Bruchhagen ist nun endgültig Teil des Problems

Ein Gastblog von Kerberos

Er trat vor noch nicht langer Zeit die Nachfolge von D. Beiersdorfer als Vorstands-Vorsitzender der HSV Fußball AG mit dem erklärten Ziel an, diesen waidwund geschossenen HSV wieder auf die Füße zu stellen. Mit dieser Aufgabe sei er vom Aufsichtsrat ausdrücklich betraut worden, so erklärte er im Brustton innerster Überzeugung seine Mission „HSV“ noch bei Amtsantritt. Aufwand und Ertrag seien dafür unbedingt ins Gleichgewicht zu bringen, so formulierte er bereits kurze Zeit später in einer frühen Problem-Analyse und hierbei sei die Reduzierung des Personal-Aufwands für den Spielerkader von € 56 Mio auf € 48 Mio bereits in der kommenden Saison eine erste, unverzichtbare Maßnahme.

Zur Erinnerung: der HSV hatte für die Saison 2015/16 eine Bilanz mit einem Verlustausweis für die gewöhnliche Geschäftstätigkeit von mehr als € 19 Mio vorgelegt. Noch unter der Wirkung der desaströsen Bilanz-Zahlen kündigte selbst der sonst so abgebrühte Märchenonkel F. Wettstein bereits einige Zeit vor dem Amtsantritt von H. Bruchhagen an, den Personal-Aufwand auf die nächsten Jahre hinaus bei maximal € 50 Mio „einfrieren“ zu müssen. Der Vorstand des HSV musste dann im Zuge der problematischen Lizenzierung bereits frühzeitig für das Geschäftsjahr 2016/2017 vorab einen Personal-Aufwand für den Spieler-Kader von mindestens € 56 Mio einräumen. Unter diesem Gesichtspunkt wäre eine Reduzierung des Personal-Aufwands um € 8 Mio auf € 48 Mio für die kommende Saison sicherlich noch keine vollendete Lösung, aber doch wenigstens ein vernünftiger Anfang gewesen. Es keimte damit nun kurzzeitig doch tatsächlich so etwas wie ein wenig Hoffnung für den HSV auf.

Heute, kein halbes Jahr nach dem Amtsantritt von Bruchhagen und nur wenige Wochen nach der mühevollen Lizenzierung des HSV, hört sich das schon wieder ganz anders an. Jetzt erklärt H. Bruchhagen dem verdutzten Mitglied und Fan aus heiterem Himmel, dass die für die Personalausgaben veranschlagten € 48 Mio „nicht in Stein gemeißelt seien“ und außerdem wolle man dieses Ziel auch nicht sofort erreichen, denn das Geschäftsjahr ginge schließlich bis zum 30.06.2018.

Wie bitte – das kann doch wohl nur ein ganz schlechter Scherz sein. Oder ist es einem Sport- und Geographielehrer vielleicht wirklich nicht (mehr) gegenwärtig, dass es sich bei den in Bilanzen ausgewiesenen Geschäftszahlen um die Summe sämtlicher Positionen im Zeitraum eines Geschäftsjahres handelt und keineswegs um eine Stichtags-Zielvorgabe ähnlich der einmaligen Erfüllung einer Qualifikationsnorm für eine Olympia-Teilnahme. Die keineswegs neue Vorgabe – bereits vom Finanz-Vorstand vor dem Amtsantritt von Bruchhagen formuliert und mit Amtsantritt dem H. Bruchhagen vom Aufsichtsrat ins Stammbuch geschrieben – lautet unmissverständlich konkret, dass der Personal-Aufwand für den Spieler-Kader im Zeitraum vom 01.07.2017 bis 30.06.2018 den Wert von € 48 Mio nicht überschreiten darf!

Mathematisch betrachtet kann man selbstverständlich auch für die erste Hälfte eines Geschäftsjahres weiterhin Gehälter von € 28 Mio zahlen; möglich sind theoretisch auch € 38 Mio. oder bis zu € 48 Mio. Dann bleiben jedoch für die Spieler-Gehälter der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres eben nur noch € 20 Mio, € 10 Mio oder eben auch gar nichts mehr für Gehalts-Zahlungen. Über das Geschäftsjahr gerechnet entsprächen alle drei Möglichkeiten einem jährlichen Aufwand von € 48 Mio. Mathematisch betrachtet; denn bei unkündbaren Spielerverträgen und der bekannten „Unverkäuflichkeit“ der HSV-Stars sind diese „Möglichkeiten“ eben auch nicht mehr als vollkommen abwegige Zahlenspielereien. Diese Erkenntnis dürfte sich selbst einem Sport- und Geographielehrer erschließen.

