Beim HSV eigentlich nichts „Neues“ in Sachen Bilanzen

Ein Gastblog von „Kerberos“

Also wirklich „Neues“ gibt es in Sachen Bilanzen vom HSV eigentlich nicht zu berichten. Wieder einmal und erneut ein mittels unerträglichen Fabulierens am Ende dann nach Auffassung des Finanz-Vorstands „erklärbarer“ Bilanzverlust in Höhe von ca. 6 Mio. für die Spielzeit 2017/18 und mit dem planmäßigen Abbau der Schulden sei man auf einem zwar schwierigen, aber doch hoffnungsvollen Weg in die Zukunft – naja, zumindest eigentlich. Denn beim HSV ist es unter dem Vorstandmitglied F. Wettstein, einem der letzten Erfüllungsgehilfen des Finanz-Emigranten K.-M. Kühnes in der Chef-Etage des HSV, bereits zur verlässlichen Normalität geworden, dass dieser Finanz-Jongleur seine in den Bilanzen veröffentlichten Prognosen für das Folgejahr stets nicht erfüllen kann (oder darf) und so Jahr für Jahr unter der schützenden Hand des Schweizer Patriarchen beim HSV ein nachhaltiges Finanz-Desaster nach dem Anderen produziert.

In der Sache nicht „neu“, aber im Grad an Absurdität bekommen allerdings die linkischen Erklärungsversuche des F. Wettsteins zum Bilanz-Verlust 2017/18 von knapp 6 Mio. nun eine bisher noch nicht dagewesene „Qualität“, die dem pathologischen Schwachsinn tatsächlich bereits sehr nahekommt. So etwa, wenn der Finanz-Vorstand die durch die Abgänge im Spieler-Kader bedingten „außerplanmäßigen Abschreibungen“ als einen wesentlichen Effekt für das unerwartete Bilanz-Minus darzustellen sucht. Versucht hier F. Wettstein durch die Verwendung des Fach-Terminus „außerplanmäßig“ allen Ernstes dem „ungebildeten Volk“ zu suggerieren, dass diese „außerplanmäßigen Abschreibungen“ durch Spieler-Verkäufe wie eine der biblischen Plagen aus heiterem Himmel über den HSV kamen und für den Finanz-Akrobaten F. Wettstein daher weder vorhersehbar noch planbar gewesen waren?

„Außerplanmäßigen Abschreibungen“

Erwirbt ein Klub einen Spieler, so wird die gezahlte Transfersumme als Vermögenswert in die Bilanz eingestellt und dieser Vermögenswert ist über die erstmals vereinbarte Laufzeit des Spielervertrages jährlich in gleichen Teilbeträgen als „Wertminderung“ abzuschreiben. Für jeden Spieler wird daher bereits mit dem Transfer ein Abschreibungsplan über die Laufzeit des Spielervertrages aufgestellt. Dieser Abschreibungsplan bleibt auch im Fall einer vorzeitigen Vertragsverlängerung des Spielers unverändert bestehen. Die jährlich abzuschreibenden Teilbeträge werden hierbei als „planmäßige“ Abschreibung bezeichnet. Erfüllt der Spieler seinen Vertrag, so ist der Spieler bei „planmäßiger“ Abschreibung am Ende der (ursprünglich) vereinbarten Vertragslaufzeit also vollständig „abgeschrieben“.

Veräußert ein Klub nun einen Spieler vor dem vereinbarten Ende des Spielervertrages, so verbleibt in der Bilanz des Klubs zwangsläufig noch ein nicht „planmäßig“ abgeschriebener Vermögenswert für den Spieler stehen. Dies ist selbstverständlich zu korrigieren, denn ein bereits veräußerter Spieler kann nicht mehr Vermögenswert eines Klubs sein. Als Korrektur erfolgt daher eine „außerplanmäßige Abschreibung“ entsprechend dem in der Bilanz noch ausgewiesenen Vermögenwertes.

