Nicht vermittelbar

Es wurde zwar im gestrigen Blog schon ausgiebig diskutiert, aber ich möchte trotzdem noch einmal auf das aktuelle Konstrukt in der Führung des HSV zurückkommen und mich dabei auf den gestern erschienenen Artikel des Herrn Schiller im Abendblatt beziehen, an dieser Stelle: Danke für tatsächlichen Journalismus.

Dem Abendblatt liegen zahlreiche Dokumente, Verträge und E-Mails vor, die einen detaillierten Einblick in die Geschäfte von Heesens gewähren. Es geht um Beteiligungen an Spielern, die er gleichzeitig trainiert hat. Um die Beratung von Geschäftspartnern, die dann einen finanziellen Totalschaden beklagten. Es geht um den Versuch, mit dem Profifußball das große Geld zu machen. (Quelle: Abendblatt.de)

Bereits an dieser Stelle hätte man aufhören können zu lesen, denn eigentlich reicht das. Wie bitte kann ein Verein, der in den letzten Jahren von zahllosen Skandalen geschüttelt wurde, der gerade auf dem Weg in die Zweitklassigkeit und dabei ist, sich neu aufzustellen, mit so jemandem arbeiten bzw. überhaupt reden? Wie will man Mitgliedern und Anhängern des Vereins glaubhaft einen Neuanfang verkaufen wollen, wenn man sich bereits am Anfang des Weges erneut solcher Personen und solcher Mittel bedienen möchte?

Und HSV-Alleinvorstand Frank Wettstein? Der hatte in der vergangenen Woche auf Nachfrage zu der „Spiegel“-Geschichte gesagt: „Das ist für mich überhaupt kein Problem. Ich habe diese Textpassagen zur Kenntnis genommen. In diesen Textpassagen steht auch drin, dass ich an diesen Gesprächen nicht teilgenommen habe, sondern mein damaliger Kollege. Da kann ich inhaltlich gar nichts zu sagen, weil ich da nicht eingebunden war.“ Diese Aussage irritiert. Nach Abendblatt-Informationen war Wettstein über von Heesens Investitionsideen sehr wohl informiert. Letztlich kam es zwischen Doyen und dem HSV aber nicht zu einem Vertrag. (Quelle: Abendblatt.de)

Mit anderen Worten: Wettstein lügt. Und er lügt wie gedruckt. An dieser Stelle erneut die Frage: Wie möchte man sich mit Mitarbeitern/Führungskräften neu aufstellen, die mit der Wahrheit ein grundsätzliches Problem zu haben scheinen und denen offenbar jedes Mittel recht ist? Wie soll das gehen? Für mich zeichnet der Verein Ende März 2018 das Bild eines Klubs, der nichts gelernt hat und der nicht lernen will. Vielmehr möchte man offenbar die Spielchen der Bundesliga eine Klasse tiefer weiterspielen, dann halt nur eine Nummer kleiner.

Bleibt die Frage, ob ein Trainer so etwas machen sollte. „Ich hätte nicht gedacht, dass mich noch etwas überraschen kann“, sagt Anwalt Peter Vogl, damals Geschäftsführer bei Red Bull Salzburg. „Ich muss gestehen: Dass ein Trainer Anteile an seinen eigenen Spielern hält und damit handelt, das hat mich doch sehr überrascht.“  (Quelle: Abendblatt)

Ehrlich, ich hatte schon viel über die Machenschaften gehört, aber so viel Impertinenz wundert selbst mich. Der Trainer eines Teams kauft Anteile an von ihm trainierten Spielern und fördert dann ausgerechnet diese Spieler, um den eigenen Gewinn bei Verkauf zu maximieren. Wie krank ist das denn?

Von Heesen hatte da weniger Pro­bleme. Er lobte den Brasilianer Gerson, an dem er Anteile hielt, im Interview mit „Laola1“ überschwänglich: „Wenn man im Netzwerk arbeitet, ist es relativ einfach, gute Leute zu bekommen – für kein Geld“, sagte er. „Und wenn ich Gerson sehe, wird der in zwei, drei Jahren bei ganz anderen Vereinen spielen. Das ist einer für die deutsche Bundesliga.“ (Quelle: Abendblatt.de)

Wahnsinn!

