Das muss ein ganz schlechter Scherz sein…

Wie gestern versprochen, möchte ich euch heute etwas über das gestrige Training erzählen. Jeden hoffnungsvollen Hüpfer bitte ich, von hier an abzuschalten, denn das, was ich dort gestern sah, hat mich in meinen Grundfesten erschüttert. Und es sollte jeden erschüttern, der bereit ist, mehrere hundert Euro für eine Dauerkarte oder mehrere tausend Euro für Business-Seats und Ähnliches zu bezahlen. Das, was ich dort gestern sah, war ein Skandal.

Trainingsbeginn: 13 Uhr

Zuschauer: ca. 9 (inkl. Journalisten)

Wetter: Durchgehender Nieselregen, 9 Grad

Anwesend u.a.: Sportvorstand Becker, der sich dadurch auszeichnete, dass er einige Spieler auf dem Platz freudestrahlend abklatschte.

Das Training eines Zweitligisten mit Aufstiegs-Ambitionen beginnt mit einer Stabilisations-Einheit, bei der die Spieler im Grunde mehr stehen als laufen. Gleichgewicht und Koordination sollen geschult werden, gleichzeitig soll der Körper für die nachfolgenden Trainingsinhalte aufgewärmt werden. Nach 15 Minuten ist dieser Part vorbei und man schreitet hinfort, um nach dieser körperlichen Höchstanstrengung eine Pause einzulegen und etwas zu trinken.

Der zweite Teil der einzigen Trainingseinheit an einem Tag nach 3 freien Tagen besteht aus einer Passübung und verschiedenen Gruppen, vergleichbar mit dem gewohnten 5 gegen 2. Bei dieser Einheit werden bereits eklatante Mängel im Passspiel deutlich, ins Schwitzen ist hier auch niemand gekommen. Nachdem man dann also 15 Minuten so getan hat als ob, schließt sich die gewohnte Pause mit den Getränken an.

Der dritte Part bestand ebenfalls aus einer Passübung, diesmal aus der Bewegung heraus. Das erste Mal mussten die Herren also nach 30 Minuten ein wenig laufen, aber auch nicht zuviel. Die „Erfolge“ dieses Teils des Trainings waren erneut überschaubar, bei Trainer Wolf machte sich langsam so etwas wie Unmut breit.

Dann der vierte Teil, der Höhepunkt der Trainingseinheit. Zwei Mannschaften, auf großem Feld gegeneinander. Hauptziel dieser Übung war, das Verhalten der Abwehrkette zu trainieren, die jeweils (auf beiden Seiten) schnell und hoch attackiert wurden. Hier nun offenbarte sich das, was mich kopfschüttelnd zurückließ. Keines der beiden Teams war auch nur im Ansatz in der Lage, bei hohem Pressing den Ball irgendwie kontrolliert nach vorn zu befördern. Stattdessen wurden Bälle ohne Sinn und Verstand in die gegnerische Hälfte geprügelt, Spieler wie Bates und auch Santos (€ 25 Mio. 😀 ) bolzten die Pillen teilweise meterweise ins Aus, absolut unfassbar.

Wäre ich Spion der nächsten Gegner gewesen, ich hätte spätestens jetzt das Mittel gesehen, mit welchem ich diese Mannschaft bekämpfen würde. Die technischen Fähigkeiten der meisten Akteure passt definitiv in die Regionalliga, so viel sollte klar sein.

Nach einer Stunde konnte ich das alles nicht mehr ertragen und bin gegangen. Was die Intensität dieser Einheit nach drei freien Tagen angeht, kann ich sagen, dass ich sogar in der B-Jugend mehr und laufintensiver trainiert habe. Wenn man sich vorstellt, dass es Menschen gibt, die für sowas Millionen kassieren, möchte man aus der Haut fahren.

Sorry, wenn das jetzt zu deutlich war, aber das nächste Mal, wenn mir jemand etwas von Belatungssteuerung erzählt, schicke ich ihm Felix Magath und den Hügel der Schmerzen vorbei.

