Endlich Konsequenz

Sie machen das richtig, die Herren Hoffmann und Becker. Sie warten nicht, bis es noch später ist, sie handeln. Und sie handeln endlich mal nicht nach dem Motto „Wenn wir das machen, dann reißen uns die Fans das Stadion ab“, sondern sie handeln aus Überzeugung. Lustig finde ich bei dieser Gelegenheit übrigens, wie schnell (wieder einmal) die „Titz News and friends-Medien“ es schaffen, die Pferde mitten im Galopp zu wechseln. Während vorgestern noch der Untergang des Abendlandes prophezeit wurde, für den Fall, dass man den Wundertrainer entlassen würde, so fordern heute die exakt gleichen Journalisten-Simulanten eine faire Chance für Hannes Wolf und plötzlich sehen sie sogar den einen oder anderen Makel in der Arbeit von Big Titz. Warum? Nun, auch bei den sogenannten Fans dreht sich der Wind und da möchte man als Bezahl-Medium doch bitte auf der richtigen Seite stehen, oder?

Ebenso richtig wie die Demission von Titz ist der Umgang des Sportvorstandes mit Möchtegern-Talent Flöte Arp. Zur Erinnerung: Dieser fühlte sich innerhalb weniger Wochen das zweite Mal bemüssigt, seine Meinung via Instagram zu verkünden und das zweite Mal schoss er klar am Ziel vorbei. Wenn man in Hamburg Hundertschaften der Polizei im Stadtbild sieht, wenn die Behörden ein Spiel zum Hochsicherheitsspiel deklarieren und massive Ausschreitungen befürchten und dann ein Spieler auf seinem Account „Fuck St. Pauli“ postet, dann ist das nicht nur verantwortungslos, es ist schlicht dämlich und verblödet. Nun den Unmut über eine Entscheidung seiner Vorgesetzten in die Welt zu husten, ist es ebenso.

Der Denkzettel saß. Und die HSV-Oberen hoffen, dass Arp verstanden hat. Noch bevor der Angreifer zum ersten Training unter Hannes Wolf antrat, wurden ihm von Becker die Leviten gelesen. Weil Arp mit seinem Instagram-Post zum Trainerwechsel (drei unterschiedliche und wenig erfreute Smileys) bereits zum zweiten Mal über die Stränge schlug. Schon vor dem Derby gegen St. Pauli hatte das Talent für Aufsehen gesorgt, als auf seinem Account ein Profilbild mit der Aufschrift „Fuck FCSP“ erschien. Schon das fand Becker nicht lustig.

Nun bat der Sportvorstand Fiete erneut zum Gespräch – und soll ihm eindringlich ins Gewissen geredet haben. Die klare Aufforderung: Arp solle sich künftig genauer überlegen, was er postet – und seinen Fokus wieder deutlich klarer auf den Platz richten. Der 18-Jährige soll sich einsichtig gezeigt und mehrfach entschuldigt haben

(Quelle: https://www.mopo.de/sport/hsv/nach-kritik-an-titz-entlassung-denkzettel–arp-muss-beim-hsv-blechen-31488836)

Richtig so, Herr Becker. Und ich hoffe, in Zukunft wird grundsätzlich in dieser Art und Weise verfahren. Arp aber, der sich wohl schon irgendwie in der Champions League sah, sollte sich überlegen, was er tut. Macht er so weiter, kommunikativ und sportlich, wird sein Weg eher nach Mannheim als nach München führen.

