HSV: Lügen haben kurze Beine (2/2)

Ein Gastblog von Kerberos

… und Lügner in der Führungsriege des HSV eine lange Tradition. Dies mag ein Rücksprung in das Jahr 2012 besonders gut veranschaulichen. Ein Rücksprung in jenes Jahr 2012, in welchem dem Präsidium um den „Schweber“ C.-E. Jarchow erst das ganze Ausmaß der Hinterlassenschaft an kurzfristig rückzahlbaren Verbindlichkeiten des bereits ein Jahr zuvor „entsorgten“ Präsidenten B. Hoffmann in seiner ganzen, für den HSV existenzgefährdenden, Brutalität offenbar wurde. Denn es war offensichtlich geworden, dass der HSV die auf ihn zurollenden Forderungen würde aus den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln des normalen Vereins-Etats, auch bei Ausschöpfung aller sich bietenden Einsparungsmöglichkeiten, niemals würde bedienen können.

Aber da gab es ja noch die HSV-Jubiläums-Anleihe, mit deren Hilfe der HSV seinen opferwilligen Fans sage und schreibe € 17,5 Millionen für den Bau eines modernen Nachwuchs-Leistungs-Zentrums aus dem Kreuz geleiert hatte. Dabei mag es aus heutiger Sicht dahingestellt sein, ob „Jemand“ in weiser Vorausahnung der glücklichen Fügung nachgeholfen hatte oder es tatsächlich einfach nur purer Zufall war: aus dem Emissionsprospekt ließ sich tatsächlich bei entsprechender Verständigkeit und mit viel gutem Willen herauslesen, dass die mittels der HSV-Jubiläums-Anleihe eingesammelten Gelder der Fans vom amtierenden Präsidium auch zu anderen Zwecken als dem Aufbau eines Nachwuchs-Leistungs-Zentrums eingesetzt werden durften. Das Ergebnis ist hinlänglich bekannt. Schlussendlich waren die € 17,5 Millionen an Fan-Geldern in Windeseile durch das Stopfen unzähliger Etat-Löcher verausgabt, ohne dass auch nur die Aufstellung eines profanen Bauzauns mit Dixie-Klo einen Hinweis auf die Entstehung eines Nachwuchs-Leistungs-Zentrums gegeben hätte.

An dieser Stelle sei ein Einschub erlaubt, der mit einem weiteren Märchen aufräumt. Im Jahre 2014 wurde im Zuge der Ausgliederung im Hinblick auf die Verwendung der Gelder aus der HSV-Jubiläums-Anleihe bei der Staatsanwaltschaft Hamburg eine Strafanzeige gegen das ehemalige Präsidium des HSV gestellt. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte es zum damaligen Zeitpunkt jedoch abgelehnt, in dieser Sache ein Ermittlungsverfahren zu öffnen. Aus dieser Entscheidung der Staatsanwaltschaft Hamburg wurde des Öfteren fälschlicherweise hergeleitet, die Staatsanwaltschaft Hamburg hätte das Handeln des vormaligen Präsidiums auf Strafwürdigkeit geprüft und im Ergebnis für rechtskonform erachtet. Dies ist ein, insbesondere von den damaligen Protagonisten, immer wieder gern erzähltes Märchen. Denn aus der Begründung der Staatsanwaltschaft Hamburg ergibt sich unzweifelhaft, dass die Staatsanwaltschaft Hamburg sich in keiner Weise mit einer „Zweckentfremdung“ der HSV-Jubiläums-Anleihe durch das damalige HSV-Präsidium befasst hatte.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte vielmehr weder einen eingetretenen noch einen zu erwartenden Vermögensschaden für die Zeichner der HSV-Jubiläums-Anleihe erkennen können. Denn zum einen hatte der HSV die fälligen Zinsen an die Zeichner der HSV-Jubiläums-Anleihe regelmäßig fristgerecht ausgekehrt und zum anderen war, unmittelbar nach der Ausgliederung im Jahr 2014, auch nicht zu erwarten, dass den Zeichnern der HSV-Jubiläums-Anleihe künftig die Zinsen auf die Anleihe oder deren Rückerstattung am Ende der Laufzeit vorenthalten werden würde. So die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Hamburg im Jahr 2014 zur Nichteröffnung eines Ermittlungsverfahrens. Mit der Frage nach der Rechtmäßigkeit, inwieweit das Präsidium eines Vereins bei seinen Mitgliedern und Fans an  Verwendungsversprechen gebundene Finanzmittel für eine Zukunftsinvestition einwerben darf und anschließend mit dem eingeworbenen Geld tatsächlich jedoch nur Etatlücken des laufenden Vereinshaushalts deckt, war die Staatsanwaltschaft Hamburg überhaupt nicht befasst.