Von | 2019-03-28T07:23:58+01:00 28. März 2019|Allgemein|45 Kommentare

45 Comments

  1. Kevin allein in Hamburg 28. März 2019 um 07:31 Uhr

    Training beim HSV wird sowieso überbewertet. 😎

  2. Kevin allein in Hamburg 28. März 2019 um 07:34 Uhr

    atari 27. März 2019 um 11:27 Uhr
    Der Draht zu Kevin allein zu Haus glüht……………….

    Was soll das ? Ich habe mit den Spacken da drüben nichts zu tun.
    Alles in allem bewundere ich das du in der Graupenperle / Mein 💩 lesen kannst ohne
    dich alle 5 Minuten zu übergeben.

    • Gravesen 28. März 2019 um 07:41 Uhr

      Können wir mal zum Thema zurückkommen?

  3. Greer 28. März 2019 um 07:39 Uhr

    Und jetzt stellen wir uns alle mal vor, man würde solchen Einsatz und solche Erfolge auch nur zwei Wochen lang in einem ganz normalen Beruf zeigen… muss meinen Chef mal fragen, ob ihm das auch mehrere Millionen wert ist.

  4. Volli 28. März 2019 um 07:55 Uhr

    Was da trainiert wird, kann man ja jedes Wochenende auf dem Platz bewundern! Hast du auch Münchhausen getroffen, der ja einen sehr starken und engagierten Papa gesehen haben will? Das Mentalitätsmonster, dass allen Leistungsverweigerern sofort was hinter die Löffel gibt! Bei Magath wären doch 3/4 nach der ersten Einheit ernsthaft verletzt 😉

    • Gravesen 28. März 2019 um 07:56 Uhr

      Hab ich. Wie immer mit dem Rücken zum Spielfeld. Beim Labern mit den werten Kollegen, die auch nicht hingucken.

      • HamburgerJung70 28. März 2019 um 08:14 Uhr

        Du meinst die anderen professionellen Journalisten aus Hamburg?? ☺️

      • Saschas Alte Liebe 28. März 2019 um 08:59 Uhr

        So wie Du das Training beschreibst (und auch schon häufig andere, das ist ja keine Einzelmeinung), ist es doch auch garnicht nötig genauer hinzusehen.
        Zu diesem Zweck sind die Lobeshymnenschteiberlinge auch nicht vor Ort.
        Sie treffen sich dort, um gesehen zu werden, um den Ansvhein von 24/7 Präsenz und Aktualität vorzugeben und gerade noch mitzubekommen, wer verletzt ist.
        Ansonsten wird der nette Ausflug zum Kaffeeschwätzchen ja auch bezahlt.
        Andere Leute, die wertschöpfendes vollbringen, müssen sich sich selbstverständlich dafür etwas von ihrer Freizeit abknapsen.
        Entsprechend verhält es sich eben auch mit der Qualität der jeweiligen Ergebnisse.
        Im Grunde muss niemand sich die Ödnis eines solchen Trainingsfake anschauen, es kann auch von den in Spielen gezeigten Leistungen unzweifelhaft rückgeschlossen werden.

      • Volli 28. März 2019 um 09:09 Uhr

        Dann war ja richtig Zug drin, in der Trainingsanalyse! 😂 Das nennt man dann wohl ein stressfreies Dasein! Kein Wunder, dass im Rheinland, da wo ich herkomme, das Thema Finanzen kaum eine Rolle spielt. Der Schein vom großen HSV wird weiter schön aufrecht erhalten!

  5. Kevin allein in Hamburg 28. März 2019 um 08:01 Uhr

    Mal nur so zum Verständnis.
    Warum mus ein Sportchef / Direktor sich „freudestrahlend “ mit den Spielern abklatschen ?
    Nach 15 Minuten die erste Trinkpause ?

    Das hat meiner Meinung nachts mit einer professionellen Bundesligamannschaft (2. Liga) zu tun.
    Und warum haben die schon wieder so viele freie Tage am Stück frei ?
    Da könnte man doch so schön an technischen Schwächen arbeiten.

