Schlangengrube Volkspark

Hand aufs Herz, wie oft ist euch das in den letzten 15 Jahren passiert? Also, dass mal wieder irgendwas passiert ist und ihr zu euch selbst oder anderen gesagt habt: „Mal wieder typisch HSV, die lernen es nie“? 10 Mal? 50 Mal? Wenn mal wieder der Sprung auf irgendeinen Platz verpasst wurde, weil man leichtfertig gegen einen Gegner verloren hatte, der vorher gefühlte 383 Spiele nicht gesiegt hatte? Oder weil man wieder einmal den letzten auf dem Markt befindlichen Knorpelpatienten für Millionen erworben hatte, der sich kurz danach als Sportinvalide herausgestellt hatte? Oder weil wieder einmal etwas von irgendeinem Würdenträger durchgesteckt wurde, was überall hingehört, aber garantiert nicht an die Öffentlichkeit? Typisch HSV! Welcher Verein wäre wohl zu einem Fall Jatta in der Lage gewesen, wenn nicht der Hamburger Sport Verein? Welcher Verein ist in der Lage, einen vor Jahren vom Hof gejagten Vorstandsvorsitzenden ein zweites Mal ins höchste Amt zu berufen? Wie sagte genau dieser Würdenträger noch vor wenigen Stunden? 

„Wir machen mittlerweile einen deutlich größeren Bogen um die Peinlichkeitsfalle. Vor zwei oder drei Jahren wurde der Verein eigentlich immer nur im Kontext mit irgendwelchen Unfällen und Affären genannt. Heute stehen wir für innovativen Umgang mit Pyro-Technik und reden deutlich mehr über sportliche Themen. [Bernd Paul Hoffmann]

Nein, macht ihr nicht. Und werdet ihr vermutlich auch nie machen. Und warum? Weil euch allen, ohne Ausnahme, das Wohl dieses Vereins am Arsch vorbeigeht. Jeder, absolut jeder von euch, verfolgt seine eigene Agenda, es gibt keine Guten und keine Schlechten da draußen in St. Ellingen. Es gibt nur Profiteure und solche, die sogar zum profitieren zu blöd sind. Und genau das ist der Grund, weshalb dieser Verein endlich einmal absaufen muss und zwar richtig und mit allen Konsequenzen. Ich erinnere mich an eine Zeit vor fast exakt zwei Jahren, als ein ehemaligen Kicker des HSV, der in seiner aktiven Zeit mehr verletzt als gesund war, Ambitionen auf das Amt des e.V.-Präsidenten anmeldete. Was hatte der Mann vorzuweisen, außer einer Mitgliedschaft und einem Schwall an dummen, einstudierten Sprüchen? Nichts. Weniger als nichts. Promoted wurde „Bass“ Jansen dann von seinem Vorgänger im Amt und der hieß Bernd Hoffmann. Ohne dessen Unterstützung im Wahlkampf wäre der seichte Cello krachend gescheitert. Also folgte: 

Der frühere Fußball-Nationalspieler Marcell Jansen will auch in seiner neuen Funktion als Präsident des Hamburger SV e.V. eine gute Zusammenarbeit mit Bernd Hoffmann und Klaus-Michael Kühne pflegen. Zum Vorstandsvorsitzenden Hoffmann habe er «einen guten Draht» und der Austausch mit Investor Kühne sei «schon immer gut» gewesen

Klar ist der Draht zu Kühne gut, denn schon immer hatte der reiche Logistiker einen Hang zu Prominenten. War es mal das Ehepaar van der Vaart, war es mal der feiste Callmund und sein Kumpel Struth oder war es mal Jens Lehmann, den Kühne als Sportchef zum HSV wünschte. Jansen passt in diese Reihe wie Arsch auf Eimer und Kühne lässt sich nun mal leicht blenden. Die Verbindung zu Hoffmann hingegen war wohl von Anfang nur Mittel zum Zweck, aber als ich vor zwei Jahren geschrieben habe, dass Jansens Weg nicht im e.V. enden soll, wurde ich niedergemacht. Und was haben wir heute? 

Auch Vereinspräsident Marcel Jansen gilt laut „kicker“ als Kritiker von Hoffmann. Dem ehemaligen Nationalspieler wird immer wieder nachgesagt, er selbst wolle in die Rolle des Vorstandschefs treten.

Im Kontrollgremium habe Jansen „viel Gewicht“, heißt es in dem Bericht. Zwar lagen die Mehrheitsverhältnisse zuletzt noch auf Hoffmanns Seite, doch das könnte sich schon bald ändern.

