Man dreht sich im Kreis

Was für eine fatale Situation, oder? Eigentlich weiß jeder (zumindest diejenigen, die in der Lage sind, bis 5 zu denken), woran es liegt, aber gelöst kriegt man das „Problem HSV“ irgendwie nicht. In diesem Zusammenhang möchte ich euch heute mit zwei Zitaten konfrontieren, beide sind gestern auf Facebook erschienen. Das Erste ist von mir, das Zweite wurde mir zugeschickt.

Zitat Nr. 1 (als Antwort auf die Frage: Was stimmt beim HSV und seinen Fans nicht?)

HSV Arena Es ist der übliche (dümmliche) Reflex, nach etwas zu jammern, was früher (angeblich) besser war. „Didi war doch so ein toller Sportchef, holt Didi zurück“ Nein, war er nicht. „Unter Hoffmann spielten wir in Europa, holt Hoffmann zurück“. Nein, Hoffmann ist und bleibt ein Verbrecher und ein Trickser. „Unter Titz waren wir doch so erfolgreich, holt Titz zurück“. Nein, wart ihr nicht. Die Niederlagen gegen Kiel und Regensburg und den Folterfußball schon vergessen? In Hamburg guckt man immer nur zurück und traut sich nie, etwas wirklich Neues zu beginnen. 

Diese Liste ließe sich beliebig verlängern. „Bruchhagen hat in Frankfurt gute Arbeit geleistet, außerdem war er schon mal in Hamburg. Holt Bruchhagen“. Nein, Mumpitz. Oder „Hollerbach hat die Raute, der sich schon damals für den Verein geopfert. Holt Holler, dann läufts wieder“. Ergebnis ist bekannt. Es ist immer wieder der Blick zurück, besonders in kritischen Situationen. Hört man sich (und ich habe das vorgestern teilweise mal gemacht) die Stimmen auf der Tribüne oder auf dem Marsch zum Stadion an, fällt man von Glauben ab und das Schlimme ist – die glauben das wirklich. Aber ok…

Zitat Nr. 2: (Als Reaktion auf einen möglichen Trainerwechsel, weil Wolf schon wieder der falschen Coach sein soll)

Hallo!?? Der richtig Trainer? Wir haben nicht den richtigen Vorstandsvorsitzenden, nicht den richtigen Finanzchef, wir haben keinen richtigen Aufsichtsrat, und erst recht haben wir keinen richtigen Präsidenten. Wir haben keine richtige Abwehr und kein richtiges Mittelfeld. Einen richtigen Sturm haben wir auch nicht. Und keine richtigen Alternativen auf der Auswechselbank. Wir haben keinen richtigen Nachwuchs und seit einiger Zeit auch kein richtiges Juwel mehr. Wir haben keine richtige Strategie, keine richtige Vision, keine richtige Idee von irgendwas. Wir haben seit gefühlten 15 Jahren keine einzige richtige Entscheidung mehr getroffen und seit mindestens 3 Jahren kein richtig gutes Spiel mehr gemacht. Wie und warum zur Hölle sollten wir da ausgerechnet den richtigen Trainer haben?

Klingt hart, ist aber auf den Punkt. Denn eigentlich stimmt in diesem Verein nichts, überhaupt nichts. Man hat, wie der Autor genau richtig sagt, seit gefühlten 15, vielleicht sogar seit gefühlten 30 Jahren, keine richtige Entscheidung getroffen. Sei es nun bei Besetzung von Planstellen wie Vorstand oder Trainer, sei es bei Transfers, Einkäufen und Verkäufen oder sei es bei der Auswahl seiner Partner. Es gibt wirklich nicht einen Teilbereich des Vereins, wo es wirklich von vorn bis hinten stimmt, der Klub ist eine einzige Baustelle ohne mittel- oder langfristige Strategie. Natürlich ist Profi-Fussball ein Tagesgeschäft, aber ohne einen Plan funktioniert es nun man nicht und diesen Plan hat dort niemand.

Rückblickend auf das Spiel gegen Magdeburg kann man das eiskalten Grausen kriegen, wenn man an die Zukunft denkt, die Mannschaft der nächsten Saison wird angesichts der Abgänge und der nicht vorhandenen Gelder für qualitative Zugänge eher schlechter aufgestellt sein als die vom Montag, auch wenn man sich das kaum vorstellen kann. Und das übrigens unabhängig von der Liga, in der man antreten darf/muss. Für die Bundesliga bedeutet das Modell Tasmania, für die zweite Liga bestenfalls Mittelmaß. Prost Neujahr.