Von | 2018-10-25T08:25:23+02:00 25. Oktober 2018|Allgemein|56 Kommentare

56 Comments

  1. Sascha Alte Liebe 25. Oktober 2018 um 08:51 Uhr

    Zu spät aber richtig und konsequent gehandelt. ich hatte schon befürchtet, Hoffmann würde sich den Oberlehrer als Sündenbock aufsparen, vorher selbst verbrennen lassen. Gut, mal positiv überrascht zu werden.
    Arps rudimentäres Instagram Geplapper hat leider – nicht zuletzt den Spielern – auch gezeigt: fasel ich dummes Zeug, geschieht noch nichts, es gibt eine Ermahnung, wiederhole ich das (eigentlich eine Frechheit!), wird „ein ernstes Wort“ geredet… ich entschuldige mich, nix schlimmes passiert.
    Botschaft an andere: locker bleiben, erst beim dritten Vergehen drohen Konsequenzen.
    ich hätte ihn beim ersten mal aussortiert für ein paar Spiele, und für ein deutliches Zeichen an all die anderen Jungs.
    Diese Generation überbewerteter, überbezahlter gehypeter Buben lechzt nach Grenzen und Oriemtierung, nach klaren Vorgaben und Bodenhaftung.
    Dazu sind sie selbst nicht in der Lage.

    • BerndH60 25. Oktober 2018 um 09:56 Uhr

      „Botschaft an andere: locker bleiben, erst beim dritten Vergehen drohen Konsequenzen.“

      Da muss ich dir widersprechen. Ich glaube das Arp nur durch die besondere Situation Trainerwechsel noch mal mit dem blauen Auge davon kam.
      Zum jetzigen Zeitpunkt, da Wolf sowieso das Handicap des „ungewollten“ Kaders am Hacken hat, wäre es kontraproduktiv jemanden durch den Sportvorstand zu suspendieren.
      Wolf hat den Spieler jetzt doch ganz am Haken, „Reiss dir den Allerwertesten auf oder du sitzt auf der Tribüne“.
      Wenn Wolf das richtig anpackt und einen Draht zum Spieler findet, d.h. Graves Aussage „wird sein Weg eher nach Mannheim als nach München führen“ deutlich macht, und Arp sein unzweifelhaftes Talent abruft könnte Arp derjenige werden, über den der Wiederaufstieg läuft.

      „Diese Generation überbewerteter, überbezahlter gehypeter Buben lechzt nach Grenzen und Oriemtierung, nach klaren Vorgaben und Bodenhaftung.
      Dazu sind sie selbst nicht in der Lage.“
      Auch ohne jemals überbezahlt gewesen zu sein fanden „Bodenhaftung, Grenzen und Orientierung“ bei mir auch erst mit Mitte 20 Eingang in mein Leben. 😉
      Ich habe mal in einem Film das herrliche Zitat gehört:
      „Jugend ist der einzig verzeihliche Fehler, da er automatisch verschwindet.“

      • Sascha Alte Liebe 25. Oktober 2018 um 14:12 Uhr

        „Wolf hat den Spieler jetzt doch ganz am Haken,…“
        ———
        Ja, jetzt, nach dem zweiten dämlichen Fettnapf; und auch nur, wenn er der einzige bleibt.
        Käme noch etwas von z.B. Holtby, Hunt oder gar Pollersbeck, gerät Becker in Autoritätsschwierigkeiten.
        Das wäre nicht so ganz unrealistisch. Immerhin dürfen gerade die Titzschen „Schlüsselspieler“ sich ihrer Rolle nicht mehr so sicher sein.
        Mit einem Autoritätsthema und interner Disziplinierung wäre der Ball und auch erhöhter Erfolgsdruck in Beckers bzw. Wolfs Feld, es würde womöglich von einer Aussortierung aus sportlichen Leistungsgründen weglenken.
        _————————-
        Mitte Zwanzig ohneÜberbewertung im Leben angekommen, das ist doch völlig in Ordnung. Wieviele dieser angeblichen und wirklichen (Möchtegern)Jungstars kommen überhaupt mal an? und dann – wo ?! Schau Dir Lewis Holtby an…
        (wie nannte Spahic diese ewigen Buben noch?)

  2. Kevin allein in Hamburg 25. Oktober 2018 um 09:17 Uhr

    Okay Herr Becker.
    Und wann kommt die Ansage an Sakai, Hunt und Holtby und natürlich lasogga ??