„Außerplanmäßig“ bedeutet im Zusammenhang mit der Abschreibung von Spielerwerten also keineswegs unvorhersehbar oder unplanbar, zumal „außerplanmäßige Abschreibungen“ auf Spielerwerte unabhängig von erzielten Transfer-Erlösen (diese werden seperat als Transfer-Entschädigungen unter den Umsatzerlösen erfasst) sind. Vielmehr können die bei Veräußerung eines Spielers vorzunehmenden „außerplanmäßigen Abschreibungen“ bereits aus dem mit dem Erwerb des Spielers aufgestellten Abschreibungsplan für jeden Zeitpunkt über die gesamte Vertragslaufzeit entnommen und kalkuliert werden.

Das ist auch keine Raketenwissenschaft, sondern schlichtes Handwerk der Unternehmensführung bei der Veräußerung von Vermögenswerten. Was also versuchen dieser F. Wettstein und seine Schergen aus der Finanz-Abteilung hier vorzugaukeln?

Die positiven Botschaften des Märchenonkels

Ein gerütteltes Maß an Stolz ist den Worten von F. Wettstein zu entnehmen, wenn er berichtet, dass es auch positive Nachrichten vom HSV zu vermelden gebe. Zum einen hätte der HSV den planmäßigen Schuldenabbau weiter vorangetrieben und zum anderen das Eigenkapital gestärkt. Dem geneigten Leser muss sich dabei aber doch zwangsläufig die Frage aufdrängen, wie dies alles zusammen gegangen sein soll. Ein HSV, der sich eigentlich über die gesamte letzte Spielzeit mit Liquiditätsengpässen herumschlagen und am Ende einen Bilanz-Verlust von knapp 6 Mio. ausweisen musste, konnte ohne eine Kapitalerhöhung seine Verbindlichkeiten reduzieren und sein Eigenkapital stärken? Unweigerlich schießen einem dabei Gedanken von epochaler Bedeutung wie der unbefleckten Empfängnis der heiligen Mutter Maria durch den Kopf. Ja, dieser F. Wettstein muss wahrlich ein Tausendsassa sein – ein Magier der Zahlen, dem offenbar immer wieder aufs Neue die Quadratur des Kreises gelingt. So zumindest noch die Meinung der Hamburger Medien bis vor wenigen Tagen nahezu unisono. Oder ist dieser F. Wettstein nicht doch nur ein profundes Prachtexemplar aus der Spezies profaner Scharlatane?

Denn bereits vor Jahren wurde hier im Arena-Blog die Zauberformel des F. Wettstein entschlüsselt. „Forderungsverzicht mit Besserungsschein“ heißt das Zauberwort des F. Wettstein, mit dem er immer wieder die Bilanzen des HSV pimpte.

Das Prinzip dahinter ist sehr einfach und wenig intelligent. Der Gönner K.-M. Kühne stellt dem HSV zweckgebundene Darlehen zur Verfügung. Ein Vorgang der keinen Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung des HSV hat.

Nun erklärt der Gönner K.-M. Kühne für seine Darlehen gegenüber dem HSV einen Forderungsverzicht, wobei er diesen Forderungsverzicht von der Gewährung eines Besserungsscheins durch den HSV abhängig macht. Der Forderungsverzicht des K.-M. Kühne entfaltet nun nahezu zauberhafte Wirkung. Durch den Forderungsverzicht des K.-M. Kühne verschwinden wie von Zauberhand zum einen die Darlehensverbindlichkeiten aus der Bilanz des HSV und zum anderen ist dieser Forderungsverzicht auch noch ein außerordentlicher Ertrag für den HSV, der die Gewinn- und Verlustrechnung positiv beeinflusst. Das ist tatsächlich wie „Malen nach Zahlen“ für Erwachsene.

Losgelöst vom Forderungsverzicht schließen nun der HSV und der Gönner K.- M. Kühne noch eine eigenständige, separate Vereinbarung, dass bei Eintritt eines frei vereinbarten Ereignisses dem Gönner K.-M. Kühne ein Anspruch über eine vereinbarte Summe gegenüber dem HSV entstehen soll. Diese Vereinbarung wird als Besserungsschein bezeichnet und ersetzt sozusagen das für den Gönner durch Forderungsverzicht „verlorene“ Darlehen.

