Die unvollendete Geschichte vom HSV, von Lügen und von Lügnern

Ein Gastblog von Kerberos

Nun kommen sie also, nach geschlagenen 4 Jahren, die Haus- und Hofnarren des HSV aus der Redaktion des Hamburger Abendblatts und wollen ganz investigativ einen „Satzungsfehler“ beim HSV aufgedeckt haben, auf Grund dessen die HSV AG entgegen allen bisherigen Beteuerungen nun also doch eine Kapitalerhöhung bis zu 33,33% des Grundkapitals angeblich ohne einen Mitgliederbeschluss des Vereins durchführen kann. Genau dieser mit der Satzung des Vereins auf den ersten, lediglich oberflächlichen, Blick nicht kompatibel erscheinende Passus in der Satzung der HSV Fußball AG wurde jedoch bereits schon weit vor dem Ausgliederungsbeschluss der Mitgliederversammlung am 25. Mai 2014 ausgiebig von fachkundigen Kritikern thematisiert. Nur wollte dies eben damals keiner der hoffnungsbeseelten Europapokal-Träumer hören. Und so hatten die Agitatoren der HSV-Plus-Bewegung leichtes Spiel, die mahnenden Skeptiker in die Ecke von ewig gestrigen „Not-For-Salern“ zu stellen und deren warnungsgebenden Hinweise und Argumente mit haltlosen Phantastereien vom internationalen Spitzenfußball in Hamburg vom Tisch zu wischen.

 

Fakt ist jedoch: weder enthalten die Satzungen des Vereins und der HSV Fußball AG die vom Hamburger Abendblatt berühmten „Satzungsfehler“, noch stehen die Satzungen in einem Widerspruch zueinander. Entscheidend ist vielmehr, dass sowohl die Satzung des Vereins wie auch die Satzung der HSV Fußball AG (mit dem genehmigten Kapital von 1.750.000 Anteilen und der Ermächtigung für den Vorstands der der HSV Fußball AG zur Ausnutzung des genehmigten Kapitals durch die Ausgabe junger Aktien in den folgenden 5 Jahren) Gegenstand des am 25. Mai 2014 mit ¾-Mehheit gefassten Ausgliederungsbeschlusses waren. Ein Zirkelbeschluss also – denn in dem Ausgliederungsbeschluss vom 25. Mai 2014 war eben bereits der erforderliche Zustimmungs-Beschluss der Vereins-Mitglieder nach § 14 Absatz 2 Nummer h der Vereins-Satzung zur Veräußerung von AG-Anteilen über 24,9% inkludiert (hier konkret eben bis 33,33%). Weder der Ausgliederungsbeschluss der Mitgliederversammlung vom 25. Mai 2014 noch die Satzungen von Verein und HSV Fußball AG sind daher „fehlerhaft“ oder stehen in einem Widerspruch zueinander. So bleibt dann am Ende eigentlich nur die Feststellung, dass ein selbsternanntes Qualitäts-Medium wie das Hamburger Abendblatt zwar intensiv und leidenschaftlich über/für HSV Plus berichtete, jedoch offenkundig fast 4 Jahre dafür benötigte, die ihrer eigenen Berichterstattung zu Grunde liegenden Materie der Ausgliederung der HSV-Fußball AG inhaltlich überhaupt zu verstehen. Ein Armutszeugnis, aber in Sachen Hamburger Abendblatt beileibe nicht das Einzige.

 

Und so müssen die Beschwichtigungen des Märchenonkels F. Wettstein „man plane keinen Verkauf über 24,9% der AG-Anteile hinaus“ denn auch einfach nur wie ein Schlag ins Gesicht eines jeden HSV-Mitglieds wirken. Denn der Vorstand der HSV Fußball AG ist natürlich im Fall einer drohenden Insolvenz rechtlich verpflichtet, alle zur Abwendung einer Insolvenz geeigneten Kapitalbeschaffungsmaßnahmen zu beschließen und durchzuführen. Und hierzu gehört zweifelsfrei ins Besondere auch die Ausnutzung eines genehmigten Kapitals (bei der HSV Fußball AG eben bis zu 33,33%) durch die Ausgabe junger Aktien an Investoren als Zufluss liquider Mittel und/oder Erhöhung des Eigenkapitals.

