Das jähe Ende des „HSV-Sanierers“ Wettstein

Ich gebe zu, manchmal ist es schon frustrierend. Da bekommt man Telefonanrufe, erhält E-Mails oder WhatsApp-Mitteilungen und im Anschluss möchte man irgendwas aus dem Fenster werfen. Man hört von Berater-Honoraren für serbische Fußballer, die die Ablöse-Summen anderer Spieler übertreffen, man bekommt Hinweise, dass vieles (wenn nicht alles), was diese Herren dort im Volkspark veranstalten, ein einziges großes Lügengebilde darstellt. Und dann gibt es zum großen Glück noch sowas wie Football Leaks, den Spiegel und Leute wie Rafael Buschmann und plötzlich macht alles wieder einen Sinn. Gestern Abend, kurz vor Beginn des letzten Hinrunden-Spiels, platzte eine Bombe und sie stellt den vom Boulevard als „HSV-Sanierer“ gekürten Finanzvorstand Frank Wettstein wie einen komplett weltfremden Trottel dar.

Blumen und Anzüge: HSV griff offenbar zu kuriosen Sparmaßnahmen

Der finanziell angeschlagene Fußball-Bundesligist Hamburger SV hat offenbar recht ungewöhnliche Maßnahmen zum Sparen getroffen. Laut eines Papiers mit dem Titel „Kostensenkungsprogramm 2016“ aus dem Datensatz der Enthüllungsplattform Football Leaks, das dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vorliegt, sollten Blumengeschenke für Angestellte der Geschäftsstelle gestrichen und Klubanzüge für Geschäftsstellenmitarbeiter abgeschafft werden.

Außerdem sei überlegt worden, die Rasenheizung nicht unter voller Leistung laufen zu lassen. „Sollte ein starker Winter kommen, haben wir definitiv ein Riesen-Problem“, zitiert der Spiegel aus einem internen Kommentare zu dem Sparplan. Trotz aller Zwänge sollen die Hanseaten in der Saison 2016/17 über 52 Millionen Euro an Gehältern für ihre Mannschaft ausgegeben haben, am Ende landete der Klub auf Rang 14.

Der HSV schreibt seit Jahren Verluste. Das abgelaufene Geschäftsjahr wurde mit einem Minus von 13,4 Millionen Euro abgeschlossen. Dies geht aus dem Jahresabschlussbericht für 2016/17 hervor, den die Hamburger Mitte November veröffentlicht hatten. Die Verbindlichkeiten betragen 105,5 Millionen Euro, die erzielten Umsatzerlöse 122,1 Millionen Euro.

Unfassbar. Da fährt ein Verein seit Jahren beständig ein zweistelliges Millionenminus pro Saison ein, da werden Berater-Honorare in Millionenhöhe bezahlt, Abfindungen rausgeknallt, es werden diverse externe Agenturen für Dienstleistungen angeheuert, obwohl man den Apparat mit fast 300!!!! Mitarbeitern fährt. Da werden Spielern, die noch Verträge bis 2020 besitzen, diese Verträge ohne Not vorzeitig verlängern und die Bezüge teilweise verdreifacht und nun wollen diese Vollpfosten an Blumengebinden sparen??? Soll das eigentlich mittlerweile sowas wie Slapstick sein? Und die BILD nennt den dafür Verantwortlichen „SANIERER?“

Ich zitiere aus dem Spiegel:

Wettstein drängt auf eine neue Sparrunde. Ein Papier mit dem Titel „Kostensenkungsprogramm 2015“ entsteht. Auf mehreren Seiten werden Dutzende möglicher Sparmaßnahmen aufgelistet, die alle Abteilungen des Klubs betreffen, außer der Profiabteilung, und deren Für und Wider debattiert.  Es wird angedacht, die Rasenheizung herunterzufahren, um Energiekosten abzusenken. Das Risko: „Verschlechterung der Rasenqualität, sollte ein starker Winter kommen, haben wir definitiv ein Riesen-Problem. Die „Clubanzüge für Geschäftsstellen-Mitarbeiter“ sollen abgeschafft werden. Es wird erwogen, Teilnehmern an der HSV-Fußballschule nicht mehr zwei, sondern nur noch ein Trikot zu überlassen. „Das 2. Shirt könnte künftig komplett wegfallen, bzw. durch eine billige Regenjacke „made in China“ ersetzt werden.