Die abstruse Aussage von H. Bruchhagen kann daher auch lediglich das Ziel verfolgen, eine aufkeimende Diskussion bezüglich des Personal-Aufwands für die Saison 2017/2018 unter Hinweis auf den „Stichtag“ 30. Juni 2018 weit in die Zukunft verfristen zu können. Man kann es förmlich schon hören, wie H. Bruchhagen, von der ihm eigenen Arroganz getragen, auf etwaige kritische Nachfragen zum Personal-Aufwand für die Saison 2017/2018 dozieren wird: „Nun warten Sie doch erst einmal ab, wie sich die Situation zum 30. Juni 2018 überhaupt darstellt; das können wir doch heute noch gar nicht wissen“. Und dieses „Wissen“ wird man auch erst durch die Anfang 2019 veröffentlichte Bilanz erlangen können. Anfang 2019 wird H. Bruchhagen aber vermeintlich bereits wieder Rentner in Harsewinkel sein und zu Hause vor dem Kamin sitzend bei seiner Frau über senile Bettflucht dozieren. Da ist er doch fein raus, der Bruchhagen, dieser eloquente Sparfuchs.

Aktuell gibt es faktisch beim HSV für die kommende Saison kein festgesetztes Limit des Personal-Aufwands für die Saison 2017/2018 mehr. Wenn H. Bruchhagen nun dennoch gebetsmühlenartig jedes Interview mit der Phrase „am Sparkurs festhalten zu wollen“ beginnt, so doch nur, um danach sein „Hintertürchen“ zur Legitimierung eines grenzenlosen Wahnsinns präsentieren zu können: „Sollte sich die Einnahme-Situation ändern, passen wir den Etat an.“.

Eine veränderte Einnahme-Situation: gibt es etwa einen Silberstreifen am Horizont? Haben neue Sponsoren heimlich beim HSV an die Tür geklopft oder sind doch noch ernsthafte Interessenten für die Verpflichtung der „unverkäuflichen“ HSV-Stars praktisch aus dem Nichts aufgetaucht? Natürlich, so muss es einfach sein und deshalb werden auch unmittelbar seit der „Verkündung des Orakels“ neue Spieler zu astronomischen Ablösesummen und Gehältern für den HSV verpflichtet. Ja; es wird eine großartige Saison!

Und nun bitte wieder aufwachen ihr „rosa-roten Hüpfer“ und Bekenner zum Fan-Prekariat des HSV. H. Bruchhagen legt im Duktus des Märchenonkels aus gutem Grund viel Wert auf die Bezeichnung „Einnahme-Situation“. Denn eine Veränderung der Einnahme-Situation muss nicht unbedingt Einfluss auf „Gewinn und Verlust“ eines Unternehmens haben. Bei der Einnahme-Situation wird nämlich ausschließlich das Geldvermögen (= Geldmittel + Forderungen – Verbindlichkeiten) betrachtet. Und so verbessert eben auch die schlichte Erhöhung des Eigenkapitals oder der Forderungsverzicht mit Besserungsschein die Einnahme-Situation eines Unternehmens. Und da sind wir dann doch gleich wieder bei den Lieblingsspielzeugen unseres „großen Gönners“ Kühne.

Eine Einnahme ohne Ertrag wäre eben ein Aktienverkauf über eine weitere Kapitalerhöhung. Das hierdurch vereinnahmte Eigenkapital ist eine Einnahme des Unternehmens, welche die Einnahme-Situation des Unternehmens unstrittig positiv verändert und somit die Erhöhung des „Spieler-Etat“ nach Bruchhagen legitimieren würde. Da diese Einnahme jedoch kein Ertrag für das Unternehmen darstellt, hat die Einnahme aus Aktienverkauf auch keine Auswirkung auf „Gewinn und Verlust“ des Unternehmens. Hingegen führt die Erhöhung des „Spieler-Etats“ zwangsläufig zu noch höheren Verlusten für den HSV, weil sich durch die Verpflichtung neuer Spieler der Personalaufwand, die Abschreibungen und die Nebenkosten der Transfers auf der Seite des Aufwands drastisch erhöhen werden.

