Die Schlacht der zwei Heere

Die Saison ist vorbei oder anders gesagt: Die nächste Katastrophen-Spielzeit ist überstanden. Man könnte auch von der „Ruhe vor dem Sturm“ bzw. „Auf zum letzten Gefecht“ reden, immer abhängig davon, was man erwartet oder auch nicht erwartet. Der durchschnittliche rosa Hüpfer ist inzwischen wieder ausgenüchtert, hat das Stück Rasen, welches er nach dem Platzsturm im Volkspark aus der Erde gerissen hat, in seinem eigenen Garten verpflanzt und huldigt nun täglich dem „geweihten Boden“. Für ihn ist die Welt in Ordnung, die nächste Dauerkarte in 25A ist bestellt und man freut sich auf die anstehenden, spektakulären Verpflichtungen aus dem Hause Kühne, denn woher die Kohle kommt, ist dem Hüpfer komplett Latte. Vor allem aber ist eines besonders wichtig – im Verein herrscht Ruhe.

Wenn er sich da mal nicht täuscht!

Doch bevor ich zum eigentlichen Thema des heutigen Blogs kommen, möchte ich kurz auf die berühmten „drei Phasen der Berichterstattung“ zu sprechen kommen bzw. erklären, warum man aus der Sicht der Vereinsbrillenträger im Grunde zu keinem Zeitpunkt des Jahres auf Mißstände hinzuweisen hat, ohne sich des Hatertums verdächtig zu machen.

Da wäre Phase 1 – die Zeit nach der Saison. Eigentlich eine gute Zeit, um in Ruhe und im Bewusstsein der vergangenen Ereignisse in die Tiefe gehen könnte, weil die Aktualität nicht abzulenken droht. Für den aufgeklärten Hüpfer ist dies jedoch die sogenannte und oft zitierte „saure Gurken-Zeit“ und er meint damit, dass jemand, der unmittelbar nach Ende der Saison kritisch betrachtet, nichts anderes zu tun hätte. Also muss in der spielfreien Zeit schmutzige Wäsche gewaschen werden, der Hüpfer ist angwidert.

Phase 2 ist die Zeit unmittelbar vor Saisonbeginn und sie dauert ungefähr bis zum 6. Spieltag. Auch hier darf man natürlich nicht auf Mißstände hinweisen, denn „die Mannschaft braucht noch Zeit“, was soll also das Gestänker? Linke Lügenpresse!

Phase 3 dauert dann also ungefähr von Spieltag 6 bis zum Ende der Saison, denn in dieser Zeit braucht der Verein unser aller Unterstützung und mit jedem kritischen Wort bringt man als verlogener Berichterstatter „Unruhe in den Verein“, ich verfluchter Bremer ich. Im direkten Anschluss an Phase 3 beginnt natürlich Phase 1 und das Spiel fängt von vorn an.

Man sieht, aus der Sicht des Fanatikers sind kritische Worte zu jedem Zeitpunkt des Jahres nichts anderes als hinterhältige Willkür und der Urheber eines jeden aufklärerischen Werks kann nichts anderes als ein Hater sein, der dem Verein Übles will, das Leben ist herrlich simpel.

Wüsste der Volkspark-Salafist allerdings, was zur Zeit in und um die Sylvesteralle tobt, er wäre deutlich unentspannter, denn im Verein ist eine Art Krieg ausgebrochen und ich versuche einmal zu erklären, worum es geht und wer gegen wen kämpft.