Dem Abendblatt liegt eine Rechnung vom 24. Juli 2012 vor, in der von Heesens Firma VOH Sportmanagement für den Erwerb von zehn Prozent der Transferrechte des Spielers 150.000 Euro einfordert. (Quelle: Abendblatt.de)

Wahnsinn!

Von Heesens hoch ambitionierter Versuch, am großen Rad des Fußballbusiness zu drehen, erstreckt sich auch auf seine Zeit als HSV-Aufsichtsrat. Demnach präsentierte Wettstein vor dem Aufsichtsrat das „Transferfonds-Modell“. Der Vorstand beschloss die Gründung einer GmbH mit den Geschäftsführern von Heesen und Wettstein. Diese wurde notariell beglaubigt, aber nie ins Handelsregister eingetragen. Der Grund: Einer der Anteilseigner soll seinen Kapitalanteil nicht eingezahlt haben. Trotzdem schreibt von Heesen im Sommer 2015, also kurz nach seinem Rücktritt als Aufsichtsrat, in einer Mail an einen Geschäftspartner, dass er eine Gesellschaft gegründet habe, die nun funktionsfähig sei, um Geschäfte mit der HSV Fußball AG abzuschließen: die HSV Triple A Talents GmbH und Co. KG, an der die HSV AG 25,1 Prozent Anteile halte. (Quelle: Abendblatt.de)

Moment. Ist das der gleiche Wettstein, der von nichts gewusst hat und an dem sämtliche Informationen vorbeigegangen sein sollen? Dieser Wettstein hat im Januar 2015 zusammen mit von Heesen eine GmbH gegründet, an der die HSV AG 25,1% Anteile hielt? Wie weit soll das alles eigentlich noch gehen?

Mehrere Spielerberater, deren Profis noch beim HSV unter Vertrag sind, sagten allerdings im Gespräch mit dem Abendblatt, dass sie keinesfalls mit von Heesen über Vertragsinhalte ihrer Mandanten reden wollen (Quelle: Abendblatt.de)

Nun, wer will es ihnen verdenken. Wenn wir die aktuelle Situation einmal zusammenfassen, dann haben wir

Einen Aufsichtsratsvorsitzenden, der offenbar die gleichen Spielchen spielt wie damals

Einen Berater des Vorstandes, der krumme Geschäfte macht und mit dem niemand reden möchte

Einen Vorstandsvorsitzenden, der lügt, dass sich die Balken biegen

Einen „Gönner“, der sich über den Verein öffentlich lustig macht und ein Bekenntnis zum Verein vermeidet

Einen Trainer, der bereits nach seinem ersten Spiel angeschossen ist

Eine Mannschaft, die sich größtenteils auf der Flucht befindet

Eine Berater des „Gönners“, wegen dessen „Engagement“ einige Berater ihre Spieler nicht zum HSV geben

Einen neuen Chefscout und Kaderplaner, der ebenso telefonisch feuert wie der Vorstand

Coole Aussichten irgendwie.

Sollte vom Versuch des Neubeginns und von der Glaubwürdigkeit des neuen Aufsichtsrats nur ein wenig übrig bleiben, müsste man sich mit sofortiger Wirkung sowohl von von Heesen wie auch von Wettstein trennen.

Sofort!

P.S. Anbei noch ein paar Facebook-Kommentare zum Schiller-Artikel. Ohne weitere Worte

Bernd HF Thoenneßen Muss das alles zu diesem Zeitpunkt sein? Habt ihr keine anderen Sorgen?
Wie soll denn die sportliche Leitung sinnvoll und erfolgreich die Mannschaft auf die nächsten Spiele vorbereiten, wenn jeden Tag irgendetwas ausgegraben wird? Ihr von den Medien seid widerlich

Stephan Dabelstein Alter Kaffee der Verein geht mir langsam auf dem Sack immer nur negativ hoffentlich geht bald runter in Liga 2 da haben die Hetzer nix mehr zum Schreiben . Der ist bis Saison Ende hier und nix weiter was er getan hat ist mir Wurst

Andre Fischer Wenn man nicht zu schreiben hat!!muss man sich tiefgründig was suchen und den Moralischen zu spielen.

