Das Hunke-Prinzip

Wenn zwei das Gleiche machen, ist es noch lange nicht dasselbe.

Das Phänomen ist ebenso verbreitet, wie grotesk. Und es ist gelernt und deshalb kaum diskutabel. Jemand sagt etwas (oder schreibt etwas) und das, was er sagt (oder schreibt), kann objektiv betrachtet noch so richtig und wichtig sein, es wird zerrissen. Warum? Weil es genau diese Person sagt (oder schreibt) und die darf es nicht. Und noch schlimmer – weil eben diese Person bzw. Personengruppe es sagt (oder schreibt), wird das, was für jeden durchschnittlich Begabten erkennbar richtig ist, plötzlich und wie von Zauberhand falsch. Dabei merken es diejenigen, die die geäußerte Wahrheit binnen Sekundenfrist zerreißen, nicht einmal mehr, denn sie haben ihr Urteil bereits anhand von zwei Faktoren gefällt: Autor erkannt, ersten Absatz gelesen = muss Schwachsinn sein.

Dies ist nicht nur bedauerlich, es ist bedenklich, ich weiß, wovon ich rede. Bis ungefähr zum Juli/August 2014 hatten ich und ein anderer HSV-Berichterstatter (Name ist sicherlich bekannt) eine ausgeprägte „Fan-Gemeinde“ und der Grund war recht einfach, denn wir kritisierten eine bestimmte, zu dem Zeitpunkt unbeliebte Personengruppe. Hierbei handelte es sich um die Mitglieder des damaligen Vorstandes, des damaligen Aufsichtsrats und generell um die Personen, die sich aus angeblich fadenscheinigen Gründen gegen die dringend notwendige Ausgliederung der Profi-Abteilung stellen wollten. Dies waren Monate, da konnten wir schreiben, was wir wollten, wir wurden abgefeiert. Natürlich nicht von den Ausgliederungsgegnern, aber die waren bekanntermaßen in der Minderheit, wie die Abstimmung im Mai 2014 zeigte.

Interessant war eigentlich, dass es auf die Inhalte kaum noch ankam, es war wichtig, dass wir es schrieben. Die Initiative HSVPLUS hatte das alles registriert und für seine Zwecke genutzt, ich habe mich auch nicht gewehrt. Dieser Zustand hielt, wie bereits beschrieben, bis ca. Juli/August 2014, denn dann wurde den ersten klar, dass wir im Grunde nicht die Personen, sondern die Taten und Aussagen dahinter kritisiert hatten und das unsere Kritik auch nicht vor den neuen „Machthabern“ halt machte. Das aber ging nun gar nicht, denn das waren ja erkennbar die Retter des Universums und mussten von jeglicher Kritik ferngehalten werden. Folglich schlug das Pendel plötzlich zur anderen Seite aus und aus Fans wurden Hasser. Und es ging auch irgendwann gar nicht mehr darum, was ich schrieb, sondern nur noch darum, dass ich es geschrieben hatte. Vom Freund war ich zum Feind geworden, dabei hatte ich gar nichts anders gemacht als vor dem August 2014: Ich hatte Mißstände, die mir aufgefallen waren, kritisiert. Unabhängig von der Person, die dafür verantwortlich war.

Im Übrigen kann man sich die (Personal)-Entwicklung der letzten 3 Jahren anschauen, offenkundig habe ich mir meiner Kritik nicht so weit daneben gelegen. Dies betrifft sowohl Vorstand und AR, wie auch den sportlichen Bereich.

Es gab dann einen Vorfall, der mir ganz besonders in Erinnerung geblieben ist, weil man an diesem Beispiel erkennen kann, wie die Nummer läuft. Einige Monate nach der erfolgreichen Ausgliederung meldete sich der ehemalige Präsident und Aufsichtsrat Jürgen Hunke zu Wort. In einem Interview machte er verschiedene Dinge deutlich und das, was Hunke sagte, stimmte zu 100%. Was passierte: Er wurde von zahllosen Jüngern niedergemacht. Nicht etwa, weil das, was er gesagt hatte nicht stimmte. Nein, weil es Hunke war, der es sagte und dieser hätte kein Recht, etwas zu kritisieren, denn er war ja einer der Totengräber, der Plus-Gegner, der Abstimmungs-Verlierer und damit hatte er automatisch das Recht verwirkt, sich zu äußern. Mochten die Dinge, die er ansprach, auch noch so richtig sein, es war ja Hunke, der es sagte und damit waren sie automatisch falsch.

