So geht Nachwuchs, ihr Luschen

Ich kann nicht mehr zählen, wie oft in Hamburg in den letzten 15 Jahren über den eigenen Nachwuchs gesprochen wurde. Vorläufiger Höhepunkt war im Jahr 2009 die Aussage des damaligen (und jetzigen) Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann, der die eigene Nachwuchs-Abteilung als „Geldverbrennungsmaschine“ bezeichnete, dieser Text leitete die Trennung vom damaligen Sportchef Dietmar „Verbrennungs-Didi“ Beiersdorfer ein. Und obwohl der Focus in Hamburg nach wie vor auf den Stars vor Morgen hätte liegen müssen, passierte im Grunde weniger als nichts. Selbst der im Juni 2017 eröffnete und mit Otto-Millionen fremdfinanzierte Campus brachte bisher keine Erfolge, obwohl man sich seit 2014 sogar den selbsternannten Nachwuchs-Gott Bernhard Peters und jährlich € 8 Mio. leistete, um endlich einmal zumindest einen Nachfolger von Jonathan Tah zu finden, der den HSV 2016 für sagenhafte € 7,5 Mio. Richtung Leverkusen verließ, der heutige Marktwert liegt bei € 32 Mio.

Guckt man von Hamburg aus Richtung Süden, könnte und sollte man vor Neid erblassen, denn in Stuttgart zeigen sie, wie man Nachwuchs ausbildet. Allerdings sieht man eben auch am VfB Stuttgart, dass man noch so gut ausbilden kann – wenn das Management nicht funktioniert, kann man selbst aus Gold nichts entwickeln. Dennoch: Die Nachwuchsausbildung in Stuttgart ist beispielhaft, wenn man sieht, welche Profis aus deren Akademie hervorgegangen sind. Als da wären…

Timo Werner (22): Eigengewächs, heutiger Marktwert: € 65 Mio.

Joshua Kimmich (22): Ablöse € 500.000, heutiger Marktwert: € 60 Mio.

Antonio Rüdiger (26): ablösefrei, heutiger Marktwert: € 45 Mio.

Serge Gnabry (23): ablösefrei, heutiger Marktwert: € 40 Mio.

Thilo Kehrer (22): ablösefrei, heutiger Marktwert: € 35 Mio.

Bernd Leno (27): ablösefrei, heutiger Marktwert: € 25 Mio.

Sead Kolasinac (25): ablösefrei, heutiger Marktwert: € 20 Mio.

Timo Baumgartl (23): ablösefrei, heutiger Marktwert: € 15 Mio.

Sami Khedira (31): ablösefrei, Markthöchstwert: € 35 Mio.

Sebastian Rudy (29): ablösefrei, heutiger Marktwert: € 14 Mio.

Odysseus Vladochimos (24): ablösefrei, heutiger Marktwert: € 10 Mio.

Loris Karius (25): ablösefrei, heutiger Marktwert: € 9,5 Mio.

Rani Khedira (25): ablösefrei, heutiger Marktwert: € 6 Mio.

Daniel Didavi (29): ablösefrei, heutiger Marktwert: € 6 Mio.

Sven Ulreich (30): ablösefrei, heutiger Marktwert: € 4,5 Mio.

Holger Badstuber (29): ablösefrei, Markthöchstwert: € 22 Mio.

Mario Gomez (33): ablösefrei, Markthöchstwert: € 42 Mio.

Dann wollen wir doch mal gucken, wo die letzten Super-Talente aus der HSV-Schmiede gelandet sind.

