Man möchte mit dem Kopf auf die Tischkante hauen…

Ein sportlicher Absturz in die Zweite Liga würde für den HSV auch einen beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden bedeuten. Experten rechnen nach einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ (kostenpflichtiger Inhalt) für das „Worst-Case-Szenario“ mit sofortigen Einbußen etwa bei Fernsehgeldern, Marketing und Spieltagseinnahmen von rund 40 Prozent. (Quelle: https://www.shz.de/sport/fussball/hsv/neues-vom-hsv-so-teuer-waere-der-abstieg-id16850321.html)

Mike Ahlert (35) vom Lokal „Picknick“ am Stadion: „Abstieg? An Spieltagen würden nur halb so viele Gäste kommen. Wir merken die miese Stimmung jetzt schon in der Kasse.“

Wolfgang Raike (Tourismusverband) befürchtet einen Image- Schaden der Stadt bei einem Abstieg

Stephan Schopf (24) ist Junior- Chef vom „Stadion-Eck“: „Wir wollen uns das gar nicht vorstellen. Wenn Vereine wie Dortmund oder Bayern fernbleiben, ist der Laden leer.“

Und? Fällt was auf? Mir schon, denn mir fällt auf, dass es den Meisten gar nicht um den Verein, sondern um sich selbst geht. Der Eine verkauft weniger Fritten, der Andere weniger Hotelbetten. Ach Herrjeh, der HSV darf niemals absteigen. Doch, hätte er und es wäre sogar gut gewesen. Immer vorausgesetzt natürlich, dass man dann nicht mehr diese Verwaltungsbeamten wie Bruchlandung oder Tod, Verbrennungs-Künstler wie Beiersdorfer, Intriganten wie Hilke oder Märchenonkel wie Wettstein an Bord gehabt hätte, sondern Funktionäre mit Verantwortungsbewußtsein, Visionen, Ideen und Mut. Zum Beispiel den Mut, einem Kühne auch mal zu sagen: „Lieber Herr Kühne, lieber Herr Struth, bis hierhin und nicht weiter“!

Das alles hat man in Hamburg natürlich nicht, aber man hätte es haben können. Und anstatt die dunkelsten Wolken des Niedergangs zu malen, hätte man einen Abstieg als Chance für einen Neuaufbau erkennen können, wie man es macht, machen die Schwaben aus Stuttgart nun vor.

Der 68-jährige frühere Sportmarketing-Unternehmer hat im Interview mit der „Sport Bild“ seinen ambitionierten Fünf-Jahres-Plan erläutert und über die reinigende Wirkung des Abstieges gesprochen.„Damit wurde auf jeden Fall ein grundsätzliches Umdenken in Gang gesetzt“, empfindet Dietrich den Gang in die Zweitklassigkeit, den er als Resultat eines längerfristigen Niederganges und nicht als Betriebsunfall charakterisiert. „Natürlich will keiner absteigen, aber so waren endlich alle bereit, wirklich etwas zu ändern. Ich kann nur bestätigen, auch wenn es finanziell ein Kraftakt ist, dass der Abstieg einiges bewirkt hat.“ Dieser „große Knall“ sei aber substantiell für einen erfolgreichen Neustart.

Man möchte schreien, wenn man dies liest, wenn man es nicht selbst die letzten 3 Jahre geschrieben hätte. Aber jedesmal wurden Leute wie ich nur wieder mit den abgedroschenen Phrasen des „ein Abstieg wäre noch teurer und würde den Niedergang bedeuten“ gekontert, immer von Menschen, die dabei mehr den eigenen Vorteil als die Wirkung „ihres“ Vereins im Auge hatten. Gastronomen, Budenbesitzer und Journalisten!

 In den kommenden fünf Jahren möchte der Stuttgarter Präsident den Klub aber wieder ins „obere Drittel der Tabelle“ führen. Sein Traum sei es sogar, dass „bestenfalls nur zwei Vereine größer sind als wir“. Einer davon, Borussia Dortmund, sei mit der Geschichte ab 2008, die mit der Verpflichtung von Trainer Jürgen Klopp begann, ein Vorbild. Wie der VfB das erreichen möchte? U.a. mit der Verbesserung der Jugendarbeit. In den vergangenen Jahren verlor der fünfmalige Meister immer wieder Top-Spieler aus der eigenen Jugend wie Joshua Kimmich (22), Timo Werner (21) oder Bernd Leno (25). Auch Sead Kolasinac (24) oder Serge Gnabry (21) spielten in der Akademie der Stuttgarter.