Ich kann mich erinnern, dass ich mich damals auf die Seite des ehemaligen Gegners gestellt hatte und Hunkes Ansichten teilte. Ich habe damals versucht, es zu erklären und habe versucht, den Leuten zu erklären, dass sie sich nicht auf den Autor, sondern auf den Inhalt konzentrieren sollten, vergebliche Liebesmüh. Eh ich mich versah, mutierte ich zum Hunke-Freund, zum Ausgliederungsgegner, zum HSV-Hater, was für ein Wahnsinn. Nur zur Information übrigens: Es war Jürgen Hunke, der damals noch als Mitglied des Aufsichtsrats als Erster eine Ermittlung gegen Marketing-Mann Joachim Hilke forderte, soviel dazu. Dieses von mir als „Hunke-Prinzip“ bezeichnete Phänomen kann ich heute tagtäglich beobachten und zum Teil macht es betroffen. Ein paar Beispiele.

Der Fall Maxi Beister. Beister, damals vom HSV mit Abfindung vom Hof gejagt, hatte es gewagt, in einer Regionalzeitung ein Interview zu geben. Ein Auszug:

Lünepost: Noch mal zum HSV. Sie sollen für Ihre Vertragsauflösung 250.000 Euro als Abfindung vom HSV erhalten haben. Ist das richtig?

Beister: „Zahlen bestätige oder dementiere ich nicht. Interessanter ist doch, dass der HSV mir vorschreiben wollte, in die 2. Liga zu wechseln. Und wie die sich getäuscht haben, als sie glaubten, für mich gäbe es keinen Markt mehr in der 1. Liga.“

Lünepost: Das klingt noch immer nach Enttäuschung.

Beister: „Kein Wunder, wenn man bedenkt, wie das abgelaufen ist. Viele Fans hatten ein Gespür dafür und haben Solidarität mit mir gezeigt. Aber so ganz genau wird wohl nie jemand dahinter kommen, was da hinter den Kulissen los war.“

Lünepost: Als Betroffener hat man ja Antennen, die Signale aufnehmen in so einer prekären Situation. Schließlich hatten Sie in den Testspielen Tore erzielt und als Teilzeitkraft nach fast 15 Monaten Verletzungspause überzeugt. Vor allem litt die HSV-Elf ja unter erheblicher Offensivschwäche!

Beister: „Ja, was beim HSV da abging, ist nur schwer zu erklären. Ich wusste jedenfalls, als Labbadia in die Kabine kam, dass meine Zeit beim HSV abgelaufen ist. Und es gibt Verhältnisse beim HSV, die sind schon merkwürdig.“

Lünepost: Wen meinen Sie?

Beister: „Na ja, den Vorstandsvorsitzenden (Dietmar Beiersdorfer, Anm. d. Red.) jedenfalls nicht. Wer die Berichterstattung in den Hamburger Zeitungen aufmerksam beobachtet, wird feststellen, was da läuft. Da werden Berichte gesteuert, die Bestimmtes bewirken sollen. Beim HSV wurde in den letzten Jahren personell so viel durchgetauscht und ausgewechselt, auf allen Etagen. Da muss man nur mal genau prüfen, wer davon nicht betroffen war, und dann überlegen, was dahinter stecken könnte. Aber gut, diese Akte ist jetzt für mich geschlossen. Ich bin dankbar, hier in Mainz einen Neuanfang starten zu können!“

Mal ganz unabhängig davon, wie die Karriere Beisters im Anschluss weiter verlaufen ist, aber das, was er sagt,  entsprach damals und entspricht heute der Realität. Berichte wurden und werden gesteuert, bestimmte Leute profitieren immer davon bzw. werden nicht angegangen usw usw. Das Problem war aber: Es war Maxi Beister, der dies sagte und der war ebenfalls von „bester Mann“ zum verzichtbaren Judas mutiert. Folglich erntete er einen Shitstorm von entrüsteten HSV-Wutbürgern, die ihm niedere Absichten unterstellen wollten.

