Der Hütchenspieler aus Leverkusen

Was Hütchenspieler sind, weiß wohl jeder, oder? Das sind diese windigen Typen, die an einem Tisch an irgendeiner Straße stehen, auf diesem Tisch hat er vor sich drei gleiche Gegenstände stehen. Mal sind es Hütchen, mal ist es etwas anderes, was dazu geeignet ist, einen kleinen Gegenstand wie eine Erbse, eine Kugel oder ähnliches zu verbergen. Jemand, der sich auf das Spiel einlassen möchte, wettet einen Betrag, dass er herausbekommt, unter welchem Hütchen sich, nach mehrmaligem Hin- und Herschieben, die Kugel befindet. Gewinnen kann man dabei eigentlich nicht, denn das ist ja der Spaß an der Sache, der Hütchenspieler gewinnt am Ende immer. Dies unterscheidet in Gänze den Hütchenspieler von der Straße vom Hütchenspieler aus Leverkusen, denn dieser verliert am Ende immer, obwohl er, genau wie sein Pendant, versucht, die Leute zu bescheißen.

Das Problem des Trickser ist nämlich: Er spielt immer noch Hütchen wie vor 10 Jahren, aber die Zeiten haben sich dramatisch geändert. Und so kommt er einem wie jemand vor, der immer noch an der Straße steht, während die Spieler der nächsten Generation ins Internet weiter gezogen sind oder sich mittlerweile an Sportwetten versucht. Unser Hütchenspieler versucht dagegen immer noch die alten, billigen Tricks und das Ganze verfolgt, wie früher, das bekannte Motto: „Probleme werden in die Zukunft verschoben, aber nicht gelöst. Darum kümmern wir uns dann, wenn es akut wird oder ich nicht mehr im Amt bin“. Aber wie genau muss man sich das eigentlich vorstellen? Nun, im Prinzip ganz einfach. Um zu einem sensiblen Zeitpunkt (z.B. Vor der Saison, wenn man Dauerkarten verkaufen muss) die Stimmung unter den Gläubigen zu heben, erfindet man einfach eine lustige kleine Geschichte, die sich für einige eventuell plausibel anhört. Diese Geschichte lanciert man dann recht ungeschickt an die entsprechenden Medienpartner und – schwupps – hat man eine freundliche Stimmung erzeugt.

Als kleines Beispiel nehmen wir an dieser Stelle den „Fall Arp“. Obwohl der junge Superstar nicht nur seinen Wunsch geäußert hatte, zum FC Bayern zu wechseln, sondern dort bereits einen Vertrag unterschrieben hatte, beruft man einfach mal eine Fake-Veranstaltung ein, in deren Verlauf Jung-Fiete begeistert den Füller schwingt und einen nicht vorhandenen Vertrag beim HSV verlängert. Ohne Ausstiegsklausel, versteht sich. Alle Anwesenden lächeln beseelt, Fiete ist der Liebling der Fans, weil er seinen Stammverein nicht hängen lässt und die Verantwortlichen beim HSV wirken wie wahre Zauberer, weil ihnen dieser Sensationsdeal gelungen ist. Resultat: Stimmung super, Medien begeistert, Fiete beliebt, Logen verkauft. Hoffmann Superstar. Eventuell wäre man mit der Nummer zu alten Hütchenspieler-Zeiten durchgekommen, aber inzwischen schreiben wir das Jahr 2019 und natürlich platzt die Geschichte. Nun stehen alle Beteiligten wie die letzten Lügner da, Fiete ist doch nur ein Söldner und Hoffmann hat gelogen. Aber immerhin können die Dauerkarten-Trottel ihre Kohle nicht zurückfordern.

Anderer Fall – Kinsombi. Hier erklärt man den Fans über die  begeisterten Hofberichterstatter nicht nur, dass sich der Spieler, der Angebote aus der gesamten Galaxie vorliegen hatte, für das Wahnsinns-Projekt HSV entschieden hätte, nein. Man verbreitet Herz-Schmerz-Geschichte über einen Trainer, der nur zwei Tage nach dem Schienbeinbruch des Spielers an dessen Krankenbett saß und den Kicker auf diesem Weg von sich und dem Verein überzeugen konnte. Und, als wäre das noch immer nicht genug, soll der Mann auch noch auf Teile seines Gehalts verzichtet und einen Teil der Ablöse aus eigener Tasche bezahlt haben, es liest sich wie ein Märchen aus Tausend und einem Maulwurf. Schade nur, dass die Geschichte erfunden ist.