Aaaaarrrrgggghhhh. Das Schlimme daran ist eigentlich, dass der HSV dies alles in der eigenen Hand hatte, sogar ohne den Umweg über einen Abstieg in den 2. Liga in Kauf nehmen zu müssen, die Voraussetzungen waren also ungleich besser als in Süddeutschland. Nicht aber mit den Didis, den Gernandts, den Hilkes und den Kühnes, oh nein. Immer und immer wieder habe ich diesen Weg beschrieben….

Teil des Fünf-Jahres-Plans sei es deshalb auch, „wieder der Verein“ zu sein, „der im Nachwuchs-Leistungsbereich die Top-Adresse in Deutschland ist“. Finanziell sei der Klub für den Weg jedenfalls gewappnet: „Wir müssen zum ersten Mal keine Spieler verkaufen, um planen zu können. […] Als ich angetreten bin, mussten wir immer vier Pläne für eine Saison machen, für alle Eventualitäten. Nun haben wir für die nächsten vier Jahre einen Plan.“

Auch hier, der HSV 2014 sogar in einer besseren Position. Während die Schwaben nach der Ausgliederung gerade 11,75% der Anteile der neu-gegründeten AG für € 41,5 Mio. an Daimler verkauften, investierte der HSV in der ersten Saison nach der Ausgliederung € 35,8 und in der zweiten Saison 21,85 Mio. in Spieler wie Lasogga, Holtby, Behrami, Hunt, Hunt, Ekdal, Olic, Cleber etc.

Der beinhaltet nicht nur die Ausbildung von jungen Top-Spielern, sondern auch die Verpflichtung großer Talente. 19, 19, 20 und 22 Jahre sind Orel Mangala, Dzenis Burnic, Anastasios Donis undChadrac Akolo jung – auch wenn das Alter für Donis selbst keine Rolle spielt. „Es kommt nicht auf das Alter an, sondern das Talent“, sagte der Grieche am Dienstag im Trainingslager in Grassau. „Und wir haben sehr viele hochtalentierte Spieler.“ Trotzdem ist die Strategie auffällig: Schon vom Aufstiegskader sind zwölf Spieler maximal 23 Jahre alt, das Durchschnittsalter beträgt 23,9 Jahre – nur RB Leipzig ist mit 23,3 Jahren jünger. Für einen großen Schub an Erfahrung im ansonsten jungen Team sorgt nun immerhin Torwart-Neuzugang Ron-Robert Zieler (28). (Quelle: https://www.transfermarkt.de/vfb-chef-abstieg-hat-einiges-bewirkt–ambitionierter-5-jahres-plan/view/news/281242)

All das hätte man in Hamburg auch haben können. Junge, spannende Spieler mit Wertsteigerungs-Potenzial, mit Spaß an der Karriere. Was hat man dagegen bekommen? Die anhand der Spieler langweiligste Truppe der gesamten Liga, angefüllt mit komplett überbezahlten Altlasten, die niemand mehr geschenkt haben möchte. Ein beschissenes Image und einen Campus, in dem die Regionalliga-Spieler von Morgen ausgebildet werden.

Viel Glück, VfB.

Von | 2017-07-13T07:15:26+02:00 13. Juli 2017|Allgemein|29 Kommentare

29 Comments

  1. Kevin allein in Hamburg 13. Juli 2017 um 07:24 Uhr

    So ist es , leider………

  2. Arnold 13. Juli 2017 um 07:29 Uhr

    Also erstens denke ich auch, dass die Hütte in der zweiten Liga ähnlich voll gewesen wäre und man mit einem Aufstieg auch eine grössere Euphorie als mit einem gewonnenen Spiel gegen WOB hätte erzeugen können.
    Trotzdem, wer steigt denn freiwillig zur Selbstreinigung ab, auch der VfB hatte vorletztes Jahr alle möglichen Massnahmen ergriffen die Liga zu halten.
    Wundert mich n bisschen, dass Du das gerade offenbar alles so geil findest, was da beim VfB entsteht. Erstmal sind das auch nur hohle Phrasen vom VfB-Dietrich. Auch der VfB Stuttgart wird sich beweisen müssen. Ob das klappt sehen wir in den nächsten Jahren.