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Die Mär um „die neue Fan-Anleihe“ der HSV Fußball AG:

Heute jedenfalls bewirbt eben dieser ehemalige Präsident B. Hoffmann nun als amtierender Vorsitzender des Vorstands der HSV Fußball AG die Neuemissionen einer HSV-Fan-Anleihe, die nach seinen Aussagen mit einem Volumen von max. € 17,5 Millionen ausschließlich zur Ablösung dieser HSV-Jubiläums-Anleihe aus dem Jahr 2012 verwendet werden wird – jener unsäglichen HSV-Jubiläums-Anleihe, mit deren Erlös erst vor 7 Jahren die desaströse Schuldenlast seiner einstigen Präsidentschaft abgetragen werden musste und damit die Realisierung des geplanten Leistungs-Nachwuchs-Zentrum unmöglich wurde. Der HSV ist und bleibt tatsächlich ein einzigartiges Paradoxon.

Was sind die Aussagen eines B. Hoffmann, der kürzlich doch auch noch erklärte niemals Vorstandsvorsitzender der HSV Fußball AG werden zu wollen, gemessen am Wahrheitsgehalt eigentlich wert? Um es vorweg zu nehmen – recht wenig, denn mittels der offiziellen Anleihe-Dokumentationen wollen sich die Aussagen des B. Hoffmann beim besten Willen nicht belegen lassen.

Im Gegenteil. Es beginnt bereits mit der unbestreitbaren Tatsache, dass die HSV Fußball AG derer 2 Anleihen emittiert hat. Zum einen die „HSV-Schmuck-Anleihe“ unter der WKN „A2TROZ“ mit einem Gesamtnennbetrag bis zu € 2,5 Millionen und zum anderen die „HSV-Depot-Anleihe“ unter der WKN „A2TROY“ mit einem Gesamtnennbetrag bis zu € 17,5 Millionen – mithin ein Gesamtnennbetrag beider Anleihen zusammen bis zu € 20,0 Millionen.

Der Umstand, dass die HSV Fußball AG den Anlegern die „HSV-Depot-Anleihe“ aus „kosmetischen“ Gründen in Tranchen zur Zeichnung anbietet ist dabei unerheblich und ins Besondere bei maladen Unternehmen nicht unüblich. Hierdurch wird zum einen vermieden, den tatsächlichen, ggf. abschreckend wirkenden, Kapitalbedarf eines Unternehmens zu „plakatieren“ und zum anderen auf diese Weise schneller zu der positiven „Meldung“ einer vollständigen Zeichnung zu gelangen.

