Das Desaster der Transfer-Finanzierung

Ein Gastblog von Kerberos

Dieser F. Wettstein ist schon so ein Virtuose des unvollendeten Konditionalsatzes; immer wieder schafft er es in konfrontativen Situationen, sich mit inhaltslosen Erklärungen aus der Affaire zu ziehen und dafür auch noch Beifall zu erhaschen. Und daher ist es denn auch nicht weiter verwunderlich, dass über die Transfer-Finanzierung durch K-M Kühne nach der Märchenstunde des F. Wettstein auf der Mitgliederversammlung des HSV die abenteuerlichsten Variationen durch den Blätter-Wald rauschten.

Die BILD-Zeitung verlautbarte, dass der HSV für jede Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb in den nächsten 6 Jahren je Teilnahme 33,33% der Transfer-Finanzierung (aktuell also knapp € 13 Mio. je Teilnahme) bis zu einer Gesamthöhe von € 38 Mio. an K-M Kühne zurückzahlen wird müssen. Das ist richtig; soviel sei an dieser Stelle bereits vorweggenommen.

Frank Wettstein (Vorstand Finanzen)

Frank Wettstein (Vorstand Finanzen)

FINANZ Online mochte zur Transfer-Finanzierung jedoch noch etwas Wasser in den Wein panschen und die eigentlich nicht wirklich überraschende Erkenntnis beitragen, dass der HSV im Erfolgsfall die € 38 Mio. zuzüglich einer ordentlichen Prämie an K-M Kühne wird zurückzahlen müssen; das Magazin erwähnt in dem Artikel leider mit keiner Silbe auch nur annähernd, was unter dem Begriff „Erfolgsfall“ und „ordentliche Prämie“ zu verstehen ist.

Typisch; den HSV charakterisieren einmal mehr ein Märchenonkel als Finanz-Vorstand, der entweder nicht Willens oder nicht in der Lage ist, sich mittels der deutschen Sprache unmissverständlich auszudrücken und auf der anderen Seite einige vom HSV wohlgelittene Journalisten, die entweder einfach nicht merken oder nur nicht merken wollen, dass sie offenkundig gar nichts verstanden haben. Vielleicht ist dies aber auch der Preis dafür, beim HSV als Journalist wohlgelitten zu sein – die korrekte Berichterstattung der BILD-Zeitung in diesem Ausnahmefall kann man getrost als Ausrutscher sehen.

Fakten zur Transfer-Finanzierung des HSV

Wie so oft hilft bereits ein Blick in die Bilanz des HSV. Dem HSV wurden verschiedene Darlehen von K-M Kühne in einem Gesamtumfang von aktuell € 38 Mio. zur Finanzierung von Spieler-Transfers zur Verfügung gestellt; dabei ist die Rückzahlbarkeit der Darlehen ausschließlich von zukünftigen „sportlichen Erfolgen“ – definiert als Teilnahme an europäischen Wettbewerben – abhängig und eine Rückzahlung überdies vor dem 30.06.2018 ausgeschlossen. Für den Fall des Nichterreichens eines europäischen Wettbewerbs schon in der laufenden Saison 2016/17 wurde mit K-M Kühne bereits ein bedingter Forderungsverzicht mit Wirkung zum 30.06.2017 vereinbart.

Nach den wenigen verwertbaren öffentlichen Erklärungen des F. Wettstein auf der Mitgliederversammlung des HSV kann mit einiger Sicherheit der „sportliche Erfolg“ zumindest dergestalt konkretisiert werden, dass dessen Nachweis einschließlich der laufenden Saison auf ins Gesamt 6 Spielzeiten limitiert und auf eine 3-malige Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb maximiert ist.