    • Gravesen 13. Juli 2017 um 07:33 Uhr

      Ich finde es allerdings geil. Jedenfalls 1000 mal geiler als all das, was den HSV in den nächsten Jahren erwarten wird. Aber um das begreifen zu können, braucht man ein Gehirn.

      • Arnold 13. Juli 2017 um 08:52 Uhr

        Kein Grund gleich beleidigend zu werden…. Hoffentlich enttäuscht Dich der VfB nicht, die freuen sich wahrscheinlich „auf ne geile“ Saison.

  3. Kerberos 13. Juli 2017 um 08:34 Uhr

    .
    Die Kühne-Marionetten beim HSV verarschen Fans und Mitglieder jedes Jahr mit dem Untergangs-Szenario für den Fall des Abstiegs. Der Beleg dafür? Der HSV hat in den letzten Jahren von der DFL stets auch die Lizenz für die 2.te Bundesliga erhalten.
    .
    Und dies bedeutet konkret: der HSV hatte in JEDEM Jahr also auch einen Wirtschaftsplan, der den Spielbetrieb in der 2.ten Liga gewährleistet hätte und nach dessen Prüfung dem HSV von der DFL jeweils die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die 2.te Liga bescheinigt wurde. Eines weiteren Beweises für die Märchen von Vorstand und Aufsichtsrat bedarf es nun wirklich nicht.
    .
    Man hätte beim HSV tatsächlich den Weg des VfB Stuttgart gehen können, wenn man nur gewollt hätte.
    .

    • Julia 13. Juli 2017 um 09:31 Uhr

      Diese Wirtschaftspläne haben sich allerdings in den letzten Jahren regelmäßig als Makulatur erwiesen. Ein Abstieg hätte noch höhere Verluste nach sich gezogen, d.h. Kühne oder sonst wer hätte noch tiefer in die Tasche greifen müssen, um eine drohende Insolvenz abzuwenden, d.h. das Elend hätte sich entweder noch verschärft oder der Club wäre tatsächlich in die Insolvenz geschliddert. Selbst wenn es gut gegangen wäre, ist ein sofortiger Wiederausstieg keine Selbstverständlichkeit, und das Tal der Tränen kann ein tiefes sein. Der einzige Weg, aus der Falle rauszukommen, ist spielerischer Erfolg, und da scheint man mit Gisdol auf ein „weiter so“ zu setzen. Kann funktionieren, muß aber nicht. Aber selbst mit einer ’schwarzen null‘ (und das wäre schon ein gewaltiges improvement) wird man auf dem Schuldenberg sitzen bleiben, und da vermisse ich noch das Konzept, wie man da runterkommen will.

      • Kerberos 13. Juli 2017 um 10:20 Uhr

        .
        Das ist richtig und ich bin bekanntermaßen auch ein Verfechter pro „Insolvenz-Risiko“; ich sehe da durchaus positive Aspekte.
        .
        Der Weg des VfB Stuttgart beinhaltet aber auch „Unstimmigkeiten“ mit dem Investor. Der VfB Stuttgart war sich seit Jahren mit Mercedes keineswegs „so richtig“ einig. Es war ein ziemliches Gezerre mit Mercedes um die Ausgliederung und die Mitgliederstimmung in Sachen Ausgliederung ging merklich in den Keller; nicht zuletzt, weil die Mitglieder des VfB stets nach Hamburg sahen. Final hat dann der VfB vor dem Szenario des drohenden Abstiegs die bereits terminierte Ausgliederung sogar kurzfristig abgesagen müssen.
        .
        Erst der Abstieg hat den VfB Stuttgart, die Mitglieder und Fans sowie den Investor Mercedes (Vertragsverlängerung mit Verbesserung im Herbst 2016) so richtig zusammenrücken lassen. Das positive Image des VfB aus der 2.-Liga-Saison hat Mercedes dann sogar dazu veranlasst, für die Saison in der 2.ten Liga die Sponsorengelder nicht vertragsgemäß zu kürzen!
        .
        Und entscheidender Faktor war zweifelsfrei einzig die neue Führung des VfB Stuttgart.
        .