 

Und so sind einer „feindlichen Übernahme“ der HSV Fußball AG durch einen Investor – zumindest bis 33,33% und somit einer Sperrminorität – ganz gezielt durch HSV-Plus bereits mit dem Ausgliederungsbeschluss am 25. Mai 2014 Tür und Tor geöffnet worden. Denn ein Investor braucht bei dieser „Konzeption“ nun nur noch genügend Fremdkapital mittels Darlehen in die HSV Fußball AG hineinzupumpen und auf den Zeitpunkt zu warten, indem die HSV Fußball AG ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann (weil z.B. „überraschend“ Forderungen durch Besserungsscheine aufleben) oder eine Überschuldung der HSV Fußball AG droht (weil z.B. unversehens hohe Bilanzverluste das Eigenkapital aufzehren). Dieses Szenario sich vor Augen führend fällt es doch wahrlich sehr schwer, nicht sofort an die bisherige „Finanzierungs-Praxis“ der HSV Fußball AG durch einen bekannten “Edel-Fans“ des HSV zu denken.

 

Es ist eben mitnichten die Frage des „Plans“ eines schlechten Büttenredners der beim HSV gerade den Finanzvorstand mimt, weshalb sich der Märchenonkel F. Wettstein auch im Hamburger Abendblatt vom 12. Januar 2018 in wohl weiser Voraussicht persönlich schuldbefreiend noch wie folgt zitieren lässt: “Eine persönliche Garantie kann ich nicht aussprechen, da solche Entscheidungen durch die verantwortlichen Gremien insgesamt zu treffen sind.“.

 

Was für ein ausgemachter Mumpitz. Wer bitte sollen denn diese vom Märchenonkel F. Wettstein nebulös in den Raum gestellten „verantwortlichen Gremien“ sein? Es ist aktienrechtlich doch einzig der Vorstand einer Aktiengesellschaft – also bei der HSV Fußball AG aktuell H. Bruchhagen und F. Wettstein –  der die Ausgabe junger Aktien im Rahmen des in der Satzung genehmigten Kapitals beschließen und durchführen kann. Weder Aufsichtsrat noch Hauptversammlung entscheiden über die Ausgabe junger Aktien. Die Hauptversammlung der HSV Fußball AG hat mit der Satzung dem Vorstand der AG bereits die „Generalermächtigung“ erteilt, bis zu 1.750.000 junge Aktien zum Nennwert von € 1,- je Aktie auszugeben; diese Ermächtigung gilt für die Dauer von 5 Jahren. Und der Aufsichtsrat kann lediglich einer vom Vorstand der AG beschlossenen Ausnutzung des genehmigten Kapitals durch die Ausgabe junger Aktien in ganz engen Grenzen die Zustimmung verweigern, nicht jedoch die Ausnutzung des genehmigten Kapitals durch die Ausgabe junger Aktien selbst beschließen oder diese gar generell unterbinden.

 

Dieser Märchenonkel F. Wettstein ist wirklich einer dieser unappetitlichen Menschen, die man mit heruntergelassener Hose beim Pinkeln erwischt und die dann ganz ungeniert weiterpinkelnd kackfrech leugnen, die Hosen jemals heruntergelassen zu haben. Damit ist der Märchenonkel F. Wettstein wohl aber genau einer jener Typen, die so vortrefflich für den aktuellen Zeitgeist im HSV zu stehen scheinen.

 

Und dabei befindet sich der Märchenonkel F. Wettstein mit dem Hafensänger J. Meier zweifelsohne auch in „guter Gesellschaft“. Dieser J. Meier, der als Präsident des HSV-Vereins im Hamburger Abendblatt vom 12. Januar 2018 ganz freimütig einräumt, bereits vor dem Ausgliederungsbeschluss am 25. Mai 2014 durch ein Gutachten um diese Satzungsfragen unterrichtet gewesen zu sein und auf Nachfrage, warum er nicht im Nachgang die bekannte Gefahr durch Reduzierung des genehmigten Kapitals mittels eines Satzungsbeschlusses in der Hauptversammlung der HSV Fußball AG gebannt habe, sich wie folgt zitieren lässt: „Bei der ersten Kapitalerhöhung haben wir als e. V. auf das sogenannte Bezugsrecht verzichtet, weil uns der AG-Vorstand durch einstimmigen Beschluss zugesichert hat, keine weiteren Anteile zu veräußern, sodass der e.V.-Anteil auf unter 75,1 Prozent absinkt.“

 

Wen will der Hafensänger J. Meier mit solch einer Aussage eigentlich hinters Licht führen? Das Bezugsrecht der Alt-Aktionäre soll bei der Durchführung von Kapitalerhöhungen die Möglichkeit eröffnen, dass die Relation der Beteiligung der Alt-Aktionäre untereinander am sich erhöhenden Grundkapital erhalten bleibt. Ein Beispiel (1): eine AG mit 100 Aktien hat 2 Aktionäre, die jeweils 50 Aktien halten. Durch die Ausgabe von 20 jungen Aktien soll eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden, so dass es nach Abschluss der Kapitalerhöhung 120 Aktien der AG gibt. Damit nun jeder der beiden Alt-Aktionäre auch nach der Kapitalerhöhung noch mit 50% an der AG beteiligt ist, wird jedem der Alt-Aktionäre der Erwerb von jeweils 10 jungen Aktien angeboten – ein Bezugsrecht. Nimmt jeder der Alt-Aktionäre sein Bezugsrecht wahr und erwirbt 10 junge Aktien, so hat jeder Alt-Aktionär nach Abschluss der Kapitalerhöhung dann 60 Aktien und hält damit weiterhin 50% der Anteile an der AG (jeweils 60 von 120 Aktien).

