fug und Recht etwas Anderes vorstellen.

Und man hätte sich abschließend auch fragen können, eher vielleicht sogar fragen müssen, warum D. Hopp zu Beginn des Jahres 2013 in B. Peters die Wurzel allen Übels für die Erfolglosigkeit der TSG zu sehen glaubte und die Reißleine zog, indem er ihn von allen Aufgaben mit Schnittpunkten zum Profi-Bereich entband, ihm jedwede Einmischung in den Profi-Bereich strikt untersagte und ihn konsequent auf den Posten der Nachwuchsförderung im Internat verwies.

Ja; das Alles hätte man über B. Peters wissen können, hätte man sich nur die Mühe gemacht, die öffentlich zugänglichen Dokumente, Berichte und Artikel zur Kenntnis zu nehmen. Stattdessen verkauften die Exzellenzen mit freundlicher Unterstützung ihrer Haus- und Hofnarren bei den Hamburger Medien dem HSV-Fan zur Personalie B. Peters das stets bewährte Märchen vom kompetenten Fachmann mit ausgewiesener Expertise. Die Wirklichkeit hingegen war weitaus ernüchternder. Einmal mehr verpflichtete der HSV, stark unter Zeitdruck stehend, Personal von der Resterampe der verfügbaren Versager.

Warum also jetzt dieses große Geschrei um B. Peters? U. Stein enthüllt doch in seinen Ausführungen weder „Sensationelles“ noch offenbart er „Neues“. Er spricht lediglich öffentlichkeitswirksam – und in seiner unnachahmlichen, bekannt griffigen Art – zur Person B. Peters nur Das aus, was Alle schon lange hätten wissen können, die Verantwortlichen des HSV hätten sogar zwingend wissen müssen und die Exzellenzen vermutlich auch wussten. Beim HSV entscheidet somit letztendlich tatsächlich ein im Fußball erfolgloser Hockey-Trainer auch über die Verpflichtung von Spielern und Trainern für den Profikader – das aber ist eben nicht neu. Vielleicht aber liegt hier der eigentliche Grund für das große Gezeter unter vielen HSV-Fans: immer mehr HSV-Fans müssen auf Grund unausweichlicher Wahrheiten gewahr werden, wie sehr sie doch eigentlich von den Exzellenzen seit einer gefühlten Ewigkeit, eigentlich von Beginn an, auf alle erdenkliche Art und Weise nur „verarscht“ wurden. Und das tut eben sehr, sehr weh.

Und nur zu deutlich wird dabei einmal mehr, dass beim HSV wiederholt nicht nur die handelnden Personen gescheitert sind, sondern vielmehr die von den Exzellenzen zu verantwortende strukturelle Organisation der HSV AG nicht trägt; eigentlich von Grund auf zu keiner Zeit jemals tragfähig war. So suchte also D. Beiersdorfer jetzt einen „Sport-Direktor“, dessen einzige Kompetenz darin liegen sollte, dem „Lenkungsausschuss Fußball“ in sportlichen Belangen lediglich Vorschläge zur Entscheidung unterbreiten zu können, um am Ende auch noch das „Bauernopfer“ für sportlichen Misserfolg geben zu dürfen. Sport-Direktor beim HSV…, einfach nur eine lächerliche Posse.

Die Lösung des Problems liegt einzig beim Aufsichtsrat in der Bestellung eines neuen Sport-Vorstands für die HSV AG. Denn hierbei liegt die Zuweisung von Aufgaben und Kompetenzen für den Sport-Vorstand eindeutig allein beim Aufsichtsrat (die sportliche Verantwortlichkeit müsste dabei dem Vorstands-Vorsitzendem entzogen werden). Warum wundert es mich da eigentlich nicht, dass die Suche nach einem „Sport-Direktor“ durch D. Beiersdorfer offenbar vorerst zurückgestellt wurde und vermutlich wohl auch, zumindest durch D. Beiersdorfer, nicht wiederaufgenommen werden wird.