Ergänzendes zur Transfer-Finanzierung

Festzuhalten ist, dass die Forderungen von K-M Kühne gegenüber dem HSV aktuell aus Darlehen bestehen und künftig nach den bereits mit K-M Kühne vereinbarten Forderungsverzichten aus „Besserungsscheinen“ entstehen werden. Sowohl die vereinbarten Forderungsverzichte als auch das künftige Entstehen von Forderungen aus „Besserungsscheinen“ ist dabei ausschließlich abhängig vom Eintritt „sportlicher Erfolge“; die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des HSV bleibt in den Vereinbarungen hierzu vollständig unberücksichtigt. Daran ändert auch die schwammige Aussage des Märchenonkels F. Wettstein nichts, wonach die Rückzahlung für den HSV „nachgelagert“ erfolge. Dies ist lediglich die feinsinnige Umschreibung für einen dem HSV bereits im Vorwege gewährten „Zahlungsaufschubs“ durch Stundung einer fälligen Forderung. Die Verbindlichkeiten und somit auch die neuerliche Gefahr einer Überschuldung entstehen für den HSV jedoch bereits mit dem Entstehen der Forderung durch den Eintritt der Bedingung aus dem „Besserungsschein“ – also mit dem Erreichen eines europäischen Wettbewerbs.

Aus den veröffentlichten Details zur Transfer-Finanzierung ergibt sich konkludent, dass K-M Kühne gegen den HSV mit jeder Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb eine Forderung entweder noch aus Darlehen oder künftig aus „Besserungsschein“ in Höhe von 33,33% des Darlehensvolumens (eventuell zuzüglich Zinsen des Darlehens oder eines im „Besserungsschein“ vereinbarten „Aufschlags“) entsteht. Dies folgt zwingend aus dem vereinbarten Forderungsverzicht für das Nichterreichen eines europäischen Wettbewerbs bereits in der Saison 2016/17. Ein Forderungsverzicht setzt stets das Bestehen einer Forderung voraus. Daher muss also schon aus dem sportlichen Abschneiden in dieser einen Spielzeit 2016/17 K-M Kühne unabdingbar auch bereits eine Forderung gegenüber dem HSV entstehen können. Dies wäre technisch unmöglich, wenn K-M Kühne eine Forderung überhaupt erst nach vollendetem 3-maligen „sportlichen Erfolg“ entstehen könnte. Überdies wird eine Rückzahlung für den HSV vor dem 30.06.2018 explizit ausgeschlossen; auch diese Vereinbarung setzt das Bestehen einer Forderung seitens K-M Kühne voraus und wäre obsolet, wenn nach 3-maliger Teilnahme, frühestens also nach der Saison 2018/19 zum 30.06.2019, erst eine Forderung von K-M Kühne entstehen könnte.

Die grundsätzliche Kritik

Der Forderungsverzicht mit „Besserungsschein“ kann als „Vorstufe“ einer gesetzlichen Insolvenz gesehen werden und bietet einem noch sanierungsfähigen Unternehmen eine „letzte Chance“, indem durch einen Forderungsverzicht dem Unternehmen für eine vereinbarte Zeit die benötigte „Luft“ zu einer erforderlichen Sanierung verschafft wird. Durch einen Forderungsverzicht kann eine bestehende Überschuldung des Unternehmens temporär beseitigt werden und bei fälligen Verbindlichkeiten überdies durch den Entfall von Zins und Tilgung die Liquidität des Unternehmens verbessert werden. Der „Besserungsschein“ ist dabei das Angebot einer „berechtigten Hoffnung auf die Zukunft“ vom Schuldner an den Gläubiger, für einen „vorläufigen Verzicht“ auf eine stark ausfallgefährdete Forderung nach Abschluss der Unternehmens-Sanierung wieder die volle Befriedigung seiner Ansprüche vom gesundeten Unternehmen erlangen zu können.

Der Forderungsverzicht mit „Besserungsschein“ kann nur die Voraussetzung zur Möglichkeit einer Sanierung schaffen. Hingegen ist der Forderungsverzicht mit „Besserungsschein“ selbst keine Sanierungsmaßnahme im eigentlichem Sinn, denn mit Eintritt der vereinbarten Bedingungen aus dem „Besserungsschein“ sind die „alten Schulden“ wieder da. Ein Forderungsverzicht mit „Besserungsschein“ ist in Verbindung mit einer Darlehensgewährung zur Unternehmens-Sanierung als Ersatz für dringend benötigtes „echtes“ Eigenkapital daher ungeeignet – und genau an diesem „echten“ Eigenkapital mangelt es beim HSV.