Ralf Kopka Ich würde mir Gedanken machen wenn er Anteile von Spielern der Gegner gekauft hätte. Mein Gott diese alten Lamellen. Scheiß Medien, wenn sowas wie normales arbeiten Eintritt und keine interna mehr bei denen ankommt wird der alte scheiß ausgegraben.

Lars Michelsen Kann verdammt nochmal Abendblatt und auch Mopo nicht einfach mal die fresse halten? man könnte meinen, dass deren Schreiberlinge persönlichen Profit aus dem Abstieg ziehen und „AntiHSV-Artikel“ zum internen Karriereschub dienen. Nicht mehr zu ertragen der Mist! Wobei ich nicht sagen will, dass der Inhalt falsch sei. Nur der Zeitpunkt ist unterirdisch!!!!!

Margarete Meyer Es ist mir scheiß egal was er mal gemacht hat. Falls das überhaupt stimmt. Er versucht jetzt und hier dem Verein zu helfen. Das zählt. Macht doch nicht noch den Rest kaputt. Liegen ja schon am Boden

Patrick Dondelinger Bei snderen Vereinen war der Präsident im Knast der Vize ist vorbestraft und da ist es ganz normal dass die ihren Verein weiter führen!!! Keiner traut sich schlecht über sie zu schreiben. Nur bei uns wird alles schlechtes aus Uhrzeiten herausgesucht!!!

Jiannis Manakitsas Ja die Presse und der HSV , ein grosses Thema , langsam glaube ich, das es nur Sportjournalisten gibt, die Bremer oder St Pauli Fans sind, ander kann ich es mir nicht erklaehren. Man ja der HSv wird eventuell bald absteigen , mit was wollt ihr Euch dann beschaeftigen ? Die Skandale von Bayern habt ihr wohl vergessen, aber dort traut ihr Euch nicht mehr zu schreiben oder ?

Peter Feddersen Alles scheißegal, hat niemanden umgebracht , mich interessiert nur die Arbeit für den HSV!

Übrigens: Die Frage, die in diesem Statement zum Ende aufgeworfen wird, ist mehr als berechtigt:

Was muss denn eigentlich beim HSV noch passieren, damit die Juristen vom DFB und DFL zu entsprechenden Maßnahmen greifen? 

 

Der vorläufige Höhepunkt:

Wettstein: „Die jetzt aufkommende Berichterstattung – in sportlich schwierigen Zeiten – dient ausschließlich dazu, weitere Unruhe in den Klub zu tragen.“ (Quelle: Bild.de)

Bernd Hoffmann bleibt im Grunde nur eine Alternative – er schickt beide zum Teufel. Andernfalls ist er innerhalb kürzester Zeit selbst Teil des Problems und sein Rettungsteam fliegt auseinander.

 

 

Von | 2018-06-02T17:34:17+02:00 23. März 2018|Allgemein|56 Kommentare

56 Comments

  1. Gravesen 23. März 2018 um 07:08 Uhr

    Gravesen 21. März 2018 um 16:08 Uhr – Bearbeiten- Antworten
    Nach meinen Informationen hat sich der HSV (über Spors) gestern telefonisch von Harald „Lumpi“ Sporl getrennt, der seit dem 01.07.2002 als Scout beschäftigt war..
    https://www.transfermarkt.de/harald-sporl/profil/trainer/1090
    .
    https://www.bild.de/sport/fussball/hsv/hsv-feuert-spoerl-am-telefon-55181922.bild.html?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter
    .
    Soviel dazu!