Beginnen wir bei der Demission des Verbrenners und der Inthronisierung des Herrn Bruchhagen. Bekannt ist, dass Herr Kühne eine Entlassung des Dietmar B. nicht befürwortete, sich seine Kräfte im Aufsichtsrat aber nicht durchsetzen konnten. Der AR holte Heribert aus dem Renten-Exil und der Auftrag war klar – Konsolidierung des Vereins und Emanzipation von Kühne. So richtig hat das alles im Zuge der Abstiegspanik nicht geklappt, denn bereits zweimal musste Bruchhagen gegen seine eigenen Prinzipien verstoßen. Das erste Mal beim Panikkauf Walace und beim zweiten Mal, als er gegen seinen Willen den Vertrag mit Trainer Gisdol noch vor dem Klassenerhalt verlängern musste. Die Kräfte im Aufsichtsrat, die ihn aus einem bestimmten Grund verpflichtet hatten, waren enttäuscht und machten deutlich, dass dies so nicht weitergehen dürfte.

Also schön – die Klasse wurde in der 88. Minute des 34. Spieltags mit Glück gehalten und nun muss man sehen, wie es weitergeht. Hier beginnt nun das Problem oder anders ausgedrückt: Hier beginnt der Kriegsgrund. Denn es stehen sich zwei Lager gegenüber, deren Ziele nicht miteinander vereinbar sind. Auf der einen Seite stehen die Herren Kühne/Struth, Gernandt und Gisdol, sie möchten, wie beim HSV gelernt, in der aktuellen Transferperiode groß einkaufen gehen. Die Absichten sind klar, oder? Kühne und Gernandt wollen Kühnes Einfluss vergrößern, Struth will Geld verdienen und Gisdol will nicht erneut gegen den Abstieg spielen, denn er muss aufpassen. In seinen letzten beiden Trainer-Stationen war er der Mann, der einen Abstiegs-bedrohten Verein rettete, das darf aber kein Merkmal werden, will Gisdol nicht als Feuerwehrmann oder Huub Stevens 2.0 enden.

Dem gegenüber steht das andere Heer, angeführt von den Herren Bruchhagen, Todt und Dr. Peters. Diese Fraktion sieht die Notwendigkeit, sich endlich von Kühne unabhängig zu machen, man würde jedoch das Geld des Investors nehmen. Dies jedoch nur geschenkt und nicht wieder mit Bedingungen wie Zinsen oder irgendwelchen Scheinen versehen. Anders ausgedrückt: Wenn Kühne Geld schenken würde, gut. Wenn nicht, wird ein erneutes Engagement, welches mit Bedingungen verknüpft ist, den Aufsichtsrat nicht mehr passieren. Denn in diesem AR herrscht zur Zeit eine Patt-Situation, es steht 3 gegen 3. Schlecht für die Kühne-Fans um Gernandt ist nur, dass die Stimme des Vorsitzenden Dr. Peters doppelt zählt und Peters will keine vergrößerte Abhängigkeit vom alten Mann aus der Schweiz.

Das Dilemma ist also perfekt und Kühne-Präfekt Gernandt hat zur Zeit alle Hände damit zu tun, die Kandidaten für den Aufsichtsrat, der im Herbst neu bestimmt wird, bereits jetzt zu markieren, was vielerorts außerordentlich schlecht ankommt.

Vor diesem Hintergrund sind auch die Verhandlungen auf Mallorca aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, es geht um weit mehr als nur um die Höhe der Kühne-Zuwendungen für den nächsten Transfermarkt. Es geht darum, ob Kühne bereit ist, auch ohne Bedingungen zu geben oder nicht. Tut er das nicht, steht er eben nicht mehr als Gönner, sondern als der Strippenzieher da, der er immer war und dann ist die Chance groß, dass der Aufsichtsrat dankend ablehnt. Tut er es, durchbricht er alles, was er bisher getan hat, denn noch nie hat Kühne Geld ohne Bedingungen gegeben.

Die Fronten sind hierbei derart verhärtet, im AR ist ohnehin eine extrem miese Stimmung, weil sich Gernandt nach wie vor wie eine offene Hose benimmt, auch wenn er nur noch normales Mitglied ist.

Es bleibt also weiterhin spannend, dabei ist doch nur saure Gurken-Zeit und die Dauerkarte für die nächste Saison müsste schon in der Post sein.

Hüpf, hüpf.