Die Kritik an der Gestaltung der Transfer-Finanzierung

Der Begriff des „Besserungsschein“ stellt auf eine verbesserte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Schuldners ab und keineswegs auf eine „Nachbesserung“ der Forderung des Gläubigers. In der Besserungsabrede zwischen Schuldner und Gläubiger ist es daher bei der Vereinbarung von Kriterien und Bedingungen unerlässlich, diese an die wirtschaftliche Situation des Schuldners und deren Verbesserung zu knüpfen.

Eine im „Besserungsschein“ vereinbarte Bedingung, wonach eine Forderung für den Gläubiger bereits entstehen soll, wenn an 3 aufeinander folgenden Tagen in Hamburg die Sonne scheinen wird, ist für jedermann sofort erkennbar vollkommen abwegig. Es fehlt an der Kausalität einer Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Schuldners zum Sonnenschein. Was unterscheidet nun diese „Sonnenschein-Bedingung“ von der Bedingung des „sportlichen Erfolgs“ in dem vom HSV dem K-M Kühne gewährten „Besserungsschein“? Im Grunde genommen nichts.

Denn die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb impliziert noch keineswegs eine Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des HSV. Bereits der Umfang der Einnahmenerhöhung für den HSV ist bei weitem abhängiger vom sportlichen Erfolg in dem europäischen Wettbewerb als von der bloßen Teilnahme am Wettbewerb. So hat die UEFA für die Teilnahme an der Europa League 2015/16 an Schalke 04 für das Erreichen der Zwischenrunde ins Gesamt € 10 Mio. und an Borussia Dortmund für das Erreichen des Viertelfinales ins Gesamt € 14 Mio. ausgekehrt. In diesen Zahlungen der UEFA sind die Antrittsprämie, die Punkt- und Leistungsprämien sowie der Anteil der Marktpool-Ausschüttung enthalten. Hinzu kommen für die Clubs noch die Einnahme aus den Heimspielen sowie eventuelle Bonus-Zahlungen der eigenen Sponsoren. Ob also überhaupt oder in welchem Umfang für den HSV mit einer Teilnahme an der Europa League neben erhöhten Einnahmen in noch unbekannter Höhe denn auch ein Überschuss erzielbar sein wird, ist gänzlich ungewiss. Denn hierzu sind noch die mit einer Teilnahme verbundenen unmittelbaren und mittelbaren Kosten des HSV für den internationalen Spielbetrieb in Ansatz zu bringen. Das „richtige Geld“ ist, trotz bereits deutlich erhöhter Ausschüttungen seitens der UEFA, in der Europa League immer noch nicht zu verdienen.

Bleibt für den HSV wohl nur der Traum von der Champions League. Hier hat die UEFA an Borussia Mönchengladbach, trotz Scheiterns in der Gruppenphase, stolze € 27 Mio. ausgeschüttet. Leider träumt der HSV aktuell eher noch vom Klassenerhalt in der Bundesliga.

Was bedeutet das für den HSV?

Erreicht der HSV in den nächsten 6 Jahren nicht auch nur einmal die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb, so wird es tatsächlich zu keinen Zahlungen an K-M Kühne kommen. Dafür unterhält der HSV dann aber über 6 Jahre einen international ausgelegten, kostenintensiven Spieler-Kader mit nachweislichen „Versagern“; am Ende also auch noch ein „teurer“ Kader ohne Transferwert. In dieser Konstellation ist es nur eine Frage der Zeit, wann der HSV von seinem „Gönner“ K-M Kühne erneut finanzielle Überlebenshilfe wird erbetteln müssen.

Erreicht der HSV hingegen eine Teilnahme an der Europa League, so entstehen ihm Verbindlichkeiten durch „sonstigen betrieblichen Aufwand“ von mindestens € 13 Mio. eventuell zuzüglich „Aufschlag“ je Teilnahme (Anmerkung: weil der „korrespondierende“ Forderungsverzicht in den Vorbilanzen als „sonstiger betrieblicher Ertrag“ bilanziert wurde). Dieser bilanzielle Aufwand wird nun zu signifikanten Verlusten in der Bilanz führen, das Eigenkapital schmilzt also weiter wie Schnee in der Sonne und es droht permanent mit jedem „sportlichen Erfolg“ eine Überschuldung des HSV. Die durch die Teilnahme an der Europa League zu erzielenden Überschüsse an Liquidität werden zudem nicht zur Finanzierung der Forderungen von K-M Kühne ausreichen und man wird also trotz oder gerade wegen sportlicher Erfolge weiterhin beim „Gönner“ um finanzielle Überlebenshilfe betteln müssen.