  3. Sascha Alte Liebe 25. Oktober 2018 um 09:40 Uhr

    Auch die Mehrheit heutiger Abiturienten drängt sich ungefragt und lauthals impertinent in den Vordergrund, um möglichst offensichtlich zu demonstrieren, wessen sie alles nicht fähig sei. Damit bietet sie zuhauf Futter für die Diagnose über sie, die Generation doof zu sein.
    Ein Abi ist längst kein Qualitätsmerkmal mehr. Für diese braven pflichterfüllenden Scheinstreber ohne wirkliche Substanz beginnt das richtige Leben meist erst nach der Schule oder Uni, wenn es für die Entwicklung von Eigenständigkeit und charakterlicher Reifung oftmals zu spät schon ist.
    Sie haben es und sind dann folglich einfach zu leicht.

  4. Kevin allein in Hamburg 25. Oktober 2018 um 09:47 Uhr

    In der Süddeutschen Zeitung steht heute ein interessanter Artikel zum Trainer Wechsel des HSV.

    • Hein Blöd 25. Oktober 2018 um 09:58 Uhr

      Ich frag mich sowieso schon immer wieso ich mir als Druckerzeugnis immer noch
      ausgerechnet das Abendblatt kaufe.

      • Sascha Alte Liebe 25. Oktober 2018 um 10:32 Uhr

        Eine durchaus sehr begründete Frage

    • Keynes 25. Oktober 2018 um 13:34 Uhr

      Der Artikel in der Sueddeutschen ist in der Tat sehr unterhaltsam und treffend: https://www.sueddeutsche.de/sport/hamburger-sv-die-hannes-wolf-loesung-strahlt-eine-gewisse-laessigkeit-aus-1.4182095

      Der Schlussabsatz ist der beste Teil:
      „Es wird sich zeigen müssen, wer stärker ist: Wolf – oder der HSV, der dem Trainer eine schwierige und stilistisch verwirrte Elf vorsetzt. Der naive Ballbesitzfußball des Trainers Titz, davor die Rustikaldefensive des Trainers Hollerbach, davor die etwas eindimensionale Umschalt-Idee des Trainers Gisdol – diese Elf hat erfolglos alle Stilformen durch, und so scheint erst mal nur eines sicher zu sein: Dass der Spieler Lewis Holtby, obwohl Titz-Sympathisant, demnächst ein Interview geben und den neuen Trainer loben wird. Wolf sollte sich dann nichts drauf einbilden. Das macht Holtby immer so.“

      • Saschas Alte Liebe 25. Oktober 2018 um 19:37 Uhr

        Nicht nur Holtby. Nebenan hat der Wind auch schon die Richtung gewechselt…💨

  5. Ex-HSVer im Herzen 25. Oktober 2018 um 11:17 Uhr

    Wolf muss morgen nur gewinnen und schon spricht keiner dieser armseligen Würste mehr von Titz. The walk of Life.

    Zu Arp: wie niedlich… die Leviten gelesen… verzogene Bubis muss man spürbar bestrafen, wo es am meisten weh tut und nicht nur „Du, Du, Du“ sagen. 6 Monate Posting-Verbot in Bezug auf seinen Arbeitgeber und Straftraining bis Weihnachten. Das würde minimal helfen.

  6. Jockel 25. Oktober 2018 um 12:46 Uhr

    Ja war scheisse von Arp. Hat ne Ansage bekommen und gut ist.

    Viel wichtiger ist, dass der seine PS mal auf die Straße bringt.

  7. Dennis61 25. Oktober 2018 um 17:27 Uhr

    Hannes Wolf: „Der Respekt vor dem Gegner ist zu 100 Prozent da. Es wird nicht nur reichen zu sagen „Wir sind der HSV“. Wir müssen die Liga und den Gegner respektieren. Davon sind wir weit von entfernt. Wir haben aber die Überzeugung, dass wir diese Aufgabe lösen können.“

    Ich kann es nicht fassen. Ein Hauch von Demut weht durch den Volkspark…

  8. Geier 25. Oktober 2018 um 17:56 Uhr

    O-Ton Jens Härtel, Trainer Magdeburg:
    „Bei Ex-Coach Christian Titz wussten wir genau, was uns erwartet hätte. Die ganze Analyse ist nun für die Tonne“
    😀

    • Weltmeister. 25. Oktober 2018 um 21:50 Uhr

      Sagt mehr als tausend Worte!

