Nichts als heiße Luft!

Zeit hat man noch bis Freitag, den 15.03.2019. Dann müssen bei der DFL die Lizenz-Unterlagen hinterlegt werden oder wie es das Hamburger Abendblatt so nett formuliert: „ Darin muss der HSV glaubhaft und überzeugend die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit im kommenden Geschäftsjahr nachweisen.“ Als jemand, der sich seit mehr als 7 Jahren intensiver als so gut wie jeder Hamburger Sportjournalist (D. Jovanov einmal ausgenommen) mit dem Verein beschäftigt, muss ich besonders bei dem Begriff „glaubhaft“ herzlich lachen bzw. herzlich zusammenbrechen. Denn im Grunde müsste man sowohl in Hamburg wie auch bei der DFL in Frankfurt nur eine Frage stellen und man könnte sich die Prüfung der eingereichten Unterlagen sparen:

Wann genau hat der HSV in den Jahren, seit Frank Wettstein Finanzvorstand ist, auch nur einmal etwas „glaubhaft“ versichert und genau das ist am Ende auch genauso passiert? Einmal bitte!

Die Frage wird man sich bei der DFL jedoch nicht stellen, denn dort beschäftigt man sich in dieser Tiefe nicht mit den Vereinen. Solange man denen dort erzählt, man wird die anstehende Saison schon irgendwie bezahlt bekommen, spielen die mit. Denn immerhin führt ein Verein, der zu jedem Auswärtsspiel mehrere Tausend Fans mitbringt und der einen ahnungslosen Opa mit Geldspeicher vorweisen kann, dem Konstrukt DFL jedes Jahr reichlich Kohle zu und nur darum geht es. Solange Geschäftsführer Seifert jedes Jahr eine Umsatzsteigerung vermelden kann (und der HSV seinen Beitrag dazu leistet), kann dieser Verein wirtschaften wie ein albanischer Puff, es interessiert einfach niemanden. Und außerdem verkündet Neu-Choleriker Bernd Hoffmann, dessen Nervenkostüm sich in der gleichen Reinigung wie das der Herrn Grindel zu befinden scheint, heute das genau Gegenteil vom dem, was er mir im Gespräch vor ca. 1 1/2 Jahren und den Mitgliedern von ca. einem Jahr verkündete – die finanzielle Situation ist dramatisch. Ich erinnere mich an einen O-Ton des Herren, dessen Manieren mittlerweile offenbar den Bach runter sind: „Nach meiner Auffassung liegt Kerberos mit seiner Bewertung der HSV-Finanzen deutlich dichter an der Realität als Frank Wettstein“. Aber, hey, das war Schnee von gestern.

Denn plötzlich will der Vogel jedem erzählen, dass sich die finanzielle Situation dramatisch verbessert hat.

Trotz 4 Cheftrainern auf der Payroll, die Erstliga-Bezüge kassieren

Trotz deutliche geringerer Einnahmen (z.B. TV) in der zweiten Liga im Gegensatz zum letzten Jahr

Trotz neu eingestellter Direktoren (Business relations, Sport, etc).

Und die Aussichten werden immer besser, denn noch immer fehlen knapp  € 5 Mio. an Anleihe-Einnahmen, allein um die alte Anleihe abtragen zu können. Und Herr Kühne will auch nicht mehr € 4 Mio. pro Jahr für das Volksparkstadion bezahlen. Und auch nicht mehr für 4 Jahre. Wer bitte soll denn eigentlich den Mumpitz glauben, den der Mann verbreitet? Halt, ich kenne jemanden: Die DFL. Denn denen ist es vollkommen Latte, ob Trickser-Bernie lügt wie gedruckt oder nicht, Hauptsache, der HSV spült Geld ins Getriebe DFL und Seifert kann ein Umsatz-Plus verkünden und sich dafür feiern lassen. Wie das alles zustande kommt, interessiert in Frankfurt keine Sau. Und es interessiert auch keine Sau, dass all das, was Pöbel-Hoffi and friends verkünden, nichts als heiße Luft ist, verbreitet von den gekauften Medienpartnern.

