Es ist einfach genug jetzt…

Gestern Abend kommunizierte ich (Telefon und Whatsapp) mit zwei „Kollegen“, also mit „echten“ Sportjournalisten und beiden kamen unabhängig voneinander zu ein und demselben Schluss: „Ich bin nur noch müde“. Das muss man sich einmal vorstellen. Ein Journalist lebt von Ereignissen, teilweise von Sensationen, manchmal auch von Skandalen, aber dieser Verein hat mittlerweile so viel von allem geliefert, dass selbst diejenigen, die eigentlich davon profitieren würden, nicht mehr mögen. Wie auch, man kommt ja nicht mehr mit dem Berichten hinterher.

Sportliches Dauer-Desaster, Katastrophen-Transfers, Trainer- und Managerentlassungen, Person-Karussell, 10 Aufsichtsrats-Vorsitzende in 8 Jahren, Rucksack-Verluste, Relegations-Dramen und neuerdings misslungene Putschversuche im Aufsichtsrat. Liest man heute die BILD, so wird deutlich, dass Putsch-Minister Goedhart diese Nummer nicht das erste Mal fährt. Umso erschütternder, dass der Mann auch auf der neuen Liste des Herrn Meier stehen durfte, der über all das bestens im Bilde sein sollte.

Un­ter­des­sen si­ckern immer mehr De­tails durch. Der Putsch-Ver­such gegen Bruch­ha­gen und Todt war nicht die erste miese At­ta­cke des Wirt­schafts-Ma­na­gers. Go­ed­hart woll­te be­reits Ex-Trai­ner Bruno Lab­ba­dia (51) stür­zen. Und das sogar in Lab­ba­di­as Ret­ter-Sai­son 14/15.

Da­mals führ­te der Trai­ner die Ham­bur­ger mit zehn Punk­ten aus den letz­ten sechs Spie­len in die Re­le­ga­ti­on. Dort schaff­te der HSV im Herz­schlag-Fi­na­le gegen Karls­ru­he (1:1, 2:1 n.V.) den Klas­sen­er­halt.

Nach der 1:2-Nie­der­la­ge am 33. Spiel­tag in Stutt­gart star­te­te Go­ed­hart unter den Auf­sichts­rä­ten (schrift­lich) eine Auf­stel­lungs-Dis­kus­si­on. Die soll­te Lab­ba­dia am 34. Spiel­tag gegen Schal­ke (2:0) als Vor­ga­be be­kom­men. Ein Wahn­sinn.

Gut ein Jahr spä­ter tagte der Auf­sichts­rat im Gar­ten des da­ma­li­gen Vor­sit­zen­den Diet­mar Bei­ers­dor­fer (54). Lab­ba­dia wurde ein­be­stellt. Es gab Stress um Bei­ers­dor­fer-Ein­kauf Alen Ha­li­lo­vic (21/jetzt UD Las Pal­mas). Den hatte Bei­ers­dor­fer für fünf Mio Euro aus Bar­ce­lo­na ge­holt, der Trai­ner konn­te ihn aber nicht brau­chen.

In der Sit­zung woll­te Go­ed­hart Lab­ba­dia dann er­klä­ren, wie er den Kroa­ten ein­zu­set­zen habe. Klar, dass man auf kei­nen ge­mein­sa­men Nen­ner kam. Kurz da­nach wurde der Coach ge­feu­ert.

(Quelle: BILD)

Aufsichtsräte, die einem lizenzierten Fußballlehrer erklären wollen, wie er seine Spieler einzusetzen hat. „Gönner“, die sich von ihrem Leib-und Magenberater Spieler einsingen lassen, damit sich der Berater dumm und dusselig verdient. Ex-Spieler, die mit 29 Jahren ihr Karriere wegen einer App beendet haben und nun Aufsichtsrat spielen wollen, das alles erschöpft unglaublich. Und leider ist es wahr, es gibt wirklich keine Schwachsinnigkeit, die nicht so absurd ist, dass der HSV nicht darüber stolpern könnte. Man ertappt sich in Gesprächen immer wieder bei „Nein, das kann nun wirklich nicht sein“, um dann nur Sekunden später auf ein „Aber halt, wir sprechen über den HSV“ zu kommen.

