Das ist doch einfach nicht mehr ernst zu nehmen

FUSSBALL-REVOLUTION|HSV will Pyro jetzt selbst zünden!

Als ich diese Schlagzeile gestern in der SportBild las, glaubte ich an einen extrem verspäteten Aprilscherz. Aber, Banane, die meinen das wirklich ernst.

In der vergangenen Zweitliga-Saison musste der HSV für das Abbrennen von Pyrotechnik 294 000 Euro Strafe zahlen – so viel wie kein anderer deutscher Verein! Eine Liga höher wäre es rund der doppelte Betrag gewesen. Und auch in dieser Saison zündeln die HSV-Fans munter weiter, zuletzt in Kiel (Quelle: SportBild.de)

Ja, ist aufgefallen. Je beschissener die Leistung, desto mehr wird von den Hohlbirnen gezündelt. Und diesen selbsternannten Ultras, also die angeblich heftigsten Fans überhaupt, ist es absolut Latte, ob „ihr“ Verein nun pro Saison 294.000 an Strafe oder € 2.9 Mio. bezahlt, ist ja nicht ihr Geld. Und ob der Verein deshalb in Schwierigkeiten gerät, ob eventuell Geisterspiele anstehen, ob der Verein eventuell einen Spieler nicht mehr holen kann, weil das Geld fehlt, interessiert dieses dünn-angerührte Pack ebenfalls nicht. Aber Bernd Paul hat da eine Idee…

Der HSV will in Zukunft selbst Pyrotechnik in der Arena abbrennen! Obwohl die eigentlich lebensgefährlich und deshalb gesetzlich verboten ist. In der Rückrunde will der HSV dann bei einem Heimspiel – geplant ist vor Spielbeginn – erstmals zertifizierte Rauchtöpfe in Eigenregie abbrennen. Bedingung: Es läuft sportlich gut. Da die Pyro-Technik unter Aufsicht und in einem Sicherheitsbereich abgebrannt wird, drohen dem Verein keine Sanktionen vom DFB.

Mit der Fan-Szene ist dieses Vorhaben eng abgesprochen. Sie machte klar, dass auf Pyrotechnik nicht verzichtet wird, da es zur Fan-Kultur gehöre. Der HSV ist der Meinung, dass Sanktionen die Lage nur verschlimmern würden, deshalb setzt er auf Kooperation. (Quelle: Sportbild.de)

Ach so. Und der Verein glaubt nun, dass diese Idioten nicht mehr zündeln werden, weil man selbst vor einem Spiel (Bedingung: Es läuft sportlich gut!) ein paar Rauchtöpfe abfackelt? Wie dämlich kann man eigentlich sein? Um es einmal ganz deutlich zu sagen: Dieser Schwachsinn gehört nicht zur sogenannten „Fan-Kultur“, sie ist eine Straftat. Ergo gehört sie nicht supportet, sondern bestraft. Anstatt endlich einmal klare Kante zu zeigen und damit dem Wunsch von ca. 95% der restlichen Fans zu entsprechen, lässt man sich als Verein von ein paar Hundert (wenn überhaupt) Straftätern erpressen und verarschen. Was bin ich froh, dass ich da nicht mehr hingehe und die keinen Cent mehr von mir sehen.

Und dann war da noch….

Köttgen: „Nein. Man muss fairerweise sagen, dass der Finanzvorstand oft der Überbringer von schlechten Nachrichten ist. Aber nicht automatisch der Verursacher.“ (Quelle: Abendblatt.de)

Ach so. Der Mann ist seit 5 Jahren Vorstand Finanzen und der Verein hat während dieser Amtszeit zig-Millionen Minus eingefahren. Und jetzt behauptet Witzfigur Köttgen, Wettstein wäre gänzlich unschuldig daran und nur der „Überbringer der schlechten Nachrichten“. Und sowas führt den Aufsichtsrat? Diesem Verein ist nicht mehr zu helfen.

Von | 2019-11-15T07:30:09+01:00 14. November 2019|Allgemein|22 Kommentare

22 Comments

  1. Saschas Alte Liebe 14. November 2019 um 09:08 Uhr

    Hat hier jemand etwas anderes erwartet?!