Eine Einnahme mit Ertrag wäre der bereits bekannte Forderungsverzicht mit Besserungsschein für bereits bestehende „Alt-Darlehen“. Die durch den Forderungsverzicht entfallenden Verbindlichkeiten aus Darlehen sind ebenfalls unstrittig eine Einnahme des Unternehmens, welche die Einnahme-Situation des Unternehmens zweifelsfrei positiv verändert und somit auch die Erhöhung des „Spieler-Etats“ nach Bruchhagen legitimieren würde. Diese Einnahme ist überdies zugleich ein außerordentlicher Ertrag für das Unternehmen und hat somit positive Auswirkung auf „Gewinn- und Verlust“ (denn die mit dem Forderungsverzicht verbundene Eventual-Verbindlichkeit aus Besserungsschein wird erst aktiviert, wenn die Bedingung aus dem Besserungsschein in der Zukunft eingetreten sein wird).

Durch den Ertrag aus Forderungsverzicht wird der durch die Verpflichtung neuer Spieler veranlasste höhere Aufwand für Personal, Abschreibung und Nebenkosten des Transfers letztlich kompensiert. Ein „Null-Summen-Spiel“ also, das nicht zu höheren Verlusten beim HSV führt würde. Nur stehen durch einen Forderungsverzicht mit Besserungsschein dem HSV leider keine zusätzlichen Geldmittel zur Verfügung, um neue Spielerverpflichtungen auch realisieren zu können. Daher bedarf es hier wieder neuer Darlehen zur Spielerfinanzierung im Nachgang und die Verschuldung des Unternehmens steigt massiv an. Letztendlich bleibt neben dem „neuen“ Darlehen zur Spielerfinanzierung auch noch das latente Risiko einer entstehenden Verbindlichkeit aus Besserungsschein zum „Alt“-Darlehen für die Zukunft bestehen.

An der Elbe nichts Neues. Gefunden wurde lediglich eine Sprachregelung, die es nun Vorstand und Aufsichtsrat des HSV ermöglicht, den Forderungen des „großen Gönners“ nach einer maßlosen Geldvernichtung willfährig nachzukommen. Denn betrachtet man die bisherigen Transfer-Aktivitäten des HSV, so darf man mit Fug und Recht feststellen, dass H. Bruchhagen den „Spieler-Etat“ bereits angepasst hat. Auf dem Transfermarkt wird ohne Rücksicht auf Wirtschaftlichkeit gekauft, was ein Gisdol noch vor seinem Urlaub kurz auf den Wunschzettel geschrieben hatte. Man darf gespannt sein, wie dies alles finanziert werden wird. Aber das ist eigentlich auch schon egal, denn wer dies am Ende wird bezahlen müssen, ist schon längst eine ausgemachte Sache: es werden die Mitglieder des HSV sein, denen nach der „Kühne-Schande“ keine Fußball AG im Verein HSV verbleiben wird. Fraglich wird lediglich noch sein, ob dann der Verein sich im Sinne der getroffenen Markenabgrenzungsvereinbarung überhaupt noch „HSV“ wird nennen dürfen.

Für kurze Zeit schien es so, als hätte der „neue“ Aufsichtsrat mit der Berufung von H. Bruchhagen zum Vorstands-Vorsitzendenden der AG den Deckel auf die Sickergrube HSV gelegt. Doch schnell wurde dieser Deckel nun wieder entfernt und die Faulgase strömen Einem erneut ungehindert in die Nase. „Geld stinkt nicht“ rechtfertigte einst Vespasian die Einführung der Latrinensteuer im alten Rom – er hatte eben noch nicht die Bekanntschaft mit dem Geld des „großen Gönners“ beim HSV gemacht.

Aus dem stringenten Sparfuchs und Hoffnungsträger mit festen Grundsätzen wurde beim HSV unter der Zustimmung des „neuen“ Aufsichtsrats und vom Jubel der „rosa-roten Hüpfer“ begleitet sehr schnell der „hybride Mutant“ Bruchhagen, der die unsägliche Unternehmensführung des Zauderers D. Beiersdorfers perfektioniert fortführt und diese zudem im perfiden Duktus des Märchenonkels F. Wettstein den limitierten Fans mit pädagogischer Eloquenz auch „zu verkaufen“ weiß. Wie groß muss die Angst vor der großen Leere des Alters sein und wie wenig ausgeprägt die Selbstachtung, um sich wie Bruchhagen als altgedienter Fußballfunktionär und -manager von einem 80-jährigen Schweizer „Fiskal-Emigranten“ derart demütigen zu lassen. Es wird von H. Bruchhagen letztendlich nur bleiben, dass er beim HSV der letzte Büttel des Schweizer Despoten in der Tragödie um das Sterben eines Hamburger Traditions-Vereins der Bundesliga war.