Von | 2016-12-06T07:29:38+01:00 6. Dezember 2016|Allgemein|24 Kommentare

24 Comments

  1. Launi 6. Dezember 2016 um 07:40 Uhr

    Sehr guter Artikel, vielleicht wird ja einigen rosa Hüpfern langsam klar, warum es so läuft, wie es läuft…

  2. Ex-HSVer im Herzen 6. Dezember 2016 um 08:00 Uhr

    Wenn man das hier Tag für Tag liest, denkt man wirklich, man ist in einem nicht endenden Traum.
    In keinem anderen Land und keiner anderen Sportart ist es so einfach, für Versager und Nichtskönner immer wieder einen gut bezahlten Job zu bekommen. Es gibt immer einen dummen, der sich dazu bereit erklärt. Siehe Kreuzer, siehe die Vielzahl an gescheiterten Trainern, die rumgereicht werden.
    Und das ganze gilt potenziert beim HSV.

  3. Kubikmeter 6. Dezember 2016 um 08:19 Uhr

    Erneut ein sehr spannender und informativer Beitrag. Ich bin immer wieder erfreut über einen solch methodisch stringenten und didaktisch nachvollziehbaren Text. Vielen Dank!
    Wenn nun aber die Übel bekannt sind, ist dies zum Einen, den unzureichenden Verhüllungs-Künsten der Verantwortlichen geschuldet, zum Anderen aber doch auch die Chance für eine erfolgreiche Not-OP. Wie kommt es, dass Niemand in der Lage ist, das darbende Unheil zu sezieren und neu zusammen zu stellen? Was hindert den AR, EV, KMK, Presse, …?
    Ich Laie komme nicht umhin, an kriminelle Verstrickungen zu denken.
    Sollte dem so sein, ist jedoch nicht allein der HSV, sondern ebenso die DFL und somit der gesamte BL-Betrieb auf einer Zeitreise zu den Anfängen der 70er. Oh mann jetzt verfalle ich schon in Verschwörungstheorien.
    Es ist so zermürbend neben dem brutalen Missbrauchs meiner Fan-Seele, so gar keinen Ausweg auszuloten und hiermit meine ich nicht das Überwintern auf einem Relegationsplatz, oder einen möglichen Nicht-Abstieg.

  4. Stephan Scheler 6. Dezember 2016 um 08:35 Uhr

    Und genau aus Gründen wie diesen sollte man sich mal die Mühe machen, sich im Umfeld der Frankfurter Eintracht über Bruchhagen zu erkundigen, BEVOR er in Hamburg einen Vertrag unterschreibt…

    • Bjoern 6. Dezember 2016 um 09:26 Uhr

      Bruchhagen würde zur absoluten Lachnummer verkommen, sollte er zum HSV wechseln.
      In seinem – auch privaten – Umfeld, lässt er seit Langem verlauten, er würde keinen Posten im Fußball mehr anstreben.
      Er hat auch vor dem Theater mit Hochstätter dem HSV bereits abgesagt.

      • lewemarc 6. Dezember 2016 um 11:46 Uhr

        Wenn man Ihnen so zuhört, drängt sich die Frage auf: Können Sie überhaupt ohne Fußball leben?

        Bruchhagen: Das sagt meine Frau auch. Meine Entscheidung ist lange gereift. Wenn ich am Freitag vor einem Spieltag in den Mannschaftsbus steige und dort immer jüngere Spieler sitzen, mit denen ich nicht mehr so viel anfangen kann, fragst du dich schon manchmal: Ist das noch meine Welt?

        Abendblatt vom 16.02.2016

  5. Heidelberger 6. Dezember 2016 um 09:34 Uhr

    Dann scheint DB sein eigenes Machwerk „Grundlagen des Konzerns“ nicht zu kennen. Aber vielleicht versteht er es schlichtweg auch nicht, da er es ggf. von BP hat erarbeiten lassen.