Ein weiterer Vorschlag: Den „Deal“ mit einer Firma, die Weine und Sekt für die VIP-Logen im Volksparkstadion liefert, nicht zu verlängern. Folge: Kein Wein & Sekt = schlechtes Angebot im VIP-Bereich, höhere Unzufriedenheit + höhere Kündigungsrate. Hostessen sollen eingespart werden. Die pompöse HSV-Weihnachtsfeier landet auf der Liste. Künftig soll es nur noch eine „Low-budget-Variante“ geben. Mögliches Risiko: „Unmut der Mitarbeiterschaft“.    (Quelle: Spiegel) 

Das alles muss man sich eigentlich mehrfach durchlesen, um es zu glauben. Da labert der Vorstandsvorsitzende beständig davon, dass man sehr wohl ohne Kühne handlungsfähig wäre, dabei sieht man sich gezwungen, ein paar Club-Anzüge zu streichen? Und  wie läuft das dann? Am Tag, nach dem man die Club-Anzüge gestrichen hat, stellt Wettstein 20 neue Leute ein und der Vertrag von Gideon Jung wird ohne Not und zu verbesserten Bezügen vorzeitig verlängert? Habt ihr eigentlich noch alle Latten am Zaun??? Und es nicht ja nicht so, dass die Medien dies alles nicht gewusst oder zumindest vermutet hatten. Anstatt ihren Lesern jedoch die Wahrheit aufzutischen, erfinden sie als Steigbügelhalter irgendwelche fabelhaften Erfolgs-Gestalten, die es überhaupt nicht gibt.

Wie es um den „HSV-Sanierer“ Wettstein bestellt ist – siehe oben.

Der „HSV-Juwelier“ und „Erfolgsgarant“ Peters entsprang einer panikartigen PR-Aktion des Vereins, als man nach den beiden Auftaktsiegen gegen Augsburg und Köln sportlich nichts mehr auf die Reihe bekam, eine katastrophale Bilanz zu veröffentlichen hatte und im Anschluss irgendeine positive Nachricht produzieren musste. Folglich wurde der einzige Bereich gefunden, bei dem es nicht tiefschwarz aussah und der angeblich dafür Verantwortliche Peters wurde als Interview-Partner rumgereicht, von der Welt bis zur Bäckerblume. Mit Unterstützung des Boulevards wurde daraus der „HSV-Juwelier“ gekürt, der ungefähr so sehr Juwelier ist, wie Beiersdorfer ein Dukaten-Scheißer war, aber diese Legende hielt sich bekanntlich auch bis heute.

Was den großen Nachwuchs-Förderer Gisdol betrifft, muss man sich nur das gestrige Spiel in Gladbach angucken. Weder Arp noch Ito hätten bei Gustav Gansdol eine Chance erhalten, hätten sich nicht Müller, Kostic, Wood und Hahn verletzt. Ein Spieler wie Janjicic ist nach einem schlechten Spiel sofort wieder raus, Jatta existiert überhaupt nicht mehr.

Was zeigt uns diese Enthüllung von Football Leaks/Spiegel nun in Gänze? Sie zeigt, dass der HSV am Arsch ist, die Herren dort aber immer noch mit Millionen um sich werfen, während auf der anderen Seite Blumengebinde weggespart werden sollen. Sie zeigt, dass Bruchhagen lügt, wenn er über Kühne und Handlungsfähigkeit spricht. sie zeigt, wie krank die Verbindung Hamburger Medien –  Verein funktioniert. Und sie zeigt, wie die Mitglieder und Fans seit Jahren beschissen und betrogen werden.

Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, dieses:

Immer wieder betonen die HSV-Verantwortlichen, dass sich Investor Klaus-Michael Kühne nicht in sportliche Belange einmische. Doch nach dem unansehnlichen 0:0 in Freiburg vor zwei Wochen soll der Milliardär eine E-Mail an den Verein geschrieben haben – mit dem Vorschlag, im Winter einen neuen Spielmacher zu verpflichten. Das berichtet „Bild“. Eigentlich hatte Kühne ja ein weiteres finanzielles Engagement in Frage gestellt. Doch nun scheint er wieder bereit zu stehen. (Quelle: Mopo)

Ah ja, Herr Kühne „empfiehlt“ also. Der Mann, der sich niiiiiieeee in sportliche Belange und ins Tagesgeschäft einmischt, möchte doch gern eine Aktion „van der Vaart 3.0“ initiieren, ich breche zusammen.

