Wozu noch?

Ich hatte mir wirklich überlegt, irgendwas über den gestrigen Kick gegen Anderlecht zu schreiben, aber wozu? Es ändert sich doch eh nichts. Halt, doch, es ändert sich was. Angeblich knappe 19.000 Verstrahlte pilgern noch ins ernannte „Sommerfest im Volkspark“, Minusrekord. Zum Trainingsauftakt kommen keine 1.500 wie früher, sondern noch 200 Vögel, Minusrekord. Keine Uhr mehr, kein Lotto mehr, dafür jetzt ein Stadionsprecher aus der eigenen Medien-Abteilung. Stimmung wie auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Und das Spiel?

Nach vorn geht so gut wie gar nichts, Ober-Kapitän Ahorn Hunt verschleppt nach wie vor das Tempo. Jatta wird in diesem Leben kein professioneller Fußballer mehr, die Gerüchte um Bundesliga-Vereine, die bis zu € 7 Mio. bezahlen wollen, sind ein schlechter Treppenwitz. Leibold ist kein Douglas Santos, Pollersbeck scheint überhaupt keinen Bock mehr zu haben. Wenn das Abendblatt schreibt, dass der dauer-grätschende Knorpelgrieche bester Feldspieler war, muss man nichts mehr dazu schreiben.

Es geht nicht darum, sich am ersten Spieltag zum einem 2:1 gegen Darmstadt zu rumpeln, es geht darum, die Zuschauer zurück zu holen, sie zu überzeugen. Es geht nicht um Sicherheits-Ergebnisfußball, es geht darum, mal wieder zu begeistern. Ansonsten verwaltet man den Verein bei extremen Kosten zu Tode. Durchschnittliche Zweitliga-Kicker gehören jedenfalls nicht zu einem Aufbruch, wenn man gleichzeitig den eigenen Nachwuchs verschenkt. Wenn der Star ein Trainer ist, der spätestens nach der Saison wieder das Weite sucht, hat man es falsch gemacht. Der HSV ist einfach nur öde und austauschbar geworden.

 

Von | 2019-07-21T07:27:30+02:00 21. Juli 2019|Allgemein|11 Kommentare

11 Comments

  1. Scifo 21. Juli 2019 um 08:44 Uhr

    Ich gehörte gestern zu den Verstrahlten. Meine Kinder wollten hin. Also ab aufs Fahrrad und eine Tour zum Stadion gemacht. An der Kasse dann die Aussage: es gibt keine Kinderkarten mehr! So, jetzt sag mal Deinen Kindern, dass wir wieder fahren. Geht eher nicht.

    Tut mir leid, aber das macht man so doch nicht. Im Grunde geht’s ja immer nur um Abzocke. Aber so ist das mal der absolute Tiefpunkt.

    Zum Spiel …. So fühlt sich also 2. Liga Mittelmaß an. Puh.

    Das Beste am gestrigen Tag: wir haben es vor dem Regen nach Hause geschafft.

    • Gravesen 21. Juli 2019 um 08:48 Uhr

      Die haben 37.000 nicht verkaufte Plätze, aber keine Kinderkarten mehr? Unfassbar.

    • Hein 21. Juli 2019 um 09:44 Uhr

      Kinder sollten so einen tag umsonst rein dürfen …

  2. John Doe 21. Juli 2019 um 09:00 Uhr

    Ich war auch da und es war richtig scheisse. Das Fest bestand gefühlt nur aus Warteschlangen und das für Schwachsinnskram. Im Vorjahr gabs noch echt nette Sachen und die Spieler sind in kleinen Gruppen zum Autogramme geben durchgegangen, das war gut für die Kinder. Jetzt mit Riesenwarteschlangen an Ständen. Megascheisse. Das Spiel war zum einpennen, die Stimmung mies, die Stadionshow peinlich unprofessionell (3 Minuten später wird dann mal das Gegentor angezeigt, Wechsel werden irgendwann mal reingerufen, man versteht auch nix von dem ganzen Genuschel). Das wird eine ganz besonders heitere Saison werden, ich schwörs.

  3. Petra Stierstädter 21. Juli 2019 um 09:03 Uhr

    Das mit den Kinderkarten ist wirklich empörend.
    Das ist tatsächlich willkürliche Abzocke. Jeder weiß , dass gerade bei Freundschaftsspiel in der Sommerpause, Familien mit Kindern das Hauptklientel ist. In der Regel sind derart Spiele entspannt und locker, die Kleinen haben ihren Spaß und der verein sollte ein Interesse daran haben, dass der Nachwuchs sich identifiziert und positive Erlebnisse hat.
    Wegen dreieuroachtundfuffzig sich den Nachwuchs zu verprellen ist an Dämlichkeit nicht zu überbieten.
    Mir unverständlich.

  4. Michael 21. Juli 2019 um 09:57 Uhr

    Sie ziehen es konsequent durch, den HSV knatschkaputt zu kriegen. Jeder Cent wird abgegriffen, um das aktuelle Loch in der Kasse zu stopfen und vor allem, um die Managergehälter und Abfindungen zu zahlen.
    Dauert ein Skandal zu lange, gewöhnt man sich vielleicht daran.
    Ich nicht, in meiner Erziehung waren Ehre und Moral zielgebend. Daher finde ich es widerlich, was beim HSV seit gut einem Jahrzehnt abgeht.
    Ich hoffe auf ein baldiges Ende mangels Masse.