Anderes Beispiel, von gestern. Johan Djourou.

Frage: Öffentlich sagte Markus Gisdol, er wolle dem Team eine neue Kultur einimpfen.

Djourou. So sagte er das gegenüber den Medien… Es war in einer Zeit, in der die Debatten begannen, ob der Trainer weg muss. Es machte den Eindruck, dass der Trainer das Problem an einen anderen Ort zu verschieben versuchte. Damit die Leute über ein Thema zu reden hatten – also den Captain-Wechsel. Wenn jemand über so lange Zeit wie ich für den HSV kämpft, dann finde ich den Umgang mit mir etwas . . . (überlegt)

Das, was der ehemalige Kapitän von sich gibt, entspricht der Wahrheit, das wird wohl kaum jemand anzweifeln. Aber: Djourou ist nicht mehr wohlgelitten, sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, er ist seinen Stammplatz los. Folglich hat er jegliches Recht verloren, sich in dieser Art zu äußern, obwohl jeder weiß, dass er die Wahrheit sagt. Aber er darf diese Wahrheit eben nicht sagen.

Daniel PodlaslyWas ist das denn für ein Heuchler? Das Team steht an erster Stelle? Dann halt deine Fresse und geb nicht solche Interviews während wir gegen den Abstieg kämpfen. Lächerlicher Typ, das zeigt nur das die Entscheidung richtig war

Dan Valijani Das Team steht an erster Stelle? Warum heult er sich JETZT bei den Medien aus? Wir brauchen Ruhe im Verein

Basti SiffrediDjourou die Pfeife soll mal aufhören zu heulen. Er hat gegen Dortmund wie ein Kreisligaspieler gespielt und das zu Uns Uwes Geburtstag! Die anderen beiden seiner Dreierkette waren komischerweise nicht so schlecht wie Er. Geh Djourou Bitte! Und schämen solltest du Dich was du Uwe Seeler angetan hast. Ganz zu schweigen von deinen 1546 weiteren Slapstick Einlagen bei anderen Spielen. Komisch… wieso ist die Abwehr ohne Dich so stabil? Weil du ne pfeife bist! Das du in der ersten 11 für die Schweiz spielst, spricht nicht für die nationalelf! Danke

Michael Rathach Gottchen, der arme Bub aber auch – ob ihm schon mal einer gesagt hat, dass er Profifussball und nicht mehr Förmchenverstecken im Sandkasten spielt!?

Maria Alex Lutjen GüntherDie Leute vergessen schnell ….. O man, man liest echt nur Mimimi …..War die richtige Entscheidung von Gisdol.

Kilian GraubohmSofortige Suspendierung bitte. Den Typ braucht kein Mensch. Sportlich ein Reinfall und menschlich offensichtlich auch.

Noch Fragen? Es wäre interessant zu sehen, was passieren würde, wenn Bobby Shou Wood diese Aussagen getätigt hätte. Ich bin zu 100% sicher, die Reaktionen dieser Hohlbratzen würden anders ausfallen. Natürlich habe ich die Hoffnung längst aufgegeben, die Leute dazu zu bekehren, auf den Inhalt der Aussage und nicht auf den Urheber zu achten, aber dennoch. Weiter im Text. Daniel Jovanov führte in der taz ein Interview mit Ex-Aufsichtsrat Manfred Ertel.

taz: Eine große Kampagne hat 2014 zu einer Neustrukturierung und Ausgliederung des Profifußballs und zum Ende Ihres Engagements geführt. Ist seitdem irgendetwas besser geworden?

Ertel: Die Kampagne hat uns gelehrt: Wer am lautesten schreit, hat längst nicht immer recht. Keines der vielen Versprechen wurde gehalten, sportlich und finanziell ist die Bilanz desaströs. Ich empfinde als Gegner der Ausgliederung aber keine Genugtuung, sondern bin einfach nur wütend, weil die Initiatoren von damals heute nichts mehr damit zu tun haben wollen. Nach dem Motto: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Vieles, was damals gelaufen ist, hatte mit Fairplay und Demokratie wenig zu tun. Leidtragende sind der HSV und seine Fans.