Von | 2017-05-30T07:23:13+02:00 30. Mai 2017|Allgemein|44 Kommentare

44 Comments

  1. Gravesen 30. Mai 2017 um 08:02 Uhr

    http://www.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article210741191/Der-Geist-unserer-Bewegung-wurde-nicht-uebernommen.html
    .
    Im Großen und Ganze nicht komplett falsch dargestellt, wenn auch aus der Sicht des Herrn Rebbe leicht optimiert, aber das ist halt seine Art. Beim Italiener in Ottensen waren im Übrigen auch noch andere Personen anwesend…

  2. Michael 30. Mai 2017 um 08:17 Uhr

    Fleißig stümmelt der Plattfisch, diesmal erfreulich nüchtern und nach Kontrolllesen, unter dem schwungvollen Titel
    „Mehr Glück als Verstand“ das Epos „Kühne der Gönner“ in die Tastatur. Vor noch nicht langer Zeit war es „Beiersdorfer der Messias“, ein Stück, das im Winter abgesetzt wurde.
    Durchsichtig: Wes´ Brot ich ess´, des´ Lied ich sing´.
    An Klaumis Stelle hätte ich mir einen Top- Barden anstelle eines Discountbänkelsängers gegönnt .

    • Gravesen 30. Mai 2017 um 08:27 Uhr

      Ist doch immer das gleiche primitive Schema bei Münchhausen, eben so, wie er es bei Matz gelernt hat. Nach der Saison kannst du ein wenig die Wahrheit rauslassen und vernichtet werden Spieler/Offizielle immer erst dann, wenn sie nicht mehr beim HSV angestellt sind. Dann hat man es ja „schon immer gewusst“ und ja auch seit Monaten geschrieben. Schade nur, dass man es nie lesen konnte. Egal, die primitiven Matz-Rentner fressen eh jeden Dreck, die lassen sich ja sogar beklauen.

      • atari 30. Mai 2017 um 08:56 Uhr

        jetzt will er aber das erste Mal selbst jemanden aus dem Blog schmeissen, weil der einen unangenehmen Post geschrieben hat – der allerdings nicht gegen die Blogregeln verstößt. Bin gespannt, wie dünnhäutig er auf die selbst ins Leben gerufene Q&A Runde reagiert.

  3. WhatAboutHSVism 30. Mai 2017 um 08:55 Uhr

    Danke für den Blog, sehr plausibel und logisch. Um das Bild mal fortzuführen – welche Truppen hat das Anti Kühne Lager denn?

    3 Millionen in der Kriegskasse laut Bild. Ein paar Versprengte, die hinter die Kulissen schauen. Eine unbekannte, aber wahrscheinlich kleine Menge an Fans, die den Kurs mittragen würden, aber entweder isoliert oder zu klein ist.

    Und welche das Kühne Lager?
    Große finanzielle Ressourcen. Eine Menge von Hüpfern, die aktivierbar sind und Fussi sehen wollen. Eine aktivierbare opportunistische Presse.

    Also eher gallisches Dorf gegen Sauron, nur ohne Zaubertrank…

    Was soll Todt denn tun? Lasogga und Holtby bekommt er nicht los. 7 Millionen Gehalt nur für die beiden im Etat ohne große Gegenleistung. Kein Geld zum Einkauf geschweige denn zum Bezahlen der neuen Gehälter.
    Dazu – wenn sie ohne Kühne gehen, geht es nur noch mit Nachwuchs. Wenn das schiefgeht, werden Bruchhagen und Todt wie Arnesen in der Saison massakriert. Das senkt die Motivation der Heerführer gewaltig. Da brauchst du schon Überzeugung und Glaube, um das zu machen.

    Schlimmer ist aber: Gisdol im „Sauronlager“. Ist das sicher, Grave?

    • Gravesen 30. Mai 2017 um 08:59 Uhr

      Das ist sicher.