 

So weit so gut – nur bleiben in dieser Konstellation (alle Alt-Aktionäre nehmen ihr Bezugsrecht wahr und erwerben die jungen Aktien) bei einer Kapitalerhöhung keine jungen Aktien mehr, die ein interessierter neuer Investor überhaupt noch erwerben könnte. Denn ein neuer Investor kann im Rahmen einer Kapitalerhöhung lediglich die jungen Aktien erwerben, die Alt-Aktionäre unter Verzicht auf ihr Bezugsrecht nicht erwerben wollten. Ein Beispiel (2): abweichend vom vorherigen Beispiel (1) verzichten nun im Rahmen der Kapitalerhöhung die beiden Alt-Aktionäre auf ihr Bezugsrecht, also auf den Erwerb junger Aktien. Die nun „freien“ 20 jungen Aktien können dann einem neuen Investor zum Erwerb angeboten werden. Nach Abschluss der Kapitalerhöhung (120 Aktien) halten sodann die beiden Alt-Aktionäre also weiterhin jeweils 50 Aktien und der neue Investor 20 (junge) Aktien aus der Kapitalerhöhung. Damit hat sich selbstverständlich nun die Relation der Beteiligung der Aktionäre an der AG verschoben. Die Alt-Aktionäre halten nun jeder statt 50% nur noch 41,66% der Anteile an der AG (jeweils 50 von 120 Aktien) und der neue Investor hält nunmehr 16,66% der Anteile an der AG (20 von 120 Aktien).

 

Der Hafensänger J. Meier erzählt hier also Märchen. Denn nur ein Verzicht des Vereins auf seine Bezugsrechte bei Kapitalerhöhungen der HSV Fußball AG war und ist die systemimmanente Voraussetzung, dass neue Investoren im Rahmen von Kapitalerhöhungen überhaupt Anteile an der HSV Fußball AG mittels des Erwerbs junger Aktien erhalten konnten und können. Ohne einen Verzicht auf das Bezugsrecht hätte der Verein alle jungen Aktien selbst erwerben müssen und wäre demzufolge bis in alle Zukunft der einzige Aktionär der HSV Fußball AG geblieben.

 

Es gibt schlicht und ergreifend keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem Verzicht des Vereins auf seine Bezugsrechte bei Kapitalerhöhungen der HSV Fußball AG und dem ominösen Vorstandsbeschluss zur Begrenzung der Ausgabe von jungen Aktien. Unbesehen der Tatsache, dass ein solcher Vorstandsbeschluss auf Grund rechtlicher Verpflichtung nicht umsetzbar sein könnte, handelt es sich überdies bei einem solchen Vorstandsbeschluss lediglich um eine jederzeit abänderbare Absichtserklärung. Ein klassischer, nachgeschobener Alibi-Beschluss des Vorstands also, der einzig aus dem Grund gefasst wurde, eben solche Märchen wie die des Hafensängers J. Meier zu ermöglichen und den durch HSV-Plus vorgeführten HSV-Vereinsmitgliedern Sand in die Augen zu streuen. Welch ein perfides Spiel vom Hafensänger mit dem Märchenonkel. Verlässlich, weil rechtlich bindend, sind hingegen ausschließlich die Bestimmungen der Satzung der HSV Fußball AG.

 

Der Hafensänger J. Meier war und ist (noch) als Präsident des HSV Vereins den Mitgliedern des HSV und der Satzung des Vereins verpflichtet. Der Wille der HSV-Mitglieder ist ganz eindeutig in der Vereins-Satzung festgeschrieben: kein Verkauf von Anteilen an der HSV Fußball AG über 24,9% ohne einen Mitgliederbeschluss des Vereins. Es war und ist daher die oberste Pflicht des J. Meier als Präsident des Vereins, durch einen Beschluss in der Hauptversammlung der HSV Fußball AG das genehmigte Kapital von 1.750.000 auf 1.166.000 zu reduzieren, um die Wahrung der Interessen des Vereins sicher zu stellen (an dieser Stelle sei in gebotener Kürze nochmals darauf hingewiesen, dass Satzungsänderungen der AG und die Abberufung von Mitgliedern des Aufsichtsrats der AG stets einer ¾-Mehrheit in der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft bedürfen). 

