7 Gründe, warum der HSV wieder Spaß macht

Grund Nr. 1, der Vorstandsvorsitzende: Nach den Peinlichkeiten der letzten 2 1/2 Jahre, nach all den Stammel-Interviews und der mentalen Verwirr-Taktik des Dietmar B, ist nun endlich die notwendige Sachlichkeit eingekehrt. Heribert Bruchhagen kann man nicht nur zuhören, man kann ihm größtenteils sogar glauben was er sagt. Er weist völlig zurecht auf die tatsächlich vorhandene Situation hin und zwingt die Höhenflieger auf den Boden der Tatsachen zurück. Zudem scheint er ein konstruktives und entstpanntes Verhältnis zu Mäzen Kühne zu pflegen, endlich möchte man sagen.

Grund Nr.2, der Sportchef: Jens Todt war vielleicht nur Lösung L oder Q, aber er scheint einen unaufgeregten Job zu machen. Ruhig, sachlich und medial sogar verkaufbar. Tritt er vor die Kamera, so muss nicht automatisch der Fremdschäm-Modus unterdrückt werden, Todt spinnt nicht rum und scheint zu wissen, was er tut. Nach Jahren der „Eigenfehler“ und „Gucci hier, Gucci da“ eine wohltuende Veränderung. Außerdem scheint er gut mit Trainer Gisdol zu harmonieren, das A und O einer erfolgreichen Verbindung.

Grund Nr. 3, die Transfers: Endlich wurde das tatsächlich umgesetzt, was man seit Jahren versäumt hat – die Stärkung der defensiven Mitte. Während „Dukaten-Didi“ ausschließlich das einkaufte, was Namen und Ruf hatte und wo man noch mal eine Mark verdienen konnte, haben Todt und Bruchhagen das Übel bekämpft. Mavraj, Papadopoulos und Walace waren dringend notwendige Transfers, möchte man die Klasse auch in dieser Saison wieder halten.

Grund Nr. 4, der Trainer: Vielleicht ist Markus Gisdol nicht der Sympathieträger vor dem Herrn, aber er weiß offenbar, was er tut. Vor Namen (Spahic, Lasogga, Douglas Santos) macht er keinen Halt und das ist richtig so. Am Ende zählt nur das, was die Mannschaft besser macht und Gisdol macht sie besser. Jetzt unbedingt den Vertrag verlängern, bevor man im Sommer wieder suchen muss.

Grund Nr. 5, die Mannschaft: Innerhalb der Truppe scheint es zu stimmen, die Atmosphäre scheint leistungsbereit zu sein. Offenkundig haben die Maßnahmen von Trainer Gisdol gegriffen, denn nun scheint jeder begriffen zu haben, was angesagt ist. Jeder stellt sein Ego in den Hintergrund und plötzlich ist eine echte Mannschaft auf dem Platz. So und nur so sind Erfolge gegen Mannschaften wie Leverkusen, Köln oder Leipzig möglich, auf diesem Weg muss es weitergehen.

Grund Nr. 6, die Fans: Treu waren sie schon immer, aber jetzt sind sie auch noch wichtig. Ohne die Fans des HSV geht es nicht und die wissen das. Mindestens 45.000 Zuschauer bei jedem Heimspiel, das ist angesichts der jahrelangen Folterungen mehr als bemerkenswert. Die Mannschaft beginnt nun, zurück zu zahlen und der Kreis schließt sich.

Grund Nr. 7, der Mäzen: Wohltuend, wie sich der ansonsten ungeduldige Klaus-Michael Kühne in den letzten Monaten zurückhält. Keine Ansagen aus der Schweiz, keine Querschläger aus Mallorca. Kühne scheint endlich die Verantwortlichen seiner Wahl gefunden zu haben und er honoriert die gute Arbeit mit Zurückhaltung.

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Und? Reingefallen? Es ist so herrlich einfach, Jubel-Meldungen zu kreieren und man kann sich sicher sein, dass man für solchen Mumpitz, den ich eben in Hand gestoppten 8.45 Min. runtergehackt habe, von allen Seiten abgefeiert werden würde. Da würde jede Fanboy-Seite feuchte Augen kriegen und liken und retweeten, was die Tastatur hergibt. Aber: Es wäre nicht die Wahrheit und darum sollte es doch eigentlich gehen, wenn man sich journalistisch betätigt. Oder sollte ich da etwas falsch verstanden haben?

Zum Schluss, das Letzte.

