Auf der Suche nach Gründen…

Bis zum 3. April hat Vorstand Frank Wettstein noch Zeit, die fälligen Lizenzunterlagen für die Zweite Liga einzureichen. Und während bislang immer davon ausgegangen wurde, dass der HSV im Fall des Abstiegs rund 25 Millionen Euro durch Spielerverkäufe erwirtschaften müsste, geht man nach Abendblatt-Informationen intern von mehr als 30 Millionen Euro aus.

Schon einmal, vor vier Jahren, sollte Kühne für den Fall des Abstiegs bürgen. 2014 hatte sich der Unternehmer bereit erklärt, im Fall der Fälle eine Bürgschaft über zehn Millionen Euro zu garantieren. Was bislang aber kaum einer wusste: der DFL war Kühnes schriftliche Absichtserklärung nicht genug. Die strengen Regelhüter forderten eine Bankbürgschaft von Kühnes Hausbank über die volle Summe, was den mehrfachen Milliardär – gelinde gesagt – ziemlich erzürnte. (Quelle: Abendblatt.de)

Guck an, möchte man sagen, hätte man es nicht bereits geahnt. Ist also doch nicht alles so easy, wie uns die Herren, allen voran „HSV-Sanierer“ Frank Wettstein glauben machen wollten. Der hatte auf der Mitgliederversammlung im Januar noch davon gesprochen, dass die Lizenz-Erteilung, egal in welcher Liga, aber so überhaupt kein Problemchen darstellen würde. Und nun das. Derweil witzelt „Gönner“ Klaus-Michael Kühne am Rande seiner Hoteleinweihung offen über die abgegangene Perle HSV und vermeidet klare Bekenntnisse. Natürlich wird dies den gemeinen rosa Hüpfer nicht davon abhalten, daran zu glauben, dass Opa Klau-Mi am Ende wieder alles zum Guten wenden wird, aber was wenn nicht? Auf mich wirkt Kühne mehr und mehr so, als hätte er die Lust am Verein verloren und mit dem HSV größtenteils abgeschlossen. Wenn dem so sein sollte, gehen die Lichter aus, das sollte jedem klar sein.

Aber eigentlich wollte ich auf etwas anderes hinaus. Ex-Torhüter Uli Stein hatte vor Kurzem bei SKY90 die uralte Debatte erneuert, warum eigentlich so gut wie jeder Spieler beim HSV schlechter wird und kaum, dass er dem Verein den Rücken gekehrt hat, zu alter (oder neuer) Stärke zurückfinden kann.

„Spieler, die zum HSV kommen“, sagt er, „werden nicht besser, die werden alle von Jahr zu Jahr schlechter. Keiner ruft sein Potenzial ab, die spielen alle unterhalb ihres Leistungsniveaus. Das muss ja irgendwelche Gründe haben. Das ist ein Phänomen für mich.“ (Quelle: Mopo)

Nun, dieses Phänomen ist so neu nicht, oder? Dennoch kann ich immer noch nicht begreifen, wie man die Gründe nicht verstehen kann, denn sie liegen auf der Hand. Das ganze Problem fängt nicht bei den Spielern selbst, sondern beim Verein an. Beim HSV herrscht seit vielen Jahren eines nicht mehr und das ist für einen sportlichen Erfolg und für die persönliche Entwicklung eines jeden zwingend erforderlich, es fehlt jeglicher Leistungsgedanke. Im Verein selbst, aber auch im Umfeld (Fans, Medien) ist man spätestens seit 2011 mit allem glücklich und zufrieden, was besser als Platz 16 in der Tabelle ist. Mag auch der eine oder andere Verantwortungsträger öffentlich etwas anderes erzählen, intern gilt das Motto: „Bloß nicht absteigen, bloß nicht den Dino und die Uhr riskieren“. Diesem Ziel wird alles untergeordnet, man hat sich auf einem Level der untersten Mittelmäßigkeit eingefunden. Die Spieler begreifen das und holen halt nicht mehr raus, als eben notwendig ist.