Dieser Besserungsschein ist, im Gegensatz zu einem gewährten Darlehen, nur eine Eventual-Verbindlichkeit und keine Verbindlichkeit. Dies hat den Vorteil, dass ein Besserungsschein nicht in die Bilanz-Verbindlichkeiten des HSV eingeht, sondern lediglich im Text der Bilanz auf das Bestehen einer solchen Eventual-Verbindlichkeit hingewiesen werden muss.

Tritt nun jedoch das im Besserungsschein vereinbarte Ereignis tatsächlich ein, ist die Party vorbei und es kommt für den HSV knüppeldick. Denn mit Eintritt des vereinbarten Ereignisses entsteht dem Gönner K.-M. Kühne gegenüber dem HSV ein neuerlicher Anspruch auf die vereinbarte Summe, die in die Bilanz des HSV als außerordentlicher Aufwand eingeht und damit die Verluste des HSV erhöht. Und selbstverständlich erhöhen sich auch die Verbindlichkeiten des HSV wieder. Der Kater nach der Party ist hier also Programm.

Die simplen Bilanz-Tricksereien des F. Wettstein, mit denen dieser von den Medien gehypte Wunderknabe der Finanzen bereits seit Jahren die Bilanzen des HSV pimpt, sind nun wahrlich weit entfernt von der Quadratur des Kreises. Sie erinnern eher an die Tricks schmuddeliger Hütchen-Spieler.

In der aktuellen Bilanz des HSV werden alleine für das Bilanzjahr 2017/18 verlustmindernde Forderungsverzichte in Höhe von über 27 Mio. ausgewiesen. Ohne diese ominösen Forderungsverzichte des Gönners K.-M. Kühne hätte der HSV einen Bilanzverlust von satten 33 Mio. ausweisen müssen – dies entspricht dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, das seit Kurzen in der Bilanz (leider) nicht mehr gesondert ausgewiesen werden muss.

Und selbstverständlich reduzieren sich durch diese Forderungsverzichte auch die in der Bilanz auszuweisenden Verbindlichkeiten, wodurch, wie von Geisterhand, natürlich das Eigenkapital gestärkt wird. Alles kein Hexenwerk, sondern nur billige Hütchen-Spieler-Tricks. Denn durch die mit den Forderungsverzichten gewährten Besserungsscheine erhöhen sich die Eventual-Verbindlichkeiten. Die aber haben ja den Vorteil, dass sie eben, gut versteckt im Text, dem oberflächlichen Betrachter nicht sofort ins Auge fallen. Noch ist letztmalig für die Bilanz 2017/18 Party-Time ausgerufen. Doch bereits in der nächsten Bilanz für die Saison 2018/19 wird es das böse Erwachen mit einem kräftigen Kater geben. Der Gründe dafür ist recht einfach: es bestehen aktuell keine für einen Forderungsverzicht geeigneten Darlehen des K.-M. Kühne mehr und es sind die ersten vereinbarten Ereignisse aus Besserungsscheinen durch den Transfer von Spielern bereits eingetreten. Man darf sich also bereits heute auf das Aufräumen nach der großen Sause freuen.

Mindestens 150 Mio. zusätzliches Eigenkapital benötigt der HSV

„Die Bilanzergebnisse der HSV AG haben sich von den Geschäftsvorfällen des Unternehmens bereits vollständig entkoppelt und werden eigentlich einzig noch durch Bilanzkosmetik und Forderungsverzicht bestimmt. Die spannende Frage wird jedoch sein, wo denn am Ende das benötigte Geld eigentlich herkommen soll. Denn während die Verluste aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit real sind, bringen die Forderungsverzichte und sonstigen Tricksereien nicht einen einzigen Cent in die Kasse.“ Der vorstehende Passus wurde aus einem Gastbeitrag im Arena-Blog vom November 2017 unverändert kopiert – die dort getroffenen Aussagen haben auch heute noch uneingeschränkt Gültigkeit.

Der HSV weist zum Bilanzstichtag Verbindlichkeiten von 85 Mio. und Rückstellungen von 9 Mio. – mithin 94 Mio. – aus, denen lediglich ein Umlaufvermögen (Vorräte, Forderungen und Kassenbestand) von 13 Mio. gegenüber steht.

