Es langweilt nur noch…

Nö, damit meine ich nicht das Spiel des HSV, denn das ist endlich einmal von einem spielerischen Element und vor allem von einer offensiven Ausrichtung geprägt. Das, was der HSV unter Trainer Titz zu spielen versucht, sieht jedenfalls deutlich mehr nach Fußball aus als das Spiel seiner Vorgänger. Wenn ich auch nicht verstehen kann, wie angebliche Laptop-Trainer wie Herr Tedesco aus Gelsenkirchen auf die taktisch relativ leicht entschlüsselbare Variante des HSV nicht reagieren konnte, das war einfach nur mangelhaft.

Es ist doch ganz simpel: Der HSV baut von hinten über einen extrem hochstehenden Torhüter auf, agiert mit einer variablen Dreier/Fünfer-Kette, bei der van Drongelen zentraler spielt und Papadopoulos flexibel die Außenverteidiger unterstützt. Durch die Auflösung der Doppel-6 (die spielt Matti Steinman nun allein) hat man automatisch einen Spieler in der Offensive mehr und durch die Hereinnahme von Dauerrenner Holtby kann man offensives Pressing effektiver gestalten. Fertig ist die Laube.

Wenn ich dies als Gegner-Trainer sehe, reagiere ich. Ich stelle einen Stürmer ab, der ausschließlich den Torhüter anläuft und unterbinde somit die Idee des Aufbauspiels. Pollersbeck wäre gezwungen, wie üblich lang und hoch nach vorn zu schlagen und bei einem Gegenangriff wäre die HSV-Abwehr ständig in Unterzahl. Warum ein Trainer, der nächste Saison Champions League spielen möchte, dies nicht erkennt, ist mir schleierhaft, aber es zeigt eben auch die absolut miese Qualität der Bundesliga. In einer Liga wie der spanischen oder englischen wäre eine Mannschaft, die über einen so langen Zeitraum Folter-Fußball praktiziert wie der HSV längst hoffnungslos abgestiegen. Aber eigentlich ist er das ja auch in Deutschland.

Nicht jedoch, wenn es nach der Hamburger Presse geht und das ist das, was mich so entsetzlich langweilt. Zwei Spiele auf unterem Bundesliga-Niveau und ein Match, welches man sich angucken konnte und schon ist Titz der Wunderheiler und Ito wird in Lionel Ito umbenannt. Es gibt einfach kein gesundes Maß, keine realistische Einschätzung. Bei Facebook hatte ich bereits gestern folgendes geschrieben:

Und nun dreht halb Hamburg durch und man hat das Gefühl, die Mannschaft spielt um den Einzug ins Champions League Halbfinale. Trainer Titz hat den Fußball neu erfunden und wird als nächster Bayern-Coach gehandelt. Die Hamburger Medien überschlagen sich in den Superlativen, es lebe die Hoffnung und die BILD nennt bereits Gründe, warum sich der HSV noch retten wird.

Warum begreift niemand, wirklich niemand in dieser Stadt, dass genau das das Problem dieses Vereins ist. Grundsätzliche Selbstüberschätzung, kein normales Maß, kompletter Realitätsverlust. Der Status Quo spielt augenblicklich keine Rolle mehr, es wird kollektiv ausgeflippt. Es gibt keine realistische Situationsbetrachtung, man hat das Gefühl, man hat es mit einer Herde Drogenabhängiger kurz nach dem letzten Schuss zu tun.

Und dann, nach der Niederlage in Hoffenheim, ist der Kater wieder doppelt zu heftig, das Gejaule doppelt so laut und das Gepöbel doppelt so heftig. Aber: Sie haben genau das verdient. Weil sie einfach nicht lernen wollen.

Diese Stimmungsmache stellt eben auch ein Problem für die Verantwortlichen dar, weil sie ja diejenigen sind, die planen müssen. Selbstverständlich ist es nach wie vor ein absoluter Skandal, dass eine Figur wie von Hessen dort immer noch auf der Bank sitzen darf, aber allein derjenige, der den Trainer nach dem 12.05. bestimmen soll, steht unter Druck. Setzt man nun dauerhaft auf Titz und nimmt in Kauf, dass der Lack auch ganz schnell ab und der Druck erneut sehr groß sein kann? Oder schickt man den Mann zurück zur U21 und hört sich das Gepöbel derjenigen an, die diese Entscheidung nicht treffen müssen? Als Presseclown ist es leicht, da fordert man einfach mal und wenn es in die Hose geht, kritisiert man halt.