    • BerndH60 30. Mai 2017 um 09:21 Uhr

      Was ist denn daran so ungewöhnlich?
      Wie @Grave schrieb muss Gisdol auf seine Erfolgsbilanz achten.
      Ich erwarte von keinem Trainer der Welt so etwas wie „den Verein und seine Philosophie“ im Blick zu haben. Denn kein Verein der Welt hätte Probleme auch einen solchen Trainer als Bauernopfer zu entlassen.
      So auch der HSV, setzt sich die Fraktion um Peters durch, dann ist ja wohl der nächste Abstiegskampf garantiert.
      Und wer wohl müsste als Erster gehen?
      Setzt sich Kühne durch hätte Gisdol die Chance eine Mannschaft nach seinem Gusto zusammen zu stellen.
      Selbstverständlich wäre für den HSV besser Kühne samt Struth zu entsorgen.
      Es geht nur um Verständnis für die Seitenwahl von Gisdol.

      • WhatAboutHSVism 30. Mai 2017 um 09:25 Uhr

        Ungewöhnlich nicht, nur aus meiner Sicht in der jetzigen Konstellation fatal, weil Zusammenarbeit zwischen Sportchef und Trainer zentral in der Kader Planung ist… Etwas wachsen kann ja nur, wenn alle eine gemeinsame Grundstrategie verfolgen.

        Natürlich ist Gisdols Haltung nachvollziehbar.

        • BerndH60 30. Mai 2017 um 09:56 Uhr

          Vielleicht hat der HSV ja nur deswegen einen Sportchef, damit die Spieler bei einer Entlassung des Trainers ein bekanntes Gesicht als Ansprechpartner haben. ?
          Ansonsten dürfte die Planung wohl nur bei Gisdol liegen, schließlich hat er ja den guten Draht zu Kühne.

  4. BerndH60 30. Mai 2017 um 09:43 Uhr

    Nach dem Blog von dir und dem Kommentar von Daniel ist doch Bruchhagen völlig raus aus der Nummer.
    Klar könnte man, falls er auch als Lakai Kühnes bleibt, ihm vorwerfen nicht zu seinen Prinzipien zu stehen, aber wen interessieren 2017 noch Prinzipien?
    Meine Befürchtungen sind ganz Andere.
    Bei einem Patt im AR glaube ich nicht, dass man wirklich den Mut aufbringt, die Insolvenz auch nur in Betracht zu ziehen.
    Was aber passieren kann ist eine wochenlange Hängepartie mit Machtspielchen. Das wäre dann mal eine völlig neue Sabotage der Saisonvorbereitung.
    Knickt der AR dann am Ende erwartungsgemäß ein, ist auch dieses Gremium in Kühnes Fängen.
    Dann wird man die Zitterspiele 2017/18 voll und ganz mit der Warterei im Sommer begründen und der nächste AR wird dann nur mit Kühne Boys besetzt.
    Und da gibt es Leute die glauben Kühne habe keinen Plan.
    Da stehen wir wohl kurz vor der endgültigen Machtübernahme. ??

  5. Launi 30. Mai 2017 um 09:51 Uhr

    Eigentlich haben Bruchhagen und Todt nur die Möglichkeit, auf die eigene Jugend zu setzen, wenn sie sich lösen wollen. Ich würde mich freuen, denn schließlich war das vor 3 Jahren mal das Ziel

  6. Holger 30. Mai 2017 um 10:17 Uhr

    Schauen wir den Tatsachen ins Gesicht. Der Zug sich von Kühne zu emanzipieren ist längst abgefahren.

    Das Einzige, was jetzt noch mittelfristig helfen kann, ist sportlicher Erfolg. Nur so wird der HSV in der Lage sein Einnahmen zu generieren, die eine Trennung von Kühne möglich machen.

    „Sportlicher Erfolg“ ist aber nach Lage der Dinge ohne Kühne nicht machbar.

    Herr Bruchhagen hat meiner Meinung nicht seine Prinzipien über Bord geworfen, sondern ist einfach Realist. Ohne die Käufe von Papadopulos und Mavraj wäre der HSV ganz sicher schon in dieser Saison abgestiegen.