Ein weiterer Grund für diese traurige Phänomen: Der Verein gibt auch außer einem fehlenden Leistungsgedanken nichts vor, woran man sich (als Spieler) orientieren kann. Keine Strategie, kein Plan, keine Ziele. Der Verein ist ein Gebilde, welches Unzuverlässigkeit vorlebt und die Umtriebigkeit von Profiteuren und Abgreifern unterstützt. Ständiger Personalwechsel, keine Ethik, kein gelebtes Leitbild. Hinzu kommt ein intrigantes Umfeld und eine Presse, die solange Hofberichterstattung betreibt, bis die Person gefeuert wurde und dann nach tritt, bis die Nase blutet. Keine ehrliche Analyse, keine kritisch-faire Begleitung.

Aber weiter. Neben diese ganzen negativen Punkten ist Hamburg natürlich eine schöne Stadt, in der man garantiert besser leben kann als in Mainz oder Augsburg. Außerdem hat sich in der Branche rumgesprochen, dass man, eben aufgrund der aufgezeigten Gründe, mit relativ schlechter Leistung überproportional gut verdienen kann. Der HSV 2018 ist ein Synonym geworden für Spieler im Spätherbst ihrer Karriere und für Kicker, die wissen, dass nicht sehr viel mehr gehen wird, die aber dafür extrem gut verdienen können.

All diese kleinen Gründe verdichten sich am Ende zu dem einen großen Grund und erklären, warum Spieler in Hamburg nicht besser, sondern schlechter werden. Geht ein Spieler dann weg und trifft auf einen Verein, bei dem diese Gründe in dieser Fülle nicht auftreten, ist er auch in der Lage, konstant vernünftige Leistungen zu erbringen. Da gibt es gar keine großen Geheimnisse oder Verschwörungen, eigentlich ist es ganz einfach. Was jedoch weniger einfach ist – wie kommt man aus dieser Situation wieder raus? Die Problem sind derart vielfältig, zahlreich und breit gefächert, wie sollte man das Projekt „HSV Erneuerung“ angehen?

Zuerst einmal muss gelten: Das, was die Vereinsführung sagt, gilt. Punkt. Der Vorstand gibt eine Richtung vor und nach der haben sich alle zu richten. Diese Richtung ist verbindlich und gilt für alle, vom Vorstandsvorsitzenden bis zum Darsteller im Dino-Kostüm. Wer sich nicht daran hält bzw. nicht halten möchte, hat keinen Platz in diesem Verein. Der Verein muss bei allem, was er sagt und tut, verlässlich und zuverlässig werden. Das bedeutet, dass man auch mal nein sagen muss. Es müssen klare Regeln aufgestellt werden und nach diesen Regeln muss in Zukunft agiert werden. Jeder Mitarbeiter, vom Direktor bis zum Torhüter braucht eine klare Linie an der er sich orientieren kann. Beim HSV rennen seit Jahren alle Mitarbeiter in unterschiedliche Richtungen, weil niemandem eine Richtung vorgegeben und erklärt wurde.

Ferner gilt: Die Entscheidungen müssen begründet werden. Jeder Mitarbeiter kann Entscheidungen, sein sie auch noch so unangenehm, nachvollziehen, wenn man sie ihm schlüssig begründet. Nur einfach zu sagen „Das ist jetzt so“ reicht nicht. Es muss ein Ende haben mit Willkür und Bevorzugung, auch und besonders die Führungskräfte müssen mit gutem Beispiel vorangehen. Das Wichtigste aber: All diese Maßnahmen müssen nachhaltig sein und nachhaltig gelebt werden. Wenn man nach dem ersten Windhauch erneut zusammenbricht, ist alles verloren.

