Das kann noch teuer werden, Aaron

Wenn man einen (aus meiner Sicht unberechtigten) Elfmeter mit der gebührenden Lockerheit verwandelt, sieht das immer ungeheuer abgezockt aus, ein Image, das Aaron Hunt gern für sich beansprucht. Wenn man ihn dann allerdings so albern schießt, dass der gegnerische Torhütern den Ball beinahe festhalten kann, macht man sich zum Horst. Komisches Spiel gestern, finde ich. Komisch, wenn sich die bessere Mannschaft am Ende freuen muss, überhaupt noch einen Punkt ergattert zu haben. Und was vielleicht noch viel schlimmer ist als die zwei liegen gelassenen Punkte – die Konkurrenz gewinnt. Bremen in Mainz und Ingolstadt in Frankfurt. Und jetzt kommt’s für den HSV knüppeldick und zwar aus zweierlei Gründen. Die nächsten Gegner heißen:

Bayern 1. (A)

Hertha 6. (H)

Gladbach 10. (H)

Frankfurt 5. (A)

Köln 7. (H)

Dortmund 3. (A)

Hoffenheim 4. (H)

Bremen 16. (A)

Der zweite Grund: Hoffnungsträger Papadopoulos hat sich offenbar an der mehrfach operierten Schulter verletzt, Bobby Wood hat eine Zerrung. Beides könnte wochenlange Ausfälle bedeuten.

Noch eines: Wie sehr Pierre-Michel Lasogga aka PML10-Maschine raus sein muss, konnte man an der Aufstellung und an den Situations-bedingten Auswechslungen erkennen. Nach dem kurzfristigen Ausfall von Bobby Wood und angesichts der nicht zu 100% vorhandenen Fitness von Michael Gregoritsch kam nicht etwa Didis Königstransfer ins Spiel, sondern der eigentlich schon aussortierte Aaron Hunt, der nächste Tritt in Kerstins Lieblingseier. Die Erklärung von Trainer Gisdol lautete: „Er war lange verletzt und zuletzt nicht im Kader“. Aha.

streich

Eines bleibt uns jedenfalls noch, wir verabschieden den charismatischen Trainer der Freiburger mit den Worten: „Alles Gute, Joachim. Gute Heimfahrt“ 

🙂

Von | 2017-02-19T07:09:47+01:00 19. Februar 2017|Allgemein|23 Kommentare

23 Comments

  1. Marco 19. Februar 2017 um 08:59 Uhr

    Den Gedanken hatte ich gestern auch sofort. Vor dem Spieltag hätte ich ein Remis unterschreiben, aber durch die Siege der Konkurrenz ist der Punkt zu wenig, vor allem vor dem Bayern-Spiel. Selbst wenn man nächste Woche das beste Spiel seit Jahren liefert und lange ein Unentschieden hält, wird so lange weitergespielt werden bis die Bayern gewonnen haben.
    Beim Elfer bin ich anderer Meinung.