Vielleicht zur Erinnerung noch ein paar Daten, auch wenn ich sie schon mehrfach erwähnt habe. Im Jahr 2010 hatte die Mannschaft des HSV einen Marktwert von € 134,8 Mio., die der Bayern von € 292,35 Mio., also etwas mehr als das Doppelte.

https://www.transfermarkt.de/1-bundesliga/marktwerteverein/wettbewerb/L1/plus/?stichtag=2010-11-15

 

Seit dieser Zeit investierte der HSV € 177,30 Mio. in neue Akteure und verzeichnete dabei einen Transferverlust in Höhe von € 79,50 Mio. Heute hat die Mannschaft des Hamburger Sportvereins einen Wert von € 78,60 Mio.

 

https://www.transfermarkt.de/transfers/einnahmenausgaben/statistik/plus/0?ids=a&sa=&saison_id=2010&saison_id_bis=2018&land_id=40&nat=&pos=&altersklasse=&w_s=&leihe=&intern=0

Das muss man sich einfach mal vorstellen. Man hat ein Produkt, welches knapp € 140 Mio. wert ist, investiert in dieses Produkt € 177 Mio. und anschließend ist es noch € 78,6 Mio. wert. Wie kann das sein? Das ist doch rein logisch gar nicht zu erklären.

Zum Vergleich: Der Marktwert des FC Bayern München beläuft sich heute auf € 642,50 Mio. Ein anderer Vergleich: Im Jahr 2010 hatte das Team von Bayer Leverkusen einen Wert von € 141, 35 Mio., heute ist die Werkself € 262,90 Mio. Ein Plus von 86% gegenüber einem Verlust von 41,7% beim HSV. Dabei machte Bayer in diesen Jahren einen Transferverlust von lediglich € 8,63 Mio. 

Allein diese wenigen Zahlen würden normalerweise reichen, an diesem Klub zu verzweifeln, aber das ist bekanntlich nur ein kleines Mosaiksteinchen. Beliehene Sponsoren-Verträge, das angebliche eigene Stadion als Sicherheit für Kredite verpfändet, Fan-Anleihen für Gehälter und Abfindungen missbraucht, jeden noch so blinden 3.-Liga Manager aus seinem Vertrag gekauft und und und. Wenn man heute, am 03.02.2018 fragt, was für diesen Verein spricht, kann die Antwort nur lauten: Nichts. Absolut nichts.

Es gibt keine Strategie, keinen mittelfristigen Plan, keine Agenda. Das einzige Ziel dieses Vereins ist es seit Jahren, die Klasse zu halten. Koste es, was es wolle. Diesem Ziel wurde alles untergeordnet, es wurde das allerletzte Tafelsilber zu Spottpreisen verhökert, damit der nächste fußkranke Ex-Star verpflichtet und Herr Struth noch ein wenig reicher gemacht werden konnte. Amtsinhaber, Vorstände, Trainer und alle anderen kannten in all den Jahren nur ein Ziel: Irgendwie so lange es geht zu überleben, um an den Futtertrögen verweilen zu können. Niemand war willens, niemand war in der Lage diese Spirale des Todes aufzubrechen, aber es kann nur noch eine Konsequenz geben: Es muss endlich die Wahrheit gesagt werden!

Wer auch immer es sein wird, vielleicht ja Bernd Hoffmann, muss sich Zeit für eine Analyse nehmen, wobei das Ergebnis dieser Analyse bereits jetzt feststeht – der HSV ist zu 99% tot. Um das letzte Prozent zu retten und einen echten Neuanfang zu starten, in welcher Liga auch immer, muss den Mitgliedern, Fans und Anhängern endlich die Wahrheit gesagt werden, auch wenn es einige vielleicht nicht hören wollen.