Zum Schluss….

….das Letzte.

„Geld nicht wichtig!“ Sakai plant seinen Abschied vom HSV
Nach drei Jahren beim VfB Stuttgart wechselte Gotoku Sakai zum HSV, zählt seither zu den Stammkräften des Teams und blieb dem Verein auch nach dem Abstieg treu. Der Vertrag des 28-Jährigen läuft im Sommer 2020 aus und nun deutete der Defensiv-Allrounder seinen Abschied an. „Für mich steht schon länger fest, dass es mich wieder nach Japan zieht. Für mich ist es nicht mehr so wichtig, wo ich spiele und wie viel Geld ich verdiene, sondern es hat große Priorität, so nah wie möglich bei meiner Familie zu sein.“ Sakais Frau und ihre beiden Töchter sind bereits seit einiger Zeit aus Hamburg zurück in die japanische Heimat gezogen. (Quelle: Mopo24)
Das erklärt so einiges.
Zum endgültigen Schluss….
…….das Allerletzte. 
War das nicht rührend gestern. Erst verkündet der große HSV, dass es ihm nun gelungen ist, für Kiels Kinsombi all-in zu gehen und die Kröten zu verbraten (zwischen € 3 Mio. und € 4 Mio.), die man gar nicht hat. Immerhin kommen bei Aufstieg auch noch € 3 Mio. für Öczan hinzu. Anschließend erklärt man, dass die neue Schulden-Anleihe vollständig gezeichnet sei, eine Meldung, die bereits eine Woche alt war, die man angesichts der Magdeburg-Schmach meinte, nochmal aus den Archiven kramen zu müssen. Und es zeigt uns: Das Krisen-Management und die Medien-Abteilung  befindet sich auf dem gleichen Leistungsstand wie das kickende Personal. Maximal zweitklassig.

 

Von | 2019-04-10T07:50:58+00:00 10. April 2019|Allgemein|27 Kommentare

27 Comments

  1. Michael 10. April 2019 um 08:00 Uhr

    Im Moment deutet alles auf einen Daueraufenthalt im Unterhaus der Liga hin. Da alles, aber auch wirklich alles am HSV bis hin zur Stadionbratwurst inzwischen zweitklassig ist, finde ich das angemessen und gerecht.
    Eventuell sogar glücklich und großzügig, denn eigentlich hätte der HSV mit seinen Trickbilanzen gar keine Lizenz verdient.

  2. JaLe 10. April 2019 um 08:21 Uhr

    Ich stimme dir bei jedem Punkt zu, nur eine Sache stört mich total an deiner Argumentation. Einserseits verteufelst du die Spieler beim HSV die noch einen gewissen Marktwert haben, für Ihre schlechten Leistungen (stimme ich zu). Andererseits misst bzw. schätzt du den Erfolg der Mannschaft für die nächste Saison anhand des sinkenden Marktwerts des Teams, aufgrund der Abgänge der Spieler mit einem „Restwert“, welche du wiederum wie oben angeführt, deiner Meinung nach keine Leistung bringen. Können wir da nicht froh sein, wenn wir Spieler wie Lasocke, Harry und Co. los werden (obwohl sie die höchsten „Restwerte“ im Kader haben) und wir jüngere Spieler mit deutlich mehr Motivation (Kinsombi, ich hoffe es folgen ähnliche Transfers) verpflichten? Es klingt hier im Blog meiner Meinung nach zu oft nach einer Sofortlösung die gefunden werden muss. Wenn der HSV wieder auf die Beine kommen will, braucht der Verein jedoch meiner Meinung nach eine Schritt für Schritt Lösung und wenn ich mir die Arbeit von Becker angucke, sehe ich (mit den möglichen Mitteln die aufgrund des schlechten Wirtschaftens der letzten Jahre kaum vorhanden sind) eine deutliche Steigerung in Sachen sinnvoller Transfers im Vergleich zu seinen Vorgängern.

