Der Weg zum Ruhm

Heute mal ein anderes Thema, zur Abwechslung mal nicht Pinocchio Hoffmann und seine Spießgesellen. Ich weiß nicht, ob jemand von euch weiß, was so ein (Sport)-Journalist respektive Journalisten-Simulant eigentlich pro Monat einstreicht (als Angestellter) bzw. als freier Schreiber zu leisten hat, bevor der erste Euro rüber wächst. Ich denke, dass der Eine oder Andere dort komplett falsche Vorstellungen hat und ich möchte die Betrachtung der finanziellen Abdeckung gern in einen Zusammenhang mit a. Abhängigkeit und b. Bestechlichkeit bringen, wenn’s genehm ist. Also gucken wir mal.

Ein fest-angestellter Jung-Journalist beginnt bei einem Verlag, nach Studium und Volontariat, mit ungefähr € 3.000 brutto, in Einzelfällen kann es auch etwas mehr sein. Nach Abzügen von Steuern und Versicherungen bleiben ihm davon ca. € 1.400 und dann hat noch keine Wohnung, kein Auto und nichts zu essen. Dafür soll er aber ständig verfügbar sein und vorzugsweise gern am Wochenende arbeiten wollen, weil – am Wochenende finden die Sportveranstaltungen statt, über die es zu berichten gilt. Dafür bekommt der emsige Jungschreiber in den meisten Fällen nur einen zeitlich befristeten Vertrag, also eine ungewissen Zukunft.

Noch finsterer sieht es bei den freischaffenden „Künstlern“ aus. Diese haben keinerlei festes Einkommen und müssen zumeist das nehmen, was ihnen geboten wird. Hierfür müssen sie allerdings etwas bringen. Ein normaler Artikel in einem Print- oder Onlinemedium mit ca. 5.000 Zeichen wird mit knappen € 100 entlohnt. Dort enthalten sind Recherche, das Schreiben, Korrigieren, Termin einhalten etc. Es geht aber auch noch schlimmer, denn es gibt verschiedene Online-Medien, sogar welche mit recht großer Reichweite die durchaus bekannt sind, die für Exklusiv-Interviews mit aktiven Trainern, Spielern ganze € 60 bis € 70 bezahlen, 7.000 Zeichen, brutto natürlich. Für die gleiche Geschichte mit Ex-Profis sind maximal € 50 drin.

Um einmal zu verdeutlichen, was daran hängt: Man muss ein solches Interview vorbereiten, sich also möglichst schlaue Fragen ausdenken. Dann muss man das Interview natürlich erstmal bekommen. Als Beispiel: Wenn man als freier Autor beim HSV anfragt und ein Exklusiv-Interview mit Bernd Hoffmann oder Hannes Wolf haben möchte, kriegt man dieses Gespräch wahrscheinlich nicht und wenn doch, nicht exklusiv. Und wenn exklusiv, dann in ein paar Monaten. Aber mal vorausgesetzt, es klappt. Dann bereitet man das Interview vor, fährt in den Volkspark, redet vielleicht ne halbe Stunden, fährt wieder zurück, tippt das aufgenommene Gespräch ab, korrigiert und schickt ab. Eventuell gibt es von Seiten des Auftraggebers noch Korrekturen. Die ganze Geschichte hat dann ca. 4 Stunden in Anspruch genommen und man erhält € 60. Brutto.

Die Funke-Mediengruppe hat harte neue Sparmaßnahmen verkündet. Über 20 Mitarbeiter müssen laut dem DJV die Berliner Zentralredaktion von Funke verlassen. Bei den drei Zeitungstiteln in Nordrhein-Westfalen wird Funke zehn Prozent Personal streichen. Auch die Druckerei in Essen mit 120 Mitarbeitern wird geschlossen. Die Mediengruppe will dadurch Kosten in zweistelliger Millionenhöhe einsparen. (Quelle: Meedia.de) Betr. u.a. Hamburger Abendblatt

