Tick Tack, wir gehen euch weiter auf den Sack…

Ehrlich, das schlägt jetzt langsam dem Fass den Boden aus. Ich habe keine Ahnung, was die draußen in Märchenwald Volkspark an Substanzen zu sich nehmen, aber gesund kann das nicht mehr sein.

„Der Blick auf die Tabelle allein ist noch nicht das Gefährliche“, sagte Markus Gisdol. „Gefährlich ist, dass wir das Gefühl haben, besser zu spielen als vergangene Saison. Und trotzdem fahren wir nicht die Punkte ein.“ Seine Lösung: „Wir müssen mehr Gift reinbringen und vielleicht unschön spielen.“

Eure Gefühle, werter Gustav Gansdol, bleiben euch unbenommen, aber guckt ihr euch euer Gegurke eigentlich auch mal in Ruhe an? Ich meine so am nächsten Tag ohne diese ganze Spieltags-Aufregung? Oder guckt ihr euch ab und an auch mal andere Spiele der Bundesliga an? Irgendwie nicht, oder? Ansonsten könnte man kaum auf die Idee kommen und dem HSV in den letzten Spielen „schönen und attraktiven Fußball“ zusprechen wollen.

Damit ich das jetzt richtig verstehe – sie wollen allen HSV-Beteiligten zur Zeit erklären, dass die Mannschaft mit den zweitmeisten Fouls der Liga ansehnlichen Fußball kickt? Und ihr Aufruf geht in die Richtung, dass man in Zukunft doch bitte noch gruseliger bolzt als in Freiburg? Habe ich das jetzt richtig verstanden? „Liebe Fans, leider sind die Zeiten der begeisternden Fußballfeste und des Ticki-tacka in vollendeter Form erstmal vorbei, wir brauchen Punkte“.  Sagen sie mal, Grinsdol, wie lange wollen sie die Leute eigentlich noch verarschen?

Als jemand, der weiter als von 12 bis Mittag denken kann, habe ich ihre Blödsinns-Offensive natürlich kapiert, aber die Medien und ein großer Teil der Fans fallen auf den Scheiß garantiert wieder rein. Dabei ist ihre Botschaft eigentlich ganz einfach zu entschlüsseln. Tatsächlich sagen sie nämlich:

„Tja. liebe HSV-Fans und Medien, das habt ihr jetzt davon. Ihr wolltet, dass wir unseren Erfolgs-Stil beenden und schönen, begeisternden Fußball zelebrieren. Weil wir uns euren Wünschen beugen, haben wir das getan und was haben wir jetzt davon? Abstiegsplatz! Ist aber nicht unsere Schuld, denn wir haben mit Folterfußball die Punkte geholt. Ihr aber wolltet was für’s Auge und nun bezahlen wir alle die Zeche dafür. Wir haben nun etwas beschlossen, wozu ihr nicht in der Lage seid, denn wir wollen im Gegensatz zu euch den Verein retten, während ihr Fußballfeste feiern wollt und damit den Abstieg in Kauf nehmt. Wir werden ab sofort wieder mit 6er-Kette spielen und die Pille unkontrolliert nach vorn bolzen, bis euch die Augen bluten. Ihr habt es doch nicht anderes gewollt und schon gar nicht anderes verdient, ihr Dorftrottel. Selbst Schuld. Sportlicher Gruß, Markus G, Chef-Trainer“

Stirn – Tischkante. Allein der Versuch, den Leuten erzählen zu wollen, dass man in den letzten Spielen sowas wie Fußball gespielt hat, ist eine Frechheit, aber immerhin erfüllt Gisela damit die vorhandenen Volkspark-Parameter, die ihm von seinen Vorgesetzten vor-gelebt/gelabert werden. Ein Sportchef, der sich scheinbar im Dauer-Delirium befindet und Spiele sieht, die nie stattgefunden haben. Ein Vorstandsvorsitzender, der ein lächerliches Ziel von 18 Punkten in der Hinserie ausgibt und damit jegliche Leistungsbereitschaft im Keim erstickt.

Dieser Verein ist von der Spitze bis zur Küchenhilfe eine einzige große verlogene Mogelpackung, die sich einzig und allein durch Märchen, erfundene Geschichte und Unterstützung der Hofberichterstatter am Leben hält. Aber gucken wir mal, wie lange das noch läuft. Gegen Frankfurt waren es noch knapp 40.000 und die Topspiele gegen Bayern, Dortmund, Leipzig und Bremen sind schon gespielt. Wenn man den Leute jetzt noch öffentlich ankündigt, dass man in Zukunft so übel kicken möchte, dass man als Zuschauer am besten ohne Rezept und Krankschreibung nicht mehr hingehen sollte, viel Vergnügen. Dann noch ein wenig Pyro, ein paar Prügeleien mit Rechtsradikalen – läuft.

