Der europäische Fluch…

Es gibt sie ja irgendwie immer noch. Diejenigen, die denken, der HSV würde irgendwann mal eine Saison spielen, in der es nicht vom dritten Spieltag an gegen den Abstieg geht. Eine Saison, in der mich sich gemütlich zurücklehnen kann und am Ende springt dann tatsächlich ein Platz raus, der berechtigt, an der Europa League teilzunehmen. Eigentlich zum totlachen, dieser Gedanke, aber spielen wir das Spiel doch einfach mal mit.

Ein HSV, der gezwungen ist, seinen Personal-Etat zu reduzieren, weil man bekanntlich die zur Verfügung stehenden 24,9% der verkäuflichen AG-Anteile größtenteils an Kühne verschenkt und den Erlöse durch schwachsinnige Transfers und komplett überzogene Gehälter verbrannt hat. Nun zieht man also in die un-lukrative Europa League ein und spielt dort gegen Vereine wie BATE Borisow oder Latex Klo-Wech, was für ein Geschenk. Reisekosten, Prämien etc., Geld kann man in der Europa-League erst ab Viertelfinale verdienen, so viel ist klar.

Aber vorher passiert nicht etwas anderes, denn wie bei jedem Verein, der überperformed, würden auch dem HSV die besten Spieler der letzten Saison von der Fahne gehen. Was Vereinen wie Freiburg, Mainz, Hoffenheim etc. passiert ist, würde hier auch passieren. Spieler wie Ito, Arp, Jung und vielleicht einige andere würden in der Nahrungskette nach oben steigen und sich Klubs wie Leipzig, Gladbach oder Leverkusen anschließen. Der HSV hätte dann zwar ein wenig Geld zur Verfügung, müsste aber vor einer Saison mit Dreifach-Belastung eine neue Mannschaft aufbauen. Was passiert, wenn allein der beste Spieler der Vorsaison weg fällt und man ihn nicht adäquat ersetzen kann, sieht man zur Zeit in Köln (Modeste).

Also. Eine Mannschaft, die normalerweise kaum in der Bundesliga existieren kann, müsste dann unter der Woche halb Europa bereisen, sich an einen ungewohnten Rhythmus gewöhnen, hätte weit mehr Verletzte als bisher und würde dabei kein Geld verdienen. Wenn es ganz schlimm läuft, wäre man vielleicht sogar so erfolgreich, dass man Gelder an Kühne zurückzahlen müsste. Mit anderen Worten: Der HSV würde in der EL Verluste einfahren, sich sportlich noch weiter schwächen und den Kollaps jeden Tag ein Stückchen befeuern.

Insofern ist es absolut lächerlich, wenn jemand glaubt, dieser Verein könnte sich durch „sportliche Erfolge“ allein aus der Schlinge ziehen, das Gegenteil ist der Fall. Die Europa League wäre, obwohl sie natürlich von Hamburg so weit entfernt ist wie die Erde vom Pluto, der endgültige Genickschuss, aber das werden einige wiederum nicht kapieren. Im Grunde müsste man eine halbwegs erfolgreiche Saison wünschen, damit das Ding endlich für alle erkennbar aus der Kurve fliegt. Weil – vorher wird sich in diesem Verein nichts ändern.

Von | 2017-11-28T07:02:13+01:00 28. November 2017|Allgemein|10 Kommentare

10 Comments

  1. steven-leonardo 28. November 2017 um 07:48 Uhr

    Moinsen,

    diese Denke wird diesen Gläubigen doch tagtäglich durch den Verein vorgelebt.

    Verantwortungsloses wenig weitsichtiges um nicht zu sagen schwachsinniges Handeln und Sprechen vernebelt doch jenen das Resthirn. Da ist Hopfen und Malz verloren.