Die (finanziellen) Fakten müssen auf den Tisch und dann muss endlich die Konsequenz gezogen werden. Schluss mit den Lügenmärchen, Schluss mit den Durchhalteparolen, Schluss mit dem „Ist doch eigentlich alles gut“. Schluss mit Selbstoptimierern, Schluss mit Intriganten (allein der Umstand, dass Goedhart heute noch im AR sitzt, ist ein Skandal), Schluss mit Finanzjongleuren. Schluss mit Presse-Seilschaften, Schluss mit „Deals“. Es muss eine ganz deutliche Strategie her, wie man in Zukunft mit Herrn Kühne verfährt. Keine Tricks mehr, keine Winkelzüge. Transparenz mit allen Konsequenzen. Es müssen knallharte Regeln her und wer dagegen verstößt, der fliegt. Sofort.

Es darf keinen Schwachsinn mehr geben wie „Aufstellen für Europa“ und erst recht kein „in 3 Jahren sind wir auf Augenhöhe mit…“. Der HSV ist auf Augenhöhe mit sich selbst, das reicht. Es darf kein „Der HSV ist ein großer Verein“ mehr geben, denn das ist er nicht und es wird Zeit, dies endlich zu akzeptieren. Dieser Verein muss nicht nach hinten, sondern nach vorn schauen. Er muss sich von seinen Traditionen lösen und sich neu erfinden. Nur so wird es dem HSV gelingen, seine Fans zurück zu gewinnen. Tut er das nicht, wird er sterben, auch wenn das einige noch immer nicht begreifen wollen. Er wird sterben. Bald.

 

Von | 2018-06-02T17:35:02+02:00 3. Februar 2018|Allgemein|61 Kommentare

61 Comments

  1. Sag' Tschüss Dino 3. Februar 2018 um 08:12 Uhr

    „Ex-Spieler, die mit 29 Jahren ihr Karriere wegen einer App beendet haben und nun Aufsichtsrat spielen wollen …“

    Da hab‘ ich bei all dem Irrsinn ja doch noch etwas verpasst. Kann man das irgendwo nachlesen oder laufe ich dann Gefahr erschüttert ins Wachkoma zu fallen?

  2. Gravesen 3. Februar 2018 um 08:56 Uhr

    Einfach nur unfassbar. Dieser Wetzstein ist seit 2014 im Amt und hat als Vorstand alle Entscheidungen mitgetragen. Jetzt versucht er auf den letzten Drücker seinen Arsch zu retten, dieser Königsmörder.
    .

    Aus dieser Nachfrage, so steht es zumindest in der Mail, ergibt sich schnell ein Grundsatzgespräch. So soll Wettstein auf Nachfrage große Zweifel an Vorstandschef Heribert Bruchhagen, Sportchef Jens Todt und ganz generell den Strukturen geäußert haben. Wortwörtlich soll Wettstein „jegliche Führung“ im HSV vermisst haben.

    .
    https://www.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article213308189/HSV-Fuehrung-sollte-weg-Was-hinter-dem-Putschversuch-steckt.html

    • Joachim Schaefer 3. Februar 2018 um 22:11 Uhr

      Ja. Unfassbar.

  3. Didi-der-Grosse 3. Februar 2018 um 09:01 Uhr

    Viel lustiger ist doch wer aus Jens Meiers Gegenpartei diese ganzen Infos der Presse jetzt zuspielt. Du hast vor einigen Tagen geschrieben, dass die Spiele eröffnet sind ( wegen der Aufsichtsratswahl ). Das es jetzt aber so heftig wird, hätte ich nicht erwartet.

    • Gravesen 3. Februar 2018 um 09:04 Uhr

      Ich finde, da macht man einen Fehler. Man konzentriert sich schon wieder viel zu sehr auf den angeblichen Maulwurf und viel zu wenig auf die Inhalte.

  4. db 3. Februar 2018 um 09:34 Uhr

    Schon merkwürdig, plötzlich kommen die „Glanzleistungen“ des AR-Mitglieds Felix Goedhardt zum Vorschein.
    Möchte noch einmal eine seine damaligen Aussagen zitieren, mit der er seinerzeit in den AR der HSV AG eingezogen ist:
    .
    „Ich beobachte seit Jahren mit großem Vorbehalt den teilweise unverantwortlichen Umgang mit Geld in unserem Verein. Hier benötigt der Vorstand deutlich mehr Unterstützung von Profis.“
    .
    Dieser „Profi“ hat den finanziellen Niedergang der HSV AG seit 2014 maßgeblich mitgestaltet, bzw. ist seiner Kontrollfunktion im AR nicht nachgekommen und versuchte stattdessen, sich in sportliche Belange einzumischen.
    Unfassbar!