Mal ganz ehrlich und objektiv betrachtet – hat Ertel nicht zu 100% Recht? Natürlich hat er, aber er darf das nicht sagen! Er mit seiner „unrühmlichen“ Vergangenheit. Er, der im Rat der Ahnungslosen saß. „Der Ertel soll mal lieber die Fresse halten, der hat es gerade nötig“. Aber warum sollte er die Fresse halten? Ich bin nun zu 100% unverdächtig, ein Manfred Ertel-Fan zu sein, aber warum darf man die Wahrheit nicht sagen, nur, weil man eine Vergangenheit hat? Muss man deshalb demütig den Mantel des Schweigens über alles zerren und sich bis in alle Ewigkeit schämen? Mit Sicherheit nicht!

Letztes Beispiel. Ernst-Otto Rieckhoff, ehemals Brückenkopf der Mitgliederinitiative HSVPLUS. Im Mai 2015 rechnete der ehemalige AR-Vorsitzenden mit den Erben seiner Initiative schonungslos ab und spätestens heute, im März 2017 wissen wir, dass er absolut richtig lag.

„Mit hanseatischem Kuschelkurs kommen wir nicht mehr weiter, nur mit Klartext. Mit großem Entsetzen habe ich festzustellen, dass die HSV-Verantwortlichen die Verschuldung nochmals in die Höhe getrieben haben. Die Option des Anteilsverkaufs hätte nur zur Entschuldung beitragen sollen, nicht zur Finanzierung neuer Spieler. Man hätte im vergangenen Sommer nicht durch ein weiteres Darlehen durch Herrn Kühne derart massiv investieren, und schon gar nicht zum falschen Zeitpunkt die einfache Lösung der Kapitalumwandlung auf dessen Druck hin und in Hinsicht auf eine Lizenzabsicherung mit schnellem Geld zulassen dürfen. Hier von einem guten Deal zu sprechen, trifft auf Herrn Kühne zu, nicht auf den HSV“

„Es war meine Fehleinschätzung“

„Es war, und das räume ich ein, meine Fehleinschätzung, dass die Nähe des Vorsitzenden des Aufsichtsrates zu Herrn Kühne, zumindest in meiner Wahrnehmung, letztlich nicht in Unabhängigkeit und zum Wohle des HSV genutzt wurde. Die externe Einflussnahme und deren Duldung, was HSVPlus eigentlich komplett verhindern wollte, wird ganz offensichtlich durch die persönliche Abhängigkeit begünstigt. Das gilt insbesondere für die Kapitalübertragung, aber auch für einen äußerst denkwürdigen Vorgang, wonach der HSV demnächst seinen jahrzehntelangen Versicherungsmakler für das Stadion wechselt. Und zwar zugunsten eines Maklers, der zum Konzern von Kühne+Nagel gehört.

„Ein weiteres Beispiel ist, dass Herr Tuchel zu einem Vorstellungsgespräch zu Herrn Kühne geflogen wurde. Hatten wir das nicht schon mal vor drei Jahren, als das vermeintliche Geschenk Rafael van der Vaart einschließlich seiner Frau Sylvie auf Druck von Herrn Kühne gegen die damalige sportliche Leitung verpflichtet wurde und den HSV finanziell in die Krise getrieben hat? Soll das doch Mahnung genug sein, nur noch rational zukunftsträchtige Entscheidungen zum Wohle des Klubs in Unabhängigkeit zu treffen. Wo anders entscheidet ein Minderheitsinvestor über Personalien mit und wo lassen das Aufsichtsräte und Vorstände zu?“