 

Offenkundig war und ist jedoch der (noch) amtierende Präsident J. Meier aus unerfindlichen Gründen partout nicht gewillt, durch satzungskonformes Handeln die Interessen des HSV Vereins zu wahren und die Mitglieder des HSV-Vereins beschlusskonform zu vertreten. Gut; muss man so zur Kenntnis nehmen – darf sich aber wohl mit Fug und Recht doch die Frage stellen, warum der Beirat des Vereins solch zwielichtiges Verhalten goutiert, indem er solche Personen zur Wahl um das Amt des Präsidenten zulässt, statt derartige Verstöße des Präsidenten gegen die Vereins-Satzung an den Ehrenrat zur Prüfung weiter zu leiten. Wie tief ist dieser HSV nur bereits gesunken – es ist einfach unerträglich.

Von | 2018-01-17T07:15:50+01:00 17. Januar 2018|Allgemein|44 Kommentare

44 Comments

  1. Kevin allein in Hamburg 17. Januar 2018 um 07:46 Uhr

    Ich zitiere : Wie tief ist dieser HSV nur bereits gesunken – es ist einfach unerträglich………..

    Ja, das ist es !
    Unerträglich, das solche Menschen so viel Unheil über einen Verein bringen, dafür noch von dummen, ständig im Delirium vor sich hinvegetierenden rosa Hüpern beklatscht werden und sich dadurch als Helden feiern lassen.

    Eigentlich hat es dieser Verein mit diesen „FANS“ bzw. rosa Hüpfern nicht anders verdient als abzusteigen.
    Und wenn das so passiert, dann haben es natürlich alle vorher gewusst.
    Und die Personen die vorher kritisch nachgefragt haben und Mißstände angeprangert haben, diese wurden als Pester bezeichnet, diskreditiert und gemobbt auf höchster Ebene.
    Und genau diese rosa Hüpfer die dann Ihre Meinung schneller geändert haben als Ihre Unterwäsche und ja alles vorher gewusst haben, diese Hüper werden dann den sogenannten Pestern die Schuld dafür geben, weil man ja durch kritisches Nachfragen und anprangern von Mißständen schlechte Stimmung verbreitet hat !!!!

    Zum Kotzen das alles !!!!

  2. SM 17. Januar 2018 um 08:03 Uhr

    Klasse! Danke für den augenöffnenden Beitrag!

  3. Kugelblitz 17. Januar 2018 um 08:15 Uhr

    sind denn schon junge aktien veräußert worden?

    • Kerberos 17. Januar 2018 um 09:34 Uhr

      Sebstverständlich! K-M Kühne und Andere haben (Stand: Handelsregister vom 12.01.2018) bisher 1.094.134 junge Aktien erworben. Es gibt also 4.594.134 Aktien der HSV Fußball AG – der HSV Verein hält weiterhin 3.500.000 Aktien, mithin aktuell noch 76,18%.
      .
      Der Vorstand ist aktuell ermächtigt, noch weitere 655.866 junge Aktien auszugeben!
      .

      • Kugelblitz 17. Januar 2018 um 12:54 Uhr

        die fußball ag wurde anfangs doch auf knapp 300 muio geschätzt, so dass eine 1 euro nennwertaktie ca. 86 euro wert war.

        werden junge aktien zu der gleichen bewertung verkauft? erhöht das nicht den wert des hsv auf 450 mio?

  4. Axel 17. Januar 2018 um 08:43 Uhr

    „Entscheidend ist vielmehr, dass sowohl die Satzung des Vereins wie auch die Satzung der HSV Fußball AG (mit dem genehmigten Kapital von 1.750.000 Anteilen und der Ermächtigung für den Vorstands der der HSV Fußball AG zur Ausnutzung des genehmigten Kapitals durch die Ausgabe junger Aktien in den folgenden 5 Jahren) Gegenstand des am 25. Mai 2014 mit ¾-Mehheit gefassten Ausgliederungsbeschlusses waren. Ein Zirkelbeschluss also – denn in dem Ausgliederungsbeschluss vom 25. Mai 2014 war eben bereits der erforderliche -Beschluss der Vereins-Mitglieder nach § 14 Absatz 2 Nummer h der Vereins-Satzung zur Veräußerung von AG-Anteilen über 24,9% inkludiert (hier konkret eben bis 33,33%). Weder der Ausgliederungsbeschluss der Mitgliederversammlung vom 25. Mai 2014 noch die Satzungen von Verein und HSV Fußball AG sind daher „fehlerhaft“ oder stehen in einem Widerspruch zueinander.“