Außerdem: Bei der Besetzung von wichtigen Positionen muss es endlich darum gehen, dass diese Menschen ein klares Konzept und nicht nur eine Raute irgendwo haben. Der „Experte mit Stallgeruch“ muss ein für allemal Vergangenheit sein und nur, weil irgendeine Person mal 1 1/2 Jahre für den Verein gebolzt hat, ist er nicht automatisch ein guter U15-Trainer.

Ob dies alles mit „neuen“ Führung des Verein zu bewerkstelligen ist, ich habe meine Zweifel. Ich habe vielmehr die Befürchtung, dass man auch in der 2. Liga (sollte die Lizenz denn kommen) einfach so weitergemacht wird wie bisher, nur halt eine Nummer kleiner als gewohnt.

Wie man es nicht macht, sieht man hier:

https://www.hsv.de/fileadmin/user_upload/Bilder_HSV.de/Unser_HSV/Verein/HSV_ev/Ueber_HSV/HSV-Leitbild.pdf

Man lässt sich für teures Geld ein paar nette Sprüche malen und tut am Ende genau das Gegenteil davon.

Nur mit interner Geschlossenheit und Verlässlichkeit nutzen wir die ganze Kraft des HSV.
Wir sind immer erstklassig. Wir sind klar wie die Raute. Wir sind der HSV.

Unser sportliches Ziel ist die Etablierung unter den fünf besten Mannschaften in
Deutschland und eine ständige Teilnahme an internationalen Wettbewerben.

Wir sichern die finanzielle Solidität des HSV dauerhaft und unabhängig vom
sportlichen Erfolg

Kapitalgeber sind uns zur Erreichung der strategischen Ziele wichtig und willkommen.
Unsere sportlichen und unternehmerischen Entscheidungen treffen wir unabhängig.

Wir steigern den Wert des HSV kontinuierlich.

 

#DankeDidi

 

 

 

 

 

Von | 2018-06-02T17:34:18+02:00 21. März 2018|Allgemein|94 Kommentare

94 Comments

  1. Julia 21. März 2018 um 07:42 Uhr

    Anspruch: Wir sind die Besten!
    Wirklichkeit: Wir sind der HSV.

    Das zieht sich wie ein roter Faden.

    • Kevin allein in Hamburg 21. März 2018 um 07:49 Uhr

      Hoffentlich ist es bald vorbei dieses Drama

    • Hein Blöd 21. März 2018 um 10:30 Uhr

      Es muss heissen
      Wirklichkeit: „Wir sind ‚Nur der HSV'“…

  2. Volli 21. März 2018 um 08:00 Uhr

    Ohne Kühne gibt’s keine letzte Patrone für den HSV. Wie Hoffmann an Geld von Kühne kommen, aber gleichzeitig seinen Einfluss begrenzen will wird sehr interessant sein! Mich würde es auch interessieren, ob KlauMi immer noch von der Expertise eines Struth oder Calmund überzeugt ist?

    • Axel 21. März 2018 um 08:21 Uhr

      Das interessiert mich auch brennend, welche Bedingungen KMK vorgeben wird.

  3. undulate 21. März 2018 um 08:10 Uhr

    Da haben wir wieder den Fisch mit dem Kopf und so. Alles richtig! Wer im Management gearbeitet hat kann dies sofort bestätigen. Ein Punkt sollte aber besonders herausgestellt werden: die Hamburger Presse – sie sorgt doch als eine Art Brandmauer für das langjährige Wohlbefinden der Maden im Speck und „sediert“ die Fan-Gemeinde so lange sich die Scheiße noch deckeln lässt. Und wenn der Gestank unerträglich wird, war halt wer anders daran Schuld bzw. hat einen fahren lassen…

  4. Axel 21. März 2018 um 08:18 Uhr

    Wie soll man denn einen Leistungsgedanken entwickeln und als Spitzensportler sein Potential zu 100% abrufen können, wenn dich eine Uhr ununterbrochen mahnt, was die Stunde geschlagen hat. So ein Schwachsinn. Weg mit dem dreck. Diese negative Symbolik wird meines Erachtens immer noch vollkommen unterschätzt.

