Ich möchte von Anfang klar stellen, dass ich nicht von mir rede, denn ich bin, was den HSV betrifft, schon längst kein Maßstab mehr. Wer sich den Spaß machen und das Buch kaufen wird, der wird eine Erklärung darin finden, wie ich den Fußball im Jahr 2019 sehe und aus welchem Blickwinkel ich ihn betrachte. Ich bin gelangweilt und zwar gewaltig. Nimmt man die Bundesliga, so ödet diese seit Jahren nur noch an. Bayern wird Meister (gähn), Dortmund kommt mal mehr und mal weniger näher, aber reichen wird es nie. Leipzig wird erwachsen und am Ende steigen die Aufsteiger fast sicher wieder ab.

Die zweite Liga ist sogar noch öder, weil der gebotene Sport nochmal zwei Klassen schlechter ist. Und ob der HSV nun bei St. Pauli verliert oder gegen Aue gewinnt, das scheißt schon am nächsten Tag nen toten Vogel .Oder hat irgendjemand etwas von einem „Derby-Kater“ verspürt, den die hiesigen Medien erfinden wollten? Ich nicht. Ich habe auch keine dauerjubelnden Pauli-Fans vor Augen, die es dem Stadtrivalen aber mal so richtig gezeigt haben. Früher war das eine Tragödie, heute ist es eine Randnotiz. Selbst ein politischer Skandal wie der Fall Jatta gerät sofort in den Hintergrund, wenn zwei Tage in Folge nicht darüber berichtet wird, eine Taktik, der sich der Verein und seine Hofberichterstatter gerade bedienen wollen. Einfach totschweigen.

Insofern – was müsste eigentlich passieren, damit es irgendwie wieder etwas spannender wird? Ob nun Spacken wie Münchhausen und seine Spießgesellen jeden Tag 21 Mal die mögliche Aufstellung für das nächste Spiel durchkauen oder nicht, how cares? Der Nachfolge-Blog von KotzAb generiert ab und zu nochmal mehr als 100 Kommentare am Tag, früher waren es mal 600 bis 800. Aber irgendwie ist alles dreimal erlebt, viermal gesagt und zwölfmal geschrieben. Beim Spiel gegen Aue haben sich noch knapp über 40.000 im Stadion verlaufen und das, obwohl bestes Sommerwetter herrschte und sich der HSV an der Tabellenspitze tummelt. Was passiert dann im Januar gegen Wehen Wiesbaden?

Dabei bemühen sich die Speichellecker aus den Redaktionen wirklich beachtlich, um ihre Jobs zu erhalten. Meldungen, die keine Sinn ergeben, werden zu Schlagzeilen fabriziert, es ist einfach nur noch langweilig und öde. Und das ist so ziemlich das Schlimmste, was einem Verein wie dem HSV passieren kann, dass er unmaßgeblich wird. Austauschbar, uninteressant, gähnend langweilig. Ich bin inzwischen so weit, dass ich bei gutem Wetter lieber spazieren gehe als mir eine Folterpartie der Rothosen anzugucken. Natürlich werden die Rumpelspaddel jetzt wieder aufheulen und das Gegenteil behaupten, dabei wissen sie genau, dass es stimmt. Ihr Verein nervt und langweilt.

Passend zu diesem Verein:

Amaechi wird hart darum kämpfen müssen, denn er kann eigentlich nur auf der linken Außenbahn eingesetzt werden – dort aber sind Bakery Jatta und Sonny Kittel seine Konkurrenten. „Der Mitbewerberkampf ist groß“, weiß Bremser. „Aber Xavier hat Qualitäten, wegen denen er hier ist. Die muss er zeigen. Und er darf ganz sicher auch Fehler machen.“

Den nächsten kleinen Schritt nach vorn hat Amaechi gesetzt. Möglich auch, dass er künftig ab und zu mal in der U21 ran soll – um in Sachen Spielpraxis mit seinen Profi-Kollegen mithalten zu müssen (Quelle: Mopo.de)

Ach Mönsch. Vor wenigen Monaten wollten uns die Journalisten-Simulanten in Hamburg noch erzählen, dass der Junge auf dem Weg zur Wahl des Fußballers des Jahren aufgehalten wurde und der HSV Vereine wie Manchester United und Bayern München ausgestochen hätte und nun sind seine Konkurrenten fußkranke Flüchtlings-Darsteller wie Bakary Daffeh? Was für ein Glück für all die Märchenonkels, dass die Rumpeltrottel immer wieder auf den Quatsch reinfallen.