Black Lives Matter

Dies ist ein Fußball-Blog, das weiß ich. Dieser Blog beleuchtet und kommentiert seit nunmehr knapp 8 Jahren Themen rund um den deutschen und internationalen Fußball und um einen Verein aus Hamburg. Aber aus einem Blog, der sich vor vielen Jahren mit Aufstellungen, Taktiken und Transfers beschäfigte, ist ein Blog geworden, in dem es (auch) um andere Dinge geht, Dinge, die mich persönlich beschäftigen. Und tatsächlich möchte ich, bevor ich zum eigentlichen Thema des heutigen Blogs komme, darauf hinweisen, dass dies hier mein Wohnzimmer ist. Ich allein entscheide, worüber hier geschrieben und was in welcher Form thematisiert wird. Wenn ich morgen das Bedürfnis habe, über die Eheschließung meiner Großeltern zu schreiben und übermorgen über die Vereinigung der Kleingärtner in Hamburg Hinschenfelde, dann tue ich das. Es ist mir vollkommen egal, wer das dann liest oder wie viele Menschen es lesen, denn es ging mir in diesem Blog immer um das Schreiben und nie um das „Gelesen-werden“. In meinem Buch, welches nun in ca. 10 Tagen erscheinen wird, habe ich die Anfänge dieses Blogs dargestellt. Und ich habe erklärt, dass es für mich nie einen Unterschied machte, ob ich nun für 20 Leser schreibe oder für mehrere Tausend. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Black Lives Matter. Wohl jeder von euch weiß, was in den letzten Wochen in den unvereinigten Staaten von Amerika passiert ist. Ihr habt Amy Cooper gesehen, wie sie einem schwarzen Mann, der im Central Park Vögel beobachten wollte, damit drohte, die Polizei zu rufen. Weil sie es konnte. Ihr habt Ahmaud Arbery gesehen, der in Georgia joggen ging und von zwei weißen Ex-Polizisten auf offener Straße erschossen wurde. Weil sie meinten, sie kämen damit durch. Und ihr habt George Floyd gesehen, der in Minneapolis in Handschellen auf der Straße liegend von 4 Polizisten ermordet wurde. Die anderen Tausende von schwarzen und braunen Männern, Frauen und Kindern, denen das Gleiche passiert ist, habt ihr nicht gesehen, weil es nicht mit einer Handykamera gefilmt wurde. Doch obwohl weiße Polizisten und weiße Radikale wissen, dass es diese Kameras mittlerweile gibt, hören sie nicht auf. Weil sie denken und vielfach wissen, dass sie damit durchkommen. 

Thank you:SarahWillsphoto

Ich bin in meinem Leben insgesamt viermal in den USA gewesen und mir ist dieser Zeit offener Rassismus nicht aufgefallen. Heute frage ich mich, warum nicht. Weil ich mich nicht dafür interessierte? Weil ich ihn nicht sehen wollte? Weil ich mich im Urlaub befand und mich nicht mit lokalen Problemen beschäftigen wollte? Ich habe darauf keine Antwort, denn es gibt diesen Rassismus seit unendlich vielen Jahren. Niemals, zu keinem Zeitpunkt sollte sich irgendeiner von uns erdreisten und behaupten, den Schmerz dieser Community verstehen zu können. Das Bewusstsein, niemals die gleiche Chance zu haben wie ein weißer Mitbürger, nur weil die Haut eine andere Farbe hat. Bei jedem Gang auf die Straße, zum Einkaufen, in die Schule Angst haben zu müssen, dass man ohne Grund in ernste Gefahr geraten zu können, ohne irgendwas verbrochen zu haben. Einfach nur, weil man nicht als Weißer geboren wurde. Ein schwarzer oder brauner Mensch hat es sich nicht ausgesucht, braun oder schwarz zu sein und nur weil ich als Weißer geboren wurde, bin ich nicht besser oder schlechter. 