    • BerndH60 28. März 2019 um 08:38 Uhr

      Um eine Schwäche abzustellen muss das Potenzial für Stärke vorhanden sein, zumindest aber Verständnis, wie man eine Schwäche übertüncht.
      Beides ist offensichtlich nicht da. Also reine Zeitverschwendung. Wie wohl jedes Training der gefühlten letzten 20 Jahre. 😱

      • Kevin allein in Hamburg 28. März 2019 um 08:43 Uhr

        Von der Seite aus betrachtet absolut richtig.
        Das war mehr ein bisschen sarkastisch von mir gemeint mit den Schwächen trainieren.
        Aber alles in allem bekommt man wirklich den Eindruck das es beim HSV wie in einem Landschulheim zugeht.
        Niemand muss sich wirklich anstrengen um das Optimum (Geld) zu bekommen.

  6. Sven 28. März 2019 um 08:33 Uhr

    Bleibt die Frage, warum Trainer, die zuvor mit Nationalmannschaft oder Club international unterwegs waren, in Hamburg so verzwergen. Ob Marwijk, Labbadia oder auch ein Wolf sind doch Trainer, die ihr Handwerk doch grundsätzlich beherrschen.

    Werden die durch die Vorstände so kastriert? Ist das die Wohlfühloase, gegen die keiner mehr ankommt ohne totalen Bruch? Auf mich wirken die letzten Trainer alle nach kurzer Zeit frustriert…

    PS: Hut ab für Bruno L. – Was wurde über den hergezogen. So unerfolgreich wäre der HSV jetzt gerne.

    • BerndH60 28. März 2019 um 08:45 Uhr

      Kannst du dir ganz leicht selbst beantworten.
      Stell dir vor, du siehst von Außen eine Gruppe, in der alles schief läuft.
      Du siehst von Außen jeden Fehler. Dann gehst du mit besten Absichten in die Gruppe und hörst von der ersten Sekunde an, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, das alles toll, bestens und Mega-Super ist.
      Wie lange hältst du durch, bis du dir sagst: „Na, wenn das Absingen des Refrains alles ist, was ich für mein Geld tun muss, wieso nicht?“

    • Flanders 28. März 2019 um 14:14 Uhr

      Aus „Der Abstieg“ habe ich entnommen, dass Labbadia Spieler aus Hamburg wie z.B. Harnik oder Kruse forderte aus damaliger Sicht nicht utopisch. Dies soll Didi B. aber nicht sexy genug geqesen sein, woraufhin er in Barcelona Halilovic kaufte und diesen Labbadia vorsetzte. Und noch bevor der Hype abebbte habe ich Nico Kovac bei Sky90 gesehen, der den Transfer kritischer sah und meinte, dass junge Stars in Kroatien quasi ohne Defensivaufgaben spielen. Er bezweifelte, dass Halilovic sofort helfen könnte.

      Dies hat Labbadia auch erkannt und ihn nicht aufgestellt. Er wurde daraufhin sogar zu einem Mitglied des AR (?) zitiert und ihm wurde mitgeteilt, dass und wie er Halilovic aufzustelleb habe.

      Wenn Autorität, Aufgabenfeld etc. so untergraben werden, dann dürfte klar sein, dass Labbadia sein volles Potenzial nicht abrufen konnte. Die Kurzfassung : Der HSV ist ein Sauhaufen.

  7. Sag' Tschüss Dino 28. März 2019 um 08:43 Uhr

    Quälix war nach der zweiten Trinkpause auch mein erster Gedanke. Wenn sie so weiter trainieren müssen sie sich vor den letzten Spielen Zaubertrank in die Figur schütten um die nötigen Punkte zu holen.

    Den Unmut Wolfs verstehe ich nicht. Es liegt doch an ihm die Truppe mehr zu fordern.

    • atari 28. März 2019 um 09:03 Uhr

      Das war schon unter Titz und Vorgängern so (Ausnahme Hollerbach). Ich denke, dass da irgend eine Expertenrunde aus Wissenschaftlern und NASA-Spezialisten den Trainingsplan und die Dosierung vorgibt. Dafür ist ein Trainer wohl heutzutage nicht mehr zuständig.

