Lerneffekt: Null!

van der Vaart-Abschiedsspiel? Ein Spiel von dicken Herren in den mittleren Jahren interessiert mich nicht, sorry. Und wenn ich dann noch sehe, dass diese Vollpfosten aus der moralischen HSV-Familie vor einem unbedeutenden Abschiedskick Spieler wie Robben und van Bommel auspfeifen, weiß ich, warum ich da nicht mehr hingehe. Dafür interessiert mich was anderes, auch, wenn das mit dem HSV nichts zu tun hat.

Wenige Stunden vor dem EM-Qualifikationsspiel in Estland sorgte Nationalspieler Ilkay Gündogan (29) für einen Skandal. Der Profi von Manchester City likte bei Instagram ein Foto, das der türkische Nationalspieler Cenk Tosun (FC Everton) gepostet hatte. Auf dem Foto sind türkische Spieler zu sehen, die in die Kamera salutieren.Tosun verfasst dabei den Text mit den Worten: „Für unsere Nation, vor allem für jene, die für unser Land ihr Leben riskieren. (Quelle: Abendblatt.de)

Bei aller Liebe, aber zu so viel Dummheit, Ignoranz und offensichtlicher Komplett-Verblödung fällt mir nichts mehr ein. Diese beiden Herren, übrigens beide (wie Herr Özil) in Deutschland geboren, liken die Verherrlichung eines Angriffskrieges eines geistesgestörten Diktators gegen eine unterdrückte Minderheit, die in den letzten Jahren mit ihrem Kampf gegen den IS dafür gesorgt hat, dass u.a. auch diese beiden Idioten sicherer leben und ihre Millionen verprassen können? Gehts denn eigentlich noch? Habt ihr eigentlich überhaupt kein Gehirn?

Und natürlich ist das alles plötzlich nur noch ein Irrtum, gell?

Gündogan entlikte das Foto später wieder, ebenso Mitspieler Emre Can (25). Auch der Juve-Star hatte das Tosun-Posting zunächst gelikt. Zu BILD sagte Can: „Ich habe den Post von Tosun, den ich schon lange kenne, beim Scrollen geliked, ohne jegliche Intention und auf den Inhalt zu achten. Ich bin ein absoluter Pazifist und gegen jede Art von Krieg.“ (Quelle: Bild.de)

Nein, ist es nicht. Es ist nicht nur dumm und scheiße, es ist entlarvend, zum wiederholten Mal. Diese Herren haben erneut nachgewiesen, warum sie dieses Trikot anziehen, nämlich, um davon zu profitieren und nicht, weil sie dazu stehen. Aber damit sind sie nicht allein. Dieser Erklärungsversuch ist an Armseligkeit nicht mehr zu übertreffen.

Mag das türkisch-nationale, dummerhafte Geschwafel von St. Pauli-Ersatzspieler Cenk Sahin noch persönlich motiviert gewesen sein, damit er bestenfalls ohne Ablöse ( St. Pauli hatte mal € 1,3 Mio. für den Idioten bezahlt) den Verein wechseln kann, so ist dieser Ausfall der Herren Gündogan und Can, bereits zum wiederholten Male, nicht mehr länger zu entschuldigen. Mag sein, dass es dem einen oder anderen zu drastisch ist, aber für mich sollten diese Herren nicht mehr für Deutschland spielen dürfen, mit dem Herzen sind sie doch offensichtlich ohnehin in der Türkei. Dies gilt im Übrigen auch für jeden anderen Sympathisanten und ist nicht nur auf den Fußball bezogen.

Meine Meinung (muss man nicht teilen): Wer türkische Wurzeln hat, dort geboren ist oder hier, wer Türke in Deutschland oder deutscher Staatsbürger mit türkischen Vorfahren ist und der Meinung ist, er müsste einen Aggressionskrieg, einen geplanten Vernichtungskrieg gegen eine Minderheit auf fremdem Staatsgebiet gut heißen, unterstützen oder gar bejubeln, der hat in diesem Land ebenso wenig verloren wie deutsche Arschlöcher, die versuchen, eine Synagoge zu stürmen. Klare Kante!