  5. Wormfood 21. März 2018 um 08:33 Uhr

    „Bayer 04 Uerdingen“, „Tennis Borussia Berlin“, „Fortuna Köln“ und „TSV 1860 München“ sind vier ehemalige Erstligisten, die aufgrund von Problemen mit dem jeweiligen Investor in die Viertklassigkeit oder tiefer abstürzten. Man kann sich also vorstellen, was passiert, wenn KMK die Lust verliert.
    Dazu kommen noch andere ehemalige Erstligisten, die aufgrund notorisch schlechten Wirtschaftens bei ungenügendem Führungspersonal unterklassig versackten. „RW Essen“ etwa oder demnächst der „1. FC Kaiserslautern“.

    Für den HSV in seinem jetzigen Zustand wird der Abstieg kein Betriebsunfall, den man mal eben korrigiert (wie jüngst gesunde Vereine wie Stuttgart oder Hannover es getan haben), sondern es wird eine Weile dauern, bis man wieder nachhaltig erstligatauglich wird. Auch ein paar Jahre im Fahrstuhl sind nicht ausgeschlossen. Das Umfeld ist so etwas nicht gewohnt und wird daher öfters mal panisch reagieren.

  6. Kerberos 21. März 2018 um 08:48 Uhr

    .
    So, nun haben die Verantwortlichen des HSV über ihre Hauspostille „Hamburger Abendblatt“ den gemeinen rosa Hüpfer also schon einmal darauf einstimmen lassen, dass zur Erteilung einer Lizenz für die 2.te Liga deutlich über 30 Mio. fehlen werden. Und dies ist mit Sicherheit noch nicht das Ende der Fahnenstange – es bleibt ja auch noch ausreichend Zeit zum „Nachlegen“ weiterer Hiobsbotschaften.
    .
    Aus aktuellem Anlass hier nochmals mein Kommentar vom 26. Februar 2018 zur finanziellen Situation des HSV im Lizenzierungsverfahren:
    .
    „Der HSV wird am Ende dieser Saison neben den Finanzverbindlichkeiten (Schuldscheindarlehen, Fan-Anleihe und K-M Kühne) noch zusätzlich auf kurzfristigen Verbindlichkeiten von satten € 30 Mio. sitzen. Eine Lizenz für die 2.te Liga? Ohne eine Finanzspritze von dritter Seite ausgeschlossen.
    .
    Was aber soll eine finanzielle „Rettung“ denn bringen? Es bleibt ein strukturelles Finanz-Defizit in der nächsten Spielzeit an deren Ende zudem noch die Fan-Anleihe mit € 17,5 Mio. zurückzuzahlen ist. Der HSV benötigt tatsächlich kurzfristig für die nächste Saison mindestens € 50 Mio. und hat dann aber immer noch keine wettbewerbsfähige Mannschaft für die 2.te Liga.
    .
    Insolvenzantrag noch in der laufenden Saison ist die einzige Möglichkeit. Nur so ist eine Spielzeit in der 2.ten Liga überhaupt mit ganz viel externer finanzieller Unterstützung denkbar. Die 9 Punkte Abzug also bitte jetzt sofort, denn ob der HSV mit 17 oder mit 8 Punkten absteigt, ist doch völlig egal.“
    .
    „Mit einer Insolvenz wäre die Zukunft des HSV einfach besser gestaltbar, denn man würde einen Schlussstrich ziehen können und sauber neu beginnen. Hier hätten dann interessierte Sponsoren/Investoren die Möglichkeit der Gewährung von sog. „Massekrediten“ zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes. Diese „Massekredite“ werden gesondert behandelt. Kann die Gesellschaft weiterbestehen, werden nach Abschluss des Insolvenzverfahren aus den „Massekrediten“ dann normale Forderungen. Wird die Gesellschaft hingegen abgewickelt, so werden die „Massekredite“ bevorzugt bedient. Das ist jedoch alles Sache des Insolvenzverwalters.“
    .