Die Gretchenfrage

Der Forderungsverzicht mit „Besserungsschein“ könnte eine Prüfungsaufgabe im „kleinen BGB-Schein“ für Jura-Studenten im 2.ten Semester sein. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass dieses Niveau den intellektuellen Horizont der Exzellenzen F. Goedhart, K. Gernandt, D. Becken und F. Wettstein bereits übersteigt. Erstgenannte drei Herren bilden den Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats, der regelmäßig in Anwesenheit des Finanz-Vorstands F. Wettstein tagt.

Ins besondere diese Herren müssen sich daher der Frage stellen, warum bei den Vereinbarungen zur Transfer-Finanzierung mit K-M Kühne die Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des HSV vollständig unberücksichtigt blieb. Ein Mindesterfordernis bei Abschluss von Vereinbarungen über einen Forderungsverzicht mit „Besserungsschein“!

Selbst wenn man dieses Konstrukt des konzeptionell nicht geeigneten Forderungsverzichts mit „Besserungsschein“ vereinbart, hätte dieses Konstrukt eben zumindest zwingend an die Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des HSV gebunden werden müssen und nicht einzig an eine unspezifische Bedingung wie den „sportlichen Erfolg“ gebunden werden dürfen.

Warum wurde nicht seriös vereinbart, dass K-M Kühne mit jeder Teilnahme des HSV eine Forderung durch „Besserungsschein“ von z.B. 66 % an den im Rahmen des internationalen Wettbewerbs erwirtschafteten Überschüssen oder z.B. 33% an den durch internationalen Wettbewerb generierten Einnahmen entsteht. Die durch eine solche Vereinbarung entstehende Forderung für K-M Kühne hätte der HSV mittels der erwirtschafteten Überschüsse aus der Europa League stets gesichert finanzieren können und der zu bilanzierende „sonstige betriebliche Aufwand“ selbst hätte in diesem Fall nie zu einer Überschuldung führen können. Das „Restvolumen der Transfer-Finanzierung“ hätte dann jeweils jährlich mittels modifizierter „Besserungsscheine“ (bilanzneutral) weiter in die Zukunft „vorgetragen“ werden können.

Eine solche Vereinbarung mit K-M Kühne hätte dem HSV zumindest noch eine realistische Möglichkeit zur Sanierung eröffnet und bei einer entsprechend vereinbarten Laufzeit auch die wirtschaftliche Perspektive für K-M Kühne selbst sogar verbessert. Eine sinnvolle Begründung für die aus HSV-Sicht aktuell desaströse Transfer-Finanzierung lässt sich, wenn überhaupt, nur schwerlich finden.

Oder „durfte“ es am Ende einfach nur deshalb keine wirtschaftlich vernünftige Vereinbarung mit Perspektive für den HSV geben, weil der HSV dann künftig nicht mehr den devoten Bittsteller beim „gönnerhaften Mäzen“ hätte spielen müssen?

Von | 2017-01-20T07:17:22+01:00 20. Januar 2017|Allgemein|21 Kommentare

21 Comments

  1. Andi Pie 20. Januar 2017 um 07:52 Uhr

    Moin,
    nunja, wenn ich der Gönner wäre, würde ich so schnell wie möglich meine „Einalgen“ zurück bekommen wollen.
    Wenn ich also Rückzahlungen an Gewinne knüpfe, und ich sehe schon jetzt, dass es Märchen und Geschichten gibt zur Finanzlage, dann nehme ich meine in meinem eigenen Unternehmen angestellten Finazjongleuere in einem Gespräch und lasse mir von diesen einen für mich guten Rückzahlungsplan erstellen.
    Heisst: Wenn aus der EL Teilnahme tatsächlich Gewinne (wer definiert die Höhe dieser Gewinne? Der Märchenonkel? Was wird von den dort generierten Einnahmen dann alles abgezogen?), so werden diese erwartungsgemäß nicht 13 Mio hoch sein.
    Wann endet dann eine Rückzahlung eines Darlehens von vermutlich derzeit 38 Mio?
    Daher verstehe ich diese Bedingungen seitens Gläubiger komplett.