    • ausgegliedert 3. Februar 2018 um 13:38 Uhr

      Das war wohl seine Interpretation des Begriffes exzellent, den der damalige ARV geprägt hat.
      Schlußendlich eine nette Umschreibung für einen Käfig voller Narren.

  5. Kerberos 3. Februar 2018 um 09:39 Uhr

    Dieser Märchenonkel F. Wettstein ist wirklich die widerwärtigste Personalie im HSV. Ganz dicht gefolgt von B. Peters, der nach M. Gisdol nun auch noch den Leipziger Versager J. Spors zum HSV geschleppt hat. Einfach erschütternd, wie offen R. Rangnick das Versagen der Leipziger Scouting-Abteilung – ins Besondere im Nachwuchsbereich – öffentlich anprangert.
    .
    Ich werde es künftig mit Cato halten: „Ceterum censeo HSV esse delendam“.
    .

    • Saschas Alte Liebe 3. Februar 2018 um 11:45 Uhr

      „Ich werde es künftig mit Cato halten“
      ——————
      🙂
      …auch nach jeder Rede ?

      • Kerberos 3. Februar 2018 um 13:09 Uhr

        Selbstverständlich; und wenn es hilft auch gerne nach jedem Absatz.

  6. Bidriovo 3. Februar 2018 um 09:45 Uhr

    Abgesehen von der Posse im AR und der Geschäftsführung bin ich endlich mal wieder von einem HSV-Trainer überzeugt. Ich glaube Hollerbach kann mit der Truppe den Klassenerhalt schaffen. Hollerbach trainiert Karo einfach und lässt Karo einfach spielen. Mehr ist mit der Mannschaft auch nicht möglich. Hannover, Köln, Mainz, Stuttgart… da sind jede menge Mannschaften auf ähnlich bescheidenem Niveau unterwegs. Das wird ein spannendes Saisonfinale werden.

    • Gravesen 3. Februar 2018 um 10:04 Uhr

      Lebst du eigentlich in einer Art Matrix?

      • Kevin allein in Hamburg 3. Februar 2018 um 10:21 Uhr

        Scheint so

      • Micha 3. Februar 2018 um 10:32 Uhr

        „Bidriovo“ scheint die andere Pille gewählt zu haben, um in der Illusion einer erneuten Rettung leben zu können, egal wieviel Dreck, Leid, Abzocke und Ruin hinter den Kulissen herrscht…

        Was hat Grave auch mit der Wahrheit des HSV zu bieten. Oberflächlich gesehen nichts außer Dreck, Ruin, Abzocke, Intrigen.

        Eine Erneuerung des HSV kann ja nur aus einem tiefen Wandel, der viel Kraft kostet, erfolgen, und der auch scheitern kann.

    • UliStein 3. Februar 2018 um 10:35 Uhr

      Entschuldigung, aber als Fan der Frankfurter Eintracht muss ich widersprechen. Ich habe nahezu alle Mannschaften jetzt mindestens einmal gesehen und der HSV war unser schwächster Gegner. Wenn unsere die Chancen konsequent genutzt hätten, wären wir schon mit 4:1 in die Halbzeit gegangen.

      • Saschas Alte Liebe 3. Februar 2018 um 11:26 Uhr

        Stimmt, und nicht nur gegen die Eintracht war der HSV der schwächste Gegner.
        Spielerisch ist der Dino dauerhaft auf unterstem Zweitliga- bis Drittliga-Niveau.
        Die Konkurrenten Köln und Bremen haben da ganz anderes Potential zu bieten.
        Es wird ein Club wegen einer zeitweisen Ergebniskrise absteigen und der HSV, weil er seit Jahren permanent zunehmend das Fußballspielen eingestellt hat und von innen heraus völlig marode ist; das bleibt nicht folgenlos. nicht nach sovielen Jahren.
        Irgendwann ist einfach Schluss.

  7. Fernsehsportler 3. Februar 2018 um 10:38 Uhr

    @Kerberos: gab es da eine öffentliche Äußerung von Rangnick zu Spohrs?