Von | 2019-10-15T07:29:03+02:00 13. Oktober 2019|Allgemein|17 Kommentare

17 Comments

  1. TCvonderanderenElbseite 14. Oktober 2019 um 08:24 Uhr

    Besser kann man solche geistigen und moralischen Entgleisungen nicht kommentieren!

    Darüber hinaus gab es nach dem Sahin-Post mehrere bestechend treffende Plakate der STP-Ultras hierzu.
    U.a.(frei übersetzt): „Wer einen Krieg gutheißt, sollte besser gerne auch selbst an der Front stehen!“

    Ganz meine Meinung! Wer einen Krieg befürwortet, darf dafür gerne an vorderster Front im Krieg stehen!
    Also, Briefmarke drauf und ab in den Flieger!!!

  2. Gravesen 14. Oktober 2019 um 08:36 Uhr

    Ilkay Gündogan über sein Instagram-Like: „Es ist krass, was für Geschichten heutzutage geschrieben werden. Ich dachte, ich like ein Foto eines guten Freundes von mir, der gerade eine schwierige Zeit bei Everton durchmacht und kaum spielt, und jetzt ein Tor schießt und seine Mannschaft zum Sieg führt. Das haben vielleicht 200.000 Leute gelikt, Fußballer aus der ganzen Welt. Dass gerade wir zwei herausgepickt werden und so eine Geschichte daraus gemacht wird, ist ein bisschen schade. Emre und ich sind beide gegen jeglichen Terror und Krieg. Das war rein als Unterstützung für unseren Freund gedacht.“

    Emre Can über sein Instagram-Like: „Es war vor zwei, drei Tagen. Es war einfach sportlich gemeint. Es hatte nichts mit Politik zu tun, ich bin gegen jegliche Art von Krieg und bete selbst jeden Tag, dass auf der Welt Frieden herrscht.“

    .
    Mit jedem Satz, mit jeder Aussage machen diese beiden türkischen Söldner den Schwachsinn, den sie permanent verzapfen, noch schlimmer. Aus meiner Sicht sind solche Aktionen wie die Aussagen von Betrunkenen, die auch plötzlich in der Lage sind, die Wahrheit über ihre Gesinnung preis zu geben. Und der Umstand, dass ausgerechnet er rausgepickt wird, ist nicht schade, sondern entlarvend. Für ihn.

  3. Kevin allein in Hamburg 14. Oktober 2019 um 10:12 Uhr

    Entlarvend ist viel mehr die Reaktion von Seiten der Verantwortlichen des DFB.
    Ich sehe keine.
    Wäre ich Bundestrainer hätten Sie zu Fuß nach Hause laufen können in Verbindung mit sofortiger Verbannung.

    • Gravesen 14. Oktober 2019 um 10:14 Uhr

      Für sieht es wie folgt aus: Özil brauchte man nicht mehr. Gündogan und Can meint man noch zu brauchen. Das ist der einzige Grund.

  4. LP10 14. Oktober 2019 um 10:14 Uhr

    PopelJogi hat es doch schon längst ad acta gelegt. Alles halb so wild sagt er.

  5. Vsabi 14. Oktober 2019 um 10:39 Uhr

    Ich hätte Herrn Gündogan etwas mehr Intelligenz zugemutet, hätte er doch von seiner ersten Bekundung zu Erdogan lehrnen müssen. Man kann oft erkennen, dass bei Türken die in Deutschland geboren sind und unsere Staatsbürgerschaft haben, sie im Herzen Türken sind. Es fehlt mir das Verständnis, das ich für einen Diktator der sein Land überwiegend nur Schaden zufügt, Sympathie empfinde. Aber es geht ja vielen gut hier in Deutschland, da kann man die Missstände in der Türkei ja ausblenden! Bei Sahin von St. PAULI dürfte es an Hirn fehlen. Özil war nie ein Deutscher und wäre in der Türkei besser aufgehoben!

  6. TSchabe 14. Oktober 2019 um 10:45 Uhr

    100% agree, Grave! Absolut meine Meinung!