 

 

Von | 2017-12-14T10:33:26+01:00 14. Dezember 2017|Allgemein|23 Kommentare

23 Comments

  1. Volli 14. Dezember 2017 um 07:51 Uhr

    Wenn man morgen, durch irgendwelche Zufälle, 3 Punkte nach Hause stolpert, ist das Hinrunde Ziel doch erreicht und alle liegen sich in den Armen. Meier beginnt schon mit dem Wahlkampf, spendiert super e.V. Zahlen. Die Nordtribüne zeigte am Dienstag den Volkspark im Weihnachtsglanz. Läuft doch beim HSV, alles in Butter! Außerdem hat Bremen auch verloren, und der direkte Abstiegsplatz ist, mindestens bis Samstag, noch in weiter Ferne! Müller ist im April wieder fit, und schießt uns dann allein aus dem Keller.

  2. BerndH60 14. Dezember 2017 um 08:14 Uhr

    Ich bin einfach nur glücklich, dass der HSV seine Wunschplatzierung erreicht hat.
    Europa in unerreichbarer Ferne, im DFB Pokal wie üblich schnellstmöglich ausgeschieden, ist das Zusatzspiel der Relegation von existenzieller Bedeutung.
    Was hatte ich Angst nach dem Sieg über Hoffenheim, aber jetzt weiß ich, Alles wird gut!
    Danke, Beiersdorfer, und mögen Gisdol und Bruchhagen ewig leben um dem HSV noch bis zum Ende der Zeit dieses so wichtige Spiel zu ermöglichen.
    Die Relegation, das Endspiel des kleinen Mannes.

  3. Saschas Alte Liebe 14. Dezember 2017 um 08:15 Uhr

    Absteigen, einfach nur absteigen !

    • Santa 14. Dezember 2017 um 14:55 Uhr

      Und das wird passieren. Da man nun ja den schlechtesten Keeper aller 3 Ligen hat, ist der Abstieg nicht mehr zu verhindern.

  4. ULRICH 14. Dezember 2017 um 08:24 Uhr

    Das mit dem Absteigen ist gar nicht so einfach, wenn man sich mal die anderen Graupen anschaut. Die Bundesliga ist ab Platz 2 einfach nur scheisse.

    • Gravesen 14. Dezember 2017 um 08:28 Uhr

      Umso erschütternder die Bilanz eines Vereins, der in den letzten 3 Jahren ca. € 120 Mio. für neue Spieler ausgegeben hat und pro Jahr € 57 Mio. !!!! an das kickende Personal verschleudert.

      • Volli 14. Dezember 2017 um 08:46 Uhr

        Aber wenn man jedes Jahr soviel Geld ausgeben kann, stimmen doch die Finanzen! ?

      • ULRICH 14. Dezember 2017 um 11:55 Uhr

        Tja, und auch diese scheisse mit dem Kohle raushauen geht wahrscheinlich weiter. Dann gibt es einen Retterfond, neue schmuckaktien und die hirnlosen werden sich dann feiern, wie sie den Club retten. Und der Club lacht sich im Keller schlapp, wie leicht man diese Pfosten immer noch betatschen kann…….