    • Gravesen 10. April 2019 um 10:10 Uhr

      Natürlich kann der HSV froh sein, wenn er diese Spieler, die noch einen gewissen Marktwert haben, aber nicht mit Leistung zurückzahlen, endlich los wird. Wenn du aber diesen Blog aufmerksam gelesen hast, wird dir aufgefallen sein, dass ich von all diesen Transfers und auch den Vertragsverlängerungen abgeraten hatte und zwar zu einem Zeitpunkt, bevor man diesen Quatsch in die Tat umsetzte und nicht Monate oder Jahre danach. Die Schritt für Schritt-Lösung, die du bevorzugst, habe ich 2014 vehement befürwortet und gefordert und ich habe mich und diesen Blog dafür eingesetzt, die Inhalte der Initiative HSVPlus 1:1 umzusetzen.
      .
      Nur das Geld ausgeben, welches man hat
      Verstärkt in den Nachwuchs investieren
      Keine teuren Ex-Super/Altstars mehr verpflichten
      Schulden abbauen.
      .
      Was davon wurde von Beiersdorfer umgesetzt? Nichts! Man hat uns, man hat den Verein und alle, die sich mit den Inhalten der Mitglieder-Initiative identifiziert hatten, betrogen und verarscht. Jetzt ist es zu spät.

  3. LarsusKoelle 10. April 2019 um 08:26 Uhr

    Zitat 2 trifft es aber sowas von auf den Punkt. Klarer kann man es nicht ausdrücken.

  4. Holger 10. April 2019 um 08:59 Uhr

    Zitat 2 habe ich gestern auch bei FB gelesen und sofort „Auf den Punkt!“ gedacht.

    Wenn der Trainer oder einzelne Spieler in Frage gestellt werden, dann greift das VIEL zu kurz.

    Wie würden z.B. ein Sakai oder ein Holtby in einer vernünftigen Mannschaft in einem vernünftigen Klub
    funktionieren? Wie ein Lasogga? Warum scheitern in Hamburg Trainer, die durchaus schon mal erfolgreich waren
    oder es nach ihrer Hamburger Zeit (wieder) sind?

    Klar, ist Wolf kein Klopp und Holtby kein Messi, aber wieso bleiben in Hamburg alle unter ihren Möglichkeiten?
    Und das seit Jahren! Oder eigentlich sogar seit Jahrzehneten?

    Schauen wir auf Labbadia in Wolfsburg, Gregoristch in Augsburg oder Kostic in Frankfrurt. Man könnte wahrscheinlich
    eine unendliche Liste aufmachen …

    Selbst ein Bruchhagen, der natürlich auch in Frankfurt nicht unumstritten war, ist zumindest mal ein erfahrener
    Fußballmanager, wirkte aber beim HSV diletantisch.

    Warum klappt beim HSV gar nichts?

    • lukaslokomo 10. April 2019 um 14:00 Uhr

      bezogen auf Holtby: gar nicht? als ich den Kommentar von Magath 2014 zu Holtby (u.a.“kein Kämpfer“) las, habe ich das Schlimmste befürchtet, als Holtby zum HSV wechselte. Leider hat sich das bewahrheitet. 🙁

  5. Volli 10. April 2019 um 09:32 Uhr

    Warum hat man letzten Sommer nicht Tabularasa gemacht? Die ganzen Abstiegsgesichter hätten, wie es Grave schon oft geschrieben hat, weg gemusst. Dann hätte man nie so eine Drucksituation gehabt, der die Absteiger eh nicht gewachsen sind. Leider trifft man vernünftige Entscheidungen erst dann, wenn man aus finanziellen Gründen dazu gezwungen wird. Diesem Club hätte es nicht geschadet sich unterklassig gesund zu schrumpfen. Leider wurde diese Chance wider vertan! Jetzt bekommt man die Quittung, und vor allen Dingen die Wut der Hüpfer zu spüren, sollte es mit dem Aufstieg nicht funktionieren.

    • Wormfood 10. April 2019 um 15:26 Uhr

      Mit Blick auf die horrenden finanziellen Verbindlichkeiten wäre ein „Gesundschrumpfen“ der direkte Weg in die Insolvenz gewesen. Die einzige kleine Chance ist der direkte Wiederaufstieg.

      Wer einen Neustart beim HSV will, sollte daher an den letzten Spieltagen Union, Kiel und Paderborn die Daumen drücken.

  6. Miroslav Okonski 10. April 2019 um 09:35 Uhr

    Diese Tendenz die Vergangenheit besser zu bewerten, als sie tatsächlich war, nennt man „rosige Retrospektion“ oder „rosige Vergangenheits-Verzerrung“. Sie reiht sich ein in eine Reihe von kognitiven Verzerrungen, also Neigungen die beim Erinnern, Wahrnehmen und Urteilen systematisch zu Fehleinschätzungen führen.

    Es setzt eine gewisse Grundintelligenz und Bildung voraus, um sich dieser Neigungen bewusst zu werden, und sie somit zu bekämpfen. Von den HSV-Fans kann man dies sicher nicht erwarten, allerdings sollten Führungskräfte sich dessen schon bewusst sein. Dies ist beim HSV leider nicht der Fall.