  4. Weltmeister 13. Juli 2017 um 09:36 Uhr

    @ Gravesen / Kerberos
    Alles richtig.
    Viel schlimmer ist die Tatsache, dass man diesen Weg auch OHNE den Umweg „2. Liga“ hätte gehen können: Nämlich direkt nach der Ausgliederung. Die Voraussetzungen hierfür waren gegeben.
    Leider hat sich kein einziger Verantwortlicher das Konzept „HSVPlus“ zu Herzen genommen oder als Wahlauftrag verstanden.
    Dabei ist es für einen Kurs- oder Konzeptwechsel im Grunde noch immer nicht zu spät. Es besteht immer noch die Möglichkeit über weitere Anteilsverkäufe das notwendige frische Geld zu generieren. Hierzu müsste der HSV allerdings schnellstes mit einem entsprechenden Programm starten. Jedes weitere Jahr mit zweistelligem Millonen-Defizit führt weiter und schneller Richtung Eisberg.
    Leider ist Bruchhagen kein Erneuerer. Er kommt eher als schwacher, alter, biederer Verwalter daher. Da hätten wir genau so gut noch mal „den Schweber“ reaktivieren können. ?

    • Micha 13. Juli 2017 um 10:55 Uhr

      Sehr richtig! Der HSV ist nach 3 verlorenen, verbrannten, verschuldenden Jahren wieder und weiterhin sehr schlecht aufgestellt mit Bruchhagen – Todt – Kühne/Struth. Und Wundertrainer Gisdol wird selbst bei sehr guter Vorbereitung nicht allzuviel, vielleicht auch gar nichts reißen können. Dem HSV stehen zwei weitere trostlose Jahre bevor, die in der zweiten Liga nicht zwingend weniger trostlos sein müssen. Der HSV hätte auch heute die Chance, sich neu aufzustellen – es müsste nur Bruchhagen zurücktreten und ein jüngerer Vorstand mit Perspektive und Innovationslust das Ruder übernehmen. Aber Bruchhagen hasst die Langeweile der Rente. Tja!

    • Ex-HSVer im Herzen 13. Juli 2017 um 11:52 Uhr

      Zumal man nicht vergessen darf, wie schlecht der HSV in den Jahren 2014 und 2015 war. Das hätte auch eine junge talentierte Truppe hin bekommen

  5. Thomas Vernunft 13. Juli 2017 um 09:39 Uhr

    Eben Kerberos. Nur die Wohlfühloasen-Bewohner des Planeten HSV wollen das nicht. Nicht die „Jornalisten“ die Ihre Haus-und-Hof Berichterstattung gefährdet sehen, nicht nur die Spieler und das ganze Beraterpack dessen einziges Interesse das Geld und nur das Geld ist (dazu zählt auch der Vorstand und die B.Peters-Bande) sondern auch die „Fans“, die einfach zu bequem, faul was-weiss-ich sind und lieber einen mitteprächtigen Abstiegskandiaten unterstützen als sich mal ganz kritisch und ehrlich mit dem Gedanken einer 2.Klassigkeit auseinandersetzen sollten. Ich brauche keinen Prophetenschein um zu sagen, das beim Abstieg (der m.Mn.n.alternativlos ist) der Volkspark mit max. 30.000 Leuten bei Topspielen gefüllt sein wird. Das Risiko, den Gesundungsweg 2.Liga zu nehmen ist viel geringer als der sich immer weiter drehen Verschuldungsspirale und Abhängigkeit von Kühne auszuliefern. Dieser ist bei einem Abstieg eh weg. Oder glaubt jemand ernsthaft, der würde sein Kohle in eine 2.Ligamannschaft investieren ? Klar hat der VfB auch Glück gehabt, aber nur so hat sich etwas geändert. Und das muss sich auch beim HSV tun. 1860…

  6. Gravesen 13. Juli 2017 um 10:26 Uhr

    Ohne Worte…
    .
    Die letzte Einheit in Rotenburg. Bis auf Santos und #Papadopoulos sind alle dabei. #hsv

  7. Matze 13. Juli 2017 um 10:47 Uhr

    Ich bin VfB-Fan, lese diesen Blog aber mit großem Interesse, weil mich so vieles an unsere Jahre vor dem Abstieg erinnert…

    Den aktuellen Beitrag nehme ich jetzt mal zum Anlass, auch mal was zu schreiben.

