Die Wahl der Qual

Am 19. Januar 2019 erfolgt nun also der Showdown, also der gefühlte 253. Showdown für den HSV oder genauer, für den HSV e.V. An diesem Tag soll im Zuge der Mitgliederversammlung der Nachfolger von Bernd Hoffmann als neuer Präsident des eingetragenen Vereins, der mit mehr als 75,1% immer noch die Mehrheit der AG-Anteile hält, gewählt werden. Zahllose Bewerber rennen zur Zeit dem Beirat die Türen ein, dabei soll es sich um so „wohlklingende“ und altbekannte Namen wie Jürgen Hunke, Rainer Ferslev, Peter Gottschalk, Marcell Jansen, Heinrich Höper, Katrin Sattelmair, Ralf Hartmann und mindestens 8 weitere Vereinsmeier handeln, die plötzlich und unerwartet Bock auf Eishockey, Darts und Curling haben, wer hätte das gedacht?

Der Beirat offenbar nicht, denn der will der Flut der Präsidentschaftskandidaten nun einen Riegel vorschieben und im Januar maximal 5 Bewerber in die Bütt lassen. Nun quält mich auf der Stelle folgende Frage: Nach welchen Kriterien will der Beirat denn da sieben? Wie wollen die Herren Wendt, Ehlers, Mackerodt, Esselsgroth und Voigt denn entscheiden, dass ein Hartmann sich zur Wahl stellen darf, ein Höper aber nicht? Wie sollte die Begründung lauten, wenn man einen Jansen ablehnt, aber Jürgen Hunke dürfte? Ich finde das spannend und habe mir mal Gedanken über die Auswahlkriterien gemacht.

Also, Grundvoraussetzung ist natürlich die Mitgliedschaft, die habe die Freunde mit Sicherheit alle. Alle sind volljährig und zumindest offiziell im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten. Also, wonach geht es? Muss man die Anzahl der in den letzten 4 Jahren besuchten Heimspiele belegen oder vielleicht die Läufer beim „Fest der 1000 Zwerge“ in der richtigen Reihenfolge auswendig aufsagen können? Was könnte ein Ferslev als Präsident des e.V. besser oder schlechter als eine Frau Sattelmair? Oder wollen die Herren Beirat tatsächlich aufs Ganze gehen und die tatsächlichen Motive eines jeden für ein unbezahltes Ehrenamt eruieren? Feel Spaß dabei.

Ich für meinen Teil finde die Liste des Grauens ja noch zu kurz, mir fallen spontan noch ganz andere Top-Kandidaten ein, die dafür sorgen könnten, dass endlich wieder das gewohnte Chaos im Verein ausbricht. Als da wären…

Carl-Edgar Jarchow. Der Schweber ist ein echter HSVer, daran besteht überhaupt kein Zweifel. Hinzu kommt, der ehemaligen „Vorstand Fans und Gräben“ ist multitasking-fähig und er hat bewiesen, dass er zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen in der Lage ist. Denn bevor ihm damals die goldene Schaufel für seine Verdienste in und um den Verein verliehen wurde, gelang es ihm in einem Anfall von Heldenmut, die Gräben zwischen den Fans zuzuschütten und gleichzeitig und in einem Arbeitsgang das Grab für den Verein aus zu heben. Das macht ihm so schnell keiner nach. #ProSchweber

Oliver Scheel. Der bekennende Jurist mit der Attitüde eines insolventen Bestattungsunternehmers kennt den Verein wie die Westentasche seines um zwei Nummern zu großen Anzugs. Außerdem sollte man seine Zweitbestimmung nicht unterschätzen, die Bedeutung des HSV-Friedhofs wird oft genug verkannt. #ProOlli

Ralf Bednarek. Ebenfalls Jurist und ehemaliger „mächtiger SC-Boss“. Grizzly Adams Bednarek hat sich zuletzt außerordentlich rar gemacht und das aktuelles Foto von ihm könnt ihr hier sehen. Dennoch – er wäre ein Mann für die Zukunft und sei es nur die Zukunft des HSV-Friedhofs. #ProBigfoot

Klaus-Michael Kühne. Das wäre der Hammer, Klau-Mi will es wissen. Und das Beste, er wäre auf einen Schlag der Eigner von knapp 97% der AG-Anteile. Kühne könnte sofort den Aufsichtsrat auflösen, Hoffmann rausschmeißen und sich selbst nicht zum Vorstandsvorsitzenden, sondern zum HSV-König krönen lassen. König Klaus-Michael I. Das Ganze in einer atemberaubenden Zeremonie im Stadion, welches dann nicht mehr Volksparkstadion, sondern „König KlauMi sein Schloss-Stadion“ heißen könnten. #ProKlauMi