    Ganz stark ist beim HSV z.B. die Ankerheuristik vertreten. Beispiel Verträge: „Der Spieler Lasogga verdient € 3 Mio pro Jahr, wenn wir ihm € 1,5 Mio anbieten machen wir ein gutes Geschäft, immerhin 50% weniger als sein aktuelle Gehalt“. Falsch! Das Gehalt sollte einzig in Relation zur Leistung festgesetzt werden, und nicht auf Basis des historischen Gehalts (Anker). Und dann ist das Gehalt eher bei € 500.000 anzusiedeln…

    Selbstüberschätzung ist übrigens eins andere, sehr wichtige (und oft fatale) kognitive Verzerrung. Darüber könnte man beim HSV ein ganzes Buch schreiben.

    • Ex-HSVer im Herzen 10. April 2019 um 10:15 Uhr

      Sehr gut wissenschaftlich anaylsiert. Ein Grund, warum ich diesen Blog so schätze. Die Kommentare sind sehr hochwertig und kein dummes Opportunisieren und Fanboy-Geschreibsel

  7. Ex-HSVer im Herzen 10. April 2019 um 10:11 Uhr

    Fundstück des Tages. Arbeiten bei bild.de eigentlich nur Alkoholiker mit eingeschränkten Hirnfunktionen?

    Über Alex Meier:
    „Er hat genug gesehen. Bei Pauli fehlen Spieler mit Feuer und Fitness, fehlt eine sportliche Führung mit Ideen, fehlt eine Ansage, wo der Klub eigentlich hin will.
    Er wird, so lange er mithalten kann, weiter Fußball spielen. Grundvoraussetzung: Er muss Spaß haben! Den hätte er beim HSV, den er mag.“

    • Wormfood 10. April 2019 um 15:22 Uhr

      BILD dürfte wohl über weitaus bessere Kontakte zum HSV verfügen als zum FC St. Pauli.

  8. Wade 10. April 2019 um 10:53 Uhr

    ….die Medien-Abteilung befindet sich auf dem gleichen Leistungsstand wie das kickende Personal. Maximal zweitklassig.

    Wie recht du hast!
    Laut mail vom HSV beginnt der Mitglieder Vorverkauf für das Halbfinale am Freitag den 10.4. um 8.00 Uhr.
    Wenn mich nicht alles täuscht ist heute der 10. und Mittwoch 😱

    Was die nächste Saison angeht, vielleicht geschieht ein Wunder und Trainer und Mannschaft kriegen einen Lauf weil bei ihnen alles passt. Obwohl, wenn ich bedenke dass Wood zurück kommt mit seinem mega Gehalt, dann hat sich das wohl auch erledigt.

  9. VSabi 10. April 2019 um 10:59 Uhr

    Sollte Meier mit dem HSV liebäugeln, muss Becker reagieren. Tschüss Lasogga, dein Nachfolger ist gefunden. Nartürlich ist Meier nicht mehr der jüngste, aber in seinen Bewegungen X-mal schneller als die Telefonzelle Lasogga. Ein Spieler, der in seinem Alter noch regelmässig Sonderschichten einlegt. Nicht zuletzt das Gehalt, Lasogga bzw. MUTTER rechnen noch immer in der Grösse von 2 Millionen plus. Das Meier, wenn 1. LIGA nicht mehr an seiner Leistung von Frankfurt ranreicht ist klar, aber mit dem Spielerpotential das zukünftig spielen soll, kann er mithalten.

    • Gravesen 10. April 2019 um 11:00 Uhr

      Was daran ist bei dir nicht angekommen?
      .

      Es ist der übliche (dümmliche) Reflex, nach etwas zu jammern, was früher (angeblich) besser war. „Didi war doch so ein toller Sportchef, holt Didi zurück“ Nein, war er nicht. „Unter Hoffmann spielten wir in Europa, holt Hoffmann zurück“. Nein, Hoffmann ist und bleibt ein Verbrecher und ein Trickser. „Unter Titz waren wir doch so erfolgreich, holt Titz zurück“. Nein, wart ihr nicht. Die Niederlagen gegen Kiel und Regensburg und den Folterfußball schon vergessen? In Hamburg guckt man immer nur zurück und traut sich nie, etwas wirklich Neues zu beginnen.