Von | 2017-06-28T07:07:16+02:00 28. Juni 2017|Allgemein|62 Kommentare

62 Comments

  1. TCvonderanderenElbseite 28. Juni 2017 um 07:23 Uhr

    Vielen Dank Kerberos für diesen wieder einmal messerscharfen und präzisen Kommentar!

    Und verwunderlich ist und bleibt, dass das Verhalten der Vereinsführung nicht durch die heimelige Presse angemahnt wird. Stattdessen bejubelt man die getätigten Verbrennungskäufe als Verstärkung…
    Es ist schon ein hartes Los in Hamburg mit diesem extrem kritischen medialen Umfeld…

    • atari 28. Juni 2017 um 09:54 Uhr

      Journalisten berichten nicht mehr über Tatsachen sondern schreiben uns ihre Meinung, siehe Münchhausen. Mehr kommt da nicht. Ist doch genial als Journalist: Du kannst jeden Tag der Welt Deine Meinung schreiben, die sonst niemanden interessieren würde, und bekommst das auch noch bezahlt.

      • Oliver 28. Juni 2017 um 21:24 Uhr

        Sorry, dass ich hier so reinplatze, aber hast du schon einmal was von der Textsorte „Kommentar“, „Kolumne“ oder „Glosse“ gehört? Es war schon immer eine Aufgabe von Journalisten, eine starke, gut begründete Meinung anzubieten, das ist keine Erfindung unserer ach so furchtbaren Zeit.

        Und in einem Blog, das per definitionem nun einmal ein „Netz-Tagebuch“ ist, wo der Autor als Person eine besonders tragende Rolle spielt, gilt das natürlich auch. Münchhausen dürfte in seinem Blog auch Fan-Fiction über seine Liebesabende mit Matz oder Sylvie van der Vaart schreiben, wenn er wollte. Oder kleine Bleistiftzeichnungen von Katzen mit Gesichtszügen berühmter HSV-Spieler veröffentlichen. Grave macht hier übrigens auch nichts anderes, als seine Meinung niederzuschreiben. Das Problem vom HSV-Blog (und der Unterschied zur Arena) liegt eben darin, dass Münchhausen nicht in der Lage ist, eine Meinung anhand von Fakten schlüssig zu verargumentieren. Und dass er nicht schreiben kann. Und dass er vom Abendblatt für diesen Käse bezahlt wird.

  2. Michael 28. Juni 2017 um 07:40 Uhr

    Ist der Ruf erst mal ruiniert, lebt sich´s ganz ungeniert. Ich nehme an, daß Bruchhagen anfangs durchaus an die Aufgabe herangegangen ist, dann aber, bis zum Hals im Sumpf, gemerkt hat, was beim HSV wirklich los ist. Da muss er sich gesagt haben: „Bring es nur irgendwie zu Ende, Heribert“.
    Er wird persönlich bilanziert und den Schluss gezogen haben, sich nicht aufzureiben, nicht vorankommen zu können und sich nicht den Arsch in einer unmöglichen Aufgabe aufreißen zu wollen. Verständlich, aber eben auch nur ein Einknicken und Resignieren.Wie auch immer, er ist m.E. nicht besser als der Dukatenverbrenner, eher schlechter. Spreche ich ihm doch die Doofheit Didis ab.

  3. Michae 28. Juni 2017 um 08:58 Uhr

    Die Knete zum Einkaufen ist erst mal alle. Für Graupen reicht es noch:

    https://www.transfermarkt.de/bjarne-thoelke/profil/spieler/94210

    Perfekter Partner für den Ballpolierer, da ebenfalls ohne Tore?

    • alterplusser 28. Juni 2017 um 14:13 Uhr

      …. Nach einem zu kurz abgewehrten Freistoß legte Prömel quer auf Thoelke, der Eintracht-Keeper Fejzic in dessen 100. Zweitligaspiel mit einem strammen Rechtsschuss keine Abwehrchance ließ.

      War das Spiel gegen Braunschweig.

  4. Niftert 28. Juni 2017 um 08:59 Uhr

    Wie würde es sich mit dem Spieleretat verhalten wenn Kühne sich bereit erklärt hat die Gehälter mitzufinanzieren? Dann sollten die 48m doch nur für die Spieler gelten, die nicht von Kühne finanziert wurden: also zB eben nicht Hahn und Papdopulus bislang.

    Nach meinem Verständnis hat Bruchhagen mit seinen aussagen der deckelung der Gehälter darauf gepokert dass Kühne auch die Gehälter mitzahlen soll und ist letztendlich erfolgreich gewesen (was Düdü vorher nicht geschafft hat).