  9. Saschas Alte Liebe 25. Oktober 2018 um 18:40 Uhr

    Der Kader ist wie der von Titz, soweit ich das erkennen kann. Keine Degradierungen, keine Sofortbeförderung.
    Das war auch nicht anders zu erwarten.
    Die Frage wird sein, ob etwas von „mentaler Schärfe“ und dem „100%igen Ernstnehmen des Gegners“ erkennbar wird,
    sowie der „Bereitschaft in die Räume zu laufen“.

  10. Frank 25. Oktober 2018 um 19:46 Uhr

    Glückwunsch zu Hannes Wolf.

  11. Georgios 25. Oktober 2018 um 20:05 Uhr

    Aber eine frage haben wir uns noch nicht gestellt , wer ist der nächste Trainer , lohnt es sich beim Jobcenter eine hotline einzurichten für den Verein .
    Oder noch besser wir nehmen alle joblosen Trainer unter Vertrag und rotieren mehrmals in der Saison den Spielern scheint es ja nichts auszumachen .
    Grinse Titz und seinen buddy Lewis das duracell männchen vlt als pausen kasper für die belustigung der Nordkurve .

    Ein angemehmes weekend

    Nicht Nur der HSV

    • Saschas Alte Liebe 25. Oktober 2018 um 20:19 Uhr

      😂🤣
      Deine ideenreiche Innovationskraft mag man dem HSV wünschen.

  12. Wormfood 25. Oktober 2018 um 20:17 Uhr

    Lukas Podolski, der 2004 mit dem FC abgestiegen war, hatte als 19jähriger in der Zweitligasaison 2004/05 nach 10 Spieltagen bereits neun Tore und drei Vorlagen vorzuweisen.

    Welttalent Fiete Arp kommt auf einen Assist gegen Heidenheim.

  13. Saschas Alte Liebe 25. Oktober 2018 um 20:57 Uhr

    Jetzt auf rtl nitro free TV, (hoffentlich) guter Fußball: Euroleague SGE – Limassol

  14. Weltmeister. 25. Oktober 2018 um 21:57 Uhr

    <<<
    Hannes Wolf: „Der Respekt vor dem Gegner ist zu 100 Prozent da. Es wird nicht nur reichen zu sagen „Wir sind der HSV“. Wir müssen die Liga und den Gegner respektieren. Davon sind wir weit von entfernt. Wir haben aber die Überzeugung, dass wir diese Aufgabe lösen können.“
    <<<

    Grave, bist du das oder spricht so tatsächlich der neue HSV-Trainer? 😀

    Wir sind in den letzten Jahren vielen Gauklern auf den Leim gegangen. Dieses Mal fühlt es sich irgendwie „anders“ an. Es ist noch sehr früh, aber es ist so, als sei der Schamane tot und der Fluch der Jahre lang über dem Volkspark lag verzieht sich nun schrittweise. 😳

  15. ehemals22B 25. Oktober 2018 um 22:38 Uhr

    Leute, seid doch nicht so blauäugig bitte. Ja, eventuell sondert der neue Trainer nicht die üblichen Floskeln ab, sondern vermittelt einen Hauch von Demut.
    Aber man sollte doch einfach nach ein paar Spielen bewerten, ob sich etwas verbessert hat.

    Ansonsten ist das genau dieselbe versuchte Manipulation wie das Geseier von „großer Club“ und „Potential“, nur diesmal andersrum.

    Taten, und nicht Worte zählen.

    Und ich verweise auf den Artikel, der hier vorgestern eingestellt wurde aus der SZ. Tenor: neuer Trainer ist ziemlich stur, und in der Krise fiel ihm auch nicht viel neues ein.

    Also erstmal abwarten.

