Moral ohne Verantwortung

Mir fehlen langsam die Worte, selbst nach all den Jahren, die ich mich mit diesem Verein und der Presse beschäftige.

Auch Sportrechtler argumentieren streng formaljuristisch. Sie empfehlen, die Diskussion um Jatta sachlich zu führen, ohne moralisch zu argumentieren. Als ließen sich Moral und Recht trennen. Du sollst nicht töten. Und wenn möglich auch nicht einem beinahe vorbildhaft integrierten jungen Geflüchteten das Leben zur Hölle machen. Und erst recht nicht Rechtsextremen Futter geben. (Quelle: Zeit.de)

Die Art und Weise der moralischen Selbstgerechtigkeit kennt in diesem Fall offensichtlich keinen Grenzen mehr. Allein die Überschrift dieses vor überheblicher Moral triefenden Artikels schlägt dem Fass den Boden aus. „Wen betrügt er denn?“ Nun, zuerst einmal betrügt er niemanden, denn nach wie vor ist ein Betrug nicht er- und bewiesen. Aber offenbar ist man in einigen Redaktionen schon weiter, denn hier geht man offenbar davon aus, dass ein Betrug vorliegt. Und deshalb schiebt man schon mal die Tränendrüse raus und fragt, wer sich denn betrogen fühlen würden, sollte ein Betrug vorliegen.

Also, ich z.B. Ich würde mich betrogen fühlen und das hat absolut nichts mit der Person Bakery Jatta zu tun. Denn ich, der sich an die geltenden Gesetze und an die deutsche Rechtsprechung zu halten habe, fühle mich ebenso betrogen, wenn Hassan Ali durch Urkundenfälschung eine Leistung erhält, die ihm nicht zustehen und wenn Horst Müller gegen eine Straßenverkehrsordnung verstößt und dies ungeahnt bleibt, ich aber meinen Strafzettel zu bezahlen habe. Dann fühle ich mich betrogen. Oder sollte ich ab sofort all3 Fälle von juristischer Ungerechtigkeit lieber moralisch betrachten, während man sich über meine moralische Naivität einen Ast lacht?

Ob Bakery nun Jatta heißt oder Daffeh, ob er 21 oder doch schon 23 Jahre alt ist, hat auf seine Leistung auf dem Platz und damit auf das Spiel keinen Einfluss. Kein gegnerischer Torwart würde einen einzigen Schuss mehr halten, nur weil der Schütze anders heißt als gedacht. Kein Gegenspieler würde einen einzigen Zweikampf mehr gewinnen, wenn er wüsste, dass sein Kontrahent ein wenig älter ist als vermutet.  (Quelle: Zeit.de)

Heilige Mutter Gottes, habt ihr eigentlich alle etwas geraucht. Natürlich hält ein gegnerischer Torwart den Ball nicht, ob Jatta nun 21 oder 23 ist, aber wäre Jatta 23, hätte er überhaupt nicht spielen dürfen, ist das denn so schwer zu kapieren? Er hätte sich einen Vorteil erschlichen, auf den er keinen Anspruch gehabt hätte und das ist verdammt nochmal zutiefst un-mo-ra-lisch! „Ja, mein Gott, leidet irgendjemand darunter, dass ich in der 50er-Zone 134 km/h gefahren bin? Es war doch mitten in der Nacht und es ist doch niemand zu Schaden gekommen. Außerdem hatte ich es eilig“. Und da ich es so eilig hatte und zum Glück auch nichts passiert ist, darf ich meinen Lappen behalten, weil – wäre ja moralisch. Oder spielt Moral an dieser Stelle keine Rolle, weil ich kein intregierter Vorzeigeflüchtling bin? Geht es nicht bei all den Moral-Diskussionen weniger um eine eventuelle Verfehlung Jattas und mehr um seinen Status?