  10. Ex-HSVer im Herzen 10. April 2019 um 11:41 Uhr

    Ich finde, dieser perverse 10 Mio Deal (wenn er stimmen sollte) mit dem 14 (??) jährigen Moukoko zeigt exemplarisch, warum der Fußball im Arsch ist und nur noch eine Zockerplattform für Berater und Anwälte wie an der Börse ist. Maßloses Rendite-Streben zu Lasten von Kindern und jungen Männern, deren Karriere aufhört, bevor sie beginnt.
    Weltstars wie Maradona, Matthäus, Völler wären in diesem System nie etwas geworden. Denn harte Arbeit und Quälen macht Dich besser. Die Aussicht auf finanziellen Wohlstand und mal Nationalspieler zu werden lässt Dich Gas geben. Wenn man aber schon mit 14 (!!!!!) oder von mir aus auch 20 schon mehrfacher Millionär ist und schon bei Barca spielt, wie soll so ein Talent dann noch Lust haben, alles zu geben.,
    Genauso die Ablösesummen von 70-80 Mio für Spieler aus dem B- und C-Regal.

    Alles nur noch pervers.

    • Ralf 10. April 2019 um 12:01 Uhr

      Dem kann man nur zustimmen, das beste Beispiel haben wir doch mit unserem „letzte Juwel“ in den eigenen Reihen. Mit Arp klappt das dieses Jahr doch schon nicht mehr bei uns weil der 4-Jahres-Vertrag in München mit jährlich 5 Mios. doch schon unterschrieben ist. Da fehlt die Motivation alles reinzuhauen und sich zu quälen(Wolf wird ihn nicht ohne Grund wegen schlechter Trainingsleistungen aus dem Kader geschmissen haben), die Euro-Scheinchen blitzen doch auch so in den Augen.
      Das System ist krank und ich hoffe eigentlich inständig das irgendein „großer Verein“ gegen die Wand fährt.

      • Ex-HSVer im Herzen 10. April 2019 um 12:52 Uhr

        Das wird nicht passieren, solange der Pöbel Kohle ausgibt dafür. Die Quelle allen Übels sind die Fernsehegelder. Kann mir mal einer erklären, warum die Sender ein Vielfaches von dem bezahlen wie vor zehn Jahren? Der Fußball war dort doch auch nicht weniger attraktiv. Und warum sind die Leute so dumm und zahlen 50 € für ein Sky Abo? Damit sie sehen, wie Bayern zum 7. Mal Meister wird? Ich finde, der Fußball ist weitaus langweiliger als vor zehn oder 20 Jahren

  11. Ralf 10. April 2019 um 11:48 Uhr

    Meiner Meinung nach hatte der HSV die letzten 15-20 Jahre nur zwei absolute Vollprofis(Granaten)unter Vertrag stehen. Zum einen Martin Jol, zum anderen Frank Arnesen, beide im Prinzip von Bernie verarscht und mehr oder weniger freiwillig aus HH geflohen. Unter Jol wurde zum letzten Mal attraktiver Fussball über einen Zeitraum von einem Jahr gespielt.
    Arnesen wurde unter völlig falschen Versprechungen von Bernie nach Hamburg geholt(20 Mios. für Transfers) und als er da war war Bernie weg und Schnarchow musste ihm sagen das kein müder Euro für Transfers zur Verfügung steht. Trotzdem hat Arnesen durch seine England-Connections junge, billige Spieler mitgebracht, schaut euch nur an was für Töre und Bruma zwischenzeitlich schon Ablösesummen bezahlt wurden. Vielleicht hätten wir durch Arnesen viel mehr auf den Zug mit hochtalentierten Talenten aus der Premier-League aufspringen können(z.B. Christensen von Chelsea der dann überragend in Gladbach performt hat), diesen Entwicklungsschritt hätte man gehen müssen, aber was hat man gemacht, den beiden so lange Knüppel zwischen die Beine geschmissen bis sie sich freiwillig vom Hof gemacht haben!!!!!! Ich bin überzeugt mit einem Arnesen und der Chance der Ausgliederung 2014 würde der HSV heute besser dastehen. Und dann folgte eine Pfeife auf die andere(Höhepunkt für mich der Potsdamer Home-Office-Manager!!!!) und das Ergebnis sieht man heute. Es kann also auch keiner sagen das es nicht mal die Chance gab den Bock umzustoßen.

  12. Libero 10. April 2019 um 12:40 Uhr

    Zitat 2 beschreibt den Zustand des HSV treffend.

    Die spannende Frage lautet: Warum ist das beim HSV so? Warum ist man in allen wichtigen Bereichen, wie z.B. Finanzen, sportliche Leistung, Sponsoren, Führungsstärke, etc. vergleichbaren Vereinen gegenüber so weit zurückgefallen?