    • Dennis61 26. Oktober 2018 um 09:13 Uhr

      Moin! Ich fühle mich jetzt einfach mal angesprochen. Natürlich darf nach all den Jahren des Niedergangs niemand durchdrehen und alles an diesem neuen Mann festmachen. Ich bin erwachsen und weise genug zu wissen, dass sich bis hierhin noch gar nichts geändert hat. ALLERDINGS, und das ist meine feste Überzeugung (auch im „echten“ Leben), musst Du den Fokus und das Fundament richtig setzen. Damit beginnt jede Reise. Und wenn diese Worte wirklich Hannes Wolfs Überzeugung widerspiegeln, dann macht mich das für den Beginn schon ein ganz kleines bisschen zuversichtlich. Du sagst, er erzählt das Gegenteil von „großer Club“ und „geile Stadt“. Und genau das ist der Punkt. Endlich mal nicht die hohlen „Raute im sonstwo“-Floskeln, sondern „Ball flachhalten“, „ackern“ und „Gegner ernstnehmen“. So und nur so kann der Erfolg zurückkommen. Frag mal die „83er“!

      • Wenzel 26. Oktober 2018 um 19:56 Uhr

        “ Endlich mal nicht die hohlen „Raute im sonstwo“-Floskeln, sondern „Ball flachhalten“, „ackern“ und „Gegner ernstnehmen“. So und nur so kann der Erfolg zurückkommen. Frag mal die „83er“ “
        ____________

        Was genau unterscheidet denn die „Raute im sonstwo“-Floskel von den Floskeln „Ball flachhalten“/„ackern“/„Gegner ernstnehmen“???
        Oder sind letzgenannte nur unterschwellig geniale Mentalworthülsen?

        • Dennis61 26. Oktober 2018 um 23:17 Uhr

          Ich verstehe Deine Frage nicht. Die einen Aussagen suggerieren, dass man nichts für seinen Erfolg tun muss, weil es der superobergeile Verein ist und die anderen Bemerkungen stellen fest, dass man was tun muss um irgendwas zu werden. Ich weiß nicht wie es Dir geht, doch ich sehe da einen himmelweiten Unterschied.

          • Wenzel 27. Oktober 2018 um 11:40 Uhr

            Es ging mir dabei lediglich darum, daß sowohl das eine, als auch das andere nichts Anderes als Floskeln sind.
            Zigtausendfach nach dem Spiel ins Mikro gestöhnt, der Presse hingerotzt, Floskeln halt.

            Die Ansprache an die Spieler ist hoffentlich konkreter, sonst winken die gleich ab „kenn‘ ich schon, hatten wir schon“.
            Das ist aber kein spezifisches H$V-Problem, sondern zieht sich durch die gesamte Sportart/durch den gesamten Sport.

  16. Weltmeister. 26. Oktober 2018 um 06:51 Uhr

    Ich bin keineswegs blauäugig. Ich freue mich schlicht und ergreifend darüber, dass es nach etlichen Jahren jemanden gibt, der nicht direkt die HSV-typischen grosskotzigen Töne anstimmt und wie üblich sagt „datt wird schon, wir sind doch schließlich der große HSV!“.
    Nein, denn „groß“ oder „schön“ ist man nämlich nicht. Schon lange nicht mehr.

    Mir gefällt also bisher lediglich der gesunde und realistische Ton, den die meisten von uns in den letzten Jahren vermisst haben dürften. Zumindest was das angeht, passt es. – Und das ist gänzlich neu.

    Gewisse Parallelen zum VFB bestehen. Zumindest diese: Auch dort übernahm Wolf einen ähnlich bunten Haufen, an dem zuvor die Herren Veh, Stevens, Zorninger, Kramny und Luhukay herumgedoktert hatten.
    Die Situation in Hamburg ist individuell betrachtet eine andere. Aber Wolf hat zumindest schon einmal eine ähnliche Aufgabe mit seinem Stil gelöst.

    Ob das auch beim HSV klappt und alles Weitere wird sich zeigen. Insbesondere ob die Entscheidung des Vorstandes / Sportchefs tatsächlich klug war auf einen „Frischling“ zu setzen, statt auf einen erfahrenen Trainer.
    (Wobei mir bei der Auswahl der aktuell verfügbaren deutschsprachigen Trainer kein extrem starker Typ auffällt. Somit halte ich die Entscheidung pro Wolf für nachvollziehbar.)