Das ist die finanzielle Welt des Traumberufs Journalist. Und natürlich soll man noch gut und interessant schreiben können. Und man muss die Kontakte haben. Und man soll kritisch sein, oder? Wie kritisch bzw. ehrlich kann man aber sein, angesichts dieser Sklaven-Zustände? Kann ich es mir als freier Journalist überhaupt leisten, über eine Fehlleistung oder über ein falsches Verhalten zu berichten, wenn ich daraufhin in Gefahr gerate, nie wieder Zugang zu ähnlichen Gesprächspartnern zu erhalten? Oder eben die andere Seite…

Dumont. Im Herbst vergangenen Jahres hat die Unternehmensleitung angekündigt, 84 MitarbeiterInnen in Verlag, Druckerei und Verwaltung betriebsbedingt zu kündigen (Quelle: taz.de) Betr. Morgenpost

Wie empfänglich bin ich in einem Business, in dem es fast grundsätzlich um Millionenbeträge geht, für die eine oder andere „Versuchung“? Tut es mir als gegen den Hungertod kämpfenden Schreiberling denn eigentlich weh, wenn ich die größte Katastrophe in der Geschichte eines Vereins inhaltlich ein wenig glätte und dafür vom Klub eine freundliche Gegenleistung erhalte, die ein Vielfaches von dem, was mir das knausrige Blatt für die Realität zahlen würde, abbildet? Ich tue doch niemandem weh, wenn ich vielleicht sogar einen ganzen Blog erstelle, bei ein Verein, der sich kurz vor dem endgültigen Kollaps befindet, wegkommt wie ein riesengroßes Erdbeerfeld.

Hr. Schnitgerhans hat sich keine Uhr vom HSV-Vorstand „schenken lassen“. Sondern vielmehr wurde ihm diese Uhr vom gesamten HSV-Vorstand zum 60. Geburtstag als Würdigung und Anerkennung für seine 37-jährige Tätigkeit als Sportreporter für verschiedene Medien und speziell als journalistischer und kritischer Begleiter des Vereins überreicht. Dies wurde auch so in der Ansprache des Vorstands artikuliert. (Quelle: Bildblog.de)

Und die Stilblüten der geschönten (und bezahlten) Berichterstattung sind vielfältig. Da werden auch gern mal Umfragen, die online bei Tageszeitungen getätigt werden, ein kleines bißchen gefälscht, um den Auftraggeber in ein vorteilhaftes Licht zu rücken. Da werden Jubelperser auf Mitglieder-Versammlungen eingeschleust, um Abstimmungen zu beeinflussen. Und natürlich ist alles und jeder bei diesem Verein ein Wahnsinnskracher, sozusagen eine Zierde seiner Zunft. Und, wie gesagt, es tut doch keinem weh. Und man kann doch die windelweiche Falschaussage später wieder „gut machen“, in dem dem zuvor Gelobten tonnenweise Dreck hinterher wirft, aber bitte erst dann, wenn er die Stadtmauern hinter sich gelassen hat. Oder aber man ist ganz besonders abgewichst…

….und kündigt ein Enthüllungsbuch an. Der Inhalt dieses Buches könnte dem einen Würdenträger nicht ins Konzept passen, also was macht man? Ganz simpel, man nimmt einen Job an, z.B. als Legendenbetreuer und lässt sich dafür bezahlen, dass man den Erscheinungstermin des Buches ein wenig nach hinten verlegt.

Und, hey, es tut doch keinem weh, oder? Nö, höchstens der Wahrheit, aber die muss man sich auch leisten wollen.

P.S.

Ich liebe die immer noch vorhandene und durch nichts zu erklärende Arroganz vieler sogenannter -„Fans“, die den lediglich als Durchgangsstation zum Halbfinale empfinden. Hoffentlich kriegt ihr richtig auf die Fresse.