    Für mich gibt es da nur folgende Erklärungen:
    Fehlende Führungsstärke im Vorstand und Aufsichtsrat, kein sportliches Konzept seit Jahrzehnten, persönliche Befindlichkeiten und Eitelkeiten und persönliche Bereicherung, fehlende Kritik bei Fans und Presse.

    Beginnen wir mal mit dem Vorstand und Aufsichtsrat.
    Seit Jahrzehnten ist das wichtigste Kontrollgremium, der Aufsichtsrat mit Personen besetzt, die entweder völlig ahnungslos sind, persönliche Eitelkeiten vorleben und gezielt Indiskretionen an die Presse geleitet haben.
    Die Wahrnehmung ihrer Kernaufgabe – die Kontrolle des Vorstands – Fehlanzeige.
    Ein funktionierender Aufsichtsrat hätte dem bunten Treiben des Vorstands (Didi) und der permanenten und langjährigen Vernichtung von Geld und Werten (wieder Didi, aber auch Bruchhagen), niemals so tatenlos zusehen dürfen. Der Aufsichtsrat hat sich schuldig gemacht.
    Das Hauptproblem ist insbesondere die Tatsache, dass auch in diesem so wichtigen Gremium, wie bei allen anderen wichtigen Funktionen (Vorstände, Trainer) eine Fluktuation stattfindet, die ihresgleichen sucht. wie soll da Konstanz in den verein kommen?

    Kommen wir zum Vorstand:
    Dieser hat es seit der Zeit von Dr. Klein und Netzer nicht mehr geschafft, eine Vision oder Strategie zu entwickeln, die beschreibt, wie man sich in den nächsten Jahren entwickeln will.
    Weder im sportlichen, noch im finanziellen, noch im Marketing-, noch im Nachwuchsbereich, gibt es irgendein Konzept, geschweige denn formulierte und meßbare Ziele.
    Das einzige schwammig formulierte Ziel von Hoffmann in den letzten Tagen lautet :“ Wir wollen bis 2024 ein normaler Verein werden.“
    Allein dafür gehört ein VV schon an die Wand genagelt.
    Man wurschtelt seit Jahren vor sich hin, ohne zu wissen, wohin man eigentlich will.

    Genau wie beim Aufsichtsrat ist das Hauptproblem mangelnde Konstanz und ständig wechselndes Personal, sowie fehlende sportliche Kompetenz.
    Bei jedem gut geführten Bundesligaverein stehen bestimmte Personen und Amtsträger für Konstanz und Erfolg (Rummenigge und Hoeneß bei Bayern, Watzke und Zorc bei Dortmund, Eberl bei Gladbach, Bode und Baumann bei Werder, Keller und Streich in Freiburg, Reuter in Augsburg, Völler in Leverkusen).
    Die Liste ließe sich beliebig verlängern, zeigt aber auch, dass es in anderen Vereinen Personen gibt, die glaubwürdig sind und bei denen man das Gefühl hat, dass sie sich in erster Linie um das Wohl und den Erfolg des Vereins kümmern und nicht um ihr eigenes Portemonnaie.