  2. Michael 19. Februar 2017 um 08:59 Uhr

    Angesichts der Aufstellung habe ich um ein Haar Spontandiarrhoe bekommen. Daß Hunt dann tatsächlich ein Tor gemacht hat und insgesamt meiner Wahrnehmung nach ordentlich gespielt hat, war dann eine positive Überraschung. Überrascht hat mich, daß die Freiburger trotz deutlicher Überlegenheit keine Treffer brachten. Traurig, wenn der Erfolg (1 Pünktchen) auf das Konto der Indisponiertheit der Gegner geht. Freiburg war nach dem Elfmeter (war es einer? Berührung ja, aber da hatte sich Hunt schon ein Gewinde in die Beine gespielt und fiel) sogar glücklich mit dem Punkt. Nach so viel Pech.
    Richtig, ein merkwürdiges Spiel. Offensichtlich die vielen Defizite: der Kader ist trotz nominell 31 Spielern nicht breit genug. Ausfälle können nicht kompensiert werden, oder wollen nicht kompensiert werden. Der Nachwuchs kommt nicht zum Zug.
    Fällt Müller aus, ist rechts nix los. Sakai könnte weiter nach vorne gehen, aber dann ist hinten rechts ein Loch. Diekmeier ist für mich keine Alternative. Für die Flügelspieler ist kein Ersatz da, Leute wie Bahoui links scheinen aufgegeben. Der Nachwuchs darf nicht. Kostic enttäuscht, da habe ich mich verschätzt. Ich habe von ihm mehr erwartet. Aber gut, ich habe die Weisheit auch nicht aus dem Eimer gesoffen. Holtby mit Licht und Schatten. Mal gutes Passpiel, dann wieder nicht. Rennt und ackert gegen den Ball. Das ist immer noch das Spiel, man rennt dem Ball hinterher statt den Ball rennen zu lassen. Mal eine gute Kombination, dann wieder Gut-Glück-Fußball mit hohen und weiten Bällen, damit man wieder gegen den Ball rennen kann.
    Im Sturm das gleiche Desaster: Lasogga ist offensichtlich kaltgestellt. Wird teuer, der Sitzfußballer hat noch Vertrag bis 2019. Ein Mann mit Eiern würde gehen, ein Mamasöhnchen wartet, bis Mutti ruft. Es geht offensichtlich auch ohne Fußball. Im Sturm ist ohne Wood und Gregoritsch nix los.
    Im Mittelfeld macht Walace seinen Job, das gefällt. Jung wächst, gefällt mir auch.
    Die Defensive ist verwundbar. Am meisten an der Schulter. Als der Wunderpapa das Gesicht verzog, entwischte mir ein „Ich habe es doch gesagt!“ Ich will aber gar nicht immer Recht haben! Djourou machte heute seinen Job, heißt aber nichts. Der nächste slapstick kommt bestimmt. Kein Ersatz für Papadopoulos. Hoffentlich kauft man ihn nicht, angesichts des Preises für ihn wäre er aber ein genialer Didieinkauf: teuer, verletzungsanfällig. Nur noch ein wenig jung mit 24 Jahren. Ich hoffe, er kommt wieder, spielt bis zum Sommer und zieht dann weiter.
    20 Punkte, 21. Spieltag. Werder und Ingolstadt an der Hacke. Das ist eng. Wie in Ingolstadt wurde versäumt, die Punkte zu holen, um unten raus zu kommen. Oder, schauen wir mal von der anderen Seite: es reicht nicht. Der schlechte Kader ist nur punktuell verstärkt worden. Nach dem Zwischenhoch liegt wieder Tiefdruck über Hamburg. Die Hüpfer fliegen tief.

  3. Sven 19. Februar 2017 um 09:24 Uhr

    Hausherr hilf! Ich verstehe die Anspielung mit Joachim Streich nicht… 🙁
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Joachim_Streich

    • BerndH60 19. Februar 2017 um 11:11 Uhr

      Ganz einfach, der Freiburger Streich heisst Christian mit Vornamen und nicht Joachim.
      Vermutlich der nächste Fauxpas der HSV Medienabteilung. ??

    • Sven 19. Februar 2017 um 13:26 Uhr

      Danke… Ich lese und schaue das alles nicht… Wäre aber wirklich peinlich, da die imho gar nix miteinander zu tun haben.

    • Gravesen 19. Februar 2017 um 17:21 Uhr

      Insider. Stichwort HB

  4. Bidriovo 19. Februar 2017 um 16:57 Uhr

    Bei den kommenden Gegnern sehe ich nur gegen Bayern und weil es ein Auswärtsspiel ist, Dortmund, schwarz. Gegen alle anderen Gegner ist analog zu Leipzig, Schalke und Co. immer ein Punkt oder Sieg gut möglich. Das liegt vor allem daran, dass die anderen Mannschaften eine unheimlich hohe Schwankung haben, was deren Tagesform angeht. Sollte sich da ein gegner nicht richtig am Riemen reißen weil nur der HSV kommt, hat der HSV jedes mal eine ernsthafte Chance. PML10 Zeit in Hamburg ist nicht erst gestern abgelaufen. Die war schon letzte Saison vorbei. Nur leider ist sein Vertrag so gut dotiert, das bekommt er nur noch in China (will er und seine Mama sicherlich nicht) und in England, wobei er sich auch da überhaupt nicht empfehlen kann. Eigentlich eine Schande, was er aus seiner Karriere gemacht hat, bedenkt man die Mittelstürmerarmut, die seit Jahren speziell auch in der Nationalmannschaft in Deutschland besteht.

  5. guido64 19. Februar 2017 um 19:20 Uhr

    Danke Aaron Hunt!!!!!!! Wie hoch war der Scheck von Werder für den tollen Elfmeter?

    Sicher war das 2:2 gemessen an den Chancen ein gerechtes Ergebnis. Jedoch hatten wir bisher selten das glück auf unserer Seite und jetzt war die Chance da, trotzdem 3 Punkte zu holen. Kennen die Spieler nicht die Weisheit, das der gefoulte Spieler nicht selbst schießen sollte? Nein , Herr Hunt war mal wieder eigensinnig und das Herz hängt sicher noch in Bremen – warum schießt man sonst so kläglich einen Elfmeter und gibt noch so flapsige Interviews. Das ist ein erbärmliches Verhalten. Dann haben wir ja auch noch unseren Adler – toll wie er wieder das 1. Tor durchgelassen hat. Jeder Amateurtorwart hätte den gehalten.
    Und unser toller Trainer? Warum wechselt er nicht Lasogga für die letzten 15 Minuten ein? Das wäre ein sicherer Schütze vom Punkt gewesen. Außerdem kann Lasogga auch mal einen Freistoß treten, der etwas gefährlich auf das Tor kommt. Aber nein – da wird ja noch Halilovic in die Wüste geschickt und ein Dieckmeier auf die rechte Außenbahn beordert. Na ja, gelbe Karten kann er ja gut sammeln.
    Die verschenkten 2 Punkte werden Werder Bremen sicher gut helfen und Hunt kann guten Gewissens den Scheck einlösen. Somit wird dann der HSV absteigen und nicht Werder. Toll Aaron!!!!!