Auch die Aussage des B. Hoffman, der gesamte Erlös der Anleihe werde der Ablösung der „HSV-Jubiläums-Anleihe“ dienen, wird durch die offiziellen Anleihe-Dokumentationen unstreitig widerlegt. Explizit wird im Wertpapierprospekt (S. 43 bis S. 46) dargelegt, dass vom Gesamterlös der Anleihen an erster Stelle die Bezahlung der Emissionskosten in Höhe von taxierten € 440.000,- und an zweiter Stelle die Auskehrung der ausstehenden Zinsansprüche aus der „HSV-Jubiläums-Anleihe“ von bis zu € 1.494.390,- erfolgt. So blieben im Fall einer vollständigen Zeichnung der „HSV-Schmuck-Anleihe“ sowie der ersten Tranche der „HSV-Depot-Anleihe“ max. nur noch € 15.565.610,- für die Ablösung der „HSV-Jubiläums-Anleihe“ übrig – wenn es denn optimal laufen sollte. Nur gut, dass man bei der „HSV-Depot-Anleihe“ noch mit einer zweiten Tranche wird nachlegen können.

Abschließend mag an dieser Stelle nochmals an das Schicksal der „HSV-Jubiläums-Anleihe“ mit dem großartigen Versprechen vom Nachwuchs-Leistungs-Zentrum erinnert sein. Denn ebenso wie einstmals bei der „HSV-Jubiläums-Anleihe“ besteht auch aktuell bei der „HSV-Schmuck-Anleihe“ und der „HSV-Depot-Anleihe“ keine verbindliche Verpflichtung zu einer bestimmungsgemäßen Verwendung der Erlöse aus den Anleihen. Es lassen sich lediglich unverbindliche Absichtserklärung über eine geplante Verwendung des Emissionserlöses im Wertpapierprospekt finden. Eine Anhäufung von Konjunktiven und Allgemeinplätzen. Und so führt die HSV Fußball AG diesbezüglich auf Seite 41 des Wertpapierprospekts selbst aus: „Dieser Prospekt enthält an verschiedenen Stellen in die Zukunft gerichtete Aussagen, insbesondere im Zusammenhang mit Ausdrücken wie z. B. „soll/sollen“, „erwarten“, „beabsichtigen“, „derzeit“, „voraussichtlich“, „geplant“, „gegenwärtig“ usw. Dies trifft vor allem auf Aussagen zu, die sich ganz oder teilweise mit zukünftigen finanziellen Entwicklungen, sei es im Betrieb und/oder in der Branche der Emittentin, sei es gesamtwirtschaftlicher Art, mit Plänen und/oder Erwartungen in Bezug auf die künftige Geschäftsentwicklung der Emittentin oder mit ähnlichen Themen befassen.“ Man darf also gespannt sein, ob aus dem Erlös der aktuellen Anleihen die „HSV-Jubiläums-Anleihe“ wird abgelöst werden oder ob nicht bereits vorzeitig diese neuen Anleihen das Schicksal der „HSV-Jubiläums-Anleihe“ bereits sehr zeitnah teilen werden.

Die Zukunft des HSV stimmt nach wie vor wenig hoffnungsvoll. Und dies nicht nur für ein nahezu aussichtlos erscheinendes Überleben, sondern ins Besondere eben auch die Möglichkeiten eines erfolgreichen Neubeginns betreffend. Welches Vertrauen darf man in einen Vorstands-Vorsitzenden B. Hoffmann setzen, der morgens über die Erteilung einer Lizenz ohne Auflagen und Bedingungen schwadroniert, mittags über einen HSV im finanziellen Krisenmodus fabuliert und abends auf konkrete Fragen zur Situation des HSV eigentlich nur noch mit agitierter Schnappatmung zu reagieren weiß?

Dies scheint jedoch die deutlich überwiegende Mehrheit der Fans überhaupt nicht anzufechten, so lange sie denn nur Hüpfen können. Es muss tatsächlich eine recht seltsam anmutende Laune der Natur gewesen sein, den dieser Gen-Defekt der „Raute im Herzen“ zum Typus „HSV-Fan“ hat mutieren lassen. Ausgestattet mit signifikanter Erkenntnisresistenz und evident limitiertem Erinnerungsvermögen wird das Dogma „echter HSV´er“ mit der unbeirrbaren Konsequenz des Starrsinns gelebt und dabei die Treue zur Institution des HSV, welche geprägt ist durch Haltung und Tradition, unreflektiert durch die tumbe Gefolgschaft zum Führungs- und Spielerpersonal substituiert. Es macht einfach vollends sprachlos und man kann wirklich nur noch neidvoll nach Hannover blicken.

