Was man mit blinder Gefolgschaft anrichten kann…

Gestern stellte das berüchtigte Fischeinwickelpapier Mopo eine Frage.

Saison-Endspurt

Kippt jetzt die Stimmung bei den HSV-Fans?

Nun denn. Um es einmal ganz unmissverständlich zu sagen: Fans sind Anhänger eines Vereins und Anhänger eines Vereins feuern ihr Team an. Ob das Team nun gewinnt oder verliert, ein wahrer Fan supportet seinen Klub, besonders in schlechten Zeiten ist die Unterstützung der Treuesten der Treuen unabdingbar und wichtig. Ich bin viel zu lange selbst Fan gewesen, um etwas anderes behaupten zu können. Aber, und jetzt kommt das Aber, auf das alle gewartet haben: Man darf sich als Fan auch nicht grenzenlos verarschen lassen. Ich begreife (und prangere es oft genug an), dass die nicht ganz so hellen Jungs und Mädels mit den beflockten Trikots von den hiesigen Medien bis zur Besinnungslosigkeit sediert wurden, aber irgendwann muss man auch mal begreifen, wenn man verarscht wird. Und dann muss man auch mal konsequent sein und nicht immer von anderen Konsequenz erwarten.

„Dukaten-Didi“, „HSV-Sanierer“, „HSV-Juwelier“, „Bayerns-Tormaschine“, „HSV-Star“, „HSV-Supertalent“ usw. usw. Wem jeden Tag gefühlte 232. Mal diese Vokabeln über den Weg laufen, der glaubt den Stuss irgendwann auch mal. Und der ist dann sogar bereit, diesen Mumpitz auch noch zu verteidigen, wenn ihm Beweise für das Gegenteil gezeigt werden. Nun war aber „Dukaten-Didi“ gar kein Geldscheißer, sondern der „eigentlich gute Sportchef“ verließ den HSV nach einem Machtkampf mit Bernd Hoffmann mit einem Transferminus von ca. € 11 Mio. Alles nachzulesen. Und „HSV-Sanierer“ Wettstein hat in seinen 6 Jahren HSV wirklich alles getan, aber saniert hat er keinen Millimeter. Welche Juwelen hat denn nun eigentlich „HSV-Juwelier“ Bernhard Peters 4 Jahre und € 32 Mio. später ausbildet? Ich sehe selbst in der 2 Liga keines.

„Bayerns Tormaschine“ Manuel Wintzheimer hat es in dieser Saison auf 16 Spiele in der Regionalliga und insgesamt 121 Minuten in der 2. Liga gebracht, was für eine Maschine. „HSV-Star“? Sorry, aber ich sehe in diesem Team keine Stars, ich sehe allerhöchstens Spieler, die sich dafür halten. Aber ein Star zeichnet sich durch andere Dinge als durch Instagram-Fotos aus, ein Star bringt konstante Leistungen. Ein Star kassiert auch nicht in 5 Jahren knappe € 20 Mio. Gehalt und beschwert sich dann über fehlende Wertschätzung. Der letzte Star, den der HSV aus meiner Sicht hatte, war der Brasilianer Ze Roberto. „HSV-Supertalent“? Suche ich vergeblich. Aber wenn man den Quatsch ständig liest, glaubt man es wahrscheinlich irgendwann.

Nur: Irgendwann muss man auch mal aufwachen und registrieren, dass man veralbert wird. Veralbert von einer leckende Presse und veralbert von einem Verein, der  mindestens 5 Jahre in Folge verzweifelt um den Abstieg gebettelt hat. Der dann endlich abgestiegen ist und trotzdem nichts ändert. Warum sollte er auch, die Lemminge rennen ihnen doch immer noch die Bude ein. Gibt es irgendwo Fan-Aufmärsche, gibt es Proteste, gibt es Sitzblockaden oder Ähnliches? Es gibt nichts. Ab und zu mal ein leiser Pfiff, wenn die Söldner gegen eine Mannschaft verloren hat, in der der bestbezahlteste Spieler im Jahr das bekommt, was Herr Lasogga in 2 Wochen einstreicht. Die Fans und Anhänger haben immer noch nicht verstanden, dass sie ihren Beitrag zum weiteren Abschmieren des Vereins eben durch ihre Kritiklosigkeit leisten.