    Wie sonst ist sein Interview zu verstehen? OK – vielleicht lügt er die Öffentlichkeit auch einfach nur wieder an. Wer macht sich denn von den Hüpfern oder auch von den Medien schon die Mühe, die trockene Lektüre zu verinnerlichen? Wahrscheinlich niemand!

    Jeder weitere Tag unter DB bleibt ein verlorener Tag für den HSV. Es wird Zeit, zu retten, was noch zu retten ist. Dazu bedarf es neuer Leute und vor allem muss zwingend ein Sportvorstand installiert werden. Die bisher getroffenen strukturellen Maßnahmen sind eine einzige Katastrophe. Wenn der HSV überleben soll, muss zwingend gehandelt werden. So, wie man jetzt aufgestellt ist, wird man nie erfolgreich sein.

  6. Ex-HSVer im Herzen 6. Dezember 2016 um 11:00 Uhr

    Letztlich wird es so kommen: Jetzt wo wieder Mannschaften mit einer Spielidee kommen, wird da auch bis auf weiteres keinen Sieg mehr einfahren. Mit Glück kommen zwei Punkte mit zur Winterpause zu Stande. Danach gibt es eine Niederlage in Wolfsburg, die demnächst den Trainer auswechseln und in der Pause den Reset-Knopf drücken. Dann kommt das Spiel in Ingolstadt, wo entschieden wird, werden direkt absteigt und wer in die Relegation kommt. Dann kommen erst mal eine Reihe von Mannschaften, gegen die es Nix zu holen gibt. Darmstadt ist spätestens am 30. Spieltag weg und der HSV sichert sich mit mehr Glück als Verstand den 15. oder 16. Platz.

    Und der Rest ist weiter Klüngeln, Wursteln, Versagen….

  7. Gravesen 6. Dezember 2016 um 13:38 Uhr

    Das rundet das Bild von einem der unwichtigsten Matz Ab-Einzeller ab 🙂
    .
    Klaus-Henning Hübener Strahlenarzt darf nie wieder praktizieren – Quelle: http://www.mopo.de/22864518 ©2016

    • Heidelberger 6. Dezember 2016 um 14:55 Uhr

      Vielleicht hat er in den ganzen Jahren selber zu viel Strahlung abbekommen….
      Und dabei handelt es sich wirklich um die gleiche Person??? Der Mann ist doch eigentlich Professor und sollte somit ein ganz pfiffiges Kerlchen sein. Aber wenn man sich seine Kommentare so durchliest, bin ich doch eher froh, dass dieser Mensch nie wieder als Arzt arbeiten soll

      • Gravesen 6. Dezember 2016 um 15:01 Uhr

        Ich glaube auch eher, dass Patient Klaus Henning ein Plattenbau-Bewohner ohne regelmäßiges Einkommen aus Thüringen ist, aber es passte so schön 🙂

  8. Heidelberger 6. Dezember 2016 um 15:31 Uhr

    Grave du schreibst:
    „B. Peters hat und hatte es daher zu keiner Zeit nötig, als heimlicher „Einflüsterer“ von D. Beiersdorfer zu fungieren, denn es gibt und gab hier kein „Geheimnis“ diesbezüglich zu bewahren. Vielmehr war es seit Anbeginn seiner Tätigkeit die offizielle Funktion des B. Peters, auch und gerade über Kaderplanung, Transfers und Trainerverpflichtungen im Profi-Bereich im Hinblick auf das Erreichen des eigentlichen Ziels zu entscheiden.“

    Dann gibt es da die Aussagen seitens des Dödels vom Montag.

    Die Aussagen widersprechen sich doch per se…

    Du kannst doch nicht der Einzige sein, dem die Lektüre „Grundlagen des Konzerns“ geläufig ist. Wieso also wird dieser Mensch für seine Lügen nicht endlich ins Abseits gestellt und seitens der Presse öffentlich angeprangert?