    • Gravesen 3. Februar 2018 um 11:04 Uhr

      http://www.sportbuzzer.de/artikel/rundumschlag-von-rb-sportdirektor-rangnick-kritik-an-scouting-und-nachwuchsarbei/
      .

      „Ich kann mit diesem Umstand nur schwer leben. Ich erwarte von uns, dass wir da Lösungen auf dem Papier haben. Das haben wir nicht geschafft. Die Veränderungen die wir vornehmen werden, sind deshalb im Scouting dringend notwendig“, kündigte der 59-Jährige mit Nachdruck an

      .

      Enttäuscht ist der Sportdirektor auch darüber, dass nach den Ausfällen im Profikader keine Alternativen aus dem eigenen Nachwuchs zur Verfügung stehen. „Natürlich würden wir uns wünschen, dass wir in so einer Notsituation, in die wir ja nicht planmäßig geraten sind, ein oder zwei Spieler aus dem eigenen Nachwuchs nachschieben könnten. Das können wir nicht. Das müssen wir selbstkritisch eingestehen. Wir haben die U23 abgemeldet mit der Vorgabe, dass die U19 brutal aufgewertet wird. Aber wir müssen im Moment konstatieren, dass wir die schlechteste U19 der letzten sechs Jahre haben“, meinte Rangnick.

    • Kerberos 3. Februar 2018 um 11:14 Uhr

      Nicht namentlich. Jedoch war J. Spors gesamtverantwortlicher Leiter der Scouting-Abteilung bei RB Leipzig vom 1.12.2015 bis 31.1.2018 – 3 Jahre Murks und nun darf dieser Nichtsnutz mit Vertrag bis 2021 auch noch einen Neubeginn des HSV verhindern!
      .
      Rangnick in Auszügen „„Es wird gravierende Veränderungen im Scouting geben, personell und strukturell“, „„Wir müssen konstatieren, dass wir die schlechteste U19 seit sechs Jahren haben, seit ich da bin.“, „Die Scoutingsitzungen in der U15 bis zur U19 werden in meinem Beisein stattfinden. Ich bringe mich höchstpersönlich ein,…“.
      .
      Bereits letztes Jahr hat R. Ragninck eingegriffen und die Leitung der letzten beiden Scouting-Sizungen bei RB Leipzig persönlich geleitet. Aber lies und hör selbst:
      .
      https://www.mz-web.de/sport/fussball/rb-leipzig/denwuerdige-ruck-rede-ralf-rangnick-geht-bei-rbl-in-die-offensive-29605524
      .

  8. Alex 3. Februar 2018 um 11:02 Uhr

    HammerSoziophatenVerein: Obwohl die Idee, Bruchhagen und Tot zu feuern so schlecht nicht ist… 😉

    • Sven 3. Februar 2018 um 11:44 Uhr

      Jede Medaille hat 2 Seiten. Feuern ist die eine. Wobei ich noch den Anwalt hinter schicken würde, um möglichst viel Ernsthaftigkeit einer Zeitenwende darzustellen. Seite 2: Wer kommt danach? Wer hat die Expertise und das Durchsetzungsvermögen und das Netzwerk und karrieretechnisch noch was vor UND tut sich den HSV an?

  9. Peter.Helm 3. Februar 2018 um 11:26 Uhr

    Mal etwas anderes – du hast natürlich recht.

    Hallo Grave,

    mehrere Medien berichteten kürzlich überwiegend im Netz davon, dass kein geringerer als Toni Kroos’ Spielerberater (gleichzeitig: SpoDi HSV) Volker während sein Urlaub in Lebensgefahr gewesen sein soll. Natürlich möchte ich mich hier nicht über die Erkrankung lustig machen oder darüber urteilen. Ich wünsche dem Menschen Volker Struth natürlich eine schnelle und gute Genesung.
    ABER, steht sein Gesundheitszustand während dem Transferfenster in Zusammenhang mit der Transfer Ebbe beim HSV?

    Es gibt doch keinen besseren Panik Transfer Vermittler als den Unternehmer Struth – insbesondere beim HSV.