  2. Gravesen 28. November 2017 um 08:06 Uhr

    OT. Großartig zu sehen, was für eine Herde von Vollidioten diesem Verein folgt. In diesem gescheiterten Blog des ehemaligen Journalisten-Simulanten Münchhausen treibt der bekannte Psycho „Billy Bremner“ sein Unwesen, auch bekannt unter „Bruno Taut“, „Brian Clough“ und zahlreichen toten Architekten. Billy hat es seinerzeit immerhin geschafft, den Spinner Matz zum Therapeuten zu verfrachten, aber das ist hier nicht das Thema. Das, was BB dort schreibt, ist wahr. Es ist zig-fach belegt durch Zitate etc. Aber die Vollpfosten in diesem Blog dort bepöbeln den Urheber der Äußerungen aufs Übelste, niemand schreitet ein. Die Amöben wollen die Realität nicht erkennen, die Wahrheit nicht hören. Lieber in der rosa Kuschelecke ausharren und hoffen, dass wieder der Relegationsplatz rausspringt. Exakt diese Trottel haben einen Abstieg aber sowas von verdient.

    • Saschas Alte Liebe 28. November 2017 um 19:27 Uhr

      Das adelt Billiy jetzt aber ungemein… ?

  3. Gravesen 28. November 2017 um 09:52 Uhr
    • Marco 28. November 2017 um 14:01 Uhr

      Diese Entwicklung ist einfach nur noch krank. Da verdient ein Spieler, der es nicht mal mehr in den Kader eines abstiegsbedrohten Bundesligavereins schafft, so viel wie ein Durchschnittsverdiener in 100 Jahren nicht. Dann stellt sich ein Sandro Wagner hin und behauptet die Bundesligaspieler würden noch viel zu wenig verdienen….
      Einem Teil der Fans scheint das immer noch egal zu sein. Hauptsache das Bier im Stadion kostet nicht so viel, dass man seinen sich vor dem Spiel angesoffenen Pegel aufrecht erhalten kann.

      Wenn man sich die Bundesliga anschaut, so ist es doch mittlerweile sowas von uninteressant geworden. Da hat man einen Abo-Meister und 3-4 Teams die sich um die CL-Plätze streiten. Der Rest der Liga ist potentiell abstiegsgefährdet. Somit ist der Abstiegskampf mittlerweile das was die Spannung der Liga am Leben hält.

      Vor vier Jahren stellt sich ein Uli H. hin und behauptet frech, dass es ja überhaupt nicht im Interesse des FC B. sein kann, wenn man keine Konkurrenz hat. Einige Wochen später verpflichtet man Götze und baggert an Lewandowski rum.

      Wie es schon im heutigen Blog geschrieben wurde kann man besser nur beten nicht in die Europaleague einzuziehen. Es hat sich in den letzten Jahren und auch in diesem Jahr am Köln gezeigt, dass sich die Doppel- bzw. Dreifachbelastung bitter rächen kann. Und für den HSV hätte es ja noch ganz andere Nachteile…

  4. BerndH60 28. November 2017 um 10:00 Uhr

    ??
    Ich persönlich kann das Gemecker hier kaum noch ertragen.
    Der HSV ist abgesichert wie keine anderer Verein gegen Spielerabgänge. Wer es es schafft mit einem Aufwand von etwa 56 Millionen Euro gerade so die Klasse zu halten, braucht doch für die Euroleague mindestens 250 Millionen.
    Tatoo Dickie auf Augenhöhe mit Neymar.
    Und dann immer der Hinweis auf die Verletzungsgefahr, haha. Der HSV verpflichtet doch vorzugsweise Spieler mit Krankenakten, die dicker als historische New Yorker Telefonbücher sind Und wer bereits verletzt ist, kann wohl schwerlich noch „verletzter“ werden.
    Bei Bedarf steht ja immer noch das hervorragend besetzte Trainingslager der arbeitslosen Profis oder die eigene Jugend zur Verfügung.
    Wenn es jemand schafft auch einem zehnfachen Milliardär klar zu machen, das es sich trotz allem Anschein um eine endliche Summe handelt, dann ist es der HSV.