    Zum einen freut es mich natürlich, dass mal wieder neidisch in Richtung VfB geblickt wird, ist lange her dass das zuletzt der Fall war 🙂

    Ich war einer von denen, die über den Abstieg natürlich auch erstmal traurig waren, ihn aber jetzt nicht als totale Katastrophe, sondern als Chance zur Erneuerung und Reinigung gesehen haben. Und es ist tatsächlich so gekommen:

    1.
    Präsident Wahler hatte die Eier direkt nach dem Abstieg selbst zurückzutreten. Für ihn kam Wolfgang Dieterich. Ich war zunächst kein Riesen Fan von ihm, weil er, vor allem durch seine Vergangenheit als Stuttgart 21-Sprecher, eine Persönlichkeit ist die polarisiert. Aber bisher muss man ihm zweifellos einen guten Job bescheinigen. Ob man die Ausgliederung jetzt wirklich mit aller Gewalt zum jetzigen Zeitpunkt durchdrücken musste darüber kann man sicher streiten, aber er hatte das vor seinem Amtsantritt angekündigt also kann man es ihm jetzt nicht zum Vorwurf machen. Und wahrscheinlich war der Zeitpunkt halt wirklich recht günstig wie die überwältigende Zustimmung auf der aoMV gezeigt hat.

    2.
    Man hatte den Mut sich von Robin Dutt zu trennen. Der war in meinen Augen der Hauptverantwortliche für den Abstieg weil er zu lange am offensichtlich hilf- und konzeptlosen Jürgen Kramny festgehalten hat.
    Für ihn kam – und das war zweifellos der „Königstransfer“ – Jan Schindelmeiser, der sich bislang als absoluter Glücksfall für den Verein entpuppt hat.
    Mit Dieterich und Schindelmeiser kehrte endlich das wieder, was man jahrelang vermisst hatte – eine Philosophie und ein klarer Plan. Und danach wird konsequent gehandelt. Man sah, dass der Trainer (Luhukay) zu dieser Philosophie (nämlich auf junge entwicklungsfähige Spieler zu setzen) nicht passte, also trennte man sich von ihm und holte mit Wolf den perfekt passenden Trainer dafür (da gehört schon Mut dazu einen Jugendtrainer ohne jede Profierfahrung zum Aufstiegsfavoriten zu holen!). Die bisherigen Transfers orientieren sich konsequent an der vorgegebenen Linie (auch wenn für die Abwehr noch jemand mir mehr Erfahrung kommen soll, aber das muss bei „Slim Shindy“, wie er gern genannt wird, nicht heißen dass nicht doch wieder ein Jungspund auf der Matte steht). Und ich persönlich finde das toll. Endlich steht der VfB wieder für etwas! Und allen Kritikern die nach Erfahrung schreien entgegne ich: Selbst wenn wir am Schluss die Mannschaft mit dem niedrigsten Altersdurchschnitt der BuLi hätten – na und? Tod oder Gladiolen, hat ein Holländer mal gesagt.

    Nachtrag: All die jungen hoffnungsvollen Talente (Mané, Brekalo, Asano, Pavard, Ofori, Onguene) konnten natürlich nur kommen, weil man es im Zuge des Abstiegs geschafft hat, sich von, „älteren“ „satten“ Spielern, bei denen Gehalt und Leistung schon lange in keinem vernünftigen Verhältnis mehr gestanden hat, zu trennen. Ich nenne da nur mal die Namen Schwaab, Niedermeier, Harnik, Tyton, Sunjic. Natürlich sind auch Spieler gegangen die man von der Qualität her gerne gehalten hätte wie Werner, Didavi, Dié oder Kostic (herzlichen Dank nochmals für die Kohle, das hätte ausser euch glaub kein Verein der Welt gezahlt ;-)), aber das lässt sich halt nicht vermeiden und hat uns halt auch finanziell geholfen die zweite Liga zu meistern.