Sah ich doch vor Kurzem eine Sendung des wohl unwichtigsten TV-Mediums dieses Planeten, Hamburg 1. Die Sendung nannte sich „Nachspielzeit“ und die Riege der Gäste bestand aus einer Anhäufung von extrem übergewichtigen Herren. u.a. waren dort dieser feiste Klaus von der Nordseeküste und Donald Trump-Imitator Heinrich Höper, dessen Hackfleischbude Delta Fleisch diesen Dreck auch noch als Sponsor begleitet. Moderiert wurde das Ganze von Journalisten-Simulant Uli Pingel, seines Zeichens deutlich dünn angerührter Grinse-Kasper. Was diese Stammtisch-Runde dort zum Thema HSV zum Besten gab, war derart unterirdisch, faktisch falsch und lächerlich, dass es einem die Socken auszog.

Von | 2017-02-24T07:53:10+01:00 24. Februar 2017|Allgemein|23 Kommentare

23 Comments

  1. Pascal Jarosch 24. Februar 2017 um 07:40 Uhr

    Moin Grave ich muss ehrlich sein Ich bin etwas verwirrt, meinst du die 7 Punkte da nun ernst oder wolltest du nur aufzeigen wie einfach man sich das Leben machen kann wenn man positiv schreibt und nicht groß recherchiert?

    Ich habe es ehrlich gesagt nicht verstanden und ich lese hier bei dir nun schon einige Zeit mit

    • Gravesen 24. Februar 2017 um 07:46 Uhr

      Treffer, versenkt 🙂

  2. Arnold 24. Februar 2017 um 08:09 Uhr

    Dachte schon Du hattest Scholle als Gast-Blogger eingeladen 😉

  3. Michael 24. Februar 2017 um 08:18 Uhr

    Gelungener Spaß. Zur Rettung meiner Ehre: mir ist das Resthaar fast weggeflogen, ich habe mich gefragt, ob der Plattfisch einen Hacker beauftragt hat. Vom Deutsch her konnte er selbst es nicht gemacht haben.

  4. Jana 24. Februar 2017 um 08:18 Uhr

    Hört man denn aktuell Aussagen von Kühne?
    Ist Bruchhagen kein guter VV, der dem Steuersünder Hoeness mal seine dümmliche Meinung widerlegt?
    Ist die Stimmung im Team nicht gut?
    Sind Walace, Mavrej, Papa aktuell keine Verstärkungen?

  5. Matthias 24. Februar 2017 um 08:42 Uhr

    ein Zitat aus dem letzten Blog:
    „Als Fan ist man per se erstmal unkritisch, sonst kann man ja auch kein Fans sein. Als Fan findet man alles gut, richtig und logisch, was das Idol anstellt, sei es aus sachlicher Sicht auch der größte Schwachsinn des Jahrhunderts. Aber mit Sachlichkeit kann man einem Fan nicht kommen, er vergöttert die Person, nicht die Sache. Für ihn macht das alles Sinn und wenn es vielleicht aktuell keinen Sinn macht, dann wird das garantiert später einmal Sinn machen. Vor dem erschütternden Hintergrund dieser präpubertären Schwärmerei kann die Ikone also machen, was er will, er wird so oder so bejubelt, eine extrem komfortable Situation.“

    Jana scheint kein „Fan“, sondern „nur“ eine aufmerksame Leserin des Blogs zu sein.
    Natürlich hat Grave in allen 7 Punkten etwas übertrieben. Die Aussagen sind aber nicht gänzlich falsch. Sie sind zur Zeit aber auch nicht mehr, als die Hoffnung auf bessere Zeiten. Erste positive Ansätze, nach einer langen Leidenszeit.
    Ich wiederhole mich gerne. Ein Pflänzchen wächst!
    In dem Bewusstsein, wie lang und schwer der Weg wird.

  6. Welmeister 24. Februar 2017 um 08:54 Uhr

    Sehr geil gemacht @ Grave
    Bei Punkt 2 habe ich ganz kurz mal nach oben gescrollt, ob das heute ein Gastblock ist, oder ob es zum Titel einen Untertitel, ein Sternchen oder dergleichen gibt.
    ?
    irgendwie war klar, dass das nicht „du“ bist. ?
    /
    btw: Dein Tipp für morgen?