Natürlich sollte die Angelegenheit aufgeklärt werden. Aber egal, was dabei herauskommt: Auf das, was im Fußball zählt, auf das nämlich, was auf dem Platz passiert, auf Sieg oder Niederlage, haben die Vorwürfe keinen Einfluss. Jatta hat dort niemanden betrogen. Mit sportlicher Fairness haben die Einsprüche deshalb nichts zu tun, sie sind momentan nicht mehr als kleinkariertes Funktionärsdenken. (Quelle: Zeit.de)

Oh ja, kleinkariertes Funktionärsdenken. Ein moral-durchsetzter, selbstgerechter Journalist wie Herr Spiller und viele andere können sich ihre oberflächliche Moraldiskussion leisten, schließlich leben sie in einem Staat, der ihnen dies ermöglicht. Sie können anprangern und kritisieren und fordern, aber sie müssen am Ende keinerlei Verantwortung übernehmen, wenn die Sache in die Hose geht. Wenn sich nach einem moralischen Freispruch für Jatta Hundertausende auf genau diesen Fall beziehen werden. Dann dürfen sie mit dem Finger auf diejenigen zeigen, die aufgrund des Drucks, den sie zur Zeit ausüben, den Bock geschossen haben.

Und dann, genau dann, sind sie froh, dass das sie das alles können und dürfen, weil ihnen ein Land, in dem eben nicht ausschließlich nach „moralischen Aspekten“, sondern nach kleinkariertem Funktionärsdenken gehandelt wird, ihnen diese Möglichkeit bietet. Heuchler!

https://www.zeit.de/sport/2019-08/bakery-jatta-einsprueche-hamburger-sv

Von | 2019-08-29T10:32:24+02:00 28. August 2019|Allgemein|54 Kommentare

54 Comments

  1. Juschu 28. August 2019 um 08:29 Uhr

    Genau, und wenn ich mir im Kiosk Die Zeit einfach aus dem Regal nehme und durchlese und dann wieder zurück lege habe ich doch auch keinen betrogen oder?

    • Gravesen 28. August 2019 um 08:30 Uhr

      Nach dem moralischen Anspruch des Herrn Spiller? Nein.

  2. Tobias 28. August 2019 um 08:36 Uhr

    Absolut korrekt. Dass einige Medien den Fall nun ins Moralische ziehen ist unsäglich. Egal wie man zu Jatta und dem HSV steht, es muss ausschliesslich nach Recht und Gesetz entschieden werden. Ich frage mich gerade, wie dieselben Medien wohl berichten würden, würde Jatta einen ausschweifenden Lebensstil pflegen, täglich Fotos mit den neusten Luxusaccessiors posten, Steaks mit Goldauflage futtern und den Sport nicht ganz so ernst nehmen.

  3. Gravesen 28. August 2019 um 08:38 Uhr

    Man könnte das Ganze durchaus noch weiterspinnen. Warum wollte denn ein Bakery Jatta ausgerechnet nach Deutschland kommen? Vielleicht deshalb, weil er wusste, dass in diesem Land bestimmte Regeln gelten bzw. gelten sollten? Dass ein Land wie Deutschland eben deshalb noch einigermaßen funktioniert, weil hier eben nicht zu 100% nach „moralischen Spielregeln“, sondern nach Gesetzen verfahren wird? Und um sich dann in diesem Land, welches nach „kleinkarierten Funkionärsdenken“ gestaltet wird, frei bewegen zu können, begeht man möglicherweise ein Vergehen, welches aus „moralischen Gründen“ unwirksam wird? Was ist denn das für eine Logik?

  4. Ex-HSVer im Herzen 28. August 2019 um 08:56 Uhr

    Absolut korrekt!!! Unsäglicher opportunistischer Artikel! Es wird immer mehr zur Mode, Dinge moralisch zu betrachten, die knallhart geahndet gehören. Mehr fällt mir dazu auch nicht mehr ein. Natürlich hat er gelogen, nur mittlerweile steht „moralisch“ (Stichwort Musterflüchtling) so viel auf dem Spiel, dass er nicht bestraft wird oder die volle Wahrheit ans Licht kommt

  5. LP10 28. August 2019 um 08:57 Uhr

    Dieser Artikel der Zeit schlägt meiner Meinung alle anderen Artikel. Unfassbarer Scheiss.