Na so ein Zufall. Da riecht jemand die Gunst der Stunde, gell? Die Natter beißt in die Hand, die sie einst fütterte. Hoffmann hatte sich von einer Präsidentschaft Jansens wohl eine kräftige Unterstützung aus dem Verein und im Aufsichtsrat erhofft und muss nun miterleben, wie er sich verkalkuliert hat. Denn einen Fehler sollte man im Volkspark nie begehen: Man sollte nicht auf Solidarität und Loyalität setzen, dann ist man am Arsch. Hier kocht jeder sein eigenes Süppchen und am Ende ist es immer der Verein, der dabei über die Klinge springt. Wenn man liest und hört, dass wieder einmal nahezu jeder im Campus gesprochene Satz an die Presse durchgesteckt wurde, könnte man brechen. Was für ein Glück, dass nichts mehr „nach außen dringt“, oder?

Es ist immer die gleiche Nummer da draußen. Ab einem gewissen Zeitpunkt, kommt nicht mehr die Frage, wie es mit dem Verein vorwärts gehen sollte, denn dann beherrscht nur noch eine andere Frage die Beteiligten: Wer kann mit wem und wer kann mit wem nicht? Und wer bildet eine temporäre Allianz, um seine eigenen Ziele zu verwirklichen. 

Eigentlich müsste man hoffen, dass es Jansen gelingt, Hoffmann aus dem Amt zu drängen und selbst die Führung der AG zu übernehmen. Denn dann wird auch der Dümmste, der heute noch „Ehrenmann“ kräht, sehen, was für ein Blender der Sprücheklopfer ist und wie schnell sich ein Herr Kühne von ihm abwendet. Die Spiele mögen beginnen, denn in Zeiten von Corona kann sowas wirklich 

Nur der HSV 

Von | 2020-03-23T07:18:27+01:00 21. März 2020|Allgemein|5 Kommentare

5 Comments

  1. IVER BÖRNSEN 21. März 2020 um 08:04 Uhr

    Der letzte Satz drückt die komplette Misere perfekt aus!!!!
    So etwas kann wirklich nur der HSV…

  2. Freundchen 21. März 2020 um 09:23 Uhr

    Genau das, was jetzt wieder in diesem Verein zum wiederholten Male vorkommt, hat dazu geführt, dass ich mich schon vor Jahren von diesem Verein abgewendet habe. Ich kann nicht sagen, dass sowas nicht auch woanders – auch in unserem Unternehmen – vorkommt. So läuft halt die Politik in der Wirtschaft. So offensichtlich und dilettantisch gibts das aber eben doch nur beim HSV. Schade. Und danke Grave, für das Öffnen der Augen schon vor Jahren!

  3. Mosche 21. März 2020 um 09:43 Uhr

    Alleine schon der Punkt, dass die Herren sich in dieser Krise in einen Raum „verschließen“ spricht Bände…
    (Videochats sollen noch von der 25 Mann IT-Abteilung installiert werden)

  4. Ex-HSVer im Herzen 21. März 2020 um 13:38 Uhr

    „Innovativer Umgang mit Pyro“?? Hat man Hoffmann ins Gehirn geschissen? Das war nichts anderes als Kapitulation vor dem Mob! Was für eine Pfeife! Vielleicht schafft ein kleiner Virus das, was Lug und Betrug nicht schafften: Ciao HSV!

  5. VSabi 21. März 2020 um 14:08 Uhr

    Warum regen wir uns immer wieder über die Intrigen in diesem Sch….Verein auf. Bei der Wahl Jansen zum eV.-Präsidenten war schon klar, dass er Hoffmann in wenigen Jahren ablösen würde. Jansen ein durchschnittlicher Spieler, überrings einer der 25 schlechtesten Einkäufe von Bayern München, gab seine Karriere schon frühzeitig auf, warum ? Völler erkannte zu Recht “ der hat den Fussball nie geliebt “
    Nicht ganz Mittellos versuchte Herr Jansen mit mehr oder weniger Erfolg, es als Selbständiger Kaufmann zu versuchen. Sein Promi-Status sollte ihm helfen. Die Krönung war für ihn, eine leitende Position beim HSV über den Weg es e.v.Hamburg. Mittelfristig ein Ehrenamt, mit dem Ziel beim HSV an den grossen Fressnapf zu kommen. Was andere Dümmlinge wie Beiersdorfer oder Wettstein konnten/können sollte ihm auch gelingen. Die Nähe zum eigenen Fussballverein( Träumer) Kühne sind für ihn nur Mittel zum Zweck. Allerdings umgekehrt gilt das Gleiche. Kurzfristig wird sich das Personalkarusell beim HSV drehen und Jansen wird dank Kühne an die VV-Spitze gespühlt. Beachtet einmal im Dummblog den Ruf nach Kühne. Dieser Verein wird mit Kühne und Dank Kühne vor die Wand fahren. Leider werden wir uns noch einige grauen Haare einfangen bis diesem Verein die gerechte Strafe trifft.

Die Kommentarfunktion wurde geschlossen.

Unser Archiv