2011: Sidney Sam (heute Bochum: für € 2 Mio. nach Leverkusen), Sören Bertram (heute Darmstadt: ablösefrei nach Bochum), Wolfgang Hesl (heute Kaiserslautern: ablösefrei nach Dresden), Kai-Fabian Schulz (heute Todesfeld: ablösefrei nach Jena), Maximilian Beister (heute Uerdingen: ablösefrei nach Mainz), Hanno Behrens (heute Nürnberg: ablösefrei nach Darmstadt), Christan Groß (heute Werder II: ablösefrei nach Babelsberg)

2012: Lennard Sowah (heute Hamilton Ac: vereinslos), Eric-Maxim Choupo-Moting (heute PSG: ablösefrei nach Mainz), Tunay Torun (heute Bursaspor: ablösefrei zu Hertha)

2013: Daniel Nagy (heute Ujpest; ablösefrei nach Osnabrück), Miroslav Stepanek (heute Schärding: ablösefrei nach Senica), Muhamed Besic (heute Middlesbrough: ablösefrei zu Ferencvaros), Kevin Ingreso (heute Ceres-Negros: ablösefrei nach Neumünster), Heung-Min Son (heute Tottenham: für € 10 Mio. nach Leverkusen)

2014:

(Beginn der Tätigkeit von Bernhard Peters)

2015: Zhi Gin Lam (heute R&F Hongkong: für € 200.000 nach Fürth),

2016: Jonathan Tah (heute Leverkusen: für € 7,5 Mio. nach Leverkusen), Alexander Brunst (heute Magdeburg: für € 200.000 zu Wolfsburg II),

2017: Philip Müller (heute Münster: ablösefrei nach Wiesbaden)

2018: Dren Feka (heute Luzern: ablösefrei nach Luzern), Frank Ronstadt (Werder II: ablösefrei zu Werder II), Ashton Götz (heute vereinslos: ablösefrei zu vereinslos)

2019: Mats Köhlert (heute zurück zu HSV II)

spätestens 2020: Fiete Arp (heute Bayern München: für € 2,5 Mio. nach München)

Betrachtet man diese Entwicklung, betrachtet man die Tatsache, dass von den aktuelle, hochgezogenen Nachwuchsspielern kaum einer in der zweiten Liga zum Einsatz kommt, kann man das Ganze nur als ein riesengroßes Desaster bezeichnen. Trotz des Einsatzes von zig-Millionen Euro, trotz der Fertigstellung des angeblich modernsten Campus der Welt, trotz diverser Trainer und Nachwuchs-Größen, kommt nichts dabei raus. Und schaut man sich an, dass der VfB Stuttgart bis auf einen Spieler alle seine Nachwuchsstars ablösefrei bekommen hat, muss man sich sich doch diverse Fragen stellen. Wie ist das möglich? Auch der VfB Stuttgart ist in den letzten 12 Jahren nicht eben für seinen sportlichen Dauererfolg bekannt (Tabellenplätze 12, 6, 12, 15, 14, 17, zweite Liga, 7), also wechselt man als junge Kicker nicht eben zu einem erfolgsverwöhnte Klub.

Also? Woran liegt es? Sind beim HSV zu viele Selbstdarsteller am Werk? Verpflichtet man die falschen Nachwuchsscouts? Ist der HSV nicht mehr attraktiv genug für junge Spieler? Irgendwo muss doch der Fehler liegen. Aber gucken wir uns zusätzlich die Nachwuchs-Hoffnungen der Gegenwart an, also alles Spieler, die unter der Leitung des Herrn Peters zum HSV geholt wurden und analysieren wir, welche Rolle diese Herren bei einem durchschnittlichen Zweitligisten spielen.