    • Kevin allein in Hamburg 23. März 2018 um 07:32 Uhr

      Man gut das ich kein Mitglied mehr bin

    • Sven 23. März 2018 um 09:04 Uhr

      […] Der Macht­kampf im Scou­ting ist jetzt ein Fall für Frank Wett­stein (44). Der Al­lein-Vor­stand will in der Län­der­spiel-Pau­se ein Ge­spräch mit Schrö­der füh­ren. Ein an­de­rer kann dem Ex-Ki­cker laut Ver­trag auch keine An­wei­sun­gen geben. … Mit Spors haben die HSV-Bos­se noch ei­ni­ges vor. Man darf ge­spannt sein, wel­che Lö­sung Wett­stein fin­det.

      https://www.bild.de/sport/fussball/hsv/hsv-zoff-bei-den-scouts-55110544.bild.html

  2. Gravesen 23. März 2018 um 07:29 Uhr

    Thomas von Heesen ließ seinen Anwalt die Frage nach einem möglichen Gewissenskonflikt beantworten. Dieser betont, dass sein Mandant „nicht gegen bestehende Regularien oder Gesetze verstoßen hat“.

    Dem Abendblatt liegen eine ganze Reihe von sogenannten „Förderverträgen“ zwischen Thomas von Heesens früherer Firma VOH 2 Sportsmanagement GbR und minderjährigen Nachwuchsfußballern vor

    Trotzdem ist das Abendblatt das umfassende Datenmaterial am Donnerstag mit verschiedenen Anwälten erneut durchgegangen. Dabei rückten sogenannte Förderverträge von Thomas von Heesens VOH 2 Sportmanagement GbR mit deutschen Teenagern, die bei Vertragsabschluss zwischen zwölf und 15 Jahre alt waren, in den Fokus. Es sind Verträge, die mögliche Transferentschädigungen im Fall eines Vereinswechsels regeln sollen.

    Von Heesens Anwalt betont auf Nachfrage: „Die Förderverträge der Gesellschaft, an der unser Mandant beteiligt war, wurden vor seiner Zeit als Aufsichtsrat beendet.“ Tatsächlich sind die fünf Förderverträge mit Nachwuchstalenten, die dem Abendblatt vorliegen, auf die Zeit vor seinem Engagement als HSV-Aufsichtsrat (Juli 2014 bis Februar 2015) datiert. Vier der Verträge wurden 2013 abgeschlossen, einer im
    Januar 2014. Als problematisch wurden die Verträge dennoch eingestuft.

    Jurist: Förderverträge sind „Katastrophe“

    „Der Vertrag ist eine einzige Katastrophe für einen jungen Fußballspieler und entspricht noch nicht einmal in Ansätzen dem, was die DFVV unter seriöser Beratung von Fußballspielern versteht“, sagt Gregor Reiter, Geschäftsführer der Deutschen Fußballspieler-Vermittler- Vereinigung.
    (Quelle: Abendblatt)

  3. 83er 23. März 2018 um 07:34 Uhr

    Mich erschrecken doch sehr die Facebook-Kommentare zum Schiller-Artikel. Es wird übel auf und über die Journalisten geschimpft. Dort wo tatsächlich die Probleme liegen, dort wird nach dem Motto verfahren nichts hören, nichts sehen und nichts sagen. Einfach nur traurig.

    • Wormfood 24. März 2018 um 07:58 Uhr

      Wenn ich mir die Zitate so durchlese, bekomme ich den Eindruck, dass es in Hamburg erhebliche Probleme mit dem Deutschunterricht gibt. So wie man schreibt und redet, so denkt man auch.

  4. Volli 23. März 2018 um 07:50 Uhr

    Sehr richtig, Wetzstein und vH müssen sofort weg, sonst hat sich Hoffmann schon nach 4 Wochen verbrannt. Bin nur mal gespannt, welche Reaktionen kommen, sollte Hoffmann selbst den VV kommissarisch machen. Aber du hast vollkommen Recht. Solange solche Leute beim HSV beschäftigt sind, inklusive eines Kühne Beraters Struth, machen Spieler, Berater und kompetente Fußballfunktionäre einen großen Bogen um den HSV!