  6. AlexP 28. August 2019 um 09:00 Uhr

    Guten Morgen.
    Nürnberg hat also einen „Kronzeugen“ (laut mopo), da bin ich ja mal gespannt. Der sollte aber wohl besser in Hamburg vom Amt vorgeladen werden.

  7. Christian 28. August 2019 um 09:14 Uhr

    Zudem noch voller Widersprüche der Zeit Artikel. Ich sehne mich danach, dass tatsächlich mal wieder Sachfragen und Inhalte in der Vordergrund treten können, statt Selbstvermarktung und Images.

    Danke für Deine Blogs, die zeigen, dass es geht und wie es geht und das es immer noch möglich ist!

    • Gravesen 28. August 2019 um 09:18 Uhr

      Findest du? Dann zeige ich dir mal einen (von zig anderen) Beitrag, der das anders sieht. Hier via Twitter.
      .

      jan’sen
      @rocketdeer
      ·
      1 Std.
      Antwort an
      @HSVArena
      Sagt jemand, der keine Gelegenheit auslässt, gegen den HSV oder Jatta zu schießen. Merkste selbst oder? Es ist wiederlich wie du dich seit Monaten präsentierst.

      • Ex-HSVer im Herzen 28. August 2019 um 10:53 Uhr

        Ach Ulrich, back Dir doch ein Ei auf solche blassen Kommentare von Fanboys, die wahrscheinlich nur Deine Überschriften lesen und nicht mal eine Millisekunde das Hirn einschalten, ob nicht etwas Wahres in Deinen Texten ist. Aber was willst Du von Menschen erwarten, die nicht mal „widerlich“ richtig schreiben können…

  8. Lord Sherwood 28. August 2019 um 09:47 Uhr

    Laut „Sport Bild“ sollen die Nürnberger einen Kronzeugen aufgetrieben haben, der in dem Verfahren aussagen soll. Es soll dabei um Seydou Sané gehen, der Vereinspräsident des senegalesischen Erstligisten Casa Sports ist.

    In den ersten Berichten zur Causa Jatta hatte es geheißen, dass der Spieler in Wirklichkeit der zweieinhalb Jahre ältere Bakary Daffeh sei und anders als mehrfach öffentlich beteuert sehr wohl schon auf hohem Niveau Fußball gespielt habe. Diese Berichte wolle Seydou Sané nun mit neuen Fakten belegen.

    Der Richter des DFB-Sportgerichts Hans E. Lorenz soll bereits zugestimmt haben, den Kronzeugen anzuhören. Möglich, dass der Fall dann noch einmal eine neue Wende beziehungsweise Brisanz erhält.

  9. LP10 28. August 2019 um 09:53 Uhr

    Der gesunde Menschenverstand würde doch jetzt sagen „wenn der Kronzeuge wirklich stichhaltige Angaben machen kann, die besagen das Jatta älter ist und und nicht Jatta heißt“ …

    die Flucht nach Vorne antreten.