  5. Weltmeister2014 14. Dezember 2017 um 08:45 Uhr

    Wenn man der Mannschaft attestieren möchte, dass sie zeitweise in einem Spiel einen minimal ansehnlicheren Fußball spielt als vorher, so ist die Lösung denkbar einfach:
    Es liegt mitnichten daran, dass Gisdol „die Mannschaft weiterentwickelt hat“. Im Gegenteil: Kein einziger gestandener Profi hat sich weiterentwickelt. Bei keinem war eine Leistungsexplosion zu erkennen. Nicht mal ansatzweise. Und nun kommt mir bitte nicht mit Arp oder Ito, denn die wurden von anderen Trainern ausgebildet – aber ganz sicher kann sich Gisdol nicht mit diesen fremden Federn schmücken.
    Es liegt auch nicht an einem wundersamen Systemwechsel oder was da auch immer fabuliert wird.
    Wie gesagt: Es ist ganz einfach. Brummkreisel Holtby spielt nicht mehr mit. Der rannte ständig nur dem Ball nach, hielt selten seine Position. Das sah zwar kämpferisch aus, brachte aber mehr Probleme als Vorteile mit sich, da der Raum völlig falsch besetzt war. Und Holtby selbst war viel zu oft zur falschen Zeit am falschen Ort. Eigentlich waren die Mitspieler ständig damit beschäftigt das zu korrigieren und auszubügeln.
    Als Holtby dann mal draußen saß, war relativ schnell klar, dass es ohne ihn ein bisschen besser läuft. Diese Entdeckung ist jedoch wohl eher dem Zufall geschuldet, als dem Geschick des Trainers.
    Das Spiel nach vorne ist immer noch eine Qual. Tore sind oftmals mehr oder weniger Produkte des Zufalls. Oder anders gesagt: „Rausgespielte“ Treffer sind weiterhin eine Rarität.
    Aber immerhin schafft es diese limitierte Truppe die Pille überhaupt mal in den 16er zu tragen. Wenn man mit HSV-Brille unbedingt eine Verbesserung ausmachen will, dann ist es wohl dieses.
    Ansonsten belegt die Statistik eindrucksvoll, dass sich sportlich rein gar nichts verbessert hat im Vergleich zum vorherigen Trainer.
    15 Punkte aus 16 Spielen – das ist die Bilanz eines Absteigers.
    Ich fürchte am Ende der Saison ist es soweit.

  6. VvJ 14. Dezember 2017 um 09:31 Uhr

    Die ganze Liga ist so eng, da werden Nuancen entscheiden. Ein guter Torwart, Mentalität, Fitness, Teamgeist. Schwer einfach zu kaufen auch mit den ganzen Millionen. Das muss man akribisch planen und aufbauen. Na, bei meinem Verein hat das wenigstens geklappt, wie man am Dienstag sehen konnte :).

  7. Holger 14. Dezember 2017 um 11:37 Uhr

    Grave: „Oder guckt ihr euch ab und an auch mal andere Spiele der Bundesliga an?“

    Genau auf den Punkt, Grave.

    Ich schaue mir ab und zu mal andere Spiele an. Das ist definitiv eine andere Sportart, die da betrieben wird.
    Mir zumindest fällt das deutlich auf! Da spielen meistens 2 Mannschaften gegeneinander bei denen der Ball über 5- 6 Stationen in den eigenen Reihen bleibt. Flügelwechsel möglich sind und auch lange Pässe zu 80% einen Abnehmer in den eigenen Reihen finden.

    HSV- Spiele sind ganz anders!

    Das wirklich kuriose ist, dass auch der Gegner gegen den HSV grottenschlecht kickt.

    Was die Eintracht am Dienstag in der 2. Halbzeit veranstaltet hat, ist da typisch.
    Die haben geradezu darum gebettelt, das Ding zu verlieren. Ähnlich wie Hoffenheim über 90 Minuten.

    Mich würde nicht wundern, wenn irgendwann mal rauskäme, dass dem Gegner in Hamburg irgend was ins Wasser gemischt wird. Anders ist das Phänomen „HSV“ nicht zu erklären.

    • Santa 14. Dezember 2017 um 14:53 Uhr

      😀 Ne ne, das Problem hast Du doch selbst erkannt: Der HSV spielt keinen Fußball wie die anderen Clubs. Die anderen Clubs erwarten eine gewisse Ordnung in den Reihen der gegnerischen Mannschaft. Der HSV hat kein Spielsystem, keine Ordnung, keine Strategie. Sie bolzen, wie sie es gerade können. Das verwirrt die anderen Manschaften, so dass selbst Bayern völlig verwirrt war und nur knapp und durch ein Zufallstor gewonnen hat. So gesehen hat der HSV doch eine Strategie: Verwirrung des Gegners durch Chaos.

      • Holger 14. Dezember 2017 um 22:55 Uhr

        So ganz unrecht haste da gar nicht. Immer wieder zu bewundern im Pokal, wo Bundesligisten oft große Probleme mit weit tieferklassigen Mannschaften haben.

        Stecke mal einen Landesligaspieler in die Kreisklasse. Der bekommt echt Probleme!

        Als relativ untalentierter, aber eifriger Schnapper habe ich meine bescheidene Karriere (Bezirks- und Landesliga) in der 3. Mannschaft in der Kreisklasse C ausklingen lassen. Was habe ich für „krumme Dinger“ kassiert und oft dabei richtig „Sch….“ ausgesehen!

        Du bist einfach bestimmte Verhaltensweisen (als Torwart eben „Schusstechniken) gewöhnt. Wenn ein Kreisklassen- Stürmer zwar ausholt, als wollte er dich mit durchs Tor schießen, dann aber, aus Versehen den Ball nur so tuschiert, dass er Dir durch die Beine kullert, dann stehst Du echt dumm dar!