Man sollte doch einmal so ehrlich sein und sich folgendes fragen. Mal angenommen, man hat auf seinen Job eigentlich keine große Lust mehr. Man kommt beständig zu spät, erledigt seine Arbeit unvollständig und langsam und verpisst sich Abends als Erster. Man weiß, dass der Chef das alles registriert, aber er sagt nichts. Stattdessen verteidigt er den Abseiler auch noch gegenüber Kollegen. Mal ehrlich – würde man selbst dann von sich aus sagen: „Jetzt muss ich aber mal wieder Gas geben?“ Nein, würde man nicht. Man würde einfach so weitermachen, weil: Man kommt ja damit durch.

So ungefähr sieht das auch im Volkspark aus und niemand sollte sich darüber wundern.

Und täglich grüßt der Rumpelnicki…

Eines sollte allen FANS klar sein, auch und besonders den Vögeln aus dem SC, die meinen, mit ihrer hündischen Gefolgschaft würden sie den Verein unterstützen: Ihr seid dem Verein nun so viele Jahre kritiklos gefolgt, habt alles über euch ergehen lassen und seid jeden Weg mitgegangen. Wohin hat euch das geführt und wohin hat das den HSV geführt? In den Abstieg! In die zweite Liga! Schluss mit Dino, Schluss mit unabsteigbar! Geführt hat es zur Lachnummer im deutschen Fußball! Da könnt ihr euch das alles auch noch so schön quatschen, die Fakten sagen etwas anderes. Und ihr tragt eine Mitschuld, daran solltet ihr denken. Ist euch immer noch nicht aufgefallen, dass ihr den Quatsch aus BILD, Mopo und Abendblatt immer dann glaubt, wenn es euch in den Kram passt? Und wenn es nicht passt, dann ist das eben die BLÖD oder die Lügenpresse. Aber so läuft das nicht und irgendwann müsst ihr auch mal entscheiden. Aber auf Hilfe und Unterstützung durch die Medien solltet ihr nicht hoffen, denn die sind längst weiter gezogen. Und im besten Fall lachen sie über eure Dummheit.

Von | 2019-05-03T07:33:21+02:00 3. Mai 2019|Allgemein|63 Kommentare

63 Comments

  1. Kevin allein in Hamburg 3. Mai 2019 um 07:56 Uhr

    Wie soll die Stimmung bei den HSV Fans kippen, wenn man keinen Verstand hat ?
    Das ganze ist ein Trauerspiel und sucht seinesgleichen.

    • Hein 3. Mai 2019 um 08:41 Uhr

      Naja das alle die dort stehen keinen Verstand haben ist doch vielleicht auch eine gewagte These… oder kennst du alle persönlichen sas du sowas behaupten kannst ? Die Fans sind so ziemlich das einzigste was wirklich noch gut funktioniert und ich hoffe das es so bleibt auch mit der Gewissheit das der HSV zur zeit eine unterdurchschnittliche Zweitliga Mannschaft ist

      • Gravesen 3. Mai 2019 um 08:46 Uhr

        NEIN, verdammt nochmal. Die Fans sind eben nicht das, was noch gut funktioniert. Gut funktionierende Fans würden sich Sorgen machen und handeln, anstatt Oark-Gesänge anzustimmen und sich Autogramme zu holen. Du hast absolut nichts gerafft.

        • Kevin allein in Hamburg 3. Mai 2019 um 09:04 Uhr

          Danke für die Antwort.
          Ich wusste erst nicht so richtig was man darauf noch erwidern hätte können.

      • atari 3. Mai 2019 um 10:29 Uhr

        ab und zu schleicht sich hier immer wieder ein Nicki ein 🙂

      • Ex-HSVer im Herzen 3. Mai 2019 um 11:31 Uhr

        Du hast es leider nicht verstanden… genau diese blinde Gefolgschaft ist für das Jetzt verantwortlich. Das ist nicht „Fansein“, sondern Dummheit

  2. Mosche 3. Mai 2019 um 08:33 Uhr

    Höchste Zeit und meine Unterhaltungen mit den Fans der Nordtribüne bestätigt hier einen positiven Trend.
    Sollte der HSV jedoch aufsteigen, dann wäre dieser Trend wieder völlig aufgehalten.
    Deshalb bin ich auch hier bei Dir Grave, dass wirkliche Veränderungen nur mit einem Totalzusammenbruch erreicht werden.