    „Der Wille der HSV-Mitglieder ist ganz eindeutig in der Vereins-Satzung festgeschrieben: kein Verkauf von Anteilen an der HSV Fußball AG über 24,9% ohne einen Mitgliederbeschluss des Vereins. Es war und ist daher die oberste Pflicht des J. Meier als Präsident des Vereins, durch einen Beschluss in der Hauptversammlung der HSV Fußball AG das genehmigte Kapital von 1.750.000 auf 1.166.000 zu reduzieren, um die Wahrung der Interessen des Vereins sicher zu stellen (an dieser Stelle sei in gebotener Kürze nochmals darauf hingewiesen, dass Satzungsänderungen der AG und die Abberufung von Mitgliedern des Aufsichtsrats der AG stets einer ¾-Mehrheit in der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft bedürfen). “

    Widerspricht sich das nicht? Zumindest verstehe ich es nicht ganz, wenn oben steht, dass der Ausgliederungsbeschlzss eben die Möglichkeit enthält, mehr als 24,9% zu verkaufen, abgesegnet durch den Beschluss am 25.5.14 durch die Mitglieder und unten steht, Herr Meier hat die Pflicht, dem Willen der Mitglieder gemäß vereinssatzung zu entsprechen, eben nicht mehr als 24,9% zu verkaufen?

    • Kerberos 17. Januar 2018 um 09:09 Uhr

      Formal-juristisch hast Du recht.
      .
      Es war aber nicht der „tatsächliche“ Wille der Mitglieder des Vereins. Denn der Passus mit der erforderlichen Zustimmung nach § 14 Absatz 2 Nummer h der Vereins-Satzung wurde auf Druck der Mitglieder erst spät in die Satzungsänderung des Vereins zur Ausgliederung aufgenommen. Damit wurden die Vereinsmitglieder in Sicherheit gewogen, dass ein Verkauf von Anteilen über 24,9% für die Zukunft nicht möglich sei – die Mitglieder wurden schlicht vorsätzlich getäuscht.
      .
      Und über die letzten Jahren wurde von allen Seiten (Verein, AG und Medien) dann fortgesetzt stehts vermittelt, dass ein Anteilsverkauf über 24,9% eben eines KÜNFTIG NOCH ZU TREFFENDEN Mitgliederbeschlusses bedarf.
      .

      • Axel 17. Januar 2018 um 09:41 Uhr

        Ok danke Kerberos, das liest sich ein bisschen komisch, ihr allem für mich als Laien, wenn dort quasi einmal in der Vereinssatzung steht, Anteile bis 33,33% können ohne mitgliederbeschluss verkauft werden und andererseits soll dafür sorge getragen werden, dass eben nicht mehr als 24,9% veräußert werden können. Wer nickt denn sowas ab? Vielleicht meint das Abendblatt ja das als satzungsfehler.

        Ich muss gestehen, dass ich trotz intensiven auseinandersetzens mit der Thematik vor der Wahl immer nur von den 24,9% gelesen hatte.

  5. Ex-HSVer im Herzen 17. Januar 2018 um 09:12 Uhr

    Hervorragender Beitrag! Großes Kompliment an Grave und Kerberos. Diese Art der Beiträge bringen eine intellektuelle Qualität in den Blog, der ihn meiner Meinung nach zur Nummer 1 unter allen macht. Alles andere sind nur Fan Pages mit partiell populistischen Anflügen.

    Wenn man sich das Ganze durchliest, wird einem klar, wieviel Scheisse unter der Oberfläche verborgen ist. Ich habe das Gefühl, dass seit mehreren Jahren Vorstand Aufsichtsrat und e.V. nichts anderes machen als das Ganze zu verbergen und eigene Kontostände zu sichern. Solche Beiträge erklären, warum Samstag für Samstag das untere Ende der Organisationsstruktur (die operativ tätigen Angestellten) nicht performt. Diese werden beschissen geführt vom Abteilungsleiter (Gisdol). Dieser wiederum wird gar nicht geführt von seinem Vorgesetzten (Todt), sondern dieser ist sein Kuschel-Buddy und hat null Impact. Dieser wiederum wird beschissen geführt von der Geschäftsführung (Vorstand), da diese mit unternehmenspolitischen Vorgängen zu 100 % ausgelastet ist. Bei denen diese noch nicht einmal komplett im Bilde ist. Und der Vorstand wird nicht kontrolliert vom Aufsichtsrat, weil dieser ebenfalls mit anderen Dingen beschäftigt ist.

    Das ist das große Dilemma dieses Vereins seit über 20 Jahren. Top – Down ist eine Katastrophe. Matrix-Organisation par excellence. Deshalb bleibe ich dabei: das einzige was hilft ist die komplette progessionelle Neu-Organisation. Alles andere wird nichts ändern. Deshalb ist es völlig unerheblich für die Performance der Mannschaft, ob Meier, Hoffmann oder der liebe Gott persönlich EV-Präsident wird.

