Wie wäre es denn mal mit Verzicht?

Nein, keine Panik, ich meine nicht die Millionäre, die heute an ihrem Belastungssteuerungs-Tag auf ihr verdientes Monatseinkommen verzichten sollen. Ich meine auch nicht die Herren in den Vorstandbüros oder im Direktorium, denn die ackern wirklich für ihre paar Kröten. Nein, ich meine die Zuschauer. Wie wäre es, wenn man als Zeichen seiner Unzufriedenheit und seines Unverständnisses einfach mal das Topspiel des 19. Spieltags sausen lässt und zuhause bleibt? Für Samstag Abend sind nach heutigem Stand ca. 2 Grad und Schneeschauer vorausgesagt und das dürfte gegenüber dem, was man zumindest von HSV-Seite geboten bekommen wird, noch die bessere Nachricht sein. Anstatt sich also in der Bahn und im Bus zu drängeln, auf einem komplett überteuerten Parkplatz, von dem man nach Spielende stundenlang nicht runterkommt, zu parken und anstatt sündhaft teure Bierplörre zu saufen und hinterher auf verdreckten und überfüllten Toiletten wieder loszuwerden, könnte man einfach zu Hause bleiben.

Man spart Geld und Nerven, friert sich den Arsch nicht ab und schont seinen Blutdruck. Mal ehrlich, den Söldnern auf dem Rasen ist es doch eh Latte, ob ihr da seid oder nicht, die kriegen ihre Kohle so oder so. Ob da nun 52.000 oder 12.000 im Stadion sind. Und mal noch ehrlicher, so ein HSV-Spiel ist doch eigentlich seit Jahren so etwas wie eine Party am Wochenende. Jedesmal denkt man, man würde etwas verpassen, wenn man nicht hingeht und jedesmal denkt man hinterher: „Das hätte ich mir auch wunderbar wegsparen können.“ Das Ganze hätte sogar noch etwas Positives, außer der Schonung des eigenen Geldbeutels und der eigenen Gesundheit: Man könnte denen dort zeigen, dass man ihr Scheißspiel nicht mehr länger mitmacht.

Ich träume von einem Spieltag, an dem die Herren in den kurzen Hosen den Spielertunnel verlassen und auf leere Ränge blicken. Die Einlaufmelodie erklingt und die letzten 21.465 Zahlenden pfeifen, bis die Ohren glühen. Vom Geräusch geweckt verschluckt sich Bruchlandung am Lachsbrötchen in der HSV-Lounge und der Todt verschüttet vor Schreck seinen Rotwein. Die Plätze neben Frank Wetzstein sind leer, so wie sein Blick, das wäre ein Fest. Und nachdem der Anpfiff ertönt ist, herrscht Stille im weiten Rund. Vielleicht, nur vielleicht würden dann einige der Herren aufwachen und registrieren, dass das Volk begriffen hat. Aber solange immer noch 46.000 in den Volkspark pilgern und bei diesem Dreckslied „Hamburg, meine Perle“ mit grölen, passiert gar nichts. Dann heißt es weiterhin, man ziehe an einem Strang und man hätte die besten Fans der Welt im schönsten Stadion des Universums.

Und am nächsten Wochenende in Leipzig gibt’s die nächste Klatsche und die ganze Woche wird wieder vor sich hin gepöbelt. Der Fan, also jeder einzelne, der eine Karte kauft, muss verstehen, dass er abstimmen kann. Abstimmen mit den Füßen und mit seiner Anwesenheit. Wenn er diese dem Verein entzieht, zeigt er, dass er nicht einverstanden ist. Motzt er rum, geht aber trotzdem wieder hin, denken die Herren, alles wäre in bester Ordnung.

Einfach mal drüber nachdenken. Und nicht vergessen: Wer sich immer alles gefallen lässt, darf hinterher nicht motzen.

 

Von | 2018-01-16T07:35:03+01:00 16. Januar 2018|Allgemein|40 Kommentare

40 Comments

  1. Ben 16. Januar 2018 um 08:22 Uhr

    Gute Idee, aber so funktioniert es leider nicht. Kenne viele Fans, aber Weitsicht, Demut und Realitätssinn, sind nicht ihre Stärke.
    Es ist und bleibt der große HSV. Keine Ahnung warum?