Frank Wettstein. Der noch amtierende Finanzvorstand hat ja nun demnächst viel mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben und irgendwie hat er sich ja auch in den Verein verliebt. Außerdem hätte Frankie im Falle einer Wahl die einmalige Chance, nach der Fußball AG auch den e.V. in Schutt und Asche zu legen, welche eine Herausforderung. #ProWetzstein

Felix Magath. Die 83er-Legende wäre der Mann für eine Allein-Regentschaft. Saddam würde im Falle einer Wahl nicht nur den Aufsichtsrat auflösen, den Vorstand entlassen und Trainer Wolf zum Teufel schicken. Er würde mit sofortiger Wirkung alles allein machen. Präsident, Aufsichtsrat, Vorstandsvorsitzender, Sportchef, Trainer und Elfmeter-Schütze. Darüberhinaus würde Magath Kühne mit Hilfe externer Geldgeber auszahlen, alleiniger Investor werden, die Fußball AG auflösen und die Schach-Abteilung professionalisieren. Muss man nicht mögen, würde aber Sinn machen #ProQuälix

Bernd Hoffmann. Die Rolle Rückwärts 2019. Hoffmann gibt den Vorsitz der Fußball AG auf, kandidiert als Präsident des e.V. Wird gewählt, wird Aufsichtsratsvorsitzender und beschließt den Verkauf zusätzlicher AG-Anteile. Dann handelt er als Aufsichtsrat einen neuen Rekordvertrag für den Vorstandsvorsitzenden aus, ein Posten, den er nur 17 Tage später selbst erneut einnimmt. Einfach genial. #ProBernie

Dieter Matz. Vom frustrierten Blogger zum infiltrierten Legendenbetreuer zum Präsidenten, es liest sich wie das Märchen vom Tellerwäscher zum Buchautoren. Matz könnte bei seiner Kandidatur damit punkten, dass er jedem, der ihn wählt, eines von seinen Tausenden unverkauften Büchern („Matz Ab“) handsigniert überreichen würde, ein echtes Pfund. Ansonsten spricht nicht viel für „the frisur“, er kann ja nicht mal richtig sprechen #ProEuropapokal

(Kleiner Hinweis für Freaks: Matz belegt mit seinem Bestseller aktuell Platz 176.000 bei Amazon, noch hinter dem HSV-Mutmachbuch. Das ist kein Witz)

Vielleicht habt ihr ja noch Idee für weitere Kandidaten. Wenn ja, lasst es mich wissen.

Alter, ist das spannend. Ich glaube, ich trete doch wieder ein 😀

 

Von | 2018-11-16T07:45:02+01:00 16. November 2018|Allgemein|21 Kommentare

21 Comments

  1. Benno 16. November 2018 um 08:00 Uhr

    Ich könnte mir HSV-Klösschen ganz gut vorstellen. Ein Mann des Volkes!

  2. Gravesen 16. November 2018 um 08:01 Uhr

    Dann müsste der Aufsichtsrat für seine Sitzungen immer einen größeren Raum mieten. Abgelehnt. Der Verein muss sparen.

  3. Frank 16. November 2018 um 08:20 Uhr

    Was wäre mit Didi B.

  4. Gravesen 16. November 2018 um 08:24 Uhr

    Ich hatte kurz darüber nachgedacht, aber erschien mir dann doch zu krank.

  5. Matthias 16. November 2018 um 08:29 Uhr

    Habe den letzten Satz beinahe falsch gelesen. Irgendwie wollte mein Kopf die beiden letzten Wörter streichen und durch ein „an“ ersetzen.

    • Gravesen 16. November 2018 um 08:33 Uhr

      Eher friert die Hölle zu 😀

  6. Gravesen 16. November 2018 um 08:37 Uhr

    Genau 🙂 Vor allem als Nicht-Mitglied

  7. Saschas Alte Liebe 16. November 2018 um 08:58 Uhr

    ich würde angesichts mangelnder transparenter Auswahlkriterien auch einen ganz anderen Kandidaten in Betracht ziehen, einen, den es real garnicht gibt, irgendwie aber doch so real wirkt, dass er real sein könnte. Das käme der HSV eigenen Wahrnehmungswelt nahe.
    Eine Kunstfigur also wie der HSV, die von der Realität nicht unterscheidbar ist, und eine volksnahe: Ditsche.
    Eine wirkliche Integrationsfigur, eine Identifikationsfigur mit Rautenherz im Bademantel. (Baden gehen ist schließlich zentrales Thema beim HSV)
    Dargestellt von Olli Dittrich verkörpert er doch Vieles, das einen HSVer ausmacht. Angesichts klammer Kassen und fehlender Fannähe wäre er in der Lage dem ehemals großen Verein wieder viel der Sehnsucht nach guter alter Zeit, bescheidenem Umgangs- und Ausstattungsstil und Erdung zurückzugeben. Selbstredend „residierte“ er am Eppendorfer Weg.
    Einer, der den wahren HSVer versteht, seine Sprache spricht und dessen ureigensten Charakter verkörpert, gleichzeitig sich auch Zeit für identitäre philosophische Betrachtungen der Welt im Allgemeinen und des HSV im Besonderen nimmt.
    Daneben würden auf der einen Seite gut der nüchterne Ingo und auf der anderen natürlich Schildkröte bestens in den AR passen; Letzterer natürlich als lebensechte Pappfigur, schweigend die wirkliche Situation sowie die Unsterblichkeit des legendären Vereins symbolisierend.
    #Bademantel