„Steck nicht die Hände in die Hosentaschen. Trag keine Kapuze. Geh nicht ohne T-Shirt raus. Melde dich bei uns, auch wenn du nur die Straße runter bist. Sei nicht zu spät draußen. Fass nichts an, was du nicht kaufen willst. Verlasse nie einen Laden ohne Tüte oder Bon, selbst wenn du nur eine Packung Kaugummis gekauft hast. Lass es nie so aussehen, als gebe es eine Auseinandersetzung zwischen dir und einer anderen Person. Verlasse nie ohne ID das Haus. Fahre nicht im Tanktop Auto. Fahre nicht mit einem Durag Auto. Trage diese Dinge nie in der Öffentlichkeit. Fahr nicht mit lauter Musik Auto. Starre niemals eine weiße Frau an. Wenn ein Polizist dich anhält und dir Fragen stellt, wehre dich nicht, kooperiere. Wenn du jemals von der Polizei aus dem Verkehr gezogen wirst, lege die Hände auf das Armaturenbrett und frage, ob du deinen Führerschein und die Papiere rausholen darfst.“ [skoodupcam]

Wir ihr wisst, lebt meine Tochter in Australien und ich habe mir neulich  zwei tolle Kinofilme als DVD/Blue Ray bestellt, es sind Reisefilme (https://comfilm.de/), die ich absolut empfehlen kann. In dem Film über Australien erzählt ein Aborigine über sein Land und seine Leute. Und er erzählt etwas, was mir Ignorant bis dahin nicht bekannt war. Die Ureinwohner Australiens (das bedeutet das Wort „Aborigine“) gelten in Australien erst seit 1967 als Menschen, zuvor wurden sie als Flora und Fauna eingestuft, also als Tiere oder Pflanzen. 1967 war ich drei Jahre alt, das bedeutet, dass zum Zeitpunkt meiner Geburt ein Volk welches seit knapp 40.000 auf diesem Kontinent lebt, als Tiere gesehen wurden und was Menschen mit Tieren machen (können), sollte allgemein bekannt sein. Viele Australier, viele Amerikaner und auch viele Menschen auf unserem Kontinent sehen das immer noch so. Sie fühlen sich erhaben gegenüber jemandem, der eine dunklere Hautfarbe hat und warum? Weil viele Angst haben. Angst, etwas zu verlieren. Ihre Privilegien, die ihnen überhaupt nicht zustehen, entzogen zu bekommen. Rassismus ist Angst, nichts anderes. 

In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal auf das Thema Jatta/Daffeh zurückkommen, weil mir von einigen dünn-angerührten Zeitgenossen im Verlauf der Berichterstattung Rassismus unterstellt wurde. Wie unendlich dumm muss man sein, wenn man auf solch einen Bullshit kommen will, aber ich weiß ja, dass es diesen Schwachköpfen um etwas anderes geht. Ich weiß auch, dass ich mich weder rechtfertigen noch erklären muss, aber ich möchte dennoch meine Sichtweise noch einmal darlegen. Im Fall Jatta/Deffeh ging und geht es zu absolut keinem Zeitpunkt um die Hautfarbe, die Herkunft oder den Glauben des Mannes, sondern es geht um die Wahrheit. Diese Wahrheit, also das Alter und der tatsächliche Namen des Spielers ist eine Wahrheit, die für alle gelten sollte und gelten muss. Für Leute aus Deutschland, aus Finnland, aus dem Sudan und aus Malaysia. Wenn man anfängt, Unterschiede in der Bedeutung von Wahrheit zu machen, fängt man an, Unterschiede in der Wertigkeit von Menschen zu machen. Und wohin führt dieser Weg? Direkt zum Rassismus. 

Die Menschen, die in den USA zur Zeit auf die Straße gehen, erklären, dass „Black Lives Matter“ nicht bedeuten soll, dass „Only Black Lives Matter“. Sondern, dass jedes Leben von Wichtigkeit ist. Schwarze und braune Menschen in aller Welt wollen nichts Besseres sein als weiße Menschen, sie wollen lediglich gleich behandelt werden und das ist ihr gutes Recht. Wir aber leben immer noch in einer Welt, in der Schwarze für uns kämpfen und sterben dürfen, in der sie für uns Titel und Medaillen holen dürfen, aber sie dürfen doch bitte nicht die gleichen Rechte für sich beantspruchen. Das muss ein Ende haben. Ich muss mich nicht dafür entschuldigen, weiß zu sein, ich muss nur jeden anderen so behandeln, als wäre er es auch. Ich bin der Meinung, dass jeder, der eine Stimme besitzt, sie erheben muss und dass jede Plattform, und sei sie auch nur so klein wie diese, ihren Beitrag leisten muss. 

https://www.fr.de/rhein-main/ofc-fanmagazin-gegen-rassismus-offenbacher-kickers-13549146.html

Von | 2020-06-08T07:26:13+02:00 6. Juni 2020|Allgemein|36 Kommentare

36 Comments

  1. AlJarreauEliah 6. Juni 2020 um 08:50 Uhr

    Danke!