    Kühne wird gebraucht, um Kühne überflüssig zu machen! Das ist die simple und leider auch erschreckende Wahrheit.
    In diese Situation hat aber nicht Herr Bruchhagen den HSV geführt.

  7. Gravesen 30. Mai 2017 um 11:09 Uhr

    Wenn ein Vollpfosten mit dem IQ einer Banane wirklich absolut NICHTS kapiert hat, aber mitlabern möchte… 🙂
    .

    nicki1887 sagt:
    30. Mai 2017 um 10:32
    Scholle.Moin! Weißt Du wann das Stadion komplett abbezahlt sein soll und ist der Hsv da im Plan? Wie verhält sich das mit der Umschuldung (Zeit usw).

    • atari 30. Mai 2017 um 11:33 Uhr

      Experten fragen Experten

  8. Skeptiker 30. Mai 2017 um 11:15 Uhr

    Vor dem Hintergrund Graves Erläuterungen ergibt jetzt auch der Satz Bruchhagens einen Sinn, dass Gisdol damit rechnen müsse, auch in der kommenden Saison nach vier Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz zu stehen.

  9. Dirk45 30. Mai 2017 um 11:19 Uhr

    Was mir mehr Sorgen machen würde, ist die Tatsache, dass mit Adler, Ostrzolek und Djourou schon drei Spieler weg sind, natürlich alle aus der Abwehr/Tor. Dazu muss Papadopoulos gehalten werden, angeblich für 10 Mio. Ich weiß nicht, wie viel Millionen Kühne im Zweifelsfall gibt, aber dieses Geld wird höchstwahrscheinlich benötigt, um den Status Quo überhaupt wieder herzustellen. Dazu stellt sich auch noch die Frage, ob junge, hungrige Spieler sich freiwillig dem HSV anschließen würden. Selbst, wenn das finanziell irgendwie klappt, weiß ich nicht, wie sich der Verein in naher Zukunft verbessern will. Zum Glück bin ich Herthafan.

  10. Micha 30. Mai 2017 um 11:53 Uhr

    Ohne Investment in den Kader steigt der HSV direkt ab nächste Saison. Daher ist für mich die entscheidende Frage, ob sich Kühne/Struth inhaltlich raushalten und Gisdol/Todt sich einig über kluge („smarte“)Transfers sind. Minimale Neuverschuldung, maximale Verstärkung.

  11. LeonadomitCabrio 30. Mai 2017 um 12:23 Uhr

    um es mit Gandalfs Worten zu sagen :

    Es sind Dinge ins Rollen gekommen, die nicht mehr aufzuhalten sind…

  12. CroTrainer 30. Mai 2017 um 12:31 Uhr

    Vielen Dank Grave! Vielen Dank Daniel Jovanov! Vielen Dank Kerberos! Vielen Dank an alle HSV Fans die ihren Kopf noch zum Denken nutzen.

    Ohne euch wäre mein Glaube an den gesunden Menschenverstand längst verloren.

    Ich kann nicht verstehen, wie man die aktuelle Situation des HSV noch schön reden kann…

    Jeder „Fan“ der dem Grave oder dem Daniel unterstellt, sie wollen dem HSV nur schaden, soll bitte überprüfen, ob er noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist.

    Jeder soll seine „Meinung“ haben, gerne, aber mittlerweile liegen so viele Fakten auf dem Tisch, daß es nur noch wehtut, wenn gewisse Einzeller ihre realitätsferne „Meinung“ kundgeben. Ich verzichte auf einen Vergleich mit Holocaust Leugnern.

    Ausserdem ist es schwer zu verstehen, wie eine solche negative Leistung auf dem Platz auch noch gehuldigt werden kann. Vor der Saison einstellige Ansprüche stellen, um dann am Ende der Saison den Klassenerhalt als relevanten Titel zu feiern?! Vom Etat ganz zu schweigen…

    Also liebe HSV Fans mit Raute im Herzen und wo sie sonst noch so stecken mag, wacht endlich auf, es wird höchste Zeit.