Von | 2019-02-11T07:42:35+01:00 11. Februar 2019|Allgemein|30 Kommentare

30 Comments

  1. Hein 11. Februar 2019 um 09:48 Uhr

    Was du da schilderst kann man aber auf ganz viele Berufe umlegen . Egal ob selbständig oder angestellt . Finde ein Einstiegsgehalt von 3000 erst mal gut…. wenn nicht diese irren hohen Abzüge wären und eine immer steigende Miete
    Ach ja in der aktuellen Form ist Paderborn ne Nummer zu gross.. auch wenn einige schön vom double träumen

    • Gravesen 11. Februar 2019 um 09:58 Uhr

      Mit dem gravierenden Unterschied, dass „andere Berufe“ nicht diese Wichtigkeit für die Gesellschaft und diese Auswirkungen auf fast alle Bereiche des Lebens haben. Mit Hilfe der Presse werden Wahlen beeinflusst, Börsenkurse verändert, Machthaber gestürzt oder geformt, Meinungen gebildet und maßgeblich beeinflusst. Warum wohl war eines der ersten Ziele eines Diktatoren wie Erdogan die freie Presse, warum hat Hitler nahezu alles auf Propaganda gesetzt? Warum redet Trump täglich von „Fake News“, wenn ihm etwas nicht passt? Die Arbeit von Journalisten ist elementar wichtig und ein Journalist, der seine Pflicht zur Verbreitung der Wahrheit verletzt, handelt meiner Meinung nach wie ein Arzt, der gegen den hippokratischen Eid verstößt. Was denkst du, warum ich immer so sauer auf die Hofberichterstatter rund um den HSV bin? All die Spinner um Linnenbrügger und Co. wissen genau, dass sie Schwachsinn verbreiten. Was sie jedoch verdrängen, ist die Tatsache, dass sie sich durch ihre falsche Berichterstattung mitschuldig am Niedergang gemacht haben und weiterhin machen.

      • Sag' Tschüss Dino 11. Februar 2019 um 15:46 Uhr

        „Mit dem gravierenden Unterschied, dass „andere Berufe“ nicht diese Wichtigkeit für die Gesellschaft und diese Auswirkungen auf fast alle Bereiche des Lebens haben.“

        Ganz im Gegentum. Deren Tätigkeit ist vielfach noch viel wichtiger!

  2. Thomas Vernunft 11. Februar 2019 um 10:13 Uhr

    Sehr interessant einmal auch die andere Seite der Medaille zu sehen, dass auch bei der Presse / Zeitung / Medien die Schere zwischen Top-bezahlten Kommentatoren / Journalisten und einfachen Reportern weit auseinander geht. Und ich dachte ich als Freiberufler bekomme schon wenig – andere Branche aber auch hier mit den gleichen Sympthomen. Wessen Brot ess´ ich dessen Lied pfeff´ ich…

  3. codinghour 11. Februar 2019 um 10:14 Uhr

    vielen dank für den einblick. das erklärt mir, warum zumindest im bereich sport die berichterstattung mittlerweile auf einen niveau angekommen ist, das schlicht und einfach nicht mehr lesenswert ist. und wenn dann noch (wie bei einem hausblatt meines vereins) pressestimmen und ausgewürfelte spielernoten hinter paywalls versteckt werden, bekomt man fast schon mitleid.

    noch zu deinem blog: 3000 brutto =1400 netto? kommt mir ein bisschen wenig vor

    • Gravesen 11. Februar 2019 um 10:23 Uhr

      Herrje, dann lass es € 1,600 sein, was spielt das für eine Rolle. Tatsache ist – mit dem Kram wirst du auch als fest-angestellter Jung-Journalist nicht reich und das in einer Welt, wo die Typen, über die du wahrheitsgemäß berichten sollst, dein Monatseinkommen für ein müdes Essen am Abend ausgeben.

  4. atari 11. Februar 2019 um 10:31 Uhr

    ganz gefährlich ist dieser „Journalismus sponsored by“ im politischen Bereich. Beim HSV kann man ja notfalls den Schalter umlegen und das Thema für sich beenden.