Von | 2019-03-25T07:45:11+01:00 25. März 2019|Allgemein|41 Kommentare

41 Comments

  1. Alsteradler 25. März 2019 um 08:18 Uhr

    Eine Verständnisfrage: Ein Freund von mir gehört zu den seinerzeitigen Käufern der Anleihe (Schmuckurkunde). Er hat 100 Euro ausgegeben. Auf die 6 Euro Zinsen pro Jahr hat er verzichtet, weil er dafür den Zinszettel von der Urkunde hätte abtrennen müssen. Und nun will er auch die Urkunde behalten und geht davon aus, dass er dann auch die 100 Euro nicht bekommt.

    Ist das richtig? Und könnten das dann nicht Viele so tun, so dass der tatsächliche Rückzahlungsbetrag für den HSV – u. U. deutlich – geringer ausfällt als das Anleihevolumen?

    • Kerberos 25. März 2019 um 08:23 Uhr

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      Das ist absolut richtig und darauf hofft der HSV auch. Der HSV kann aber vollkommen unabhängig davon die 2.te Tranche der „HSV-Depot-Anleihe“ zeichnen lassen.
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  2. Alsteradler 25. März 2019 um 08:30 Uhr

    Danke! Und ist das ein Teil der seinerzeitigen 17 Mio oder einer gesonderten Schmuckanleihe (hörte ich heute erstmalig von) in Höhe von 2,5 Mio? Bei einer geringeren Rückzahlungsverpflichtung könnte doch tatsächlich die Einnahme aus der neuen Anleihe ausreichen, um die Altforderungen zu bedienen.

    • Kerberos 25. März 2019 um 08:40 Uhr

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      Lies doch bitte den Blog nochmals. Welche „seinerzeitigen“ 17 Mio.? Für die „HSV-Schmuck-Anleihe“ gibt es kein Tauschangebot, ebenso wie es bei der „HSV-Jubläums-Anleihe“ keine Stückelung zu € 100,- gab – Dein Freund also wohl eine Fälschung an der Wand hängen hat.
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  3. Werner Wichmann 25. März 2019 um 08:45 Uhr

    Hallo Kerberos,

    Wie immer, perfekt. Mich würde ein kurzer knapper, meinetwegen 10 Punkte Plan von Dir interessieren, was passieren muss, damit der HSV gesundet, wenn das möglich wäre.

  4. Alsteradler 25. März 2019 um 08:46 Uhr

    Ich habe ihn zweimal gelesen und bemühe mich aufrichtig. Er hat dann wohl, wenn ich es richtig verstehe, seinerzeit nicht die Jubiläums-, sondern die Schmuckanleihe gezeichnet. Für mich war das bis heute morgen dasselbe. Das bedeutet dann, dass der HSV maximal auf eine geringere Rückzahlungsverpflichtung von Teilen dieser Schmuckanleihe in Höhe von 2,5 Mio hoffen kann.

    • Kerberos 25. März 2019 um 09:08 Uhr

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      Natürlich, nur geht die Prognose doch ebenfalls davon aus, das die neuen Anleihen vollständig gezeichnet werden – darauf darf und muss der HSV natürlich auch hoffen.
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      2012 gab es keine Schmuckanleihe – es gab eben nur die „Jubiläums-Anleihe“ mit € 17,5 Mio Gesamtnennbetrag, die in Teilen als „Schmuckurkunde“ ausgegeben wurde. Das ist eben nicht 1:1 mit den aktuellen Anleihen vergleichbar. Und es gab bei der „Jubiläums-Anleihe“ überhaupt keine € 100,-Stückelung. Entweder hat den Freund 2012 die Anleihe nicht gezeichnet oder Du hast keinen Freund.
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      • Gravesen 25. März 2019 um 10:21 Uhr

        Herrgott!
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        Und es gab bei der „Jubiläums-Anleihe“ überhaupt keine € 100,-Stückelung.