    Wenn man Ahnung hat von First Class Unternehmen mit First Class Leadership, kann man über dieses Provinz-Konstrukt nur lächeln und den Kopf schütteln. Das einzige, was helfen würde wäre Revolution im Volk (= Nicht ins Stadion gehen) – aber das findet hier nicht statt. Also bleibt alles beim Alten.

    • Gravesen 17. Januar 2018 um 09:17 Uhr

      Du würdest dich wundern, wie viel Scheiße noch unter der Oberfläche schlummert. Kleiner Tipp: Morgen mal „Die ZEIT“ lesen 😉

      • Dennis61 17. Januar 2018 um 12:05 Uhr

        Ich habe jetzt schon die Hosen voll. 🙁

      • Ex-HSVer im Herzen 17. Januar 2018 um 12:27 Uhr

        Thanks man! Bin on Tour, aber werde mir die mal kaufen.
        Obwohl man hier ja immer bestens informiert ist. ????

      • Ida Ehre 18. Januar 2018 um 10:10 Uhr

        Es ruft also jemand den Ehrenrat an, um die Satzung zu korrigieren. Aber dann passiert doch nix, oder?

    • Dennis61 17. Januar 2018 um 12:04 Uhr

      Zuerst einmal ein Riesendank an Kerberos und Gravesen. Das was hier für „umme“ geboten wird ist nicht normal. Grade in der heutigen Zeit wo Gewinnmaximierung, Optimierung und Ausbeutung über allem zu stehen scheinen. Ich sehe es als meine Pflicht an, ab und an wenigstens einen Zehner in den Hut zu werfen. Ganz dickes Lob von mir. (Kleine Anmerkung: Der Spendenknopf ist rechts oben. Geht ganz schnell und tut nicht weh.)

      Ich habe hier ja in den letzten Tagen ein bisschen die Position des „Fanverstehers“ eingenommen. Ich denke auch und gerade durch solche Informationen wie heute merkt man schnell wie das Thema am gemeinen Fan vorbeigeht. Ich erwische mich selbst dabei, dass ich von all dem nichts hören und sehen will, weil ich es nur schwer verstehe und mich leicht überfordert. Ich will doch nur geilen Fußball sehen und ein bisschen mit meinen Jungs in der Kurve/Kneipe feiern. Doch man muss das Kind mal beim Namen nennen. Es sind minimum dilettantische und maximal verbrecherische Kräfte am Werk. Teile der Fans haben die Ausgliederung kritisch gesehen, doch das Ausmaß war der breiten Masse doch nicht bewusst. Sei es aus Unwissen oder Ignoranz. Das spielt meines Erachtens auch keine Rolle.

      „Nur wollte dies eben damals keiner der hoffnungsbeseelten Europapokal-Träumer hören. Und so hatten die Agitatoren der HSV-Plus-Bewegung leichtes Spiel, die mahnenden Skeptiker in die Ecke von ewig gestrigen „Not-For-Salern“ zu stellen und deren warnungsgebenden Hinweise und Argumente mit haltlosen Phantastereien vom internationalen Spitzenfußball in Hamburg vom Tisch zu wischen.“

      Genauso sieht es aus. Es waren genug Leute von der Nordtribüne dagegen, beziehungsweise hätten sogar Posten bekleiden und den Neuanfang mitgestalten wollen. Diese wurden auch und gerade vom Abendblatt mit Schmutzkampagnen überzogen und hatten keine Lobby. Jetzt könnten sich diese Jungs genüsslich zurücklehnen und sagen: „Hab ich ja gewusst.“. Aber das war nicht worum es ihnen ging. Es ging niemals ums Rechthaben und schon gar nicht ums Geld, auch nicht um Macht, sondern einzig und allein um ihre beknackte Liebe zu einem Sportverein, der irgendwann mal für großen Fußball stand. Sie wollten das Richtige tun. Nun sehen sie das Konstrukt in sich zusammenfallen und haben schon lange aufgegeben. Diejenigen die nicht verstehen wollen oder verstehn können, sind zu vernachlässigen. Aber eins merken sie alle, nämlich, dass der HSV nicht mehr cool ist. Das Thema ist so durch, dass noch nicht mal mehr Witze gemacht werden.

      R.I.P. HSV

      • Ex-HSVer im Herzen 17. Januar 2018 um 12:44 Uhr

        Danke für den Schubser. Ich hab mal eben den Spendenknopf ausprobiert. Funktioniert ja sogar. ?
        Ich finde, nach den Blogs der letzten Tagen können wir alle mal nen Heiermann oder n büschn mehr rüber wachsen lassen.