  5. cajunX 11. Februar 2019 um 10:39 Uhr

    „Ich liebe die immer noch vorhandene und durch nichts zu erklärende Arroganz vieler sogenannter #HSV-„Fans“, die den @SCPaderborn07 lediglich als Durchgangsstation zum #DFB_Pokal Halbfinale empfinden. Hoffentlich kriegt ihr richtig auf die Fresse.“

    Ich konnte Paderborn in der letzten Saison in der 3. Liga viermal live sehen. Da stiegen sie mit einem Torverhältnis von 90:33 direkt auf. Und soviel könnten es auch dieses Jahr wieder werden. Die schießen nämlich auch in der 2. Liga Tore. Bis jetzt sind es 50, gerade eins weniger als der FC Köln und fast das Doppelte vom HSV – da sind es erst 27. In den letzten 10 Spielen hat PB zweimal verloren, u.a. auch Anfang Dezember beim HSV 0:1. Gewonnen haben sie von diesen 10 Spielen 6, u.a. in Heidenheim 5:1, gegen Dresden 3:0, in Darmstadt 6:2, vor einer Woche gegen Fürth 2:1 und jetzt am Samstag in Bochum 2:1. Vielleicht sollte sich der eine oder andere großspurige HSVer am kommenden Freitag mal das nächste Spiel in Paderborn anschauen. Da geht es gegen den 1. FC Köln und die wissen, wie schwierig PB zu bezwingen ist – ihr Heimspiel in der Vorrunde haben sie nämlich mit 2:3 verloren. In der Scorer-Rangliste des kicker haben Philipp Klement mit 11 Treffern und 5 Assists, Mittelfeldstratege Sven Michel mit 9 Toren und 5 Assists sowie der Neuzugang Bernard Tekpetey von Schalke 04 II mit 8 Toren und 4 Assists schon einen Treffer mehr erzielt als die gesamte hochbezahlte HSV-Riege. Nach Union, Heidenheim, St. Pauli und Kiel rechne ich damit, daß Paderborn am Ende für eine Überraschung sorgen könnten. Es wäre nicht das erstemal. In der Saison 2013/14 lagen sie nach der Vorrunde mit 9 Punkten Rückstand auf dem 9. Platz, am Ende schafften sie mit 2 Punkten Vorsprung vor Fürth den Direktaufstieg als Zweiter. Und wenn man wie der HSV als selbsternannter Aufstiegsfavorit nach 20 Spielen gerademal eine Tordifferenz von +5 aufweist, wäre man nicht schlecht beraten, sich erst einmal in Bescheidenheit zu üben. Wenn es dann trotzdem klappen sollte, kann man immer noch die Klappe aufreißen.

  6. codinghour 11. Februar 2019 um 10:42 Uhr

    in der heutigen hysterie des online-„journalismus“, in der es täglich mindestens drei schlagzeilen braucht und mit jedem noch so absurdem zeug (hsv24) klicks generiert werden müssen, passt sich die qualität wohl zwangsläufig dem gehalt an.

    meine frage an einen alten hasen: lief das früher (vor dem bösen internet) anders? gefühlt lebe ich da wahrscheinlich in der früher-war-alles-besser-blase, aber war der kicker damals auch schon so räudig? wie stark haben sich die spielregeln in den letzten 10-15 jahren verändert?

  7. cajunX 11. Februar 2019 um 10:59 Uhr

    Spitzenjournalismus hat man vom kicker auch in den 60er Jahren nicht bekommen. Aber durch die Gewinnmaximierungspolitik seit den 90er Jahren hat das nochmal zugenommen. Ich habe das noch nicht nachgezählt, aber ich möchte nicht wissen, wie groß der Anteil ist, der fast unbearbeitet von dpa & Co. übernommen werden. Außerdem häufen sich Orthographiefehler, egal bei welcher Zeitung oder Magazin. Ich dachte anfangs, die WAZ, auch von Funke, wäre ein negativer Ausraster, aber dasselbe kann man auch bei den sogenannten Qualitätsmedien erleben. Und ich werde das Gefühl nicht los, das gerade bei politischen Themen einer die Richtung vorgibt und der Rest schreibt ab. Ich versuche dann eben, bei Medien abseits des Mainstream eine zweite Meinung einzuholen.