Zum gestrigen Spiel: Wer mit einer 5-5-0-Taktik beginnt, hat nichts anderes verdient. Aber: Mit 15 Punkten aus 17 Spielen hat Gisdol nun genügend Argumente, um bei Kühne für neue Spieler zu werben. Und dreimal dürfen wir alle raten, wer dabei alles verdienen wird.

Steigt endlich ab!

 

Von | 2017-12-16T08:44:18+01:00 16. Dezember 2017|Allgemein|38 Kommentare

38 Comments

  1. Gravesen 16. Dezember 2017 um 08:36 Uhr

    Ich lasse meinen Parkplatz mit italienischem Marmor pflastern, aber im Haus sitze ich im Wintermantel, weil ich Strom sparen muss 😀 😀 😀 Was für ein kranker Haufen. Und noch kranker ist der Haufen, der denen auch nur noch einen Euro in den Rachen wirft.

    • Ex-HSVer im Herzen 16. Dezember 2017 um 10:46 Uhr

      Genauuuuuuu so isses! Wie zur Hölle kann man noch Fan sein? Wie kann man für so etwas Geld zahlen? Wie kann man als Unternehmen für VIP-Tickerts 4000-10.000 € zahlen (absetzen kann man das auch kaum noch). Wieso???????????? Das geht einfach nicht in mein Hirn. Zumal das alles Leute sind, die den Gemüsehändler verklagen, wenn im gekauften Salat eine Raupe ist.

  2. michael 16. Dezember 2017 um 08:58 Uhr

    Moin Grave,

    diese Saison wird es so weit sein! Das Glück ist lange aufgebraucht, das Spiel der Rothosen ist von einer ekelerregenden Schlechtigkeit, so dass es diese Saison direkt runter geht. Mittlerweile ist meine Sympathie für diesen Verein komplett aufgebraucht. Ich kann die Arroganz von Bruchhagen und Gisdol nicht mehr ertragen. Den Höhepunkt dieser Arroganz markierten für mich die Aussagen Bruchhagens nach der berechtigten Sammer-Kritik („Wir sind ja alle Experten“). Oder Fussball-Stümper Sakai: „Es ist mir scheissegal…“. Ja, genau wegen solcher Aussagen muss der HSV sich aus der Liga verpissen. Überall Arroganz, wo nur Demut angebracht wäre. Aber es geht zum Glück in die richtige Richtung: leeres Stadion, hoffentlich morgen direkter Abstiegsplatz, spielerisch schlechteste Mannschaft in Liga 1, quasi-insolvent, etc.

    Ich begleite den HSV seit 38 Jahren emotional und physisch. Ich bin kein Hater, Pester oder sonst etwas, aber im Sinne einer Genesung wünsche ich dem HSV den Abstieg. Nur so wird sich etwas ändern. Der HSV muss unnattraktiv für alle Abgreifer und leistungsverweigernden Profiteure werden. Hierzu zähle ich den kompletten Profikader, Trainerstab, Vorstand und AR. Verschwindet! Mein Rat an Fiete Arp: Junge, sei clever. Verlänger‘ nicht in Hamburg. Du wirst den HSV nicht retten können. Wechsel in ein gesundes BL-Team, wo Fussball gespielt wird. Hier kannst du dich weiter entwickeln, niemals beim HSV.

    Michael

    • Ex-HSVer im Herzen 16. Dezember 2017 um 10:49 Uhr

      Die werden sich wieder retten. Wirste sehen. Platz 16 und dann Relegationsgewürge gegen Nürnberg oder Kiel.
      Ein Hoffnungsschimmer ist, dass es keine Gegner gibt, die Donnerstags Euro League spielen müssen und dann in den Volkspark kommen.

  3. Saschas Alte Liebe 16. Dezember 2017 um 09:08 Uhr

    Es gibt keine Unterschiede mehr zwischen der HSV Realität und dem „Postillon“. Jeder einzelne Punkt oben könnte von den Satirikern erfunden sein. Bei jedem Punkt greif ich mir an den Kopf.
    Nur Sorgen, die mache ich mir längst nicht mehr. Der HSV hat das alles so verdient, und Abstieg(e) und Insolvenz auch.
    Zum Totlachen

    • BerndH60 16. Dezember 2017 um 09:49 Uhr

      Ich glaube, du liegst ganz knapp daneben.
      Nicht die Realität wird von der Satire überzeichnet, sondern wie in der Politik hat die Realität die Satire weit hinter sich gelassen.
      Man stelle sich mal vor jemand würde diese Geschichte als Drehbuch einreichen. Der Autor würde achtkantig aus dem Büro jedes Produzenten fliegen wegen kompletten Realitätsverlust.
      ??