    VG

    • Gravesen 3. Februar 2018 um 11:36 Uhr

      Glaube ich nicht, denn angeblich hat man Kühne ja nicht mal gefragt. Angeblich, wie gesagt.

  10. HamburgerJung70 3. Februar 2018 um 12:18 Uhr

    Grave, Du hast recht. Und trotzdem sind wir m.E. auf dem richtigen Weg.

    Was wäre denn, wenn wir uns verstärkt hätten und am Ende das rettende Ufer erreichen würden? Man würde ganz selbstverständlich mit dem „Retter“ Holler weitermachen und am Ende der nächsten Saisonhälfte feststellen, dass H. kein Trainer ist, um auf dem Niveau eine Mannschaft aufzubauen bzw. zu entwickeln. Ich spare mir, die nächsten Punkte zu skizzieren, weil wir sie alle wiederholt schon erlebt haben. Das ist doch quälend.

    Wir brauchen etwas, dass man bereits VOR der Ausgliederung hätte haben müssen:

    – eine belastbare Gesamtstrategie (nicht nur Ideen oder Visisonen)
    – einen Investor, mit dem man (unter Berücksichtigung transparenter, ehrlicher) BEIDSEITIGEM Interessenausgleich ein faires Finanzarrangement vereinbart und
    – den strukturierten Neuaufbau einer Mannschaft (nebst Trainer) unter Berücksichtigung eines sportlichen Gesamtkonzeptes.

    Alles andere ist doch Stückwerk und verlängert das Taktieren und die Frage, wer wann soviel Einfluss im Verein haben wird, um auf dieser Basis wirklich arbeiten zu können. Und wenn diese Frage nicht einvernehmlich geklärt wird, werden die Grabenkämpfe noch ewig weitergehen.

    Solange es eine Seite gibt, die glaubt, sich gegen den Willen des anderen „durchsetzen“ zu können, wird es keine belastbare Gesamtstrategie geben.

    Ich setze weiter auf einen sportlichen Absturz des HSV, der hoffentlich so oder so auch die anderen Prozesse beschleunigen wird.

    • Kerberos 3. Februar 2018 um 13:33 Uhr

      Sarkasmus oder bereits Zynismus? Und dennoch möchte ich Deine „Anforderungen“ teilweise replizierend ergänzen:
      .
      – mindestens 3 Investoren, die stets paritätisch an der AG beteiligt sind.
      .
      – kein sportliches Konzept vorgeben. Einen unbequemen, teils sicherlich auch schwierigen, Querdenker wie J. Schmadtke mit aller Kompetenz als Sportvorstand ausstatten. Ein J. Schmadtke hat mehrfach bewiesen, dass er selbst bei mittellosen Vereinen (A. Aachen, FC Köln) unter schwierigsten Bedingungen sportlich Nachhaltiges bewirken kann. Warum denn eine nachgewiesene „Befähigung“ in ein sportliches Kosett pressen, welches von Laiendarstellern mit Ehrennadel und Hybris zusammengestümpert wurde? Denn gerade das war und ist doch beim HSV eines der Grundübel.
      .

      • ausgegliedert 3. Februar 2018 um 13:54 Uhr

        Interessanter Ansatz für den Sportvorstand.
        Wäre dann aber nicht der Querdenker derjenige, dessen „Konzept“ an den Pranger gestellt wird, sobald es Gegenwind gibt? Nichts anderes würden die Laien doch kurzfristig tun, wenn man ihnen offensichtlich jede vermeintliche „Macht“ nimmt, oder?

        Ich befürchte, jeder hätte es unglaublich schwer wegen der jahrzehnte lange Konzeptlosigkeit. Schließt imho auch die Außendarstellung mit ein, damit sich kein Laie vor Mikrofone begibt.

        • Saschas Alte Liebe 3. Februar 2018 um 14:00 Uhr

          Weswegen ja auch dringend all diese Laien wegmüssten !
          Es führt kein Weg an der Komplettlösung vorbei.