  2. Marc 6. Juni 2020 um 09:06 Uhr

    Silence is betrayal! Danke für den Beitrag auf dieser Plattform. Wer schon mal im Stadion war, weiß wie viel Rassismus und Antisemitismus es da gibt. Es ist überall ein Problem, nicht nur in den USA. Also, Mund auf machen. Danke!

  3. Leo Kirch 6. Juni 2020 um 10:01 Uhr

    Ich habe in den Neunzigern in London gelebt und den dortigen Rassismus tagtäglich erlebt. Sei es Paki-Bashing oder Nigga-Trashing. Aber wir müssen mit unserem bigotten Zeigefinger nicht auf andere Länder zeigen. Eine AfD im Bundestag spricht für sich.
    P.S. Wir sind offensichtlich aus dem selben Jahrgang

  4. jusufi 6. Juni 2020 um 10:03 Uhr

    Danke! Toller Blog.

  5. Raschi 6. Juni 2020 um 10:22 Uhr

    Lives matter!

  6. Demosthenes 6. Juni 2020 um 11:38 Uhr

    Ich war 1986 das erste mal in den USA. Familienbesuch, damals noch in Utah/Nevada. Und vom ersten Besuch an ist mir dort Rassismus begegnet. Auf der Ranch damals fragte ich einen der angestellten Cowboys, warum ich in Utah und Nevada kaum Farbige sehen würde. Darauf antwortete mir dieser kernige, aber eigentlich sehr nette, ältere Herr wortwörtlich: „Die haben wir alle aufgehängt.“ Er meinte das halb im Spaß, aber lustig war das nicht. Damals sind wir durch Nevada, Utah, Arizona, New México und Kalifornien getourt. Dort habe ich gelernt, das es „Black Denny’s“ und „White Denny’s“ gibt. Für alle, die das nicht wissen, „Denny’s“ ist eine Restaurantkette mit Schwerpunkt Frühstück. In dem einen essen nur die Afroamerikaner, im anderen die Weissen. Wir sind aus Versehen in ein „Black Denny’s“ gelaufen, und die Blicke, die uns die Gäste zuwarfen, waren zwischen völlig verblüfft und hasserfüllt. Bis wir auf Deutsch „Guten Morgen“ sagten. Dann war plötzlich alles OK, alle waren freundlich und wir haben dort gut eine gute Zeit gehabt. Dieses Phänomen ist uns oft begegnet: in Shops, Mails, Restaurants,… bis mir jemand erklärte: Die Afroamerikaner haben kein Problem mit Weißen, sie haben ein Problem mit ihren weißen amerikanischen Mitbürgern. Als Deutsche waren wir raus aus der Rassistennummer. Das fand ich damals schon seltsam, wenn man bedenkt, wie die Realität in Deutschland aussieht. Aber das zeigt auch, wie heftig und systematisch der Rassismus in den USA ist.

    Ich war seitdem viele Male in den USA, beruflich wie familiär bedingt. Und ich finde das Land großartig. Die vielen unterschiedlichen Landschaften, die National Parks mit ihren Tieren, riesigen Redwood-Bäumen und vielem mehr, die Kultur der Freiheit, die Mobilität, aber auch die Städte wie New York, San Francisco, Las Vegas, Boston, Miami, New Orleans und und und.

    Was mir in den USA absolut nicht gefällt ist die Ungleichheit der Gesellschaft, die extreme Armut, das miese Bildungswesen und der überall doch sehr auffällige Polizeistaat. Schon bei der Einreise werden Daten gesammelt, Fingerabdrücke genommen und die Netzhaut fotografiert. Und der überall mehr oder weniger latent vorhandene Rassismus, den ich bei vielen Gelegenheiten und ganz besonders unverhohlen in den Südstaaten erlebt habe und erlebe. Florida, Louisiana, Georgia, Alabama und die Carolinas, da ist fast schon wieder Rassentrennung.