  7. Fohlenflüsterer 14. Oktober 2019 um 11:25 Uhr

    Du sprichst mir aus dem Herzen!
    Seit der Geschichte mit Özil und Gündogan sehe ich mir überhaupt keine Spiele mehr von der Nationalmannschaft an.

  8. SausT 14. Oktober 2019 um 12:31 Uhr

    Der DFB ist ein Abbild der Bundesrepublik. Immer nur Dududu, aber nie wirkliche Konsequenzen. Die Geschichte hat gelehrt, dass Despoten nicht mit Bitten beizukommen ist. Es ist beschämend, dass Personen, die nicht zu den Werten der Bundesrepublik stehen, die Bundesrepublik repräsentieren dürfen.

  9. Gravesen 14. Oktober 2019 um 13:41 Uhr

    Gündogan: „Ich habe das ehrlich gesagt erst mitbekommen, als dann unsere Geschichte aufgetaucht ist. Gerade, dass das ausgerechnet heute kurz vorm Spiel auftaucht, fühlt sich auch nicht gerade wie ein Zufall an, weil das Foto – glaube ich – schon drei Tage alt ist. So ist das heutzutage, ich kann es nicht ändern. Ich glaube, dass Menschen wissen, wie das von uns beiden gemeint ist. Alles andere können wir nicht beeinflussen.“

    .
    Der Typ hat nicht alle Latten am Zaun und er lernt nicht dazu. Jetzt ist Erdogan-Fan Gündogan auch Opfer einer Verschwörung. Das typische Ich-bin-das-Opfer-Manöver, offensichtlich bei Trump abgeguckt.

  10. Nichtkunde 14. Oktober 2019 um 14:28 Uhr

    Bei Gündoğan kommt erschwerend hinzu, dass er, im Gegensatz zu einem gewissen Ex-Nationalspieler, eben kein intellektuell Minderbemittelter mit hinterwäldlerischer Sozialisation ist, der schlichtweg nicht in der Lage ist, sein eigens Handeln angemessen zu reflektieren.

    Hier drängt sich, wie bereits im Rahmen der „Trikot-Affäre“, vielmehr der Verdacht auf, dass gnadenlos opportunistisch versucht wird, durch Anbiederung an das dortige Regime seine Geschäftsinteressen in der Türkei zu fördern.

    Hinsichtlich des Sich-heraus-Floskelns (zwecks Wahrung seiner Interessen auf dem deutschen Markt) hat er inzwischen ja die nötige Übung.

  11. Gravesen 14. Oktober 2019 um 15:53 Uhr

    https://www.stern.de/neon/wilde-welt/gesellschaft/ilkay-guendogan–warum-die-aufregung-um-instagram-likes-ueberzogen-ist-8952376.html
    .
    Selten, wirklich sehr selten, habe ich etwas noch dümmeres, oberflächlicheres und ignoranteres gelesen, als diese Hundescheiße. Mal wieder einer der moralischen Sittenwächter der Nation, der unter Garantie auch den Fall Jatta lieber moralisch als juristisch betrachten möchte, um sich in seiner Rolle als Gutmensch weiterhin wohlfühlen zu können. Der Zustand unserer Medien ist wirklich besorgniserregend

  12. TCvonderanderenElbseite 14. Oktober 2019 um 16:15 Uhr

    Die Einlassungen von Can und vor allem Gündogan sind nicht ignorant sondern arrogant!
    Spätestens seit der Reaktionen auf das Posting mit dem Trikot wissen alle, dass Sport und Politik NICHT getrennt sind!
    Den Kniefall des amerikanischen Football-Stars Colin Kaepernick werden beide sicherlich auch geliked haben, in der Absicht Tump einen mitzugeben.

    Sich heraus zu reden, mit dem Argument man habe den Hintergrund des Bildes gar nicht so richtig wahrgenommen bzw. nur einem Freund „helfen“ wollen,
    entlarvt beide als abgehobene Spinner, die meinen mit so einem Scheiß lassen sich die anderen wieder beruhigen.