Morten Behrens (21): ablösefrei, Einsatzminuten Zweite Liga: 0

Stephan Ambrosius (20): ablösefrei, Einsatzminuten Zweite Liga: 0

Patric Pfeiffer (19): ablösefrei, Einsatzminuten Zweite Liga: 0

Josha Vagnoman (18): ablösefrei, Einsatzminuten Zweite Liga: 192

Tobias Knost (18): ablösefrei, Einsatzminuten Zweite Liga: 0

Jonas David (18): ablösefrei, Einsatzminuten Zweite Liga: 45

Moritz-Bruni Kwarteng (20): ablösefrei, Einsatzminuten Zweite Liga: 0

Marco Drawz (20): ablösefrei, Einsatzminuten Zweite Liga: 0

Jann-Fiete Arp (19): ablösefrei, Einsatzminuten Zweite Liga: 370

Ich denke, das Ganze ist mit Begriff „überschaubar“ nicht ausreichend gewürdigt, aber diese Local player, die für die Zertifizierung der Nachwuchsabteilung wichtig sind, erfüllen selbstverständlich ein wichtiges Kriterium – sie sind jung. In einem Kader von 32 Spielern insgesamt 9 Spieler zu haben, die im Schnitt 19,2 Jahre alt sind, das schlägt sich eben auch im Gesamt-Altersdurchschnitt nieder und man kann bei Bedarf immer wieder medienwirksam rausposauen, welch außerordentlich jungen Kader man doch beschäftigt. Leider ist dies, wie man beim Blick auf die Einsatzzeiten erkennen kann, wie alles beim HSV: Blendwerk und heiße Luft.

Aber halt, einen sehr jungen Spieler hat der HSV dann doch in seinem Kader und der brachte in den meisten Spielen seine Leistung

Orel Mangala (20): Einsatzminuten zweite Liga: 1885

Nur schade, dass dieser Spieler lediglich geliehen ist. Und wem gehört der Junge? Ach richtig, dem VfB Stuttgart. So ein Zufall.

 

Von | 2019-03-06T07:46:27+01:00 6. März 2019|Allgemein|33 Kommentare

33 Comments

  1. BerndH60 6. März 2019 um 08:13 Uhr

    „Und, Nikki, was sagst du zu dieser eindeutigen Aufstellung?“

    „Alles gelogen, Komplott von DFB, Schiedsrichter pfeifen gegen HSV, Hoffmann bester VV ever, HSV, HSV, alles super, 1887%“

    • SvenB. 6. März 2019 um 08:19 Uhr

      @BerndH60: Du hast eine Phrase vergessen: „Nur der HSV“… Die kotzt mich schon seit Jahren an, auch als es für den HSV noch halbwegs lief!

      @Grave: sehr schön herausgearbeitet. Aber auch das würde die Hüpfer nicht überzeugen, wenn sie es denn lesen würden…

    • Rothose78 6. März 2019 um 09:42 Uhr

      Freund „Nicki“ ist ziemlich abgetaucht…

      • atari 6. März 2019 um 10:50 Uhr

        Nicki taucht immer dann ab, wenn seine hohlen Phrasen nicht eingetreten sind und genau das Gegenteil passiert ist, was er monatelang in die Tastatur gehustet hat. Dann wechselt er ganz schnell den Blog oder ändert einfach seinen Namen. Nun rumpelt er bei den Graupenperlen und klatscht genau denen auf die Schulter, die er vorher regelmäßig mit Spott und Häme überschüttet und beschimpft hat. Der Typ ist eben einfach nur charakterlos und immer wieder ein gutes Beispiel für den typischen HSV – Fan. Widerlich.

        • Gravesen 6. März 2019 um 10:59 Uhr

          Im Moment prügelt er gerade als „Rumpelstilzchen“ auf den Verein ein. Der Typ ist einfach nur ein krankes Stück Scheiße

  2. NochNieDerHSV 6. März 2019 um 08:24 Uhr

    Nicht zu vergessen ein weiterer Youngster mit Einsatzzeiten, der, der Zeitungen für Kult hält,: Berkay Özcan, ausgebildet beim VfB Stuttgart.

  3. Sebastian 6. März 2019 um 09:39 Uhr

    Sehr gut herausgearbeitet! Stuttgart ist seit Jahren ein Vorbild für viele Vereine, selbst den FC Bayern. Und wie man an der Liste der Talente sieht, sind auch einige bei Bayern gelandet oder werden dort noch hinkommen (voraussichtlich Werner).

    Als ich die Überschrift las, dachte ich allerdings zuerst an Ajax – kein Wunder wenn man sieht was die bei Real abgeliefert haben. Deren jüngste Startelf hatte diese Saison ein Durchschnittsalter von 21,2 Jahren, wobei nur 2 Spieler älter als 21 waren (nämlich 25 und 27)!

    Durchschnittsalter des Kaders: 24,1 Jahre.

    In der gestrigen Startelf standen Spieler die 19 (zugleich Kapitän!), 21, 21, 21, 22, 22 Jahre alt waren!