    Wer bleibt einem beim HSV als guter Präsident, Sportvorstand oder Vorstandsvorsitzender in Erinnerung? Das ist weit über 30 Jahre her, es waren Dr. Klein und Netzer.
    Sportliche Konzepte können natürlich gar nicht vorhanden sein, wenn das Führungspersonal selber unterdurchschnittlich performt und keine Ideen und Strategien hat.
    Seit wirklich Jahrzehnten ist beim HSV kein Spielsystem zu erkennen, spielt man defensiv, spielt man offensiv, versucht man mit schnellen Spitzen ein gefährliches Konterspiel aufzuziehen, spielt man aggressives Pressing, Ballbesitzfußball, spielt man mit langen Bällen, um den zweiten Ball zu gewinnen, was ist mit Gegenpressing?
    Jeder, der sich ein HSV Spiel ohne Emotionen analytisch anschaut, wird keine dieser Fragen beantworten können, nicht nur unter Wolf, auch bei den 20 Trainern vorher gab es kein Spielsystem.
    Welche Spieler soll ich also verpflichten, wenn ich nicht weiss, was ich da eigentlich spiele?
    Brauche ich einen schnellen, aber technisch unterbelichteten Spieler wie Jatta, einen langsamen, unbeweglichen aber abschlußstarken Stürmer wie Lasogga?
    Wenn ich Typen wie Lasogga haben möchte, brauche ich dribbelstarke und schnelle Außenspieler, die gut flanken können.
    Will ich ein Spiel von hinten aufbauen, dann brauche ich weder Bates, noch Papa, noch v.Drongelen, die unter Druck nur nach vorne bolzen können.
    Daher ist der gesamte Kader des HSV seit Jahren ein Flickenteppich von Spielern, die woanders schon mal performt haben oder nach der Zeit beim HSV wieder performen (z.B.Waldschmitt, Gregoritsch, Kostic).
    Fussballexperten wir Rangnick haben es in kürzester Zeit geschafft, Philosophien und Spielkonzepte in Hoffenheim oder Leipzig zu verankern und umzusetzen.
    Ähnliches gelingt dem SC Freiburg mit seinem laufintensiven und knallharten Pressing jedes Jahr aufs Neue, obwohl dieser großartige Club auch jedes Jahr immer wieder seine besten Spieler verliert.
    Bei den Neuverpflichtungen in Freiburg werden die neuen Spieler dann aber dem System angepaßt.
    Peters hatte 4 Jahre Zeit, sich um Konzepte und Spielsysteme im Nachwuchsbereich zu kümmern, gemacht hat er gar nichts.
    Ich persönlich habe das von ihm auch gar nicht erwartet. peters war Hockey Trainer. Das wäre so, als wenn Jogi Löw beim Harvestehuder SC ein Konzept für deren Hockey Nachwuchsbereich erstellen müßte. Allerdings hätten auch von der Profiabteilung Vorgaben an Peters gemacht werden müssen.

    Dortmund hat letztes Jahr einen radikalen Bruch gemacht und unbekannte, hochkarätige Nachwuchsspieler verpflichtet, die einen berauschenden Tempofussball spielen können.

    Was passiert jetzt aber gerade beim HSV?
    Becker versucht, die Abgänge, die sich abzeichnen, 1:1 durch andere Spieler zu ersetzen (z.B.Kinsombi für Mangala).
    Solange nicht endlich ein langfristiges sportliches Konzept erstellt wird, Anforderungsprofile an dieses Konzept abgeleitet und umgesetzt werden, wird jede Verpflichtung beim HSV ein weiterer namenloser Spieler sein, der irgendwie versuchen wird, in einem völlig unstrukturierten Spiel sein Bestes zu geben.
    Sportliche Weiterentwicklungen ohne Konzepte sind definitiv nicht möglich.

    Kommen wir zum letzten Punkt, der fehlenden Kritik bei Fans und Presse.
    Einige meiner besten Kumpels sind seit Jahrzehnten glühende HSV Fans. Kritische Worte, Zugeben von Fehlentwicklungen = Fehlanzeige. Fast jeder Chat-Verlauf in unserer Whats-App Gruppe endet mit „Nur der HSV“.
    Bei Schalke haben sie letztens dem Kapitän die Binde vom Arm gerissen, überall gibt es Proteste gegen zu hohe Eintrittspreise, nur beim HSV ist den Fans alles egal. Allerdings kann es bei den HSV Fans auch ganz schnell gehen, dass ihr Kadavergehorsam in Aggression umschlägt, dazwischen scheint es nichts zu geben.
    Über die Hamburger Journaille haben wir auch schon oft genug geschrieben, auch sie trifft eine erhebliche Mitschuld.
    Wer die Distanz zum HSV komplett verliert, über negative oder kritische Fakten gar nicht erst berichtet, sich mit dem Verein und den Fans auf eine Ebene begibt, der hat eindeutig seine Aufgabe und Daseinsberechtigung verloren.
    Ohne eine kritische Konstanze (dieser Blog reicht leider nicht aus) haben die oberen immer wieder das Gefühl, alles richtig zu machen.

    Zusammengefaßt bleibt festzuhalten:

    Wie immer fängt der Fisch am Kopf an zu stinken.

    • Ex-HSVer im Herzen 10. April 2019 um 13:08 Uhr

      Hervorragender Kommentar!! Das trifft den Nagel auf den Kopf. Das Phänomen kenne ich auch mit „Nur der HSV“. Ich kann dir aber auch erklären, woran DAS liegt! Am Phänomen, das Grave heute beschrieben hat. Es sind tief verankerte positive Emotionen, die in den Achtzigern gemacht wurden. Das ist die Sehnsucht nach dem Vergangenen und diese Menschen verstehen es einfach nicht, was seit Jahrzehnten falsch läuft. Eigentlich müssten alle diese Fans in Psychotherapie.