Und wenn man den Hütchenspieler vom Volkspark kennt, kann man sich vorstellen, dass weder an der Geschichte mit dem Gehaltsverzicht, noch an der Nummer mit dem Eigenanteil an der Ablöse auch nur ein Milligramm Wahrheit dran ist, aber das ploppt dann erst hoch, wenn sich die Fans wegen des Nicht-Aufstiegs wieder beruhigt haben: Probleme lösen wir dann später.

Die Frage ist, Was kann man dort eigentlich noch glauben und ich liefere die Antwort gleich mit: Nichts. Man ist in Hamburg gut beraten, wenn man an jeder Transfersumme, die vom Verein durchgesteckt wird, ebenso zweifelt, wie an den vermeintlichen Zeichnern der Jammer-Anleihe. Aber natürlich sollte man sich fragen, warum die das eigentlich machen. Warum erzählen sie ihren Anhängern grundsätzlich Käse, warum wird dort draußen geschönt, dass einem die Tränen kommen? Eine Möglichkeit wäre, dass die Wahrheiten wohl möglich noch viel schlimmer und verstörender sind, als alle vermuten. Eine andere Möglichkeit wäre, weil man als gelernter Hütchenspieler gar nicht mehr anders kann. Ich vermute eine Mischung aus Beidem und diese Mischung wird dem Verein über kurz oder lang das Genick brechen.

Zur aktuellen Situation. Gestern trat nun der angeblich seit zwei Nächten schlaflose Trickser vor die Mikrophone und lieferte eine Show im Düdü Beiersdorfer-Style ab. Noch nie habe ich den Mann, der ansonsten vor Überheblichkeit kaum laufen kann, so sehr stottern und zaudern sehen. Inhaltlich war seine erste Stellungnahme nach dem Super-GAU dünner als dünn, man laberte irgendwas von Systemversagen. Leider fragte natürlich keiner der anwesenden Hofberichterstatter nach, was Uns-Bernie denn nun damit meinen könnte. Und natürlich stellt auch niemand die Frage: Herr Hoffmann, sie sind Vorstandsvorsitzender dieses Vereins, übernehmen sie persönlich die Verantwortung für das Scheitern?

https://www.youtube.com/watch?v=jzz1BGR7JY4

Nein, wie immer übernimmt niemand. Es wird irgendein Konstrukt von einer übergeordneten wabernden Masse gebildet („jeder sitzt mit im Boot, bla bla bla“), aber nicht einer hat die Eier, stellt sich hin und sagt: „Ich übernehme die Verantwortung“. Aber das kann man wohl auch von einer Führungskraft nicht erwarten, die sich selbst eine Prämie von weit mehr als € 500.000 im Falle des direkten Wiederaufstiegs genehmigen wollte. Wie man sowas mit seinem Gewissen vereinbart, nachdem man selbst die finanzielle Situation als dramatisch bezeichnet hat, wird mir ein Rätsel  bleiben.

Aber: Der Trickser kann noch einigermaßen gelassen bleiben, denn sein Medienpartner BILD steht noch!!! fest an seiner Seite. Keine Nachfragen, keine Kritik, nichts.

Beweis?

Und was ist mit Hoffmann selbst, wie Becker erst seit rund einem Jahr im Amt?

Es gehört zu den Aufgeregtheiten bei großen, alten Traditionsvereinen, in Krisen-Zeiten alles infrage zu stellen und schnell das Führungspersonal auszutauschen. Der HSV wäre gut beraten, nach jahrelangem Niedergang einmal einen anderen Weg zu gehen. (Quelle: Bild.de)

Dafür wird auf alles eingeprügelt, was nicht Hoffmann heißt, ist ja auch nicht besonders schwer zur Zeit. Ungemütlich wird es erst dann, wenn die Herren Hesse und Milani anfangen, ihren Treueschwur zu brechen und das ist bekanntermaßen nur eine Frage der Zeit. Dann, erst dann, wird es für Bernie eng. Aber eines ist so sicher wie der Sonnenaufgang:

Irgendwann wird es auch Arroganz-Hoffmann treffen. Die Frage ist nur, wie viel Kohle er bis dahin abgezweigt hat. 