Überdies bestehen ausweislich der Bilanz aktuell Eventual-Verbindlichkeiten allein aus gewährten Besserungsscheinen in Höhe von 50 Mio. Nicht berücksichtigt wurden bei den Eventual-Verbindlichkeiten sonstige finanzielle Verpflichtungen, ins Besondere keine steuerlichen Eventual-Verbindlichkeiten.

Und selbstverständlich hat der HSV sich in guter Tradition auch in der Saison 2017/18 wieder Vorschüsse von über 21 Mio. auf die Einnahmen der aktuellen Saison auszahlen lassen und diese bereits verprasst. Tja; zu dumm auch, dass man die Spieler letzte Saison nicht mit billigen Bilanz-Tricks bezahlen konnte – es wäre wohl eine leistungsgerechte Bezahlung für den dargebotenen Rumpel-Fußball gewesen.

Bringt man darüber hinaus noch in Ansatz, dass für die laufende Saison 2018/19 ein Fehlbetrag zwischen 20 Mio. und 40 Mio. seitens des HSV bereits für möglich gehalten wird und der HSV im Fall eines Aufstiegs auch noch kräftigst in eine erstliga-taugliche Mannschaft investieren müsste, so wird sehr schnell deutlich, dass der HSV tatsächlich mindestens 150 Mio. zusätzliches Eigenkapital benötigt. Und dies besser heute als morgen.

Schlussbemerkung

Sicherlich findet es seine Berechtigung, D. Beiersdorfer als die grauenhafte Fratze des HSV-Niedergangs zu sehen und es ist nicht nachvollziehbar, dass ein D. Beiersdorfer noch heute in den Reihen des HSV herumschwänzelt und sich immer wieder Schulterklopfer für ihn finden.

Man darf dabei aber F. Wettstein nicht vergessen. Ein Mann, der seine Expertise bereits bei 1860 München und Alemannia Aachen nachhaltig unter Beweis gestellt hatte und dann nicht zuletzt auf Grund eben seiner Vita von K. Gernand als Finanz-Vorstand für den HSV ausgesucht wurde. Ein Blick auf den finanziellen Status Quo des HSV vor diesem Hintergrund lässt eigentlich nur die Schlussfolgerung zu, dass F. Wettstein zwar stets vom HSV bezahlt wurde, aber zu keiner Zeit für den HSV gearbeitet hat. Denn es waren und sind die dubiosen Finanzierungs-Modelle des F. Wettstein mit K.-M. Kühne, die dem Schweizer Finanz-Emigranten mit der Tarnkappe des HSV-Gönners bis heute bereits Besserungsscheine im Wert von 50 Mio. in die Hände spielten. Besserungsscheine mit dem perfidem „Erpressungspotential“ einer stets drohenden Vollstreckung durch den vermeintlichen Gönner. Und daher sind es eben gerade diese Besserungsscheine, die K.-M. Kühne die faktische Kontrolle über den HSV noch auf Jahre hinaus bescheren. Nein, F. Wettstein ist weit mehr als ein fabulierender Märchenonkel – dieser F. Wettstein ist die schwarze Seele des HSV.

Von | 2018-11-22T07:58:11+01:00 22. November 2018|Allgemein|54 Kommentare

54 Comments

  1. Kugelblitz 22. November 2018 um 08:27 Uhr

    Dieser Gastbeitrag hat allerhöchste Qualität. Vielen Dank dafür, Kerberos.

    Muss der Gläubiger einer Eventual-Verbindlichkeit eigentlich den Besserungsschein aufleben lassen, wenn der vereinbarte Fall eintritt oder könnte er den Schein auch stumpf in der Schublade liegen lassen?

    Müssen die Bedingungen eines Besserungsscheins realistisch sein oder kann man damit eine Schenkung verschleiern?

  2. NochNieDerHSV 22. November 2018 um 08:29 Uhr

    Vielen Dank für die Erläuterungen – sehr aufschlussreich für mich betriebswirtschaftliche Null.