  5. Mosche 23. März 2018 um 08:20 Uhr

    Ich bin wahnsinnig schockiert und komme selbst aus einer nicht zimperlichen Branche.
    Unfassbar ist es auch, dass die gesamte Branche solche Dinge zulässt.
    R.I.P Profifußball 21 Jahrhundert

  6. marlor 23. März 2018 um 08:36 Uhr

    Wieder einmal einer der besten Artikel …
    Ich habe echt nur noch die Schnauze voll von diesem Verein…

  7. Ex-HSVer im Herzen 23. März 2018 um 08:43 Uhr

    Das war der bisher beste Blog seitdem ich hier mit lese (3 Jahre). Jeder Satz wie ein Hammerschlag und zu 1000% richtig. Dieses ganze Gesocks müsste noch heute entlassen werden. Auch ein Wettstein kapiert es nicht, dass man im Leben nicht nur gemäß juristischer Maßstäbe argumentieren kann, sondern dass es so etwas wie Moral und Ethik gibt. Gerade aufgrund der letzten 3 Jahre hat der Mann an der Spitze des HSV eine besondere Verpflichtung zu Ehrlichkeit und Sauberkeit.
    Das, was diese ganzen Gestalten abliefern, ist definitiv strafrechtlich relevant (Veruntreuung, etc). Es müsste sich nur mal einer darum kümmern. Es kann doch nicht angehen, dass diese Assis ungeschoren davon kommen.

    Hoffmann ist für mich per heute komplett gescheitert. Kein Statement bisher zu den BEWEISEN (ja, Beweise… keine Presse-Vermutungen). Als Kapitän wegducken ist das Merkmal von Versagern. Sorry, aber es bewahrheitet sich, was ich schon vor langem gesagt habe: Mit gescheiterten Rückkehrern wird es nur schlimmer.

    Zu den Facebook-Kommentaren: Diese Menschen tun einem einfach nur leid! Dummheit mit Naivität und Fanatismus gepaart ist eine ganz üble Mischung. Vor allem für die seriöse Presse. Diese Gehirnamputierten sollten sich mal eine Dokumentation über die Rolle der breiten Masse und der NS-Führung im Dritten Reich anschauen. 80 Jahre später sollten die Gehirne doch weiter entwickelt sein. Aber leider Fehlanzeige. Es ist auf jeden Fall spannend, auf Seiten wie von Jovanov Partei für die Wahrheit zu ergreifen.
    Ein weiterer Grund, bis auf Weiteres nicht mehr ins Stadion zu gehen: bloß nicht in die Nähe dieser Kranken kommen: sonst steckt man sich noch an.

  8. Stephan 23. März 2018 um 08:53 Uhr

    Aus der bayerischen Ferne hier in München kann ich nur noch weinen über diesen Verein. Nichtsdestotrotz hängt mein Herz am HSV und ich wünsche mir nach wie vor ein Wunder her. Ein Wunder das den Abstieg vermeidet und endlich falsche Personen aus dem Verein entfernt. Damit der HSV endlich aufhört sich wie 1860 München zu benehmen und wenigstens nicht mehr die Fussballlachnummer Deutschlands zu sein. Mir tut das alles einfach nur weh….

  9. Bjoern 23. März 2018 um 09:18 Uhr

    Solange Schmierblätter wie die Morgenpost auf die „Legende“-Karte von Heesen setzen und „wahre Fans“ zu Tränen gerührt sind, weil TvH „helfen“ will, kommen Leute wie Wettstein und eben von Heesen mit solch schmutzigen Nummern durch. Man kann nur hoffen, dass der Wind sich in der Angelegenheit jetzt schnell dreht.
    Hoffmann hat keine Wahl, Wettstein und von Heesen müssen weg.