P.S. Ich würde mir wünschen, dass diejenigen, die sich am Sonntag in den Volkspark bequemen, diese Geschichten entsprechende honorieren und die Söldner nicht auch noch mit Sprechchören feiern!

► Ohne neuen Vertrag war Pierre-Michel Lasogga in der Rückserie nicht mehr bereit, zu laufen. Seine Werte gingen gegenüber der Vorrunde dramatisch in den Keller.

► Fan-Liebling Lewis Holtby lag der HSV so sehr am Herzen, dass er streikte.

Von | 2019-05-15T07:44:53+02:00 15. Mai 2019|Allgemein|24 Kommentare

24 Comments

  1. GideonTyler 15. Mai 2019 um 07:54 Uhr

    Aber Hey dafür hat Hoffmann eine „umfassende Analyse“ angekündigt, und dann muss man als Journalist auch nicht fragen was die das letzte Jahr eigentlich so gemacht haben.

  2. Volli 15. Mai 2019 um 08:04 Uhr

    Wer sollte Hoffmann denn abservieren? Der Aufsichtsrat? Ist doch gleichgeschaltet. Und Kohle für eine Vertragsauflösung ist auch keine da. Da müsste doch Kühne wieder involviert sein?

  3. Micha aus NRÜ 15. Mai 2019 um 08:12 Uhr

    Hoffmann ist nicht nur ein Trickser, sondern auch „Steinsammler“.
    So viele Steine wie er schon seit seinem Amtsantritt als Präsi e.V. bis heute umdrehen wollte,
    scheint viel Zeit zu kosten anstatt sich um das wesentliche zu kümmern 😉

  4. TCvonderanderenElbseite 15. Mai 2019 um 08:39 Uhr

    Mit einer Aussage in der PK hatte Hoffmann ja absolut recht: „Systemversagen“!

    Dass er Teil oder sogar Kopf dieses Systems ist, hat er nicht erwähnt. Dass er als oberster Machtinhaber der AG (den AR lass ich mal mangels Kompetenz raus) das Versagen des Systems während der Sasion nicht erkennen konnte, bleibt ebenfalls unerwähnt und ungefragt. Dass er das System als Abstraktum darstellt, lässt ihn 1. aussen vor aber 2. auch ahnungslos dastehen.

    Letztlich scheint er aber auch tatsächlich in gewisser Weise, wie er gestern auch auftrat, hilflos, da er zu abhängig scheint.

    Insofern wird sich in diesem Verein unter diesem jetzigen Konstrukt und vor allem den jetzt beteiligten und (nicht-)handelnden Personen nichts ändern.
    Entweder schafft es ein Verantwortlicher, seinen Mut und die scheinbar verkümmerten Eier wiederzufinden oder die ganze Kiste muss tatsächlich komplett den Bach runtergehen, damit sich etwas ändern kann…

  5. Kevin allein in Hamburg 15. Mai 2019 um 08:49 Uhr

    Mir stellt sich die Frage ob der HSV sich wirklich die zweite Liga finanziell leisten kann.
    Obwohl jetzt die Großverdiener Lasogga und Holtby von der Payroll sind.

    Ich habe keine große Ahnung von Finanzen, aber mich würde hier die Meing von Kerberos sehr interessieren.
    Und abschließend.

    Ich glaube nicht das der HSV in den nächsten 2 Jahren aufsteigt bzw. überhaupt noch.
    Man ist im absoluten Mittelmaß angekommen oder noch weit darunter.