  3. Alsteradler 22. November 2018 um 08:30 Uhr

    Ich würde das gern richtig verstehen. Neben dem Horrorszenario (Aufleben der Forderung durch Eintritt der Bedingungen des Besserungsscheins) ist es doch auch möglich, dass die Besserungsscheine durch Nichteintritt der Bedingungen mit der Zeit verfallen, oder? Eine Frage noch. Du sagst, die ersten Bedingungen seien bereits eingetreten. Welche sind das bzw was bedeutet das für die aktuelle Bilanz konkret? Viele Grüße!

  4. Gravesen 22. November 2018 um 08:32 Uhr

    Immer mir der Ruhe, Leute. Kerberos hat mir den Blog heute Nacht um 03.23 Uhr zugeschickt, es könnte also sein, dass er noch schläft.

  5. Leo Kirch 22. November 2018 um 08:43 Uhr

    Sehr gute Analyse, da insbesondere die Liquidität 1. Grades rapide abgeschmolzen ist. Sofern die IBB nicht wieder aushilft, verbleibt dann noch das Vorbild von Real Madrid und das Stadion wird an die Stadt verkauft (sofern KMK es nicht schon mit Grundschulden belastet hat).

    • Hein Blöd 22. November 2018 um 15:27 Uhr

      Das Stadion gehört der HSV Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG,
      und ist noch nicht einmal abbezahlt.
      Kühne hat zugelassen das die Tilgungsraten bis 201x gestreckt werden
      durften, den genauen Zeitplan weiss ich nicht mehr.
      So einfach dürfte ein Verkauf der Hütte nicht werden, zumal ich mal
      irgendwo gelesen habe das da mal wieder eine größere Sanierung ansteht.

      Und selbst wenn die verkauft wurde, was dann? Wer kriegt das Geld?
      Einnahmen aus Sonderveranstaltungen gehen an die Stadt, und man selbst
      darf eine ortsübliche Miete zahlen.

      Über kurz oder lang wird man wohl weitere Anteile verkaufen müssen.

      • Leo Kirch 22. November 2018 um 16:14 Uhr

        Danke für den Hinweis. Dann sehe ich aber schwarze Wolken über dem Volkspark. Das Tafelsilber ist ja schon vereinnahmt und die Gurkenkicker stellen auch keinen Wert dar. Deshalb auch die Ausleihen, da offensichtlich wirklich das Geld klemmt.

  6. Ben 22. November 2018 um 08:55 Uhr

    Sehr gut geschrieben.
    Das sollten mal alle von der Hamburger Presse lesen die meinen dieser Typ wäre ein Superheld.
    Die Frage ist ob sie es verstehen würden

  7. Thomas S. 22. November 2018 um 09:00 Uhr

    Auf der einen Seite Leute wie Wettstein, die Millionen dafür einstreichen, zu vernebeln und zu verdunkeln. Auf der anderen Seite Menschen wie Kerberos oder Gravesen, die sich Tage und Nächte um die Ohren hauen, um Licht ins Dunkel zu bringen und dafür keinen müden Cent kriegen. Was für eine verrückte Welt, die ohne Letztere unerträglich wäre.
    .
    Danke.

  8. Gravesen 22. November 2018 um 09:03 Uhr

    Naja, du weißt doch – hier veröffentlichen ja nur Leute, die dem HSV schaden wollen. Die Geschichte erfinden, die es gar nicht gibt. Die grundsätzlich mit ihren Einschätzungen danebenliegen.
    .
    Aber abwarten, das nächste dicke Ding steht schon vor der Tür.

    • Ex-HSVer im Herzen 22. November 2018 um 19:23 Uhr

      Ohhhhhh! Hinweis??? 😬

  9. Ulrich Angenendt 22. November 2018 um 09:08 Uhr

    Wahnsinn. Das liest sich schon sehr kriminell. Das ist ja ein Lügengerüst sondersgleichen. Was, wenn es zusammenbricht? Es werden garantiert noch mehr Anteile verkauft werden müssen, um das ganze zu kaschieren. Da steht dann wohl Kühne Gewehr bei Fuß. Und wenn er dann Anteile bekommen sollte, was macht will er dann damit?
    Irgendwann an Chinesen verkaufen, um Reibach zu machen?
    Mir schmeckt gerade der Kaffee nicht mehr. Gute Analyse übrigens, toll.