  5. Kerberos 28. Juni 2017 um 10:03 Uhr

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    Finanzierung von Gehälter durch Kühne:
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    Wann ist endlich Schluss mit diesem Märchen, Kühne könnte Teile der Gehälter (oder der Transfers) übernehmen? Das glauben tatsächlich doch nur noch das Hamburger Abendblatt und Hr. Scholz und die wundern sich dann immer, warum Kühne die Spieler-Gehälter doch nicht bezahlt.
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    Dies ist nach § 5a der Lizenzspieler-Ordnung (LOS) tatsächlich nicht möglich. Ein Spieler darf nur genau einen Arbeitsvertrag frei von Rechten Dritter mit dem Klub abschließen, in dessen uneingeschränkten Eigentum sich die Transferrechte befinden (Ausnahme: Leihspieler).
    .
    Und: „Ein Club darf keine Verträge eingehen, die … einer Drittpartei die Möglichkeit einräumen, in Arbeitsverhältnissen oder Transfersachen seine Unabhängigkeit, seine Politik oder die Leistung seiner Teams zu beeinflussen.“ (§ 5a Nr. 1 LOS)
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    Die Personalkosten für den Spieler sowie die Abschreibung auf die Transferrechte sind daher stets vollständig beim HSV. Der Aufwand (der zum Verlust führt) also einzig beim HSV. Kühne kann nur dem HSV eine „Re-Finanzierung“ über Darlehen gewähren.
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    • Kerberos 28. Juni 2017 um 10:19 Uhr

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      Korrektur: die Regelungen für Spieler befinden sich in § 5 LOS ; nicht in § 5a LOS. In § 5a LOS befinden sich die Regelungen für Klubs.
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  6. Träumer 28. Juni 2017 um 10:04 Uhr

    Wenn es so kommt wie oben beschrieben, wäre es mal wieder traurig. Nennt mich gerne einen Träumer, aber noch habe ich die Hoffnung, dass die Transferperiode uns in die Nähe der 48 Mio. EUR bringt und wir mit weiteren „operativen“ Maßnahmen und der Wintertransferperiode das Jahresziel erreichen…

  7. Oliver Bruchholz 28. Juni 2017 um 10:31 Uhr

    Hallo Kerberos. Ich kenne mich mit Firmenrecht nicht aus. Aber nach deiner Darstellung steuert der HSV doch direkt in die Insolvenz? Was passiert dann?

  8. Kerberos 28. Juni 2017 um 10:51 Uhr

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    Ja, Träumer. Aktuell liegt der Lizenzspieler-Etat bei ca. € 52 Mio (mit Papa…, Poller… und Hahn).
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    Hinzu kommen noch einmalig die Transfer-Nebenkosten von ca. € 3 Mio. Und bitte für die nächsten 3 bis 5 Jahre nicht vergessen: der jährliche Aufwand für Abschreibungen hat sich schon um ca. € 5,5 Mio erhöht.
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    Aber; es wird ja eine großartige Saison!
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  9. Ex-HSVer im Herzen 28. Juni 2017 um 10:57 Uhr

    Und nach Bruchhagen folgt Jens Meier und es geht weiter… und weiter…. und weiter…. und Kühne wird 98 Jahre alt…

  10. riddler666 28. Juni 2017 um 11:22 Uhr

    Danke Grave,

    für die Analyse! Man kann den Text auch kurz und knapp zusammenfassen: Jede aktuell bereits getätigte und geplante bilanzwirksame Aktivität der HSV-Führungselite wird das bilanzielle Gleichgewicht weiter in Ungleichgewicht bringen. Oder: Es wird nicht besser beim HSV, sondern weiter schlimmer.

    Das stört mich aber nicht mehr. Bin im Urlaub und alles ist schön.

  11. Julia 28. Juni 2017 um 11:38 Uhr

    Alle Quellen spekulieren, daß der HSV weit über 100 Mio. Schulden haben dürfte (auch nach der letzten ‚Kapitalerhöhung‘), und es ist wohl auch davon auszugehen, daß der HSV in der laufenden Saison den höchsten operativen Verlust aller Zeiten einfahren wird. Trotzdem macht man weiter wie bisher, gönnt sich wieder einen tiefen Schluck aus der Pulle und bläst noch mal 20 Mio. in den ‚Markt‘, um zur nächsten Saison mit praktisch unverändertem Kader aufzulaufen. Oder vielleicht gönnt man sich auch noch einen Extra-Schluck für eine echte Verstärkung, auf ein paar Millionen mehr kommt es in dieser Konstellation auch nicht mehr an.