  6. Libro 15. Mai 2019 um 09:02 Uhr

    Moralisch hat BH sich spätestens seit dieser „Aufstiegsprämie“ für sein Amt disqualifiziert. Wenn „oben“ ungeniert Geld abgegriffen wird, muss sich keiner wundern, wenn es die Spieler auch tun. Und wenn keine Leistung eingefordert wird, bekommt man sie auch nicht. Ansätze für nötige und machbare Änderungen sind hier schon zahlreich aufgezeigt worden. Viele kosten noch nicht einmal Geld…..
    Allerdings wird auch ein anderer Vorstand (wer bietet sich an?) kaum neues Geld auftreiben können. Sponsoren und „Gönner“ stehen nicht Schlange. Und KMK gibt nichts umsonst. Der ist Geschäftsmann und in meinen Augen weit davon entfernt als „Edelfan“ bezeichnet werden zu dürfen

    • Gravesen 15. Mai 2019 um 09:10 Uhr

      Ich weigere mich, die Hauptaufgabe eines Vorstandsvorsitzenden darauf zu beschränken, dass er „Geld auftreiben“ kann. Wichtigste Pflicht einer Führungsfigur ist es, den Weg aufzuzeigen, (mit gutem Beispiel) voran zu gehen, das zu leben, was man verlangt. Man braucht beim HSV jemanden, an dem man sich orientieren und nicht permanent reiben kann. Glaubwürdigkeit, Bereitschaft, Vertrauenswürdigkeit – all das halt, was Hoffmann nicht mitbringt. Seine Merkmale, von vielen als solche beschrieben, sind: Geht über Leichen, kann Geld beschaffen, ist skrupellos, Punkt. Aber das braucht der HSV nicht (mehr). Man benötigt jemanden, dem man das, was er sagt, auch abkauft und dieser Zug ist bei Hoffmann seit Jahren abgefahren.

      • HamburgerJung70 15. Mai 2019 um 09:22 Uhr

        Du beschreibst moralische Integrität. Schlimm nur, dass viele der „Hoffmann-Anhänger“ diese vom Macher gar nicht (mehr?) erwarten.

        • Volli 15. Mai 2019 um 10:54 Uhr

          Aufrichtigkeit. Moralische Integrität. Gibt’s sowas in dieser Branche überhaupt noch? Der Zeit Artikel „Ein Verein mit Burn-out“ beschreibt das Problem wohl am besten. Es gibt auch Vereine, die mit Tricksern, Totalversagern etc. funktionieren. Beim HSV funktioniert gar nichts. Wüsste auch nicht, wer oder was das ändern soll.

      • Libro 15. Mai 2019 um 09:52 Uhr

        Ich stimme dir zu, Integrität ist enorm wichtig. Aber wer soll es machen? Selbst Uwe Seeler war als Präsident eine Katastrophe.

    • Saschas Alte Liebe 15. Mai 2019 um 09:50 Uhr

      Auf diesen Punkt konnte man warten: „Ja, aber wer sonst soll das denn dann machen ?!“
      Das „Argument“ wird noch häufiger zu hören sein.
      Getoppt wird es nur noch durch dieses:“Ich werde den HSV in dieser schwierigen Situation nicht im Stich lassen, mich nicht verpissen. Ich will helfen, das wieder gut zu machen, gerade zu rücken, Fehler zu korrigieren. Lasst uns einen äh, Neuanfang machen … etc. etc.“
      Wetten?!

      • jusufi 15. Mai 2019 um 10:22 Uhr

        Um dabei zu denken:“Es sei denn, man findet mich anständig ab, dann mache ich mich sofort aus dem Staub! Aber freiwillig verzichte ich auf keinen Cent!“

    • Libro 15. Mai 2019 um 09:54 Uhr

      Was ich extrem verwerflich an der Prämie finde, ist die Tatsache, dass ALLE vor Saisonbeginn vom Aufstieg ausgegangen sind. Das war ein Selbstläufer! Wo ist denn da die Leistung, die eine Prämie rechtfertigt?