  10. Thomas Vernunft 23. März 2018 um 09:42 Uhr

    Grave, Du hast einen ganz entscheidenden Faktor in Deiner Zusammenfassung vergessen:

    Die Fans und Mitglieder dieses Vereins, die jahrelang blindlings wie die Lemminge diesem Treiben wort- und Tatenlos gewähren lassen. Ein 100%iger Fanboykott müsste eigentlich die Konsequenz sein. Aber stattdessen laufen alle 2 Wochen immer noch an die 50.000 trotzdem in den Volkspark. Unfassbar.

    • Kevin allein in Hamburg 23. März 2018 um 09:46 Uhr

      davon sind wie viel Event Touristen ??

      • Thomas Vernunft 23. März 2018 um 10:50 Uhr

        Nicht zu vergessen der Anteil an Krawalltouristen 🙂

  11. Neugierig 23. März 2018 um 09:57 Uhr

    Bleibt immer noch die Frage, ob die Achse Hoffmann, Wettstein, TvH dafür steht noch einmal Kasse zu machen. Wenn dem so ist, dann wird man an den Personen so lange es geht festhalten oder ein weiteres Opfer installieren.
    Kann Hoffmann Wettstein in der jetzigen Situation (Lizenz) fallen lassen? Ausgeschlossen.
    Wo ist die Chance etwas zu ändern?

    TvH- optimale Besetzung mit einer gewissen k… Energie. Wäre aber durch jeden ersetzbar.

    Wettstein – Hat seine Firma in Aachen und geht, wenn das Eis zu dünn ist. Muss aber als Wirtschaftsprüfer vorsichtig sein nicht strafrechtlich verfolgt zu werden. Das er bei einem Abtritt das Konstrukt HSV offenlegt ist unwahrscheinlich. Sein Abtritt würde Fragen aufwerfen und er ist nicht so schnell mit jemandem zu ersetzen, der das Spiel mitspielt. Für mich eine Schlüsselfigur in dem Spiel. Das er die 50+1 Regel kippen wollte spricht auch für Kühne als Mann im Hintergrund.

    Hoffmann – Hat im Zweifelsfall von allem nichts gewusst und trennt sich natürlich von denen, die dem HSV schaden. Er geht als Held aus der Thematik hervor.

    HSV Angestellte – Hier muss es doch Mitarbeiter geben, die zufällig Gesprächen zuhören und die bei dubiosen Verträgen stutzig werden. Hier muss mehr passieren im Sinne des Vereins.

    Was denken Sie?

  12. Neugierig 23. März 2018 um 10:10 Uhr

    …und ich glaube nicht, dass man strafrechtlich Wettstein etwas nachweisen kann. Moralisch, ethisch muss er die Finanzen ja nicht prüfen. Gleiches gilt für die Verträge.

  13. Kerberos 23. März 2018 um 10:42 Uhr

    @ Neugierig
    .
    Was ist das nur für eine krude Auffassung, typischer HSV-Style. Was man strafrechtlich nicht nachweisen kann, muss also moralisch gar nicht in Frage gestellt werden. Das Ausnutzen von Gesetzeslücken oder das Handeln auf Grundlage moralisch verwerflicher Gesetze muss man auch gar nicht erst prüfen. Na, Klasse. Mit Leuten dieser Gesinnung sind natürlich die Todesschüsse an der innerdeutschen Grenze bis 89 genauso ligitimiert wie häusliche Gewalt und der erzwungene Beischlaf in der Ehe bis in die 70-iger – waren ja schließlich noch nicht einmal Straftatsbestände. Also, moralisch alles einwandfrei. Man, man, man….
    .
    Ich zumindest, möchte mit so einem HSV nichts zu tun haben!
    .
    Und F. Wettstein ist im Übrigen für das Lizenzverfahren der DFL überflüssig wie ein Kropf. Dafür gibt es ja seit 2016 den Finanz-Direktor des HSV Dr. Eric Huwer (mit Prokura). Dieser Dr. Huwer weiss zumindest, warum es geht, ist er doch Autor des Buchs „Der Jahresabschluss von Fußballunternehmen“. Ob er für die Zukunft eines HSV noch tragbar sein wird, muss jedoch eben gerade auf Grund seines fachlichen Wissens und seiner „Verstrickung“ in die aktuellen bilanziellen Taschenspielertricks des HSV stark bezweifelt werden. Dieser HSV ist eben leider nicht nur in der obersten Ebene der Hirachie malade.
    .

