Das V-Problem des HSV

Ich kann mich gut an zahlreiche Kommentare erinnern, die jedesmal dann aufkamen, wenn sich Matthias Sammer öffentlich zu Wort meldete und zum HSV äußerte. „Der soll die Klappe halten, der hat den Verein verarscht“ oder „Der hat doch mit dem HSV nur gespielt und wollte immer nach München“. Jaja. Kaum jemand kam in den Zeiten nach dem Januar 2011 auf die Idee, dass es vielleicht nicht Sammer, sondern der Aufsichtsrat des HSV war, der die Nummer versaut hat. Diejenigen, die sich Sammers Version anhören möchte, werden hier schlauer.

https://video.eurosport.de/fussball/bundesliga/2017-2018/matthias-sammer-verrat-darum-platzte-mein-wechsel-zum-hsv_vid1072985/video.shtml#de-fb-sh

Wäre es nur Sammer, könnte man zweifeln, aber es ist eben nicht nur der ehemals rothaarige Sachse, der aus angeblich unerfindlichen Gründen dem Weltverein HSV abrupt den Rücken kehrte. Wir erinnern uns an die Tuchel-Affäre, als der damalige AR-Vorsitzende Gernandt stolz verkündete, man hätte alles von A bis Z  „durchdekliniert“ und wäre sich einig. Pustekuchen. Mit Hoogma ist das mehrmals passiert und ich möchte nicht wissen, wie oft sich der HSV bei fast sicheren Transfers vergaloppiert hat. Warum? Weil einige das Maul nicht halten können und sich mit vorab veröffentlichten Infos dick machen wollen. Aber es ist nicht nur das.

Dieser Verein leidet seit vielen Jahren an dem Defizit zweier Dinge.

Vertrauen und Zuverlässigkeit.

Das Problem des Vertrauens wirkt nach innen und nach außen, aber wie sollen eigentlich Vereins-fremde Personen dem Klub (ver)trauen, wenn es die eigenen Mitarbeiter nicht tun? Wenn man mehr damit beschäftigt ist, sich gegenseitig zu zerfleischen und den schwarzen Peter zuzuschieben, anstatt zu Vereinbarungen wie Stillschweigen zu stehen.

Das Problem der Zuverlässigkeit ist eine direkte Folge des ersten Problems und es ist nicht weniger dramatisch. Dieser Verein ist weder nach innen noch nach außen zuverlässig bzw. das einzig Zuverlässige an dem HSV ist seine Unzuverlässigkeit. Diesen Ruf des unberechenbaren Gebildes hat sich der Verein in vielen Jahren hart erarbeitet und es wird viele weitere Jahre dauern, den Ruf los zu werden, wenn man denn auf der Stelle beginnen würde. In Hamburg aber meint man, man müsste sich nur für viel Geld ein lächerliches Leitbild zusammen schustern lassen und dann läuft die Geschichte. Ein solches Leitbild muss man aber nicht nur schreiben (lassen), man muss es auch leben. Und vor allem muss man es vorleben.

Vorgelebt wird in diesen Tagen im Volkspark etwas ganz andere, nämlich der Akt der Selbstzerfleischung frei nach dem Motto: „Rette sich wer kann“ und „Nach mir die Sintflut“. Das nach außen transportierte Bild von einem geordneten Rückzug entspricht nicht im Mindesten dem, was dort zur Zeit bzw. schon seit Wochen abläuft. Das, was man mir berichtet, ist das Bild eines zerstörten Vereins, bei dem ein jeder nur noch versucht, so heil wie möglich aus der Sache rauszukommen und zwar ohne Ausnahme. Die Folgen dieser Zerfallserscheinung wird der HSV noch eine lange Zeit zu spüren bekommen, da bin ich mir sicher.

Nimmt man alles zusammen,

die wirtschaftliche Situation,

die personelle Situation,

das Bild, welches der Verein aktuell abgibt,

das ramponierte Image eines ehemals großen Vereins,

die sportlichen Aussichten,

die Perspektiven,

dann kann man nur zu einem Schluss kommen und der lautet: Diesem Verein ist nicht mehr zu helfen, in keiner Liga mehr. Dieser Verein ist über Jahre katastrophal geführt, systematisch ausgebeutet und vorsätzlich an die Wand gefahren worden. Jetzt ist er tot und es wäre einfacher, einen vollkommen neuen Klub mit System zu gründen, als aus der Asche des HSV etwas aufzubauen. Dies würde viele Jahre dauern und ob es am Ende gelingt, ist mehr als zweifelhaft.