    • undulate 21. März 2018 um 09:09 Uhr

      ist vielleicht sogar genau deshalb einzig Wettstein noch da bzw. was hindert den HSV noch daran die Bleiweste abzuwerfen und sich endlich frei zu schwimmen? verliert dann KMK seinen Einfluss bzw. die Möglichkeit „mittelfristig“ den Verein komplett zu übernehmen?

    • Neugierig 21. März 2018 um 09:16 Uhr

      Danke für die Erklärung. Dann macht das Handeln der Führungsspitze auch Sinn. In der Insolvenz kann man auch weitere Personalentscheidungen und Strukturveränderungen durchsetzen. Frage die bleibt, kann KMK den Verein günstig übernehmen?

    • Flanders 21. März 2018 um 10:06 Uhr

      Oder es werden im Sommer notgedrungen weitere Anteile an der HSV AG sehr günstig an KMK abgegeben. Die Stimmrechte verbleiben bis zur endgültigen Klärung von 50+1 natürlich weiter beim HSV.

    • Kerberos 21. März 2018 um 11:06 Uhr

      .
      Welche „Rolle“ ein K-M Kühne in einem mgl. Insolvenzverfahren spielen könnte, hängt im wesentlichen vom Insolvenzplan und vom Insolvenzverwalter ab. Der Insolvenzverwalter ist als Vertreter der Gläubiger der „Entscheider“ und hat sich bei seinen Entscheidungen stets an dem Ziel größtmöglicher Gläubigerbefriedigung zu orientieren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass K-M Kühne als Aktionär nicht Gläubiger in diesem Insolvenzverfahren werden kann.
      .
      Nach der 50+1-Regel der DFL könnten stimmrechtslose Anteile / Vorzugsaktien an der HSV Fußball AG in beliebiger Höhe ausgegeben werden, da die DFL sich bei der 50+1-Regel ausschließlich am Stimmrecht orientiert. Nicht so jedoch nach der Satzung des HSV Vereins. Hiernach erfordert die Zustimmung des Vereins in der Hauptversammlung der AG zu einer Kapitalerhöhung grundsätzlich einen Beschluss der Vereinsmitglieder mit 3/4-Mehrheit, wenn mehr als 25% des Kapitals – gleich ob mit oder ohne Stimmrecht – der AG ausgegeben werden.
      .

      • Sven 21. März 2018 um 11:38 Uhr

        Wäre jetzt noch die spannende Frage, inwieweit die AG den e.V. mit herunter reissen kann, da die ja wohl die kommende Saison noch für die AG gerade stehen, wenn ich hier richtig mitgelesen habe…

      • JokusDokus 21. März 2018 um 12:36 Uhr

        Koennte der HSV sich -theoretisch- noch ueber eine Spendenaktion oder aehnlichem retten?

    • Peter.Helm 21. März 2018 um 12:07 Uhr

      Insolvenzantrag. Macht das wirklich Sinn? Was würde mit dem Stadion passieren?

    • Kerberos 21. März 2018 um 12:40 Uhr

      .
      Und auch dies nochmals zu Klarstellung: der Verein haftet im Fall einer Insolvenz der AG eben NICHT für die Schulden der AG!
      .
      Der Verein haftet im Fall der Insolvenz der AG lediglich für die Erfüllung jener vertraglichen Verpflichtungen der AG, die zum Zeitpunkt der Ausgliederung bereits gegenüber dem Verein bestanden und die der Verein im Zuge der Ausgliederung auf die AG übertragen hat. Dies sind aktuell konkret noch die Zins- und Rückzahlung der Fan-Anleihe sowie übertragene Arbeitsverträge, die bereits vor dem 7. Juli 2014 mit dem Verein bestanden.
      .