  10. Saschas Alte Liebe 28. August 2019 um 10:00 Uhr

    >> Recht und Gesetz ? <<
    "Die "allgemeinen Gesetze" müssen im Lichte der besonderen Bedeutung der Grundrechte und der Menschenrechte …. im Lichte des GG ausgelegt werden."
    Grundsatzurteile des BVG gleichen oder ähnlichen Inhalts gründen sich wie auch das GG selbst auf ethisch moralische Haltung im Sinne der Grundwerte des GG.
    Es stellt diese über ebenjene "allgemeinen" (um solche geht's) gesetzlichen und Verordnungsregelungen!
    Mit gutem Grund.
    Viel zu lange wurden nach jeweils gerade geltendem vermeintlich formalrechtlich korrektem Gesetzeswortlaut kleine "alltägliche" Ungerechtigkeiten bis schlimmste Verbrechen begangen.
    Ja, Moralisierungen können auch verschleiernd wirken. Oft genug werden Moral und Ethik zweifelhaft verwendet.
    Aber "ich selbst würde mich betrogen fühlen" ist beispielsweise mit Verlaub kein objektiver Grund sondern nicht mehr als ein subjektives Gefühl im Konjunktiv!
    Der Geist und Sinn eines Gesetzes steht stets über dem bloßen Wortlaut und bedarf juristischer Bewertung nach entsprechenden Kriterien wie Verhältnismäßigkeit, objektiver Schädigung, Folgen und Auswirkung.
    Das macht den Wert eines Rechtstaates erst wirklich aus.
    Formalrechtlich war auch in der DDR jede Menge "Unrecht" gesetzesmäßig korrekt!
    (von den 1000 Jahren davor brauchen wir in diesem Zusammenhang erst garnicht anzufangen)
    Die gefühlte subjektiv empfundene Gefahr einer ethnischen Überflutung durch Nachahmer ist in diesem Falle definitiv kein verhältnismäßiges objektives Kriterium.
    Zudem, das alles wird hier täglich fast ausschließlich spekulativ oder auf zweifelhaften Indizien fußend höchst subjektiv 'diskutiert' und raumgreifend ausgebreitet.
    Das bleibt natürlich dem Blogbetreiber überlassen, ist selbstredend sein Recht.
    Doch ist dieses Ausmaß sowie so manche Äußerungen angesichts der Faktenlage und des objektiv schlimmstenfalls zu erwartenden Schadens eher zweifelhaft verhältnismäßig im Sinne von "Recht und Gesetz' !
    ich möchte dafür plädieren, hier wieder zu dem Thema zurückzukehren, von dem wir fast alle – in sicher unterschiedlichem Ausmaß – immernoch mehr verstehen: Dem Fußball.

  11. Gravesen 28. August 2019 um 10:01 Uhr

    Anderes Thema, aber signifikant für diesen Verein.
    .

    Lediglich in seine Heimat wäre Wood vermittelbar. Der HSV erhielt nach Abendblatt-Informationen mehrere Anfragen aus den USA – welche der Stürmer selbst aber ablehnte. Zu lukrativ ist sein Gehalt selbst in der Zweiten Liga, als dass er für deutlich weniger Geld in Amerika spielen würde. Da scheint es ihn auch wenig zu interessieren, dass er als Ersatzspieler beim HSV kaum eine Chance hat, sich wieder für die Nationalmannschaft zu empfehlen

    .
    https://www.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article226912927/HSV-Bobby-Wood-Transfer-Anfragen-abgelehnt-Grossverdiener-Gehalt-USA-Perspektiven-Vaterschaft.html
    .
    Alles mehrfach hier geschrieben, zig-fach dafür beleidigt und bepöbelt worden. Und nun warten wir mal ab, was beim „Fall Jatta“ rauskommt.

    • Saschas Alte Liebe 28. August 2019 um 10:08 Uhr

      “ Alles mehr hier geschrieben, zig-fach dafür beleidigt und bepöbelt worden“
      ————
      So ist es, von Anfang an. Und die Pöbler und Didi Supporter von damals berufen sich nun darauf, dass es „Altlasten“ seien.

      • Volli 28. August 2019 um 10:46 Uhr

        Sind ja auch Altlasten. Für diese Typen gibt es keinen Markt. Unverkäuflich!

        • Saschas Alte Liebe 28. August 2019 um 10:52 Uhr

          Ja klar, schwere Altlast und wer Wood am So. sah, wird diesen Eindruck kaum revidieren.
          Altlast sind irgendwie aber auch die damaligen‘ ‚Pöbler‘!

  12. Nichtkunde 28. August 2019 um 10:19 Uhr

    Ein Musterbeispiel für völlig freidrehende Gesinnungsethik, dieser Artikel.

  13. Fohlenflüsterer 28. August 2019 um 10:27 Uhr

    Meine Güte, auf transfermarkt.de wird auch eine ganz wilde und dumme Diskussion zum Thema Jatta geführt. Sind die Personen wirklich alle so dämlich? Ich habe jetzt noch mehr
    Angst um meine Rente.