  8. Ralf 28. März 2019 um 08:44 Uhr

    Das ist gut das auch mal von Grave zu lesen, ich hab mich schon des öfteren gefragt was die im Training machen wenn ich manchmal auf der Webseite die Bilder und Infos zu den Trainingsinhalten sehe. Da sehe ich eigentlich immer nur Pass-und Spielformen, das kann doch nicht Woche für Woche der Trainingsplan einer Profimannschaft sein. Also ich habe es auch mal bis in die Verbandsliga in Südbaden geschafft, aber da bestand mindestens eine Trainingseinheit die Woche größtenteils aus Laufarbeit , eine weitere zumeist aus intensivem Zweikampftraining, Trinkpausen gab es übrigens außer im Sommer auch keine!!!!!! Und mein absoluter Lieblingstrainer hat vor 25 Jahren schon gesagt es gibt Techniker und Kämpfer in einer Mannschaft, einem „Ballwegprügler“ bringe ich Technik nicht mehr entscheidend besser antrainiert. Ich sag zu meiner Lebensgefährtin beim Zusehen oft wenn die Herren Bates/van Drongelen im Spielaufbau den Ball haben und sich für einen langen Ball entscheidender Gegner hat gleich Einwurf oder Abstoß. Anfangs hat sie oft gelacht, da sie auch nicht so Fußball-affin ist, nach 3-4 maligem Zusehen hat sie mir Recht gegeben. Ich finde das sagt alles über die Qualität dieser Spieler!!!!!

  9. Jusufi 28. März 2019 um 08:44 Uhr

    Ich denke, hinter der gestrigen Trainingseinheit steckte ein höherer Plan. Man wollte den zahlreichen Beobachtern in diesem öffentlichen Training nicht zeigen, welche fußballerische Klasse sich in diesem Kader verbirgt. Heute im Geheimtraining hingegen dürfen alle Spieler all ihre Qualität zur Schau stellen, um sich dem Trainer für Samstag aufzudrängen.

  10. atari 28. März 2019 um 08:48 Uhr

    Zuerst dachte ich beim Lesen, Grave hat sich verfahren und ist beim SC Condor gelandet. Da tue ich denen aber vermutlich Unrecht, die trainerieren bestimmt besser. Ich muss da mal Nicki fragen, der ist dort Trainer.
    Man muss aber auch Verständnis haben. Viele Arbeitnehmer in Deutschland gehen den ersten Arbeitstag nach dem Urlaub etwas ruhiger an. Obwohl sich Graves Trainingseindrücke mit meinen decken, die ich zu Saisonbeginn dort beobachten durfte. Nachdem man das damals bemängelt hatte fielen die ganzen Trainer über einen her und erzählten von wissenschaftlichem Training. Hartes Training ist out und die Verletzungsgefahr viel zu hoch. Der Nächste kommt dir dann reflexartig mit Magath und Medizinbällen. So hat man dann sofort ein neues Thema aufgemacht. Ich entschuldige mich dann immer und versuche zu erklären, dass ich das alles nicht eingefordert habe. Ich wollte nur ein ganz normales Bundesligatraining sehen. Kein Beleg, aber vielleicht ein Indiz dafür ist, dass Hollerbach aus Hunt in 6 Wochen wieder einen halbwegs brauchbaren Bundesligaspieler machen konnte.
    Heute lese ich zum ersten Mal in Hamburg etwas über dieses Wundertraining. Warum eigentlich?

  11. Demosthenes 28. März 2019 um 09:31 Uhr

    Die zentrale Frage kann doch nur lauten: Wieso kommen die Spieler mit so einem miserablen Einsatz und einer so eklatanten Leistungsverweigerung einfach ungeschoren davon?

    Wenn ein Trainer diesem Treiben hilflos gegenübersteht, obwohl sich bei ihm (wie Du schreibst) „Unmut breit macht“, dann hat das seine Gründe. Der Wurm steckt in der gesamten Mannschaft, in jedem einzelnen Spieler. Einige sind halt einfach nur faul und unmotiviert, andere sind technisch limitiert, allen gemeinsam scheint ein Hang zur Selbstüberschätzung und Selbstzufriedenheit zu eigen zu sein.