  5. Libero 21. Juli 2019 um 12:24 Uhr

    Seit gefühlt 10 Jahren steht beim HSV nicht mehr der sportliche Erfolg im Mittelpunkt, sondern Tricksereien, Machtspiele, Geldvernichtung und Personalrochaden waren die bestimmenden Elemente.
    Das hat letztendlich dazu geführt, dass das sportliche Leistungsvermögen auf mittleres bis unteres Zweitliganiveau gesunken ist.
    Und eine Besserung ist weit und breit nicht in Sicht.
    Jedes Jahr mehrere neue Trainer und Sportdirektoren haben dafür gesorgt, dass der Profikader ein Flickenteppich und wie Herr Kühne schon gesagt hat – und damit hat er Recht – ein zusammengewürfelter Haufen ist.
    Es ist noch nicht einmal 1 Jahr her, als man mit dem jüngsten Profikader Deutschlands versuchen wollte, die Sünden der Vergangenheit, nämlich nur alte und kaputte Absahner zu verpflichten, zu beenden und vorwiegend auf die Jugend zu setzen.
    Heute, 10 Monate später, alles Makulatur.
    Die Jungen sind weg, Spieler, die letztes Jahr als Juwelen geholt wurden (Bates, Moritz, Steinmann, Ito, etc.), sollen sich trotz langfristiger Verträge neue Vereine suchen.
    Es gibt tatsächlich auch in meinem Umfeld ganz viele, die glauben, dass Hecking aus dieser Trümmertruppe ein Spitzenteam formt.
    Der HSV war letzte Saison 15. der Rückrundentabelle und die Mannschaft ist definitiv nicht besser geworden.
    Schon der erste Gegner, Darmstadt 98, immerhin punktgleich mit Meister Köln 4. der Rückrundentabelle, wird kommenden Sonntag eine Nummer zu groß für den HSV sein.
    Darmstadt hat sich intelligent verstärkt und mit Grammozis einen tollen Trainer.
    Ich gehe fest davon aus, dass der HSV gleich sein erstes (Heim) Spiel verliert und von Beginn an gegen den Abstieg spielt.
    Wie irgendjemand glauben mag, mit dem aktuellen HSV Kader aufsteigen zu können, ist mir völlig schleierhaft.
    Mein Tipp: zwischen Platz 13 und 18.

    • Dinosterben 21. Juli 2019 um 14:02 Uhr

      Na da halte ich mal locker gegen. Der HSV wird im oberen drittel mitspielen.
      Ob es reicht, naja das ist auch immer ein wenig Glückssache. Wenn man bedenkt, das in der letzten Saison ein Schuss der 10 cm höher oder tiefer hätte sein müssen darüber entschieden hat. Und sowas kann man, genauso wie bestimmt Verletzungen, nicht vorher sehen.
      Hattest du nicht schon letztes Jahr geschrieben, das der HSV absteigen würde?

      Ich glaube auch nicht das Hecking so viele Fehler machen wird wie Wolf.

  6. Icke 21. Juli 2019 um 15:54 Uhr

    Letzte Saison war es definitiv keine Glücksache, sondern einfach Unvermögen und so ein Schneckenrennen um den Aufstieg wird es bestimmt nicht wieder geben.
    Bei Tipico und Bwin wird der HSV im Moment hinter Stuttgart und noch vor H96 und Nürnberg als Aufsteiger bewertet.
    Ob das am Ende der Transferperiode immer noch so ist, wird sich zeigen…das Pulver für Neuzugänge sollte verschossen sein.
    Ganz im Gegenteil – um auf den angekündigten Kader von 20+3 TW zu kommen, müssen erst einmal 8-9 Spieler verkauft werden.
    Wobei ich diese Aussage im Vorfeld für das größte Eigentor von Herrn Boldt halte.
    Wie kann man sich ohne Not in eine solche schlechte Ausgangsposition bei Verhandlungen bringen!?
    Umgekehrt kriegt man bei der großen Anzahl von verletzungsanfälligen Spielern kaum eine anständige Mannschaft auf den Platz. Den größten Teil aussichtsreicher Nachwuchsspieler hat man ja ziehen lassen.

  7. ari13 21. Juli 2019 um 18:34 Uhr

    Nicht im Ernst. Jansen beklagt das Geld was der Vorstand rausgeworfen hat, das der Aufsichtsrat abgesegnet hatte dem er seit Jahren angehört und sieht sich als Krisenmanager der letzten Monate?! Ähm okay … da bin ich platt. Ich dachte schlimmer als die Entscheidungen der letzten Wochen kann es nicht laufen. Jetzt hält er freiwillig den Kopf dafür hin. Hoffmann lacht sich kaputt.

    https://www.welt.de/sport/fussball/2-bundesliga/article197216951/HSV-Marcell-Jansen-Da-ist-ganz-ganz-viel-Geld-draufgegangen.html

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