Aber – wir werden sehen. Wenn alles nur relativ nach Plan läuft, ist der Abstand nach dem 30. Spieltag wieder auf 8 Punkte angewachsen und dann kann man endlich mit der Planung für die zweite Liga beginnen. Wenn man denn die Lizenz erhalten sollte….

 

Von | 2018-04-10T07:01:11+01:00 10. April 2018|Allgemein|27 Kommentare

27 Comments

  1. Jakob 10. April 2018 um 08:14 Uhr

    Gravesen, es ist krank aber der HSV wird sich in die Relegation retten. Es ist zu hoffen, dass es ein kranker Plan ist den Absturz zu verzögern um in dann via Relegation auf das dumme Hamburger HSV-Volk herunter krachen zu lassen.
    Für mich wirkt das ganze Fussball-Konstrukt wie ein riesiges psychologisches Forschungsprojekt – wie massiv kann man die Bevölkerung verdummen und ausnehmen 😀

    • Saschas Alte Liebe 10. April 2018 um 10:31 Uhr

      „psychologisches Forschungsprojekt – wie massiv kann man die Bevölkerung verdummen und ausnehmen“
      ————-
      Dieses „Projekt“ läuft gesamtgesellschaftlich politisch bereits seit zwei Jahrzehnten, der Sport und insbesondere die Massensportart Fußball spielt dabei eine wichtige Rolle als Kanalisationselement „Spiel“ zwecks Ablenkung von den globalen wirtschaftspolitischen Umgestaltungen beim Element „Brot“ und den Instrumentalisierungen zu steuerbaren nutzbringenden Massen im kapitalistischen Sinne.
      Fußball eignet sich einfach bestens für derlei Zwecke.
      Dass die verbreitete Verblödung in der Masse dabei zwangsläufig auch auf das Element Fußball durchschlägt, ist einfach ein systemimmanenter Fehler, der aber ebendiesen Verblödeten garnicht auffällt und daher nicht von Relevanz ist.

      • Jakob 10. April 2018 um 15:57 Uhr

        Als ich das geschrieben, wurde der Kommentar gelöscht. Nun gut. Ist ja auch immer die Frage wer der Bote ist gelle. 😉
        Für mich ist es nicht nachvollziehbar warum sich so viele Leute so aufregen statt zu sagen: Tschüss.
        Gravesens Engagement ist mir ein Rätsel. Seine und Daniels J. intelligente und aufklärerische Arbeit bleibt leider an einem bestimmten Punkt stehen und bohrt nicht tiefer. Aufregen warum all das möglich ist wird nicht mehr hinterfragt. Aber da liegt der Schlüssel zu dem ganzen Zirkus KühnStruthKali.

        • Gravesen 10. April 2018 um 16:37 Uhr

          Ich kann dir nicht folgen. Wo genau soll man denn noch tiefer bohren?

          • Jakob 10. April 2018 um 18:32 Uhr

            Hi Gravesen, ich habe letztens gegen die Regel des Blogs verstoßen, ich zicke jetzt nicht herum, aber das Thema Politik willst Du hier nicht haben. Ich kann es nachvollziehen.
            Aber für mich ist es eindeutig, welche Aufgabe das Fussball-Business (für mich persönlich Mafia) in der Gesellschaft hat. Wie mein Vorredner schrob, Brot und Spiele.
            Wenn „die da oben“/Politiker daran Interesse hätten, hätten Sie das Fussball-Business entsprechend geregelt und es nicht zugelassen, dass Witzfiguren wie Hilke, Beiersdorf oder Wettstein, jemals die Möglichkeit hätten, (ahnungslose) Menschen so abzuzocken.
            Warum kann ein gegen den Fussball-tretender Idiot 1 Million im Monat verdienen während sozialberufstätige Menschen Im Leben nicht an so ein Gehalt nur im Ansatz herankommen? Wer hat was davon?

  2. Thomas S. 10. April 2018 um 08:26 Uhr

    Ich fand es übrigens mehr als seltsam, wie Fährmann beim ersten und dritten Treffer sowas von nicht zum Ball gegangen ist. Als ob höhere Mächte im Spiel waren.
    .
    Tja, der alt bekannte HSV-Größenwahn. Wie würde ich mir eine Vereinsführung wünschen, die da mal konsequent gegen angeht, auch Journalisten öffentlich abkanzelt, die solche Lobhudeleien schreiben. Hoffmann ist ein Schritt in die Richtige Richtung, aber es müssen noch viele Schritte folgen, kleine und große. Auch eine schonungslose und detaillierte Aufarbeitung des Finanzgebarens der letzten zehn Jahre stände auf meiner Wunschliste. Man darf ja mal träumen.