    Anyway, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß der HSV mit dieser Bürde (weit über 100 Mio. Schulden, je nach Quelle) und über 20 Mio. operativem Verlust (ebenfalls je nach Quelle) in die nächste Saison gehen wird. Mit solchen Zahlen würde man sich endgültig der Lächerlichkeit preisgeben und jegliche Glaubwürdigkeit verlieren, weil spätestens dann auch der letzte rosa Hüpfer realisieren wird, daß die Prognosen das Papier nicht wert sind, auf dem sie verbreitet werden. Ergo ist da längst etwas geplant, um zumindest optisch noch einigermaßen dazustehen. Welche Maßnahmen auch immer letztendlich durchgezogen werden, sie müssen nachhaltig sein, denn operativ wird die nächste Saison ganz bestimmt nicht großartig: Die Weichen für Kaderkosten, Abschreibungen auf Spielerwerte und Transferergebnis sind gestellt, und man hat sich längst auf weitere operative Verluste auf Sicht von mind. 2-3 Jahren eingerichtet. Und man weiss auch schon heute, wie sie finanziert werden. Nur mit dieser Perspektive ist das aktuelle Geschäftsgebaren (wenn man es denn so nennen möchte) nachvollziehbar und überhaupt vertretbar.

    Bruchhagen ist demnach nicht Teil des Problems, sondern ausführendes Organ. Ich glaube auch nicht, daß er wirklich je als Lösung vorgesehen war. Als absehbar war, dass Beiersdorfer nicht mehr zu halten war, hat man jemanden gesucht, und wie seit Jahren hat man nicht den Wunschkandidaten geholt, weil man gar keinen hatte, sondern was gerade frei war und man kriegen konnte. Dass man ihn geholt hat, war also nicht das Ergebnis von vorausschauender Weitsicht, sondern eine Not-Reaktion, wie man es von diesem Verein kennt, und glücklicherweise konnte man dem Publikum seine Reaktivierung sogar mit noch etwas vorhandenem Rest-Stallgeruch verkaufen. Aus dem Ruhestand geholt, unterschrieb er wie mancher Spieler beim HSV seinen letzten großen Vertrag, und man darf gespannt sein, ob er ihn erfüllen wird. Denn spätestens jetzt, nachdem klar ist, welche Richtung der Verein eingeschlagen hat, ist er austauschbar.

    Aus dem Abendblatt vom 1.6.17:
    Kühne lobte den HSV-Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen, weil er Ruhe in den Verein gebracht habe. Er sei der „Exponent einer Sparpolitik“. Aber er sieht in dem 68-Jährigen „eine Übergangslösung“.

    Was wird also passieren?

  12. undulate 28. Juni 2017 um 13:36 Uhr

    Korrekt! Die HSV Mega-Verschuldung ist teil des Plans. Erpressung – entweder, oder – der restlichen Anteile von 49%. Letztendlich eine gut bezahlte aber schreckliche Show für den gemeinen Fan. Nichts weiter!

    Für den HSV tut es mir ehrlich leid. (ich selber leide zum Glück nicht mehr mit).
    Hoffe aber sie verrecken am HSV!

  13. Freundchen 28. Juni 2017 um 17:38 Uhr

    In der Tat deutet sich so langsam an, aus welchem Grund Herr Bruchhagen eine „Übergangslösung“ ist. Er kann / will / darf den Kahn nicht mehr aufhalten.

    R.I.P. HSV

    • ausgegliedert 28. Juni 2017 um 19:12 Uhr

      Der Titan? Für welche Position (und welches Gehalt) wird Oli denn von wem verpflichtet?
      Als nächster VV? Nun ja, vlt. hätte er tatsächlich die nötigen Eier, um dem unglaublichen Treiben ein Ende zu bereiten.
      Allein mir fehlt der Glaube.