    Ich möchte hierbei anmerken, dass es nach der Ausgliederung sehr wohl einige Fans gegeben hat, die direkt der neuen HSV
    Fussball AG den Rücken gekehrt haben. Sicherlich viele ohne sich über das mögliche Ergebnis Gedanken zu machen,
    aber sehr wohl mit einem damals schon sehr negativem Bauchgefühl.

    • Hannes Grundmeyer 3. Mai 2019 um 11:57 Uhr

      Die Fage ist nur, was wäre passiert, wenn die Ausgliederung gescheitert wäre? Der HSV war ja damals schon mit voller Fahrt Richtung Abgrund unterwegs. Durch die Ausgliederung hat sich die Geschwindigkeit gefühlt nochmals deutlich erhöht.

      Aber wäre es ohne Ausgliederung besser gelaufen? Oder sogar noch schlechter? Hätte, wäre, könnte…. Man weiß es halt nicht.

  3. Jockel 3. Mai 2019 um 08:40 Uhr

    Super blog 😂😂😂😂

  4. Holger 3. Mai 2019 um 08:59 Uhr

    Den „Fan“, den Du meinst, Grave, den gibt es nicht mehr. Ebenso wenig, wie es es eine sachliche oder sogar
    kritische Berichterstattung über das Produkt „Fußball“ gibt.

    Zumindest nicht in den Sportteilen der Tageszeitungen, den „Fachmagazinen“ oder den entsprechenden
    TV- Sendungen.

    Der traurige Haufen, der sich hier um Dich scharrt, ist die Art „Fan“, die in den Stadien vom Aussterben betroffen ist.
    Das ist auch kein exlusives HSV- Phänomen, sondern das findest Du so in allen Profistadien (inklusive der „Abkehr“ der
    denkenden Fans). Ich kenne genug Gladbacher, Schalker, selbst Dortmunder, deren Interesse nur noch „marginal“ ist und die
    die gleichen Phänomene, wenn auch mit weniger dramatischen Folgen, in ihren Klubs diagnostizieren.

    Auf Schalke haben, genau wie in Hamburg die Nickis das Kommando und bilden die Mehrheit der „Fans“. Während sich
    der echte Schalke- Fan über versenkte Millionenbeträge, eine desaströs zusammengestellte Mannschaft und Millionengehälter
    für Underperformer ärgert, feiert der Schalke Nicki begeistert auf den Sieg in Dortmund und „Helden“, die Gehälter auf Champions-
    Niveau verdienen, in der Bundesliga aber den 15. Platz belegen.

    Bei der heutigen „Fan- Kultur“ tritt der Sport und die Ereignisse auf dem Platz und im Klub immer weiter in den Hintergrund und
    die weichen Faktoren (Zugehörigkeit, Choreographie, Event, Party). Die „Ultra- Bewegungen“ schaden dem Fußball weit mehr, als sie
    Nutzen bringen! Wie wenig diese „Fans“ scih für Fußball interessieren, ist schon alleine daran abzulesen, dass sie für ihre Interessen
    (Pyro- Party) sogar den Ausschluß ihrer Vereine aus nationalen oder internationalen Wettbewerben in kauf nehmen.

    Wer in den entsprechenen HSV- Foren mitliest stolpert auch durchaus häufiger über die Meinung, dass die 2. Liga eigentlich
    ja viel „schöner“, als die Erste ist, da es hier viel mehr zu „feiern“ gibt!

    Erwartet tatsächlich jemand von dieser Art „Fans“ Pfiffe, Stadionboykotte oder Proteste, wenn ein Vertrag mit einem unterdurchschnittlichen
    BL- Stürmer für 4 Mio. im Jahr geschlossen wird? Erwartet jemand von dieser Art Fan, dass er einen Spieler hinterfragt, der so wunderbar
    mit dem Megaphon am Zaun mit den Fans einen „Nichtabstieg“ feiert und für die „Performance“ 3 Mio. im Jahr kassiert?