    DAS ist integrierte Nachwuchsarbeit par excellence…

  4. Gravesen 6. März 2019 um 10:02 Uhr

    Gehts etwas genauer?

  5. lukaslokomo 6. März 2019 um 10:11 Uhr

    off Topic: Hwang ist nicht fit oder nicht in Form, spielt aber trotzdem – warum?

    weil der HSV 1 Mio bezahlen muss, wenn er nicht auf 20 Spiele kommt. Jetzt hat er 17 und fällt länger aus…….

    https://www.mopo.de/sport/hsv/verletzungs-schock-vor-dem-derby-hwang-ausfall-koennte-den-hsv-viel-geld-kosten-32173918

    • Sebastian 6. März 2019 um 10:14 Uhr

      Hahahahahaaaaa, DAS nenne ich mal lustig! Also nicht, dass er sich verletzt hat, aber dass man solche Verträge macht…

  6. Maddin der Erste 6. März 2019 um 10:32 Uhr

    Der hier ist auch gut.
    https://www.moneyhouse.de/HSV-Fussball-AG-Hamburg/Bonitaetsveraenderung
    Es darf gerätselt werden ob zum Positiven oder Negativen.😀

  7. MM 6. März 2019 um 10:33 Uhr

    Sehr gut und treffend herausgearbeitet.

  8. Gravesen 6. März 2019 um 11:32 Uhr

    Dann stell das einfach dem gegenüber, was in den Jahren beim HSV passiert ist, wahrscheinlich mit deutlich größerem finanziellen Aufwand.

  9. Micha 6. März 2019 um 12:07 Uhr

    Laut Transfermarkt war Gnabry von 2005 – 2011, Kehrer von 2009-2012 beim VfB, also lang genug, um als großes Talent entdeckt und umworben zu werden. Beide sind nicht zu den Stuttgarter Profis und fast ablösefrei gegangen. Was nützt dann die Nachwuchsakademie?

    • Gravesen 6. März 2019 um 12:17 Uhr

      Und gern nochmal für alle aus dem oben zu lesenden Blog:
      .

      Allerdings sieht man eben auch am VfB Stuttgart, dass man noch so gut ausbilden kann – wenn das Management nicht funktioniert, kann man selbst aus Gold nichts entwickeln.

      .
      Natürlich ist es Käse, wenn man die eigenen Talente nahezu ohne Ertrag an andere Vereine verliert, aber das sind eben die erwähnten Fehler im Management. Viel schlimmer ist es jedoch, wenn man als Verein gar nicht erst in der Lage ist, solche Talente zu finden und auszubilden. Das kann doch nicht so schwer zu kapieren sein.

      • atari 6. März 2019 um 12:46 Uhr

        Finden vielleicht schon. Der Knackpunkt ist die Ausbildung. In Hamburg ist niemand in der Lage einen Nachwuchskicker besser zu machen und ihn bei den Profis zu integrieren. Das ist übrigens nicht die alleinige Aufgabe des Cheftrainers! Es scheint auch überhaupt nicht das Ziel zu sein. Anders ist es nicht zu erklären das der HSV alles dafür tut, dass sich Nachwuchsspieler im Profibereich langfristig nicht durchsetzen können.

      • Gravesen 6. März 2019 um 12:47 Uhr

        Genau, also das Übliche. Wir sind scheiße, aber die anderen sind scheißer. Ich kann den Dreck nicht mehr hören.