    • jandpunkt 11. Februar 2019 um 11:14 Uhr

      Ich glaube schon lange nicht mehr an „richtigen“ Journalismus im Mainstream… das bedeutet nur leider nicht automatisch, dass die Propaganda abseits des Mainstreams weniger wird, oft ist das Gegenteil der Fall. Gerade DAS macht die Bildung der wirklich eigenen Meinung so schwierig, da gehört schon ein gewisser Wille dazu… und n büsch’n Grips… und Sport im allgemeinen ist dabei am allerunwichtigsten…

  8. cajunX 11. Februar 2019 um 11:23 Uhr

    Da ist eben Arbeit von mir als Leser gefragt. Ich glaube nichts mehr ungeprüft, sondern versuche einfach, da entsprechende Quellen zu finden, leider oft vergeblich. Da muß man dem amerikanischen Senator Johnson recht geben, der 2017 nach Rußland reiste und auch in Bezug zu den Zeitungen in seinem Land sagte: „Der erste Verlierer in einem Krieg ist die Wahrheit!“ Wie recht er hatte und dies betrifft auch besonders unsere Staatsmedien.

  9. Libero 11. Februar 2019 um 11:53 Uhr

    Wenn ich mir den Beruf des Journalisten aussuche, dann habe ich auch entsprechend zu arbeiten und handeln.
    Ich erwarte von einem Journalisten Unabhängigkeit, Neutralität, kritische Distanz, Neugierde und Unbequemlichkeit.
    lasse ich das alles vermissen, habe ich meinen Beruf verfehlt oder muss ganz offiziell die Seiten wechseln, wie z.B. ein Steffen Seibert (vom ZDF zum Regierungssprecher) oder ein Dieter Nickles (von Sky zum Pressesprecher bei den Bayern).
    Werden die Schillers und Linnenbrüggers tatsächlich von ihren Chefredakteuren gezwungen, so viel gequirlte Sch…. zu schreiben?
    Mir ist völlig unverständlich, wie man als Journalist den Mantel des Schweigens über die Verantwortlichen des HSV hüllen und sich mit jeglicher Kritik an den handelnden Personen zurückzuhalten kann.
    Ich könnte nicht mehr in den Spiegel gucken.
    Kohle hin oder her, dann muss ich eben meinen Beruf wechseln!!
    Für mich sind diese „Journalisten“ vergleichbar mit einem TÜV Prüfer, der für 500,- Euro eine TÜV Plakette verkauft, obwohl die Bremsen, der Kat und die Abgaswerte völlig kaputt sind, gemäß dem Motto, Hauptsache die Kohle stimmt.
    Widerlich !!

    • Oldashanti 11. Februar 2019 um 12:21 Uhr

      Du erwartest also, dass der geneigte Journalist sich gegen seinen Arbeitgeber richtet, seine „Journalisten-Ehre“ über seine Jobsicherheit stellt und nur der Wahrheit verpflichtet ist?
      Das ist doch eher naiv.
      Als jemand dessen Redaktion schon vor Jahren geschlossen wurde (die Arbeit wird an anderer Stelle von jüngeren, für den Verlag günstigeren Menschen gemacht oder einfach vom Computer), sage ich mal danke Grave für den heutigen Artikel. So sieht es aus und auch das macht diesen Blog so wertvoll.

      • Libero 11. Februar 2019 um 12:29 Uhr

        Ich glaube nicht, dass sich diese „Journalisten“ gegen ihren Arbeitgeber richten.
        Kann mir nicht vorstellen, dass jemand sein ganzes Berufsleben etwas gegen seine Überzeugung macht.
        So etwas macht doch krank und du gehst kaputt.
        So wie die Artikel über den HSV in Mopo, Bild und Abendblatt geschrieben sind, hat man das Gefühl, dass die Schreiberlinge eher richtige HSV Fans sind als Journalisten.
        Nur so ist für mich das Verhalten zu erklären.