    Die Familie lebt nun seit vielen Jahren in Florida. Der dort gelebte Rassismus geht tief.

    So erlaubt es das unselige „Stand-Your-Ground-Law“ einer Person, im Extremfall tödliche Gewalt anzuwenden, um sich gegen einen Angriff zu wehren. 2012 starb der 17jährige Trayvon Martin, erschossen vom „Nachbarschaftswächter“ George Zimmermann, der sich auf Notwehr berief und prompt freigesprochen wurde. Und auch die Mörder von Ahmaud Arbery werden sich auf das „Stand-Your-Ground-Law“ berufen. Dieses Gesetz, auch Castle Doctrine genannt, wurde 2005 als erstes in Florida in Kraft gesetzt. Mittlerweile gilt es in über 30 Bundesstaaten. Verfasst wurde es mit Hilfe einer NRA-Lobbyistin und ehemaligen NRA-Präsidentin. In den Staaten, die die Castle Doctrine einführten, gibt es laut Untersuchung des National Bureau of Economic Research jährlich zusätzliche 500 bis 700 Tote zu beklagen, die meisten davon haben eine dunkle Hautfarbe.

    Ein anderes Beispiel für den Alltags-Rassismus ist viel banaler. In den besseren Wohngegenden in Floridas Norden, fürchten die meist älteren, weißen Eigenheimbesitzer nichts mehr, als das eine schwarze Familie in der Nachbarschaft einzieht, weil dann die Immobilienpreise fallen. Also tut man alles, um das zu verhindern, mit Siedlungsregeln bis hin zu Abstimmungen, ob jemand ein Haus in einer bestimmten Gegend überhaupt kaufen darf. Oder man wohnt gleich in einer „Gated Community“, da ist ganz einfach, unter sich zu bleiben.

    Ich könnte noch viel mehr erzählen, aber jetzt reicht es erstmal. Was man gegen Rassismus tun kann? Viel, jeder für sich und Viele für Alle.

    Was man gegen den Rassismus in den USA tun kann? Da kenne ich leider keine Lösung. Aufmerksamkeit schaffen, Empörung zeigen und Proteste veranstalten ist gut, aber das hat man auch gemacht mit den Watts Riots 1965, nach der Ermordung von Martin Luther King ’68, in den Miami Riots 1980 nach dem Freispruch der Polizisten, die Arthur McDuffie erschlagen haben, ’92 nach den brutalen Schlägen und Tritten gegen Rodney King in L.A., 2014 in Ferguson und mehr.

    Und, was hat es geholfen? Nichts. Und fast immer war der Auslöser für die Unruhen ein Freispruch einer zumeist weißen Jury für zumeist weiße Polizisten, die einen Schwarzen erschossen, erschlagen oder misshandelt haben. Wer da behauptet, rassistisch motivierte Polizeigewalt in den USA sei nicht systemisch, ist entweder blind oder selbst ein Rassist. Unter unter einem Präsidenten Trump wird sich das nicht ändern, eher im Gegenteil.

    Sorry, leider kein versöhnliches Schlusswort.

    • Micha 6. Juni 2020 um 18:16 Uhr

      Danke für den interessanten und anschaulichen Erfahrungsbericht!

      • Demosthenes 7. Juni 2020 um 00:34 Uhr

        Danke für den netten Kommentar, ich habe lange überlegt, ob ich das posten soll.