    Ein Klassespieler wird nur, wer sich ständig infrage stellt, wer unzufrieden bleibt mit sich und seinen Leistungen und aus diesen Antrieb heraus sich ständig verbessert. Man kann gegen Christiano Ronaldo sagen, was man will, aber der hat trotz Fame und Fortune nie diese Unzufriedenheit verloren und sich zu früh mit weniger zufrieden gegeben. Darum ist er über viele viele Jahre hinweg der Weltklassespieler, der er ist. Diese Einstellung, dieses „später zufrieden sein als andere“, fehlt beim HSV komplett.

    Die Lage scheint so desolat zu sein, das von der Mopo jetzt schon der Sohn von TV-Moderator Oliver Geissen, Maximilian Geissen, als Retter in der Not und Mangala Ersatz hochgeschrieben wird. Grave, was sagt Du denn dazu, ist er Dir nicht auch gleich als Trainingsmonster aufgefallen gestern? Dazu auch O-Ton Mopo: „Sportvorstand Ralf Becker beobachtete das Training gestern jedenfalls genau.“

    P.S.: Ich warte noch gespannt auf die von Dir erwähnte Hoffmann Ankündigung.

    • Demosthenes 28. März 2019 um 09:43 Uhr

      Hahaha, zu köstlich, lese grade auf HSV.de vom Training gestern: Unter der Überschrift „Intensive Einheit im Volkspark“ schreibt man dort von „…intensiver Vorbereitung auf das Spiel beim VFL Bochum…“, „…Arbeit (…) am Spielverstädnis im Kleinfeld…“ (Tippfehler HSV.de) und vom Spiel in einer „…Wettkampfform…“.

      Dann kann ja nix mehr schiefgehen und der HSV schießt die Bochumer aus dem Ruhrstadion raus. Grave, warst Du auf’m falschen Platz?

    • man Gravesen 28. März 2019 um 09:43 Uhr

      Ich denke, das Ganze ist, besonders beim HSV, ein grundsätzliches Problem. Die jungen „Talente“ müssen in ihrer Jugend auf vieles verzichten. Während die 16-jährigen Altersgenossen Parties feiern, müssen sie Sport und Schule unter einen Hut bringen etc. Am Ende denke ich, dass der Weg zum Profivertrag hin wesentlich schwieriger ist als das Profi-Sein selbst, denn dann hat man es ja geschafft, vielleicht sogar beim „großen HSV“. Warum hat denn keines der oft zitierten Super-Talente den Sprung geschafft (mit minimalen Ausnahmen wie Tah, Son)? Weil sie in dem Moment zufrieden waren, als sie ihren HSV-Vertrag in der Tasche hatten. Das Ende der Leidenszeit war erreicht, wenn man bedenkt, dass ein Jatta mit einem 5-Jahres-Vertrag mir jährlichen € 450.000 ausgestattet wird (garantiert). Das sind Summen, die in dem Land, aus dem er angeblich geflohen ist, nicht mal die Minister verdienen. Und genau an dieser Stelle hört bei den Jungs die Gier auf. Warum sollte man denn jetzt auch noch mehr machen, als gefordert? Man lebt in der angeblich schönsten Stadt der Welt, verdient wie ein Vorstandsvorsitzender, die Presse leckt einem den Arsch und der Verein verweigert jeglichen Leistungsanspruch. Es bedarf eines ganz bestimmten Charakters, wenn man in diesen Momenten anders denkt. Wenn man eben nicht mit dem HSV-Vertrag zufrieden ist, sondern den Dortmund-Vertrag möchte. Und dann den Liverpool-Vertrag. Und genau diesen Charakterzug haben die Meisten nicht, weil ihnen in Hamburg vorgelebt wird, dass es sich auch mit wesentlich weniger extrem gut leben lässt.

      • Demosthenes 28. März 2019 um 09:53 Uhr

        „man Gravesen“? Grave, bist Du’s? Ist mir was entgangen?
        Stimme den Ausführungen voll zu. Erklärt aber nicht, warum ein Wolf hilflos zuschauen muss. Und das ein BH damit nicht zufrieden ist, müssen wir nicht extra erörtern. Bleibt also die Frage, warum kann keiner, kein Trainer, kein VV, etc seit gefühlten 100 Jahren etwas gegen diese Hamburger Krankheit unternehmen?