Für mich wurden sportliche Entscheidungen mit desaströsen finanziellen Auswirkungen getroffen, mit der Folge des höchsten Personalbudgets aller Zeiten. In einer derartigen strukturellen Verschuldungslage rund 40 Millionen inklusive der Holtby-Verschiebung ins nächste Geschäftsjahr zu investieren, übersteigt meinen Horizont. Selbst, wenn 20 Millionen als Einnahmen dagegen zu rechnen sind. Eine Handschrift zur Formung eines funktionierenden Mannschaftsgefüges gibt es erst seit kurzem durch einen neuen Trainer. Der hat die Scherben zusammengefügt, nicht etwa die Vereinsverantwortlichen, die das zuvor hätten tun müssen. Außerdem ist noch nichts Wahrnehmbares im Nachwuchsbereich geschaffen worden. Ein unverzichtbarer Weg über die Jugendarbeit in die nahe Zukunft ist nicht erkennbar. Das Thema Aufbau sportlicher Kompetenz ist bislang komplett in die Hose gegangen.“

„Forderungen im HSVPlus-Konzept, eine Vision, eine Philosophie und vor allem eine sportliche und unternehmerische Strategie zu entwickeln, sind nicht erkennbar.“

„Außer den organisatorisch bedingten Effekten ist nichts durch die aktuelle Führungscrew des HSV von HSVPlus übernommen worden. Man wurschtelt so weiter in einen unerträglichen Zustand hinein, man hat sich in eine äußert gefährliche Abhängigkeit manövriert und man lernt nicht aus den eklatanten Fehlern der Vergangenheit. Zu HSVPlus gab und gibt es keine Alternative. Die auf dem Silbertablett servierten Chancen auf einen kompletten Neuanfang sind sträflich ignoriert worden. Der HSV muss im AG-Bereich daher auf ‚Los‘ zurück und die Reset-Taste drücken.“

Was folgte war der obligatorische Shitstorm, Rieckhoff hatte binnen weniger Sekunden die Rollen gewechselt. Weg vom Hoffnungsträger, hin zum Pester. Und natürlich wurden ihm niedere Motive unterstellt, ist ja logisch. Niemand sagt die Wahrheit einfach nur so, da muss doch etwas dahinterstecken.

Ich könnte nun erneut Beweise für die Richtigkeit all dieser Aussagen aufführen, aber das habe ich so oft gemacht. Die Wahrheit wird immer die Wahrheit sein und bleiben und es ist am Ende scheißegal, wer sie sagt und welche Vergangenheit er hat. Propaganda wird woanders gemacht, nämlich da, wo die Unwahrheit verbreitet oder die Realität unterdrückt oder verschwiegen wird. Bei schleimigen und fremdfinanziert Hofberichterstattern. Bei Profit-orientierten Mitverdienern. Und bei Opfern, die die Realtität einfach nicht ertragen können.

Die Leidtragenden aber werden immer die Anhänger sein.

 

Von | 2017-03-25T07:29:30+01:00 25. März 2017|Allgemein|43 Kommentare

43 Comments

  1. Michael 25. März 2017 um 08:23 Uhr

    Das Hunke-Prinzip…diese Wortschöpfung ist gelungen. In meiner Erinnerung bin ich ihm nicht selten erlegen, besonders wenn die Leistung des Kritisierenden nicht passte.
    Ich stehe nun mal zum Leistungsprinzip ohne Wenn und Aber.
    Das muss man/ich trennen von Inhalten, die transportiert werden. Der HSV wird nicht zu viel kritisiert, sondern zu wenig und von zu Wenigen.
    Bei Djourou vermischt sich Kritik mit Verkennung seiner Leistung. Menschlich. Ich habe nie, nie verstanden, wie man ihn zum Kapitän machen konnte. Er ist ein unterdurchschnittlicher Verteidiger, auch in einem unterdurchschnittlichen HSV.