      • Axel 17. Januar 2018 um 14:10 Uhr

        Dennis, da war aber nie das Thema irgendwelcher Not for saler, ich kann mich nicht erinnern, dass einer aus der Ecke von dem hier zitierten Szenario wusste. Die sind einfach mit dem Gespenst des kompletten Ausverkaufs und verschachern an Scheichs durch die Gegend gezogen und hsben weinend auf den dino und seine Seele gezeigt.
        Im übrigen hat die Situation direkt nichts mit den Paragrafen in den vereinsstatutwn zu tun sondern mit den handelnden Personen. Herr beiersdorfer wurde nicht gezwungen, den Verein an kühne zu verkaufen, er hat es einfach gemacht und alle haben zugeschaut.
        Und wenn jetzt Not for saler darüber lachen, dann haben sie es immer noch nicht verstanden.

        • Dennis61 17. Januar 2018 um 14:47 Uhr

          Ich habe gesagt Sie könnten jetzt lachen, tun es aber nicht. Denn sie lieb(t)en den Verein. Und natürlich haben sie recht behalten. Wenn die Chinesen einsteigen oder Kühne die Sperrminorität erlangt, dann ist das geschehen wovor alle gewarnt haben: Ausverkauf und damit einhergehend quasi die Handlungsunfähigkeit des Vereins.

          „Der Wille der HSV-Mitglieder ist ganz eindeutig in der Vereins-Satzung festgeschrieben: kein Verkauf von Anteilen an der HSV Fußball AG über 24,9% ohne einen Mitgliederbeschluss des Vereins.“

          Bis zu 24,9% der Anteile zu einem adäquaten Preis. Nicht 33%, nicht 49,9%. Bitte Leute, tut mir den Gefallen und hört damit auf, die momentane Situation „den Fans“ in die Schuhe zu schieben. Fans sind wir alle (mal gewesen) und somit wären auch wir dafür mitverantwortlich. Das ist mit Verlaub „bullshit“. Wer von uns kannte sich denn mit Aktiengesellschaften so weit aus, als dass er diese Scheiße hat kommen sehen?

          Was ist denn die Motivation von Leuten wie Gravesen oder mir oder anderen hier auf der Seite? Wenn wir wirklich 100% mit dem Thema abgeschlossen hätten bzw. abschließen könnten, dann würden wir doch bei chefkoch.de Rezepte austauschen oder das Auto waschen fahren. Wir sitzen aber hier und tauschen uns in ellenlangen Texten aus, um zu verstehen was da eigentlich genau hinter den Kulissen gespielt wird.

          Dreh den Spieß doch einmal um. Wussten die 86,9% der Mitglieder damals wofür sie da genau abgestimmt haben und welchen Weg das ganze nehmen würde? Es war ein Versprechen, nicht mehr und nicht weniger. Und die Verlockung war groß. Ich war nicht stimmberechtigt, hätte aber dagegen gestimmt. Warum weiß ich auch nicht so genau. Es war ein Gefühl, dass das nicht gut ausgehen wird und die feste Überzeugung, dass man Erfolg nicht kaufen kann. Musste man ja vorher auch nicht.

          „Im übrigen hat die Situation direkt nichts mit den Paragrafen in den vereinsstatutwn zu tun sondern mit den handelnden Personen. Herr beiersdorfer wurde nicht gezwungen, den Verein an kühne zu verkaufen, er hat es einfach gemacht und alle haben zugeschaut.“

          Und da sagst Du was sehr Schlaues. Es waren und sind die handelnden Personen. Es sind die Zeichnungsberechtigten, die uns die Suppe eingebrockt haben. Was hätten die Fans denn Deiner Meinung nach machen sollen? Die mussten doch davon ausgehen, dass insbesondere „Dukaten-Didi“ und unser „Gönner“ das Kind schon schaukeln würden. „Sind ja Profis.“, „Haben ja Milliarden aufm Konto.“, „Irgendwie stehen die wohl zurecht am oberen Ende der Nahrungskette.“, „Wollen wir dem Ganzen erstmal Zeit geben.“, „Muss sich ja erst alles eingrooven.“, „Nicht gleich bei erstbester Gelegenheit draufkloppen.“, „Gut ding will Weile haben.“.

          Ich weiß nicht wie es Dir und den anderen geht, aber so einen Müll hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet.