  7. Matthias 6. Juni 2020 um 11:52 Uhr

    Moin, erstmal danke für diesen politischen Blog. Rassismus ist leider so ein schwieriges Thema. Vorab, ich bin „Biodeutscher“, blond blauäugig über 185cm groß, in Schleswig-Holstein geboren und aufgewachsen und lebe hier immer noch.
    Ich habe Deutschunterricht für geflüchtete gegeben und Golfturniere zu Gunsten der Geflüchteten veranstaltet. Was soll ich sagen? Ich wurde von Leuten dumm angemacht, deren IQ kurz unter Feldweg Niveau liegt und die ihr eigenes kleines bescheidenes Leben gefährdet sahen. Wir haben Menschen, die aus Kriegsgebieten geflüchtet sind ein Obdach gegeben. Hatte das Auswirkungen auf unser Sozialsystem, auf unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaftskraft? Nein! Es hat nur leider der falschen Partei Auftrieb gegeben. Häufig schäme ich mich, wenn ich Auftritte der AFD sehe. Nicht wegen der bekloppten die in der Partei sind, sondern wegen ihrer Wähler, die auch aus der Mitte der Gesellschaft kommen. Ich könnte mich noch so sehr echauffieren, das würde den Kommentarbereich sprengen. Vielleicht schreibe ich einen Blogbeitrag, den Gravesen eventuell veröffentlicht, aber Achtung, der würde etwas länger. 😉

    • Saschas Alte Liebe 6. Juni 2020 um 15:55 Uhr

      Also, ich würde ihn lesen. 😉

      • Gravesen 6. Juni 2020 um 15:57 Uhr

        Ich auch

  8. Dopeman 6. Juni 2020 um 13:05 Uhr

    Wieder mal ein Super Blog. Dankeschön fürs teilen 👍

  9. Ex-HSVer im Herzen 6. Juni 2020 um 13:26 Uhr

    Period!

    Also wer heutzutage noch Rassist ist, ist Abschaum. Für mich gibt es gute und schlechte Menschen. Ob die guten Menschen schwarz, weiß, grün, lila, braun sind ist mir doch vollkommen Latte. ich hoffe, dass Coronavirus mutiert und befällt nur noch alle Menschen, die Rassisten sind und März ist diese dann aus. Dann beträgt die WeltBevölkerung wahrscheinlich nur noch 5 Milliarden aber endlich ist Ruhe im Karton

    • Gravesen 6. Juni 2020 um 13:29 Uhr

      Wollen wir hoffen dass die nicht alle aus Ge-Oktobert werden 😉

      • Ex-HSVer im Herzen 6. Juni 2020 um 18:37 Uhr

        Haha! Siri hat Corona. 😬

  10. VSabi 6. Juni 2020 um 14:55 Uhr

    Habe mir lange überlegt, zu dem Thema Rassismus Stellung zu nehmen. Ich habe eine Türkische Schwiegertochter und werde oft zu türkischen Festen eingeladen, natürlich nicht jetzt in der Coronazeit ! Ich bin dort gern gesehener Gast und diskutiere mit den Türken über alle Themen, selbst über Politik ohne auf Erdogan loszuschlagen. Bei Fussball fehlt manchesmal ein wenig Toleranz. Als Kind durfte ich in Hessen die stationierten amerikanischen Soldaten erleben und ihren Umgang mit Schwarzen. Ich konnte keine Ablehnung oder Diskriminierung unter den Soldaten erkennen. Bei häufigen Reisen in die USA schien mir das Verhältnis unter der Bevölkerung als normal.
    Jetzt kommt das Thema wovon ich ein wenig Bammel habe und vielleicht als Rassist eingestuft werde.
    Mir fällt auf, wenn es um Disziplin geht, dass fabige Spieler öfters über die Stränge schlagen, jüngstes Beispiel Jadon Sancho bei Heim-Friseur, Salomon Kalou oder Vertragsbrüche bei Pierre- Em- Aubamey… und Ousmane Dembele‘ um nur einige zu nennen. Vielleicht nur ein Phänomen im Profifussball oder an der Überbezahlung der Gehälter für manchem ehemaligen Strassenfussballer. Vielleicht sehe ich das zu Einseitig, dann Sorry.

    • Saschas Alte Liebe 6. Juni 2020 um 15:54 Uhr

      Mir fällt auf, dass das „Über die Stränge schlagen“ Farbiger sehr viel mehr Aufmerksamkeit erfährt, wie es z.B. auch betreffend sexueller Übergriffe von „Ausländern“/Migranten der Fall ist, uvm.
      Wir wachsen fast alle mit Vorurteilen und Abwertungsautomatismen auf, die wir im Unbewussten stets mit uns tragen, bis wir uns dessen bewusst werden.
      Die übergriffigen „Onkel“ und Opis und Papas Freunde sehen wir nicht, weil wir sie nicht beachten.
      Wenn ich einen dunklen bärtigen, „arabisch“ wirkenden Typen um mein Auto ’schleichen‘ sehe, reagiere ich anders als bei einem Blonden Rasierten. Automatisch unbewusst ungewollt. Prägung sitzt tief! Subtiler Rassismus auch.