    • Ex-HSVer im Herzen 23. März 2018 um 19:53 Uhr

      Bin ich zu 100% bei Dir! Mich kotzen diese ganzen Versager sowas von an, die ihre Arme heben und sagen „tjaaaaa… rein rechtlich kann man mir gar nix.“
      Ich wette meine erfrorenen Hortensien, dass Wettstein zu 100% strafrechlich Dreck am Stecken hat. Es kommt nur drauf an, ob einer auspackt und man die Beweise findet. In so einem Sumpf ist Untreue immer mit im Spiel. We will see

      Dein Vergleich ist super!!

  14. stefan 23. März 2018 um 11:00 Uhr

    Also die Trennung von Harald „Lumpi“ Spörl ist doch recht logisch, oder?
    Wir haben einen neuen Mitarbeiter für diesen Bereich und Spörl hat anscheinend keine Lust so zu arbeiten wie es
    sein neuer Chef möchte.
    Dann ist es doch normal das man sich trennt.
    So ist das bei freiberuflichen Mitarbeiter, sowas passiert doch hundertfach in Deutschland.

    • Gravesen 23. März 2018 um 11:07 Uhr

      Herrje, es geht um die Art und Weise. Man feuert keinen Mitarbeiter, der seit knappen 30 Jahren, in welcher Funktion auch immer, im Unternehmen ist, am Telefon. Das ist so dermaßen daneben und stillos, passt aber zu diesem Verein, dessen Kommunikations-Strategie ein einziges großes Desaster ist. Wäre ich Chef in dem Laden und ich würde mitkriegen, dass einer meiner leitenden Angestellten, der selbst erst sei 1 1/2 Monaten im Unternehmen ist, eine solche Sache durchgezogen hätte, hätte der Typ innerhalb von 20 Minuten einen Termin in meinem Büro.

    • Ex-HSVer im Herzen 23. März 2018 um 19:56 Uhr

      Ja und? Dann ist es hundertfach asozial. Es geht um das WIE. Als Vorgesetzter hat man die verdammte Pflicht, sich respektvoll zu verhalten und einem von Angesicht zu Angesicht zu kündigen. Nur Schisser, Schwächlinge und Versager drücken sich davor.
      Vor allem, wenn einer so lange im Verein war. Da spielt die Art der Arbeit keine Rolle

  15. Neugierig 23. März 2018 um 11:24 Uhr

    @Kerberos

    Missverständnis. Schreiben gehört nicht zu meinen Stärken. Moral und Ethik sind mir sogar sehr wichtig. Ihr habt sehr gut dargelegt, dass dies aber im Verein mit Füssen getreten wird. Dafür meinen Dank und Respekt.
    An den Facebook Kommentaren sieht man aber auch, dass 90% der Fans Moral und Ethik an der Eingangstür des Vereins abgegeben und Fakten gegen Hoffnung eintauschen. Schlimm, aber nicht zu ignorieren.

    Meine grundsätzliche Frage ist, was muss man machen, was muss passieren, damit sich etwas ändert?

    Ich überlege manchmal halt, wie die handelnden Personen wohl reagieren würden (und gehe vom schlimmsten aus). Ich habe nicht deine Background Informationen, bin aber für Feedback dankbar.

    Noch einmal. Ich finde die Arbeit hier klasse und wünsche den Erfolg. Ich bitte um Entschuldigung, wenn dies nicht so ankommt.

    • Gravesen 23. März 2018 um 11:31 Uhr

      Zu der Frage, was sich verändert müsste:
      .
      Die Problem sind derart vielfältig, zahlreich und breit gefächert, wie sollte man das Projekt „HSV Erneuerung“ angehen?