  7. Saschas Alte Liebe 15. Mai 2019 um 09:38 Uhr

    Also grundsätzlich ist das überwiegend bei aller Pauschalität garnicht mal so falsch, was Hoffmann da erzählt.
    Es ist nur extrem diffus und allgemein. Die übliche Methodik, wenn Ausflüchte und Zeitgewinn gesucht werden.
    Es stimmt ja auch – Systemversagen, u.a.
    Bloß, wessen System ist es denn? Wer bitte IST denn endverantwortlich?
    Wer hat es soweit kommen lassen?
    Er nimmt sich keineswegs aus, ALLE werden durchanalysiert (in Ruhe!), aha.
    So das zehnfach wiederholte Mantra des immerselben Ausfluchts.
    Für sich selbst immerhin hätter ja schon mal ein paar klarere Worte finden können, auch sich zuerst explizit infrage stellen können… oder müssen.
    Leider glaubt so ihm niemand dieserart Worthülsen-Phrasiererei, der nicht sowieso alles glauben möchte.
    Jetzt (!) stellen diese Verantwortlichen fest, dass es offenbar stets an einer Schippe gefehlt habe!
    .
    Das Team Hoffmann hat als Vetantwortliche „Achse“ und handelnde Personen einfach komplett versagt, im Grunde, ohne je etwas unternommen zu haben bzw ohne je in der Lage dazu gewesen zu sein.
    Dem postulierten eigenen Anspruch sind sie allesamt NULL gerecht geworden,
    also, das „alternativlose“ Ziel völlig verfehlt. Setzen sechs.
    Somit muss folglich die Konsequenz daraus Rücktritt ohne Ansprüche lauten.
    .
    Aber Moment, jetzt plötzlich will man bemerkt haben, dass die bisherige Methode nie etwas brachte …
    Einzelne Personen sollen nun plötzlich nicht ausgetauscht werden, aha!
    Das stinkt nun aber schon, gerade jetzt ist offensichtlich, wer alles konkret verantwortlich für diesen GAU ist.
    Offensichtlich auch, dass auch die jetzige Führung nichts anders machte als die vorherigen.
    Und es sind nicht mehr nur einzelne Personen, wenn die vollversagende Riege der Verantwortlichen (FunktionäreVorstände,Trainer, Spieler etc.) gehen müssen.
    Sicher hat darüberhinaus der HSV an sich und in sich ein sehr tiefgehendes Systemproblem bzw. auch Identitätsproblem, vom Fan über die Mitglieder, Funktionäre, verbündete Medien und einflussnehmende Eigner (auch der e.V.!), ein unübersehbares fundamentales Problem, das zu analysieten und zu thematisieren ist.
    Anfangen bzw. Impuls gebend den reinigenden Veränderungsprozess iniziieren, das kann man aber bereits jetzt sofort schon mal bei einigen eindeutig identifizierbaren Hauptverantwortlichen.
    Übrigens lautete so etwa noch letztes Jahr Hoffmanns Forderung …
    .. bevor er selbst zum Verantwortlichen gemacht worden ist/sich hat machen lassen.
    .
    So, der HSV ist nun wirklich im Loch, und jeder spricht noch warme Worte „ich werde immer den HSV lieben…“ und packt noch eine Schippe drauf …. Amen!
    So läuft das nunmal bei einer Beerdigung.
    .
    p.s. was sagt denn Freund und Hoffi Fan @Dead alias Alex nun ? Immernoch alleine Didis Schuld ?

  8. Julia 15. Mai 2019 um 10:21 Uhr

    Meiner Wahrnehmung nach ist der gesamte Vorstand des HSV komplett wirkungslos. Ausser dem Rumgestottere von Hoffmann bei seinen gelegentlichen Interviews ist mir nichts in Erinnerung geblieben, von dem man sagen könnte: Wow, da hat er ja echt mal was gerissen. Nichts. Gar nichts. Hoffmann beklagt allen Ernstes, es habe ein „Systemversagen“ gegeben, dabei ist er der Kopf des Ganzen, es ist sein System, aber er ist vom Sportgeschehen weiter weg als die meisten Angestellten. Gut, man könnte meinen, sein Metier ist das Präsidieren, aber wenn ich mir sein Auftreten so anschaue, auch und gerade in der permanenten Krise, handelt er aus der Schwäche heraus und ist damit genau der Typus, den man in Verhandlungen inhaliert, ohne das nennenswerte Gegenwehr kommt. Der Benefit des HSV von dieser Person ist genau null, sein Anteil an dem Wiederaufstieg wäre insignifikant gewesen und sicher keine halbe Million +/- irgendwas wert.