  10. Yeboah 22. November 2018 um 09:16 Uhr

    Überragend zusammengefasst und dargestellt. Ein Kommentar zur HSV Bilanz in dieser Qualität liest man nirgends. Zudem sind es nun auch sehr kurzfristige Verbindlichkeiten (Fan-Anleihe) bei auslaufenden Sponsoren-Verträgen und bereits aktuell vorherrschenden Cashflow Problemen.

  11. Bruno 22. November 2018 um 09:17 Uhr

    Das heißt übersetzt: mit einem weiteren besserungsschein über 10 Mio. beispielsweise hätte der Märchenonkel einen bilanzgewinn ausgewiesen 😂😂😂

  12. LeonadomitCabrio 22. November 2018 um 09:18 Uhr

    Ich hab da mal eine Frage:

    Ich erinnere mich, mal gelernt zu haben, dass so eine Art Buchhaltung (Mein Lehrer nannte es verächtlich kreative Buchführung) strafbar sei..
    Erfüllt diese „kreative Buchführung“ irgend ein Straftatbestand ?
    Für mich grenzt es an Betrug

    • BerndH60 22. November 2018 um 09:37 Uhr

      Ich denke, dass geht eindeutig aus dem Blog hervor.
      Es sind alles Finanztricks am Rande der Legalität, aber eben nicht illegal.
      Das Spiel funktioniert doch nur weil Täter (Kühne) und Opfer (HSV in Person Wettstein) hervorragend zusammen arbeiten. Der HSV als AG kann das jederzeit zum Preis der Insolvenz beenden.
      PS: Danke für den tollen Blog.

  13. Thomas S. 22. November 2018 um 09:24 Uhr
    • holly 22. November 2018 um 12:29 Uhr

      das habe ich vorhin auch gelesen. u.a. das doppelte kassieren von Kindergeld, und keiner hats gemerkt. meine güte, in welchem sumpf ist mein Lieblingssport angekommen. das ist doch alles nicht mehr normal.
      grave, eine super Erklärung von Kerberos, das verstehen ja sogar sogenannte Journalisten und laien wie wir

  14. Bastian Böttcher 22. November 2018 um 09:28 Uhr

    Vielen Dank Kerberos für diesen, wieder mal, sehr gut erklärten Gastbeitrag! Sie erhellen uns immer w83der mit Ihren tollen Ausführungen eines eigentlich trockenen Themas – und machen es zum spannenden Thriller.
    Wo kommt das benötigte Kapital her, wo fließt es hin, wer profitiert daraus?
    Umso erschütternder, dass es niemand hören und wahrhaben will.
    Die Lampen werden ausgehen – oder die AG ganz an KMK übertragen.
    Mission about to get accomplished

  15. Kerberos 22. November 2018 um 09:37 Uhr

    Kerberos musste heute leider um 7:00 bereits wieder aufstehen. Ich werde heute versuchen, auftretende Verständnisfragen von Zeit zu Zeit kumuliert zu beantworten.
    .
    Ansprüche aus Besserungsschein entstehen mit Eintritt der vereinbarten Bedingungen (außerordentlicher Aufwand und aus Eventual-Verbindlichkeiten werden Verbindlichkeiten) und sind insofern vom HSV dann stets auch entsprechend bilanziell zu berücksichtigen. Eine andere Frage ist hingegen, ob und mit welchen Mitteln der Gläubiger seine Ansprüche durzusetzen sucht. Der Gläubiger hat selbstverständlich auch noch die Möglichkeit, einen erneuten unbedingten Forderungsverzicht (mit/ohne Besserungsschein) oder einen bedingten Forderungsverzicht zu erklären.
    .
    Die Besserungsscheine beinhalten unterschiedliche Laufzeiten (bekannt sind bis zu 6 Jahren) und unterschiedliche Bedingungen (sportliche Erfolge, Spielerverkäufe, wirtschaftliche Umstände). Es müssen nicht zwingend alle Bedingungen eintreten und die Ansprüche können auch in Teilen entstehen. Bekannt geworden sind die Ansprüche aus Besserungsschein bei den bereits abgewickelten Transfers von Hahn und Walace. Auch im Fall eines künftigen Transfers von Wood, Kostic und Papa. werden Ansprüche aus Besserungsschein zugunsten K.-M. Kühne entstehen. Die Problematik der Besserungsscheine wird erst mit der Bilanzausweisung der Sommer-Transfers 2018 in der Bilanz 2018/19 offengelegt werden – Vorfreude aller Orten bereits heute beim HSV.
    .
    Ob selbst eine IBB noch helfen könnte, ist mehr als fraglich, denn es sind praktisch alle künftigen Forderungen bereits als Sicherheit abgetreten (Erhöhung der Kreditlinie) und das Stadion ist mit Grundschulden zugunsten des Schuldschein-Darlehens bereits bis unters Dach belastet.
    .
    Kreative Buchführung ist legal – Gestaltungsmissbrauch nicht. Zur Feststellung einer eventuellen „Grenzüberschreitung“ bedarf es jedoch einer konkreten Prüfung in jedem einzelnen Fall.
    .