    • Gravesen 16. Januar 2018 um 08:24 Uhr

      Die letzten Zuschauerzahlen sprechen eine andere Sprache.

  2. Moik68 16. Januar 2018 um 08:35 Uhr

    Moin Grave. Das fängt doch schon damit an das manche zum Training pilgern. Mal ehrlich…gibt es nicht wichtigere Dinge im Leben? Reicht es nicht wenn man sich am Wochenende diesen unterirdischen Grottenkick antun muss? Zumal heute Tag der Belastungssteuerung ist! Da passiert doch eh nichts….ist gleichzusetzen mit dem trainingsfreien Montag. Die leeren Ränge werden sie noch früh genug bekommen…nächste Saison wenn sie dann in Liga 4 rumdümpeln wo sie hingehören die Versager! Schönen Tag noch!

  3. Kevin allein in Hamburg 16. Januar 2018 um 08:38 Uhr

    Und wenn wirklich nur noch 10.000 Zuschauer im Stadion wären, dann ist beim HSV keiner in der Lage zu realisieren bzw. zu verstehen warum das so ist.
    Die sind einfach zu blöd dazu, tut mir leid.
    Es ist nicht zu verstehen das es wirklich noch Leute gibt die nicht erkennen was dort für eine Freak Show abläuft. Vielleich liegt es auch daran, das zu viele Event Touristen ins Stadion pilgern die vom Fußball gar keine Ahnung haben und einfach mal nur in ein Bundesliga Stadion wollten. Davon habe ich selber schon viele erlebt. Seit 2014 gehe ich nicht mehr ins Stadion und bin der Meinung, das diese Event Touristen immer mehr werden. Wenn diese nicht wären, dann würde die Zuschauer zahl noch weiter sinken.

  4. Arnold 16. Januar 2018 um 08:40 Uhr

    Seh ich nicht unbedingt als utopisch an. Spätestens nächste Saison, Montag Abend im November gegen Sandhausen sollte es soweit sein.

    • Saschas Alte Liebe 16. Januar 2018 um 08:46 Uhr

      Sandhausen steigt auch ab, meinst Du ?

      • Arnold 16. Januar 2018 um 12:07 Uhr

        Die werden schon irgendwie die Lizenz erhalten. Mir schwant nur, dass wir dann nahezu die gleiche Elf auf dem Platz sehen werden, wie diese Saison, da die Verträge offenbar 1-1 für die zweite Liga gelten…
        Wetten das Dennis Diekmeier trotz zahlreichen Angebote der englischen Topclubs in dieser Zweitliga-Mannschaft auflaufen wird ! 🙂

  5. Saschas Alte Liebe 16. Januar 2018 um 08:44 Uhr

    Ja, sie merken was, aber seehr sehr langsam…
    Natürlich könnten all die HSV Eventjunkies, so sie es eh nicht zuhause aushalten, auch in den VP kommen, sich VOR diesem 300Mio. € Rund gemeinsam eine Patry gönnen mit Grill und Getränk an Feuerchen wärmend; und Brennstoff tragen sie alle ja ausreichend mit sich herum, vorwiegend blauen beispielsweise.
    Die Medienfutzis hätten auch Gelegenheit, sich mal wieder unters Volk zu wagen, etwas anderes zu schreiben als das übliche Geschmiere aus der Konserve…

  6. Bigauge 16. Januar 2018 um 08:52 Uhr

    So praktiziere ich es bereits seit Jahren aus purem Selbstschutz. Wirklich Schade, dass es soweit gekommen ist…

  7. undulate 16. Januar 2018 um 08:57 Uhr

    Das wäre ein zu schönes Statement der Fans! Der Zusammenhalt Fußball und Fan bröckelt gewaltig. Die einen träumen von der guten alten „ehrlichen“ Fußballzeit, ahnen das irgendetwas verloren gegangen ist und die anderen wollen den Fußball weiter vermarkten und noch weiter auspressen. Der Kitt der das Ganze noch zusammenhält, im Besonderen beim HSV, ist die Verlogenheit der Blöd, Kicker etc. Ich sehe das bei allen allgemeinen Themen und natürlich beim Fußball, das was die Bild schreibt wird inhaliert und weiter gegeben. Es ist zum KOTZEN! Ich habe noch keinen HSV Fan in meinem Umkreis getroffen, mit dem ich mich halbwegs neutral austauschen konnte, Bild-Meinung überall. Ich habe manchmal das Gefühl ich bin von lauter Außerirdischen umgeben, die den Einheitsbrei unisono weitergeben und leben. Grave, dank Dir und deinem Blog, weiß ich, das noch Hoffnung auf Heilung besteht! 🙂

  8. Jan B. 16. Januar 2018 um 09:22 Uhr

    Der HSV ist wie die Matrix. Und jeder Anhänger muss sich die selbe Frage stellen: „Nimmst du die blaue Pille oder die rote Pille“?