    Ich wünsche Wolf erst einmal viel Glück und die Kraft diesen „Haufen“ auf Vordermann zu bringen. Das alleine schon wird nicht leicht.

    • Benno 26. Oktober 2018 um 09:30 Uhr

      Ich wünsche dem neuen Trainer auch viel Glück und ich bin froh, dass diesmal recht zackig gehandelt wurde.
      Leider haben sich die Erfahrungen der letzten Jahre so eingebrannt das ich nur recht wenig optimistisch bin.
      Aus einem alten Ackergaul machst Du nicht von heute auf morgen wieder n Springpferd, und aus einem Sakai halt auch niemals einen Fussballer.
      Aber mal abwarten. Es besteht die Hoffnung, dass dieser Trainer, mit seinem zarten Alter, zwei gesunde Augen hat und schnell erkennen wird, wer von den Millionären sein Geld wert ist und was drauf hat. Wenn alles normal läuft spielen wir spätestens nach dem Köln-Spiel mit einer anderen Truppe als jetzt gegen Magdeburg. ich rechne übrigens nicht mit nem Sieg heute, selbst ein Unentschieden wird schwer zu holen sein. Denke die Verunsicherung aufgrund des neuen „Systems“ (Poller wieder weiter nach hinten und kein hin und hergeschiebe) wird zu groß sein. Mein Gefühl sagt mir das heute ein individueller Fehler eines Abwehrspielers mit einem Gegentor bestraft wird. Aber lassen wir uns überraschen.

      Was die Floskeln angeht: Ehrlich gesagt bin ich Titz am Anfang auch etwas auf den Leim gegangen. Denn als er kam klang das doch auch alles recht realistisch, was er so von sich gegeben hat. Kein großer Unterschied zu dem was Wolf so von sich gegeben hat. Aber ich mag mich irren.

      Als dann, viel Erfolg Herr Wolf. Mögen sie zum Ende der Saison noch Trainer sein! Andernfalls können sie ein Jahr lang entspannt Urlaub machen und Geld ausgeben. Auch nicht schlecht 🙂

  17. Volli 26. Oktober 2018 um 07:53 Uhr

    Da hat der liebe Felix ja wieder einen rausgehauen! 😉

    • Gravesen 26. Oktober 2018 um 08:04 Uhr

      Jedem steht es frei, seine Meinung zu äußern. Ich denke jedoch, Magath muss aufpassen, dass er nicht in Verdacht gerät, grundsätzlich alles zu kritisieren. Wenn man einen Trainer bereits vor seinem ersten Spiel anzweifelt, weiß ich nicht, was das soll.

      • Volli 26. Oktober 2018 um 08:20 Uhr

        So seh ich das auch! Man bekommt das Gefühl, daß er selbst ambitioniert ist. Reine Stimmungsmache gegen die Verantwortlichen. Seine Reaktion hat wohl nichts mit Wolf zu tun. Ein erfahrener Trainer wäre wahrscheinlich zu erfahren gewesen😉

        • Benno 26. Oktober 2018 um 09:21 Uhr

          Solange es nicht er selbst gewesen wäre 😉

      • Dennis61 26. Oktober 2018 um 09:41 Uhr

        Ich verstehe auch sachlich nicht was Magath da sagt. Dieser Vergleich mit der Herz-OP hinkt meines Erachtens doch gewaltig. Hannes Wolf hat bereits den Nachweis erbracht einen Absteiger und „großen“ Club wieder in die erste Liga zu führen. Das und nur das hat doch offentsichtlich momentan Priorität. Ich schätze Felix Magaths Meinung und erkenne seine vielen Erfolge an, doch kann es sein, dass da mittlerweile Eitelkeiten eine größere Rolle spielen? Weder wird er als Trainer engagiert, noch als Investor dazugeholt. Das könnte schon an ihm nagen…

      • Weltmeister. 26. Oktober 2018 um 10:10 Uhr

        @ Grave
        Treffend formuliert, danke!