  4. Gravesen 16. Dezember 2017 um 09:21 Uhr

    Zwei Monate vor Beginn der Bundesligasaison im Sommer 2016 ist die Stimmung in der Geschäftsstelle des Hamburger SV im Keller. Leitende Angestellte erhalten eine Mail vom Klubvorstand: „Liebe Kollegen“, Sonderzahlungen bei „der Geburt des Kindes sowie einer Heirat“ seien ab sofort gestrichen. Gratifikationen zu Dienstjubiläen würden „durch zusätzlichen Sonderurlaub ersetzt“.

    Außerdem: Bei Geburtstagen werden künftig keine Blumen, sondern nur noch 20-Euro-Gutscheine für den Fanshop verschenkt.

    „Vielen Dank und viele Grüße.“

    Nie wurde im Profifußball mehr Geld verdient als in den vergangenen Jahren. Die Stadien der Bundesligisten sind meist rappelvoll. Sponsoren und TV-Sender bezahlen Milliarden Euro für Werbe- und Übertragungsrechte. Selbst Provinzvereine wie der FC Augsburg melden regelmäßig neue Millionengewinne.

    Beim HSV müssen Blumensträuße für Geburtstage eingespart werden.

    Vor zwei Monaten verkündete der HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein den aktuellen Stand der Verbindlichkeiten des Traditionsvereins: 105 Millionen Euro – so viel wie noch nie. Wie konnte es so weit kommen, was ist schiefgelaufen in Hamburg? Ist so ein Sanierungsfall noch zu retten? (Quelle: Spiegel)

    • Ex-HSVer im Herzen 16. Dezember 2017 um 11:04 Uhr

      Kranker Kackverein. Wer immer noch Fan ist und das liest müsste spätestens jetzt aufwachen. Das ist an Schäbigkeit nicht zu überbieten. Soll dieser Schwanzlutscher von seinem Gehalt die Blumen und den sonstigen Kleinkram zahlen. Boah! Ich könnt da mit nem Flammenwerfer rein!!!!!

  5. Oberberger 16. Dezember 2017 um 09:37 Uhr

    Ich habe mir den kompletten Artikel im SPIEGEL durchgelesen und bin ehrlich gesagt wenig überrascht.
    Es ist genau die Art spätrömischer Dekadenz die ich hinter all dem Irrsinn erwartet hatte.
    Die HSV-Mitarbeiter sollten sich nicht grämen, wenn es zur Geburt oder zu Jubiläen keine Blumensträße mehr gibt. Die Kohle ist ja nicht weg, sie ist nur woanders. 😀
    Steigt endlich ab. Ich kann Euch nicht mehr hören und sehen.

  6. Saschas Alte Liebe 16. Dezember 2017 um 09:45 Uhr

    Dieser Clown Dino Club ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten.
    (naja, mal schau’n; vielleicht von sich selbst..)

  7. ehemals22B 16. Dezember 2017 um 09:51 Uhr

    Es wird die große Masse leider nicht interessieren.

    Im Gegenteil: ich halte die Wahrscheinlichkeit für größer, dass solche hanebüchenen Maßnahmen bei den unterbelichteten Fans noch gut ankommen. Weil: nur der HSV. Oder so ähnlich.

    Es fehlt bei vielen Fans die Konsequenz, diesen Scheiß zu boykottieren. Durchaus intelligente Menschen, denen das Nebenher völlig am Allerwertesten vorbeigeht.

    Hauptsache ins Stadion und ein wenig Zeit totschlagen.