    • Gravesen 6. Dezember 2016 um 16:13 Uhr

      Der heutige Beitrag ist ein Gastblog von Kerberos, aber natürlich hast du recht. Ich bezweifel allerdings, dass Beiersdorfer selbst von der Existenz des „Lenkungsausschuss Fußball“ weiß. In seiner Realität (die ja bekanntlich eine andere ist als die der restlichen Erdlinge), gibts diesen Firlefanz wahrscheinlich gar nicht.

    • Kerberos 6. Dezember 2016 um 17:15 Uhr

      .
      „Grundlagen des Konzerns“ sind, neben vielen anderen Informationen welche kaum jemand zur Kenntnis nimmt, Bestandteil einer jeden Bilanz und werden im Handelsregister veröffentlicht.
      .
      Die Einführung des „Lenkungsausschuss Fußball“ als Gremium unter der Vorstandsebene ist einschließlich der Mitglieder veröffentlicht in der Bilanz 2014/15 vom 27.11.2015.
      .
      Ebenfalls veröffentlich in der Bilanz 2014/15 vom 27.11.2015 ist: „Neben dem Campus umfasst das Konzept (Anm. B. Peters; ergibt sich aus den vorstehenden Ausführungen) die Bereiche Scouting/Spielanalyse, Medizin/Athletik und Personalentwicklung.“.
      .
      Die Zuständigkeit des „Direktor Sport“ – namentlich hier stets B. Peters – wurde hier im Umfang erheblich erweitert. War die Zuständigkeit des B. Peters vorher (vgl. Bilanz 2013/2014) auf die Bereiche NLZ/Campus eindeutig auf den Nachwuchsbereich begrenzt, so wurde die Zuständigkeit des „Direktor Sport“ in Person des B. Peters nunmehr auf fundamentale Zuständigkeiten des Bereich „Profi-Fußball“ erweitert.
      .
      Ich gehe in meiner persönlichen Wertung sogar noch einen Schritt weiter und sage, dass hier wesentliche Kernkompetenzen des Sport-Vorstands auf B. Peters übertragen werden. Besonders auffällig ist, da ungewöhnlich in Bilanz-Dokumenten, dass die Übertragung von Zuständigkeiten und Kompetenzen stets namentlich auf die Person B. Peters erfolgt und nicht, wie zu erwarten wäre, entpersonifiziert auf die Funktionsebene „Direktor Sport“.
      .

      • Saschas Alte Liebe 6. Dezember 2016 um 22:04 Uhr

        Die üblichen Symptome in Systemen Bananenrepublikanischer Art.
        Didi Amin und Bokassa Peters
        ??
        .
        Natürlich ein aufschlussreicher (Gast-) Blog, wie immer.

  9. Heidelberger 6. Dezember 2016 um 17:02 Uhr

    Hallo Kerberos,

    ich weiß gar nicht wie mir der Hinweis auf den Gastblog durch die Finger rutschen konnte. Ich finde deinen Beitrag im übrigen sehr gelungen.

    Nun aber etwas anderes.
    Aus den Bereich „Zielen und Strategien“ kann man folgende Zeilen entnehmen:
    „„Die Wiederherstellung der sportlichen Wettbewerbsfähigkeit soll mittelfristig unter Rückgriff auf die Talente des eigenen, eines der national führenden, Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) erfolgen.“ (ebenda veröffentlicht).“

    War es nicht Beiersdorfer, der sinngemäß folgende Aussage gegenüber der Presse getätigt hat?!?
    „…Der HSV ist und wird nie ein Ausbildungsverein sein!“

    Findet den Widerspruch…

    Wenn ich nun aber kein Ausbildungsverein sein will, was will ich dann mit einem hochmodernen NLZ und wieso formuliere ich solche strategischen Ziele? Böswillig betrachtet ist nicht die Nachwuchsarbeit Mittel zum Zweck, sondern das übergeordnete Geschäftsfeld, dem sich alle anderen Interessen unterzuordnen haben.