    Und da sind wir beim „Problem“ – so toll dieser Weg auch sein mag, er kann natürlich auch schiefgehen. Wir KÖNNEN wieder absteigen, damit muss man als Aufsteiger immer rechnen. Ich erinnere z.B. an dem 1. FC Köln, der sogar mehrere Abstiege verkraften musste bevor er da stand wo er jetzt steht. Aber wenn es so käme – Herrgott, dann steigen wir halt wieder auf.

    3.
    Der Abstieg bewirkte im Umfeld eine „Jetzt erst recht“-Haltung und ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Der ganze Verein mitsamt den Fans rückte gefühlt zusammen. Der Zuschauerschnitt in der 2. Liga, sowohl daheim wie auswärts, spricht wohl für sich.

    4.
    Pssst….sagt es niemandem weiter…aber….SO schlecht ist die 2. Liga gar nicht. Ich bekenne, dass mir dieses Jahr ziemlich viel Spaß gemacht hat. Man gewinnt mal wieder öfters als in der BuLi, muss nicht gegen die Bayern spielen, trifft auf interessante Vereine, kann Stadien mit viel Atmosphäre besuchen, die Kunstprodukte wie RBL, Hoffenheim und Konsorten sind eine Weile lang mal weit weg. Also bei aller Freude über den Aufstieg war bei mir auch ein bisschen Wehmut dabei…

    Ich bekenne offen und ehrlich, dass, wenn ich die Vorgänge rund um den HSV so verfolge, dieser nicht gerade zu meinen Lieblingsvereinen zählt, denn wenn der VfB schon absteigen musste, der HSV hätte es schon längst ebenso verdient. Aber irgendwie wurschtelt man sich dann doch immer wieder durch. Aber auch wenn man seinem Verein den Abstieg nicht wünschen muss, so möchte ich den Betreibern und Lesern dieses Blogs, denen der Verein insgeheim mehr am Herzen liegt als manchem „rosa Hüpfer“ (der Begriff gefällt mir) und sie eben deswegen die Finger in die Wunden legen, Mut machen – die 2. Liga kann man meistern, wenn man etwas Mut hat.

    • Erfolgsgfan 13. Juli 2017 um 11:06 Uhr

      Natürlich kann man die 2. Liga meistern, dazu braucht es noch nicht einmal Mut, sondern einen Plan, ein schlüssiges Konzept, das man konsequent umsetzt. Es braucht aber manchmal auch Mut, die Dinge beim Namen zu nennen, offensichtlich falsche Entwicklungen auch als solche zu erkennen und den Arsch in der Hose zu haben, Fehler einzugestehen und für eine Neuorientierung zu sorgen.

      All diese Eigenschaften sind beim HSV allem Anschein nach noch nicht einmal im Ansatz vorhanden. Hier ist man nach wie vor der Meinung, auf dem richtigen Weg zu sein, die erforderlichen „Prozesse“ angestoßen zu haben und nur noch Geduld brauche, um irgendwann die Früchte ernten zu können.

      Das die Realität ein völlig anderes Bild zeigt, wird in keiner Weise zur Kenntnis genommen. Man wähnt sich weiterhin auf einer imaginären Erfolgsspur, gibt sich der Illusion hin, alles richtig zu machen und betrachtet das Geschehen nach Möglichkeit „losgelöst von der Tabelle“.

      Ich denke, die kommende Spielzeit wird für viele der rosa Illusionäre einschneidende Erlebnisse bereithalten und mit einem dumpfen Aufschlag auf dem Boden der Tatsachen enden.