    Dies ist wiedermal ein spezieller Fall und er muss ZWINGEND Konsequenzen für beide Spieler haben; wenn nicht Ausschluß, dann wenigstens eine öffentliche
    persönliche Erklärung, wie dämlich sie anscheinend sind bzw. sie sich darstellen wollen. Mit Entschuldigung und klarer Distanzierung zu Erdogan usw.

    Mir geht schon seit Jahren die Entschuldigung mit öffentlichen Distanzierung des Sports zur Politik dermaßen auf die Nüsse.
    „Wir können da nichts machen, dass muss der Verband/die Politik entscheiden. Wir sind doch nur Sportler.“
    BULLSHIT! In unserer medialen allerorts und allseits vernetzten Welt gibt es keine Distanz von Sport zu Politik und schon gar nicht zur Wirtschaft!
    Der jeweilige Sport lässt sich (wissentlich) mit Unschuldsmiene schulterzuckend von der Politik instrumentalisieren (s. Katar) und macht mit, weil eigene wirtschaftliche Interessen damit geschützt werden.

    Jeder Sportler ist ein Individuum und sollte eine Haltung zu den Themen des Lebens haben. Selbst wenn er damit sein aktuelles Arbeitsverhältnis damit gefährden sollte.

    • jandpunkt 14. Oktober 2019 um 18:04 Uhr

      Für mich als Paulianer fällt es mir einerseits schwer das so gut zu finden, andererseits ist es auch absolut richtig die propagierten Werte durchzusetzen.

      Um eines klarzustellen, ich sympathisiere in keiner Weise mit Erdogan oder sonstigen Despoten, Kriegstreibern etc., auch nicht mit der „Meinung“ des Herrn Sahin.

      Am Rande sei ebenfalls angemerkt, dass die Einteilung der verschieden am Syrienkrieg beteiligten Gruppen in Gut und Böse, so wie sie uns verkauft wird, durchaus anzuzweifeln ist.

      Die Problematik für den Verein/Arbeitgeber besteht hier natürlich darin, dass die getätigte Meinungsäußerung absolut legal ist. Somit wäre es also im Sinne der Meinungsfreiheit quasi „illegal“ aufgrund dessen das Vertragsverhältnis zu kündigen.

      Andererseits ist eine „normale“ Weiterbeschäftigung aufgrund der vom Verein vertretenen Werte auch nicht möglich.

      Am Ende steht ein (für St. Paulis Verhältnisse) riesiger Verlust, welchen es für einen einzigen Spieler in der gesamten Vereinsgeschichte noch niemals gegeben hat.

      Die gewahrte Haltung macht den Verein also gleichzeitig „erpressbar“ für zukünftige „politische Dembelés“.

      Abgesehen von dem jetzigen, unsäglichen Verhalten dieses Idioten, war dessen Verpflichtung in diese finanziellen Größenordnung sicher einer der größten wirtschaftlichen Fehler St. Paulis. Es sind ja nicht „nur“ die 1,3 Mio, die an Ablöse bezahlt wurden… Wenn es stimmt, was der „verdient“ (private aber unbestätigte Quelle), fragt man sich, was sich der Verein dabei gedacht hat…

      • Tschüss Dino 14. Oktober 2019 um 18:31 Uhr

        „Zur Entscheidungsfindung trugen vor allem die wiederholte Missachtung der Werte des Vereins sowie der Schutz des Spielers bei.“

        Da könnte noch mehr gelaufen sein. => Vereinsschädigendes Verhalten.

  13. Pauline1910 14. Oktober 2019 um 19:50 Uhr

    als wir Cenk damals verpflichtet haben, war ich ganz angetan von ihm. In meinen Augen war es der richtige Schritt, weil er sich vorher als Leihe vernünftig präsentiert hat. Nach der Verpflichtung hat sich mein Bild von ihm zu 100 % gedreht und nun ist er wiederholt mit Erdogan Fanboy Äußerungen aufgefallen. Sportlich spielte er eh keine Rolle mehr aber in diese Position hat er sich auch selbst gebracht. Ich begrüße die Haltung des Vereins und ob wir dadurch wirklich erpressbar werden, werden wir sehen. Aber ich halte die klare Kante für den einzig richtigen Weg.

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