R.I.P. HSV

Von | 2018-06-02T17:34:29+02:00 7. März 2018|Allgemein|37 Kommentare

37 Comments

  1. Kai 7. März 2018 um 07:28 Uhr

    Das ist ja an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten was der HSV da mit den Karten macht. Rotzefrech. Und Heribert wundert sich warum alle den HSV hassen und ihm die Pest an den Hals wünschen. Es ist einfach nur noch unfassbar.

  2. cabdriver 7. März 2018 um 07:40 Uhr

    Ich freu mich darauf, wenn der HSV und seine Fans in die Bedeutungslosigkeit abrutschen!!!!!

    • Sag' Tschüss Dino 7. März 2018 um 11:02 Uhr

      Das wurde schon vor Jahren „erreicht“.

  3. Ulrich 7. März 2018 um 07:52 Uhr

    Noch einmal Kohle machen, oder will man die Fans fern halten, damit man sich die Schmähgesänge erspart.
    Außerdem wird das Stadion doch eh nicht voll. Im welchem Zusammenhang steht das? Kompensationszahlungen?
    LÄCHERLICH!!!!!

    • Saschas Alte Liebe 7. März 2018 um 08:49 Uhr

      Was soll ein derart unsportlicher Club auch mit einem Sportdirektor anfangen…

    • Weltmeister. 8. März 2018 um 08:28 Uhr

      Wandelt man weiterhin auf dem Pfad der Dukate?
      Schweiz, Südamerika, Osteuropa & Huibuh aus dem Nahen Osten.
      Warum immer wieder Transfers aus diesen Ländern?

      Gilt man eigentlich als verrückt, wenn man bei diesen Ländern für einen kurzen Moment an Hinterzimmer, Nummernkonten oder Koffer denkt? ?

  4. Saschas Alte Liebe 7. März 2018 um 08:11 Uhr

    Über diese HSV Endzeit wird es später dann auch noch einige gruselige Geschichten von Leichenfledderei geben, wetten ?!
    Ein mehr als trauriges Schauspiel komprimierter menschlicher Schattenseiten.
    Dass dies dann als abschreckendes Beispiel irgendwelche Lernimpulse haben könnte, scheint mir allerdings höchst zweifelhaft.

  5. NochNieDerHSV 7. März 2018 um 08:19 Uhr

    Ich bekam gestern auch diese Information über die plötzliche Kartenreiserhöhung durch den Vorstand des HSV und habe daraufhin meine Bestellung storniert. Ich bin nicht gewillt, die Abfindung von Bruchhagen mitzufinanzieren, oder sonst daran beteiligt zu sein, dass der HSV nicht nur die eigenen, sondern auch die Gästefans verarscht. Über 40 Euro für die günstigste Sitzplatz-Karte im dritten Rang hinter dem Tor unter dem Dach in Feldstecherweite zum Spielfeld in diesem völlig unkomfortablen Stadion. Nein danke.
    Es gab Zeiten, da war mir der HSV nicht unsympathischer als andere Vereine, inzwischen wünsche ich dieser Karikatur den absoluten Niedergang mehr als jedem anderen Bundesligisten.

  6. Saschas Alte Liebe 7. März 2018 um 08:27 Uhr

    Abschiedsauswärtsspiel entfällt nun doch ersatzlos wegen komplett abstruser Eintrittspreise. 70€ ?? Für SGE-HSV? Aus Prinzip schon nicht !

    • Adler 7. März 2018 um 09:47 Uhr

      Für Haupttribüne… Im Gästeblock doch deutlich günstiger. Im übrigen ist dieses Spiel, da letztes Heimspiel der SGE, bereits seit langem ausverkauft. (Bis auf die Gästekarten..)

    • Meikel 7. März 2018 um 10:12 Uhr

      70 €? Welche Kategorie ist das denn?
      Im Waldstadion liegen die Gästeblöcke maximal in Kategorie 3, was bei einem Spiel der Kat. B maximal 43€ plus evtl. Versand entspricht.
      https://www.eintracht.de/tickets/allgemeine-infos/
      Siehe dort Stadionplan und Tageskartenpreise
      Wenn der HSV dafür deutlich mehr aufruft, dann wollen sie Euch abziehen 🙁

  7. Sven 7. März 2018 um 09:04 Uhr

    „Jetzt ist er tot und es wäre einfacher, einen vollkommen neuen Klub mit System zu gründen, als aus der Asche des HSV etwas aufzubauen.“