  10. atari 6. März 2019 um 14:45 Uhr

    Wenn man nur mal die letzten beiden Tage in der Graupenperle liest, dann erkennt man sehr deutlich das ganze Dilemma um den HSV herum. Der Vorturner ist unverändert ganz schnell und am allerbesten mit Journalisten-Simulant und Münchhausen erklärt. Schaut man sich aber seine Leserschaft an, dann wird das ganze Grauen sehr deutlich. Ich habe noch keine ekligere Gruppierung von Wendehälsen und Umfallern gesehen wie in der Veranstaltung dort. Es ist ein einziger Rentnerclub von Besserwissern, die wie eine Fahne im Wind Meinungen vertreten. Die einzige Konstanz: Je nachdem, wie man zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung zum Trainer stand und diese kommentiert hatte wird beharrlich daran festgehalten. Egal was auch passiert, die eigene Meinung war immer die Richtige. Einmal wünscht man sich Kontinuität, beim nächsten Trainer sucht man natürlich verzweifelt nach Gründen, warum diese Kontinuität gerade jetzt nicht mehr wichtig ist. Am ekligsten natürlich die Nicki Sprechpuppe mit wir schaffen das nach Mutation zum Rumpelstilzchen Trainer Kritiker. Diese Hohlbirne meint wirklich, dass es einen Trainer geben könnte, der mit diesen Spielern etwas mehr anfangen könnte. Seit wie vielen Jahren arbeiten sich diese Typen jetzt eigentlich schon am jeweils aktuellen Trainer ab? Dabei geht es eigentlich immer nur um das eigene Ego und Rechthaberei. Köstlich auch der neue Blogwächter HSK im Auftrag von Mama unterwegs. Dieser HSV und sein Umfeld gehört in die Kreisklasse.

  11. Ex-HSVer im Herzen 6. März 2019 um 14:48 Uhr

    Moin Grave! Super Analyse, was eigentlich die Aufgabe der ehrenwerten bezahlten Pressevertreter wäre.

    Ich finde deinen Blog zu 99 % super. Die 100 % würdest du erreichen, wenn nicht mehr über Graupenperle, Scholle, Nickis oder sonstige Krüppel geschrieben/gelästert/zitiert wird. Dass die alle scheisse sind, ist bekannt und Du hast genug Substanz und Qualität hier, dass es nicht nötig ist, diese Versager zum Thema zu machen.

    • Gravesen 6. März 2019 um 14:57 Uhr

      Das eine Prozent gönne ich mir ab und zu gern 🙂

    • atari 6. März 2019 um 15:40 Uhr

      Wenn man über den HSV und die unendliche Fehlerkette verbunden mit Gier und Machtgehabe berichtet, dann gehört in diese Berichte und Blogs auch die Horde, die dies alles möglich macht. Zu jeder Fehlleistungund dem Beschiss von Managern gehört eine riesige Schafherde und eine Ansammlung vom Profiteuren, die dies alles begünstigt und überhaupt möglich macht. Es wäre nicht richtig, dieses Geschwür oder Teile davon auszublenden (meine Meinung!).

  12. Kobinho 6. März 2019 um 14:50 Uhr

    Im Moment ist Hertha das Maß der Dinge in der Nachwuchsarbeit. Dort sind die jungen Spieler nicht nur im Kader, um den Altersschnitt zu senken, sondern spielen regelmäßig in der Ersten Liga.
    Stuttgart hat die wichtigen Leute im Nachwuchsbereich verloren, vor allem an RB Leipzig.

    Beim HSV wird immer nur über die Wichtigkeit der jungen Spieler geredet, gefordert/gefördert werden sie nie adäquat.

    Vor gut 20 Jahren habe ich die Nachwuchsabteilung miterlebt, als mein Bruder beim HSV gespielt. Läuferisch waren alle top, hätten bei den Leichtathletikmeisterschaften Titel holen können, nur fußballerisch wurde im Training nichts geboten. Und dabei sind die Jungs alle richtig lernwillig!

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Kompetenz im Nachwuchs immer noch unterdurchschnittlich ist. Dazu kommt der fehlende Wille, die jungen Leute wirklich bei den Profis einbauen zu wollen. Wenn sich das nicht ändert, kann man den Jugendfußball und die Zweite gleich dem e.V. unterstellen.

  13. Kugelblitz 6. März 2019 um 14:52 Uhr

    der VFB hat für Gomez (30 mio) , Rüdiger (9,5) , Werner (14) etc. Millionenablösen erhalten.

    Das „ablösefrei“ in der Auflistung wird die Ablöse sein, die der VFB für die Talente gezahlt hat.

