Die ganz große Douglas Santos-Verarschung!

Ich nehme mal an, dass viele von euch den Jovanov-Artikel aus der Zeit noch nicht vollumfänglich gelesen haben, immerhin müsste man ja dafür bezahlen und es ist nicht überall auf der Welt so wie in diesem Blog, den jeder noch so verblendete Hüpfer kostenlos nach Haus geliefert bekommt und dabei nicht mit Werbung z.B. für eine dubiose Wettbude in Hamburg-Farmsen belästigt oder alternativ zum Besuch einer griechischen Gyros-Bude aufgefordert wird. Ich möchte auch garantiert nicht den kompletten Artikel preisgeben, das wäre nicht nur strafbar, es wäre auch in höchstem Maß unfair. Aber ich möchte einige Auszüge zitieren und euch dann fragen, wo ihr das Ganze schon mal gelesen habt. Vor Monaten!

Februar 2019:

Parallel machen erneut Gerüchte die Runde, dass es dem HSV finanziell schlechter geht, als der Verein öffentlich zugeben will. Er muss eine neue Fan-Anleihe aufsetzen, um eine alte abzulösen. Das Geld fehlt. Transfers könnten helfen. Via Bild hatte der HSV Santos im Winter ein Preisschild von 25 Millionen Euro verpasst. Die Verantwortlichen merken jedoch schnell, dass diese Summe utopisch ist.

April 2019: 

Es nicht so einfach, ein Angebot in zweistelliger Millionenhöhe für einen Zweitligaverteidiger zu besorgen, während der Verein nach und nach in die sportliche Krise rutscht und dabei ist, den Aufstieg zu verspielen. Selbst 20 Millionen Euro ist interessierten Clubs wie Hoffenheim, Dortmund, Leverkusen oder AS Rom zu viel. Pokert der HSV zu hoch?

Mai 2019:

Die Mannschaft ist zwischenzeitlich auf den vierten Tabellenplatz abgerutscht und steht enorm unter Druck. In dem Gespräch geht es allerdings nicht um sportliche Dinge, sondern um Transfers im Sommer. Der HSV will Santos unabhängig von Aufstieg oder Nichtaufstieg verkaufen, weil er dringend Geld braucht. Dafür ist die sportliche Leitung sogar frühzeitig aus dem Kurztrainingslager abgereist. Mit ihrer Preisgestaltung für Santos hat sie die Marktlage falsch eingeschätzt

Juli 2019: 

Am 4. Juli wird der Transfer als perfekt vermeldet. Der HSV und Zenit einigen sich auf 12 Millionen plus zwei Millionen als Bonus. Die Verantwortlichen haben auf eine Sofortzahlung bestanden. Haase fragt nach der Provision, bekommt von Hoffmann aber keine Antwort. Auch von dessen Assistentin, die seine schriftliche Dokumentation über den Ablauf des Transfers an den Aufsichtsrat geben soll, hört er nichts

Oktober 2019:

Auf Kontaktversuche von Haases Seite hat der HSV kaum reagiert. Über den erst seit Kurzem tätigen HSV-Justiziar Philipp Winter lässt der Vorstand mitteilen, dass er keine Veranlassung für eine Vergütung sieht. Infolgedessen lässt Haase eine anwaltliche Zahlungsaufforderung verschicken. Der HSV hat bisher nicht darauf geantwortet. Die gesetzte Frist läuft noch.

Haase erklärt, wenn der Vorstand weiterhin die Kommunikation und Zahlung der Provision verweigere, wolle er vor dem Landgericht Klage einreichen. Warum der HSV handelt, wie er handelt, erschließt sich auch ihm nicht – und auch nicht, ob der Verein nur nicht zahlen will oder dies schlichtweg nicht kann. Wenn der Transfer eines zeigt, dann: wie dringend der Verein im Sommer auf große und vor allem sofortige Einnahmen angewiesen war

(Quelle: https://www.zeit.de/hamburg/2019-10/hsv-douglas-santos-provision-spielervermittler-fussball )

Nun? Hört sich für Stammleser dieses Blogs nun alles vollkommen neu an? Ich kann mich noch bestens an die Zeiten erinnern, als Mopo, Abendblatt BILD und Co. von „mindestens € 25 Mio.“ fabulieren wollten und einige Leser dieser Erzeugnisse diese Summe als viel zu gering erachten wollten. Schließlich kam doch der für € 10 Mio. gekaufte Super-Brasilianer aus der Schmiede HSV und da müsste doch deutlich mehr drin sein, gell? Was lernen wir? Wieder einmal hat die Abteilung Hofberichterstattung ihren Job nicht gemacht, sondern wieder einmal das verkündet, was der verblödete Leser hören will. Und immer und immer und immer wieder passiert dann das, was beim HSV unter Hoffmann immer passiert – die Blase platzt.