    • Skeptiker 20. Februar 2017 um 00:31 Uhr

      Bei aller Liebe, ich kritisiere auch die Art und Weise, wie Hunt den Elfer geschossen hat, aber die Sache mit dem Bremer Scheck ist doch wirklich Blödsinn! Solche Sachen passieren, und dass die Mannschaft ganz unten steht, liegt nicht an Hunts erbärmlichem Elfer. Es wurden in der Hinserie zu wenig Punkte geholt, und das jetzt aufzuholen ist verdammt schwer. Ich habe deshalb die ganzen Jubelarien nach den vorherigen Spielen auch nicht nachvollziehen können. Glauben denn wirklich einige, dass diese Truppe jetzt in der Rückserie jedes Spiel gewinnt? Natürlich wird sie das nicht tun, aber es wäre erforderlich, um sich in den sicheren Hafen zu retten. Und damit sind wir wieder bei der total verkorksten Hinserie, die die Mannschaft und das Führungspersonal zu verantworten haben. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie deshalb in den Abgrund gerissen wird. Mit Hunts Elfer hat das nichts zu tun.

  6. Micha 20. Februar 2017 um 00:56 Uhr

    Gisdol sollte gegen den FCB nur fitte Spieler aufbieten, ansonsten alle Angeschlagenen schonen, vor allem Papadopulus – wie der auch immer geschrieben wird -, nach einem 1 zu 1 in Berlin (mit einer sehr konzentrierten und konzertierten Freistoßvariante in der Nachspielzeit, in letzter Minute) wird der FCB zu Hause gegen den HSV ganz entschieden auf Sieg spielen. Da wird für den HSV nichts zu holen sein, es wird zur Pause 1, 2 oder 3 zu Null stehen – unter Ancelotti werden die Bayern aber in der zweiten Hälfte nicht groß auf Kanter-Sieg nachlegen, so dass vielleicht noch ein Anschlusstreffer bei 0 zu 3 gelingt. Es sei denn, dass Ribery eingewechselt wird, der wird dann volle Kanone nachlegen als Passgeber und Schütze, so ist er halt. Dann kann es ein 5 zu 0 oder zu 1 geben, aber eher nur eine Niederlage, keine Kanter-Schmach. So ist Bayern unter Ancelotti bislang. Wenn Nico Müller angeschlagen ist, sollte Gisdol ihn nicht mit nach München nehmen, weil: Zeit für komplettere Genesung.

    • ausgegliedert 20. Februar 2017 um 18:49 Uhr

      Ein 0:5 bzw. 1:5 ist keine Klatsche? Das wird Adler sicher ebenso anders sehen wie Gisdol auch.
      So einen Affenzirkus bei beiden Elfern zu veranstalten, ist typisch HSV – unprofessionell.

  7. Michael 20. Februar 2017 um 15:45 Uhr

    Jou, wir schicken die B-Elf nach München. Die andere B-Elf kann regenerieren.?
    Das wird teuer, die Punkte liegen gelassen zu haben. Die Niederlagen gegen Ingolstadt und Volkswagen sind genauso teuer. Der Rest wird sehr, sehr hart und es wird eng. Alles andere wäre mehr Glück als Verstand.

  8. ausgegliedert 20. Februar 2017 um 20:06 Uhr

    Huch, beim Namen Peters dachte ich zuerst, Latschen-Bernie wäre in den AR gerutscht.
    Da ich den RA Peters nicht kenne, was hältst du denn von der Person, Grave? Mal abgesehen davon, dass nun kein Mitglied mehr den sportlichen Hintergrund hat?

    • BerndH60 20. Februar 2017 um 22:04 Uhr

      Wobei das natürlich eine entzückende Endlagerung dieses Problemfalles gewesen wäre.

    • Gravesen 21. Februar 2017 um 07:21 Uhr

      Ruhiger, sachlicher Typ, soweit ich das beurteilen kann. Hat jahrelang die Mitgliederversammlung geleitet. Clever vom HSV, denn der Mann ist Experte für Insolvenzrecht.

