Der Abstieg – was nie vergessen werden darf

«Der Abstieg des Hamburger SV ist eine beispiellose Episode im deutschen Profifußball. In den nuller Jahren qualifizierte sich der Verein regelmäßig für europäische Wettbewerbe, lieferte sich legendäre Schlachten auf internationaler Bühne. Die einzigen legendären Schlachten, die sich der HSV in diesem Jahrzehnt geliefert hat, waren Relegationsspiele, in denen es um die nackte Existenz des Vereins ging. Noch im Jahr 2013 befand sich der Hamburger SV auf der Liste der 20 umsatzstärksten Fußballvereine der Welt, mittlerweile steht der Verein für viele Fans sinnbildlich für Missmanagement und wirtschaftliche Unfähigkeit. Wie konnte das passieren?»

Es kommt nicht oft vor, dass ich ein Buch von 270 Seiten in 1 1/2 Tagen lese. Besonders dann nicht, wenn ich bereits am Anfang eines Kapitels weiß, was am Ende dabei rauskommt. Nein, das Buch hatte absolut keine Überraschungen für mich parat, umso erstaunlicher, dass ich dennoch nicht aufhören konnte, es zu lesen. „Der Abstieg“ von Daniel Jovanov und Tobias Escher ist für mich die logische Verlängerung des Buches „Football leaks“, diesmal halt nur auf die HSV-Welt bezogen.

Spannend erzählt und hervorragend geschrieben passt an diesem Buch wirklich alles zusammen. Die Hintergründe und erklärenden Details des Niedergang eines Vereins werden perfekt ergänzt durch die Erklärungen der sportlichen Fehlleistungen (Kompliment an Tobias Escher) der jeweiligen Trainer und Sportchefs. Vieles ist einigen bekannt, doch in der Zusammenfassung wird noch einmal deutlich, warum der HSV am Ende den Weg gehen musste, den er tatsächlich gegangen ist. Wer dieses Buch verpasst, will die Gründe des Desasters ebenso wenig kapieren wie den Umstand, dass Teile der „Player“ schon wieder oder immer noch an Bord sind.

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Von | 2018-09-03T07:16:32+02:00 3. September 2018|Allgemein|19 Kommentare

19 Comments

  1. Gravesen 3. September 2018 um 08:51 Uhr

    Wundertrainer Titz, Super-Manager Becker, Fan-Liebling Lasogga und nun auch noch der liebende Lewis Harry. Diese von den Medien künstlich erzeugte neue Scheinwelt eines Vereins, bei dem alles super ist, der aber tatsächlich direkt am Abgrund steht, wirkt nur noch peinlich und konstruiert. Schon möglich, dass so gut wie jeder Hamburger Sportjournalist seine eigentliche Aufgabe vergisst und dabei ist, mit Hofberichterstattung seinen eigenen Fortbestand zu retten, am Ende werden sie damit scheitern. Und dann wird wieder einmal, in guter Dieter Matz-Tradition, nachgetreten bis die Nase blutet. Dieser kranke Pathos wirkt nur noch bei Menschen mit dem IQ einer Scheißhausfliege
    .

    Holtby: Darum liebe ich den HSV
    Im NDR-„Sportclub“ hat Lewis Holtby über seine Beziehung zum HSV gesagt: „Ich habe vier krass emotionale Jahre hier erlebt. Hoch, runter, hoch, runter. Das habe ich bei keinem anderen Verein erlebt. Die Liebe der Fans, die Hartnäckigkeit, die Treue und Loyalität, und dann die letzten acht Spiele sportlich gesehen. Wie wir Fußball gespielt haben und die Leute das anerkannt haben. Ich identifiziere mich damit zu 100 Prozent, und deswegen war es für mich keine schwere Entscheidung, sofort meine Unterschrift zu setzen. Wenn du deine Unterschrift setzt, dann musst du diesen Verein zu 100 Prozent leben und alles daran setzen, dass er Erfolg hat. So ein Typ bin ich, und das möchte ich auch den jungen Spielern vermitteln.“ Vom neuen Zusammenhalt im Verein sagte Holtby: „Von oben nach unten ist ein klarer Fluss, Menschlichkeit und Kompetenz. Wir haben trotz dieses traurigen Abstiegs geschafft, dass der Verein zusammengewachsen ist. Auch wenn wir jetzt in der Zweite Liga spielen, sind die Stadien voll. Dieses Wir-Gefühl, das von oben vorgelebt wird, vom Klub, vom Trainerteam, menschliche Werte, das spürst du einfach.“ (Quelle: Mopo.de)