  8. Michael 16. Dezember 2017 um 09:58 Uhr

    Was Beckenstein da vorlegt, ist kein Sparkonzept, sondern ein peinlicher Witz, wie ihn die Satire nicht besser machen könnte. Das Personal lacht doch längst über ihn.
    Wir alle wissen, wie man saniert, der eine oder andere hat solch einen Prozess in der Industrie oder im Gewerbe mitgemacht: Personalstand auf das notwendige eindampfen ist das erste, geht immer, jeden Stein umdrehen, wo Geld ausgegeben wird, dann ein Konzept mit klaren, operationalen Zielen erstellen und durchziehen.
    Warum macht Wettstein bzw. der Vorstand das nicht? Weil sie noch nie ein Konzept hatten. Sie fahren auf Sicht, haben aber bei Nacht und Nebel die Sonnenbrille auf.
    Der Spielerkader ist weder qualitativ besser geworden noch billiger, im Gegenteil teurer. Die Geschäftstelle hat mehr Personal, was nicht durch Zusammenlegung der Gesellschaften zu erklären ist. Hier ist munter drauflos dilettiert worden. Es gilt immer noch die verbreitete Devise „große Truppe, großer Chef“. Wenn man die Chefs lässt! Ein Personalplan würde dies verhindern. Den gibt es offensichtlich nicht.
    Mit diesen Einsparungen sind hebel geschaffen worden, das Personal zu demotivieren. Stellt Euch mal ein zwanzigjähriges Dienstjubiläum vor: kein Blumenstrauß, keine Pulle. Dann denkt der Mtarbeiter doch „ja dann leckt mich doch am Arsch!“ und nicht: jetzt hau ich aber rein! Er bestraft das Unternehmen mit Bummelei und ggf. mit einem gelben Schein beim nächsten Schnupfen.
    Das große Ganze haben sie nicht im Blick, die Kleingeister schauen auf solche winzigen Posten, ohne sie zu verstehen. Warum? Vermutlich, weil sie die große Aufgabe gar nicht angehen wollen. Sie bummeln ihre Zeit ab und treichen die dicke Kohle ein. Weil niemand hinter ihnen steht und Druck in richtung Konzepterstellung und Sanierung macht. Der Aufsichtsrat ist ein Witz, der nicht funktioniert. Es machtr übrigens nichts, wenn Kontrabass Jansen dort aufläuft: er wird es schaffen, nichts zu schaffen. Das traue ich ihm zu. Trotz seines geringen Alters und der kurzen Zeit als „Experte“. Außerdem hat er die Raute, ganz klein, aber irgendwo.
    Beim HSV gibt es Konstanz nicht im Kader, sondern in der Geschäftsführung. Konstanter Dilettantismus und konstante Konzeptlosigkeit, korrupte Vetternwirtschaft und Pöstchenbesetzung. Damit geht es jetzt hoffentlich kostant in den Trichter, hoffentlich mit Bruchhagen, Todt und Gisdol. Damit sie hinterher keien Dolchstoßlegende erfinden wie Reihersdorfer, der Dukatenverbrenner.

    • Oberberger 16. Dezember 2017 um 10:27 Uhr

      110% Zustimmung. Bestens auf den Punkt gebracht !

  9. Gravesen 16. Dezember 2017 um 10:01 Uhr

    Und jetzt finde den Fehler:
    .

    Zwei Monate vor Beginn der Bundesligasaison im Sommer 2016 ist die Stimmung in der Geschäftsstelle des Hamburger SV im Keller. Leitende Angestellte erhalten eine Mail vom Klubvorstand: „Liebe Kollegen“, Sonderzahlungen bei „der Geburt des Kindes sowie einer Heirat“ seien ab sofort gestrichen. Gratifikationen zu Dienstjubiläen würden „durch zusätzlichen Sonderurlaub ersetzt“.

    Das war also im Mai/Juni 2016
    .
    Danach!
    Filip Kostic/Ablösesumme: € 14 Mio. (im Verein seit: 25.07.2016)
    Douglas Santos/Ablösesumme: € 7,5 Mio. (im Verein seit 31.08.2016)
    Walace/Ablösesumme: € 9,2 Mio. (im Verein seit 30.01.2017)
    Alen Halilovic/Ablösesumme: € 5 Mio. (im Verein seit 21.07.2016)
    Bobby Wood/Ablösesumme: € 3,5 Mio. (im Verein seit 01.07.2016)
    Mergim Mavraj/Ablösesumme: € 1,8 Mio.(im Verein seit 01.01.2017)
    Papadopoulos/Ablösesumme: € 6,5 Mio. bis € 10 Mio. (im Verein seit 16.01.2017)
    Andre Hahn/Ablösesumme: € 6 Mio. (im Verein seit 01.07.2017)
    Julian Pollersbeck/Ablösesumme: € 3,5 Mio. (im Verein seit 01.07.2017)
    .
    Das muss man sich bitte auf der Zunge zergehen lassen. Nachdem man den Mitarbeitern Blumen und Anzüge wegrationalisiert hatte und nachdem man in den VIP-Logen nur noch Leitungswasser servieren wollte…
    ….danach hat man für neue Spieler mehr als € 60 Mio. ausgegeben!!!!!
    .
    Allein das Gehalt des Transfer-Eigentors Salihovic würde mit großer Wahrscheinlichkeit all die erdachten Sparmaßnahmen auffangen.