    Was da auf dem Rasen, im Nachwuchszentrum oder im Büro des Sportdirektors passiert spielt für diese „Fans“ eine Nebenrolle,
    wichtiger ist der „geile Auftritt“ von Lotto und Luis im Stadtpark, die gelungene Choreo, der schöne Klang von „Mein Hamburg …“
    in der Kurve und die bierselige „wir“- Atmosphäre.

    Typen wie Grave, oder kritische Journalisten wie Jovanov stören da nur die Party. Die, die sich wirklich für Fußball interessieren
    haben ihre Dauerkarten längst abgegeben, oder lassen sie im Schrank liegen, gehen Samstags lieber in den Garten oder
    spazieren, statt Sky zu gucken. Im besten Fall stehen die jetzt Sonntags für 3,50 bei ihrem Bezirks- oder Landesligisten am
    Platz, trinken da ihr Bier und essen ihre Stadionwurst und schwelgen in Erinnerungen an kalte Tage mit heißem Fußball
    im zugigen Volksparkstadion (dem Echten!).

    • Fohlenstall 3. Mai 2019 um 11:08 Uhr

      Die gesamte „Fanszene“ hat sich die letzen 3-4Jahre sehr verändert,da stimme ich Dir absolut zu.
      Mmn ein Gesellschaftliches Problem.Egoismus gepaart mit Radikalismus unter dem Deckel der Partykultur
      im Zusammenhang mit dem natürlichen Generationswechsel.Die „Hüpfer“ die da jetzt am Start sind
      hinterfragen zum größten Teil überhaupt nix mehr.

    • Ex-HSVer im Herzen 3. Mai 2019 um 11:34 Uhr

      Sehr gut geschrieben. Bis auf eins: Ich finde, wir sind ein lustiger Haufen

      • Fohlenstall 3. Mai 2019 um 11:40 Uhr

        🙂

    • Greer 3. Mai 2019 um 13:52 Uhr

      Zustimmung, und bringen wir es auf den Punkt: diese Fans feiern im Grunde nur sich selbst, der Verein ist der gemeinsame Nenner, der sie alle zusammenbringt, doch daneben geht es vor allem um Selbstdarstellung bzw. einfach um simple Unterhaltung, über die man nicht groß nachdenken will.

  5. Hein 3. Mai 2019 um 09:11 Uhr

    Letztenendes ist es heute doch so das über die Trikot farbe mehr diskutiert wird als über taktische Ausrichtung und über Spielzüge . Und das ist von Medien stark gesteuert und gewollt damit man das Produkt fussball weiter gut verkaufen kann. Die Fans die ich kenne machen sich durchaus Sorgen und sind mit vielem nicht einverstanden . Und selbst bin ich schon mal gar nicht bereit mein sauer verdientes Geld ins Stadion zu schleppen um bobby toood millionen für nix in den Allerwertesten zu stopfen . Ich geh erst wieder mal hin wenn ich das Gefühl hab ea entwickelt ich was .. auch wenn ich bis dahin vielleicht Senioren rabatt bekomm . Trotzdem ist der einfluss von fans sehr bescheiden….

    • Gravesen 3. Mai 2019 um 09:17 Uhr

      Falsch! Der Einfluss der Fans ist gewaltig. Was meinst du, was passieren würde, wenn die Herren aus den Katakomben treten und plötzlich nicht mehr 51.000 Zuschauer sehen würden, sondern nur noch 23.000? Was meinst du, wie sich die Herren auf den Vorstandsplätzen oder die Aufsichtsräte fühlen würden, wenn dort 90 Minuten lang geschwiegen und nicht getrommelt wird? Dann, erst dann, würden sie etwas verändern, weil es dann an ihre Existenz geht. Weil sie dann erkennen müssten, dass sie eben nicht einfach immer so weitermachen können.