    PS: Wann wird unsere ganz persönliche Helene Fischer eigentlich aus dem Volkspark gepfiffen? Diese „musikalische“ Darbietung ist nicht mehr zeitgemäß.

  13. Kerberos 30. Mai 2017 um 12:37 Uhr

    .
    Das ist Alles eine vom K-M Kühne wohl inszenierte Schmierenkomödie. Mit den auslaufenden Verträgen und dem Leihende unter Einbeziehung der Rückkehrer der Ausleihungen steht das Gehalts-Volumen des Kader nun ziehmlich genau bei den avesierten € 48 Mio – nur hat man jetzt keinen wettbewerbsfähigen Kader.
    .
    Dieser Status Quo war zum Zeitpunkt der Erfüllung der DFL-Bedingungen jedoch bekannt; genau so musste es eben zwangsläufig kommen. Dennoch hat K-M Kühne sich gerade nur in dem Umfang mit einer Kapitalerhöhung (mit € 20 Mio) engagiert, der zur Lizenzerteilung zwingend erforderlich war.
    .
    Warum wurde denn, in Kenntnis der unausweichlichen Folgen, keine Kapitalerhöhung über € 35 Mio durchgeführt? Das Kapital hierzu ist bereits in der AG genehmigt und damit hätte der HSV die notwendige Bewegungfreiheit (zusätzliche € 15 Mio) für „vernünftige“ Transfers zur Verfügung gehabt, um diese Situation eigenständig auflösen zu können.
    .
    GENAU: weil K-M Kühne sicher stellen wollte, dass der HSV wieder zum Betteln kommen muss! Seit Jahren ist es die oberste Maxime eines K-M Kühne, dem HSV keine frei verfügbare Liquidität zu belassen. Ganz ehrlich; ich kann diese ganzen Danksagungen an diesen Neurotiker K-M Kühne nicht mehr lesen.
    .
    Ich würde K-M Kühne einen großen Haufen „Scheiße“ auf die Treppe setzen und beim HSV umgehend den Plan B in Kraft setzen – den Plan eben, den man im Fall eines Abstiegs hätte gezwungenermaßen umsetzen müssen. So würde ich die nächste Saison mit dem Aufwand der 2.ten Liga bestreiten und die Einnahmen der 1.ten Liga einstreichen; auch wenn am Ende tatsächlich dann der Abstieg stehen sollte.
    .

    • Kerberos 30. Mai 2017 um 13:37 Uhr

      .
      Sei Dir da nicht zu sicher. Die Alternative ist ja nicht eine fette Abfindung, sondern die mögliche straf- und zivilrechtliche Haftung des ARV und des VV für den Fall, dass eben jenes „Kühne-Modell“ richtig knallt.
      .
      Dr. Peter und Bruchhagen haben bisher „saubere“ Hände und den letzten beissen bekanntlich die Hunde. Warum sollten ausgerechnet jetzt diese beiden Verantwortlichen die dubiosen Praktiken (aktuell hier Spielerfinanzierungen) ihrer Vorgänger fortführen? Dr. Peter ist als ARV im Ehrenamt und Bruchhagen ist als VV lediglich Interims-Manager.
      .

    • HamburgerJung70 30. Mai 2017 um 15:09 Uhr

      Boh, was wurde ich Stadion am Tag der Abstimmung von einem Ausgliederungsbefürworter beschimpft, als ich anzumerken wagte, dass

      – eine gute Geschäftsführung nicht primär von der Gesellschaftsform (Verein/KG/AG) abhänge

      – und es m.E. ein Fehler sei, die Möglichkeit zum Verkauf des Vereins zu schaffen, ohne zuvor eine verbindliche, belastbare Finanz- und Strategieplanung mit dem / den Investor(en) in der Tasche zu haben.

