Dieser Verein braucht das Chaos

Eingemeißelt stand es da und diejenigen, die sich bereits seit vielen Jahren mit diesem Klub beschäftigen, konnten ihren Augen nicht trauen. 

Der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann träumt von einem ruhigeren Vereinsumfeld. „Über der Entwicklung der nächsten Jahre steht ein Kern-Satz: Wir wollen ein normaler Fußball-Klub werden“.

Nun denn, mit dem „wollen“ ist das ja bekanntlich immer so eine Sache, meine Oma sagte beispielsweise immer „Kinder mit’m Willen ,krieg’n was auf die Brill’n“. Und ob Bernd Paul das wirklich so gemeint hat, wie er es gesagt hat, ist ebenfalls nichts überliefert. Eines ist jedenfalls klar (Das Zitat stammt vom Januar 2019): Mit „normal“ ist in Hamburg kein Blumentopf zu gewinnen, wenn es immer nur bei den Lippenbekenntnissen bleibt. Denn nach wie vor lebt dieser zerrissene Verein vom Spektakel und wenn schon kein Spektakel auf dem Platz stattfindet, dann doch bitte wenigstens an anderen Stellen. 

Dabei ist das Vorhaben, den Hamburger Sport Verein endlich einmal als das zu positionieren, was er sein soll, nicht verkehrt. Man muss es nur leben und exakt das passiert nicht. Nach wie vor hat man Trainer, die mehr reden als abliefern, man agiert auf dem Transfermarkt immer noch wie eine Herde Hühner mit verbundenen Augen, auch wenn man sich neben einem Vorstand Sport, einem Sport Direktor, einem Chef Scout auch eine Monster-Abteilung von Analysten, Video-Scouts etc. leistet. Das, was dabei rauskommt, ist peinlich. Auf einen Pohjanpalo kommt jeder 14-Jährige, der „Transfermart.de“ unfallfrei eintippen kann, dafür brauche ich keine 53 „Experten“. Die würden mal Sinn machen, wenn man die Verpflichtung eines 20-Jährigen Mexikaners bekanntgeben würde und zwar ohne, dass vorher Bild und Mopo informiert wurden. 

Das aber gehört immer noch zum Spektakel dazu, ebenso wie ein „Fall Jatta“, bundesweit ausgeschlachtet dazugehört und wie neuerdings Bernies Laptopgate dazugehört. In keinem anderen Verein wird über Transfers so viel geredet und so wenig transferiert. In keinem anderen Verein verliert erst der Sportchef seinen Rucksack und dann der Vorstandsvorsitzende seinen Laptop. Das gibt es nur in Hamburg, das soll es offenbar auch nur in Hamburg geben. Denn betrachtet man die sinkenden Zuschauerzahlen bei gleichzeitig sinkender Punkteausbeute, so müssen offenbar Anlässe geschaffen werden.

Unstimmigkeiten zwischen HSV-Vorständen

Meistens eigentlich immer. Oder eben doch nicht? Es ehrt Boldt, dass er vor der so wichtigen Rückrunde nicht für zusätzliche Unruhe sorgen will. Dass es zwischen ihm und Hoffmann knirschen soll, ist auf den Fluren der Büros in der Geschäftsstelle indes sehr wohl und schon länger Thema. Boldt soll sich mitunter ein schnelleres Handeln wünschen, Hoffmann pocht auf sein Mitspracherecht. Ob aus den Missstimmungen eine echte Krise wird, dürfte nicht unwesentlich vom Start des HSV nach der Winterpause abhängen. (Quelle: Mopo.de)

Er ist wieder da! Selbstoptimierer, Strippenzieher, Hütchenspieler, Trickser. Am Ende läuft es immer aufs Selbe raus, wenn man so blöd ist, sich auf Bernd Paul einzulassen. Dabei sollte man, wenn man sich denn noch für sowas interessiert, genau darauf achten, wer wie worüber berichtet und wer wen in welchem Maßen wie aussehen lässt. Hoffmann pflegt schon immer einen guten Draht zur BILD und wie von Zauberhand war es eben auch das billige Boulevard-Blatt, welches immer als erstes über interne Vorgänge zu berichten hat. Wer hat die Laptop-Geschichte? Jatta? Im Gegensatz dazu scheinen Boldt und Hecking mehr dem Abendblatt zugetan. Und warum berichtet die Mutter der Hofberichterstattungs-Medien, die sterbende Mopo, plötzlich und unerwartet über ein Zerwürfnis? Weil sie nichts bekommt!