      • BerndH60 3. Mai 2019 um 11:17 Uhr

        Du solltest besser schreiben „könnte gewaltig sein“.
        Der Vorstand weiß ganz genau, daß der Fan des Jahres 1960 ausgestorben ist und die letzten Reste des Fans 1990 dabei sind auszusterben.
        Warum sollte das auch anders sein?
        Wenn der HSV morgen am Tag von der Bildfläche verschwindet, schütteln sich der moderne Fan einmal kurz, wartet 2 – 3 Tage ob sich was neues mit Fußball in Hamburg etabliert, und grölt dann eben für Werder oder Wolfsburg, geht zum Basketball oder nur noch auf Rockkonzerte.
        Das ist heutzutage alles dasselbe für die Party-People.

        • Fohlenstall 3. Mai 2019 um 11:28 Uhr

          Diesen Eindruck habe ich auch.

        • Michael 3. Mai 2019 um 22:18 Uhr

          Ich gehe nur noch auf Rockkonzerte.

      • Hein 3. Mai 2019 um 11:57 Uhr

        Wenn nur noch wenige leute kommen und gar keine Stimmung mehr herscht dann wird man als Fußballklub endgültig irrelevant….

        • Kevin allein in Hamburg 3. Mai 2019 um 13:00 Uhr

          Deine Aussagen und Kommentare sind schwammig, ohne richtigen Inhalt und ohne Konsequenz.
          Wie grave schon bemerkt hat hast du wirklich nichts verstanden.

          • Hein 3. Mai 2019 um 14:30 Uhr

            Das ist ja immer eine Sache der Definition… ich bin lange nicht so nahe dran am Verein wie grave und beschäftige mich auch nicht so viel damit . Trotzdem hab ich grundsätzlich erst mal vor jedem Menschen gleich viel Respekt. Und wenn einer den hsv durch stadionbesuch und stimmung unterstützt dann ist das erst mal nichrs schechtes und nicht jeder automatisch dumm oder ein rosa hüpfer .. dewegen muss man ja mit der hsv politik nicht eins gehen .

        • Saschas Alte Liebe 3. Mai 2019 um 13:56 Uhr

          Ein Einbruch der Zuschauerzahlen zwänge den Club, sich ernsthaft um fußballerische Relevanz und Attraktivität zu bemühen.
          Sportlich ist der HSV eh nur noch wenig bzw. abnehmend relevant.
          In dieser Folge wird logischerweise mit jedem sportlichen Abstieg auch die wirtschaftliche Relevanz sowieso deutlich abnehmen.
          Statt die eigene Substanz zu verbrennen, statt diese Tendenz auch noch zu supporten, um die Entwicklung abzubremsen,
          sollte besser ein an Qualität gemessene Publikumsverhalten einsetzen.

  6. Jusufi 3. Mai 2019 um 09:25 Uhr

    Ich kenne ehrlich gesagt keinen Schalker (und ich kenne sehr viele), der nicht unzufrieden mit dem Verlauf der Saison ist, der nicht den katastrophalen Fußball und die völlig misslungene Kaderzusammenstellung bemängelt. Dennoch habe sich alle über den Sieg vergangenen Samstag gefreut, weil er als Derbysieg eine hohe Bedeutung hatte und natürlich im Hinblick auf den Klassenerhalt sehr wichtig war. Das ändert aber nichts daran, dass die Grundhaltung zur Entwicklung des Vereins sehr kritisch ist. Euphorie ist ganz sicher nicht wegen eines Sieges ausgebrochen! Wie auch bei allein zehn Heimniederlagen, eines Abgangs des Sportvorstandes und der Entlassung des beliebten Trainers?! Und dass auf Schalke (zu) hohe Gehälter gezahlt werden für durchschnittliche Spieler ist unbestritten – auch das wird kritisiert -, dennoch gelangen in diesem Jahrtausend je neun Teilnahmen in der CL und dem UEFA-Cup bzw. der EL. Man kann Schalkern vorwerfen, dass sie eine schwarz-weiß-Gefühlswelt haben, aber gewiss nicht, dass sie gedankenlos alles gutheißen, was im Verein passiert. Tönnies oder auch den unsäglichen Trikotsponsor wären die meisten gerne los. Ich denke schon, dass es ein Alleinstellungsmerkmal des HSV ist, dass so viele blind folgen und jede noch so peinliche Info im Superlativ-Format für bare Münze nehmen (wollen). Zu groß scheint die Sehnsucht nach vergangener Größe zu sein, zu belastend das Versinken in der sportlichen Bedeutungslosigkeit (gemessen am Selbstverständnis der HSV-Fans).