      (Ich will keine Diskussion über den Sinn und Unsinn einer Ausgliederung beginnen, aber wie beim Bau der Eplhi scheint man in HH nach dem Führungsprinzip „Erst mal groß anfangen, beobachten und dann vielleicht planen“ zu verfahren. Am erschreckendsten fand ich aber, dass selbst Diskussionen über ein vernünftiges „Wie“ gar nicht mehr möglich waren. Man wollte endlich den großen Schnitt. Und zwar so schnell, dass man nicht mal mehr die Geduld hatte, am Tag der Abstimmung ruhig die Aussprache abzuwarten, um dann zu entscheiden: Unvergesslich wie sogar der Leiter der Rollstuhlabteilung niedergebrüllt wurde, der lediglich noch einmal an die Interessen der Aktiven im e.V. erinnerte.)

      Mir kommt es vor, als habe man einen Teil der HSV-Führung in eine Moorlandschaft getrieben und diese wunderte sich zunächst, warum die Schritte immer schwerer wurden. Und mittlerweile hängt man halt oberschenkeltief drinnen.

      Kerberos Ansatz (1.Ligaplanung mit einem 2.Ligaetat) wäre in der Tat einer, sich doch noch einmal Luft zu verschaffen. Die Eier wird man aber, das fürchte auch ich, hierzu nicht haben. Denkbar wäre vielleicht auch die Androhung eines Insolvenzantrages, um mit KMK auf halbwegs gleicher Augenhöhe den o.g. Finanz- und Strategieplan auszuhandeln. Da allerdings gilt, dass man nur dann zu ner Schießerei gehen sollte, wenn man bereits ist, auch abzudrücken, dürfte dies aus genannten Gründen auch nur ein theoretischer Ansatz bleiben.

    • Sven 30. Mai 2017 um 17:41 Uhr

      Ich dachte, es wäre klar, dass es zu Liga 1 keine Alternative gibt, sondern nur noch die Insolvenz. Und ich hätte ganz auf den (recht eigenständig agierenden, da u.U. persönlich haftenden) Insolvenzverwalter gesetzt, der dem Geschäftsgebaren in der Vor-Bruchhagen-Zeit knallhart hinterherkartet.* Allerdings wird mit dem Start der neuen Saison die Zeit zu Ende gehen, in welcher Bruchhagen als Unbeteiligter gelten kann. Für mich lautet die Frage der Sommerpause: Werden ARV & VV Teil des Problems?

      * Eigentlich hat HB doch 2 Trümpfe in der Hand, solange er im Amt ist. Erstens ist seine Unterschrift stets erforderlich. Zweitens kann er das Kartenhaus jederzeit zusammenbrechen lassen.

  14. Waton2 30. Mai 2017 um 14:42 Uhr

    Hierzu ein interssanter Artikel:
    http://www.bilanz.ch/unternehmen/joerg-wolle-hat-seine-rolle-gefunden-als-top-player-848701
    Kleiner Auszug:
    Quote
    Gernandt trat für Kühne sogar bis Ende letzten Jahres als Aufsichtsratschef des Fussballvereins Hamburger SV auf, dem die ganze Liebe des Heimweh-Hanseaten Kühne gehört. Die Erleichterung nach dem Rücktritt war dem 56-Jährigen, der als Rheinländer kein HSV-Blut in den Adern hat, deutlich anzumerken. Er muss mit Kühnes stets fordernder Art kämpfen, die schon mal ins Quälerische umschlagen kann.
    Unquote

  15. Termi73 30. Mai 2017 um 16:23 Uhr

    Sehr interessanter Artikel. Eine handelnde Person vermisse ich leider in dem Artikel und zwar unseren Finanzchef. In welche Gruppe würdest Du ihn einordnen und warum?

    • Gravesen 30. Mai 2017 um 17:52 Uhr

      Wettstein ist von Gernandt installiert worden, deshalb erübrigt sich die Antwort.