    • Saschas Alte Liebe 10. April 2018 um 10:44 Uhr

      Mir scheint Hoffmann genau das Gegenteil eines richtigen Schrittes. Er stellt den Versuch des Rückgriffs auf die letzte relativ positive und erfolgreiche Phase dar, der Versuch, nochmal auf das Moment vor dem Kardinalsfehler 2011 und den danach folgenden Katastrophen zurückzuspulen. Doch leider sind die Folgen der Katastrophenjahre selbstverständlich noch weiter dynamisch hoch wirksam.
      Hoffmann ist keiner, der in irgendeiner Weise für langfristig nachhaltigen Aufbau, substanzielle Entwicklung bzw. gar ‚Heilung‘ steht.
      Er ist eher einer für aktionistische chirugisch amputative Orientierung zum Zwecke kurzfristigen schnell effektreichen Erfolges.
      Ob er auch ohne finanzielle Arbeitsmasse etwas zu bewegen vermag, wird sich noch herausstellen.

      • Ex-HSVer im Herzen 10. April 2018 um 14:26 Uhr

        Genauso sehe ich es auch! Ein Schnacker und Nichts-Veränderer. Genauso wie diese ganzen sich selbst überschätzenden Unternehmensberater, die bei Strauch in den Unternehmen nicht wirklich etwas ändern, sondern nach Plan 08/15 vorgehen (Entlassungen, Kosten senken). Aber die DNA eines Unternehmens nicht nachhaltig ändern. Genauso wird es beim HSV passieren.

      • Ex-HSVer im Herzen 10. April 2018 um 14:55 Uhr

        Nagel auf Kopf!!!

        1.) exakt das gleiche habe ich Samstag schon während der ersten Halbzeit gedacht. Wie kann der Tabellenzweite gegen den Tabellenletzten so ein taktisches Desaster auf dem Platz bringen? Meiner Meinung nach sind die Fußball Trainer der meisten Verein komplett über bezahlt für das, was sie leisten. Wenn man sich einmal die taktische Vorbereitung bei einem NFL-Spiel ansieht und wie taktisch reagiert und agiert wird, ist der Fussball Lichtjahre entfernt. Es werden die einfachsten Fehler begangen. Ob es nun die gleiche Taktik nach einem 1:0 ist oder die mangelnde Vorbereitung auf den Gegner.

        2.) Zur Presse: wie Du schon sagst: Laaaaaangweilig!! Die Ursache liegt wirklich seit Jahren daran, dass die Entscheider beim HSV nicht einmal der Presse einen vor den Latz knallen. Und so die Presse lächerlich machen. Und zwar auf intelligente Art und Weise. Aber wer soll das machen? Ich sehe beim HSV nicht einen wirklich intelligenten Menschen.

        3.) Fans, die Kritiker wie uns (mit Durchblick) kritisieren, kann ich nicht ernst nehmen. Genauso wie diese ganzen Hohlbirnen, die immer auf die „letzte finanziell erfolgreiche Zeit unter Hoffmann“ verweisen. Die Zahlen waren damals so gut, weil man sportlich erfolgreich war. Da hat Hoffmann selbst gunnix mit zu tun.

        • jandpunkt 10. April 2018 um 20:03 Uhr

          Ich selber kann mir nicht anmaßen über ausgebildete Fußballlehrer zu urteilen, auch wenn ich selber noch aktiver Fussi bin und früher auch mal ansatzweise leistungsmäßig unterwegs war. ABER: Vergleiche zwischen unterschiedlichen Sportarten sind in meinen Augen grundsätzlich unsinnig. Fußball könnte man tatsächlich von der Größe des Spielfeldes, der Spieleranzahl und der Art und Weise des Spiels noch mit Feldhockey vergleichen, aber Football/NFL? Komplett anderes Spiel, anderes System (von „klein bis groß“), national betrachtet viel größerer Markt etc. etc. Ich könnte jetzt schreiben, dass im Fußball viel mehr investiert und taktisch deutlich mehr getan wird als beim Curling… Das wäre ähnlich sinnvoll 🙂

  3. schuri24 10. April 2018 um 10:39 Uhr

    Sehr gute Analyse zum neuen HSV System, Grave. Sehr einfach zu entschlüsseln. Der Gegner muss zusätzlich noch die Schaltzentrale (6 er) ausschalten und auf den Außen (hier hat der HSV schnelle Spieler) doppeln.

    Mir auch schleierhaft, dass ein Herr Tedesco dies nicht erkannt hat. Wenigstens hatte es der VFB in der zweiten Halbzeit gegen den HSV besser gemacht.