    • Holger 3. Mai 2019 um 09:45 Uhr

      Die Frage ist, ob die Leute, die Du oder ich kennen, repräsentativ für die „Kurve“ sind? Die Schalker, die ich kenne, sind natürlich
      unzufrieden und kritisch, reklamieren aber durchaus in ihrer Fan- Szene ähnliche Phänomene, wie beim HSV.

      Das tatsächlich die extreme Auspägung beim HSV „einmalig“ ist, da stimme ich Dir gerne zu.

      Aber auch auf Schalke ist die wirklich kritische Szene (die sich z.B. mit dem Sponsor auseinandersetzen) mit Sicherheit nicht
      die Mehrheit der Stadionbesucher. So sympathisch mir diese „Fans“ auch sind …

      • Jusufi 3. Mai 2019 um 09:48 Uhr

        Da hast du wohl Recht!

    • Ex-HSVer im Herzen 3. Mai 2019 um 11:41 Uhr

      Analog zum HSV sind das für mich auch keine „Fans“ die sich über einen sowas von unwichtigen Derbysieg als Tabellen-15. freuen. Das sind für mich Kinder und Proleten. So wie diese ganzen Spacken, die immer gegen Werder Bremen pöbeln. Das ist diese Haltung „egal wie viel Scheisse ihr baut, hauptsache gegen Werder/Pauli gewinnen“

      • Jusufi 3. Mai 2019 um 11:56 Uhr

        Du meinst, wenn es so richtig beschissen läuft, darf man sich über gar keinen Sieg mehr freuen? Sehe ich anders: Freuen darf man sich über jeden Sieg, man muss ihn nur richtig einzuordnen wissen!

        • Ex-HSVer im Herzen 3. Mai 2019 um 18:56 Uhr

          Nein, es geht um dieses überhöhte Derby-Geschwafel! Das hat was mit Minderwertigkeitskomplexen zu tun und ist nicht gut. Siehe die exorbitanten Gewalt-Auswüchse. Dabei wissen 99 % der Fans noch nicht einmal, warum ist diese Feindschaft zwischen HSV und Werder gibt

  7. Kevin allein in Hamburg 3. Mai 2019 um 09:38 Uhr

    Mittlerweile bin ich auf dem Standpunkt das „DER RICHTIGE FAN“ irgendwie gar nicht mehr existiert.
    Wenn man heute nicht dem Mainstream folgt wird man als Pester, Hater oder anders beschimpft, gemobbt, diskriminiert usw.
    Eine eigene Meinung zu besitzen und Dinge kritisch zu hinterfragen ist heute eine Rarität geworden und man lebt damit schon gefährlich.
    Der Herr dieses Hauses kann das sicherlich bestätigen.

    Und womit ich ziemlich seiner Meinung bin, ist, das es wirklich mal 20.000 Zusacheur sein sollten und nicht 55.000.
    Wenn diese angeblichen Stars mal vor leeren Rängen spielen, würde ich gerne mal die Gesichter sehen.
    Und es müssten mindestens 10 Spiele hintereinander die Ränge immer leerer und leerer werden………..

    • Herr Horst 3. Mai 2019 um 21:45 Uhr

      Sorry, wir mögen zwar in der Antipathie gegenüber dem HSV vereint sein, aber was sonderst du da für einen Dünnpfiff ab, bei aller Liebe?

      Mit einer eigenen Meinung und kritischen Fragen lebt man heute also gefährlich, so so…
      Lebst du auf Sizilien und kämpfst gegen die Mafia, oder redest du wirklich vom Fussballfan-Dasein in Deutschland? Ich vermute mal, es ist nur das klassische, deutsche „ach-heutzutage-früher-war-alles-besser-ich-hab-ja-nichts-gegen…, aber-Geklage“ von jemandem, dem es viel zu gut geht?