      • Alsteradler 25. März 2019 um 10:46 Uhr

        Danke, nun verstehe ich es vollständig. Ich entschuldige mich für das Halbwissen (100 Euro vs 125 Euro, gehe nun von letzterer Größenordnung aus). Der allerletzte Halbsatz Deiner Antwort lässt bei mir ein flaues Gefühl zurück, aber seis drum.

      • Kerberos 25. März 2019 um 14:41 Uhr

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        Das ist Unsinn! Es gibt nur eine Inhaber-Schuldverschreibung mit dem Titel „HSV-Jubiläums-Anleihe“ mit einem Nennbetrag von 17,5 Mio.. Das hat überhaupt nichts mit einer Stückelung oder der Ausfertigung als hinterlegte Globalurkunde bzw. als ausgehändigte sog. „Schmuckurkunde“ zu tun – EINE WKN. Und dies ist jetzt eben anders.
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        Und ehrlich gesagt, habe ich dazu keine Lust mehr – schließlich bin ich ein Verfechter der Glaubensfreiheit.
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  5. Tobi 25. März 2019 um 08:50 Uhr

    Wie lange hat man Zeit sie einzulösen?

    • Kerberos 25. März 2019 um 09:24 Uhr

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      Fälligkeitstag ist definitiv der 29.09.2019. Ich habe jetzt das alte Wertpapierprospekt nicht zur Hand. Aus der Erinnerung: Ansprüche aus der „Jubiläums-Anleihe“ müssen innerhalb von 2 Jahren nach Fälligkeit gestellt werden (Verkürzung der gesetzlichen Frist von 30 Jahren).
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      • Tobi 25. März 2019 um 11:07 Uhr

        U wenn ich bis 29.09.2021 die schmuckurkznde nicht eingelöst habe dann bekommt der hsv das Geld? Oder hab ich da länger Zeit dafür? U di Zinsen kann man alle zusammen jetzt dann nehmen oder geht nur noch die Zinsen vom letzten Jahr?
        Danke 🙂

        • Kerberos 25. März 2019 um 11:24 Uhr

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          Es sind immer 2 Jahre, gerechnet für jeden einzelnen Anspruch und jeweils separat ab dem Tag betreffenden Fälligkeitstag.
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  6. Jusufi 25. März 2019 um 09:03 Uhr

    Sehr aufschlussreich, vielen Dank, Kerberos!

  7. Kerberos 25. März 2019 um 09:13 Uhr

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    Der Zug ist abgefahren. Ich habe nur einen 1-Punkt-Plan. Die HSV Fußball AG rückstandslos eindampfen und mit dem Verein „HSV“ wirklich neu starten – aber ohne solche Typen wie die „Sprechpuppe“ M. Jansen.
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    Sorry, sollte die Antwort auf Werner Wichmann werden
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    • Pascal Jarosch 25. März 2019 um 09:58 Uhr

      Inwiefern ist sowas als Mehrheitseigner möglich ohne Kühne dazu ins Boot zu holen?

      • Kerberos 25. März 2019 um 10:45 Uhr

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        Sofern die AG nicht von selber gegen die Pumpe fährt (Insolvenz), bedarf es für solch geartete Beschlüsse eine 3/4-Mehrheit in der Hauptversammlung – deshalb will K.-M. Kühne eben ja auch unbedingt über 25% der Anteile (sog. Sperrminorität).
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        • Pascal Jarosch 25. März 2019 um 11:43 Uhr

          So Lange er sie also nicht hat könnte man das noch machen.