  2. alfa 25. März 2017 um 08:54 Uhr

    Also wen ich mir die letzten ca. 3 Monate ansehe, werde ich immer mehr zum Hüpfer, jedoch eher weniger aus grenzenloser unbändiger Freude, sondern eher aus Wut und Verwunderung ob des gefühlt ewigen
    “ täglich grüsst das Murmeltiereffektes“. Warum muss man einen Vertrag ohne Not verlängern , der eigentlich bewusst am Saisonende auslief, um zu bewerten was gemeinsam am Ende erreicht werden kann? Hat der Trainer mit „Arbeitsverweigerung“ gedroht, dass dabei der sichere Abstieg besiegelt wäre? Oder hat MG dem HB Männchen eine offizielle Anfrage für den Trainerposten bei PSG unter die Nase gehalten? Man weiss es nicht! Was hat der Trainer bis jetzt erreicht, der Relegationsplatz ist scheinbar als Rettungsufer fest anvisiert! ? Es wird sicherlich mal wieder so kommen , dass bei Klassenerhalt neue Spieler hinzukommen werden ( wenn der Verein nicht noch in seinem althroismus Verträge mit Hunt ,Ozzi, Müller und Co verlängert! !). Dann geht das ganze Spiel wieder von vorne los: Die brauchen ZEIT , GEDULD , und wenn der Trainer nicht schafft nach 10 Spielen auf den EL Plätzen zu landen , wird er vom Fux zum schwarzen Schaf mutieren. Daher verstehe Ich ehrlich gesagt auch nicht, warum Spieler die das Grundgerüst der nächsten Jahre bilden sollen ( Walace, Santos, Waldschmidt ) nicht schon jetzt durchgehend eingebunden werden, sondern andere deren Zeit am Ende der Saison eh abgelaufen ist!
    Und im Falle eines Abstiegs glaube Ich kaum, dass man auf einen Abstiegstrainer setzen kann um gleich wieder aufzusteigen, denn er trägt ja nicht den Nachnamen Streich! Wenn ich aber von einem Trainer restlos überzeugt bin und ihm die Geschicke für die 1.UND 2. Liga zutraue, und er eine Mannschaft entwickeln soll, gebe Ich ihm doch einen langfristigen Vertrag und nicht nur 2 Jahre, ist vielleicht nur eine exklusive Meinung von mir!

  3. Bidriovo 25. März 2017 um 09:06 Uhr

    Ja das Hunke-Prinzip. Täglich kann man es in der Politik bewundern. War es gestern noch die Willkommenskultur zieht die CDU nun mit einer strikten Abschiebepolitik in den Wahlkampf. Was eben auf der Straße momentan angesagt ist. Mit Weitsicht hat das nichts zu tun. Man bedient nur das monatliche Stimmungsbarometer.
    Ich bin froh, dass mittlerweile einige Personen aus dem Führungskreis des HSV gegangen worden sind. Das gibt etwas Hoffnung, dass es bergauf gehen wird. Absteigen wird der HSV sowieso nicht. Nicht solange ohne Rücksicht mit Geld um sich geworfen werden darf und der DFL die Verschuldung des HSV egal ist.

  4. Saschas Alte Liebe 25. März 2017 um 09:15 Uhr

    „Die Wahrheit ist ein bitt’rer Trank
    und wer sie braut hat selten Dank,
    denn der Masse schwacher Magen
    kann sie nur verdünnt vertragen.“

    Im Altertum, z.T. noch im Mittelalter, bei den Azteken, bei König David in der Bibel – überall wurden die Boten von Wahrheit und/oder schlechter Nachricht getötet, oft geköpft, häufig wurde die Zunge herausgeschnitten.

  5. Ex-HSVer im Herzen 25. März 2017 um 13:03 Uhr

    Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.

    J. Müller

    Die meisten Menschen haben vor einer Wahrheit mehr Angst als vor einer Lüge.

    E. Ferstl

  6. Gravesen 25. März 2017 um 14:59 Uhr

    http://www.ndr.de/903/Treffpunkt-HH-Das-Stadtgespraech-Heribert-Bruchhagen,audio317114.html
    .
    Komplett daneben, dieser „Auftritt“. Was denkt der Typ eigentlich, wer er ist?

    • Micha 25. März 2017 um 16:41 Uhr

      Wieso „komplett daneben“? – Ist doch ein mindestens akzeptables Interview, sehr biografisch orientiert, den privaten Bruchhagen betreffend.

      • Gravesen 25. März 2017 um 16:47 Uhr

        Es geht um die Art und Weise, wie er mit seinem Gegenüber umgeht. Von oben herab, arrogant, grosskotzig. Schon klar, dass es Leute gibt, die es spaßig finden, wenn er so mit der Presse umspringt, aber achte mal auf die nächsten Interviews.