    • Kerberos 20. Januar 2017 um 08:14 Uhr

      .
      Nicht tatsächliche Gewinne, sondern Überschüsse und Einnahmen sind einfach Einnahmen; das wäre die einfache Lösung. Eine solche Vereinbarung ist doch nun wirklich Grundschul-Niveau.
      .
      Bist Du HSV Mitglied oder Kühne-Jünger? Was interessiert mich die Sicht des K-M Kühne, wenn mein AR die AG mindestens für die nächsten 6 Jahre in die Knechtschaft führt und so keine Chance auf Unternehmens-Sanierung besteht.
      .

      • Andi Pie 20. Januar 2017 um 12:05 Uhr

        Kerberos: ersteres, ich habe lediglich versucht, aus einer Laiensicht und ohne komplett korrekte Fachlichkeit das Interesse von K.M.K an einer solchen Vereinbarung zu zeigen.
        Natürlich kann ich Details definieren und fussen auf Gewinnen anstatt auf Einahmen.
        Und als Schuldner (der ich dann als HSV bin) würde mir das auch sicherlich besser gefallen.
        Wie Du ja schon geschrieben hattest, hätte ich genau nur dann auch Planungssicherheit, auch im Erfolgsfall.
        Aber anscheinend ist der HSV ja nicht in der Situation, solche Dinge in Scheinen nach seinem gusto festzulegen, sondern hier auf das Wohlwollen des Gönners angewiesen, der dann vermutlich solche Details nach seinem Geschmack diktiert.
        Und damit sind wir wieder am Punkt: das mache ich als Schuldner nur mit, wenn ich nicht anders kann aufgrund der finanziellen Abhängigkeit.
        Sollte allerdings der Punkt zutreffen, dass sowohl Märchenonkel W. als auch der Aufsuchtsrat dieses unter verschiedenen Alternativen, die es möglicherweise gab, ausgewählt haben (ich weiss, der Vorstand muss die Entscheidung und die Wahl eigentlich treffen), dann…. aua…

  2. Oberberger 20. Januar 2017 um 09:49 Uhr

    Nun, Herr Kühne wird im Juni diesen Jahres 80 Jahre alt.
    Die große Frage die sich für mich stellt ist, was Herr Kühne vor dem Hintergrund seines fortgeschrittenen Alters eigentlich mit seinem Engagement bezweckt.
    Eine lebenslange Knechtschaft des HSV als Melkkuh halte ich für wenig wahrscheinlich und für einen Mann mit seinen finanziellen Möglichkeiten wären die in ferner Zukunft eventuell entstehenden Gewinne bestenfalls ein Taschengeld.
    Erfolgreicher (internationaler) Fußball innerhalb der ihm verbleibenden Lebensspanne ? Dann müßte die tröpfchenweise Gabe von lebenserhaltenden Krediten in ein Füllhorn gewandelt werden und ein radikaler Schnitt in der Mannschaft und im Management erfolgen.
    Und was passiert eigentlich mit all den Verpflichtungen und Forderungen, wenn Herr Kühne irgendwann das irdische Spielfeld verläßt ?

  3. Saschas Alte Liebe 20. Januar 2017 um 10:06 Uhr

    Ein wenig Gschmäckle von Junkie-Dealer Verhältnissen drängt sich mir da spontan auf; ganz unsachlich emotional.
    .