Man muss nur bereit sein und genau hingucken wollen, dann sieht man genau, was gerade abläuft. Die Parteien positionieren sich für den Fall, dass es mal wieder in die Hose geht. Und einen „lobenswerten“ Nebeneffekt hat die Geschichte außerdem – der HSV bleibt im Gespräch. Dieser Verein braucht das Chaos, dieser Verein ist das Chaos. 

Wenn man schon keine Kohle und keine Ahnung hat, muss wenigstens dafür gesorgt werden, dass man über den Verein redet, denn wenn erst die Fanatiker weggeknackt sind, wird’s leer im Volkspark. Dann doch lieber weiterhin das Gespött der Nation als überhaupt nicht mehr in den Schlagzeilen. Nur keine PR ist schlechte PR. Also – ab dafür mit dem Vorhaben, den HSV zu einem normalen Verein zu machen und weiterhin Schlagzeilen produzieren. Kommt doch eh nicht mehr drauf an…

 

Von | 2020-01-27T06:48:33+01:00 26. Januar 2020|Allgemein|6 Kommentare

6 Comments

  1. Ben 26. Januar 2020 um 08:26 Uhr

    Moin zusammen,
    Guter Blog!
    Bei 20 jährigem Mexikaner bekomm ich eine andere tolle Idee. Vielleicht sollte der hsv die Geldwäsche für das sinaloa-kartell übernehmen ( Witz!). Das wäre doch eine angebrachte Partnerschaft!

  2. Gravesen 26. Januar 2020 um 09:54 Uhr

    OT: Auch das gehört zu diesem kranken Verein dazu. Im bezahlten und gekauften Opfer-Blog „Graupenperle/Mein Scheiß“ sind im Laufe der Zeit wirklich alle halbwegs kritischen Geister eliminiert worden, warum wohl? Jeder, der berichtigte Fragen bzgl. Finanzierung etc. dieses Blogs hatte, wurde entfernt. Im Gegenzug wurden tatsächlich die Dümmsten der Dummen zu sogenannten „Auserwählten“ ernannt, was für ein unfassbarer Schwachsinn, wenn man es mit angeblich erwachsenen Menschen zu tun hat. Dennoch gibt es immer mal wieder den einen oder anderen, der nicht ins gewünschte Jubel-Muster einfällt und dann beginnt immer der gleiche Prozess. Sobald extra dafür engagierte Arschgeigen wie „Raibi“ oder „Aleksandar“ bemerken, dass jemand ausschert, wird er auf Linie gebracht. Kritik wird im Keim erstickt, damit bloß nichts entsteht. Dabei arbeiten diese Vollpfosten mit nichts anderem als Gegenfragen, Phrasen wie „ich glaube“ oder „ich gehe davon aus“, aber die Penetranz macht es. Wenn man dann als jemand, der noch zu einem kritischen Gedanken in der Lage ist, diese Gedanken formuliert und unmittelbar mit einem Trommelfeuer von Blödsinn niedergebrüllt wird, lässt man es in Zukunft. Ziel erreicht, Jubel-Forum erhalten. Und dafür wird schließlich gut bezahlt.

  3. jusufi 26. Januar 2020 um 10:26 Uhr

    „Rache für Jatta“ lautet die Überschrift in der MoPo heute. Die haben doch den Arsch offen!

  4. Nichtkunde 26. Januar 2020 um 12:02 Uhr

    Der Sportvorstand will Spieler X, der geltungssüchtige und besserwisserische Vorstandsvorstitzende will trotz fehlender Fachkenntnis Kandidat Y, und am Ende kommt Z. Geschichte wiederholt sich.

  5. Demosthenes 26. Januar 2020 um 13:16 Uhr

    Hat ja schon letztes mal super geklappt, wenn Paulchen den Spodi gibt. Geschichte wiederholt sich, weil die Dummen nix draus lernen.

  6. Tobi 26. Januar 2020 um 20:26 Uhr

    Hecking sein Gerede heute ist ja der Wahnsinn. Der hat Angst u baut vor… so ein Schwachsinn… soll nicht soviel reden sondern sich ums Team kümmern
    Bin gespannt aufs Spiel Donnerstag:)

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