  2. Meikel 14. November 2019 um 09:34 Uhr

    „Mit der Elternschaft ist dieses Vorhaben eng abgesprochen. Sie machte klar, dass auf Erziehung durch Schläge nicht verzichtet wird, da das zum guten Recht als Eltern gehöre.
    Das Jugendamt ist der Meinung, dass Sanktionen die Lage nur verschlimmern würden, deshalb setzt es auf Kooperation.“

  3. Kay 14. November 2019 um 10:05 Uhr

    Moin, daran erkennt man, dass der AG das Wasser bis zum Hals steht! Da die Fans sowieso zündeln, versucht man den DFB / DFL mit ins Boot zu ziehen um das Geld irgendwie zu sparen! Es wird ja nicht sanktioniert, im Gegenteil es ist legal und schwuppdiwupp droht keine Strafe! Problem wird allerdings sein, das Nebeltöpfe irgendwann langweilig werden und der 17 Jährige nicht mehr prahlen kann, dass er die Sturmhaube auf hat und den Bengalo in der Hand! Ergo, es wird für drei bis vier Spiele gutgehen aber dann kommt der geballte Frust zurück! PS: kommt Dein Buch vor dem 21.12.? Ich brauche noch Urlaubslektüre! Weiter so

  4. Christian 14. November 2019 um 10:19 Uhr

    Lösungansatz: wenn die Strafen für Pyros in Liga 2 günstiger sind, als in Liga 1, wie wäre es dann mit einem neuen Abstieg in die nächsttiefere Liga? Da tun sich doch ungeahnte Potentiale auf. Wahrscheinlich ist das auch der wahre Grund für den Abstieg: kostenbewusstere Pflege der Fan-Kultur. Wir sollten wahrscheinlich dankbar sein. Hallelujah!

  5. Ex-HSVer im Herzen 14. November 2019 um 11:59 Uhr

    Heilige Mutter Gottes! Was für verstrahlte Freaks arbeiten eigentlich in diesem Verein? Man könnte meinen, das ist alles ein Aprilscherz unter Drogeneinfluss. Wie naiv und weltfremd sind die eigentlich? Pyro hat nichts mit „ohhhh, das sieht aber schööööön aus“ zu tun, sondern Aufmerksamkeit erhalten aufgrund von Minderwertigeitskomplexen, Auflehnung und Systemkritik. Es ist UNFASSBAR, dass einige Hundert Teenager die Richtung einer Aktiengesellschaft bestimmen. Und ebenso ist es unfassbar, dass die DFL in der 2. Liga die Strafe halbiert. Das ist so als wenn Du in einer schlechten Wohngegend für Mord nur die halbe Strafe bekommst. Das ist alles so schlecht und es ist kein Wunder, dass normale und intelligente Menschen wie wir permanent am Kritisieren sind. Denn es gibt kaum etwas, das man nicht kritisieren muss!!!!!

    • H96 14. November 2019 um 12:47 Uhr

      Nein Ex-HSVer schau mal ins Ausland, da ist es normal das Geldstrafen nach der Höhe des Gehaltes berechnet wird.
      Das müsste man eigentlich als normal gebildeter Mensch wissen.

      Gerade läuft im Internet das nicht öffentliche Testspiel gegen Aalborg BK. Für ein nicht öffentlich sind da aber viele Leute

      • Ex-HSVer im Herzen 14. November 2019 um 13:29 Uhr

        Im normalen Strafrecht macht das ja Sinn. Hier müsste man Den Umsatz nehmen, der pro Spiel gemacht wird. Und da gehört der HSV immer noch zu den Top Ten in Deutschland. Sowohl zu Hause als auch auswärts. Daher ist diese Regelung völliger Bullshit. Aber was will man auch anderes erwarten von so einer zahnlosen Organisation wie der DFL.

        PS: Schau Dir mal an, was im relevanten Ausland (UK, USA, Spanien, Etc) für Bestrafungen angesagt sind. Nicht umsonst sieht man dort nie Pyro.

        • H96 14. November 2019 um 13:59 Uhr

          Beim kpl. Umsatz ist der HSV so zwischen 16-19 in Deutschland und diesen muss man dann nehmen.
          Also im Ausland sieht man immer noch genug Pyro und mit Geldstrafen wird man das nicht hinbekommen.
          Also muss man versuchen andere Wege zu gehen, welche die besten sind? Warten wir es mal ab.