      • Kerberos 3. Februar 2018 um 14:22 Uhr

        Richtig, die Laiendarsteller müssen natürlich sämtlichst weggefegt sein. Denk doch an Arnessen oder Jol. Sportliche Kompetenz und Rückrat – das verträgt die Raute im Vakuum der Vereinsmeier eben nicht. Selbstbewußsein wie bei Klopp ist von vornherein ein k.o.-Kriterium. Hingegen sind smarte Speichellecker ohne Eigenleben wie Kreutzer oder Todt für diese nichtsnutzigen Strippenzieher eine gut austauschbare Idealbesetzung, weil die sich mit ihrer unerträglichen Fabuliererei auch noch ständig selbst der Lächerlichkeit preisgeben. Das lenkt von den Ursachen der Probleme ganz hervorragend ab.
        .
        „Ceterum censeo HSV esse delendam“.

      • HamburgerJung70 3. Februar 2018 um 15:49 Uhr

        D’accord.

  11. Ex-HSVer im Herzen 3. Februar 2018 um 16:07 Uhr

    Best Blog ever!!!

    Man könnte Deine exzellente Analyse auch folgendermaßen zusammenfassen: Das Ganze ist wie eine zusammenbruchgefährdete Villa auf einem 2000qm Grundstück an der Elbchaussee. Es wird konstant an der Villa repariert, saniert, geflickt. Dafür ist Jahr für Jahr mehr Aufwand nötig. Die Villa bleibt immer noch stehen, aber die Aufwendungen überschreiten den Wert des Grundstücks mittlerweile um ein Vielfaches.
    Doch warum abreißen? Es verdient sich doch jeder damit eine goldene Nase und wenn das Gebilde zusammen bricht? Egal! Ist ja nicht das Eigentum und man muss nicht haften.,Egal was man macht, irgendwann wird die Villa zusammenbrechen.

    Die einzige Lösung wäre, die Villa abzureißen. Denn man hat noch ein unglaublich wertvolles Grundstück auf das sich aufbauen lässt (übertragen auf den HSV sind es die – momentan desinteressierten – Fans und potentielle Investoren in dieser reichen Stadt). Dann ein neues Fundament gießen, professionelle Architekten holen, die mit anpacken und mit Blut und Schweiss das Haus mangels Kohle selbst bauen. Aufgrund dessen wird alles sehr viel länger dauern, aber man hat dann ein stabiles und gutes Haus gebaut.

    • Saschas Alte Liebe 3. Februar 2018 um 16:59 Uhr

      Es wird nicht mal mehr repariert, nur noch drübergepinselt. Und die Farbe bröselt inzwischen schon runter bevor sie trocken ist.
      😉

  12. Wormfood 3. Februar 2018 um 16:32 Uhr

    Das Spiel Köln vs. Dortmund wurde gestern von Eurosport live über den freien TV-Kanal gesendet.

    Frage an die HSV-Experten: hat der HSV in dieser Saison auch nur ein annähernd so gutes Fußballspiel abgeliefert wie der (noch) Tabellenletzte 1. FC Köln?

    • Saschas Alte Liebe 3. Februar 2018 um 17:04 Uhr

      Ja, selten habe ich von einem vermeintlich abgeschlagenen Tabellenschlusslicht durchgehend derart ansprechenden Fußball und solch eine Einstellung gesehen.
      Die Kölner haben wirklich nur eine Ergebniskrise, Pech und doch viel Potential, es noch zu schaffen. ich hoffe, sie halten dieses Niveau und drücke die Daumen.

      • Wenzel 3. Februar 2018 um 17:51 Uhr

        Habe das über den EuSp-Player gesehen, bin sicher kein H$V-Experte, aber die Spiele vom H$V-Mist sehe ich immer parallel zur Konferenz auf SKY-Go am PC, falls nötig.
        Und nein, so wie Köln gestern ist der H$V noch nie, bzw. nicht diese Saison aufgetreten.
        So kann Fußball aussehen, so daß er auch Spaß macht. Ärgerliches Ergebnis.

        Gut, daß Werder das Ding noch gedreht hat.

        Und daß ich mal für H96 sein werde, hätte ich nicht für möglich gehalten, das gesamte Stadion wird „HSV“ schreien, wie absurd.
        Aber zur Not frißt der Teufel halt Fliegen….

  13. Saschas Alte Liebe 3. Februar 2018 um 17:29 Uhr

    Und Bremen gewinnt auf Schalke !