    • Saschas Alte Liebe 6. Juni 2020 um 15:59 Uhr

      Garnicht mal so selten glaubte ich schon von der „Vereinigung der Kleingärtner in Hamburg Hinschenfelde“ zu hören oder zu lesen, wenn es eigentlich um den HSV ging, 😉

    • Ex-HSVer im Herzen 6. Juni 2020 um 18:45 Uhr

      Das hat nix mit Rassismus zu tun, sondern ist Fakt. Der Grund liegt aber wiederum im Rassismus, den sie wahrscheinlich in ihrer Kindheit erleben mussten. Jetzt wollen sie es dieses Menschen zeigen, das sie es „geschafft haben“ oder dass sie es sich erlauben können aufgrund ihres Status/Reichtums gegen Regeln zu verstoßen. Durch Social Media haben sie ein Sprachrohr dafür. Das ist vielmals ein normales Muster bei Spielern, die „von unten“ kommen. Siehe Ribéry & Co.

  11. HSVKritiker 6. Juni 2020 um 17:45 Uhr

    Im Jahre 2017 wurde in der gleichen Stadt, nämlich Minneapolis, die völlig unbescholtene und unbewaffnete Justine Damond von einem Polizisten (Mohamed Noor) grundlos erschossen.

    Polizeigewalt und hartes Vorgehen besitzt in den USA traurige Tradition. Allerdings würde ich nicht jeden US-Polizisten als Brutalo einordnen, die meisten handeln völlig korrekt. Der Polizeigriff, der im Fall Floyd angewendet wurde, ist der übliche Standardgriff, dies wird auch in den US-Medien bestätigt. Richtigerweise wollen nun einige Bundesstaaten diesbezüglich Reformen durchführen. Ich war schon mehrfach in New York und irgendwie hoffte ich immer, dass mich Cops nicht irgendwie in die Mangel nehmen bzw. ich nicht versehentlich in etwas verwickelt werde. Europäische und vor allem deutsche Gefängnisse sind im Vergleich zu US-Gefängnissen reinste Erholungszentren. Und Justiz-Irrtümer sind in den USA ebenfalls keine Seltenheit.

    Allerdings halte ich die nun durchgeführte Randale, Plünderungen u. Brutalo-Übergriffe auf Polizei etc. für extrem falsch und strafbar. Wer das nicht erkennt, der hat wie im Fall Jatta/Daffeh nichts begriffen. Straftat bleibt Straftat! Man tut der zu 99% friedlichen Black-Community, die für ihre Belange friedlich auf die Straße geht, keinen gefallen. Vor allem dann, wenn es sich um eine politische Organisation (die wir hier auch kennen) handelt, die mit der Black-Community so gar nichts am Hut hat. Und ich nehme den meisten Menschen, die dort zündeln und Läden plündern, nicht einmal im Ansatz ab, dass es ihnen um dieses (Floyd) oder andere Opfer geht.

    Und noch heftiger finde ich, dass ein Münchhausen in seinem Block seit einiger Zeit auf Antifa macht. Was ich in diesem Blog vor ca. 2 Jahren schon an rassistischen und vor allem faschistoiden Sprüchen gelesen habe, war nicht mehr grenzwertig, sondern abartig. Damals hätte dieser Blog-Betreiber einschreiten müssen, was ich obskur fand. Und ich betone, ich gehöre nicht zu den Leuten, die überall Rassismus wittern!