    Ursprünglich dachte ich immer der primäre Geschäftszweck der HSV AG sei der Betrieb einer Profifußballabteilung. Da habe ich mich wohl grundlegend geirrt. Jetzt mal ehrlich diese kapitalen Fehler in den Leitlinien sind doch stümperhaft. Wer hat das blos abgenickt….

    Ich bleibe bei meinen früheren Aussage – ein Verein schafft sich ab!

    • Kerberos 6. Dezember 2016 um 17:25 Uhr

      .
      Deiner Einlassung ist nichts hinzuzufügen.
      .
      „Die Wiederherstellung der sportlichen Wettbewerbsfähigkeit soll mittelfristig unter Rückgriff auf die Talente des eigenen, eines der national führenden, Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) erfolgen.“ aus der Bilanz 2014/15 unter „Ziele und Strategien“ veröffentlicht am 27.11.2015.
      .
      Hier verkündet D. Beiersdorfer, dass 11 Hamburger Jungs, die seit der Pampas-Liga die Raute auf der Brust trugen, CL-Sieger werden sollen – um dann kurze Zeit später öffentlich zu erklären, der HSV würde nie ein Ausbildungsverein werden.
      .
      Ja; das ist wirklich krank.
      .

    • Ex-HSVer im Herzen 6. Dezember 2016 um 18:07 Uhr

      Ganz klar: Der Zweck lag darin, 17 Mio Euro zur Abwendung der Insolvenz zu beschaffen, die man später zweckentfremdet benutzt. Allein dafür hätten einige Leute schon vor Gericht kommen müssen.

  10. Alex 6. Dezember 2016 um 17:36 Uhr

    Großartig. Danke an Grave und Kerberos.
    Den Ex-Torwart Stein habe ich am Sonntag bei Sky gesehen. Sehr unterhaltsam. Der unterstreicht auf seine Art noch einmal die Erbärmlichkeit der Führung des einst so ruhmreichen Vereins.

  11. vsabi 6. Dezember 2016 um 18:14 Uhr

    Ich bin immer begeistert von den Beiträgen von Kerberos. Können Sie, Kerberos, nichts unternehmen um diesen Wahnsinn beim HSV zu Stoppen? Ihr Wissen und Erkenntnisse sollten den Räten doch auch bekannt sein. Oder sind diese Herren auch nur Hüpfer, auf höherem Niveau. Offensichtlich ist Peters auch ein Blender der es verstanden hat, sich richtig und wichtig zu platzieren. Herr Hopp hat es erkannt und ihn rechtzeitig entmachtet bzw entsorgt.

    • Saschas Alte Liebe 6. Dezember 2016 um 22:21 Uhr

      ich denke, Leute vom Schlage Kerberos sind in einem Verein wie dem HSV dieser Tage alles andere als beliebt und mehrheitsfähig.
      Ebenso Gravesen. Solch kritische Geister stören einerseits das im Club gängige Selbstbild von und Sehnen nach ruhmreicher Größe (auch wenn längst zu peinlicher Klamotte verkommen) , andererseits überfordern sie ganz einfach die meisten der Vereinsprotagonisten, zeigen deren Beschränktheit auf.
      Viel zu viel (Sach)Verstand und unangenehme Selbstkritik.
      Vom limitierten Flachhirn-Hüpferfan garnicht zu reden…

  12. dead-alive 6. Dezember 2016 um 21:06 Uhr

    Ich finde, Gravesen, Kerberos und Jovanov leisten bereits genug. Nun müssen auch mal andere übernehmen.
    .
    Allein die Frage bleibt, wie. Online-Petition, Flashmob, Ein Youtube-Video, welches „viral“ geht, Anzeige, Stadionboykott, Hungerstreik, Geiselnahme oder einen Bestseller schreiben, ich weiß es nicht!
    .
    Hat da jemand eine richtig gute Idee?
    .

    • Torsten Erxleben 7. Dezember 2016 um 00:49 Uhr

      Ganz einfach! Mal eine Runde 2. Liga und der Kalk rieselt auch aus dem HSV. Isch abe fertisch.

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