Immer diese „Unruhe im Verein“…

Es gibt wohl kaum einen Verein, in dem schwachsinnige und nicht haltbare Legenden so lange Konjunktur haben, wie beim HSV. Angefangen beim „Dukaten-Didi“, der als die Krönung der Sportchef-Schöpfung verkauft wurde und sich am Ende seiner Schaffenszeit 2009 als Minus-€11 Mio-Rohrkrepierer herausstellte. Bei einigen besonders Verstrahlten lebt dieser Schwachsinn immer noch. Dann gab es noch den berühmten „HSV-Juwelier“ Bernhard Peters, der selbst bekannt gab, dass man die Früchte seiner überragenden Arbeit nach spätestens 4 Jahren bewundern könne. Der Mann begann sein Zerstörungswerk am 01.08.2014, vier Jahre später stieg ein HSV-Team, überflutet von Peters-Juwelen, erstmals aus der Bundesliga ab. Die Spieler, die in der Zeit aus dem Otto-finanzierten Campus hervorgegangen sind, kann in Hamburg nicht mal mehr jemand namentlich nennen. Dann haben wir ja immer noch den „HSV-Sanierer“ Frank Wettstein, Deutschlands einziger Sanierer, der nicht saniert. 6 Jahre im Amt, 6 Jahre in Folge ein hohes Millionenminus erwirtschaftet. Wer in der freien Wirtschaft so saniert, der saniert zu Hause sein WC. 

Nimmt man allein diese Legenden, wird immer wieder deutlich, dass dieser Verein ein Verein der Falschmeldungen ist. Ein Fake-Verein, der viel labert und wenig tut. Ein Verein, in dem die Mitglieder und Fans vorwiegend damit beschäfigt sind, sich verarschen zu lassen. Die skurrilste Legende ist allerdings die, die sich am längsten hält, es ist die Legende von den fiesen Medien, die nichts lieber tun, als „Unruhe in den Verein“ zu bringen. Niemand konnte mir bisher erklären, wie das eigentlich gehen soll, aber egal. Auf jeden Fall kommt das Argument beissreflexartig auf den Tisch, sobald ein Artikel in einem der Hofberichterstattungsmedien erscheint, der dem gemeinen Hüpfer suspekt erscheint. Ist er normalerweise zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit, jedes noch so absurde Gerücht aus Abendblatt, „Blöd“ und Mopo zu glauben, sollte es in sein wirres Weltbild passen, so fährt er auf der Stelle die Krallen aus, sollte sich einer der Hofschranzen erdreisten, irgendetwas zu verfassen, was den überragenden Erfolg seines Herzensvereins gefährden könnte. Und überhaupt, diese fiesen Lügen wurden doch nur verfasst, um „Unruhe in den Verein“ zu bringen. Natürlich. 

HJo Wind Hannes Wolf hatte nicht die Punkte, sondern Titz. Die Entlassung die dem HSV einen Todesstoß versetzt hat ohne das jemand protestierte. Hecking hat eine nicht mehr so gute Mannschaft, aber er wird es packen. Ansonsten ziemlich bescheuerte Artikel der Unruhe erzeugen will.

Man muss sich das folgendermaßen vorstellen. Da sitzen die Jungs und Mädels so am Montag in der Redaktions-Konferenz und der Resortleiter fragt in die Runde: „Hat irgendjemand eine Idee, wie wir dem viel zu erfolgreichen HSV Unruhe in den Verein bringen können? Für die beste Idee gibts ein Stück Käsekuchen“. Und dann rauchen die Köpfe. Aber wie. Die wildesten Gerüchte werden erdacht und die gemeinsten Verschwörungstheorien erfunden. Kein Wunder, schließlich ist jeder unterbezahlte Volontär heiß auf den Käsekuchen. Allerdings gestaltet sich die Aufgabe schwieriger als gedacht, denn besonders der HSV ist seit vielen Jahren bekannt dafür, keine Munition für unfassbare Geschichten zu liefern. Viel zu erfolgreich und seriös wurden in den letzten 30 Jahren gearbeitet, also muss man sich etwas aus den Fingern saugen. 

Andreas Voigt Was für eine abwegige Frage. Was für ein absurder Bericht. Dient einzig dazu, Unruhe zu stiften beim HSV – als Konter wegen der Jatta-Geschichte. Die allein die Bild versandet hat. Sonst niemand. Und damit haben die nach wie vor ein Problem. Schade, dass Du Dich jetzt einspannen lässt für diese miese Retoure. Das kannst Du besser

Gesagt, getan. Es wird, aus Mangel an Material, einfach etwas erfunden, ist doch egal. Aber die Folgen sind fatal. Denn kaum, dass einer dieser spalterischen Artikel erschienen ist, bricht im Volkspark die blanke Panik aus. Aus jedem Winkel der Republik werden die Verantwortlichen zusammengerufen, ein Krisen-Meeting jagt das nächste. „Um Gottes Willen, was machen wir denn jetzt? Nicht, dass die Fans das alles noch glauben“. Natürlich hat die aufkommende Angst unmittelbare Auswirkungen auf das Trainer-Team und die Mannschaft. Nach jedem Artikel in der Hamburger Morgenpost, in dem die letzte Niederlage nicht als Bagatelle abgetan wird, kann man beim nächsten Training beobachten, wie die Beine schwerer und schwerer werden. Die einfachsten Flanken misslingen und jedesmal, wenn einer der halb verarmten Einkommens-Millionäre den Ball aus 4 Metern neben das Tor setzt, kann man hören, wie geflüstert wird. „Martin, nach diesem Artikel im Abendblatt kann ich kaum noch schlafen.“ „Ich weiß, Bobby, ich traue mich auch kaum noch, den Einwurf auszuführen“