    • Meikel 3. September 2018 um 09:30 Uhr

      Und dann vergleiche man den Kasper Lewis Hastig mal mit einem Kevin Trapp und dem Empfang, den der am Samstag in Frankfurt bekommen hat. Ich habe mir das Spiel angeschaut und schon als er zum Warmmachen eingelaufen ist, hat das Stadion gebebt. Er kam sofort in die Fankurve und wurde empfangen, als wäre er nie weg gewesen. Ihm glaubt man dann auch, wenn er sich dabei aufs Herz klopft. Bei seinem Wechsel 2015 hat man sich damals größtenteils auch für ihn gefreut (und für die SGE natürlich auch, er hat damals ja ca. 9.5 Mio Ablöse gebracht). Er hatte eben auch immer seine Leistung gebracht, Beim HSV würde man ja sicherlich mit Kusshand sogar den SuperDidi zurücknehmen…

      • Saschas Alte Liebe 3. September 2018 um 19:34 Uhr

        Nicht so beim großen HSV. Im Winter noch das SturmJuwel der Rautenherzen, im Frühjahr/Sommer schon auf dem Weg als Verräter zum Pranger, als über einen Transfer nur spekuliert wurde.
        Aber, jetzt ist alles gut, alles wird gut, wie immer. Bis zum nächsten SündenFall, Sundenbock und heiligen Retter.
        Die allgegenwärtige kollektive Massenamnesie verhindert, dass diese Scheinweltillusionen hinterfragt werden (können).
        In dieser Scheinwelt sind Realität und Fakten nichts wert, spielen keine Rolle, da sie ganz einfach wegignoriert und -gehüpft werden können.
        Solche Illusionswelten funktionieren oft sehr lange im eigenen Space und können von außen nicht durch Argumente oder Fakten in Bedrängnis geraten, sondern nur durch den finalen Vollzug realer Sachzwänge.
        Womöglich wird es nicht wenige HSV Fans geben, die selbst einen Konkurs dieses Clubs noch zu ignorieren trachten werden.
        Sie sind nicht zu retten, sie wollen es auch garnicht.

    • Arnold 3. September 2018 um 09:44 Uhr

      Hab ich was verpasst oder was meint Harry mit „Hoch“ ??

      • Weltmeister. 4. September 2018 um 06:51 Uhr

        „Mütze hoch – Mütze runter“, vermutlich. Ansonsten kann ich mir auch keinen Reim drauf machen.

    • Stephanovic 3. September 2018 um 10:15 Uhr

      „Ich identifiziere mich damit zu 100 Prozent, und deswegen war es für mich keine schwere Entscheidung, sofort meine Unterschrift zu setzen.“
      Wie viele Angebote anderer Vereine lagen dir denn vor, hö?

  2. Bidriovo 3. September 2018 um 10:06 Uhr

    „Ich habe vier krass emotionale Jahre hier erlebt. Hoch, runter, hoch, runter….“ – Ich habe nur runter, immer weiter runter, ganz unten angekommen wahrgenommen. Oder meint Holtby mit „Hoch“, dass man nicht zweistellig gegen Bayern veloren hat oder Aubameyang nicht 8 Tore in einem Spiel gegen den HSV erzielt hat? Es war eine einzige Peinlichkeit nach der anderen, ganze „vier krass emotionale Jahre“ hintereinander. Danke Holtby dafür oder besser für nichts. „Ich identifiziere mich damit zu 100 Prozent, und deswegen war es für mich keine schwere Entscheidung, sofort meine Unterschrift zu setzen.“ Deswegen hat Holtby doch glatt für EIN ganzes Jahr verlängert. Alein wegen Aussagen wie dieser würde ich gerne sehen, was Holtby macht, wenn der HSV nicht aufsteigen sollte, was bei dem finanziellen Aufwand der für zweitligaverhältnisse betrieben wird, gar nicht möglich ist.