          • Ex-HSVer im Herzen 14. November 2019 um 18:39 Uhr

            Also ich sehe weder in der Premier League oder der NHL jemals Pyro. Pyro ist Kinderkacke und gehört aufs Schärfste bestraft. Wenn ich schon immer diesen Bullshit lese „Tolle Stimmung“… ja, für geistig unreife Fuzzis, die auch Silvester die Polen-Böller abfackeln.

  6. Rudi 14. November 2019 um 12:08 Uhr

    Christian, das ist doch mal ein richtig sinnvoller Ansatz. Den Hohlköpfen ist es egal, in welcher Liga die ihr Feuerwerk abbrennen und unterhalb der 3. Liga sind dann auch die Auswärtsfahrten nicht mehr so weit weg. Ich stimme in Dein Hallelujah ein.

  7. Kai 14. November 2019 um 16:31 Uhr

    Das ist doch ganz einfach: die zündelnden Affen mit den schwarzen Masken gehören zu der Spezies von Fan, die im Stadion für die Stimmung hauptverantwortlich ist. Sperrt man die Spacken alle weg, ist die Stimmung in der “Kurve” schnell im Arsch. Das ist dann aber schlecht fürs Geschäft, ergo: Teufelskreis. Oder Dilemma. Egal.

  8. Fohlenstall 14. November 2019 um 16:54 Uhr

    Moin,
    nur 8 Mille miese…. läuft…. :-):-):-)

    • H96 14. November 2019 um 17:39 Uhr

      Dann bin ich mal aufs nächste Jahr gespannt, dann muss Hoffman spätestens liefern.
      Aber die Richtung stimmt.

      • Gravesen 14. November 2019 um 17:40 Uhr

        Welche Richtung stimmt?

        • Hein Blöd 14. November 2019 um 19:10 Uhr

          Das frage ich mich auch.
          Die schwarzen Zahlen können nicht gemeint sein, die werden ja nach jeder Verkündung
          eines neuen Minus für das kommende Jahr in Aussicht gestellt.

  9. Ex-HSVer im Herzen 14. November 2019 um 18:28 Uhr

    Sag mal, schaltet eigentlich keiner das Hirn an vor dem Denken? Keiner, der das „passabel“ nennt oder sich Journalist schimpft. 8 Mio plus 18 Mio aus der neuen Anleihe macht 26 Mio Verlust aus der normalen Geschäftstätigkeit.

    Ich hoffe, Kerberos nimmt das für uns auseinander, damit die wahre Leistungsfähigkeit ans Tageslicht kommt

  10. Nichtkunde 14. November 2019 um 18:29 Uhr

    Börnie-Paule erkauft sich das Schweigen der „Szene“ (Paradebeispiel: 34. Spieltag 2018/19) und der Funtkionärsklüngel feiert sich selbst für ein wachsendes Minus. HSV 2019.

  11. Fohlenstall 14. November 2019 um 18:39 Uhr

    Hamburg(dpa)
    Fußball-Zweitligist Hmburger SV hat zum neunten Mal hintereinander ein deutliches Minus eingefahren.
    Die Verluste fielen in der ersten Saison nach dem Bundesliga-Abstieg allerdings geringer als befürchtet aus.
    Wie der Club mittelte,schloß die HSV Fußball AG dasGeschäftsjahr 2018/19 mit einem Fehlbetrag von 8
    Millionen Euro ab.Im Vorjahr hatte der Verlust bei 5,8 Millione Euro gelegen.Während die Netto-Finanzschulden,
    die vor 2 Jahren noch bei etwa 80 Millionen Euro gelegen hatten,2018/19 um 4,9 auf 54,9 Millionen Euro gesenkt
    wurden,stiege die Verbindlichkeiten,vor allem durch die Neuauflage der Fananleihe,von 85,5 auf 91,2 Millionen Euro.
    Der Umsatz des Traditionvereines aus der Hansestadt ging um 5,7% auf 126 Millionen Euro zurück.Das Ergebnis
    vor Zinsen,Steuern und Abschreibungen liegt bei 31,5 Millionen Euro(2017/18:41,6).Die Eigenkapitalquote sank von
    30,1 auf 24,7%.Zum 30 Juni 2019 wurde das Eigenkapital der HSV Fußball AG auf 41,1 Millionen Euro(2017/18 49,1)
    beziffert.
    „Das erste Jahr in der 2.Bundesliga war von großer Unsicherheit in der Planung geprägt“,sagte HSV-Finanzvorstand
    Frank Wettstein.“Dementsprechend konservativ sind wir in das Geschätsjahr gestartet und konnten erfreulicherweise
    feststellen,dass sowohl unsere Zuschauer als auch Partner uns weiterhin treu zur Seite stehen.“ Auch die Reduzierung
    der Löhne und Ghälter von 70,3 auf 42,9 Millione Euro und Transfererlöse in Höhe von gut 28 Millionen Euro verhinderten
    ein größeres Minus.Insgesamt sank der Personalaufwand von 74,8 auf 47,4 Millionen Euro.
    ..Macht Euch selber Euren Reim drauf..:-)