        • Micha 25. März 2017 um 17:11 Uhr

          Bruchhagen relativiert – von oben herab, kann man sagen -, wenn der Fragesteller ihn leicht kriecherisch überhöht, er authentifiziert – großkotzig, kann man sagen -, wenn der Fragesteller im Uneindeutig-Ungenauen verbleibt, und er korrigiert, wenn es um Fakten geht. Das kann man durchaus auch arrogant finden. – Ich finde es souverän und sympathisch, weil Bruchhagen das Gespräch mit lenkt. Und vor allem auch arm an Phrasen. Kein Vergleich mit einem Interview eines Todt, das aus schnell aneinander gereihten Gemeinplätzen besteht, die er in Eile ausspuckt. Und kein Vergleich mit einem Didi-Interview, wo sich Didi stotternd an Gemeinplätze zu erinnern versuchte, mit denen man eine Fragestellung zukleben kann.

        • Bjoern 25. März 2017 um 17:13 Uhr

          Ich fand Bruchhagen im Doppelpass schon alles Andere als sympathisch.

  7. atari 25. März 2017 um 15:38 Uhr

    ist dieser plattdeutsche von nebenan eigentlich total durchgeknallt? Sondert täglich Sperrmüll ab und berichtet von unwichtigen Ergebnissen, die jeder, den es interessiert, irgendwo anders selbst nachlesen könnte. Sozusagen der selbsternannte Ergebnisdienst der Einöde? Versucht aber in einen fremden Blog zu regulieren, was andere schreiben dürfen. Was für eine erbärmliche Gestalt.

    • Gravesen 25. März 2017 um 16:09 Uhr

      Ich finde, mit seiner Äußerung liegt zu 100% richtig

  8. Micha 25. März 2017 um 16:56 Uhr

    Guter Blog über das gesellschaftlich virulente „Hunke-Prinzip“. Aber wieso sagt – inhaltlich gesehen – Dschourou die Wahrheit? Und was heißt schon „die Wahrheit“, wo alles ambivalent und mehrperspektivisch wahrnehmbar ist. – Ich würde am Beispiel Dschuru klar sagen: Gisdol hat zu einem richtigen Zeitpunkt richtig gehandelt und einem schwachen Verteidiger, der absurder Weise Kapitän war, die Kapitänsbinde abgenommen. Ob Gisdol auch ein bisschen von Trainerkritik zu diesem Zeitpunkt ablenken wollte, ist völlig zweitrangig, auch eher unwahrscheinlich, da Gisdols Handlung gut begründbar ist und auch positive Auswirkungen gezeigt hat. Raten würde ich daher, das Dschuru-Beispiel aus deinem Blog – und deinen überzogenen Kommentar dazu (lies nochmal nach, was du geschrieben hast) – zu streichen.

    • Gravesen 25. März 2017 um 17:17 Uhr

      Du kannst raten, was du möchtest, aber ich kann nichts dafür, wenn du nicht begreifst, was ich meine.

  9. Bjoern 25. März 2017 um 17:17 Uhr

    Herrn Hunke habe ich vor Jahren mal privat per Email kontaktiert, es ging um eines seiner Fahrzeuge.
    Er gab mir in der Antwort direkt seine Handynummer und wenige Tage später saßen wir beim gemeinsamen Kaffee – bis dahin war mir nur als Unternehmer und „bunter Hund“ bekannt.
    Seitdem halte ich ihn für 100% geradeaus. Sympathischer Typ und ohne Allüren, glaube gerne, dass der mit dem HSV nichts Schlechtes im Sinn hatte.

  10. Ex-HSVer im Herzen 25. März 2017 um 19:06 Uhr

    Ich finde es viel bedenklicher, wie krank und degeneriert unsere Medienlandschaft heutzutage ist. Der HSV ist auf dem gleichen Platz wie zu dem Zeitpunkt als Düdu gegangen wurde. Der Trainer hat eine durchschnittliche Punkteausbeute. Bruchhagen konnte nur Einkäufe abnicken, weil Kühne die Kohle locker gemacht hat. Dazu weiterhin Pyro-Spacken am Start und ein internes Personaldesaster.