  13. Thomas S. 10. April 2019 um 13:57 Uhr

    In Hamburg traut man sich deswegen nicht, etwas Neues zu beginnen, weil man damit eingestehen würde, dass die alten Zeiten nicht zurück kommen. Seit Jahren liegt die Sehnsucht nach den Erfolgen der Vergangenheit wie eine Glocke über diesem Verein und ersticken jeden Neuanfang. Emotionen („Nächste Saison Europapokal!“) hatten immer Vorrang vor Nachhaltigkeit und sportlicher Kompetenz.
    In den 1990er Jahren war man „graue Maus“ der Liga, das war nicht schön. Aber immerhin war man wirtschaftlich solide aufgestellt. Mit geeignetem Personal (Hrubesch?) hätte man etwas aufbauen können.
    Als das Stadion stand, fingen alle wieder an zu träumen und zu spinnen. Trainer Pagelsdorf wurde mit einem absurden Vertrag ausgestattet und im Herbst 2001 mit 4,1 Mio. DM Abfindung entlassen. Seitdem steht man finanziell praktisch durchgängig unter Druck
    2003 wurde Zampano Hoffmann installiert. Natürlich zum 3fachen Gehalt seines Vorgängers. Es folgten einige Jahre Party, die Folgen sind heute bekannt. Spätestens seit Frank Arnesens Abgang lügt man sich nur noch von einer Saison zur nächsten durch, baut fröhlich die Geschäftsstelle weiter aus und lässt die Kapelle dazu Musik spielen.
    Ich bin wirklich gespannt, wie man aus dieser Spirale ohne kompletten Offenbarungseid wieder rauskommen will.

  14. Libero 10. April 2019 um 17:25 Uhr

    Einen Punkt hatte ich noch vergessen:
    Das Aussetzen des Leistungsprinzips.
    In keinem anderen Verein in Deutschland ist es möglich, mit minimalistischer oder gar keiner Leistung derart viel Geld zu verdienen.
    Seit Jahren wird gejubelt und gefeiert, wenn man mit einem 60 Mio. Kader 27 Punkte in der 1. BL. erreicht und sich in die Relegation rettet.
    Das Einfordern von Leistung und Siegen gibt es schon seit Ewigkeiten nicht mehr beim HSV.
    Der Begriff der Wohlfühloase trifft auf keinen Verein mehr zu als auf den HSV.
    Auch die Trainer geben lieber 3 Tage frei, als dreimal zu trainieren.
    Selbst die Basics (saubere Ballannahme, sicheres Passspiel, sofortiges Anbieten) sind beim HSV Fehlanzeige. Diese Dinge kann und muß man täglich bis zum Erbrechen üben.
    Guardiola hat das exzessiv bei den Bayern und jetzt bei ManCity durchexerziert.
    Und da sind wahrlich wesentlich bessere Spieler, die dennoch auch diese vermeintlich einfachen Dinge immer und immer wieder üben müssen.
    Jatta müßte ca. 10 Std./Tag an den Basics arbeiten.
    Beim HSV hat man das Prinzip der Belastungssteuerung (also trainingsfrei) bis zur Vollkommenheit perfektioniert.

  15. Saschas Alte Liebe 10. April 2019 um 18:50 Uhr

    Mal ein wenig unwichtige Logik:
    Wenn überhaupt nichts richtig ist, dann ist nach aller Logik eben alles falsch.
    Einer, der alles Falsche sieht, ist ein Nörgler oder „Pester“.
    So ist „keine richtige …“ meist aber nicht gemeint.
    Gemeint ist, dass überall mal ein bischen richtig ist, folglich also sehr viel falsch.
    Das sehen wohl auch sehr viele normale Fans , also „Nichtpester“ so.
    Somit besteht der eher marginale Unterschied zwischen dem normalen HSV Fan und dem Pester im Äquivalent zu „sehr viel falsch“ und „alles falsch“, also ziemlich wenig.
    Aha!
    Vermutlich ist das aber einfach zu logisch.
    🤔 vielleicht geht es nur um diese marginale Logik? also, wer zu dieser in der Lage oder willens ist?
    Ein wenig seltsam, dieser Verein … 😂

    • BerndH60 10. April 2019 um 19:46 Uhr

      Oder einfacher ausgedrückt:
      „Ein Optimist ist ein Pessimist mit gravierenden Informationsmängeln!“ 😉

    • atari 10. April 2019 um 22:43 Uhr

      egal, absolut lesenswert! Da musste erst Magdeburg kommen, aber besser spät als nie. Die Rumpelnickis werden es nicht gerne lesen.

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