  4. NB1983 20. Januar 2017 um 10:39 Uhr

    Bin seit mehreren Jahren stiller Leser dieses sehr interessanten Blogs – auch teile ich viele Ansichten von Herrn Gravensen. Zum Thema Besserungsscheine möchte ich aber doch folgendes anmerken. Die Diskussion, wann welche Beträge an Herrn Kühne als Verbindlichkeit bei der HSV AG passiviert werden müssen ist müßig. Für alles Interessierten, die Gestaltung ist dem deutschen Steuerrecht geschuldet! Man kann natürlich dieses Konstrukt kritisieren, aber um die Schenkungssteuer (in diesem Fall nahe 50%) zu vermeiden ist eine Abstimmung mit dem Finanzamt unumgänglich – allein um steuerliche Risiken hieraus zu vermeiden. Was dies bei EUR 38 Mio. bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen – Träger der Steuer ist die HSV AG! Deshalb MUSSTE auch eine Prämie für Herrn Kühne im Besserungsschein vereinbart werden! Dies hat nichts mit einer besonderen Absicht seitens Herrn Kühne zu tun – es ist schlicht dem Steuerrecht geschuldet. Die Forderungen aus dem Besserungsschein werden – wenn überhaupt – auch nur in dem Umfang aufleben, wie die wirtschaftliche Bilanz der HSV AG es verkraftet. In der Praxis lebt kein Besserungsschein auf, der dann umgehend eine Insolvenz des Unternehmens zur Folge hat. Dies würde dem Interesser von Gläubiger und Schuldner wiedersprechen. Herrn Kühne geht es nicht um wirtschaftliche Interessen beim HSV, daher gehe ich fest davon aus, dass die Besserungsscheine NIE zu einer liquiditätswirksamen Auszahlung an Herrn Kühne führen wird – zeigt auch die bisherige Erfahrung. So clever ist KPMG als Abschlussprüfer auch um entsprechende Gestaltungen zu begleiten, dass die Besserungsscheine NIE zum Exit der HSV AG führen werden. Im Ergebnis gibt es nicht viele Konstrukte im Fußballgeschäft, wie ein Gesellschafter seinem Unternehmen ohne Kapitalerhöhung steuerunschädlich Gelder zukommen lassen kann. Auch der Presse war im Sommer zu entnehmen, dass dieser Punkt, in welcher Form die Gelder zur Verfügung gestellt werden können, als schwierig beurteilt wurde. Es ist davon auszugehen, dass die Besserungsscheine die außerbilanziellen Bilanzpositionen viele Jahre begleiten werden, jedoch nicht zu Zahlung an Herrn Kühne führen werden – es sei denn, die HSV AG wird eines Tages wirtschaftlich sehr potent, was grundsätzlich natürlich wünschenswert ist. So, dies wollte ich mal loswerden! Mal sehen, was die groß angekündigten Transfers am Wochenende bringen- äh, wo sind die?

    • UliStein 20. Januar 2017 um 14:51 Uhr

      KPMG und clever in einem Satz. Mutig. Heißt es doch, Kinder Prüfen Meine Geschäfte.

  5. Michael 20. Januar 2017 um 10:43 Uhr

    Den Gedanken von „Oberberger“ sollte man ein wenig nachhängen…Was soll das alles?
    Ich werde daraus nicht schlau. Wie ich aus Herrn Kühnes Motivlage insgesamt nicht schlau werde: wenn er bei der Sanierung helfen wollte, könnte er es ganz anders tun. Wenn er Einfluss haben wollte, könnte er ihn ganz anders nehmen. So ist das allenfalls „Hilfe light“ trotz der recht großen Summe bzw. „Einfluss light“. Ist es das, reicht ihm das? Dann lieber nicht!
    Gewinnerzielung jedenfalls kann nicht sein Motiv sein. Das kann er nachweislich besser. Die Namensrechte am Stadion zu erwerben und dahingehend zu nutzen, dass wir wieder im „Volksparkstadion“ spielen, ist z.B. nicht mit erkennbarem Eigennutz passiert.
    Andererseits ist er erkennbar eitel. Warum baut er sich nicht ein richtiges Denkmal als Retter, macht das Portemonnaie auf und kauft sich bzw. mit einer Stiftung richtig ein? Das Eigenkapital wäre erhöht, der HSV könnte wieder wirtschaften. Gerne besser als bisher…
    Wer jemandem Geld leiht, der pleite ist, muss dem Bündel Geldscheine vor Überreichen des Darlehens in Gedanken einen Abschiedskuss geben: „Lebe wohl, liebe Knete, wir werden uns wohl nie wieder sehen!“, da eine realistische Chance besteht, dass die Kohle nie wiederkehrt. Wer hat das nicht schon hinter sich? Besserungsabrede hin oder her, ich sehe keine Besserung. Größeren Bedarf für ein größeres Darlehen schon und damit eine Schraube ohne Ende.
    Wie kann die Lösung aussehen? Keine weiteren dieser verschwurbelten Darlehen mehr und/oder Rettung aus eigener Kraft? Oder was?