    Doch statt dass man diesen Verein einfach nur ignoriert, bis er zur Normalität zurück findet bekommen Bruchhagen und Gisdol in großem Rahmen ein Exklusivinterview. Warum können diese Selbstdarsteller nicht einfach mal eine Interview Anfrage ablehnen und die Schnauze halten. Einfach mal im stillen Kämmerlein gute Arbeit verrichten.
    Ich finde es schon krank genug, dass Gisdol 3,4 Millionen € sicher hat, unabhängig davon ob er in Zukunft auch nur noch ein Spiel gewinnt oder nicht. Dieser Sport ist nur noch krank! Da verdienen B- und C-Klasse Trainer im Laufe ihres Arbeitslebens zwischen 10 und 20 Millionen Euro…. und die dummen Fans tragen die Kohle weiterhin trotz Katastrophenleistung ins Stadion.

    Armselige Welt

  11. BerndH60 25. März 2017 um 19:10 Uhr

    OK, Bruchhagen ist also auch für den Popo.
    Der nächste Herr, dieselbe Dame. Wer übernimmt? ?

    • Gravesen 25. März 2017 um 19:23 Uhr

      Ich würde mich über jemanden ehrlich freuen, der das, was er sagt, auch umsetzt.

  12. Apfelhari 25. März 2017 um 19:24 Uhr

    Ich werde diesen Blog solange lesen, bis Gravesen schreibt: Beim HSV ist alles in Ordnung!

  13. alfa 25. März 2017 um 22:52 Uhr

    Ich wollte das Fass Bruchhagen eigentlich nie so richtig aufmachen, da ich seine Amtsübernahe mit dem Ende einer unsäglich frustrierenden, zermürbenden und desaströsesten und zudem nie endenwollender Wirkungszeit eines Unberührbaren verbìnde, und deshalb hat er jegliche Narrenfreiheit ( fast)! Bewerten kann man die Erscheinung erst nach Beendigung der Transferphase im Sommer, egal welche Liga, abschließend ; da sich hieran der Ansatz des VV im Hinblick auf perspektivische Ausrichtung erkennen lässt . So kann Mann indirekt auch ergründen ob die Verpflichtungen von Walace und Papa von ihm Eigeninitiativ erfolgten oder ihm in die Nicolaus-Stiefel hineingeschummelt wurden!

  14. atari 25. März 2017 um 23:57 Uhr

    jetzt löschen sie in der Einöde schon harmlose aber interessante Links auf andere Seiten. Zensur?

    • atari 26. März 2017 um 00:50 Uhr

      nachdem ich den Blog gelesen habe wird die Löschung des Links klar. Münchhausen will morgen einen alten Blog von Ralf Leister veröffentlichen, und hat deshalb den Link, den einer seiner Leser zuvor gepostet hatte durch die Moderatoren löschen lassen. Man beachte, der Beitrag von Ralf Leister ist vom 22.03.17 und der wird morgen (dann 4 Tage alt) der Leserschaft in der Einöde für neu verkauft :-). Die Opa’s werden es nicht merken. So kann man auch sein Geld verdienen. Was für ein Welt – Journalist…
      Hier kommt der Blog vom Sonntag 🙂 http://fussballwirtschaft.de/fans-der-bundesliga

  15. Gravesen 26. März 2017 um 07:29 Uhr

    Live aus der Rubrik: Wie krank kann man eigentlich sein – Münchhausens nächstes Eigentor
    .

    Starke Aktion: Gideon Jung liegt aktuell in einer Umfrage auf der DFB-Seite als Spieler des Spiels gegen England weit vorn. Insgesamt erhielt er bisher 2513 von 3279 Stimmen – auch, weil eine bekannte HSV-Facebookseite ihre Mitglieder aufgerufen hatte, für Jung abzustimmen…

    .
    Da ruft eine Fanboy-Seite auf, eine Wahl zu manipulieren und Schwachkopf Scholz feiert den Dreck auch noch ab. Warum? Weil er mit den pickligen 18-jährigen Seitenbetreibern paktiert. Was für ein Idiot.

    • atari 26. März 2017 um 10:19 Uhr