    • Michael 16. November 2018 um 09:20 Uhr

      Schildkröte weilt nicht mehr unter den Lebenden. Es reicht aber auch eine Puppe.

  8. NochNieDerHSV 16. November 2018 um 09:07 Uhr

    Wie wäre es denn mit dem Dino höchstselbst – oder seinem Assistenten, den der Premiumpartner MediaMarkt gerade sucht?

  9. Michael 16. November 2018 um 09:18 Uhr

    Scholle. Er hat immerhin ´ne blaue Strickjacke. Als einziger.

  10. Gravesen 16. November 2018 um 09:24 Uhr

    Kleine Randnotiz: Heute wird der Geldverbrenner und HSV-Cheftotengräber Beiersdorfer 55 Jahre alt. Um zu begreifen, wie krank dieser Verein immer noch ist und wie unfassbar verblödetet diese selbsternannten Fans sind, genügt ein Blick auf die Kommentare auf der Facebook des HSV. Es macht einfach nur noch fassungslos.
    .
    Und der HSV (bzw. die HSV-Medienabteilung) gratuliert „dem ehemaligen Spieler und Sportchef“. Irgendwas zwischen 2014 und 2016 muss den Spacken dort entgangen sein. Wird Zeit, dass Pletz endlich entsorgt wird.

  11. Sven 16. November 2018 um 09:24 Uhr

    Struth? Würde auch mit dem Kauf der Namensrechte Geld in die Kasse spülen und damit punkten. Der HSV spielte dann in der Struth-Arena, was mit Fortdauer der Amtszeit wortwörtlich gelten würde.

    Kleiner Mitgliedsantrag ist schnell ausgefüllt und zurückdatiert…

  12. Mullemaus 16. November 2018 um 11:35 Uhr

    Billy Bremner! Ein Diplomat vor dem Herrn. Könnte den Verein mit seiner ausgeglichenen Art befrieden.

  13. achim77 16. November 2018 um 14:36 Uhr

    Ich bin für Bananen-Fred. Der kommt mit jeder Gurken-Truppe klar, kennt sich mit Fallobst aus und kann sogar faule Eier aussortieren.

  14. Thomas Vernunft 16. November 2018 um 15:21 Uhr

    #proKarlDall – der Mann vereint doch alle Tugenden einen Präsidenten: Schönheit, Esprit und Strahlkraft.

  15. Andi 16. November 2018 um 15:32 Uhr

    Hi ho,

    da gibt es noch weitere…
    Kalle „Red Baron“ Gernandt, als Günstling hochgekommen und als Brünftling geschasst…

    Emir „Eisenfuss“ Spahic. Als Top-Verteidiger noch der Retter, nun der Retter-Präsi…

    Der Obsthändler Burmeister, erst gekauft, dann verkauft. nun der Boss für nicht seine Anteile…

    Alexander „der grosse“ Otto, er war es schon einmal, er weiss, wie der Hase läuft…

    Otto „the“ Rieckhoff, er hat 2014 erfolgreich die Umstrukturierung begonnen mit HSV Plus und kann diese nun massgeblich zu Ende bringen..

    Uwe „himself“, der Seeler schlechthin, er war schon einmal halbwegs erfolglos als Präsident und könnte es nun besser machen…

    Rafa, dann nimmt er noch einmal „Vaar“t aufnehmen…

    Bruno „Retter-Trainer“ Laberdiva, kurz nach seiner Entlasung bei Golfsburg, wird er direkt einsteigen und könnte auch noch als „Not-„Trainer zur Verfügung stehen…

    Joachim „the Knacki“ Hilke, frisch von der Anklagebank, direkt auf den Thron…

  16. Kevin allein in Hamburg 16. November 2018 um 17:24 Uhr
  17. HSVKritiker 16. November 2018 um 19:33 Uhr

    Vorschlag: Die Kölner Country Legende aus Las Vegas und Helm Peter!

  18. Moik68 16. November 2018 um 23:36 Uhr

    Helm Peter!!! Ist er eigentlich mit Glied???

    • HSVKritiker 17. November 2018 um 01:06 Uhr

      Zumindest ohne Gehirn!

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