    Zu Becker konnte man in der Wild gestern folgendes lesen:
    „… die späte Berufung von Hunt zum Trainer-Berater machte deutlich, dass die unerfahrenen Wolf-Assistenten André Kilian (31/zuvor Co-Trainer in der 5. Liga beim FC Homburg) sowie Maik Goebbels (42/Betreiber eines Fitness-Studios in Belgien) mit ihren Aufgaben überfordert waren. Das gilt auch für Torwart-Trainer Nico Stremlau (27), der zuvor nie im Profi-Sport spielte oder arbeitete.

    Ebenfalls als Fehler räumt man inzwischen ein, dass Wolf keine Vertrauens-Person an seiner Seite hatte.“

    Immer vorausgesetzt, dass das so stimmt wie geschrieben, dann wurde Wolf mit seiner Aufgabe ganz alleine gelassen. Geht’s noch?! Der Vorstand scheint als Führungsinstanz nicht existent zu sein, das gilt natürlich auch für Wettstein, sicherlich ein hervorragender Finanzer, aber eben Verwalter und nicht Gestalter und damit eher Abteilungsleiter denn hochbezahlter Vorstand. So ist es denn auch zu erklären, dass in der Mannschaft, wenn man sie denn so nennen will, anscheinend jeder macht, was er will. Und so geht das nun schon seit Jahren. Eskapaden wie Hunt als Co-Trainer, Holtby als Spielverweigerer, Janjičić als korpulenter Kamikazefahrer und dergleichen mehr sind da nur die Spitze des Eisberges. Wenn die Spieler ihr Potenzial nicht abrufen können oder sogar die Leistung auf dem Platz verweigern, also untrainierbar sind, dann sind das Auflösungserscheinungen, und nicht erst dann ist Führung gefragt. Aber der Vorstand will erstmal analysieren, wo es denn im Getriebe hakt. Dabei liegt es auf der Hand: Am Schalthebel!

    Vom Aufsichtsrat würde ich eigentlich erwarten, dass er schon längst Alternativen in der Schublade hat. Dummerweise ist der komplette Aufsichtsrat in der Sportwelt kaum vernetzt und kann deshalb ohne Headhunter und Berater nicht alleine laufen, ist also komplett fremdbestimmt, wobei der Vertreter des wichtigsten Anteilseigners als geborenes Mitglied trotz seines zarten Alters immerhin die Gesichtskontrolle des verdienten Beirates bestanden hat, nachdem es eher dem Zufall als seiner Qualifikation geschuldet ist, dass er überhaupt Vereinspräsident werden konnte. Von diesem Aufsichtsrat ist also auch nichts zu erwarten.

    Für die Saison 2018/19 wurde bereits ein veritabler Verlust angekündigt, im Herbst ist erstmal die alte Anleihe zu bedienen, und die nächste Saison wird mangels Aufstieg eher auch nicht besser. Wahrscheinlich hat der HSV noch irgendwas in der Hinterhand, um den Spielbetrieb erstmal weiter betreiben zu können, wie z.B. die Verwertung der Grundstücke (Stadion, Norderstedt) oder den Verkauf von sicheren Forderungen. Transfererlöse und das Halbfinale beim DFB-Pokal sind sicher auch ein einmaliger warmer Regen. So oder so dürften aber so langsam die Finanzen endgültig ausgereizt sein, selbst bei einem weiteren Anteilsverkauf müßte Kühne schon sehr tief in die Tasche greifen, denn der Kader bzw. was im Sommer davon übrig bleibt ist ganz sicher nicht Erstliga-tauglich, und man wird sehen, ob bzw. wie lange sich der HSV noch in der 2. Liga hält. Diesen Vorstand braucht es dazu jedenfalls nicht. Sollte es der HSV also doch noch irgendwie aus der Zwickmühle schaffen, dann nicht wegen Hofmann, sondern trotz Hofmann.

    • marlor 15. Mai 2019 um 11:09 Uhr

      Super Beitrag, Julia… wie immer

    • Fohlenstall 15. Mai 2019 um 18:02 Uhr

      Klasse!