  10. cajunX 11. Februar 2019 um 12:10 Uhr

    Ich komme aus dem Raum Karlsruhe und kenne da im Umkreis von 50-70 km etwa 20 Journalisten mehr oder weniger gut. Etwa 25% von ihnen sind fest angestellt, der Rest arbeitet freiberuflich. Ich hatte einen von ihnen, der auch mit den Wölfen heulte, einmal auf eine Aussage des großartigen ZDF-Journalisten Hans-Joachim Friedrichs angesprochen: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“

    Seine Antwort war: Als Chefredakteur und Mitglied der Geschäftsleitung hatte der auch gut reden. Ich sagte nur:“Glaubst Du eigentlich, daß der beim ZDF gleich oben eingestiegen ist? Als er den Satz sagte, hatte er 30 Berufsjahre hinter sich. Und es war sicher schwieriger, damals Karriere zu machen und vor allem dauerte es in den Jahrzehnten vor dem Internet länger.“ Er Klinkte sich darauf ohne einen weiteren Satz aus dem Dialog aus.

  11. Libero 11. Februar 2019 um 12:13 Uhr

    Grave, ich hoffe, dass Du Deine kritische Distanz behältst und nicht auch irgendwann der Versuchung unterliegst (Bares gegen Wahrheit)

    • Gravesen 11. Februar 2019 um 12:59 Uhr

      Darauf kannst du dich verlassen. Im Laufe der letzten 6 Jahre wollten verschiedene Leute/Firmen/Interessensvertreter in diesen Blog einsteigen und ihn in irgendeiner Form finanzieren. Mal sollte ich als Auftragsschreiber bei jeder Gelegenheit irgendwelche Produkt-Empfehlungen in den Blog einbauen, mal sollte ich in eine bestimmte (vereinspolitische) Richtung schwimmen. Ich habe jedesmal abgelehnt, weil ich der Meinung war, dass dies das Ende dieses Blogs bedeuten würde. Natürlich hätte ich nichts gegen einen Sponsor oder ein Unternehmen, welches diesen Blog präsentiert, aber ich bin nicht bereit, die Art und Weise, die Tonalität und die Sprache dieses Blog zu ändern und eben dies müsste ein Sponsor gut finden und mitmachen. Leider unterstützen die meisten Unternehmen heute nichts anderes mehr als den Mainstream, da kann man so wunderbar mitjubeln.

      • UFO 11. Februar 2019 um 13:04 Uhr

        Du brauchst also so einen Gönner wie Herrn Kühne … 🙂

      • gleitsichtexperte 11. Februar 2019 um 14:11 Uhr

        als du das buch „der abstieg“ hier vorgestellt hast, hätte ich, wenn du das z.b. übers amazon partnerprogramm hier verlinkt hättest, auf jeden fall über diese seite bestellt.
        will nur sagen, ich sehe darin nichts verwerfliches und es wäre eine willkommene möglichkeit dich zu unterstützen.

        • Gravesen 11. Februar 2019 um 14:33 Uhr

          Das ist nett, aber ich möchte kein Geld mit der Leistung anderer verdienen.

      • Libero 11. Februar 2019 um 14:12 Uhr

        👍 Toll, dass du weitermachst wie bisher .
        Dieses ist der erste und einzige Blog, bei dem ich aktiv mitmache.
        Das Thema HSV an sich, deine unterschiedlichen Themensetzungen und letztendlich die Qualität der Beiträge und Blogteilnehmer machen einfach Spaß und ich hoffe, dass du noch ein paar Jährchen weitermachst.
        Ansonsten gäbe es kein Gegengewicht mehr zu Bild, Mopo, Abendblatt und am schlimmsten, der Graupenperle.

  12. Ex-HSVer im Herzen 11. Februar 2019 um 12:40 Uhr

    Vielen Dank für den interessanten Einblick in diesen Bereich. Dann wundert es mich nicht, dass nur noch Einheitsbrei abgeliefert wird. In Zeiten der Digitalisierung und Infos for Free durch Google & Co. will doch keiner mehr zahlen. Und das führt zu massivem Umsatzrückgang und Qualitätsrückgang. Aber auch hier gilt: Die Masse bestimmt. Und die Masse will positive Nachrichten „ihres“ Vereins. Denn sonst wenden sie sich auch noch ab und die Presse kann endgültig den Laden dicht machen.