  14. vsabi 28. Juni 2017 um 17:39 Uhr

    Liebe Kommentar-Kollegen wir sollten endlich akzeptieren, das der überwiegende Teil der HSV Fans den Verein positiv sieht und alle Handlungen der Führung blind beführwortet. Sie interessiert nicht den finanziellen Untergang und die Folgen von Einkäufen von alten, nicht wiederverkäuflichen Spielern. Krankenakten wie von Papa werden ignoriert. Doppelt und Mehrbesetzungen von Positionen sind in ihrem Sinn, weil vom Trainer so gewünscht. Sie wollen bekannte Namen und sind dem Gönner unterwürfig dankbar. Nur der HSV und geile Saison prägen ihre blinde Liebe zum Verein. Spieler sind für Sie Halbgötter, unabhängig ihrer Leistungen. Der Trainer und Sportdirektor machen dass schon, auch wenn kein Fortschritt zu erkennen Ist. Hier werden Rückrundenergebnisse in Statisken ausgelegt, als sei man kurz vor der CL.
    Ein Bruchhagen hat schnell erkannt, dass er hier in Hamburg nur zweiter Sieger werden kann. Er wird seinen Vertrag aussitzen und sich den Hamburger Medien unterwerfen. Ein Blick in den Spiegel muss für ihn grausam sein.
    Trainer hat sich für seinen Vorteil entschieden und es ist ihm scheissegal wie es finanziell endet, er wird eine Abfindung erhalten und wie alle seine Vorgänger in der Versenkung verschwinden. Der Spordi muss seinen Vertrag wie einen Sechser im Lotto empfinden und seinem Förderer und Gönner folgen. Die ersten grossspurigen Ankündigungen sind bereits Schnee von gestern.
    Fazit* Wir können noch so sehr leiden über die Unfähigkeit der gesamten Führung, der Großteil der HSV Fans, im Durchschnitt mit über 50.000 , will es so wie es Ist! Sie erkennen nicht einmal, dass die Gewinner nur die Spieler, Herr Kühne und Volker Struth sind.
    Für die Dummen, den Nickis, lebt weiter in Eurer Traumwelt !

  15. Niftert 28. Juni 2017 um 17:39 Uhr

    Irgendwie ist meine Frage nicht richtig beantwortet.
    Natürlich kann Kühne die Gehälter nicht selber bezahlen..
    Aber er hat eine Darlehenskonstruktion gewählt wo er über diese die Gehälter mitfinanziert. Und wie in der Vergangenheit ist die Rückzahlug des Darlehens an höchst unwahrscheinliche Ziele geknüpft. Wenn in zwei Jahren nie die Europa League erreicht wird, dann ist das eine ältere Darlehen auch nicht mehr fällig und wird dann wie Kerberos schreibt zur Einnahme.

    Ich verstehe nicht warum alle immer schreiben dass die Darlehen zurückgezahlt werden müssen?

    Kühne wählt lediglich diese Konstruktion weil er keine 50% Schenkungssteuer zahlen will.
    Und Bruchhagen hat es dieses Jahr rochtig gemacht und gesagt dass es nicht geht 20mio für transfers zu nehmen und dass das Darlehen nicht die Gehälter umfasst. Dem hat Kühne dann beim persönliche Treffen mit dem AR zugestimmt.

    klingt weniger dramatisch als die drohende Insolvenz; ist aber so.

    Dass der HSV dieses Geld aber in zu viele alte Spieler ohne Wiederverkaufswert investiert muss weiter deutlich kritisiert werden. So kommt man nachhaltig nicht auf die Beine.

    • Kerberos 28. Juni 2017 um 18:15 Uhr

      .
      Die Frage wurde richtig beantwortet. Nur hast Du leider die Antwort ebenso wenig verstanden, wie offenkundig vieles Andere auch nicht. Das wäre auch nicht weiter schlimm, wenn Du nur Deinen geschriebenen Unsinn nicht als „die tatsächliche Wahrheit“ zu verkaufen suchtest.
      .
      Der HSV muss an Kühne nach aktuellem Stand ohne die Neuverpflichtungen für JEDE Teilnahme am Europa-Cup in den kommenden 5 Jahren bereits mind. 15 Mio (ohne Aufgeld gerechnet) zurückzahlen. Das kann der HSV nicht, da der Gewinner des Europa-Pokals gerade einmal 15 Mio Einnahme erzielt. Das ist aber noch lange kein Überschuss, da hier noch die Kosten (z.B. Prämien) abgehen – mit Glück bleibt die Hälfte. Die Vereinbarung lautet, der HSV muss für jede Teilnahme 1/3 der Darlehen an Kühne zurückzahlen. Daher hat der Märchenonkel F. Wettstein für minderbegabte Fans auch bewusst irritierend formuliert: „Hr. Kühne erhält sein Geld nur zu 100% zurück, wenn der HSV in den kommenden 5 Jahren sich 3x für einen europäischen Cup-Wettbewerb qualifiziert“. Siehst Du den Unterschied? Der liegt in der Formulierung „zu 100%“ und „kommenden 5 Jahren“, weil Hr. Kühne eben mit jeder Teilnahme „nur“ 33,33%“ zurück erhält und das Jahr der Vereinbarung nicht mitgerechnet wurde.
      .
      Die Replik zu der vermuteten „Ersparnis der Schenkungssteuern“ und zu Bruchhagen schenke ich mir; das sind einfach haltlose Spekulationen, die nun wirklich auch keinen Sinn ergeben. Glauben kannst Du gerne weiterhin woran immer Du magst – nur nicht einfach Tatsachen falsch behaupten.
      .