      • HamburgerJung70 21. März 2018 um 14:01 Uhr

        Was ist mit den damaligen Bankkrediten in zweistelliger Millionenhöhe passiert, die zum Zeitpunkt der Ausgliederung existierten? Die wären für den e.V. heute kein Thema, wenn sie umstrukturiert oder gar zwischenzeitlich getilgt wären. Daran kann ich mich aber nicht erinnern und nach meinem Verständnis wurden derartige Verbindlichkeiten bestenfalls gestreckt.

        Was habe ich übersehen?

        • Kerberos 21. März 2018 um 15:47 Uhr

          .
          Zum Zeitpunkt der Ausgliederung gab es nur die Stadionfinanzierung als Bankkredit. Diese wurde vollständig durch K-M Kühne abgelöst. Dieser „Zwischen-Kredit“ von K-M Kühne wurde wiederum aus den Mitteln des Schuldschein-Darlehens zurückbezahlt. Lt. Bilanz 2016/17: keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.
          .

  7. Wormfood 21. März 2018 um 08:59 Uhr
    • Jakob 21. März 2018 um 13:19 Uhr

      Weltklasse 😀

  8. Neugierig 21. März 2018 um 09:03 Uhr

    Vielen Dank für diesen interessanten Blog. Ich würde mich über die Meinung zu diesen Gedanken freuen.
    1. Mich wundert die Kommunikation des Vereins. Diese trägt nicht zur Motivation der Mannschaft im Abstiegskampf bei.
    Bei der Entlassung von Todt und Bruchhagen stand auch schon Hollerbach im Visier und wurde für die nächsten Spiele geschwächt. Folgerichtig hat er verloren. Nach den Bayern wurde er auch entlassen. Den danach folgenden Hype um Titz und die Hoffnung haben einige hier auch nicht verstanden. Sollte vom eigentlichen Ziel abgelenkt werden (2. Liga) Nun wurde nach einer guten Halbzeit gleich wieder Unruhe in die Mannschaft gebracht, indem das Verhalten von Walace & Papa ausgiebig vom Verein kommentiert wurde. Hier kann man der Presse nicht die Schuld geben.
    Wird diese Unruhe bewusst gestreut? Will man den HSV in die 2. Liga bringen? Ist das das Ziel von Hoffmann?

    2. Welches Verhältnis besteht zwischen Kühne und Hoffmann?
    Gab es deutlich vor der Wahl schon einen gemeinsamen Plan? Bekommt Kühne den HSV bei einem Abstieg für ’n Appel und ’n Ei? Ich kann mir nicht vorstellen, das Hoffmann den Job ohne einen Plan angegangen ist. Die kritische Lage bezüglich Lizenz muss ihm bekannt gewesen sein. Momentan werden auch die Werte der Ablösesummen (Walace) nach unten gedrückt. Ist eine Insolvenz und dann Kühne das Ziel? Macht das Sinn?

    • Wormfood 21. März 2018 um 11:11 Uhr

      Ich gehe davon aus, dass Bernd Hoffmann nur geringes Interesse am e. V. hat und die Präsidentschaft lediglich deshalb angestrebt hat, um als Mitglied (inzwischen ja sogar Vorsitzender) des Aufsichtsrats Einfluss auf die AG zu bekommen.
      Um KMK kommt er nun mal nicht herum, also wird er sich mit ihm gut stellen müssen.

    • HamburgerJung70 21. März 2018 um 11:59 Uhr

      Meine persönliche These ist ja, dass Hoffmann als Steigbügelhalter für Kühne ins Rennen gegangen ist, nachdem sich der alte AR als zunehmend KMK-unfreudlich zeigte

      • Gravesen 21. März 2018 um 12:08 Uhr

        Ich gebe dir einen Tipp: Vermute nie zuviel Strategie hinter den Taten.