    • Gravesen 25. März 2019 um 14:03 Uhr

      Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass man dich hier eingeschleust hat? Oder dass du es als eine Art Auftrag empfindest, gegen an zu quatschen, auch wenn du nicht ein stichhaltiges Argument vorweisen kannst außer Scheißhausgerüchten?

      • TCvonderanderenElbseite 25. März 2019 um 15:35 Uhr

        Ein Schelm, wer böses denkt…
        Jedoch, Wortwahl, Interpunktion und Rechtschreibung sind schon auffällig…

    • Kerberos 25. März 2019 um 14:29 Uhr

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      Sorry, aber das ist tatsächlich unhaltbar und entspringt einer absolut kruden Logik. Demnach wären ja auch alle Patienten eines Krankenhauses schwanger, weil meine Frau auf der Entbindungsstation dieses Krankenhauses liegt – merkst Du selber, oder?
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      Einzig richtig ist, dass der BVB tatsächlich unmittelbar vor der Insolvenz stand. Nur konnte hier allen 49 Gläubiger-Banken die Zustimmung zu einem Sanierungsplan abgerungen werden. Hierdurch wurde ein als Sicherheit hinterlegtes Depot des BVB mit knapp 50 Mio. Bargeld frei, mit welchem die Kleinanleger der BVB-Anleihe ausbezahlt wurden. Und dann musste noch kräftig verkauft werden. Es war wirklich knüppelhart. Aber es gab beim BVB den absoluten Willen zur Sanierung und die Sanierung wurde konsequent durchgezogen. Beim HSV drückt man sich seit Jahren vor einer Sanierung und gräbt sich Jahr für Jahr, mit freundlicher Unterstützung der „echten HSV-Fans“, immer tiefer ins Loch hinein.
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  8. Flanders 25. März 2019 um 09:31 Uhr

    „Tranche“ bedeutet also, dass das Emissionsvolumen auch deutlich höher ausfallen kann? So wurden die 17,5 Mio. € genannt, weil sich der Bezug zur alten Anleihe vermarkten lässt und evtl. von dem tatsächlichen Finanzloch bzw. einer Zweckentfremdung ablenkt? So verstehe ich den einen Absatz.

    Daraus schließe ich, dass der Vorstand des HSV versuchen wird, auch den letzten Cent zu erbetteln. Denn den hier getätigten Aussagen zur Finanzsituation schenke ich unbedingten Glauben und nach Emirates und den Namensrechten dürfte ein Wettstein wehmütig auf arme Kirchenmäuse blicken.

    Kann man denn sagen, dass das Ausbleiben einer zweiten Tranche ein Anzeichen für ein „übertriebenes Bild“ des Zeichnungsstandes der ersten Tranche durch B. Hoffmann sein kann?

    In jedem Fall danke. Ich bin nicht dümmer, wenn ich Deine Beiträge gelesen habe und meinen Humor trift es zudem auch sehr gut.

    • Kerberos 25. März 2019 um 10:41 Uhr

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      Grundsätzlich sehe ich das auch so. Nur, solange die Zeichnungsfrist für die 1.te Tranche noch läuft, wird man selbstverständlich noch zuwarten.
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      • Flanders 25. März 2019 um 10:56 Uhr

        Es ist ein Fass ohne Boden. Erst denke ich, dass eine Anleihe mit dem Zweck der Ablösung der alten Anleihe irgendwie armselig ist. Und doch geht es soweit darüber hinaus. Mir fehlen die Worte, das zu beschreiben, außer das in Hinblick auf die Fälligkeit ein Schneeball draus wird.

        Wenn sowas das hier zitierte „System Hoffmann“ ist, dann ist der HSV verloren.

  9. Arnold 25. März 2019 um 12:32 Uhr

    Kerberos, verstehe ich es richtig, der HSV beabsichtigt, dass so wenig Fans wie möglich Ihre Anleihe in 2019 auszahlen lassen und gfls über die neue Anleihe„verlängern“.
    Dann gibt es noch eine Anzahl von „Auszahlern“ und „Neuanleihen“. Ist davon auszugehen, dass die Neuanleihen größer sind, als die Auszahler, wäre wieder frisches Kapital per sofort (und zur „Zweckentfremdung“) verfügbar. Was dann 2026 passiert, nach Ihnen die Sinnflut ?!?