  10. Leonadomitcabrio 16. Dezember 2017 um 10:08 Uhr

    Man kann nur hoffen, dass deer Kelch nicht an uns vorüber geht..

  11. Saschas Alte Liebe 16. Dezember 2017 um 10:12 Uhr

    Allerdings würde solch großartige Realsatire wirklich fehlen, wäre der Dino plötzlich verschwunden…
    Er ist ein unerschöpflicher Quell. Schilda lebt.

  12. Gravesen 16. Dezember 2017 um 10:16 Uhr

    Ich habe immer gewusst, dass mich der HSV genau daran erinnert 🙂
    .

    Als Potemkinsches Dorf (russisch потёмкинская деревня) – teilweise auch in der Schreibweise Potjomkinsches Dorf – wird eine Siedlung (Dorf, Stadtteil oder eine Stadt) bezeichnet, die sich in ihren Schauseiten attraktiv herausgeputzt zeigt, jenseits davon aber marode oder schäbig ist, also den Charakter einer Kulissenstadt hat. Die Redewendung geht zurück auf eine Erzählung über den russischen Feldmarschall Reichsfürst Grigori Alexandrowitsch Potjomkin, die nicht den historischen Gegebenheiten entspricht.[1][2] Potjomkin, Gouverneur und Militärreformer, der sich unter Zarin Katharina II. um die Entwicklung Neurusslands bemühte, habe nach dieser Legende vor dem Besuch seiner Herrscherin im neu eroberten Neurussland im Jahr 1787 entlang der Wegstrecke Dörfer aus bemalten Kulissen zum Schein errichten lassen, um das wahre Gesicht der Gegend zu verbergen.

    • Saschas Alte Liebe 16. Dezember 2017 um 10:25 Uhr

      Wie die Faust auf’s Auge.
      Fast niemand scheint es aber für sinnvoll zu halten, mal hinter diese Pappkulissen zu blicken; oder wenn doch, dann nur aus Sensationsgier und ohne weitere Folgen.
      Das ist doch das eigentlich üble Symptom.
      Die Show mit dem Kulissen-Club ist ihnen lieber als die Wahrheit. Sowas ist schon ein wenig krank.

    • Ex-HSVer im Herzen 16. Dezember 2017 um 11:16 Uhr

      So isses!! Das wusste ich schon 2010/2011. Als VIP-Kunde bekommt man so einige Dinge mit, die schon an Slapstick erinnern. Wo man als seriöser Unternehmer nur den Kopf schütteln konnte. Beispiel gefällig?

      Erstes Saisonspiel, 32 Grad, ausverkauft. Schon in der Halbzeit sind 3 Eissorten am Lagnesestand alle. Kein Ersatz da, weil Lagnese als Sponsor nicht genug Freiware geliefert hat. Doch statt einfach für 200 € Eis zu kaufen. Und eine einzige 50-jährige Aushilfe für wahrscheinlich 6 € die Stunde durfe sich um die 20 Meter schlange kümmern. Fällt natürlich 99,9% nicht auf, aber an sowas erkennt man schon die Unternehmenskultur

  13. Bjoern 16. Dezember 2017 um 10:32 Uhr

    Ich habe mich damals gefragt, warum ein Sportchef (Kreuzer) einen S6 als Dienstwagen fährt. Sowas gibt’s sonst nur beim FC Bayern.
    In Hamburg war das möglich. Und Kreuzer wurde so gut bezahlt, dass er fast täglich bei Mahlberg anzutreffen war (fast so oft wie Labbadia bei Wempe).

  14. Volli 16. Dezember 2017 um 10:36 Uhr

    Kühne will also einen Spielmacher verpflichten? Warum investiert er nicht in Blumensträuße und kompetentes Führungspersonal!? Es wird ja immer peinlicher. Die Mitleidsphase ist erreicht, die letzte vor dem Ende!