        So ungefähr stelle ich mir das Gefühl eines echten Profifußballers im Spiel gegen den HSV vor. Die machen einfach nicht das, was man vom Gegner erwartet.

  8. Levti 14. Dezember 2017 um 16:38 Uhr

    Früher sagte ich, wenn ich die anderen Fans ärgern wollte immer „HSV, alles andere ist nur Fußball.“

    Seit einigen Jahren und so schreibe ich es auch inmeinem Whatsapp Status ist der Spruch geringfügig geändert worden in „HSV, alles andere ist Fußball.“

    Dass die Hüpfer so etwas nicht verstehen, ist mir leider klar.

  9. Gravesen 14. Dezember 2017 um 16:59 Uhr

    BILD HamburgerSV
    Schluss für heute! Nach 34 (!) Minuten ist das Abschlusstraining auf dem Rasen vorbei. Arp (Belastungssteuerung) und Wood (Knie) fehlten komplett, trainierten im Kraftraum.

    .
    Abschlusstraining!!! Ohne Worte

    • Saschas Alte Liebe 14. Dezember 2017 um 17:30 Uhr

      Das waren bestimmt 34 Min. voll intensiven Trainings des variantenreichen direkten Kurzpassspiels, schnellen modernen Umschaltspiels und raffinierte Freistoßfinten.
      😀

    • atari 14. Dezember 2017 um 18:34 Uhr

      wenn man alles drauf hat baucht man auch nicht so viel trainieren 🙂

      • Saschas Alte Liebe 14. Dezember 2017 um 23:15 Uhr

        Und den unansehnlichen Antifußball haben sie ja schon durchaus ganz gut drauf.

    • Holger 14. Dezember 2017 um 23:00 Uhr

      Denk an die „Mehrfachbelastung“ der Spieler!

      Dickmeier hat noch Tattoo- Termine. Holtby muss seinen Twitter- oder Facebook- Account pflegen. Der Rest hat noch die stressigen Weihnachtseinkäufe am Bein.

      Der Einzige für den ich kein Verständnis habe ist Arp. Die paar Klausuren vor Weihnachten müssen ja wohl locker drin sein.

  10. Metalhead74 14. Dezember 2017 um 19:05 Uhr

    34 min Training ?
    na gg meine borussia könnt‘s morgen grad reichen wenn die wieder wie so pomadig überheblich auftritt wie so oft zu letzt
    allein die 6 hergeschenkten punkte haben den letztjährigen abstieg gösstenteils verhindert…..

    früher war mir der HSV echt mal sympathisch aber, sorry , der Abstieg ist echt mal fällig…..

    • Saschas Alte Liebe 14. Dezember 2017 um 23:12 Uhr

      Ich gehe davon aus, dass die Borussia nach der lahmen Vorführung in Freiburg aufgeschreckt ist und morgen dem Dino zeigen wird, wo sein (17.) Platz ist.
      Der wird es sicher wieder mit der üblichen unappetitlichen Suppenspuckerei versuchen, doch voraussichtlich nach dem ersten Gegentor eine Menge zu löffeln bekommen.
      In Gladbach herrscht doch nicht wirklich Krisenstimmung, oder ? Da scheint mir nur z.Z. etwas wankelmütige Unstetigkeit eingerissen zu sein.

  11. Wenzel 14. Dezember 2017 um 20:04 Uhr

    Ganz richtig, alles, was sich Borussia nennt, hat in den letzten Jahren immer gut geliefert.
    Dadurch habe ich mit meiner kleinen Schwester (Sottocultura in MG) und meinem kleinen Bruder (Südkurve in DO) fußballerisch gebrochen, persönlich natürlich nicht.

    Gerade lief im HH-Journal ein Jubelperser-Bericht über die Unabsteig-Bar in Stellingen.
    Was mir dabei durch den Kopf und den Magen-Darm-Trakt ging, enthalte ich Euch aus Pietätsgründen lieber vor.

    Da ich in Lurup zwischen all den Rauten lebe, fällt mir ein doofer/geänderter Spruch aus den 80ern ein:
    Absteigen ist machbar, Herr Nachbar.Wie sagt man in meiner Heimat: Machet Kollege.

  12. Michael 14. Dezember 2017 um 23:43 Uhr

    Management by Kangaroo: Große Sprünge machen mit leerem Beutel.
    Großkotzig bis zum bitteren Ende.

    https://twitter.com/bild_hsv/status/941427015638380544

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