    Ging mir auch schon durch den Kopf. Mit der Überschuldung reisst es bei einer Insolvenz nach allem was ich hier gelesen habe den e.V. mit in den Abgrund, da der wohl bis 2019 noch haftet. Hab ich das so richtig behalten? – Dann das RB-Leipzig Prinzip. Neugegründeter Verein übernimt der Startrechte des HSV in Liga 4 und der Aufbau kann ohne Altlasten starten…

    • Saschas Alte Liebe 7. März 2018 um 09:23 Uhr

      Ähm, wer genau nochmal würde und sollte diesen Aufbau nach RB Vorbild dann betreiben ?

      • Sven 7. März 2018 um 10:16 Uhr

        Die können wir noch gar nicht kennen, sonst wären es ja wieder die üblichen Verdächtigen. 😉

        Aber so wären alle alten Zöpfe restlos ab.

  8. Cokie 7. März 2018 um 09:07 Uhr

    Jetzt würde mich interessieren, ob die Chosen Few etc. Abwanderung zum HFC Falke zum Zeitpunkt der Ausgliederung vorausschauend erfolgte, oder eben doch nur aus Missgunst und nicht erfüllten Wünschen, den HSV weiter selber zu leiten?

    • Saschas Alte Liebe 7. März 2018 um 09:15 Uhr

      Beides ? Das eine schließt das andere nicht aus.

  9. Martin 7. März 2018 um 09:38 Uhr

    Der – von Gravesen unkommentierte – Screenshoot eignet sich ggf. nicht wirklich, den ansonsten vermutlich korrekten Artikel zu untermauern.

    „Es soll keine kurzfristige Preisänderung gegeben haben, die Preise stünden bereits seit Ende Januar fest. Lediglich in der letzten Saison sei das Spiel aufgrund des Termins unter der Woche vor Weihnachten in eine günstigere Kategorie eingeteilt gewesen, was zur neuen Saison aber wieder aufgehoben wurde.“

    https://de.sports.yahoo.com/news/ticket-%C3%A4rger-hsv-wehrt-gegen-193600861.html

    • Gravesen 7. März 2018 um 09:42 Uhr

      Und wie passt die Aussage des Users „NochNieDerHSV“ (oben) dazu?

      • NochNieDerHSV 7. März 2018 um 09:57 Uhr

        Dazu kann ich sagen, dass ich bereits im vergangenen Jahr über Schalke Auswärtskarten für das Spiel beim HSV bestellt habe, da war nicht die Rede davon, dass das Spiel in die Kategorie A fällt, die Preisangaben waren die, die jetzt nicht mehr gelten. Ob die Schuld dabei allein beim HSV liegt, vermag ich nicht zu beurteilen; schlecht kommuniziert war der Wechsel von B in A aber zumindest schon. So weit ich weiß, hat der HSV in der Vergangenheit die Preise für einzelne Spiele/Gegner auch vor der Saison festgelegt und nicht erst nach Jahreswechsel.

        • Weltmeister. 8. März 2018 um 08:43 Uhr

          Ich kann deinen Unmut komplett nachvollziehen und möchte den HSV gewiss nicht in Schutz nehmen. Im Gegenteil. Der Wasserkopf auf der Geschäftsstelle wurde in den letzten Jahren stetig aufgebläht. Ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, dass die Qualität der Kommunikation und Aussendarstellung jedoch exorbitant gesunken ist.

          Haltet mich für einen verschrobenen Romantiker, aber noch vor etwa 15 Jahren war der ganze Laden längst nicht so aufgebläht und „anonym“.
          Es gab deutlich weniger bezahlte Beschäftigte und die Ehrenämtler waren mit Herzblut dabei. Da wurde der HSV sprichwörtlich gelebt, vieles war Ehrensache. Heute hingegen wirkt das Alles viel zu oft irgendwie seltsam aufgesetzt, anonym, schnodderig, schluderig, willkürlich, mies koordiniert & halbgar.

      • Martin 7. März 2018 um 10:03 Uhr

        Die steht dazu ja in keinem Widerspruch. Fakt ist, dass die Preise gestiegen sind. Aber es stimmt ggf. nicht das man die Schuld ausschließlich beim HSV suchen muss.