  8. Kerberos 13. Juli 2017 um 10:59 Uhr

    .
    Der Kardinalfehler beim HSV besteht einfach in der Fehl-Einschätzung des K-M Kühne. Denn niemals, ganz gleich was auch immer notwendig werden sollte, wird es K-M Kühne zulassen, dass IHM persönlich eine mögliche Insolvenz oder gar der Untergang des HSV angelastet werden könnte!
    .
    Eine solche öffentliche Schmach würde K-M Kühne nicht verwinden. Sein ganzes Handeln im Alter (HSV, Hapag, Hotel) ist nichts weiter als ein einziger Schrei nach „Anerkennung und Unsterblichkeit“ – sonst bliebe ja auch nur der beliebig austauschbare Name eines Schweitzer Finanz-Emigranten, der mit „Kühne & Nagel“ ein ererbtes Vermögen gelebt hat und dessen Geschlecht ausstarb.
    .
    Eine HSV-Führung, die nicht nur aus rückratlosen Kuschern besteht, würde hier die Nagel-Probe machen und diese auch schonungslos in der Öffentlichkeit kommunizieren.
    .

    • Kerberos 13. Juli 2017 um 21:06 Uhr

      .
      Ich sehe gerade, dass ich diesen Kommentar an die falsche Stelle gesetzt habe; hier macht der Kommentar so keinen Sinn.
      Dieser Kommentar gehört noch zur erweiterten Antwort auf Julia (von 9:31) – sorry.
      .

  9. Ex-HSVer im Herzen 13. Juli 2017 um 11:49 Uhr

    Warum Grave damit zu 100% recht hat und der VfB einen grandiose Zukunft hat (weil einen Plan)? Weil es ein Gesetz ist! In der Natur und auch in der Wirtschaft. Verseuchte Biotope oder katastrophale Unternehmenspolitik lassen sich nur reinigen durch Zerstörung oder völligen Neuaufbau. Wenn du ein Haus hast und dort die Wände weggammeln aufgrund eines maroden Fundaments, baust du ja auch keine neuen Wände sondern reißt das von Fundament ab.

    Dieses Gelaber von wegen „Abstieg = Katastrophe = HSV kommt nie wieder“ ist das Geschwafel von sentimentalen Ahnungslosen. Mal ehrlich: was wäre denn so schlimm dran, wenn der HSV absteigt? Das Stadion wäre genauso wie beim VfB wieder voll (30.000-40.000) und die paar weniger Hotelbuchungen werden die Stadt Hamburg schon nicht ruinieren.

    Es gibt im Leben auch noch etwas anderes als der favorisierte Fußballverein!!!! Dann kümmern sich einige Fans vielleicht endlich mal um ihre Familie und um ihre Kinder statt alle zwei Wochen besoffen nach Hause zu torkeln.

  10. JokusDokus 13. Juli 2017 um 11:58 Uhr

    Was in Stuttgart passiert ist leider unmöglich in Hamburg, das Krebsgeschwür „unabsteigbarer Dino“ hat so viele, so tiefe Metastasen gebildet, wir bräuchten Funktionäre die:
    1. Eine verschworene Gemeinschaft sind
    2. Die die wirtschaftliche Gesundung des HSV über eigene Interessen stellen
    3. Die den Hass denen ihnen tag ein tagaus entgegenschlagen wird an sich abprallen lassen. Kein Fan sieht seinen Verein gerne absteigen, aber bei uns hat das völlig andere Dimensionen, bei uns ist es ein krankhafter Wahn.

    All das bei der sehr realistischen Möglichkeit, dass es eben trotzdem schiefgeht, man in Hamburg zur Persona Non Grata wird und die eigene Karriere effektiv beendet ist, da man als Verantwortlicher auch bei den Hüpfern anderer Vereine nicht mehr verkaufbar ist.

    Davon brauchen wir, was, ein dutzend Personen? Und die müssen dann alle noch die entsprechende Kompetenz haben. Seien wir ehrlich, das ist Utopie.