  10. Saschas Alte Liebe 25. März 2019 um 13:39 Uhr

    Sehr aufschlussreicher und leicht verständlicher Blog, auch in der chronologischen Herleitung. Danke! 👍

  11. SpongeBob 25. März 2019 um 14:43 Uhr

    Mir kommt es ja sehr komisch vor, dass das gezeichnete Volumen der Anleihe innerhalb weniger Tage von 12 Mio € auf 15,4 Mio € hochgeschnellt sein soll. Vorausgesetzt diese Zahlen stimmen, dann kann sich doch eigentlich nur ein größerer Investor eingekauft haben, mit einzelnen Kleckerbeträgen wäre sowas in so kurzer Zeit doch nicht möglich, oder? Nun habe ich im Prospekt zur Anleihe gelesen, daß unter gewissen Bedingungen und Zustimmung der Gläubiger die Schuldverschreibungen in Gesellschaftsanteile umgewandelt oder umgetauscht werden können. Kann es sein, dass da im Hintergrund schon wieder ein krummer Deal mit Kühne ausgehandelt wurde oder denke ich zu paranoid?

  12. Holger 25. März 2019 um 16:19 Uhr

    Wie kommst Du denn auf eine „desaströse“ Schuldenlast nach der 1. Amtszeit von Hoffmann, Kerberos?

    Desaströs ist der Zustand heute. Zur Erinnerung: Damals hatte der HSV eine Mannschaft, die regelmäßig europäisch
    spielte mit einen entsptrechenden Marktwert und zählte zu den Top20 umsatzstärksten Clubs in Europa.

    Aufwand und Ertrag standen, auch verglichen mit anderen Profivereinen in einem vernünftigen Verhältnis.

    Erst mit Jarchows komischer Sparpolitik (Sparen statt Investieren) began der Abstieg. Während Andere (z.B.
    Schalke 04) ihre wirtschaftlichen Ergebnisse durch die Generierung von höheren Einnahmen positiver
    gestalten konnten und ein Fundament für spätere Erfolge durch „Stärkung“ der Mannschaft gelegt haben, hat Jachrow
    geglaubt, man könne International und Bundesliga auch mit Sparetat realisieren.

    U.a. Herr Tönies hat sich ja damals klar zu dem Versuch in Hamburg geäußert. Das war der Anfang vom Ende …

    • Gravesen 25. März 2019 um 16:29 Uhr

      Um Gottes Willen, hast du es denn immer noch nicht kapiert? Wie oft muss ich es denn noch schreiben, meine Fresse nochmal.

      • Gravesen 25. März 2019 um 16:36 Uhr

        Nun aber wirklich zum allerletzten Mal. Hoffmann hat seinerzeit beim HSV die Strategie „erfunden“, für verkaufte Spieler sofort zu kassieren, während gekaufte Spieler über Jahre abgestottert werden konnten. So sah die Bilanz natürlich immer einigermaßen niedlich aus und die Probleme der Rückzahlung wurden in die Zukunft verschoben. Als Jarchow kam, bekam er als Erstes Rechnungen in zweistelliger Millionenhöhe auf den Tisch, die der Verein für Spieler zu bezahlen hatte, die teilweise schon längst nicht mehr für den HSV spielten. Aus dem Grund konnte die Zusage an Arnesen („Du kannst für € 15 Mio. neue Spieler holen) nicht eingehalten werden, stattdessen musste der Däne Transfererlöse generieren. Das hatte weniger mit irgendeiner Sparpolitik zu tun, sondern vielmehr damit, dass bereits damals kein Geld mehr vorhanden war.