  12. Ben 6. Juni 2020 um 22:09 Uhr

    Geiler blog!
    Habe aufgrund eines solchen Ereignisses meine Antipathie gegen den hsv entwickelt. Ende der 80er mit meinem Vater der Marokkaner ist, beim HSV gegen Düsseldorf. Er wurde bespuckt, obwohl er auch einen hsv Schal hatte. Als 6 jähriger war ich so schockiert, dass ich diesen Verein niemals mehr mögen werde.
    Aber auch ich als hier geborener mit dunklen lockigen Haare bekomme häufiger eine Art subtilen Rassismus zu spüren.
    Ist natürlich nichts extremes, aber schwingt gerne mal im subtext mit.
    Aber ich sehe mich primär als Hamburger, als als deutscher! Scheiß auf Nationalitäten!
    Als richtiger Hamburger ist man weltbürger!

  13. Webster 6. Juni 2020 um 22:56 Uhr

    N‘Abend zusammen!

    Vorweg, ich lese diesen Blog schon sehr lange, bin ein sehr kritischer Begleiter meines Vereins und fühle mich hier dementsprechend gut aufgehoben.

    Aber passend zum heutigen Thema, ein kleiner Denkanstoß… In diesem Blog wurde heute und auch gestern der Begriff „Farbiger“ gewählt.

    Auszug Wikipedia:

    Unter Farbigen versteht man nicht-hellhäutige Menschen. Der Begriff entstammt historischen Rassentheorien und rassistischen Ansichten (!!) und wird heute als problematisch gesehen. Besondere Bedeutung hatte und hat er in allen Systemen der Rassentrennung. Als Selbstbezeichnung war er nie verbreitet.

    Habe zudem noch einen tollen Kommentar von Karina Fuchs dazu gefunden. Auch sie erklärt ganz klar:

    Der Begriff „Schwarz“ ist okay – im Gegensatz zu Maximalpigmentierter oder Farbiger. Meine Hautfarbe ist nicht „farbig“. Sie ist nicht gelb, grün oder rot und auch nicht maximalpigmentiert.
    Zudem ist Farbige/farbig ein kolonialistischer Begriff und negativ konnotiert.

    ( https://www.rtl.de/cms/afrodeutsche-farbige-schwarze-oder-poc-welche-bezeichnungen-sind-okay-4432104.html?outputType=amp )

    Also, der Titel vom gestrigen Blog-Beitrag „Dreimal Kopfschütteln“ passte sehr gut, weil ich auch kopfschüttelnd davor saß, da im letzten Blogabschnitt zu folgendem aufgefordert wurde:

    Auszug vom o.a. Blog (05.06.2020, „Dreimal Kopfschütteln“)…

    Etwas anderes: Ich weiß nicht, ob wir einen farbigen Leser unter uns haben, aber sollte es so sein, würde ich mich freuen, wenn er uns seine Emotionen „nach George Floyd“ mitteilen würde. (Gastblog) Soll nur ein Angebot sein, sonst nichts.

    Bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob ich nach dieser Anmerkung / „Kritik“ vom Blog-Betreiber jetzt beschimpft werde, aber das wollte ich mal loswerden.
    Es scheint irgendwie keinem aufgefallen zu sein, aber mich stört es wenn man über Rassismus spricht/schreibt… den, die richtige Wortwahl gehört definitiv auch dazu, oder sehe ich das falsch?

    • Pascal Jarosch 7. Juni 2020 um 07:53 Uhr

      Das siehst du vollkommen richtig. Allerdings ist das aus meiner persönlichen Sicht eher das Problem, dass man korrekt sein will und sich in dieser Bemühung verzettelt und damit doch die falsche Wortwahl verwendet.

    • Ex-HSVer im Herzen 7. Juni 2020 um 13:24 Uhr

      Najaaaaa, wollen wir mal ehrlich sein: So präzise macht sich doch keiner Gedanken und man benutzt den Begriff analog. Ich benutze zum Beispiel „Afro-Amerikaner“. Was zählt ist die Gesinnung und keine exakten Temini

    • Sascha Alte Liebe 7. Juni 2020 um 16:39 Uhr

      Korrekt. Das etwa meinte ich mit den oft unbewussten chauvinistischen und abwertenden gelernten/geprägten Automatismen und oft auch aus Unwissenheit oder Desinteresse rührenden Formulierungen.
      Sprache ist Ausdruck des Geistes.
      Wir haben sicher alle an die nase zu fassen und zu lernen.
      Gleichwohl ist es dennoch sehr wichtig, sich zu erheben und zu bekennen, wie es hier geschieht. Auch wenn wir selbst nicht perfekt sein mögen!