  3. Gravesen 3. September 2018 um 10:29 Uhr

    Der frühere Vorstandschef Heribert Bruchhagen hat seinem Nachfolger Bernd Hoffmann beim Hamburger SV Berechnung bei dessen Amtsübernahme vorgeworfen.

    „Bernd Hoffmann hatte einen Masterplan. Er wollte unbedingt zurückkehren und hat das dann sehr geschickt gemacht“, sagte Bruchhagen der Deutschen Presse-Agentur.
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    Er hat sich zum Präsidenten des eingetragenen Vereins wählen lassen und dann den neuen Aufsichtsrat der HSV Fußball AG zusammengestellt. Der hat ihn dann wiederum zum Vorstandsvorsitzenden bestimmt. Das war alles vorhersehbar, und es war auch immer klar: Wenn Bernd Hoffmann diesen Job haben will, dann kriegt er ihn auch.“

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    Stimmt!! Zum 100%. Als ich es frühzeitig geschrieben habe, bin ich an anderer Stelle dafür übelst bepöbelt worden.
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    „Wenn Spieler wie Lewis Holtby sagen, ‚Jetzt macht mir Fußball wieder Spaß‘, dann fällt einem dazu nichts mehr ein. Solche Spieler haben beim HSV drei bis vier Millionen Euro verdient, aber sie haben dem Beiersdorfer den Job gekostet, dem Gisdol den Job gekostet, dem Todt, dem Hollerbach und am Ende auch noch mir.“

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    Unabhängig davon, wem die Leistungen von Lewis Harry den Job gekostet haben, sind seine Aussagen einfach nur unfassbar und hohl ohne Ende. Aber für die Hüpfer reicht es.

    • Holger 3. September 2018 um 11:51 Uhr

      Hätten Bruchhagen oder Buyersdorfer auch nur ein Zehntel des Könnens, der Energie, der Durchtriebenheit
      (man könnte auch sagen „mit allen Wassern gewaschen“) und irgend einen Plan gehabt, wäre Hoffmann jetzt nicht
      in Amt und Würden und der HSV nicht in der 2.Liga!

      Hoffmann ist sicher kein „Netter“ und ein Machtmensch.

      Wenn Harry, der in seiner Amtszeit vor allem Eines gemacht, nämlich „Nichts!“ jetzt Hoffmann
      „Berechnung“ zum Vorwurf macht ist das lächerlich! Hoffmann ist der letzte Strohhalm, der überhaupt noch
      dazu berechtigt drüber nachzudenken, dass diese AG eine Minimalchance auf ein Fortbestehen hat.

      Ja, er hat Harry „weggetrickst“. Ich sage, gut so!

      • Gravesen 3. September 2018 um 12:22 Uhr

        Und ich sage: Scheiße!, weil es zu nichts anderem führt also zu: Weiter so! Das Einzige, wofür Hoffmann Strohhalm ist, ist Hoffmann selbst.

        • Ex-HSVer im Herzen 3. September 2018 um 20:06 Uhr

          Mir war das alles schon im Dezember klar. Hoffmann ist ein vorsätzlicher Lügner und Betrüger! Der Vereinsgelder veruntreut (Vostand einer Zweitligamannschaft mit Quasi-Insolvenz 700.000 Flocken? Mehr muss man nicht sagen). Aber es hat ja keiner einen Arsch in der Hose, dagegen juristisch vorzugehen.