    Zu Paderborn: hast du etwas anderes erwartet? Nach dem heutigen Sieg gegen Dresden wird sowieso wieder am großen Rad gedreht

  13. Jakob 11. Februar 2019 um 13:03 Uhr

    Hallo Grave,

    der gesamte Mainstream ist durchsetzt von diesen Propaganda-Angestellten. Man muss sich mal diese Leute genauer anschauen. Die werden i.d.R. keine seriösen Jobs bekommen. Und ja man kann durchaus Nein zu Konzernen sagen (Grave ich habe dir mal mein Nein an eine dt. Waffenfirma geschickt). Ja es geht, man kann aufstehen und sich der Dummheit und den Betrügern widersetzen. Geldeinbüßen? Wirklich? Ich kann nur sagen, dass das nicht stimmt. Die Bewegung Richtung Wahrheit ist größer als man es uns glauben lassen will.

    Eine Frage an Dich Grave: Wenn sich die von dir genannten (HSV-) Hofberichterstatter vom Mainstream emanzipieren würden und ein Buch über die Machenschaften beim HSV schreiben würden 1980-2019 zum Beispiel), hätten Sie genügend Stoff für HSV-Football-Leaks? Wie oft würde sich so ein Buch verkaufen deiner Erfahrung mit den Büchern zu den Themen nach? Würde daraus ein Jahresgehalt rausspringen?

    Ein Freund hat mir den Link geschickt. Ab Minute 5:00 https://kenfm.de/me-myself-and-media-49/
    Keiner der großen Verlage und Zeitungen (Familien-Konzerne by the way!!!) ist mehr seriös. Spiegel hat lediglich ein Image. Gott sei gedankt, dass diese Konzerne miese machen. Ich habe seit jahren keinen Cent mehr für diese PRodukte ausgegeben und es bleibt so (außer sch. GEZ – und ich habe nicht mal mehr TV zu Hause). Reicht schon beim Arzt oder der Bahn mal einen Blick hineinzuwerfen um zu sehen, dass es eh nur schlimmer wird.

    Ich spende jährlich um die 600€ an Blogs und alternative Websites. Fühlt sich sehr gut an.

    • Gravesen 11. Februar 2019 um 13:10 Uhr

      Zu deiner Frage: Ich beschäftige mich erst seit ca. 7 Jahren intensiver mit der Vereinspolitik, aber allein die Dinge, die ich weiß, würden für ein ziemlich dickes Buch reichen. Ginge man dann noch 20 Jahre zurück und ergänze meine vielleicht 20% Wissen um die Hintergründe um den Rest, kannst du für eine Gutenberg-Bibel spenden. Ob sich das Ganze dann über die Stadtgrenzen hinaus verkaufen würde, kann ich nicht wirklich einschätzen. Meines Wissens nach hat „Der Abstieg“ keine 10.000 Bücher verkauft und das peinliche Matz-Sammelsurium keine 1.000

  14. CH 11. Februar 2019 um 16:40 Uhr
    • Gravesen 11. Februar 2019 um 17:39 Uhr

      Ich kenne eine ähnliche Geschichte. Ein Freund von mir war Test-Redakteur bei AutoBild und er war (u.a.), der den berühmten Elch-Test mit der damals neuen A-Klasse durchführte. Mercedes musste für viele Millionen nachrüsten und mein Freund war kurze Zeit später? Richtig, Pressesprecher bei Mercedes.

  15. BerndH60 11. Februar 2019 um 20:44 Uhr

    Die Käuflichkeit im Journalismus, die Abhängigkeit der Redaktion, der Reporter und sogar des Herausgebers von Werbung, Aufträgen und Vitamin B, war schon Thema in der hervorragenden Serie „Kir Royal“ von 1986.
    Wer 2 Minuten Zeit kann sich auf YouTube von Mario Adorf und Franz Xaver Kroetz zeigen lassen,
    wer in dem Business das Sagen hat.

  16. Ehemaliger HSV-Fan 11. Februar 2019 um 22:17 Uhr

    Man, der HSV hat mehr Glück als Verstand. Was für ein dämliches Tor.

  17. Volli 11. Februar 2019 um 22:34 Uhr

    Überzeugender Sieg unseres HSV 😂

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