  14. Ex-HSVer im Herzen 6. März 2019 um 15:35 Uhr

    Der Grund, warum da nix kommt liegt doch auf der Hand: Nachwuchs wäre Chefsache für den VV, denn die Profiabteilung verwaltet sich quasi selbst und ist sowieso dem Vorstand Sport unterstellt. Was macht Hoffmann den ganzen Tag zur Hölle!!! Wenn er ein Profi und keine Lusche wäre, wüsste er, das das der EINZIGE WEG ist, dass diese rauchende Ruine irgendwann mal wieder erfolgreich ist. Und ebenso die Tatsache, dass in dem Bereich die C- und D-Klasse der Trainer arbeitet, denn sonst würden sie 1.-3. Liga trainieren. Und die meisten sind doch kaum älter als die Talente selbst. Ohne große Lebenserfahrung und pädagogische Kenntnisse. Die Ausbildung von 14-18 jährigen bedarf anderer Methoden und dafür braucht man einen echten Profi. Doch welcher Profi wechselt zu einem Verein, wo die linke Hand nicht weiß was die rechte macht und ohne klare Kompetenz.
    Ich möchte nicht wissen, wie viele wirklich hoffnungsvoller Talent unter gehen, weil sie einfach nicht richtig ausgebildet und erzogen werden. Das inkludiert soziales Verhalten und auch den Umgang mit den Medien. Schaut euch doch mal Fiete Arp an. Null gerissen, keine 1000 Minuten Spielzeit und ein „Supertalent“. Ein Grund: Medienhype und dadurch falsches Selbstbild. Schon hört das Bissige auf und die Entwicklung stagniert. Anderes Beispiel: Sancho vom BVB. Megasuper Fussballer, der 1 Milliarde Marktwert hat nach ein paar guten Spielen. Und jetzt? Luschenkicker seit Monaten. Die Vereine müssen endlich verstehen, dass man hervorragende Fußballer nur bekommt, wenn auch die sozialen Fähigkeiten ausgebildet werden. Statt dass diesen Bubis erlaubt wird, permanent auf der Playstation oder mit dem
    Phone bei Instagram zu daddeln. Coole Tattoos, schnittige Frisuren und geile Karren mit 18/19… wo soll denn dann noch der Ehrgeiz herkommen, es weiter zu schaffen, wenn man es in dem Alter schon geschafft hat Millionär zu sein.

    Die ganze Branche ist einfach nur noch krank und irgendwann wird das ganze implodieren.

    • atari 6. März 2019 um 16:19 Uhr

      Ich habe es vor Jahren in Hamburg immer wieder so erlebt, dass Jugendmannschaften von irgendwelchen Platzwarten oder Eltern trainiert wurden, weil niemand anderer im Ehrenamt gefunden wurde. Nur in ganz wenigen Ausnahmen hat sich mal ein verdienter Ligaspieler mit Fußball-Know-How diesen Jungs angenommen. Es kam zum Teil vor, dass Jungs mit Perspektive schon in diesem wichtigen Alter nicht im erforderlichen Maße gefördert wurden. Da sind wir auch wieder beim Beispiel Nicki. Nach eigenen Aussagen bei Matz-Ab trainiert er auch eine Mannschaft und betont dies auch immer wieder, um seine Aussagen mit vermeintlichem Sachverstand zu untermauern. Wenn ich aber seinen Charakter in den letzten Jahren genau verfolge, dann dürfte so ein Mensch niemals Jugendtrainer sein und junge Talente versauen oder ihnen den Spaß am Fußball nehmen. Da kann man nur hoffen, dass er nur irgend eine untere alte Herrenmannschaft beim SC Condor betreut und seine Weißheiten nicht an junge vielversprechende Kicker weiter gibt. Auf jeden Fall ist das, was der HSV in der eigenen Stadt entdecken kann, schon mal stark eingeschränkt oder schon total versaut. Ein einziger Tah ist einfach zu wenig.