  14. Andreas 7. Juni 2020 um 03:55 Uhr

    Sehr schöner Satz als richtiger Hamburger ist man Weltbürger

    Ich war das 1. Mal in den Siebzigern in den USA
    Ich hatte dort Freunde, er ein sehr netter Amerikaner, im Vietnam Krieg gewesen und in Arizona lebend.
    Ein Mensch mit einer offenen und liberalen Einstellung.
    Eines Tages fuhren wir im Auto und kamen auf Schwarze zu sprechen und er meinte würde jetzt ein Schwarzer über die Straße gehen, er würde ihn überfahren.
    Ich konnte gar nicht glauben was er sagte, aber in seiner Erziehung waren Menschen dieser Hautfarbe keine Menschen.
    Unglaublich
    Zu dieser Zeit habe ich häufiger die Städte wie LA oder Phoenix besucht, das Land hat mich fasziniert mit seinen vielen Facetten.

    Vor 4 Jahren habe ich dann eine Reise von San Francisco über LA nach San Diego gemacht.
    Ich war erschüttert wie viele Obdachlose es inzwischen gibt.
    Sehr viele Schwarze und unglaublich kaputte Menschen.
    In San Francisco war es besonders schlimm, ich bin in Stadtteile gekommen, wo ich nur noch ein Ziel hatte…. schnell wieder weg.
    Wer das einmal gesehen hat, hat ein anderes Verständnis von dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
    Wenn ich dann in der heutigen Zeit sehe was geschieht, besonders in der rechten Ecke und in den leeren Gehirnen diverser Dumpfbacken wird mir Angst und Bange.

    Wo bleiben sie, wenn sie all Ihre Wut nicht mehr im Stadion herausschreien können?
    Und wenn wir mal die Probleme mit dem HSV und dem gesamten Profisport, oder besser Wirtschaftsunternehmen Sport betrachten, ist das eigentlich belanglos im Verhältnis zu der Ungerechtigkeit auf dieser fucking Welt.
    Sorry etwas düster geworden.
    Lg
    Andreas

  15. Gravesen 7. Juni 2020 um 08:26 Uhr

    Anderes Thema mal zwischendurch. Unserer insolvente Lügenbaron Münchhausen:
    .

    MARCUS SCHOLZ · ADMIN · 12 STD.
    Hey Scorpion!
    Dein Post strotzt vor Pauschalierungen und Klischees. „Medienstadt“? Weil hier drei Tageszeitungen, zwei Wochenmagazine, der NDR und ein HSV-Blog unterwegs sind? Hmmm….

    .
    Er meint also, sein bezahltes Propaganda-Machwerk, welches ihn nun in die Insolvenz geschoben hat, ist der einzige HSV-Blog 😀 😀 😀
    Vielleicht sollte er einfach mal versuchen, ein Buch zu schreiben, der Spendenbescheißer

    • Gravesen 7. Juni 2020 um 08:31 Uhr

      Ich nehme mal an, er meint mit dem einzigen HSV Blog „HSV-Arena“. Die Graupenperle kann man wohl kaum als Blog bezeichnen, vielmehr als verlängerter PR-Arm der HSV-Medienabteilung. Danke, Münchhausen 😀

    • Sascha Alte Liebe 7. Juni 2020 um 16:49 Uhr

      Das ist schon passend zum HSV; ähnlich unfähig bemüht, ungeschickt blamabel bis dämlich und völlig selbstüberschätzend. Oberflaches Fanboyblögchen, noch viel unbedeutender als dieser sich abwrackende Altverein.

    • atari 7. Juni 2020 um 16:50 Uhr

      meint er Pauschalisierungen oder geht es um seine Lohnsteuererklärung?

      • Sascha Alte Liebe 7. Juni 2020 um 17:20 Uhr

        Nee nee, das ist Schollesprech und übliches Gestammel ohne Sinn und Orthografie.
        Solch ein wichtiger Investigiv Schollanist macht doch seine Steuer nicht selbst …

  16. Allan Clarke 7. Juni 2020 um 17:17 Uhr