  16. Aesculapius 30. Mai 2017 um 18:36 Uhr

    Die Kernfrage ist, welchen Handlungsspielraum die Gruppe um Peters überhaupt hat.
    1. Kein Geld: Ist der HSV dann überhaupt zahlungsfähig? Bekommt man ohne Zahlung Hunt, Lassogga …von der Payrol?
    Wenn diese Alternative verfolgt wird, müsste der Vorstand/ ARV morgen zum Insolvenzrichter
    2. Geld spenden: kann Kühne aus meiner Sicht nicht. Dann nimmt die Steuer fast Alles. Unabhängig davon ob er dieses will.

    3. Ohne 1-2 final bewerten zu können, geht es nach meiner Meinung nur durch ein ganzheitliches Sanierungskonzept mit sportlichem und finanziellen Inhalten. Wenn Kühne in diesem noch einmal Geld geben muss/ will Okay, aber das Ende muss erkennbar sein.

  17. Gravesen 30. Mai 2017 um 19:26 Uhr
    • Micha 30. Mai 2017 um 20:52 Uhr

      Erstaunlich, damit demontiert Kühne ja freiwillig den Presse-Mythos, dass der „Gönner“ noch nie Zinsen eingestrichen hat, um deren Höhe er lange mit der HSV-Führung gepokert hat. „Wie jetzt?“ ist die richtige Frage.

    • Kerberos 30. Mai 2017 um 21:11 Uhr

      .
      Kühne hat Aktien im Rahmen der Kapitaerhöhung erworben und den fälligen Kaufpreis nicht in Geld bezahlt, sondern mit seinen (Alt-) Darlehen verrechnet – also sind streng genommen Gelder von der AG an Kühne zurück geflossen (Darlehensrückzahlungen, obgleich die Darlehen noch gar nicht zur Rückzahlung fällig waren). Teilweise hat er dies verdeckt gemacht, aber auch offen (hier ist die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage im Handelsregister eingetragen).
      .
      Ich wettere seit Jahren gegen diese „anrüchige“ Praxis, denn dadurch hatte der HSV nach den Kapitalerhöhungen nie Geldmittel zur freien Verfügung; dies ist aber Voraussetzung bei einer Kapitalerhöhung. Die vom HSV benötigten Gelder hat Kühne dann dem HSV lediglich durch neue Darlehen (zu neuen Bedingungen) wieder zur Verfügung gestellt; diese Gelder kamen also tatsächlich nicht aus der Kapitalerhöhung und waren damit für den HSV als bedingungsgebundene Darlehen auch nicht frei verfügbar. So behielt Kühne stets die völlige Kontrolle über den HSV.
      .
      Wer diesem Mann Dank sagt, sollte schleunigst wieder zu seines Gleichen zum Hüpfen gehen!
      .

      • Micha 30. Mai 2017 um 21:26 Uhr

        Danke, jetzt habe ich die Strategie kapiert. Perfide Strategie eines Spielers, der es auf Dauer auch langweilig findet, nur als Geld verbrennender „Gönner“ dazustehn und daher im Interview auch mal „maßgebliche Rückflüsse“ erwähnt. Demnächst t a n z t die HSV-Führung wieder mal bei ihm vor!

        • Micha 30. Mai 2017 um 22:16 Uhr

          Und 4. Jetzt geht es weiter mit dem Poker um ein neues DARLEHEN, das später in Anteile umgemünzt wird, und an das KMK beliebig Bedingungen knüpfen kann. Und der HSV-Führung bleibt nichts anderes übrig, als nach Mallorca zu fahren und dort mit ihren Kader-Ideen vorzutanzen. Todt ist der Haupt-Vortänzer, Gisdol hat seine kostenträchtigeren Wünsche bereits platziert, wird nur ein bisschen tanzen müssen. Bruchhagen hat den Mechanismus durchschaut, kann aber ohne echte liquide Mittel in der Hand zu haben, nur dasitzen, sich das Tanzen um die Kaderplanung anschauen, oder auch