        • Holger 25. März 2019 um 17:05 Uhr

          Mir geht es um den Audruck „desaströs“.

          „Desaströs“ war die Lage damals definitiv nicht.

          Wie würdest Du denn die Lage heute titulieren wollen?

          Belastungen in die Zukunft zu schieben ist übrigens keine negative, sondern eine positive
          wirtschaftliche Handlungsweise, so fern sich dadurch die Ausgaben nicht übermäßig verteuern
          (Zinzeffekt).

          Zahlungsziele zu strecken, um bei Investitionen erst in der Gewinnphase zahlen zu müssen ist
          cleveres kaufmännisches Handeln.

          „Cleverness“ ist aber etwas, was dem „Buchhalter“ Jachrow komplett abgegangen ist.

          Aber auch das war immer noch nicht desaströs, obwohl es zu einem sportlichen und damit einhergehenden
          wirtschaftlichen Missergebnis führte.

          „Desaströs“ war das, was Beiersdorfer und Gernand dann angerichtet haben.

          • Gravesen 25. März 2019 um 17:08 Uhr

            Belastungen in die Zukunft zu verschieben kann aber nur dann klappen, wenn du in der Zukunft mit außergewöhnlichen Einnahmen zu rechnen hast.
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            Tut mir leid, aber du willst es scheinbar nicht begreifen. Hoffmann hat am Ende das Feld dafür bereitet, was Beiersdorfer und später Bruchhagen vollendet haben. Mag sein, dass es dir nicht passt, aber das sind die Fakten.

    • CarstenHae 25. März 2019 um 17:03 Uhr

      Ohne Worte. Keine Ahnung wie es immernoch jemanden gibt der das nicht rafft. Das ist so wie in nem Online Forum wo die selben Fragen alle 3 Monate gestellt werden anstatt einfach mal den eigenen Grips oder die Suchfunktion zu bemühen.

  13. Favre412Bandit 25. März 2019 um 17:21 Uhr

    @ SpongeBob

    Das ist richtig.

    https://www.hsv-anleihe.de/wp-content/uploads/dlm_uploads/HSV_Wertpapierprospekt.pdf

    Seite 68 ff.

    § 9 Änderung der Anleihebedingungen durch Mehrheitsbeschluss der Anleihegläubiger
    (1) Satz 1 kann die Emittentin u.a.diesen Vorschlag unter (5) (iv) „Umwandlung oder Umtausch der Schuldverschreibungen in Gesellschaftsanteile…“.
    unterbreiten an die Anleihengläubiger, die in Verbindung mit einer qualifizierten Mehrheit (= oder mehr als 75%) zustimmen können

    Ich möchte hier nicht die ganzen Szenarien beschreiben, sondern nur zum Schluss folgendes dazu sagen.
    Es ist möglich als „Gönner“ irgendwann einen Großteil, am besten mind. 75 % der Anleihe der 17.5 Mio zu haben, ohne das man 100 % des Kurswertes im Schnitt des Ausgabepreises auf den Tisch gelegt hat und der Emittent so fertig ist, dass er verbliebene Gesellschaftsanteile gegen die Schuldverschreibungen in einem bestimmten Verhältnis umtauscht.

    Ich erinnere nochmal an die Satzung der HSV Fussball AG Stand 06.06.2017 !

    https://www.hsv-anleihe.de/wp-content/uploads/dlm_uploads/HSV_Satzung_Stand_06-06-2017.pdf

    § 4 Höhe und Einteilung des Grundkapitals; Aktien auf Seite 3

    (5) Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital für höchstens fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung durch Ausgabe neuer Namensaktien zum Nennbetrag von € 1,00 (Nennwertaktien) gegen Sach-oder Bareinlagen einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens in Höhe von € 655.866,00 (in Worten: sechshundertfünfundfünfzig Tausend achthundertsechsundsechzig),zu erhöhen. Der Vorstand entscheidet über einen Ausschluss des Bezugsrechts.