  7. Gravesen 24. Februar 2017 um 08:55 Uhr

    Ich hoffe doch, dass ihr alle bis ganz unten gelesen habt 🙂

  8. Rudi 24. Februar 2017 um 09:40 Uhr

    Ich hab bis Punkt drei gelesen und dann gedacht… „Will der mich verarschen?“…
    @Grave: Interessant wäre jetzt mal in der selben Anzahl der Zeichen deine Darstellung der Realität zu den 7 Gründen, warum der HSV aktuell gerade keinen Spaß macht.
    Und das dann zum zeitlichen Bezugspunkt heute ohne das leicht funktionierende „Stetig Tropfen hüllt den Stein“-Motto…
    Schönes Wochenende euch allen und hoffentlich nicht zu große Haue am WE
    BG, Rudi

  9. Alstertaler 24. Februar 2017 um 09:59 Uhr

    Gerade durch Graves Schreibe bekommen die sieben Punkte tatsächlich eine kurzfristige Wahrheitsnähe (okay, spätestens bei Pkt. 2 habe ich mir die Augen gerieben). Ein bisschen anders formuliert hätte das heute auch so im Abendblatt stehen können.
    Da sieht man, wie durch Beschönigung bzw. Weglassen von Fakten oder durch unzulässige Schlussfolgerungen eine prekäre Situation – schon fast unmerklich – schöngeschrieben werden kann. Ein sehr interessantes Lehrstück, Grave!

  10. Saschas Alte Liebe 24. Februar 2017 um 10:54 Uhr

    Töffftöööhh ! Töfftööh ! Narhallamarsch !
    Lustig ?
    Dass bei so vielen HSVern ganzjährig Narretei vorherrscht, war ja längst bekannt.

  11. Saschas Alte Liebe 24. Februar 2017 um 11:01 Uhr

    Im Süden wird Fasching ja traditionell mit Grusel- und Hexerei zelebriert – mal schauen, ob beim HSV wieder mit Null zu Acht Fast Nacht wird. ?

  12. Skeptiker 24. Februar 2017 um 11:57 Uhr

    Medienkonzentration ist angesagt. Jetzt schreibt die MOPO den Blog für die HSV-Arena! ?

  13. Skeptiker 24. Februar 2017 um 11:58 Uhr

    Hat die MOPO jetzt die HSV-Arena übernommen? ! ?

  14. Micha 24. Februar 2017 um 16:46 Uhr

    Schöne Ironie: Oberflächlich gesehen momentan alles ein bisschen richtig und nicht gänzlich falsch, aber solch eine Oberfläche sprachlich abzubilden, ist gedankenlose Naivität oder Lüge. Denkt sich Gisdols bewusstes oder unbewusstes Grinsen etwas Ähnliches?

  15. Micha 24. Februar 2017 um 16:52 Uhr

    In der PK vor Bayern ist Gisdols eruptives doppeltes Lachen herrlich, als der J-Typ die Frage stellt: „Ein Spitzenspiel?“

  16. ausgegliedert 24. Februar 2017 um 20:47 Uhr

    Los Grave, ab in die Fan-Bütt und ein dreifach Hell(alilovi)lau! Der eineindeutige Vorteil des Schreibens, da fallen rhetorische Mängel wie bei Hr. Büttendorfer nicht auf.
    Schöner Blog zum Käfig voller Narren!

  17. Skeptiker 25. Februar 2017 um 16:45 Uhr

    Schlachtefest in München. Die Bayern führen gerade vor, welche Qualität die von Vereinsikone Dietmar B. zusammengekaufte 90-Millionen-Truppe tatsächlich hat.

  18. Ex-HSVer im Herzen 25. Februar 2017 um 16:47 Uhr

    Hochmut kommt vor dem Fall:
    http://mobil.mopo.de/sport/hsv/hsv-boss-bruchhagen-botschaft-an-die-bayern–die-zeit-der-klatschen-ist-vorbei-25797690

    Das ist das Kernproblem des HSV 1-2 gute Spiele und schon wird gesülzt in jedem Medium. Vorzugsweise realitätsfremd und arrogant.

    Hoffentlich steigt dieser Verein endlich ab

  19. Weltmeister 25. Februar 2017 um 16:48 Uhr

    Es ist im Nachhinein immer einfach, aber ich hab’s vor ein paar Tagen des Öfteren gesagt:
    Einfach mal demütig die Fresse halten beim HSV und in den Hamburger Medien!
    /
    Man, bin ich sauer.
    „Wir können die Bayern packen!“
    „Die Zeit der Klatschen ist vorbei!“
    – Da habt ihr super den FCB geweckt. Genau das haben die Jungs in dieser Phase gebraucht. Hut ab, so dumm muss man erst mal sein…
    /
    PS: wie ich sehe haben wir alle den gleichen Gedanken.

  20. henne1887 25. Februar 2017 um 16:58 Uhr

    -> heute arbeitet Didi’s Millionentruppe schwer am Torverhältnis!
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    .
    aus + wurde –

  21. Bjoern 25. Februar 2017 um 17:17 Uhr

    7 Gründe…haha. 😀

    • nebu 25. Februar 2017 um 17:34 Uhr

      Hat sich grave halt verzählt……

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