  6. BerndH60 20. Januar 2017 um 12:41 Uhr

    Das beschriebene Szenario ist mit Sicherheit durchdacht, aber für mich absolut unwahrscheinlich.
    Der HSV wird innerhalb der nächsten sechs Jahre die Europapokalplätze nicht mal mit dem Fernglas sehen.
    Es wird maximal möglich sein, und das auch nur unter unsäglichen Mühen und mit viel Glück, die Liga zu halten.
    Alles was aktuell an Großverdienern beim HSV herum turnt wird spätestens bei Vertragsende angepasst oder entsorgt.
    Schaut man sich die Restlaufzeiten der Verträge an, ist dann ab 2020 wieder Land in Sicht.
    Dann sind schon mal fast vier der sechs Jahre um, vielleicht kann der HSV dann die Planung eines Kaders, der eventuell in der Lage ist, um Europapokalplätze zu spielen, in Angriff nehmen.
    Ich verstehe nicht, wo man den Optimismus hernimmt, der HSV könne innerhalb der nächsten 10 Jahre national oder gar international eine Rolle spielen.
    Rechne ich die letzten zwei Jahre unter Hoffmann schon zu der verlorenen Ära, dann hat es 10 Jahre, drei verschiedene Vorsitzende und eine Ausgliederung gedauert, Hamburg so tief in die Grütze zu reiten. Und genauso lang ist der Weg zurück.

  7. Saschas Alte Liebe 21. Januar 2017 um 08:29 Uhr

    Übrigens, danke für diesen wiederum sehr informativen Blog. So langsam bekomme ich auch als Laie einen besseren Eindruck davon, was und wie da mit diesen gewaltigen Geldmengen getan wird.
    Es drängt sich mir die – naive ? – Frage auf: Wird es eigentlich überall im Fußballgeschäft derartig gehandhabt oder stellt der HSV hier eine Besonderheit dar ?

    • Oberberger 21. Januar 2017 um 09:01 Uhr

      Da empfehle ich dir die Veröffentlichungen z.B. im SPIEGEL zum Thema Football Leaks. Da vergeht dir ganz schnell die Lust am Profifußball.
      Besser man schaut nicht hinter jede Fassade.

  8. Bidiriovo 21. Januar 2017 um 12:35 Uhr

    Nachdem endlich mal wieder eine Halbserie ohne Beiersdorfer und Labbadia beginnt, bin ich wieder optimistischer gestimmt. Hoffentlich hält sich Bruchhagen an sein Credo nur das Geld auszugeben, was man auch verdient und geht nicht zum Ende dieses Transferfensters wieder auf Kosten von Kühne shoppen. Das sollte dieser HSV-Kader auch nicht nötig haben.

    • Saschas Alte Liebe 21. Januar 2017 um 22:26 Uhr

      … hast Du gedacht.
      Man weiß garnicht, wo anzufangen sei mit dem Nötigsten. Die Neuen waren noch die Besten, und nur die hinten.

  9. Weltmeister 21. Januar 2017 um 14:48 Uhr
  10. Skeptiker 21. Januar 2017 um 18:09 Uhr

    Beim heutigen Spiel konnte wieder die geniale Personalpolitik des Herrn Beiersdorfer bestaunt werden. Ekdal immer zu langsam, taktisch Note sechs! Die Offensive in dieser Form nicht bundesligatauglich. Standards weiterhin unterirdisch. Papa und Mavraj für mich die einzigen Lichtblicke. Und wieder frage ich mich: Wer zahlt für diesen Kostic 14 Millionen? Ihr kennt die Antwort! Gegen Ingolstadt müssen drei Punkte her, denn danach kommen die schweren Gegner, und die Mannschaft droht in eine erneute Abwärtspirale zu gelangen. Es sieht nicht gut aus, jede andere Sichtweise ist unrealistisch.