Jochen Weigand Typisch Bild…..Unruhe stiften, in Frage stellen, blöd sein…..ganz ehrlich eine Journalie die nur Schaden will, die nur wartet das wir wieder scheitern, wie die Geier….darf man solchen auch einfach mal keine Fragen beantworten oder sie aus der Pressekonferenz bitten? Erst Jatta, jetzt das….nach dem Derby ist halt vor dem dummen Geschreibe der BILD Zeiung……

Kurze Zeit später, die nächste dramatische Szene und der nächste Beweis dafür, wie ein getürkter Artikel das Gefühlsleben eines Profis aus den Angeln heben kann. Flanke von links, halb-verunglückt vom Deutsch-Gambier Bakary Jattfeh in den Strafraum gehoben, wo sie vom Germanistik-Linguisten Ewerton (hat schon einige deutschsprachige Gedichtbände veröffentlicht) ins eigene Tor verlängert wird. Auf vorsichtige Nachfrage des Assistenz-Coaches Schweinsteiger, der an diesem schicksalsträchtigen Tag noch blasser als normalerweise wirkt, erklärt der Brasilianer, der nach 4 Jahren in Mitteleuropa besser Deutsch spricht als Helm-Peter: „Sorry, Trainer, der Artikel heute morgen hat mich total aus der Bahn geworfen. Meine eigenen Kindern zeigen mit dem Finger auf mich“. Es folgt leises Schluchzen 🙁 

Dieses sind nur die unmittelbaren Auswirkungen auf Funktions-Team 😀 und Mannschaft, aber es geht noch weiter. Ich selbst habe erlebt, dass nach einem Mopo-Artikel, bei dem über die sinkenden Zuschauerzahlen spekuliert wurde, im Restaurant „Die Raute“ die blanke Panik unter den Mitabeitern ausbrach. Die Pommes waren massiv versalzen und statt Alsterwasser bekam man Korn-Brause. Die Mitarbeiter hinter dem Tresen hatten verweinte Augen, Mandy konnte das Tablett kaum festhalten, es war zum Stein erweichen. 

Das ist hinterhältig, fies und gemein. Macht sich denn keiner dieser Schmierlappen Gedanken über den Gesundheitszustand und das Gewicht des Übungsleiters? Wenn morgen wieder etwas Schändliches in der BILD erscheint, muss Dieter eneut zu Chips, Trips und Hinkelsteinen greifen, vielleicht muss auch die gut gefüllte Schublade mit Weingummi, Schokolade und Kümmelkorn herhalten. Ehrlich, liebe Tschornalisten, seid friedlich und lasst den Mist. Kritische Betrachtung und entlarvende Wahrheit will doch eigentlich niemand lesen, also verzichtet. Schreibt doch lieber irgendwas über den Aufstieg, Dieters Köter oder den Angelausflug von Hrubesch und Hartwig in den 80er. Und wenn ihr wirklich nicht auf den Käsekuchen verzichten könnt, ruft doch bei BeePee Hopeman an, der springt unter Garantie gern ein. 

Tatsache ist: Der Einzige, der Unruhe in den Verein bringt, ist der Verein selbst. Durch unseriöse Arbeit, durch Intrigen, durch Lügenmärchen, durch miese Leistungen und Intransparenz. 

Nur der HVV

Das letzte Wort an diesem tristen Dienstag hat jedoch Dieter „Schnappi“ Hecking. 

Und: „Wenn wir es schaffen sollten, hätten wir etwas Außergewöhnliches geschafft. Es wäre für die 1. Liga gut, wenn der HSV wieder aufsteigen würde.“

Das stimmt. Dann hätte die Bundesrepublik Deutschland in diesen dunklen Tagen endlich wieder etwas zu lachen 😀 😀 

 

 

 

Von | 2020-02-26T08:05:09+01:00 25. Februar 2020|Allgemein|4 Kommentare

4 Comments

  1. Fohlenstall 25. Februar 2020 um 10:28 Uhr

    Hammer 🙂 !!

  2. Demosthenes 25. Februar 2020 um 10:42 Uhr

    Du machst Beisenherz Konkurrenz. Kompliment zu dem gelungenen Blog. Bakary Jattfeh, hahaha, oder war’s Bakery Daffya?

  3. Hansestädter 25. Februar 2020 um 16:30 Uhr

    Sehr gut geschrieben, ich habe auch gerade mal eine Patientin im MOPO Forum verarztet. Wie viel Hass und persönliche Angriffe man da erdulden muss, nur weil man nicht jeden Scheiss geil findet! Aber ich bleib tapfer, seriös und kritisch. 🙂

  4. Demosthenes 25. Februar 2020 um 17:46 Uhr

    Nicht nur in diesem Verein ist Unruhe. Woanders präsentiert sich grade einer der noch unter Kohl im Bundestag saß und seit mehr als 11 Jahren aus der Politik raus ist, als frisches Gesicht und großer Erneuerer. Momentan spielen sie alle verrückt… 🙂

    PS: Hat Hecking in Bezug auf Aufstieg oder Nichtaufstieg wirklich gesagt, „…wenn du die Ergebnisse nicht lieferst, wird meine Zukunft beim HSV auch begrenzt sein.“? Das wären ja ganz neue Töne.

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