    • Ex-HSVer im Herzen 28. August 2019 um 11:18 Uhr

      Klare Antwort: JA!

  14. Saschas Alte Liebe 28. August 2019 um 10:34 Uhr

    Forderst Du die Zensur dieses Artikels? Forderst Du Kontrollorgane ??
    ich zweifle gerade, ob Du dessen Inhalt und Sinn genügend erfasst hast.
    Das wäre allerdings notwendig, um ihn inhaltlich als „Hetze“ bewerten bzw. sogar zensieren zu wollen!

    • Gravesen 28. August 2019 um 10:34 Uhr

      Kann das mal ganz schnell aufhören?

      • Saschas Alte Liebe 28. August 2019 um 10:45 Uhr

        Von mir aus gerne.

  15. Fohlenflüsterer 28. August 2019 um 10:49 Uhr

    Zitat von den anderen benannten Blog und diese Meinung hat nicht nur eine Person exklusiv.
    HILFE!

    Lassen wir uns jetzt von der SportBild und ein paar Nürnberger Kriegsgewinnler-Rostbratwürstchen verunsichern?

    Cool bleiben und dran denken: DFL und DFB können es sich nicht erlauben, mit Jatta eine Box der Pandora zu öffnen, die sie nicht mal dann wieder geschlossen bekommen, wenn sie alles, was für die WM 2006 geflossen ist auf den Deckel legen.

    Der einzig Geschädigte hier ist der Mensch Bakery Jatta.
    Und gerade für den ist es wichtig, dass nicht auch noch die eigenen Fans umkippen wie Du gerade.

    • Lord Sherwood 28. August 2019 um 11:41 Uhr

      Wie kommst Du dazu, zu sagen, dass der Mensch Bakery Jatta der einzig Geschädigte ist. Damit sprichst Du ihn ja von vornherein von jeglicher Schuld frei. Das kannst Du aber nicht, keiner von uns kann das. Wir kennen alle nicht die Wahrheit. Oder weißt Du mehr als andere?

  16. jusufi 28. August 2019 um 10:54 Uhr

    Mich wundert ja, dass die Zeit einen Artikel von einem nicht ernstzunehmenden Schreiberling wie Schiller veröffentlicht.

    Und natürlich lassen sich Recht und Moral trennen. Für Juristen eine Selbstverständlichkeit.

  17. LP10 28. August 2019 um 11:03 Uhr

    Habe mal ein wenig im rauten-forum gelesen. Ich bin wirklich erschrocken. Da ist ja wirklich keiner dabei, der mal die sportliche Sicht aussen vor läßt. Da ist ja keiner dabei, der mal etwas kritischer wird und von „was ist denn wenn…“ schreibt. Wirklich keiner.

  18. Walti 28. August 2019 um 11:13 Uhr

    Die in diesem Fall angewendeten „Moral-Ansichten“ übersteigen leider mein Denkvermögen…

    Bleiben wir nur mal beim Fussball: Da führt man z.B. den VAR ein, um jedes Millimeter-Abseits oder jeden noch so kleinen Körperkontakt zu entdecken und diesen Sport „gerechter“ zu machen (unabhängig davon, ob dies gelingt)…

    …und auf der anderen Seite soll man diesen Fall nicht weiter verfolgen nach dem Motto: „Es könnte zwar eine rote Karte sein, aber die könnte man dem Spieler moralisch nicht zumuten und deshalb schauen wir uns das gar nicht erst genauer an.“…?????

    Sorry, das kapier‘ ich nicht, das übersteigt mein Denkvermögen…

    Und wenn man dann vom Sport weg geht und dies aus Sicht der Gesellschaft und Gesetze betrachtet, dann kann ich überhaupt nichts Kleinkariertes entdecken und die „Moral-Diskussion“ dazu noch viel weniger verstehen… 🙁

  19. jusufi 28. August 2019 um 11:27 Uhr

    Spiller, nicht Schiller. Spiller ist grds. ein guter Journalist. Aber hier liegt er m. E. falsch. Weder darf man diesen Sachverhalt rein moralisch betrachten noch setzen die Vereine durch ihre Proteste ein gesellschaftliches Zeichen. Die Brücke von einer fehlenden Spielberechtigung zur These „darf gar nicht hier sein, der muss weg“, darf man schlagen

  20. jusufi 28. August 2019 um 11:46 Uhr

    Darf man nicht schlagen..