  15. Leonadomitcabrio 16. Dezember 2017 um 10:59 Uhr

    Trainer, wir brauchen Trainer anstatt Blumensträuße..

  16. Ex-HSVer im Herzen 16. Dezember 2017 um 12:10 Uhr

    Kurz vorab: Wenn ich das Wort „Spielmacher“ schon lese. Sowas gibt es gar nicht mehr wirklich. Und was soll ein Halilovic/van Der Vaart 2.0 bei diesem Spielsystem bewirken? GUNNIX!!!!! Dieser Kühne ist soooo widerlich. Die Wurst soll seine Kohle behalten!! Und wo zum Teufel ist da die DFL? Die müsste die Presse mal unter Druck setzen, dass das Gebahren beim HSV unterbunden wird.

    Zum anderen: Ohne Worte und mir platzt bald wirklich die Halsschlagader!! Der Vorstand kassiert denke ich zusamme an die 2-3 Mio. Im AR sitzen auch Großverdiener. Und dieses asoziale Pack versagt einer Sachbearbeiterin, die mit 2000 brutto nach Hause geht ein paar kleine Aufmerksamkeiten, die vielleicht ihr Leben als alleinerziehende Mutter erhellen? Sag mal, hackt es noch? Das ist ja langsam ein Niveau, das an Sonnenstudiobesitzer und zwielichtige Gastronomen erinnert, die an allen Ecken und Enden sparen, um sich ihren getunten AMG leisten zu können.

    Aber was verrät uns das? Dass das Gebilde HSV Profiabteilung in zwei Welten unterteilt ist: einer Parallelwelt in der Honig und Milch fließen und in der nicht mal mehr über den Unterschied zwischen 1,2 und 1,7 Millionen € nachgedacht wird. Hier nochmal 500.000 € mehr für einen Berater? Kein Problem. Muss ja sein.
    Und auf der anderen Seite das Fußvolk, das für durchschnittlich 2500-3000 € brutto arbeitet und das man ja irgendwie braucht, um den Laden am Laufen zu halten. Diese Respektlosigkeit ist einfach nicht zu fassen. Diese ganzen Arschlöcher sollten sich in Grund und Boden schämen. Ich als Angestellter würde nach diesem Bericht nicht mehr 1 Sekunde mehr arbeiten als ich rechtlich muss. Inklusive regelmäßiger Krankmeldungen und so weiter.

    Wenn morgen der Herrgott vom Himmel schweben würde und für einen Tag Generalamnestie für alle Verbrechen gewähren würde, würde ich mir diese ganzen Versager vorknöpfen (inkl. Düdu, Hilke und Pack)!und auf Knien um Gnade vor der gesamten Belegschaft betteln lassen und meine Baseballkeule dürfe sich an deren Nobelkarossen verlustieren. Dazu deren Konten plündern bis auf ein Jahresgehalt von 24000 brutto und die Arena mit Dynamit entsorgen.

    Nur so kann man dieses Elend aufhalten.

    Mann, bin ich wütend!!!! ?

  17. Hopi Halido 16. Dezember 2017 um 13:06 Uhr

    Welt Online Auszüge aus Interview mit MG:
    Angesprochen darauf, was dem HSV nach dem 1:3 Positives bleibe, antwortete Gisdol angesäuert: „Nichts.“
    Zwar sei sein Team nach dem Gegentreffer von Hazard und den ersten zehn Minuten gut im Spiel gewesen, „aber ich habe keine Lust mehr, das so zu erzählen. Ganz ehrlich! Woche für Woche spielen wir anständig und machen uns die Spiele dann selber kaputt. Dann holst du gar keine Punkte. 15 Punkte in der Hinrunde sind viel zu wenig“, zürnte Gisdol.