  15. Frank Meier 6. März 2019 um 16:25 Uhr

    In Stuttgart war von 2011 bis 2014 im Bereich Scouting, Jugend- und Nachwuchsarbeit ein gewisser Ralf Becker tätig – ein meiner Meinung nach interessanter Fakt, wenn hier schon eine Brücke vom VfB zum HSV geschlagen wird.

  16. PM 6. März 2019 um 16:39 Uhr

    Meines Erachtens ist nicht ein Spieler von den aufgezählten unter der Leitung von Peters zum HSV gekommen. Die waren alle schon vorher da!

    • Gravesen 6. März 2019 um 16:52 Uhr

      Aha. Deines Erachtens also.

  17. durchreisender 6. März 2019 um 17:21 Uhr

    Das Blendwerk vervollständigt sich ,wenn der HSV bei Aufstieg in diesem Jahr 10 neue Spieler holen will.

  18. PM 6. März 2019 um 17:37 Uhr

    Gut, gebe dir recht:
    Hätte schreiben müssen: fast alle aufgezählten Spieler sind vor Peters zum HSV gewechselt.

    Ob Peters aber an Transferentscheidungen beteiligt war, kann ich nicht beantworten.

    Man kann aber denke ich festhalten, dass es kein Neuzugang während der Peters-Zeit in die 1. Mannschaft geschafft hat.

  19. Hein 6. März 2019 um 19:34 Uhr

    Also ich finde das der HSV gerade in der vor Peters Zeit doch den ein oder anderen ins Profi Lager begleitet hat und die jugendarbeit war nie so schlecht klar gibt es besser Beispiele und nutzen tut es heut dem HSV auch nen scheiss …aber ich glaube das im Durchschnitt bei anderen Profimannschaften auch nicht mehr Leute geschafft haben .

  20. Sag' Tschüss Dino 6. März 2019 um 23:52 Uhr

    Was erwartest Du, Grave?

    Der HSV ist nur noch ein Selbstbedienungsladen für eine Clique von Abzockern, wie Du selbst am besten weisst. Nachwuchsarbeit wird also auf das Nötigste beschränkt und die ganze Energie dafür aufgewendet, die Gelddruckmaschine so lange wie möglich am Leben zu halten. Haben sich alle Schmarotzer voll gesogen, ist denen das weitere Schicksal von Verein und dessen Mitarbeitern völlig egal. Das hat sogar der alte Geldsack inzwischen geschnallt und hält sein Geld zurück, statt sich gebauchpinselt zu fühlen, er würde für sein Hobby HSV gebraucht. Nur die Orks im Stadion raffen das alles erst, wenn das Kind längst im Brunnen ersoffen ist.

  21. Gastspielerlaubnis 7. März 2019 um 08:09 Uhr

    Zuallererst guten Tag. Obwohl seit Anbeginn meines fußballerischen Interesses Anhänger des VfB Stuttgart, lese ich hier schon lange still mit und bin daher über die jüngere Geschichte des HSV weitaus besser informiert, als manch „wandelnde Raute“, die sich leider über andere Kanäle „informiert“. Größten Respekt für den Blogbetreiber und beste Wünsche für das in Übersee studierende Töchterle.

    Da es in diesem Blog einmal über „meinen“ Verein (der oft genug ebenfalls Anlass zu einiger Kritik gibt), insbesondere über dessen Jugendarbeit in Vergangenheit und Gegenwart geht, vielleicht einmal ein paar Zitate aus der Homepage des Vereins, aus denen das Konzept des VfB in Sachen Jugendabteilung hervorgeht.

    „Die Ausbildungskonzeption des VfB Stuttgart

    Der VfB steht für nachhaltig erfolgreiche Jugendarbeit. Aktuell sind mehr als 100 Spieler, die mehr als drei Jahre und länger in den Nachwuchsteams des Vereins ausgebildete wurden, in den höchsten Profiligen Europas aktiv – darunter Spieler wie Sami Khedira, Mario Gomez, Toni Rüdiger, Joshua Kimmich, Bernd Leno, Timo Werner, Sebastian Rudy, Serge Gnabry oder Timo Baumgartl. Mit zehn A-Junioren- und sieben B-Junioren Meisterschaften ist der VfB Stuttgart deutscher Rekordmeister.