  16. Stephanovic 22. November 2018 um 09:46 Uhr

    Moin und danke mal wieder für die sehr qualitativen Erläuterungen!
    Mir brennt auch seit Ewigkeiten die Frage, die Kugelblitz schon gestellt hat, unter den Nägeln:
    „Müssen die Bedingungen eines Besserungsscheins realistisch sein oder kann man damit eine Schenkung verschleiern?“

  17. Flanders 22. November 2018 um 09:52 Uhr

    Aus reiner Faulheit gefragt; zahlt der HSV eigentlich Zinsen auf die vielen Verbindlichkeiten? Was ist denn der eingetretene Erfolgsfall zum Aufleben von Besserungsscheinen? Der eventuelle Aufstieg? Oder Spielerverkäufe? Es hört sich immer mehr danach an, als würde der HSV bei Kühne an der Angel hängeln und es wäre nur noch eine Frage der Zeit, bis er den Laden übernimmt. Wäre sein ganzes Handeln und die damit verbundene Unruhe aus dieser Motivation heraus entstanden, wäre er wirklich ein Saboteur der schlimmsten Sorte. Und auch die Position Wettstein’s hätte durchaus noch mehr Geschmack.

    Vielen Dank für den Beitrag.

  18. Kerberos 22. November 2018 um 10:19 Uhr

    .
    Ich habe im Arena-Blog am 8.3.2016 (Der Besserungsschein: Segen und Fluch für den HSV) und am 12.1.2017 (Das „Perpetuum Mobile der Leibeigenschaft“) das Instrument des „Forderungsverzicht mit Besserungsschein“ eingehend mit HSV-Bezug erklärt und eindringlich gewarnt. Wer mag, findet die Blogs unter den angegebenen Titeln hier im Archiv und kann gerne nachlesen.
    .

  19. Peter.Helm 22. November 2018 um 10:54 Uhr

    https://www.iww.de/erbbstg/archiv/schenkungsteuer-verzicht-auf-wertlose-forderung-gegen-besserungsabrede–eine-freigebige-zuwendung-f26086

    Moin Stephanovic,

    Steuerrecht ist für mich keine Unbekannte, dennoch halte ich Kerberos für affiner. Ich habe Dir dieses Urteil rausgesucht, ich hoffe es gibt Dir eine Antwort auf deine Frage.

    VG

  20. Flanders 22. November 2018 um 11:29 Uhr

    Ich habe beide Blogbeiträge noch einmal gelesen und das Konzept wie ich glaube verstanden. Zum einen ist es krass, die Besserungsabrede sinngemäß als „Wenn ich Dir noch mal Geld gebe“ zu definieren (Außerordentlicher Ertrag) und daran angeknüpft einen alten Besserungsschein aufleben zu lassen. Wobei; bei einer Laufzeit von rund sechs Jahren muss das Geld ja frischgehalten werden. Wo sollte sonst der Erfolg herkommen? Dann allerdings ist es nicht unbedingt mehr ein Perpetuum Mobile sondern ein Schneeballsystem, mit Kühne am längeren – ach was : einzigen – Hebel.