  21. Demosthenes 28. August 2019 um 11:54 Uhr

    In der Presse (und auch in vielen Kommentaren woanders) werden Recht und Moral wie Gegensätze behandelt.

    Nach dem Motto: Man solle Jatta nicht „formaljuristisch“ sondern nach „moralischen“ Gesichtspunkten behandeln.

    Das klingt so, als ob Recht unmoralisch sein könnte und Moral über Recht steht. Allein in dem Begriff „formaljuristisch“ liegt schon eine Abwertung.

    Doch Recht und Moral sind keine Gegensätze. Sie sind auf den ersten Blick zwar unabhängig voneinander, aber wenn man tiefer schaut, merkt man, sie gehören zusammen wie zwei Seiten einer Medaille. Das Recht sollte moralischen Grundsätzen folgen und die Moral muss sich an die Gesetze halten.

    Sicherlich, es gab und gibt ein Recht, das unmoralisch ist. Wie Gesetze, die gegen Religionsfreiheit, Ethnie oder Menschenwürde verstoßen, wie sie im Dritten Reich oder der DDR galten bz bzw. in Tyrannenstaaten der 3. Welt gelten.

    Das gilt jedoch nicht in der Causa Jatta. Unser Recht ist eindeutig: Minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge sind in besonderem Maße schutzbedürftig.

    Ist man nicht minderjährig, genießt man diesen besonderen Schutz nicht und wird rückgeführt. Und dann gibt es in Folge weder Duldung noch Aufenthaltserlaubnis, Spielberechtigung oder gar Arbeitsverträge.

    Das hat nichts mit Moral zu tun. Sondern mit Recht. Recht kann man einklagen, Moral nicht. Obwohl man anmerken könnte, Moral ist natürlich auch, dass man nicht lügt und betrügt.

    Und genau das und nur das gilt es zu beweisen: Sagt Jatta die Wahrheit oder nicht? Und das gilt sowohl in moralischer wie rechtlicher Hinsicht.

    P.s.: Nach wie vor denke ich, dass die SportBILD/BILD eine ganz eigene Agenda fährt und Jatta nur der Anfang einer viel größeren Diskussion über denSport hinaus sein wird.

  22. Gravesen 28. August 2019 um 11:55 Uhr

    Wisst ihr, woran mich die aktuelle Situation erinnert? An die Zeit so ca. 5 bis 6 Monate nach Beiersdorfers Machtübernahme. Auch damals durfte man alles tun, aber nicht die „Arbeit“ des Dukaten-Scheißers kritisch betrachten. Ich und einige wenige andere haben damals geschrieben, dass die Transfers keinen Sinn machen würden, alles viel zu teuer sei und zudem nicht den Ziele von HSVPLUS entsprechen würden. Was passierte? Man wurde niedergepöbelt und teilweise bedroht. „Was willst du Idiot denn, lass die doch erstmal machen“…“Wir müssen Geduld haben, Didi weiß schon, was er macht..“…“Du willst doch nur, dass Didi scheitert..“ usw. Mit jedem kritischen Beitrag oder Blog und mit wachsender Erkenntnis, dass alles tatsächlich in die falsche Richtig läuft, wurde das Gekreische lauter. Und heute? Heute sind alle verschwunden, die ihren Didi damals so vehement verteidigt haben. Oder sie haben es jetzt plötzlich, wie von Zauberhand, gewusst. Aber auf jeden Fall haben sie damals jede Menge Beifall und Klicks abgreifen können, wenn sie die Zweifler niedergemacht haben. Und jetzt passiert das Gleiche, wie immer beim HSV

  23. Fohlenflüsterer 28. August 2019 um 12:10 Uhr

    @Lord
    Das war ein Zitat aus einem anderen Blog und ist dementsprechend nicht meine Meinung.