  9. Michael 16. Januar 2018 um 10:06 Uhr

    Es wird, langsam, aber stetig. Die Zuschauerzahlen sinken, sportlich geht es abwärts im Trichter, die Leistungslügen werden immer schwerfälliger, der Rosa Hüpfer hat schon Sch(w)eißperlen in der roten Unterhose.
    Ein Boykott könnte alles beschleunigen, so gibt es immer wieder Aufschub.

  10. henne 16. Januar 2018 um 10:16 Uhr

    Genau so werde ich es machen. Ich werde nicht in den Volkspark pilgern! Ich habe die Schnauze voll. Am Samstag Abend werde ich:
    .
    ° nicht im Stau stehen
    ° mich nicht nass regnen lassen
    ° keine fettige Bratwurst essen
    ° mir nicht den Hintern abfrieren
    ° mich nicht (im Stadion) über das Spiel von Kühnes Gurken ärgern
    .
    Leider ist Kohle für die DK schon im Sommer beim den Geldverbrennern in der Sylvesteralle Nr.7 gelandet. Nächste Saison wird dies jedoch nicht mehr passieren. Es reicht, ich bin durch ich ertrage diese Aroganz & Unfähigkeit im Verein einfach nicht mehr.
    .
    Ich habe mir eben gerade den HSVTalk angehört. Wenn man Timo Horn vom SC Club reden hört wird wohl jedem klar warum der HSV dort steht, wo er steht:
    „Es gibt kein Verein (nicht eimal die Bayern), die den HSV dieses Jahr dominiert hätten!“
    Was hat der denn für Spiele gesenhen? Ich erinnere mich bei dem Bayernspiel an mindestens sieben 100%’ige Chancen für die Bayern. Das Ding hätte auch ohne Probleme mit 0:7 enden können.
    .
    https://meinsportradio.de/2018/01/15/hsvtalk-rueckrundenstart/
    .
    endeausmickymaus

    • Gravesen 16. Januar 2018 um 10:50 Uhr

      Timo Horn ist doch schon seit Jahren nicht mehr ernst zu nehmen.

    • Ex-HSVer im Herzen 16. Januar 2018 um 11:59 Uhr

      Das nennt man „Pfeifen im Walde“. Vorzugsweise von einem Fan(atiker) und Menschen, die im Leben absolut keine Erfüllung haben. Man kann diese Spezies auch „gemeine Hohlbirne“ nennen.

  11. atari 16. Januar 2018 um 10:18 Uhr

    Der beste Blog seit Jahren! Ich gehe nicht hin und gebe meine Dauerkarte nicht weiter! Zusätzlich sollte noch jedes Stadion leer bleiben, in dem der FC Bayern auswärts antritt, da das Ergebnis des Spiels wie beim Wrestling auch schon vorher feststeht. Vor den Stadien sollten die Football Leaks verteilt werden.

    • Kevin allein in Hamburg 16. Januar 2018 um 11:03 Uhr

      Sehr gute Idee !

    • Saschas Alte Liebe 16. Januar 2018 um 13:06 Uhr

      DU hast noch eine Dauerkarte ?? ?

  12. Dennis61 16. Januar 2018 um 10:41 Uhr

    Das halte ich für eine sehr gute Idee. Boykott ist durchaus ein legitimes und friedliches Mittel. Und er verfehlt ganz sicher seine Wirksamkeit nicht. Dann würden wir zum Beispiel Herrn Mathenia auch nicht „in der Konzentration stören“. Dieser Vorschlag stößt bei mir im (Fußball)-Freundeskreis leider nur bedingt auf Verständnis. Ich denke NOCH. Wie ich gestern schon schrieb, so eine Sucht legt man nicht so leicht ab. Aber wie Du schon richtig erkannt hast, es werden immer weniger. Und nicht wegen des Wetters, der vielen Konkurrenzveranstaltungen oder eines überzogenenen Topspielzuschlags, sondern weil abgesehen vom ganzen Affenzirkus der gebotene Fußball schon lange nicht mehr stimmt. Die „Kicks“ bei dieser schwachen Offensive produzieren bei den Zuschauern immer weniger Glückshormone. Die Junkies werden nicht mehr ausreichend befriedigt.