    Aber im Ernst, in den vergangenen Jahren hat der HSV mit seinen Prognosen immer danebengelegen. Wenn jetzt schon ein Fehlbetrag von € 20 Mio. angekündigt wird, möchte ich nicht wissen, was wirklich herauskommt. Reime ich mir mit meinem Halbwissen und ohne viel Mühe ein paar Zahlen im groben Überschlag zusammen (Spielerabschreibungen, Zahlungen aus Transfers an Kühne, „Einnahmen zweite Liga“, „Kaderkosten erste Liga“ etc.) – dann werden € 20. Mio. nicht reichen. Und die Anleihe in 2019 obendrauf, oder?

    Gleichzeitig frage ich mich, wann der Punkt erreicht ist, an dem die Abhängigkeiten des HSV noch einmal erheblich zunehmen. Denn irgendwann dürfte das Eigenkapital des HSV aufgebraucht sein und eine Insolvenz drohen.

    Aus der Erinnerung (zum letzten Jahresabschluss?) hatte kerberos mal geschrieben, dass es für die Rettung des HSV so oder so zu spät sei. Ich bin mehr und mehr geneigt, dieser Aussage Glauben zu schenken. Und ich würde echt gerne wissen, was Gravesen immer so mit „die nächste Bombe platzt bald“ ankündigt.

  21. Kerberos 22. November 2018 um 11:56 Uhr

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    Bitte hört mit diesem „orakeln“ auf, denn alle Eure Beispiele, Aufsätze oder gar Urteile greifen nicht.
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    Der Forderungsverzicht mit Besserungsschein ist ein Finanz-Instrument bezogen auf wertlos gewordener Forderungen zur Sanierung eines in wirtschaftliche Not geratenen Unternehmens. Hier hat ein Gläubiger vormals einem gesunden Unternehmen ein Darlehen gegeben, erst später ist dieses Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, wodurch dann der Anspruch des Gläubigers auf Rückzahlung des Darlehens wertlos wurde. Um dieses Unternehmen bei der Sanierung zu unterstützen, entschuldet nun der Gläubiger durch Forderungsverzicht das Unternehmen. Diese Forderung war aber wertlos geworden und der Gläubiger hätte ohne seinen Verzicht auch sein Darlehen nicht zurück bekommen. Für seine Unterstützung bei der Unternehmens-Sanierung erhält nun der Gläubiger vom Unternehmen einen Besserungsschein (als „Belohnung“). Darin verpflichtet sich das Unternehmen dem Gläubiger zumindest Teile seines (bereits „verlorenen“) Darlehens zurück zu erstatten, sobald es dem Unternehmen wirtschaftlich wieder besser geht. Die „Besserung“ bezieht sich semantisch auf eine Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des notleidenden Unternehmens – und das macht natürlich Sinn.
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    Ganz anders beim HSV. Hier gibt Kühne dem bereits notleidendem HSV ein Darlehen und vereinbart eine logische Sekunde später einen Forderungsverzicht mit Besserungsschein. Ohne diesen Besserungsschein hätte der HSV das Darlehen gar nicht mehr aufnehmen können (Überschuldung). Und dieser Besserungsschein ist dabei nicht bezogen auf die Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des HSV, sondern auf irgendwelche sportlichen Ereignisse und Umstände, die keineswegs zwingend eine Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des HSV zur Folge haben müssen – und dies macht eben keinen Sinn. Die Bezeichnung hierfür ist schlicht und ergreifend Irrsinn oder Wettstein!
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    • Leo Kirch 22. November 2018 um 18:49 Uhr

      Und wenn der HSV pleite geht, dannwird sich KMK noch wundern. Denn dann fordert der Insolvenzverwalter Zinsen und Tilgungen auf die Darlehen zurück. Und seine Darlehen sind eigenkapitalersetzende Mittel und damit perdu.

    • Ex-HSVer im Herzen 22. November 2018 um 19:28 Uhr

      Messerscharf analysiert! Ich frage mich, wo hier die Staatsanwaltschaft bleibt bzw. die Politik! Wie kann so eine offensichtliche Bescheisserei, um das eigene Gehalt zu sichern, erlaubt sein? Krank ist das!