        Selbst wenn Magath oftmals richtig lag: Er sollte ein wenig aufpassen nicht als „Dauernörgler“ wahrgenommen und abgestempelt zu werden. Es würde ihm daher gut zu Gesicht stehen, wenn er zumindest zeitweise einen gesunden Mix aus positiver und negativer Kritik findet. In diesem Fall: Zumindest die Tatsache, dass Sportchef und Vorstand mit der Entlassung von Titz in den letzten Tagen schnell und gut vorbereitet gehandelt haben, hätte Magath gerne wohlwollend in seinen Äußerungen anerkennen können.

  18. Kevin allein in Hamburg 26. Oktober 2018 um 09:23 Uhr

    Guten Morgen,

    wenn ich ehrlich bin freue ich auf das Spiel Heute Abend und werde es mir auf jeden Fall auf Sky ansehen.
    Warum weiß ich eigentlich nicht genau…….

    Aber nach dieser Aussage vom neuen Trainer, die realistisch klingt und ist, da ist man leicht verwirrt und irritiert.
    Kann es sein, das nun doch einmal nach gefühlten Hunderten von Jahren so irgend etwas wie Realität im Volkspark einzieht.
    Und wenn diese Realität tatsächlich in Form von Aussortierung der Spieler Sakai, Hunt und Forrest Holtby aussieht, dann habe ich keine Angst mehr 😀😀😀😀😀.

  19. Libero 26. Oktober 2018 um 09:24 Uhr

    Obwohl der HSV heute haushoher Favorit ist ( keine Auswärtsniederlage, Magdeburg noch kein Heimsieg), wird das eine verdammt enge Kiste.
    Magdeburg wird kämpfen bis zum Umfallen, Leidenschaft, Kampf und allerhöchste Laufbereitschaft wird man dem HSV entgegensetzen.
    Die Spieler, die beim HSV die letzten Wochen gekickt haben, können und werden diesbezüglich nicht mithalten können/wollen.
    Wenn Wolf glaubt, die charakterlosen Spieler Hunt und Holtby, allein durch seine Ansprache heiß machen zu können, irrt er gewaltig.
    Ich halte es für einen großen Fehler und ein schlechtes Signal an die anderen 21 Spieler im Kader, wenn alles so bleibt, wie bisher.
    Sollten die Spiele heute und zu Hause gegen Köln nicht gewonnen werden (also höchstens 2 Punkte), wird es für den Vorstand und auch Wolf höchst ungemütlich.
    Ich wünsche Wolf die Kraft und den Willen, die looser rauszuschmeißen und ähnlich wie Dortmund mit einer komplett neuen, jungen Truppe die Liga zu rocken.

    • Benno 26. Oktober 2018 um 09:31 Uhr

      Chapeau! Man hätte es nicht besser schreiben können! 100% Zustimmung

  20. BerndH60 26. Oktober 2018 um 09:34 Uhr

    „Sollten die Spiele heute und zu Hause gegen Köln nicht gewonnen werden (also höchstens 2 Punkte), wird es für den Vorstand und auch Wolf höchst ungemütlich.
    Ich wünsche Wolf die Kraft und den Willen, die looser rauszuschmeißen und ähnlich wie Dortmund mit einer komplett neuen, jungen Truppe die Liga zu rocken.“

    Du siehst aber schon ein, dass Satz 2 in vollem Umfang Satz 1 widerspricht?!
    Kein Hoffmann und kein Becker hätte sich für all die in diesem Blog geäußerten Kritikpunkte interessiert, hätte der HSV von Spieltag 1 bis 34 auf einem Aufstiegsplatz befunden.
    Aus Sicht des Vorstands, und nur der ist als Arbeitgeber für Wolf maßgebend, interessiert nur der direkte Wiederaufstieg. Alles Andere ist pures Wunschdenken und kommt eventuell, vielleicht, gegebenenfalls zum Tragen, wenn der Aufstieg nicht mehr zu schaffen ist.