    Den Anfang haben damals CFHH gemacht. Man kann von den Jungs halten was man will, aber nach dem Beschluss des HSV e.V. die Fußballabteilung auszugliedern noch vor der Relegation zu sagen: „Komm, lass nach!“. Davor habe ich allergrößten Respekt. Die solventeren „Kunden“ sind still und heimlich von dannen gezogen. Ein paar Dauerkarteninhaber, eine handvoll Hyperloyale und der Rest Familien und Eventkunden. Premier League, ick hör Dir trapsen.

    Bei mir war es ein schleichender Prozess. Zuerst hatte ich keinen Bock mehr ins Stadion zu gehen, später dann nicht mal mehr Lust auf Sky. Mittlerweile bin ich sogar so „clean“, dass ich am Spieltag nicht alle fünf Minuten das Handy aus der Tasche ziehe um auf dem Laufenden zu bleiben. Mir reicht es, wenn ich das Ergebnis abends irgendwo aufschnappe.

    Dazu muss ich (vor allem mir selbst) erklären, dass ich schon im Bauch meiner Mutter auswärts quer durch Europa gereist bin, naja, gereist wurde. 😉 Ich würde durch viele Kontakte und Freundschaften für sämtliche Heimspiele kostenlos an Karten kommen. Sogar für den Innenraum oder gute Sitzplätze mit Verköstigung. Allein, ich will es nicht. Ich bleibe lieber zu Hause oder unternehme etwas mit den Kindern. Ich habe sozusagen meine Ersatzdroge gefunden. Und so wird es nach und nach den meisten auch gehen. Auch den Ultras. Viele auf der Nord haben einfach auch noch nicht das Alter und somit die Reife und die Weitsicht zu verstehen was da hinter den Kulissen gespielt wird. Aber auch die werden irgendwann geheilt. Da bin ich mir ziemlich sicher.

    • Ex-HSVer im Herzen 16. Januar 2018 um 12:02 Uhr

      Guter Mann. Warum auch hin? Es gibt keinen Grund.

  13. Ulrich 16. Januar 2018 um 11:04 Uhr

    Wir im Ruhrgebiet haben auch einige Vereine wie den HSV. Da fällt mir sofort Rot Weiss Essen ein. Tradition, irgendwann mal Meister, ein schickes Stadion. Irgendwann mal Pleite oder auch mehrmals dadurch Abstiege bis in Liga4 und doch rennen die Fans dorthin. Warum? Kein Job, keine Alternative aber die letzten Kröten für nen Stadionbesuch kratzen sie zusammen, weil die Kumpels sind auch da. So passiert es auch beim HSV. 1860 hat die Hütte doch auch voll.

  14. Raschi 16. Januar 2018 um 11:19 Uhr

    Was wohl kaum einer weiß, in dem Zusammenhang aber ganz interessant ist, ist, dass der HSV laut Ziffer 8 der Ticket-AGBs verpflichtet ist, den Kaufpreis minus Rabatt und Bearbeitungsgebühr bei rechtzeitiger Rückgabe der Tickets zu erstatten. Das gilt für Einzeltickets genauso wie für Dauerkarten. Wem es also mittlerweile zu bunt geworden ist und wer diesem HSV keinen Cent mehr gönnt, der bleibt nicht auf seinen Kosten sitzen, wenn er mit ihm Schluss macht, sondern kann sogar monetär wirksam gegen die aktuellen Machenschaften und Minusleistungen der Abgreifer in den Anzügen und Sporthosen protestieren.

    • Johnnygranat 16. Januar 2018 um 12:23 Uhr

      Man kann ja einzelne Spiele seiner Dauerkarte über die Ticketbörse verkaufen. Diese werden dann wieder zum Kauf angeboten. Die Erstattung beträgt 1/17 des DK-Preises.