    Schalke hat mir in dieser Saison in noch fast keinem Spiel gefallen und steht dennoch auf Platz 2. Unglaublich, wie schlecht die BL ist.

    Mal schauen, wie Nagelsmann seine „Hausaufgaben“ macht.

  4. Sag' Tschuess Dino 10. April 2018 um 10:45 Uhr

    Och, das alles werden auch in Hamburg schon genug Leute begriffen haben. Nur sind diese dann vernünftig genug, sich von diesem HSV emotional gelöst zu haben, in vielen Fällen wohl schon lange.
    Am Wochenende war ich der Kurzen helfen, inzwischen eine junge Frau, als im Hintergrund HSV – Schalke zu hören. Die Dame kann sich schon gar nicht mehr daran erinnern, dass ich mich jemals für den HSV interessiert hätte, zumal wir während vieler Heimspiele ein paar km weiter im Tierpark waren. Es war schon zu der Zeit viel schöner, sich quasi nebenan Tiere anzuschauen, als zwischen den Primaten auf der Tribüne das Untergangsgedaddel der Dinomörder zu ertragen, bei dem einem die Stadionwurst im Halse stecken blieb und spätestens beim Blick in die Gesichter der Orks neben einem wieder hoch käme. Anders als durch chronische Abwesenheit könnte ich das Elend in Stellingen gar nicht mehr ertragen.
    Man nimmt es nur noch kopfschüttelnd zur Kenntnis, ist erschreckt, was dort so alles vor die Wand gefahren wurde, angewidert von den Schmarotzern, die den HSV gewissenlos ausplünder, hat für die Fans nicht mal mehr Mitleid über und denkt sich in Sachen Abstieg: „Lieber Fussballgott, bitte lass es krachen!“
    Passiert es, empfände man es als eine angesichts dieser Zustände schlichtweg logische Folge. Gelänge erneut der Klassenerhalt, verstünde man diese Welt ein Stück weit weniger, aber auch darauf käme es nicht mehr an. Mir ist’s nur noch latte und mehr als Hohn und Spott habe ich für diesen Verein nicht mehr übrig. Immerhin Titz würde ich den Erfolg des Klassenerhaltes gönnen, auch wenn dieser dem HSV langfristig mehr schaden als nützen würde.

    • Wormfood 10. April 2018 um 13:28 Uhr

      Schöner Text! (Daumen-hoch-Smiley)

  5. Sven 10. April 2018 um 10:47 Uhr

    Vllt glaubt man auch so viel besser als der HSV besetzt zu sein, um gegen den Absteiger sein Spiel einfach durchziehen zu können und das reicht dann schon. Diese Klasse hat aktuell nur der FCB.

  6. Sag' Tschuess Dino 10. April 2018 um 11:44 Uhr

    Torschüsse ergeben sich nicht von allein und auch die Chancenverwertung ist ein ablesbarer Trainingserfolg, bzw. belegt dessen Fehler. Erfolg im Sport ist kein Zufall, sondern grundsätzlich Ergebnis harter Arbeit und natürlich auch entsprechendes Talent und Glück nötig, aber die Chance, auch mal das nötige Glück zu haben, müssen vorher erarbeitet werden. Doch sich diese Misere damit schön zu reden, dass man am Ende beim Torschuss einfach nur mehr Pech hatte als andere ist lächerlich und wohl für gewisse Fankreise typisch. Das dürftige Gebolze des HSV ist die Summe aus grottiger Vereinspolitik, miesen Transfers und mangelndem Mut nachhaltige Trainingsarbeit zu leisten.

    Nur der HSV? – Nicht nur beim HSV sind viele so peinlich dumm, das nicht zu erkennen. Vor allem beim HSV sind aber sehr viele so dämlich, diese Zustände noch immer zu leugnen.

    • Sag' Tschuess Dino 10. April 2018 um 11:46 Uhr

      Hast Du den Rosa Hüpfer (meinen Vorredner) etwa gelöscht?

      • Gravesen 10. April 2018 um 11:48 Uhr

        Ja. Kritik ist kein Problem, aber mich oder andere Kommentatoren dämlich von der Seite anmachen, dafür gibts Münchhausens Primatenblog

  7. Gravesen 10. April 2018 um 13:19 Uhr

    Na endlich. Nach Lionel Ito kommt nun „Hammer-Hunt“.
    .
    https://www.mopo.de/sport/hsv/abloesefrei-in-die-wueste–scheichs-jagen-hammer-hunt-29991038
    .
    Nur mal zur Erinnerung: Der Mann ist 31 Jahre alt, verdient mehr als € 2 Mio. pro Jahr und hat für den HSV in 67 Spielen insgesamt 7 Tore erzielt und 7 vorbereitet. Als offensiver Mittelfeldmann. Den jagenden Scheichs sollte man das Öl wegnehmen und einen Blindenhund schenken.