      • Julia 28. Juni 2017 um 18:44 Uhr

        § 1 ErbStG
        (1) Der Erbschaftsteuer (Schenkungsteuer) unterliegen
        1.   der Erwerb von Todes wegen;
        2.   die Schenkungen unter Lebenden

        Die HSV AG ist zwar (noch nicht) tot, aber irgendwie auch nicht lebend, d.h. alles was gemeinhin als Schenkung aufgefasst werden könnte, unterliegt keiner Schenkungssteuer, sondern ist als Einlage steuerneutral und könnte bei geschickter Gestaltung auch als Sanierungsgewinn dargestellt werden, der ebenfalls steuerneutral ist. Wenn Kühne es wollte, könnte er den HSV auf 1.000 Arten mit Cash zuschmeissen, ohne daß dafür auch nur 1 Cent an Steuern anfiele. Und er trotzdem ohne jegliche Kontrollrechte bliebe. Wenn er wollen würde…

    • Kerberos 28. Juni 2017 um 18:53 Uhr

      .
      Kühne hat bereits 45 Mio gegeben. Gibt er jetzt nochmals 20 Mio, so hat er dann 2 Jahre Vorbereitungszeit für Europa. Spielt der FC Kühne dann 3x Europa, so muss er in diesen 3 Jahren 65 Mio (zzgl. Aufgeld) an Kühne zahlen. Und der HSV muss auch noch die 17 Mio Fan-Anleihe zurückzahlen. Das sind mind. 82 Mio Rückzahlung innerhalb von 3 Jahren. Jedes Jahr 28 Mio…. Woher denn nehmen?
      .
      Aber ganz gleich ob der HSV dann „bezahlen“ kann oder nicht. Die Besserungsscheine gehen beim Aufleben mit 65 Mio als außerordentliche Aufwendungen in die Bilanz ein und „produzieren“ dort Verluste – das ist die Kehrseite der Finanz-Konstruktion des „großen Gönners“. Was heute als Forderungsverzicht zu außerordentlichen Erträgen wird, wird morgen als neu entstehende Forderung durch Besserungsschein zu außerordentlichen Aufwendungen.
      .
      Wer die Bedingungen von Besserungsscheinen zu einem Forderungsverzicht nur an sportliche Ereignisse bindet ohne dabei die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmen zu berücksichtigen und mit einzubinden, der gehört vor den Staatsanwalt – nicht jedoch in den Aufsichtsrat eines Unternehmens. Lasst Euch doch nicht verarschen von diesem Kühne und seinen Spießgesellen!
      .

  16. Niftert 28. Juni 2017 um 19:32 Uhr

    Ich bleibe dabei. Die Darlehen wurden so gestaltet damit keine Schenkungssteuer bezahlt wird. Dazu wurde KPMG mit einem
    Gutachten beauftragt um dieses Konstrukt so zu gestalten dass keine Steuern gezahlt werden müssen.
    Man kann in Deutschland nicht einfach millionen an eine Firma ohne Gegenleistung überweisen ohne steuern zu zahlen.

    Und was glaubst du Kerberos was Kühne macht wenn der HSV in den uefa cup einzieht? Geld abziehen und Pleite gehen lassen?
    Glaube ich nicht 🙂

    KMK ist Hamburg und HSV Fan durch und durch. In seinem hotel auf Mallorca läuft rr immer mit hav schlappen rum 🙂

    Dass er von strutz nicht gut beraten ist, ist außer Frage. Aber ich (persönliche Meinung) würde ihm keine bösen Absichten unterstellen.

    • Gravesen 29. Juni 2017 um 06:45 Uhr

      Sorry, aber Leute wie du sind eines der größten Probleme dieses Vereins. Du wirst mit Fakten und Beweisen konfrontiert, aber „du glaubst“ oder „du denkst“.
      Es wird dir von mir bewiesen, was hier passiert. Seit Jahren
      Es wir dir von Kerberos bewiesen.
      Es wird dir von der sportlichen Entwicklung bewiesen.
      Es wird dir von den Bilanzen bewiesen.
      .
      Du aber „glaubst“ und bleibst dabei. Alles klar, dann bleib dabei. Aber dann heule auch am Ende nicht rum und beschwere dich wie all deine Glaubensbrüder, dass niemand rechtzeitig „den Finger in die Wunde gelegt“ und „Klartext gesprochen hat“.