    Aus dem HSV wird nichts mehr, das man einen gesunden Bundesligaverein nennen könnte. Er wird auf Raten verrrecken oder, wenn man noch Glück hat, in Kühnes offizielle Kontrolle und dann Hinterlassenschaft übergehen und unbefristet am Tropf erhalten

  11. atari 13. Juli 2017 um 12:24 Uhr

    DAS ENDE DER EINÖDE NAHT!
    zu „Gute Zeiten, schlechte Zeiten – die Spieler freut es“
    Gestern kurz mit dem atari1040 analysiert, die Rechenleistung von 1985 reichte noch völlig dazu aus.
    AV1977 Spitzenreiter im Erzeugen von Bullshit.
    .
    Kommentare insgesamt: 130
    verschiedene Kommentatoren: nur 43
    .
    Name => Posts
    ================
    GV1977 => 25
    maddin näh => 14
    Reinhard 1954 => 9
    paulinski => 7
    Montefusco => 7
    JU aus Qu => 5
    … more bullshit deleted
    .
    für eine verschwindet geringe Anzahl von Lesern steht eine Kulisse für den Film der nicht mehr läuft…
    Man kann dem HA nur empfehlen, weiter zu investieren, damit die gewaltige Anzahl an Kommentatoren ihren Lebensinhalt nicht verliert.

    • Gravesen 13. Juli 2017 um 14:40 Uhr

      Das Schlimmste an diesem Drecksblog sind Widerlinge wie „UIle“ oder „Kuddel“, die noch nie irgendwas beigetragen haben, aber grundsätzlich dümmlichsten Dreck absondern und andere blöd von der Seite anmachen. Solche Penner hätten hier eine Halbwertzeit von 2.35 Min. Das sind kleine, verkümmerte Mißgeburten, die im wahren Leben ständig was auf die Fresse kriegen würden, wenn sie sich so benehmen würden. Da sie aber dafür zu feige sind, leben sie ihre Krankheit in #SchmocksEinöde aus. Noch dämlicher finde ich einen Spaddel wie „mongoli“, der permanent Werbung für seinen eigenen Mistblog machen möchte. Das ist sowas von armselig.

      • atari 13. Juli 2017 um 14:47 Uhr

        das Ende steht kurz bevor 🙂

        • Gravesen 13. Juli 2017 um 15:05 Uhr

          GeschlechtsVerkehr1977 liest auch mehr hier als in seinem eigenen Idiotenblog 😀

          • atari 13. Juli 2017 um 15:34 Uhr

            jetzt nicht mehr, er muss zuerst die 25 inhaltslosen Posts von gestern übertreffen. Das nimmt ja schon Ausmaße von Dylan an mit dem. 🙂 Aber das stimmt schon, er reagiert drüben unmittelbar auf Dinge, die er hier liest. Irgendwie holen sich die meisten ja ihre Argumente von hier. Da kannst Du ja stolz drauf sein 🙂 🙂

  12. Gravesen 13. Juli 2017 um 15:12 Uhr

    Ob heute Abend wieder der debil-grinsende Jüngling mit der Haarspray-Frise einen zum Besten gibt? Was sich heutzutage alles Journalist nennen darf…..

  13. Gravesen 13. Juli 2017 um 15:29 Uhr

    Zu diesem Verein fällt einem irgendwann nichts mehr ein. Nicht nur, dass sie Beiersdorfer zweimal eine Millionen-Abfindung für komplettes Versagen hinter reingesteckt haben…
    .
    +++HSV FUSSBALL AG UND JOACHIM HILKE BEENDEN STREITIGKEITEN+++

    Die HSV Fußball AG und das ehemalige Vorstandsmitglied Joachim Hilke haben ihre Streitigkeiten beigelegt. Beide Parteien haben eine Vereinbarung getroffen, über deren Inhalt Stillschweigen vereinbart wurde. Die HSV Fußball AG hat kein weiteres Interesse an einer Strafverfolgung gegen Joachim Hilke.

    • Michael 13. Juli 2017 um 16:42 Uhr

      Nicht mal einen Prozess führen können sie. Wahrscheinlich weiß Hilke zu viel. Da liegen noch einige Leichen im Keller.

      • Micha 13. Juli 2017 um 21:18 Uhr

        Der HSV kann nur noch die jüngste Vergangenheit seit der Ausgliederung stillschweigend oder mit verlogener Verklärung (Danke, Didi) begraben. Mehr als Abzocker und Leichen im Keller ist nicht drin – nur die Einkellerung. Desaströs!!!

    • dead-alive 13. Juli 2017 um 19:24 Uhr

      Unfassbar!

Die Kommentarfunktion wurde geschlossen.