  24. Maddin 28. August 2019 um 12:10 Uhr

    Trotzdem sollten wir das Thema Jatta jetzt erstmal ruhen lassen, da es eh nur schwarz oder weiß gibt. Und abwarten was das Bezirksamt Hamburg Mitte, Mitte September zum Fall Jatta sagt. Diese wilden Spekulationen nerven nur noch!!!
    Und wenn Jatta alle belogen und betrogen hat, dann soll er dementsprechenden nach dem geltenden Gesetz bestraft werden.
    Und ich hoffe das wir jetzt mal wieder über Fußball hier reden können.

    • Lord Sherwood 28. August 2019 um 12:23 Uhr

      Maddin, ich verstehe Dich gut. Trotzdem, wir reden doch hier über Fußball. Jatta ist ein Fußballspieler des HSV.
      Du meinst sicher, wir könnten hier wieder über den Sport reden. Aber auch da wird es nicht ganz ohne Diskussionen über Jatta gehen, weil er eben auch ein Teil des sportlichen Geschehens ist.

  25. Maddin 28. August 2019 um 12:37 Uhr

    @ Lord ja so meine ich es, aber denke mal daran wie viele sich schon ihr Urteil gebildet haben und nur darauf warten was dabei rauskommt, egal wie es ausfällt eines der Lager wird jubeln dass andere wird pesten!!! Und das nur weil wild spekuliert wird. Und das ist egal ob hier, die Presse oder sonst wo!!!
    Keine kann mehr warten bis das Bezirksamt was zum Thema Jatta sagt!!!

    • Saschas Alte Liebe 28. August 2019 um 13:24 Uhr

      Ja, so wird’s voraussehbar wohl sein.
      .
      Und
      Danke, @Demosthenes, so kann man damit umgehen und diskutieren!

  26. Gravesen 28. August 2019 um 13:24 Uhr

    Guck mal, ich hätte auf das reagieren können, was dieser Sebastian von sich gegeben hat. Aber mal im Ernst, soll ich persönliche Beleidigungen noch extra hervorheben? Das Thema Jatta ist eigentlich beendet, war es schon nach einer Woche. Es geht schon längst nicht mehr darum, was richtig oder falsch ist. Es geht auch nicht mehr darum, ob Jatta oder Daffeh, ob Sportbild oder DFB. Es geht darum, wo man seinen Platz in dieser Diskussion gefunden hat und da es offenbar über 80% der Leute scheißegal ist, ob nun ein Betrug stattgefunden hat oder nicht, macht es keinen Sinn mehr, halbwegs sachlich an die Geschichte heranzugehen. Ein Großteil der Medien hat verstanden, woher der Wind weht und deshalb positioniert man sich entsprechend. Für Klicks und Geld, aber nicht für Wahrheit oder Lüge. Ich habe von Anfang an versucht, das Thema sachlich zu beleuchten und allein mit diesem Ansatz wird man die rechte Ecke gestellt. Das ist krank. Wenn ich hier Kommentare zugelassen habe, die man mit ein wenig schlechtem Willen entsprechend interpretieren möchte, bin ich rechtsradikal. Das ist krank. Ich war der Meinung, dass es zumindest ein Forum oder einen Blog geben müsste, in dem auf die Sachlage und nicht auf eine nicht vorhandene Moral eingegangen werden müsste, aber ich habe mich getäuscht. Ich habe mich offenbar auch in einem Teil meiner langjährigen Leser getäuscht, die alles bejubeln, aber eben nur dann, wenn es ihnen in den Kram passt. Mich macht das gesamte Verhalten von sogenannten Fans, besonders der Medien und irgendwelchen Psychos krank, weil viele von ihnen die Sache nicht durchdenken, aber Andersdenkende niedermachen. Nun denn, offenbar braucht dieser Verein und diese Medienlandschaft doch keinen Blog, der das abbildet, was passiert und nicht das, was bestenfalls passieren soll.