      Zuerst einmal muss gelten: Das, was die Vereinsführung sagt, gilt. Punkt. Der Vorstand gibt eine Richtung vor und nach der haben sich alle zu richten. Diese Richtung ist verbindlich und gilt für alle, vom Vorstandsvorsitzenden bis zum Darsteller im Dino-Kostüm. Wer sich nicht daran hält bzw. nicht halten möchte, hat keinen Platz in diesem Verein. Der Verein muss bei allem, was er sagt und tut, verlässlich und zuverlässig werden. Das bedeutet, dass man auch mal nein sagen muss. Es müssen klare Regeln aufgestellt werden und nach diesen Regeln muss in Zukunft agiert werden. Jeder Mitarbeiter, vom Direktor bis zum Torhüter braucht eine klare Linie an der er sich orientieren kann. Beim HSV rennen seit Jahren alle Mitarbeiter in unterschiedliche Richtungen, weil niemandem eine Richtung vorgegeben und erklärt wurde.

      Ferner gilt: Die Entscheidungen müssen begründet werden. Jeder Mitarbeiter kann Entscheidungen, sein sie auch noch so unangenehm, nachvollziehen, wenn man sie ihm schlüssig begründet. Nur einfach zu sagen „Das ist jetzt so“ reicht nicht. Es muss ein Ende haben mit Willkür und Bevorzugung, auch und besonders die Führungskräfte müssen mit gutem Beispiel vorangehen. Das Wichtigste aber: All diese Maßnahmen müssen nachhaltig sein und nachhaltig gelebt werden. Wenn man nach dem ersten Windhauch erneut zusammenbricht, ist alles verloren.

      Außerdem: Bei der Besetzung von wichtigen Positionen muss es endlich darum gehen, dass diese Menschen ein klares Konzept und nicht nur eine Raute irgendwo haben. Der „Experte mit Stallgeruch“ muss ein für allemal Vergangenheit sein und nur, weil irgendeine Person mal 1 1/2 Jahre für den Verein gebolzt hat, ist er nicht automatisch ein guter U15-Trainer.
      (Quelle: http://www.hsv-arena.hamburg/2018/03/21/auf-der-suche-nach-gruenden/)

    • Kerberos 23. März 2018 um 12:28 Uhr

      .
      Für mich persönlich ist entscheidend, das alle handelnden Personen nachvollziehbar im Rahmen eines festen Werte-Kodex stets nur zum Wohle des HSV handeln. Die persönliche Lebensführung der Protagonisten außerhalb des HSV ist mir dabei völlig egal. Sobald jedoch die Belange des HSV auch nur mittelbar betroffen sein könnten, hat der Werte-Kodex des HSV absolute Priorität. Selbst wenn dies den Verzicht auf das eine oder andere kurzfristig profitversprechende „Geschäft“ bedeuten würde.
      .
      Dieser Werte-Kodex umfasst neben den Grundlagen des solide und nachhaltigen wirtschaftlichen Handelns mindestens gleichwertig die Verpflichtung zur sozialen Kompetenz bei allen Entscheidungen.
      .
      Compliance ist kein moderner Schnickschnack. Es ist die Grundlage für die Zukunft eines jeden Unternehmens. Der HSV ist aktuell schlicht nur noch eine abgewirtschaftete Klitsche mit mafiösen Strukturen bis in die untersten Strukturebenen. Vermutlich hilft jedoch beim HSV selbst eine großflächige Brandrodung nicht mehr, da hierbei die Wurzeln des Übels, zwar nicht mehr sichtbar, jedoch im Innersten noch erhalten blieben.
      .

      • ausgegliedert 23. März 2018 um 18:34 Uhr

        Wäre für mich auch eine Gretchenfrage, wer dies als VV bei einer Ablösung Wettsteins umsetzen soll. Oder reicht ein „einfacher“ Insolvenzverwalter?

        Peters wird wohl nicht wollen, kommt ein Huwer dafür in Frage?