        Das ist ein Musterbeispiel für die Sache mit dem Vertrauen. Man könnte es fast als eine klassische Anordnung für ein Experiment sehen. Denn hier scheint folgendes passiert zu sein: Misstraut man jemandem, gibt man ihm in der jeweiligen Angelegenheit keine Gelegenheit mehr, einem vom Gegenteil zu überzeugen. Man nimmt die Meldungen ungefiltert auf, ohne vorher seiner ( journalistischen ) Sorgfaltspflicht nachzukommen und zu prüfen, ob sie stimmt. Die Gegendarstellung des HSV ist seit 17 Stunden im Netz. Was sagt Schalke dazu ?

        • Gravesen 7. März 2018 um 10:25 Uhr

          Und jetzt wenden wir uns mal dem Blog zu, dann wird nämlich ein Schuh draus. Ist aber bisher noch keinem aufgefallen. Am Ende ist es doch im Zuge der Millionen Katastrophen scheißegal, wessen Fehler das war. Allein der Umstand, dass man es automatisch den Trotteln beim HSV zusprechen möchte/will/kann ist entscheidend.
          .
          Hier ist in den Jahren so viel Porzellan zerschlagen worden, dass man nur noch mit dem Kopf schütteln möchte. Vertrauensverlust auf jeder Ebene.
          .
          Jetzt kapiert?

          • Micha 7. März 2018 um 10:40 Uhr

            Jo – wer u.v.a. ein Trainingslager bucht, dessen Plätze wenige Tage vor dem Start von 20 Ärzteteams umgepflügt wurden, bei dem geht man instinktiv schon davon aus, dass die Ende Januar geänderte Preiskategorie mit Schalke gar nicht kommuniziert worden ist. Letztlich könnte die Screenshot-Meldung auch ein Hacker-Fake sein (als Anklage gegen überteuerte HSV-Ticketpreise). Es ist tatsächlich egal, der HSV hat in den letzten Jahren sein eigenes Stigma fabriziert, das in den Köpfen bundesweit verankert ist und sich projektiv selbst bestätigt. Damit ist der HSV in seiner jetzigen Form definitiv am Ende angelangt – kompletter Glaubwürdigkeits-Verlust!

          • saschas Alte Liebe 7. März 2018 um 10:46 Uhr

            Irgendwann ist es dann doch immer die eigene Sch…, die am Schuh klebt.

  10. Saschas Alte Liebe 7. März 2018 um 09:40 Uhr
  11. BerndH60 7. März 2018 um 12:08 Uhr

    Ich verstehe den Pessimismus nicht.
    Genau wie der HSV auf ewig den Rekord halten wird als Gründungsmitglied der Bundesliga 55 Jahre am Stück in eben dieser Liga gewesen zu sein, wird der HSV ein weiteres Mal Geschichte schreiben.
    Der HSV wird vielleicht auch in diesem Fall einmalig bleiben. Der Bundesligist, der als erster Absteiger niemals in einer der unteren Ligen ankommt. Der erste Bundesligist, der sich aus der ersten Liga über die Insolvenz rückstandsfrei verabschiedet.
    Ein wirklich passender Abgang für den Fürsten der Finsternis.
    Der Verein, der mich dazu gebracht hat, so intensiv über den Profisport nachzudenken, dass ich heute nur noch wegzappe.
    Vielen Dank für gar nichts.

    • Weltmeister. 8. März 2018 um 08:53 Uhr

      So ganz verstehe ich deine Kommentare nicht. Willst du eigentlich wirklich, dass der HSV „komplett von der Bildfläche“ verschwindet und für alle Zeiten Ruhe über seinem Grab herrscht?

      Oder wäre es nicht viel spannender, wenn Hein Blöd & Co den alten Rostdampfer noch irgendwie über Wasser halten und du dich weiterhin tagtäglich genüsslich echauffieren kannst?

      😉

  12. Mosche 7. März 2018 um 19:10 Uhr

    Vielleicht verirren sich auch ein paar PSG Anhänger in diesen Blog ?
    Vielleicht hätten die Scheichs auch mal ein paar Euros in Strukturen und gute Mitarbeiter investieren sollen.
    #Hühnerhaufen#Millionäre#keinCLTitel

  13. Martin 7. März 2018 um 20:57 Uhr

    Der HSV sitzt in seiner Schmollecke und denkt nicht einmal dran, dass er am Abstieg selbst Schuld ist… Spätestens wenn die Uhr ein paar Jahre angehalten wird und man die genannten Vereine in Lottos Lied nur noch vom Hörensagen kennt.. Will mit dem Proll keiner mehr singen

  14. db 7. März 2018 um 21:27 Uhr

    http://www.radiobremen.de/bremenzwei/aktuell/glosse-hachez100-popup.html

    ab Minute 1:50 mit HSV-Bezug
    .
    Die Formulierung „Hamburger Selbstverstümmelungsverein“ und den Verweis auf Herrn Kühne finde ganz passend.