        • HamburgerJung70 21. März 2018 um 13:13 Uhr

          NOCH weniger? 😉

  9. Ex-HSVer im Herzen 21. März 2018 um 11:09 Uhr

    1.) Natürlich schlummern noch weitere finanzielle Katastrophen unter der Oberfläche. Es ist ein normaler Reflex, dass man nur einen Teil nennt und hofft, dass es irgendwie gut geht. Man kann noch mal mit mindestens weiteren 50 % dieser Summe rechnen. Und es wird total unterschätzt, dass bei einem Abstieg und so einer finanzielle Not natürlich keine normalen Marktwerte mehr relevant sind, sondern die Käufer natürlich Den Preis auf das Minimum drücken werden. Dem HSV wird gar nichts anderes übrig bleiben als da mit zu spielen, um die Millionen Gehälter von der Ausgabenliste zu streichen. Ich sehe maximal 20 Mio. auf der Einnahmenseite.

    2.) Ich verstehe dieses Kühne, Kühne, Kühne nicht! Seine Motivation in der Vergangenheit war klar: er wollte noch einmal Europa Cup Spiele im Volkspark sehen. Dieses Ziel ist jedoch für mindestens die nächsten fünf Jahre nicht realisierbar. Und dann ist er fast 86. Warum sollte also jetzt noch Geld geben? Gerade Milliardäre achten sehr darauf, was mit ihrem Geld passiert. Wenn er weiteres Geld gibt dient das nur zur Schuldentilgung und zum vermeiden einer Insolvenz. Davon wird er nicht einen Euro zurückbekommen. Das hat mit seinem eigentlichen Ziel gar nichts mehr zu tun. Und die schmissige Äußerung zum Thema „Perle“ sag doch eindeutig, welchen emotionalen Zustand er hat: keinen zugeneigten.
    Er wird es jetzt genießen, dass Hoffmann ihm in den Arsch kriecht und dann dankend ablehnen

    Deshalb: der HSV ist am Arsch!

    • undulate 21. März 2018 um 11:37 Uhr

      …grundsätzlich ist vieles möglich. Dennoch kann gerade die „Eitelkeit“ auch dazu führen, das er sich zum Schluss noch im Guten bzw. als HSV- Retter stellen kann und eben nicht als einer der Totengräber in die HSV Geschichtsbücher mit eingeht. Genau da könnte die Personalie Hoffmann greifen, ansetzen…

  10. HamburgerJung70 21. März 2018 um 11:46 Uhr

    Nun, diesen ganzen Leitlinien-Quark kann man in die Tonne treten, wenn die Grundwerte nicht bereits von der Spitze vorgelebt werden.

    Ich stimme zu, dass es für eine Bewertung des „Machers“ Hoffmann zu früh ist. Dass er im Prinzip ohne greifbare Ansätze die Wahl bestritten hat – geschenkt: Die Wähler entscheiden. Dass er auch jetzt noch nicht SAGT, was er vorhat, halte ich ihm zumindest in der jetzigen Situation nicht vor.

    Ob es notwendig war, „das Kinn“ ohne Nachfolgeregelung zum damaligen Zeitpunkt zu entlassen, bezweifle ich in Anbetracht dessen fehlenden (faktischen) Entscheidungs- und Finanzierungsmöglichkeiten. Aber etwas Show gehört sicherlich am Anfang dazu und er war halt ne Reizfigur. Dass dabei der VV (Bruchhagen) über Bord geht, weil dieser die Entscheidung nicht mittragen wollte (und nicht etwa, weil es einen PLAN gab, geschweige denn bereits einen kompetenten Nachfolger), fand ich bereits dilettantisch.

    Über den neuerlichen Trainerwechsel konnte man sicherlich nachdenken. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass H. selbst nicht so recht wusste, was er von Titz denn nun so erwartet (Neuaufbau bzw.- Vorbereitung für die 2. BL oder dann doch primär Klassenerhalt? Die Angaben in den Medien waren da recht widersprüchlich).

    Dass dann eine seidene Person á la vH installiert wird (angeblich ohne Wissen von H.) und verschiedene Personen (insbesondere W.) hierzu offensichtlich widersprüchliche, schlecht vorbereitete Statements abgeben, passte ins Bild.