  12. Fohlenstall 14. November 2019 um 19:44 Uhr

    Ich zitiere mal den „Trickser“ von gestern im Podcast vom HA:
    „Die roten Zahlen sind deutlich niedriger,als wir erwartet haben.Man ist von einem Minus
    von um die 20 Mio Euro ausgegangen.Das wird einstellig sein“.
    Und jetzt sagt er:“Dabei werde der 12 Mio Euro schwere Abgang von Santos erst im
    laufenden Geschäftsjahr berücksichtigt.Für das positivere Ergebnis sind hauptsächlich
    der Halbfinaleinzug im DFB Pokal,DEUTLICH höhere Transfereinnahmen als geplant sowie
    die Abgänge von 6 der 8 Großverdiener verantwortlich.“Das hat die Kosten dramatisch reduziert“,
    sagte Hoffmann,der seinem Club attestierte:“WIR SIND WIRTSCHAFTLICH WIRKLICH GUT AUFGESTELLT“.
    Man habe eine sehr starke EIGENKAPITALBASIS und gute Liquiditätssituation und eine Fananleihe neu
    platzieren können..usw.usw.!
    Tja…also Santos wird erst im laufenden Jahr berücksichtigt,der DFB Pokal hat voll positiv reingehauen,die
    Eigenkapitalquote sank von 30,1 auf 24,7% bei gleichzeitig ansteigenden Verbindlichkeiten von 85,5 auf 91,1 Mio Euro
    durch die Fananleihe.Ihr seht…loift…..:-) 🙂 🙂 alles Supi!

    • Gravesen 14. November 2019 um 20:18 Uhr

      Einstellig ist es deshalb, weil Lagadere auf den letzten Drücker € 3,5 Mio. Forderungen in einen Besserungsschein umgewandelt hat. Die sollten den Kram mal lesen.

  13. Icke 14. November 2019 um 21:34 Uhr

    Entweder hat Hoffmann wirklich keine Ahnung oder will alle für dumm verkaufen.
    Bilanzstichtag ist der 30.6. und da waren alle Großverdiener noch auf der Payroll.
    Nennenswerte Transfererlöse gab es nur mit Kostic, bei dem man getrost noch eine Saison die Leihgebühr kassieren hätte können und dann verkaufen.
    Wären dann aber ca. 5 Mio Miese mehr in der Bilanz, dazu die neue Anleihe mit knapp 18 Mio., dazu noch paar andere (übliche) Bilanztricks.
    Interessant wären paar nähere Infos zum Kühne-Deal…
    Dann sind wir mal auf das laufende Geschäftsjahr gespannt.
    Santos Verkauf vs. Anleiherückzahlung sind schon mal 6 Mio. Miese, frühes Pokal-Aus, sinkende Zuschauerzahlen…dazu Beraterkosten für 10 Zu- und Abgänge mit geringem Wiederverkaufswert, Gehalt Schnappi…

  14. Saschas Alte Liebe 14. November 2019 um 21:43 Uhr

    Resumee: im Grunde hat man ja 12 Mio. Gewinn gemacht angesichts des erwarteten Ergebnisses!
    Toll!
    Und der Rautenperlen Troubadix wird eine sogleich eine Ode verfassen.
    😀

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