  15. Goldfather 8. März 2018 um 00:54 Uhr

    Wer sich gerade die Frage stellt, welches neue Projekt könnte es denn in Hamburg anstelle des HSV geben, um Bundesligafußball in der reichsten Metroplolregion Europas zu ermöglichen dem sei gesagt, dass es der FC St.Pauli gewesen ist bei dem Red Bull vor der Gründung RB Leipzigs anfragte ob man sich eine Minderheitsbeteiligung an der Seite Red Bulls vorstellen könne. Red Bull hätte 50+1 Prozent erhalten und der FC St.Pauli den Rest. Dafür würde der FC St.Pauli heutzutage allerdings um die Meisterschaft spielen und wäre auf der europäischen Bühne permanent vorhanden. Sportlich wäre der HSV somit schon viel früher zu einer Randerscheinung geworden.
    .
    Dass man beim FC St.Pauli standhaft blieb ist nicht besonders verwunderlich, da der Club in erster Linie für den Statdtteil und seine Menschen steht und zudem tausende Fans auf der ganzen Welt hat die ihn allesamt nicht wegen seiner sportlichen Erfolge oder seines Gruselfußballs schätzen, sondern aufgrund seines sozialen und politischen Status. Fußball spielt beim FC St.Pauli nur die zweite Geige, was angesichts der gewachsenen Strukturen rund um das Millerntor durchaus zu verstehen ist.
    .
    Beschäftigt man sich also ernsthaft mit einem Nachmieter für ein großes Bundesligastadion in Hamburg dann sollte man eher in der fünften Liga nach einem Traditionsclub Ausschau halten der bereit wäre seinen stolzen Namen für ein Projekt wie bei RB Leipzig herzugeben.
    .
    Victoria Hamburg, Barmbek-Uhlenhorst, Condor-Hamburg, Altona 93 fallen mir da spontan ein. Clubs die allesamt sicherlich ein Interesse daran hätten eine top ausgestattete Jugendabteilung zu bekommen und möglicherweise bereit wären ihre Lizenz einer ausgegliederten Sponsorenfirma zu überlassen und den Namen ihres Statdtteilclubs in der Welt des Fußballs weltweit bekannt zu machen.
    .
    Insbesondere Victoria Hamburg hat mit seinem Logo und seinem Namen sämtliche Marketingvoraussetzungen, die von klassischen Fußballfans durchaus geschätzt werden könnten.
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    Bliebe die Frage nach einem Sponsor der bereit wäre Geld in ein solches Projekt zu stecken. Dazu sei gesagt, dass es sich bei Hamburg um die reichste Metropolregion Europas handelt und es somit für die europäischste aller professionellen Sportarten keinen besseren Standort geben könnte, zumal die hiesigen Fans in den letzten Jahrzehnten nicht gerade vom Erfolg verwöhnt worden sind. Hinzu kommt die weltweite Entwicklung des Internets und die immer noch stark zunehmenden Vermarktungschancen der europäischen Topligen.
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    Mit guten Leuten und dem richtigen Konzept halte ich die Implementierung eines sportlich erfolgreichen Fußballbundesligaclubs in der Stadt Hamburg für möglich. Dass RB Leipzig im wesentlichen ein Marketinginstrument Red Bulls ist sollte klar sein, denn irgendwie muß die Rechnung für Red Bull letztendlich aufgehen.
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    Schaut man zudem in den Bereich der Finanzindustrie, also dorthin woher PSG, ManC oder der FC Barcelona seine Sponsorengelder beziehen dann weiß man, dass selbst das Engagement Red Bulls in Leipzig nur Kleingeld ist.
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    RB Leipzig war der Dammbruch der 50+1 Regel und wer wie der DFB das Gegenteil behauptet lügt sich in die eigene Tasche. Traditionsclubs wie der HSV haben reihenweise strukturelle Probleme gegenüber den schlanken, schnellen hochprofessionellen Businesslösungen der Konzernclubs aus Hoffenheim oder Leipzig.
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    Nach dem langsamen abklingen der HSV-Katastrophe wird es in Hamburg höchstwahrscheinlich nicht lange dauern bis ähnliche Projekte unter Einbeziehung von Hamburger Traditionsclubs diskutiert werden und an Verbindungen in die Weltwirtschaft mangelt es in Hamburg wahrlich nicht. Eher findet man hier an der nächsten Ecke einen Milliardär oder zumindest einen Manager eines Milliardenunternehmens als einen Toptrainer der Kategorie Ernst Happel.
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    Schaut man sich die Chancen und Möglichkeiten an würde es mich zudem nicht wundern, wenn Herr Kühne nicht bereits einen Übernahmeplan ins Auge gefasst hätte oder sich möglicherweise die Firma Emirates ein paar Gedanken über die Gesellschaftersituation bei der HSV AG gemacht hätte.
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    Der DFB wird alles mögliche tun, um die Stadt Hamburg auch weiterhin als Geldmaschine für die eigenen Interessen nutzen zu können und deswegen ein sehr großes Herz für sämtliche Sponsorenansagen aus dem Raum Hamburg haben.
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    Der HSV als Traditionsclub mit alter Struktur trotz HSVplus hat es hinter sich und dennoch hat der Bundesligafußball in Hamburg sicherlich eine gute Zukunft vor sich.