    Und ICH bin jetzt gespannt, wie Hoffmann mit seiner unmissverständlichen Ansage vor der Wahl (nicht mehr als 25% der Anteile für KMK) dem Steuerflüchtling in den … kriechen will.

    Wie gesagt: Ein Wechsel beginnt an der Spitze.

    • Gravesen 21. März 2018 um 11:55 Uhr

      Betrachtet man die anfängliche Entlassungswelle, so muss man doch so ehrlich sein und erkennen, dass diese nur eine Kettenreaktion war.
      .
      Todt wollte Hollerbach nicht entlassen, weil er ihn nicht für verantwortlich hielt. Deshalb musste Todt weg. Um Hollerbach loszuwerden.
      .
      Bruchhagen wollte Todt nicht entlassen, aus dem gleichen Grund, aus dem Todt sich nicht von Hollerbach trennen wollte. Deshalb musste Bruchhagen weg, damit man Todt entlassen konnte, damit man Hollerbach feuern konnte.
      .
      Es kann durchaus sein, dass man Bruchhagen und Todt heute noch in Hamburg sehen würde, wenn Todt Hollerbach gefeuert hätte.
      .
      Bzgl. Hoffmann: Ich kann da z.Zt. keine Strategie erkennen.

      • Kevin allein in Hamburg 21. März 2018 um 12:33 Uhr

        Grave. Du kennst ja den Laden ziemlich gut.
        Aber meine Meinung ist das man dort im Moment keine Strategie entwickeln bzw ausüben kann weil die Gesamtlage immer noch zu undurchsichtig ist.
        Eigentlich weiß man gar nicht wie es weiter geht wie bei dem Thema Lizenz um nur ein Thema zu nennen.

        Am besten wäre es dem Spuk ein Ende zu bereiten und die Profi Mannschaft aus dem Spielbetrieb abzumelden.
        dann sind alle erlöst.
        Klingt zwar brutal, aber bei dem ganzen Schmieren Theater die einzige Variante um den ganzen Schwachsinn vom HSV nicht mehr ertragen zu müssen.

      • HamburgerJung70 21. März 2018 um 14:02 Uhr

        „Bzgl. Hoffmann: Ich kann da z.Zt. keine Strategie erkennen.“

        D´accord!

  11. UFO 21. März 2018 um 13:13 Uhr

    In Hamburg gab, gibt und wird es auch in Zukunft keine Strategie/Konzept oder ähnlich Durchdachtes geben – das wird durch die handelnden Protagonisten zu 100 % ausgeschlossen und wurde insbesondere durch Kerberos und Grave (vielen Dank an euch!) seit Monaten an dieser Stelle bis zum Abwinken dargelegt.
    Bei Kühne muss man sich endlich davon lösen, diesen als Mäzen, Gönner, HSV-Freund, Unterstützer, Edel-Fan etc. pp. wahrnehmen zu wollen, denn er ist nur eines: Geschäftsmann. Außerdem war und ist er – hier auch bereits mehrfach argumentativ und belegbar vorgetragen – ein nicht unwesentlicher Teil des Problems.
    Soweit ein Verantwortlicher wirklich „einen Arsch in der Hose hat“, dann beschreitet er den von Kerberos beschriebenen Weg der Insolvenz.

  12. Jakob 21. März 2018 um 13:22 Uhr

    Hallo,
    könnten die Abstiege des HSV und des FC Kölle irgendeine Kettenreaktion innerhalb der DFL/DFB auslösen? Zum Besipiel fehlende Einnahmen, die sich dann auf die kleinen Vereine auswirken? Dann immer weniger Konkurrenz unter den ersten 4 usw.?
    Ich meine auch diese Liga ist keinen Cent mehr wert. Der Meister steht fest für die nächsten Jahre. Große Vereine werden gepampert und die kleinen h