Demnächst verlange ich Gebühren, ihr miesen Kopisten!

Und an dieser Stelle kommt die Reise in die Vergangenheit. Mittlerweile ist es ziemlich genau fünf Jahre her, dass Wirtschaftsprofessor Henning Vöpel in einem Abendblatt-Interview vorausgesagt hatte, dass eben jener Beirat „das neue Machtzentrum des HSV“ werden würde.

HSV-Beirat handelt undemokratisch

Denn so richtig verstanden hat auch vier Jahre nach der Ausgliederung noch niemand, warum nun ausgerechnet dieses Fünfergremium (Jan Wendt, Patrick Ehlers, Kai Eselsgroth, Frank Mackerodt und Oliver Voigt) die Macht hat, Präsidentschaftskandidaten zuzulassen. Oder eben abzulehnen.

Die Grundidee, einen zu großen Wahlzirkus durch eine geringe Kandidatenanzahl zu verhindern, ist verständlich. Gleichzeitig aber auch höchst undemokratisch. Beirat Patrick Ehlers selbst hat erst am Montag im Rahmen des Volksparketts erläutert, dass die eher unscharf formulierten Kriterien für Bewerber (auf der HSV-Homepage nachzulesen) gar nicht alle erfüllt werden müssen. Es gehe vor allem darum, dass ein „präsidialer Kandidat“ gefunden werde.

Doch an dieser Stelle fängt das Dilemma an. Man kann Marcell Jansen (33) als sehr geeignet oder als viel zu jung empfinden. Jürgen Hunke als gutes Gegengewicht oder als Querulanten. Ralph Hartmann als echten e.V.ler oder zu wenig AGler. Katrin Sattelmaier als hochintelligent oder zu introvertiert. Und Rainer Ferslev als guten Sanierer, aber keinen Visionär. Doch all diese Entscheidungen sollten in einem demokratischen Verein doch bitteschön die Mitglieder auf der Hauptversammlung und kein Fünfergremium im Hinterzimmer fällen.

(Hamburger Abendblatt am 30.11.2018)

Zum Vergleich:

HSV-Arena am 27.11.2018

Am gleichen Tag, als wir eine Zwischenbilanz veröffentlichen, macht Münchhausen Scholz am Abend das exakt Gleiche, nur wie üblich dilettantisch. Ist euch Kaspern eigentlich gar nichts mehr peinlich?