Und die Karre ist wieder einen Meter dichter an der Klippe 😀

P.S. Für die dümmsten unter den Nickis noch ein kleiner Hinweis: Man kann übrigens auch dann in die Insolvenz gehen, wenn man trotz oberflächlicher DFL-Prüfung eine Lizenz erhalten hat, das schließt sich keinesfalls aus.

Von | 2019-03-14T12:21:55+01:00 14. März 2019|Allgemein|10 Kommentare

10 Comments

  1. erik 14. März 2019 um 12:45 Uhr

    Mit Blick auf die vermeintliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines albanischen Freudenhauses, halte ich den Beitrag für nicht ganz fair.

    • Ein anderer Fan 14. März 2019 um 12:57 Uhr

      Ja. Er erinnert mit seinen Massen an (Ex-)Trainern und „Profisportdirektoren Sport für den Profibereich“ eher an eine dieser Klischee-Bananenrepubliken, die mehr Generäle als Divisionen haben und Admiräle ernennen, ohne eine Marine zu haben.

  2. Volli 14. März 2019 um 13:17 Uhr

    Scheinbar reicht ja heiße Luft um die Lizenz zu bekommen. Aber was erwartest du von Hoffmann? Soll er nach Frankfurt reisen, und denen erzählen „Wir sind pleite, hätten aber gerne doch die Lizenz“ Ist doch logisch, dass in dieser Situation Märchen erzählt werden, damit es weiter geht. So läuft es doch mittlerweile überall in unserer heutigen Gesellschaft.

  3. Saschas Alte Liebe 14. März 2019 um 17:23 Uhr

    Solange der HSV glaubhaft machen kann, dass er egal wie nicht während des laufenden Saisonbetriebes abschmiert, wird die DFL alles durchwinken.
    Steigt der Katastrophen Dino danach ab und fällt in Asche – auch OK, die DFL ist nicht verantwortlich, wie jeder weiß; die Katastrophe ist selbstgemacht.
    Die Mediengeier finden nochmal ordentlich Futter im spektakulären Abgang.
    Irgendwer wird die Scherben schon zusammenkehren.

    • Saschas Alte Liebe 14. März 2019 um 17:25 Uhr

      „kann dieser Verein wirtschaften wie ein albanischer Puff, …“
      Gefällt mir, wird aber den dortigen Puffmüttern oder Managern wahrscheinlich nicht gerecht, möchte ich meinen

  4. Volli 14. März 2019 um 18:12 Uhr

    Klaassen 3,5 Mio. Für mich ist ein Nils Petersen mit 1,2 Mio bei Freiburg ein wesentlich besseres Beispiel!

    • Gravesen 14. März 2019 um 18:37 Uhr

      Klaassen ist 26 und hat einen Marktwert von € 20 Mio., der nach dieser Saison eher gestiegen sein wird.

      • Volli 14. März 2019 um 21:48 Uhr

        Petersen bringt seit Jahren Leistung, und erhält 1 Drittel von dem was unsere Leistungsverweigerer Holtby und PML die ganzen Jahre eingestrichen haben. Wollte damit sagen, daß man auch mit bescheidenen Mitteln und Gehältern eine taugliche Mannschaft auf die Beine stellen kann. Spieler, wie Klaassen, kann man sich doch nur noch leisten wenn sie den Gefallen von Frau Kühne finden, und man ihnen ein Schmerzensgeld von 6,5 Mio im Jahr bezahlt.

        • Saschas Alte Liebe 14. März 2019 um 21:54 Uhr

          Ante Rebic hat bis zum Sommer für 700Tsd. gespielt, Haller für die Hälfte des Lasogga Salärs. In Frankfurt geht es seit diesem Jahr überhaupt das erste mal über 2 Mio. Es gibt Hunderte weiterer Beispiele. Man bekommt auch als Nachwuchskoordinator nicht überall 600Tsd. usw. usf.

  5. UliStein 14. März 2019 um 20:59 Uhr

    Jetzt sehe ich ja gleich das zweite Spiel mit einem gewissen de Vrij. Sollte der nicht mal in Hamburg andocken? *duckundwech* 😉

Die Kommentarfunktion wurde geschlossen.

Unser Archiv