    • Sag' Tschüss Dino 28. November 2017 um 12:53 Uhr

      Während des „belastungsgesteuerten“ Trainigs verletzt sich dann auch nur derjenige, derweil vor Langeweile vom Sofa fällt oder sich bei Fifa Soccer einen Tennisarm holt. Und dann wundert sich alles, dass sie sich anstellen wie Werder Bremens Truppe nach einem Trainingslager in der Winterpause:

      Trainer: „Das ist ein Ball!“
      Spieler: „Kann ich den bitte noch einmal sehen?“

      Weiteres Problem: Je mehr sich der HSV zeigen würde, desto mehr Blicke wären auch international auf wirklich gute Spieler gerichtet, die dann ablösefrei vom Hof schleichen, weil der HSV sie nicht halten können wird. Es bliebe also nur die talentfreie Resterampe in Hamburg, die außer der granatenmößigen sportlichen Führung in Stellingen kein Verein der Welt haben will. Ob Keller oder besser, für einen Verein in diesem Zustand mag man sich keine Lösung mehr erträumen.

  5. alterplusser 28. November 2017 um 13:45 Uhr

    Morgen,

    hier mal eine, bzw. zwei Fragen.

    Wäre es vom Trainer nicht cleverer gewesen in den Schlussminuten den Spieler Ito zu bringen anstatt Waldschmidt ?
    Dies im Bezug auf die Anzahl der Spiele, bzw. Vertragsverlängerung bei zehn Spielen.

    Macht der Spieler Arp in Hamburg das Turboabitur ?

    Gruß

  6. Holger 28. November 2017 um 14:23 Uhr

    Super, Grave!

    Was Du hier exemplarisch für den HSV darstellst, zeigt wie „krank“ das System Profifußball mittlerweile ist.
    Erfolg ist für „kleinere“ Vereine eine Strafe. Köln steht dafür, aber auch Freiburg und viele Andere in der Vergangenheit.

    Das Ganze hat sich auch nicht einfach so „entwickelt“ (z.B. durch das Bosman- Urteil), sondern wird bewusst so gehalten und auch nicht verändert. „Emporkömmlinge“ sind unerwünscht, denn sie verdrängen eventuell die „Großen“, Einflussreichen und Mächtigen von Fleischtöpfen.

    Klubs wie Madrid, Barcelona, Bayern, etc. haben mittlerweile dermaßen aufgeblähte Etats (Spielergehälter, Ablösesummen, etc.), dass sie zwingend darauf angewiesen sind die Einnahmen aus der Champions- League zu generieren.

    Genau diese Klubs sind es auch die die Politik der UEFA und ihrer nationalen Verbände wesentlich beeinflussen oder sogar diktieren. Die ganze Champions- League diente von Anfang nur dazu den „Großen“ Einnahmen zu garantieren. Während bei dem alten Modell Landesmeister- und UEFA- Cup durch 1 oder 2 schlechte Spiele empfindliche Einnahmeverluste drohten.

    Solche „Einnahmeverluste“ würden heute bedeuten, dass ein „großer“ Klub sofort min. die Hälfte seiner Mannschaft verkaufen müsste. Bei Spielergehältern oberhalb der 10 Mio./ Jahr kein Wunder!

    Genau diese irre Diskrepanz zwischen denn Großen und den Kleinen führt dazu, dass Klubs wie Freiburg oder Mainz, oder eben auch (neben allen anderen Problemen) ein HSV gar nicht in der Lage wären Spieler mit Potenzial zu halten. Wirtschaftlich wäre es komplett verantwortungslos eine Ablöse abzulehnen, die nicht selten 30- 50% des Jahresetats dieser Klubs ausmacht.

    Wie kommen aber diese Ablösen zustande? Eben genau aus diesen „garantierten“ Einnahmen der Champions League.

    Dieses System zementiert die „Hackordnung“ im Fußball und ist letztendlich die Ursache dafür, dass es keine „Aufsteiger“ mehr gibt und der sportliche Wettbewerb zu Gunsten einer bestimmten Gruppe an Vereinen ausgehebelt wird.

    • Kugelblitz 28. November 2017 um 15:55 Uhr

      es liegt auch an uns, dass es zu diesen auswüchsen gekommen ist.

      ich habe vor jahren schon das skysportpaket (dfb-pokal, champions-league etc) gekündigt . eurosport und dazn kommen mir nicht ins haus.

      die internationalen wettbewerbe sind langweilig und ich beteilige mich nicht an der finanzierung der bayern.

Die Kommentarfunktion wurde geschlossen.

Unser Archiv