        • Gravesen 28. März 2019 um 09:55 Uhr

          Keine Ahnung.

        • Gravesen 28. März 2019 um 10:01 Uhr

          Weil sie mehr damit beschäftigt sind, ihren eigenen Arsch zu retten.

          • Demosthenes 28. März 2019 um 10:56 Uhr

            Das bedeutet, BH verzögert die Insolvenz/komplette Neuaufstellung des Vereins so lange wie irgend möglich, um sein Vorstandsgehalt maximal abzugreifen? Das ist vorstellbar.
            Ein Wettstein ist eh nur Mitläufer und Bedarfsopfer.
            Und Hannes Wolf kneift den Arsch zusammen und hofft mit aller Kraft, dass der Aufstieg gelingt, um dann, ja was eigentlich? Als HSV-Trainer in Buli 1 mit der Trümmertruppe von Tag 1 an gegen den Abstieg zu spielen? Abzumustern und als zweifacher Aufstiegstrainer den nächsten Zweitligisten hochzubringen? Das kann es ja wohl nicht sein. Zumindest Wolfs Anspruch sollte ein anderer sein, da gebe ich Christian (s.u.) recht.

      • Ralf 28. März 2019 um 10:07 Uhr

        Genau das ist das Problem, besser kann man das Übel der Selbstzufriedenheit und fehlenden Gier nach Weiterentwicklung und Erfolgen nicht zusammen fassen. Und der Hauptpunkt für mich dabei ist, das der Verein wirklich jeglichen Leistungsanspruch verweigert!!!! In München und Dortmund selbst beim Retortenclub Leipzig fegt dann ein Hoeneß/Watzke/Rangnick mal ganz kräftig dazwischen und dann haben die Spieler das kapiert oder werden bei nächstmöglicher Gelegenheit aussortiert. In Hamburg werden trotzdem zu horrenden Gehältern Verträge verlängert und man hat das Gefühl jeder kann machen, oder vielleicht besser gesagt Nicht-Machen, was er will weil die „Wohlfühl-Oase HSV“ das ja zulässt und akzeptiert, anstatt wie in jedem anderen Verein bzw. Betrieb von der Chefetage klipp und klar vorgegeben wird wohin der Hase zu laufen hat!!!!!

      • Jusufi 28. März 2019 um 11:22 Uhr

        Das durchschnittliche Monatseinkommen von Männern liegt in Gambia bei 45 – 50 Euro.

  12. Christian 28. März 2019 um 10:05 Uhr

    Warum macht der Trainer das aber mit? Klar, sich an die Bequemlichkeit zu gewöhnen, verstehe ich. Aber anders als die Spieler hat ein Trainer ja möglicherweise noch 10, 20 oder mehr Jahre in dem Geschäft vor sich. Oder hat er wirklich schon alles erreicht und ausgesorgt nach der Station beim HSV?

    Die Mannschaft spielt nicht gut, die Spieler entwickeln sich nicht weiter, es wird nicht engagiert trainiert. Das sind doch alles keine Empfehlungen für die nächste berufliche Station sollte man meinen.

    Und das in einem Umfeld, in dem man eben nicht auf Lebenszeit bei sicherer Pension angestellt ist. Das verstehe ich wirklich nicht.

    Meinen Hut würde ich aber definitiv ziehen, wenn ein Trainer mal zurücktreten würde mit der Begründung, dass die professionelle Arbeit in dem Verein und mit der Mannschaft nicht möglich ist. Ich habe aber den Verdacht, dass derjenige, der sich das traut, schwerer einen neuen Verein findet, als jemand, der hier die ruhige Kugel schiebt und schieben lässt.

    • Demosthenes 28. März 2019 um 11:07 Uhr

      Du hast recht, das wird kein Trainer, der eine Zukunft in dem Job haben will, so tun. Es ist eine Schande.