    Er bemängelte in aller Offenheit die individuellen Fehler seiner Defensivabteilung, die zum 1:2 und 1:3 geführt hatten. In seiner Abrechnung hörte sich das so an: „Wir loben uns hinterher immer selber und finden, das sei ganz gut gewesen. Aber ich mache das intern schon länger nicht mehr. Nach außen kann man manchmal Dinge schönreden und ein bisschen erzählen. Intern ist es sowieso etwas anderes. Mir geht es total auf den Keks, solche Spiele herzuschenken und hinterher nichts zu haben. Das Spiel in Gladbach ist ein Spiegelbild der Saison. Wir waren oft gleichwertig oder besser und haben zum Schluss nichts in der Hand.“

    Das wird noch richtig gut, diese Saison.
    Hopi

  18. vsabi 16. Dezember 2017 um 13:11 Uhr

    Warum ärgern über die Versager im Aufsichtsrat, Vorstand und Vereinführung, hier ändert sich nur etwas, wenn der verblödete Hüpfer einmal kapieren sollte, wie er alle vierzehn Tage verarscht wird. Proteste über die Machenschaften in der Führung und Hinterfragen müssen von den Medien kommen.
    Proteste über mangelnde Leistungen der Spieler sollten durch Misskundäusserungen in Form von Banner und Plakate erfolgen, hat es bei anderen Vereinen schon häufig gegeben, obwohl die auch treue Fans waren, aber Realisten. Beim HSV versagen beide ! Natürlich kocht man jede Woche vor Wut, wenn Herr Bruchhagen z.B. Lügen/ Täuschungen über die Finanzen und positiven Aussichten hinaus posaunt. Dieser arrogante Überflieger wird seinen Vertrag ein weiteres Jahr ausleben und Top saniert seinen Lebensabend verbringen. Wie es um den HSV aussieht dürfte ihm am Ar… vorbeigehen. Gleiche Situation und Einstellung bei den Versagern Todt und Gisdol.
    Heute wird Bremen den HSV dort platzieren wo er hin gehört und am Ende der Saison sein wird.
    Die Spieler wird dies wenig belasten und sie werden ihren Weihnachtsurlaub in vollen Zügen genießen. Freue mich schon jetzt auf die Selfie der Luschen aus Dubai, USA usw

  19. Hopi Halido 16. Dezember 2017 um 13:11 Uhr

    „Wir waren of gleichwertig oder besser“ finde ich interessant. Habe diese Saison kein SKY mehr aus naheliegenden Gründen und kann mir daher selber kein Urteil erlauben.
    Gestern habe ich allerdings ein phasenweise durchschnittliches Zweitligaspiel gesehen, das mit Gladbach einen verdienten Sieger gefunden hat.

    Hopi

  20. Raschi 16. Dezember 2017 um 13:33 Uhr

    Ich hätte nie gedacht, dass es für mich noch einmal etwas zu feiern geben würde im Zusammenhang mit dem HSV, aber am Tag des Abstiegs bzw. der Insolvenz werde ich mich auf den Rathausmarkt begeben und darauf anstoßen. Nicht, weil ich einer „alten Liebe“ etwas Schlechtes wünsche, sondern weil dann vielleicht der Hauch einer Chance besteht, dass sich diese „alte Liebe“ endlich aus den Klauen von Selbstdarstellern, Blendern, Parasiten und Schmarotzern befreit, um dann ganz vielleicht wieder zurückkehren zu können.
    Das aktuelle Gebilde erzeugt bei mir nur noch Schadenfreude, Ekel und Abscheu, und doch wäre ich jetzt gerade gerne wieder ein Teil des Ganzen, um Hoffmanns Rückkehr mitermöglichen zu können.

  21. Sergio Conceicao 16. Dezember 2017 um 13:35 Uhr

    Und wenn irgendein Trottel nix mehr gebacken bekommt wird er halt Torwarttrainerkoordinator, gibt lässige 110000 per Anno laut Spiegel. Großartig!

  22. steven-leonardo 16. Dezember 2017 um 13:40 Uhr

    Hi,

    habe es mir gestern Abend tatsächlich angetan und mir das Spiel angesehen. Über das Spiel als solches könnte man eine Menge referieren doch das schenke ich mir.

    Interessant waren im Anschluß die Interviews sowohl mit Bruchhagen als auch Gisdol. Aufschlußreich waren weniger die unterschiedlichen Aussagen der beiden sondern vielmehr die übereinstimmende Körpersprache. Da waren weder Wut, Ärger oder ähnliches zu erkennen .. das war schlichtweg Resignation oder sogar Aufgabe. Die wissen ganz genau was los ist, und das nicht erst seit gestern.

    Man kann es noch deutlicher sagen : es war die glasklare Aussage, dass alle und jeder in den vergangenen Monaten vera****t wurde, das aber jetzt offenkundig das Ende der Fahnenstange erreicht ist.