  11. Gravesen 21. Januar 2017 um 18:16 Uhr

    #HSV-Sportdirektor #Todt: „Wenn wir so gegen @FCAugsburg spielen, haben wir gute Chancen!“ #WOBHSV #HSVFCA

    .
    [Ohne Worte]

    • Spörl 21. Januar 2017 um 19:09 Uhr

      Der Mann denkt nicht nur bis zum nächsten Spieltag.
      .
      Im Ernst, hoffentlich ist dieser Blackout auf die hektischen Bemühungen endlich mindestens einen 6er und einen weitern Innenverteidiger als Papadopulus Backup zu holen zurückzuführen.
      .
      Die Innenverteidigung des HSV war heute so gut wie zuletzt bei van Buyten-Boulahrouz. Aber aufgrund möglicher Verletzungen und Sperren gilt es hier schnell zu handeln.

      • Gravesen 21. Januar 2017 um 19:44 Uhr

        Genau. Das war überirdisch, fast schon außerirdisch. Spektakulär. Mavraj wird nach der Saison nicht zu halten sein und Papadululosch wird eingebürgert.

    • Saschas Alte Liebe 21. Januar 2017 um 22:27 Uhr

      Der hat Humor, der Mann 😉

  12. Saschas Alte Liebe 21. Januar 2017 um 22:19 Uhr

    Brutal offensichtlich verlor der HSV das Spiel genau da, wo das kongeniale Duo Didi/Bruno massiv zugeschlagen hatte – in der Zentrale. Statt Diaz und Demirbay kicken da nun ein limitierter Notnagel Ozzy und der lahme Schwede (falls nicht verletzt), ansonsten Chef-Notnagel Sakai, der wiederum vom Not-DD vertreten wird.
    Wolfsburg hat für 5 Mille mal schnell einen schnellen Nteb besorgt, der den halben HSV ausspielen kann.
    5 Millionen Stars hat der HSV natürlich auch – wie z.B. einen MiniaturMessi oder den Königstransfer Hunt … ach, was soll’s. tausendmal erwähnt.
    Vergleicht man die Interviews der Freiburger gestern nach dem guten 1:2 gegen Bayern mit denen heute der HSV-Protagonisten, weiß man schon alles – z.B. dass und warum in Freiburg „Intelligenz“ ein wichtiges Kriterium bei Neuverpflichtungen ist.

  13. Spörl 21. Januar 2017 um 22:35 Uhr

    Welche Erkenntnisse brachte das heutige Spiel und die Ereignisse drum herum in bezug auf den Kader?
    .
    Nicht viel. Es wurde eigentlich nur bestätigt, was seit Saisonbeginn zu sehen ist bzw. einige hier seit Jahren bereits bemängeln.
    .
    1. Der Austausch beider Stamm-Innenverteidiger war dringend erforderlich. Papa und Mavraj zeigten heute eine lange beim HSV nicht gesehene Stabilität.
    2. Angemessene und ausreichende Backups für die Innenverteidigung sind weiterhin nicht vorhanden. Nun ist Djourou verletzt. Papadopolus macht normalerweise nicht mehr als 5 Spiele in der Rückrunde. Besorgnis erregend ist, dass Gisdol darauf verweist Jung würde bald wieder kommen. Nachweislich der schlechteste Innenverteidiger der Liga. Wir brauchen weiterhin 2 weitere Innenverteidiger.
    3. Im zentralen Mittelfeld waren wir wie seit Monaten wenn nicht Jahren nicht bundesligareif besetzt. Oszolek bemüht sich, aber das reicht nicht. Ekdal macht maximal 2 gute Spiele die Saison, in denen seine mangelnde Schnelligkeit in Beinen wie Kopf nicht auffällt. Backups gibt es hier überhaupt nicht. Aua, das ist eine peinliche Kaderplanung.
    4. Dass andere Vereine für 5 Millionen entschlossen im Winter handeln, und schon mal 3 Punkte damit gekauft haben, wie heute Wolfsburg mit Ntep…Nein, es wäre wirklich zu viel verlangt, wenn wir mal so einen aus dem Hut zaubern. Auch soetwas gelingt seit Jahren nicht.
    5. Der beste Standardexperte ist mit Bahoui weiterhin nicht einmal im Spieltagskader. Kostic sollte bitte keine Standards mehr treten.
    .
    Es bleibt sehr trist, und der Abstiegskampf wird vermutlich bis zum letzten Spieltag dauern und vermutlich, wenn nicht alles gegen den HSV läuft in der Relegation enden.

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