          • Wenzel 17. Januar 2018 um 15:16 Uhr

            „Es waren und sind die handelnden Personen. Es sind die Zeichnungsberechtigten, die uns die Suppe eingebrockt haben. Was hätten die Fans denn Deiner Meinung nach machen sollen? Die mussten doch davon ausgehen, dass insbesondere „Dukaten-Didi“ und unser „Gönner“ das Kind schon schaukeln würden. „Sind ja Profis.“, „Haben ja Milliarden aufm Konto.“, „Irgendwie stehen die wohl zurecht am oberen Ende der Nahrungskette.“, „Wollen wir dem Ganzen erstmal Zeit geben.“, „Muss sich ja erst alles eingrooven.“, „Nicht gleich bei erstbester Gelegenheit draufkloppen.“, „Gut ding will Weile haben.“.“
            .
            Ist das jetzt nicht eher ein Plädoyer dafür, daß die abstimmenden Mitglieder zu naiv/obrigkeitstreu oder schlicht verträumt dumm abgestimmt haben?
            Meine Erfahrung (auch im Geschäftsleben) hat mir gezeigt, daß wenn man gewissen Leuten Macht verfügt, diese schwer wieder wegzukriegen ist.

            Alles vorhersehbar, aber das sieht das euphorische Stimmvieh mit den inhaltslosen Augen ja nicht. Das soll jetzt keine Rechtfertigung für DB/KMK o.ä. sein, aber ohne deren Rechtfertigung, so zu handeln, würde es sie in dieser Form nicht geben.

            Bertold Brecht (über den Zustand des H$V):
            Hinter der Trommel her
            Trotten die Kälber
            Das Fell für die Trommel
            Liefern sie selber.
            Der Schlächter ruft: Die Augen fest geschlossen
            Das Kalb marschiert. In ruhig festem Tritt.
            Die Kälber, deren Blut im Schlachthaus schon geflossen
            Marschiern im Geist in seinen Reihen mit.

            Sie heben die Hände hoch
            Sie zeigen sie her.
            Die Hände sind blutbefleckt
            Doch immer noch leer.
            Der Schlächter ruft: Die Augen fest geschlossen
            Das Kalb marschiert. In ruhig festem Tritt.
            Die Kälber, deren Blut im Schlachthaus schon geflossen.
            Marschiern im Geist in seinen Reihen mit.

            Sie tragen ein Kreuz voran
            Auf blutroten Flaggen
            Das hat für den armen Mann
            Einen großen Haken.
            Der Schlächter ruft: Die Augen fest geschlossen
            Das Kalb marschiert. In ruhig festem Tritt.
            Die Kälber, deren Blut im Schlachthaus schon geflossen
            Marschiern im Geist in seinen Reihen mit.
            .

      • HamburgerJung70 17. Januar 2018 um 22:31 Uhr

        Schande. Der Spendenknopf geht ja tatsächlich :-O Ich dachte, das wäre ein Spaß in Richtung der „Spendensammler“ von Scholz bzw. vom Abendblatt…

        Ich leiste Abbitte und habe ihn benutzt. Das ist mir der Blog wirklich wert…

  6. Kerberos 17. Januar 2018 um 09:23 Uhr

    Und noch ist diese Geschichte ja hier „unvollendet“. Ich arbeite bereits an der Aufbereitung der nächsten „Satzungs-Sauerei“ (kann aber noch ein wenig dauern) – dagegen ist das hier nur „Peanuts“.
    .

    • Raschi 17. Januar 2018 um 10:09 Uhr

      Man kann nur hoffen, dass irgendeine dieser vorsätzlichen Täuschungen, Verschleierungstaktiken, Mauscheleien und Halbwahrheiten irgendwann einmal die Grenze der Legalität überschreitet oder bereits überschritten hat. Das würde zwar den HSV nicht wiederbeleben, aber meinen Glauben an Gerechtigkeit. Wenn man mit solchen „Tricks“ und Manipulierereien durchkommt und im schlimmsten bzw. besten Fall noch eine millionenschwere Abfindung einstreichen kann, dann ist wesentlich mehr als der HSV im Arsch.

      • Ex-HSVer im Herzen 17. Januar 2018 um 12:43 Uhr

        So sehe ich das auch!! Der kleine GmbH-Geschäftsführer ist mit einem Bein im Knast, wenn seine Angestellten Scheisse bei Buchhaltung, etc. bauen und dieser Millionäre (was sie vorher schon waren) dürfen grobst fahrlässig oder vorsätzlich agieren.

        Man kann nur hoffen

        • Dennis61 17. Januar 2018 um 14:53 Uhr

          Beim Mittagessen kam mir heute der Gedanke: Wenn der „große“ HSV dann tatsächlich in ein oder zwei Jahren abgeschmiert ist, taugt die ganze Geschichte zum Kinofilm. Dazu mischt man ein bisschen „Football Leaks“, ein bisschen nackte Haut und schon ist der Hollywoodstreifen perfekt. Falls sich hier ein Drehbuchschreiber unter uns befindet, meine Unterstützung hast Du. 🙂

        • Saschas Alte Liebe 17. Januar 2018 um 20:52 Uhr

          Sie wurden und werden gedeckt und geschützt durch Grauzonen in der Rechtslage, die Interessen der Dfl und die Dämlichkeit von Mitgliedern und Fans.