      Anders bei den Spielern, da wird es interessant: Die sind die nun mal die Hauptverantwortlichen für das, was auf dem Platz geschieht. Aber jeder von denen, der hier eine ruhige Kugel schiebt, vertraut darauf, einen neuen Verein zu finden. Und paradoxerweise können ja alle jetzigen HSV Underperformer auf eine lange Reihe von Vorgängern verweisen, die ähnlich mies beim HSV gespielt, aber nach dem Weggang ganz anders aufgedreht haben: Von Boateng bis Kostic, die Liste ist lang. Nach dem Motto: Seht her, aus mir kann auch was werden, ich brauche nur das richtige Umfeld.

  13. Hein 28. März 2019 um 10:17 Uhr

    Ich hab das letzte mal unter Bert van Marwijk zugeschaut beim training .. das war damals genau so ne lachnummer .. und es ist einfach was dran an dem spruch .. wie du trainierst so spielst du auch

  14. Greer 28. März 2019 um 12:29 Uhr

    Ich fine es nur interessant, dass Wolf Arp noch den Rat mitgibt, mehr zu trainieren, um dann auch mal wieder gut zu spielen, selber aber solche schlaffen Trainingsnummern durchzieht. Da könnte Arp jede Trainingseinheit mitmachen, besser scheint man dadurch auch nicht zu werden.

  15. atari 28. März 2019 um 12:29 Uhr

    Ich habe jetzt echt ein Problem. Ich habe meinen Geschäftspartnern, Mitarbeitern, Freunden und Familie diesen Blog empfohlen. Ich wollte quasi eine Community innerhalb der Community gründen. Jetzt beschweren die sich, dass sie hier beim Lesen manchmal auf Kritik treffen. An manchen Tagen sogar ganz oft, wenn der HSV wieder Anlass dazu gegeben hat. Ich habe mich schon so oft per Email gemeldet und diese Beiträge bemängelt! Kann mal bitte einer der Admins diese Gestalten wie Gravesen und Sascha zu Reisenden machen oder am besten ganz sperren? Die stören meinen Lesefluss und mein Wohlbefinden erheblich mit ihrer blöden Wahrheit. Ich hätte gerne ein nettes Miteinander nur mit den Personen meiner Wahl. Der Rest kann gesperrt werden!

    • holly 28. März 2019 um 12:41 Uhr

      hast du den Ironie-smiley vergessen?

    • Saschas Alte Liebe 28. März 2019 um 17:19 Uhr

      Nun ist bezüglich dieser Gestalten Klarheit geschaffen:
      Meaty · Gefährte:
      „Ander kritisieren hier jedoch oft so, wie einst Karl Eduard von Schnitzler die BRD kritisierte, gerne in einem Unterton, der gar nichts mit der eigentlichen Sache zu tun hatte oder zum Umdenken animieren soll. Diese Kritik hat nur das Ziel, den Verein (bzw. Sudel Ede die BRD) und seine interessierten Fans ins schlechte Licht zu rücken!“
      .
      Alles geklärt Genosse Sudel Grave ?
      Es geht garnicht um „die Sache“, und der HSV bzw. jener Blog ist die BRD, hier die DDR ! So entscheidet also das Gefühl dieses Users.
      😀

  16. Freundchen 28. März 2019 um 13:29 Uhr

    Enttäuschender Trainingsbericht, ich hätte gedacht, dass Wolff mehr Feuer reinbringt. Allerdings auch nicht wirklich überraschend, dass es nicht passiert. Hat denn uns aller Liebling Lewis Harry Holtberg wenigstens das zahlteiche Publikum mit wilden Gesten animiert, ordentlich Stimmung zu machen?😀

  17. Jusufi 28. März 2019 um 13:45 Uhr

    In der jetzigen Phase der Saison keine Kraft- und Ausdauereinheiten mehr durchzuführen (jedenfalls nicht als Schwerpunkt) macht durchaus Sinn. Die Grundlagen dafür (also 90 Minuten Spiel mit hoher läuferischer Belastung) sollten längst geschaffen worden sein. Jetzt also auf spieltaktische und technische Übungsformen zurückzugreifen, ist sicher nicht falsch. Solche Einheiten dürfen dennoch nicht lax durchgeführt werden, sondern mit voller Konzentration und auch mit entsprechende Redeanteilen des Trainers. wenn man solche Einheiten einfach laufen lässt, läuft allerdings was falsch. Wenn daraus nur ein bisschen Dehnen,