  9. Michael 21. Februar 2017 um 07:31 Uhr

    🙂 Dann bin ich beruhigt.

  10. Weltmeister 21. Februar 2017 um 08:09 Uhr

    @ Roland
    Bzgl. Gisdol (versäumte Festlegung von festen Elfmeterschützen) habe ich exakt das gleiche gedacht.
    Was machen die eigentlich den ganzen Tag, wenn nicht einmal solche Dinge sauber kommuniziert und gelöst sind?
    So etwas ist für mich immer wieder unfassbar. Selbst der schmierbäuchige ehrenamtliche Betreuer unserer IV Mannschaft in der tiefsten Kreisklasse hat solche Dinge rechtzeitig vor Saisonbeginn festgelegt.

  11. BerndH60 21. Februar 2017 um 09:42 Uhr

    Zunächst einmal finde ich es, sagen wir merkwürdig, einfach vorauszusetzen, dass ein x-beliebiger anderer Schütze des HSV den Elfer versenkt hätte. Der Ball kann auch mit Schmackes aus dem Stadion geschossen werden oder auch bei bester Schusstechnik vom gegnerischen Torwart gehalten werden.
    Stichwort „Schützenauswahl durch Trainer“, da scheiden sich in den Trainerphilosophien die Geister.
    Bestes Beispiel ist Pep Guardiola. Der hat auch die Spieler so lange entscheiden lassen, wie es lief. Nach mehreren Problemen wurde dann erst Thomas Müller festgesetzt und auch mannschaftsintern durchgesetzt.
    Der verschossene Elfmeter ist traurig, aber garantiert nicht Gisdol anzulasten. Dem wäre ein Vorwurf zu machen, wenn sich das Drama wiederholt.
    Und zwar nur das Drama um die Auswahl des Schützen. Selbst todsichere Elfmeterschützen zeigen auch immer wieder Unfähigkeit oder Arroganz.

  12. Skeptiker 21. Februar 2017 um 13:45 Uhr

    Go #Sakai weiter: „Wenn wir kompakt als Team auftreten, können wir dort vielleicht auch etwas holen. Das muss unser Ziel sein.“

    Alles wie gewohnt beim HSV. Warum kann ich diese hohlen Sprüche nicht mehr hören?

  13. Weltmeister 21. Februar 2017 um 14:00 Uhr

    http://hsv24.mopo.de/2017/02/21/hsv-kapitaen-sakai-sagt-bayern-den-kampf-an.html
    Allein diese Schlagzeile!
    „Demut“ ist und bleibt ein Fremdwort. Es ist doch völlig hirnvernrannt den Gegner zu wecken und in Folge dessen wieder ein Debakel zu erleben.
    /
    Erinnert mich schwer an folgendes:
    Kapitän Van der Vaart: „Gegen Bayern ist Alles drin!“ (MoPo, 11.2.2015)

    Ergebnis am 14.2.2015: Bayern 8, Hamburg 0
    /
    Einfach mal die große Klappe halten. Diese Empfehlung gilt für HSV-Mitarbeiter und Hamburger Medien gleichermaßen.

  14. marlor 21. Februar 2017 um 16:30 Uhr

    Abgesehen davon ist der Dino – Rekord der einzige Rekord, den die Bayern dem HSV nicht alleine nehmen können und alleine deshalb schon Motivation genug, um gegen den HSV eine der besten Saisonleistungen abzurufen. Da bedarf es keiner weiteren Sprüche um noch zusätzlich zu provozieren. Klappe halten, sein Bestes geben und dann sehen wir, wofür es gereicht hat. Keine Klatsche, also max. 3 Gegentore wäre für mich okay. Die Punkte muss man woanders holen. Auch wenn ich mich freuen würde, wenn es anders kommt, es ist sehr unrealistisch.

  15. alfa 21. Februar 2017 um 23:07 Uhr

    Also ich muss mal wieder auf den Didi einprügeln! Weil der Herr sich zu fein war als nur Spodi „weiterzumachen“ hab ich die selbstauferlegte Abstinenz von Stadien wieder aufgehoben. Tolle Banane nun komme ich als Teilzeitrosarotbebrillter Hüpfer aus dem hohen Norden auch noch auf die Idee auf Punktejagt im Bayernland zu gehen. Aber nu hat der Captn ja noch bekräftigt, dass in München auf jeden Fall was zu holen ist , damit wird die Reise auf gar keinen Fall eine „Tortour“! verbunden mit der Hoffnung dass man Fußballspiel von BEIDEN Mannschaften sieht! Möge das Spiel in der regulären Zeit entschieden werden, und die armen Bayern nicht noch 25 Minuten weiterspielen müssen zwecks „Ergebnisoptimierung.“

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