    Damit dies auch in Zukunft so bleibt, unternimmt der Verein große Anstrengungen. Die Förderung der Profis von morgen umfasst drei Bereiche, die gleich gewichtet und optimal miteinander verzahnt sind: Die sportliche Ausbildung, die schulisch/berufliche Ausbildung sowie die Ausbildung der Persönlichkeit.“

    Unsere Ausbildungsphilosophie
    Im Grundlagenbereich beobachten und begleiten wir eine Vielzahl an Talenten und bilden ohne frühzeitige Spezialisierung aus.
    Im Aufbaubereich definieren wir unsere Mannschaften, kristallisieren unsere Top-Talente heraus und fördern diese individuell.
    Im Leistungsbereich bereiten wir unsere Spieler sportlich und psychisch auf den Hochleistungsfußball vor.
    Unsere U21 ist die letzte Ausbildungsstufe. Wenn sich ein Spieler in dieser Mannschaft etabliert hat, wird er an die erste Mannschaft herangeführt.
    Der Nachwuchs- und Lizenzbereich sind eng miteinander verzahnt.
    Die Kooperation mit unseren Elite- und Partnerschulen des Fußballs ist ein wesentlicher Bestandteil der ganzheitlichen Ausbildung. Jeder Spieler erreicht auch durch unsere Förderung seinen individuell bestmöglichen Schulabschluss.
    Unsere Identität
    Wir bilden nationale und internationale Top-Spieler aus.
    Wir sind respektvoll, teamorientiert und lieben unser Spiel.
    Unsere Spieler sind sportlich und schulisch gut ausgebildet und gut erzogen.
    Wir identifizieren uns mit unserem Verein.
    Wir sind uns unserer Tradition bewusst und geben diese an unsere Spieler weiter.
    Wir entwickeln und bilden uns ständig weiter.
    (https://www.vfb.de/de/1893/junge-wilde/jugendkonzept/seite/konzeption/)

    Zwar besteht diese Auflistung natürlich auch zu einem Gutteil aus Phrasen und wohlfeilen Behauptungen, ich wage aber zu behaupten, daß im Kern diese Dinge auch gelebt und umgesetzt werden. Besonders beispielhaft dürfte wohl die „Duale Ausbildung“ mit sowohl sportlicher als auch schulischer Ausbildung sein, deren Vorteil einigermaßen bodenständigen Jugendspielern und deren Eltern nicht verborgen sind. Dazuhin hat man erst jüngst 10 Mio €, bewusst auf Kosten des Profikaders „in die Hand genommen“ und die mittlerweile in die Jahre gekommene Infrastruktur (zu begutachten auf der Homepage des Vereins) erheblich verbessert.

    Ja, der VfB hatte in den letzten Jahren durchaus auch „Dellen“ und traf eine Vielzahl falscher Entscheidungen. Einerseits liegt das Stottern des Motors natürlich schlicht am Fehlen wirklicher Talente, andererseits an falschen Personalentscheidungen und / oder organisatorischen Strukturen. Was Ersteres betrifft, ist es ja läppisch zu glauben, daß in JEDEM Jahrgang Myriaden von Nachwuchs-Kroosens oder Junior-Hummels vorhanden sind, die der Verein natürlich nur mit seinem Trikotsatz auszustatten braucht. Manchmal gibt der Jahrgang eben schlicht und einfach nichts her und die Wenigen, die den Ansprüchen genügen, gehen zu wesentlich solventeren Clubs. So ist das Leben und das muß man eben wissen.

    Es sind auch eher die „Talente des Zweiten Blicks“, die der VfB im Auge hat und dafür ist spätestens seit Hitzlsperger, der die ganze Jugendarbeit neu strukturiert und aufgestellt hat, die Weiche gestellt worden. Ich persönlich finde den „Aufstieg“ Hitzlspergers zu den Profis aus diesem Grunde schade, weiß aber, daß unser neuer Sportdirektor auch weiterhin über die Jugendarbeit des VfB wachen wird. Die ersten zarten