      Die gesamte Fußballwelt samt Spielern, Trainern, Managern, Zeitungen, Kommentatoren war doch früher 1000 Mal oberflächlicher als heute. Kommentatoren wie Jörg Dahlmann, die mehr über die Verwandtschaft und Schuhgröße eines Spielers als über Taktik reden, sind doch zum Glück in den letzten Zügen. Zitat: „Da hätte der Torwart keine Chance gehabt.“ Viele Dinge, die rund um die Vereine geschehen, werden weitaus kritischer hinterfragt und analysiert als noch vor 20 Jahren. Allein schon, weil es durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung schwerer geworden ist, Dinge zu verheimlichen. Nur kommen die meisten Leute älterer Generationen damit einfach nicht mehr mit und dann heißt es eben schnell: Ach, heutzutage gibt’s keine richtigen Typen, keine richtigen Fans mehr.“ Bla bla bla. Ich bin in den 80ern und 90ern groß geworden und bin nach 20 Jahren Floskeldräscherei im Fußball froh, dass sich so langsam aber sicher mal eine etwas tiefgründigere Analyse-Kultur ihren Weg bahnt. So wie z.B. hier in diesem Blog, in einem Magazin wie 11 Freunde, durch Autoren wie Daniel Jovanov, Tobias Escher oder in den diversen Podcasts wie Rasenfunk und drei90. Wo genau „darf“ man denn heute weniger kritisch sein als früher? Und dass die Fans heute auch nur 0,1% weniger enthusiastisch und emotional ihren Vereinen folgen und man als „Hater“ und „Pester“ beschimpft wird, nur weil man seinen Verein kritisch beäugt, ist doch nicht wahr. Grave betreibt seine Kritik natürlich professionell, intensiv, nachhaltig und öffentlich. Dass das natürlich mit der Zeit Einige der blinden Gefolgschaft wachrüttelt und auf den Plan ruft, ist doch logisch und irgendwie auch der Sinn der Sache. Das wäre aber vor 30 Jahren bestimmt nicht anders gewesen.

      Grüße aus Frankfurt

      • Kevin allein in Hamburg 4. Mai 2019 um 07:09 Uhr

        Auf dein niedriges Niveau lasse ich mich nicht ein.

  8. Ulli 3. Mai 2019 um 10:10 Uhr

    die Bezeichnung lautet korrekt: Event-Fans!

    Vornehmlich findest du solche Event-Fans heute im Stadion. Insbesondere bei der deutschen Nationalmannschaft. Letztliches ist es dümmliches Zahlvieh, welches die Schlagzeilen der Journalisten-Imitationen ungefragt übernimmt und wiederkaut. Der Verein, der Erfolg, die Tradition: Alles egal. Hauptsache Party und Event.

    Das Produkt Fussball will verkauft werden und diese Idioten zahlen gerne.

  9. Holger 3. Mai 2019 um 10:15 Uhr

    Das Dummheitspotenzial war sicher nicht höher, aber beim HSV sind auf Grund der dauerhaften Fehlleistungen auf allen
    Ebenen die „Anderen“ gegangen, bzw. vergrault worden.

    Der HSV war nicht der erste „Große“, der den Bach runter geht (1860, Lautern) und wird auch nicht der Letzte sein.

    Deswegen halte ich auch die Arroganz und den Hohn aus Bremen, Schalke, Frankfurt oder von sonst wo für unangemessen,
    denn „Hochmut kommt vor dem Fall“. Und auch „Hochmut“ ist kein Hamburger Alleinstellungsmerkmal!

  10. Abraxas 3. Mai 2019 um 10:33 Uhr

    Ich fand ja die „Jolly Rouge“-Aktion bei St.Pauli ganz gut. Irgendwie Kritik am und Bekenntnis zum Verein unter einem Hut. Auch wenn die sonst nicht so meine Freunde sind…

  11. jockel 3. Mai 2019 um 10:56 Uhr

    https://www.youtube.com/watch?v=4K4oeQOYsxQ

    kennt mancher sicher schon – Ekstase und Schock – Fussball in Buenos Aires. Minute 42:07 – das sagt jemand was richtiges.
    Manchmal hasse ich den Tag als ich HSV Fan wurde- 1977 gegen Atletico. 10 schöne Jahre und dann war es vorbei. Und heute diese Grütze……

  12. Uwe 3. Mai 2019 um 11:00 Uhr

    Das die Fans immer alles glauben was in der Zeitung oder in den Lügen-Blogs steht. We