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    • Jakob 8. März 2018 um 08:13 Uhr

      Hallo Goldfather,
      sorry aber Du scheinst nie in einem Verein gearbeitet zu haben 😉 (!) Die haben genauso ihre Seilschaften. Und der Merkel-ismus hat in Deutschland so viele gesellschaftliche Parasiten gezüchtet, dass es nicht umsonst so schlimm ist wie 1930ern.
      Um so ein Projekt durchzuziehen müsstest Du auch in Hamburger Politik vernünftige Leute haben. Aber mit solchen intellektuell überforderten Individuen wie Olaf Scholz (Ich erinnere an seinen Vergleich Hafen Geburtstag und G20), bzw dieser Lachnummer von SPD, der für mich der Wettstein des Rathauses ist, kannst Du doch nicht professionell arbeiten.
      Nein, es wird weiter bergab gehen in allen gesellschaftlichen Bereichen. Brot und Spiele und während dessen Gesetze am Bürger vorbeischleusen. Vielen sollte langsam klar werden, dass Fussball nur eine Ablenkung ist. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie man sich davon so blenden lassen kann. WENN! die Gesellschaft und dier Politik Interesse hätten solche parasitären Konstrukte wie den HSV zu beseitigen, wäre es schon längst geschehen. Die Möglichkeiten gibt es bereits.
      Man kann Fan des Fussballs sein, aber sicher nicht der Buli, wie wir Dank Grave so wie den Journalisten um Football-Leaks spätestens jetzt wissen sollten. Ich jedenfalls schmeiße der Mafia kein Geld mehr in den Rachen.

    • Weltmeister. 8. März 2018 um 08:59 Uhr

      Klasse Beitrag.

    • Weltmeister. 8. März 2018 um 09:09 Uhr

      Richtig guter Beitrag, klasse!
      50+1 wird über kurz oder lang fallen. Und selbst wenn dies noch ein Weilchen dauern würde: Dietmar Hopp und auch RedBull haben es auf unterschiedliche Art und Weise eindrucksvoll vorgemacht, wie es trotz 50+1 ziemlich schnell gehen kann.
      Wer glaubt denn bitte ernsthaft, diese Projekte blieben die einzigen in Deutschland? Die „Traditionsclubs“ können bisher von Glück sagen, dass sich viele Milliardäre mehr für ihre Firma und für Pferdesport interessieren, als für Fußball.

    • Sven 8. März 2018 um 09:14 Uhr

      Wenn die „Pfeffersäcke“ nicht zu Potte kommen, können wir den Blick nach China richten. Ich hatte schon mal einen Link hier eingestellt über Kontakte zu (m)einem Ex-Verein in der 6. Liga, selbstverständlich auf niedrigem Niveau, aber immerhin. In Fernost sitzen Geld und Wille, im Fussball-Biz endich mitzuspielen. Bis hin zu Sponsoren, die einen Marketing-Auftritt in Old Europe suchen.

      „Wir übernehmen alle Kosten.“ http://www.sz-online.de/sachsen/herr-zhu-will-riesas-fussball-wissen-3746707.html

  16. Weltmeister. 8. März 2018 um 08:55 Uhr

    Wie war das? Der Dino spielt Lotto und gewinnt den Betrag, der am 12. Mai auf der Uhr steht?

    Ich komme nicht mehr mit! Oo

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