    • Raschi 16. Januar 2018 um 13:01 Uhr

      So, wie ich die AGBs verstehe, würdest Du aktuell 8/17 des Kaufpreises Deiner DK minus Bearbeitungsgebühr zurückbekommen. Der HSV dürfte Deinen Platz dann mit Sicherheit weiterverkaufen, aber bei der aktuellen Performance könnte das ganz schnell ein Ladenhüter sein und die Rückerstattung müssten sie in jedem Fall auftreiben. Zu den Fristen bei DKs hab ich in den AGBs nichts gefunden, aber Einzeltickets müssen wohl bis 18 Uhr vor dem Spieltag beim HSV eingegangen sein.

  15. Namenlos 16. Januar 2018 um 12:01 Uhr

    @Henne, ich als Eintracht Fan erinnere an unser Spiel im Dezember in Hamburg, bei konsequenter Ausnutzung der Chancen hätte es mindestens 4:1 für die Eintracht stehen müssen… Zur Halbzeit wohlgemerkt.. Wie verblendet sind diese Leute? Ich bin zudem heilfroh das HB weg ist von der Eintracht.. Seitdem geht richtig was voran in Frankfurt, 20 Mio. für Transfers, das gab’s noch nie! Im übrigen finde ich diesen Blog hier wirklich klasse!

  16. Ex-HSVer im Herzen 16. Januar 2018 um 12:15 Uhr

    Super Blog! Mein Reden seit Jahren! Welcher Mensch mit Anspruch und so etwas wie ein Leben gibt sich diese Scheisse alle 2 Wochen? Das hat mit Fan sein nur bedingt etwas zu tun. Dann als großer Fan kann man sich das auch live auf Sky anschauen zu weniger Kosten. Wenn man mal die 5000 Hardcore-Fans ausklammert (deren Lebensinhalt dieser Verein ist und die auch auswärts dabei sind), fehlt mir jedes Verständnis, dass die Bude jedes Mal voll ist. Grave hat herrlich aufgeführt, was einen erwartet. Alles, nur keine positiven Emotionen und spannender Fussball. Nur optische Schmerzen und so weiter.

    Und selbst wenn man die Sucht und den Drang hat, da hinzugehen, wo liegt das Problem, wenn man sich mal für ein Spiel organisiert und fern bleibt. Gegen Köln verstehe ich das ja noch, weil es wirklich ein spannender Abstiegs gibt viel ist. Aber es kommen noch einige Spiele in der Rückrunde, wo man den Boykott machen könnte.

    Noch etwas zum Begriff „wahrer Fan“. Es heisst ja immer „ein wahrer Fan steht immer zu seinem Verein. In guten und in schlechten Zeiten. Und zwar bedingungslos.“
    Was für eine gequirlte dumme Scheisse!!!! Das sind Fanatiker ohne Reflektionsvermögen. Ein wahrer Fan (als zahlender Kunde) hat das Recht, Mißstände zu kritisieren und sogar die Pflicht, darauf aufmerksam zu machen. Denn wir alle hier sind wahrere Fans als diese ganzen Spacken in der Graupenperle oder sonstigen Fanaktiker-Pages. Denn uns ist es nicht egal, dass kriminelle Machenschaften und Inkompetenz das ruinieren, was wir alle mal geliebt haben.

    Die Welt wird nicht besser, indem man Lieder singend und gröhlend daneben steht.

    • Dennis61 16. Januar 2018 um 14:24 Uhr

      „Die Welt wird nicht besser, indem man Lieder singend und gröhlend daneben steht.“

      Das sind alles Druffis…

      Aus Wikipedia:
      „Die Zahl an Menschen, die an Alkoholkrankheit leiden, und die dadurch bedingten sozialen und wirtschaftlichen Folgeschäden sind in absoluten Zahlen in Europa und den USA – neben den Gesundheitsschäden durch Tabakkonsum – um ein Vielfaches höher als bei illegalen Drogen. 7,4 % der gesundheitlichen Störungen und vorzeitigen Todesfälle in Europa werden auf Alkohol zurückgeführt. Damit steht die Krankheit an dritter Stelle als Ursache für vorzeitiges Sterben nach Tabakkonsum und Bluthochdruck. Sie ist zudem die häufigste Todesursache bei jungen Männern in der EU.“

      Ganz, ganz heikles Thema im Zusammenhang mit dem HSV und dem Fußball im Allgemeinen. Wenn man dauernd breit ist, verändert es das Beurteilungsvermögen und die Emotionen sind nur schwer zu filtern. Desweiteren hat man natürlich eine gestörte Wahrnehmung und die Konzentrationsfähigkeit lässt massiv nach. Deswegen reicht es bei vielen Fans eben nur für die „Bild“ (die sich aus gutem Grunde nicht Zeitung nennen darf) und deren verkürzten und manipulativen Darstellungen der Faktenlage.