  4. Volli 3. September 2018 um 12:39 Uhr

    Wo hat Hoffmann den Aufsichtsrat zusammengestellt? War der nicht schon vor seiner Wahl in Amt und Würden?

  5. Dubios 3. September 2018 um 14:42 Uhr

    Was hat denn das bitte mit Schweinebauern und Schraubenverkäufern zu tun?Das heisst alle aus diesen Berufszweigen sind so?

    • Gravesen 3. September 2018 um 15:02 Uhr

      Meine Fresse, heul doch. Schreib was zum Thema oder halt die Backen. Langsam reicht mir das dämliche Gejaule.

  6. Gravesen 3. September 2018 um 15:04 Uhr

    Felix Magath

    @Felix_Magath_
    Folge ich Du folgst @Felix_Magath_
    Morgen erscheint ein Buch über den #HSV, das ich persönlich sehr spannend finde: #DerAbstieg, geschrieben von @TobiasEscher und @JovanovDaniel, liest sich wie ein Krimi. Wer wissen will, was beim HSV über viele Jahre hinweg falsch gelaufen ist, der sollte dieses Buch lesen! FM

  7. Wormfood 3. September 2018 um 18:08 Uhr

    „Der Abstieg des Hamburger SV ist eine beispiellose Episode im deutschen Profifußball.“

    So beispiellos ist sie nicht. Vereine, die sich in sportlich guten Zeiten wirtschaftlich übernehmen und die Sanierung dann auf Kosten des sportlichen Niedergangs (auch aufgrund einer unfähigen sportlichen Führung) betreiben, gab es vorher schon. Ein Beispiel ist der 1. FC Köln, der bis Anfang der 90er regelmäßig international spielte und dann innerhalb weniger Jahre immer weiter abrutschte bis in den Fahrstuhl. Oder nehmen wir den 1. FC Kaiserslautern nach der überraschenden Meisterschaft vor 20 Jahren.

    Dazu fallen mir noch einige andere ehemalige Erstligisten ein, die tief in den Niederungen des Amateurfußballs verschwunden sind.

  8. Saschas Alte Liebe 4. September 2018 um 00:16 Uhr

    Kühne hat seine Anteile den anderen, kleineren Anteilseignern angeboten? Ist das neu ?
    Statt Gönnerfan nun der Deltafleisch, Presswurstfabrikant und Schweinequäler ?
    Wenn dann irgendwann Emirates entnervt aussteigt, könnte eine saftige Haxe auf Schockpinkbrust
    die Gegner schrecken.
    Das Ganze eingebettet in Illusionsblasen von blühenden Neugeburtslandschaften im engen HSV Familien Idyll säuselnd macht sich ermattet vom erfolgreichen Millionenschweren Transfergeschäften der neue Wunderspodi auf den Weg in den wohlverdienten Urlaub. „Damit ist man nie fertig…“
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    ich schon. Wieviele Tausend Ratenfans suhlen sich selig in dieser Schwarwaldklinik Scheinwelt!?
    „Selig die geistig Armen“ in neuer Bedeutung.
    Selbst als Satire ist das Ganze noch schlecht. Da fällt mir nix mehr ein.

  9. Weltmeister. 4. September 2018 um 07:02 Uhr

    Zum Blog / Buch:
    Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen. Versandbestätigung kam gestern. Ich hoffe, es liegt heute im Postkasten.

    Das Interview mit Bruchhagen habe ich mit gemischten Gefühlen gelesen. Es steckt viel Wahrheit drin. Was mich stört: Er gibt ausschließlich den Spielern die Schuld für den sportlichen Niedergang. Irgendwie ist das jedoch nur die halbe Wahrheit. Denn: Wer hat diesen Kader mit den stolpernden Schrottköppen denn zusammengestellt? Hm? Und wer hat den Club finanziell ruiniert, wahnwitzige Ablösesummen bezahlt und mittelmäßige Kicker mit Mondgehältern ausgestattet?!

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