PR-Show, die 325.

Freundschaftsspiel gegen Drittligisten Eintracht Braunschweig, gibt es etwas Unwichtigeres? Die Elf des HSV quält sich zu einem 2:2, in der letzten Minute gelingt der Ausgleich. Ende der Geschichte. Oder? Nein, bestimmt nicht. Denn die PR-Maschine der Hamburger Überlebens-Medien muss weiterlaufen, die Rumpelhüpfer müssen bedient werden.

HSV-Test: Neuzugang mit Albtraum-Start – dafür überzeugen die Youngster (Quelle: Mopo.de)

Wow. In einem Test gegen eine unterklassige Mannschaft überzeugen also die Youngster, die ursprünglich für die Bundesliga geplant waren und die im Regelfall gegen andere Regionalligisten eingesetzt werden? Ist ja Wahnsinn.

Ein 2:2, das Gewinner hervorbringt (Quelle: Münchhausen)

Aber natürlich, nur Gewinner. Nichts als Gewinner. Top-Verdiener Bobby Wood musste diesmal erst nach 71 Minuten mit Knieproblemen ausgewechselt werden, „Königstransfer“ Ewerton spielte Pässe, für die ihn jeder D-Jugendtrainer vom Acker genommen hätte und Atom-Perle Amaechi konnte sich tatsächlich zweimal gegen Gegenspieler durchsetzen, die vormittags noch arbeiten mussten. Nichts als Gewinner, du billiger Auftragsschreiber.

Warum in Gottes Namen kann man ein solches Spiel nicht einfach hinnehmen, wie es ist? Absolut bedeutungslos. Unwichtig. Warum muss man aus etwas mehr machen, als es ist? Weil man verkaufen muss. Die Mopo steht kurz vor Schließung oder Verkauf und Münchhausen ist mit seiner dubiosen Wettbude aus Hamburg-Farmsen der nächste Hauptsponsor abgesprungen. Dafür sind jetzt wieder Banner auf der Seite, hinter denen nichts als inhaltsfreie Scheiße steckt. Und das ist eben exakt das, was ich gestern meinte. Aus purer Profitsucht wird etwas grundsätzlich maßlos überzeichnet, was der Rede nicht wert ist. Man macht aus einem Mosquito einen T-Rex, damit man selbst Geld verdient.

Am Ende steht dann aber: Die Leute sind genervt, weil sie mehr erwarten. Wenn man ihnen ständig erklärt, wie sensationell alles arbeitet und sie sehen dann die traurige Realität, wenden sie sich ab. Jeden Spieltag ein paar Hundert mehr. Und die kriegt man nicht zurück.

Schönes Wochenende, das Buch ist im Lektorat 🙂

Von | 2019-10-12T08:03:05+02:00 11. Oktober 2019|Allgemein|5 Kommentare

5 Comments

  1. Profikommentator 11. Oktober 2019 um 12:14 Uhr

    Hier darf ich posten, cool! 😉
    Also, kurze Frage – wenn du dazu nichts sagen darfst/magst völlig ok – wenn ich dein Buch kaufe (was ich werde), wie viel kommt dann davon bei dir persönlich am Ende an?

    Schönes Wochenende und fantastische „European Qualifiers“ 😉

    • Gravesen 11. Oktober 2019 um 12:19 Uhr

      Sie müssen sich nur wie ein normaler Mensch benehmen können, um hier schreiben zu dürfen.
      .
      Nicht so viel wie man denkt.

  2. marlor 11. Oktober 2019 um 12:51 Uhr

    Ich kenne eine Kinderbuchautorin. Sie sagt, sie bekommt 50 Cent pro verkauftes Buch, sagt aber, dass sehr renommierte Autoren, also erfolgreiche und bekannte, 1 Euro pro verkauftem Buch bekommen, nur ganz wenige etwas mehr.
    Wäre mal interessant zu wissen, wie es sich bei Sachbüchern verhält…

    PS: Ich freue mich auch schon auf das Buch. Wäre toll, wenn es klappt, dass es unter dem Weihnachtsbaum liegt. 😉

    • Lord Sherwood 11. Oktober 2019 um 16:50 Uhr

      Ich kann das bestätigen. Ich bin selbst als Schriftsteller tätig gewesen. Die Gewinnspanne für den Autor liegt bei 0,50 bis 1 Euro pro verkauftem Buch. Das ist herzlich wenig für den Urheber des Buches. An so einem Buch wollen zu viele verdienen.

      • Ich 11. Oktober 2019 um 21:46 Uhr

        Es sind nicht mehr die an einem Buch verdienen „müssen“ als vor 20 oder 30Jahren! Nur wollen mittlerweile einige mehr daran verdienen. Früher kaufte der Buchhandel mit 40+% beim Verlag ein. Heute kaufen Amazon, Thalia etc. mit min. 50%+ ein! Daran sind wir alle Schuld.

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