      An dieser Stelle auch nochmal von mir ein herzliches Dankeschön an Gravesen. Ich schätze Deine Arbeit sehr und verfolge dieses Blog schon länger. Du hast sehr dazu beigetragen mich vom HSV zu heilen. Das mit dem Alkohol hab ich selber geschafft. 🙂

  17. Bjoern 16. Januar 2018 um 12:16 Uhr

    Nachdem ich meinen HSV-Schal noch zu Barbarez-Zeiten nach einem 2:2 (nach 2:0 Führung) und vorzeitiger Flucht aus dem Stadion wütend durch die Katakomben gefeuert habe, bleibe ich inzwischen seit zehn Jahren den Spielen des HSV fern. Anfangs schwierig, lag doch eine gewisse Tradition in der Familie, verbringe ich die Samstage, insbesondere im Sommer, mit wesentlich interessanteren Dingen, als mich im Stadion zu ärgern und im Anschluss nicht vom Parkplatz zu kommen, weil man diesen Makel bis heute nicht behoben hat.
    Ich habe früher gesagt, ich gehe wieder hin, wenn die mal eine Saison guten Fußball zeigen. Bislang war das leider nie der Fall.

    • Sag' Tschüss Dino 16. Januar 2018 um 15:46 Uhr

      Genau so ist es. Als ich auf dem Rückweg vom Tierpark noch schnell zu Altona in Calumet fur, um eine neue Tasche für den nächsten Zoobesuch zu kaufen, dort im Innenhof kurz zum St. Pauli Spiel schielte, fragte die Kurze prompt: „Seit wann interessierst du dich für Fussball?“.
      Da wird einem dann bewusst, wie lange man sich diese Grüßte schon nicht mehr antut. Statt einer Jahreskarte für den HSV hatten ich uns dann welche für Hagenbeck gekauft. Und ganz ehrlich: Lieber bei -4 °C im Februar von den Eisbären zu den Orang Utans spazieren, als die Honks auf den Tribünen im Volkspark und das planlose Gebolze unten auf dem Raden zu ertragen.

  18. vsabi 16. Januar 2018 um 14:55 Uhr

    Das Problem ist doch , dass diese so genannten Fans nicht einmal bereit sind, Kritik zu äußern. Hat man die letzten Jahre nur einmal ein Transparent gesehen indem man seine Unzufriedenheit kund tat.
    Nein es entsteht der Eindruck beim HSV ist alles in Bester Ordnung , so sehen es die Spieler und die Blinde Führungsriege sieht ihr Handeln bestätigt. Clubs wie Schalke, deren Fans für den Verein leben und alles diesem untergeordnet wird, sind Kritikfähig und zeigen dies bei Bedarf. Ausnahme HSV!
    Selbst wenn augenblicklich die Zuschauerzahlen gering fügig zurückgehen , erkenne ich keine Besorgniserregende Situation, die bei der Führung die Alarmglocken schrillen lassen. Wie sagte der arrogante Bruchhagen, alles ist beim HSV in Ordnung! Hoffen wir auf einen Köln Sieg und wir sind unserem Wunsch wieder ein Stück näher.

    • Dennis61 16. Januar 2018 um 17:08 Uhr

      2014 gab es schwere Ausschreitungen nach der Heimniederlage gegen Berlin. Einige hundert Fans wollten den Spielern wortwörtlich an den Kragen und beschädigten dabei sogar einige der Luxuskarossen.

      https://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/hamburger-sv/article124672703/Festnahmen-nach-Randale-enttaeuschter-HSV-Fans.html

      Es gab genügend Stimmen gegen die Übernahme durch Investoren. Danach haben viele dem HSV den Rücken gekehrt und die Übriggebliebenen haben aus einer Mischung aus Trotz, Ohnmacht und Zuversicht einfach weiter gemacht. Dass der HSV nach wie vor großes Interesse bei den Menschen weckt, merkt man nicht zuletzt daran, dass sich vier der zehn stärksten Fußball-Blogs um den HSV drehen. Allein an den Klickzahlen bei HSV-Arena sieht man aber doch auch wie viele sich sehr kritisch mit dem Thema auseinander setzen.