  9. DE 15. Mai 2019 um 10:31 Uhr

    Warum muss ich bei Hoffmann immer an Frank Underwood und House of Cards denken?

  10. Maddin der Erste 15. Mai 2019 um 10:47 Uhr

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    Aus der Mopo und einen Kommentar dazu erspare ich mir.🤣

  11. marlor 15. Mai 2019 um 11:00 Uhr

    Arps Vertrag lief bis 2019,er hat aber schon 2018 dort unterschrieben… Und dann wahrscheinlich zurück verliehen. Das Arp aber noch ein Jahr freiwillig in Hamburg bleiben wollte, stimmt schon, denke ich, aber das ist ja nicht der Punkt.

  12. SausT 15. Mai 2019 um 11:07 Uhr

    Da sagt BH:
    Das System hat versagt.
    Und es stimmt.
    Nachdem das sportliche System bei diesem Verein schon seit Jahren versagt, funktioniert nun das System „viel Vergütung für keine Leistung“ auch nicht mehr;
    bzw. wird mangels Masse nicht mehr funktionieren.
    Und das ist auch gut so.

  13. VSabi 15. Mai 2019 um 12:35 Uhr

    Der Weg von Hoffmann an die Spitze des Vereins war von ihm strategisch durchgeplant. Vom Präsidenten des e.V. über kurze Zeit zum VV der AG. ( seine Lüge, hatte nie vor VV zu werden ). Um eine Duftmarke zu setzen, trennte sich Hoffmann vom aroganten Oberlehrer Bruchhagen und dem Heim- Sportchef Todt, mit ausreichenden Abfindungen. Ein neuer Sportchef war schnell vom Aufsichtsrat durchgewunken. Sein Nachfolger beim e.V. , die Sprechpuppe Jansen, der zwar sportliche Kompetenz besitzt, aber in seiner Ausstrahlung einem Klosterschüler sehr nahe kommt, war sein nächstel Pussel !
    Hoffmann jetzt auf der sicheren finanziellen Seite , konnte die Zielsetzung Wiederaufstieg in Angriff genommen werden, nartürlich bei Erfolg ( wär hätte bei diesem Spieler- Etat daran gezweifelt ) mit einer dicken Erfolgsprämie für sich selber. Erwartungsgemäß wäre der HSV wieder aus der 1. LIGA abgestiegen und Hoffmann hätte als Konsequenz seinen Rücktritt angeboten, mit einer Abfindung die mit Sicherheit über der, vom Totengräber Beiersdorfer, gelegen hätte. Jetzt werden die Karten neu gemischt und Hoffmann hat garantiert schon einen Plan, wie er hier mit einem dicken Plus sich aus der Verantwortung stehlen kann.
    Das Prämiensytem beim HSV dürfte wohl einmalig im Deutschen Fussball sein. Hier erhält ein VV nach einem Abstieg eine Prämie, wenn er in der folgenden Saison den Fehler wieder ausbügelt. Ein Tanzbär erhält zu seinem CL-Gehalt noch Prämien für jeden Torerfolg und Punkt..Ein Blender und Drittligaspieler wie den Söldner Holtby, ebenfalls. Reden wir hier nicht über die diversen Abfindungen von gescheiterten Trainer.
    Welcher inkompetenzer Aufsichtsrat genehmigt solche vereinschädigten Massnahmen?
    Ich bin überzeugt, zeitnah weitere Einmaligkeiten vom HSV zu hören.

    • Saschas Alte Liebe 15. Mai 2019 um 18:41 Uhr

      ich dachte gehört zu haben, Bruvhhagen habe auf eine Abfindung verzichtet …
      mawaasesnet.

  14. blicknix 15. Mai 2019 um 14:18 Uhr

    Dein Frust gegen Wolf in aller Ehren.
    Aber wenn ein junger Trainer in einem Interview sagt, dass man in Zukunft beim Hoffmann Sport Verein wieder ZUM LEISTUNGSPRINZIP ZURÜCK kommen muss. Glaubst du wirklich, dass der frei entscheiden konnte, wer spielt und wer nicht???

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