Und eines sollte allen sicher sein: Es passiert wieder. Es passiert ständig. Gestern wurde verkündet, dass man mit Finanzjongleur Wettstein weitermachen will, was für eine unfassbare Lachnummer. Seit 5 Jahren sitzt der Mann im Vorstand, in dieser Zeit hat der HSV Verluste in zigfacher Millionenhöhe gemacht und zum Dank bekommt der Mann weitere Jahre Butter aufs Brot. Der Rat der Abnicker ist eine einzige Farce und nichts anderes als eine Ansammlung von Hoffmanns Erfüllungsgehilfen.

Aber viel Spaß beim Hüpfen, weil man gerade in der zweiten Liga ein wenig gewinnt 😀

Übrigens: Extrem bezeichnend, dass nicht ein Schmierblättchen aus dem Hamburger Hofberichterstatter-Wald den Artikel der Zeit erwähnt oder zitiert, oder? Jeder Scheißdreck wird geteilt, die Mopo zitiert das Abendblatt, das Abendblatt zitiert die BILD usw. Aber hier schweigen sie? Warum wohl. Und, was für ein Zufall, in exakt die Zeit der Veröffentlichung von Hoffmanns neuester Schweinerei fällt ein ganz toller Artikel, der aufzeigt, welche grandiosen Pläne der Trickser aus Leverkusen mit „seinem“ HSV in Zukunft hat.

SPIELER, STADION, TALENTE

Wie Hoffmann die HSV-Zukunft plant

Und wo erscheint diese Zukunftsvision? Natürlich in der BILD! In der gleichen BILD, die immer noch gegen Hoffmanns Liebling Bakery Jatta/Daffeh ermittelt.

Zufälle gibts….

„Wer als Erster eine Barriere durchbricht, holt sich eine blutige Nase. Immer“ [Moneyball]

Von | 2019-10-09T20:57:39+02:00 9. Oktober 2019|Allgemein|4 Kommentare

4 Comments

  1. jusufi 9. Oktober 2019 um 09:30 Uhr

    Wie so oft beim HSV verzichten die abhängigen Hofberichterstatter auf jegliche Distanz zum Verein und jeden kritischen Blick auf die Handelnden, und sei es nur, dass es sich um offene Sachverhalte handelt. Wenn auch sonst über jeden gelungenen Einwurf ehemaliger „HSV-Stars und Juwelen“ ein eigener „Bericht“ verfasst wird, wird fragwürdiges Vorgehen der Verantwortlichen totgeschwiegen, so dass der gemeine Fan, der sich bloß mittels der Hausblätter informiert, von für den HSV gefährlichen Entwicklungen nichts erfährt. Die heile Welt bleibt erhalten, jedenfalls solange, bis mal wieder ein Kartenhaus zusammenbricht oder die sportlichen Ziele verfehlt werden – dann wird mit den dann geschassten Verantwortungsträgern abgerechnet, man hat es im Nachhinein schon immer gewusst, während man auf die Nachfolger wartet, um diesen dann wieder Honig um den Bart zu schmieren. Es ist alles so absehbar.

  2. TCvonderanderenElbseite 9. Oktober 2019 um 17:08 Uhr

    Die letzt genannte Geschichte mit Bild und HSV zeigt wie abhängig beide voneinander sind.
    Der HSV schmiert die Bild um ihres Wohlwollens. Die Bild akzeptiert bangens schwindenden Interesses und damit Auflage…

    Vielleicht gibt es demnächst ja auch eine Bild-Lounge in der Arena oder den MoPo-Fantalk im Stadion oder der Tempel wird für zwei Jahre „Abendblatt-Volkspark“ heißen…
    Wer weiß?!

    Das wird dann doch eine Loos-Looser-Situation.

    • Gravesen 9. Oktober 2019 um 17:21 Uhr

      Gleichzeitig wird das Interesse, nicht nur am HSV, sondern am Fußball insgesamt, mit jedem Tag geringer. Wenn man mal darauf achtet, wie die Frequenzen auf Twitter, Facebook, in Blogs oder bei Podcast rapide abgenommen haben, wird man registrieren, was ich meine. Länderspiel gegen Argentinien? Wen interessiert es? Vor wenigen Tagen ist „Football Leaks 2“ auf den Markt gekommen und hat jemand etwas darüber gelesen? Jovanov schreibt einen zweiteiligen Artikel über Hoffmanns Sauerei beim Douglas Santos-Deal und gibt es eine Reaktion? Fußball wird jeden Tag in wenig unwichtiger.

  3. Walti 9. Oktober 2019 um 18:50 Uhr

    Ja, es ist so… Fussball wird immer unwichtiger…

    Aber hallo…!!??? Da ist doch Geld…!!???

    Hat sich zufällig jemand ein paar Bilder der Leichtathletik-WM in Doha angesehen…? Null Interesse…!!!

    Und wie soll’s wohl an der nächsten Fussball-WM aussehen…??? 😉

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