      Ein weiterer (allerdings wissenschaftlich unbelegter) Indikator ist das Phänomen, dass immer mehr Leute ihre Trikotsammlungen auflösen. Ich interessiere mich seit jeher für die Hemden (insbesondere natürlich aus der Zeit zwischen ’76 bis ’87) und stelle fest, dass bei eBay seit einiger Zeit alles auf den Markt geworfen wird. Immer mehr Leute können nicht weiter zu diesem Verein stehen und trennen sich von dem Ballast.

      Davon ausgehend, dass das HSV-Virus über Generationen vererbt wurde und der Verein seit 1919 existiert und dabei immer in der jeweils höchsten Spielklasse unterwegs war, kann doch niemand ernsthaft erwarten, dass sich die Menschen alle innerhalb von fünf. sechs Jahren vom Verein abwenden. Das ist ein Prozess und wir sehen gerade die Auflösungserscheinungen. Es ist in vollem Gange und die Herren tun gut daran die Situation nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und schnellstens gegenzusteuern. Das Kartenhaus wackelt und zwar heftig.

      Kunden zu gewinnen ist nicht so schwer, Kunden zu halten ist die Kunst.

  19. Gravesen 16. Januar 2018 um 15:57 Uhr

    Kalle Schwensen:
    .

    Es reicht ! ! !
    Ich bin Hamburger und möchte daher, dass der HSV weiterhin in der 1. Liga spielt. Aus Solidarität habe ich mich über 1 Jahr mit Kritik an den HSV-Spielern zurück gehalten. Selbst als sich die Mannschaft auf einem Abstiegsplatz in die Winterpause verabschiedete, habe ich geschwiegen.
    Aber jetzt, nachdem die Rückrunde mit einer kläglichen Niederlage gegen eine durchaus schlagbare Augsburger Mannschaft begann, muss ich mal Klartext reden.
    Zwar hat meiner Meinung nach der Vorstand eine große Mitschuld an der derzeitigen Tabellen-Position, weil er Stürmer wie Gregoritsch gehen ließ (angeblich zu teuer), und dafür unerfahrene und desinteressierte Kicker einkaufte.
    Aber trotzdem müssen sich die Profifußballer auf dem Spielfeld auch mal wie Profis benehmen und mit letzter Konsequenz um den Sieg kämpfen. Nicht Vorstand oder Trainer, sondern die Spieler stehen auf dem Platz und vergurken alles.
    Um es deutlich zu sagen; bei mangelnden Einsatz, sollte man den Spielen mit Konsequenzen begegnen, die im wahrsten Sinn des Wortes weh tun – eine andere Sprache verstehen die nämlich nicht.
    Solange der HSV auf einem abstiegsgefährdeten Platz steht, wird sich jeder HSV-Spieler, der sich in seiner Freizeit in Hamburgs Nachtleben begibt und unglücklicherweise in eine Sonnenbrille blickt, wünschen, er hätte sich auf dem Spielfeld einen Kreuzbandriss zugezogen.
    Manchmal hilft ja eine klare Ansage!

    • kokolores?mitnichten! 16. Januar 2018 um 16:16 Uhr

      was ein schnacker! der waere doch froh, wuerde mal einer von dem geldkaliber seine nase in seinen laden stecken.. was natuerlich nie geschehen wird^^

      • Manfred Laugwitz 16. Januar 2018 um 21:07 Uhr

        Das glaubst aber nur Du^^

    • Wenzel 16. Januar 2018 um 16:33 Uhr

      Hatte ich gestern schon wahrgenommen.
      Habe ihn bei der Grabrede meines Lieblingswirts vom Kiez kennengelernt, hielt eine ergreifende und mit Anekdoten gespickte Rede. Ein Vollhonk ist er dennoch.

      Wie sehr ich mir wünschte, daß zB. D.Doofmeier mit Augenviolette statt Adilette seine Belatungssteuerung macht, so wenig ist K.Schwensens Website erträglich.

      Mögen sie alle in eine Sonnebrille blicken, das mit den Kreuzbandrissen unterschreibe ich sofort.

  20. Wenzel 16. Januar 2018 um 16:13 Uhr

    Es is