    • Kevin allein in Hamburg 10. April 2018 um 13:48 Uhr

      Eigentlich hat es viel zu lange gedauert. ?
      Auf die POPO ist auch kein Verlass mehr?

    • Micha 10. April 2018 um 13:56 Uhr

      @Grave: Hast du eine Erklärung dafür , warum dieser regressive Infantilismus und marktschreierische Größenwahn bei den Hamburger Medien und dem HSV so bundesweit einzigartig bizarr ausgeprägt ist? – Hamburg gilt doch traditionell als weltoffene und eher kühl-sachliche Kaufmannsstadt, entsprechend die Mentalität der Hamburger? – Das können ja nicht alles zugezogene Dorf-Idioten sein, die diese Irrenhaus-Kommunikation installiert haben.

      Die Medien richten sich in ihrem Euphorie-Spiel natürlich nach ihrer Klientel – dort muss also der Schlüssel zu finden sein für dieses Mentalitäts- und Haltungsproblem. Leiden vielleicht viele Hamburger in der eher distanziert-kühl sich gebenden Gesellschaft besonders unter einem elementaren emotionalen Bindungsmangel, der sich in realitätsfernen emotionalen Euphorie-Momenten immer wieder entladen muss? (Das wäre mein ansatzweiser Erklärungsversuch)

      Ich habe übrigens mehrfach beobachtet, dass es HSV-Fans plötzlich peinlich war, dass sie in einem absurden Euphorie-Moment in einer Sport-Kneipe ein HSV-Lied anstimmten, dessen Inhalt überhaupt nicht realitätstauglich war. Der Entladungsdruck scheint enorm in Hamburg zu sein… (auch der Abzocker-Druck jener, die ihn inszenieren)

      • Gravesen 10. April 2018 um 14:33 Uhr

        Ne, dafür habe ich keine Erklärung. Bedenkt man jedoch das Märchen von der angeblich so oberkritischen Hamburger Presse, die einen so unfassbaren Druck auf die armen Millionäre ausübt und sie so davon abhält, Leistungen auf Bundesliga-Niveau zu bringen…..

        • Micha 10. April 2018 um 14:51 Uhr

          … dann ist hybride Denkfaulheit und Bequemlichkeit das Movens des Größenwahns, also letztlich der überlieferte Phlegmatismus der Kaufmannschaft in mutierter Form.

          Der phlegmatische Hamburger in einem Ausbruch seelischer Überspannung singt: „Wer wird… Ha ha ha“ – habe ich oft beobachtet in Lübeck bei HSV-Fans. Schon Thomas Mann hat in den Buddenbrooks diesen Typus in vormoderner Form beschrieben.

  8. Ex-HSVer im Herzen 10. April 2018 um 15:06 Uhr

    http://hsv24.mopo.de/2018/04/09/fan-zeugnis-wie-beurteilen-sie-die-arbeit-der-hsv-macher.html

    Ohne Worte! 1 Sieg und schon liegen die Gehirne der meisten Leute in der Tiefkühltruhe.

    Allein schon „Macher“. Heieiei…. ?

    • ausgegliedert 10. April 2018 um 19:19 Uhr

      Schwierige Frage. Ein Wettstein macht sich vermögend und die Presse ihn zum Sanierer.
      Wie soll das der einfache Hüpfer vernünftig bewerten?

  9. tani1977 10. April 2018 um 15:41 Uhr

    ich warte ja nur noch auf den moment, in dem es heisst, warum hat der hsv nicht die ganze saison so gespielt,dann wäre europa drin gewesen…
    ich versteh es einfach nicht..Demut ist wirklich ein Fremdwort beim HSV..oder dieses Denken, man ruht sich nicht aus, man schaut von spiel zu spiel,man hat jetzt noch nichts erreicht,man muss weiterarbeiten

    nein, es heisst sofort, super, alles komplett geändert..die mannschaft spielt toll,es ist alles noch drin…

    und,so traurig es ist…klar,der hsv hat jetzt besser gespielt, aber die gegner spielen IMMER ihr schlechtestes spiel beim HSV, auch das verstehe ich nicht…und ich hoffe nicht,dass wir gegen den HSV am vorletzten spieltag ähnlich schlecht spielen…

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