Netter Versuch

Vor wenigen Tage passiert in Hamburg etwas, womit man im Grunde seit Jahren rechnen musste, was man aber noch meinte, irgendwie verhindern zu können: Sowohl Trikot- und Hauptsponsor Fly Emirates wie auch der Sponsor des Stadionnamens, Klaus-Michael Kühne, sprangen zeitgleich ab bzw. machten von bestehenden Ausstiegsklauseln gebrauch. Nun ist es ja hinlänglich bekannt, dass man es im Volkspark mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, besonders dann, wenn es um die wirtschaftliche Situation des Vereins geht. Und so erschien unmittelbar nach Bekanntwerden dieser Hiobsbotschaften ein sogenanntes Interview mit einem Herrn Schiphorst, welcher als irgendein Vice President bei Sport Five (vorher Lagardere, davor SportFive) firmiert. Dieser Schiphorst verkündete in diesem „Interview“, dass durch die Abgänge der Scheichs und Kühne überhaupt keine Panik aufkommen müsste, denn die Strahlkraft des Ex-Dinos sei ungebrochen und eigentlich würden dem Vermarkter potentielle Sponsoren die Türen einrennen. Also – don’t panic, der KSV wird als großer Sieger aus dieser Situation hervorgehen. Wie immer 😀 

Gestern nun wurde mir von einem aufmerksamen Leser (herzlichen Dank, J.) ein Link zugespielt und hier kann man wunderbar nachlesen, mit welchen Argumenten der Vermarkter neue und mögliche Sponsoren an Land ziehen möchte. Ich selbst arbeite seit nunmehr fast 30 Jahren in genau dieser Sparte und vor dem Hintergrund, dass ich selbst unzählige Male solche Daten zusammengefasst und in verkäuferische Sätze gebaut habe, habe ich mir die „Argumente“ einmal genauer angeguckt. 

Headline:

Die Trikot-Brust des HSV: Ein Premium-Platz für Brands!

Klingt erstmal nett, ist aber leider nicht mehr wahr. Oder anders ausgedrückt – es kommt drauf an, wie man „Premium“ definiert. Ist für einen eventuellen Sponsor „Premium“ gleichbedeutend mit Folter-Performance, Skandalen in Serie, Misswirtschaft, negativen Dauer-Schlagzeilen und beständigem Abstieg in allen Teilbereichen, dann ist der KSV tatsächlich „Premium“. Möchte ich mich als Sponsor an einen Werbeträger mit einem „sauberen“ Image binden, dann bin ich im Volkspark denkbar falsch. 

Erklärende Einleitung:

Keine Frage, der verpasste Aufstieg des Hamburger SV in die Bundesliga bedeutet eine Zäsur für den Verein und die damit verbundenen Aspirationen in wirtschaftlicher und sportlicher Hinsicht. Aber: Solche strukturellen Veränderungen und Einschnitte kreieren häufig ein neues Momentum. Neue Ziele, neue Strategien, neue Ausrichtungen werden festgelegt. Vergangene Elemente werden hinterfragt und adaptiert. Der Blick geht in die positive Zukunft, mit einer klaren Richtung und Kombination aus passenden Mitteln und Personen

Niedlich gemacht, aber durchschaubar ohne Ende, wenn man sich tatsächlich mit dem Verein und seinen Hintergründen beschäftigt. Denn was hier nach Aufbruch, Erneuerung und Wiederauferstehung klingen soll, ist in der Realität der verzweifelte Versuch zu überleben. Das kann man natürlich weder sagen noch verkaufen, aber es stimmt leider. Der KSV ist nämlich keinesfalls auf dem Weg in eine strahlende Zukunft, weil man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat, sondern ihm steht nach den zahlreichen Abgängen langjähriger Partner das Wasser bis zum Hals. Und die hier als göttliche Innovation gepriesenen „neue Ziele und neue Strategien“ sind nichts anderes als wirtschaftliche Notwendigkeiten, die dem Klub durch die eigene Mißwirtschaft der letzten Jahre/Jahrzehnte aufgezwungen werden. 

Dreiste Behauptung:

Genau in dieser Phase befindet sich der Hamburger Sportverein, einer der bekanntesten und immer noch beliebtesten Fußballvereine in der Bundesrepublik

Einer der bekanntesten, mag sein. Einer der beliebtestens ist eine glatte Lüge. Denn kaum einem andern Klub schlägt mittlerweile so viel Abscheu und Genugtuung aufgrund des sportlichen Niedergangs entgegen wie dem KSV. Durchforstet man das Internet, findet man über keinen anderen Verein (Ausnahme vielleicht Schalke) soviele gehässige Jokes, Memes und Videos, die den Kub auf die Schippe nehmen und ihn lächerlich machen. Ne Freunde der Sonne, beliebt ist dieser Verein garantiert nicht (mehr). Höchstens dann, wenn man sich auch seine Kosten lustig machen möchte. 

Motivation

In der Folge wird erläutert, wieso genau JETZT der richtige Zeitpunkt ist, um ein – womöglich sogar langfristiges – HSV-Engagement zu realisieren und damit Teil des neuen Aufbruchs und von etwas Besonderem zu werden.

Um Teil eines Aufbruchs welcher Art auch immer werden zu können, müsste es diesen Aufbruch überhaupt geben. Aber es gibt ihn nicht, egal, wie oft der Vermarkter das auch behaupten möchte. Es gibt einen Sparzwang, den Verkauf von Leistungsträgern und Entlassungen auf der Geschäftsstelle, aber garantiert keinen Aufbruch. Als Sponsor dieses Verein sollte es eher eine Abwrackprämie geben als irgendetwas anderes. 

Verdrehung der Tatsachen

Über den HSV wird auch außerhalb der Spielberichterstattung berichtet, er bietet Gesprächsstoff auch über das sportliche Geschehen hinaus, er ist der sprichwörtliche „talk of the town“, was wiederum hervorragende Möglichkeiten für Partner-Brands im Hinblick auf authentisches Content Marketing bietet.

Durch die Beliebtheit und das hohe Interesse der Bevölkerung sowohl lokal als auch international ist der Hamburger SV eines der relevantesten Themen im gesamten Jahresverlauf.

Gesprächsstoff bietet der KSV tatsächlich, allerdings zu 90% im negative Sinne. Also exakt das, was ein Sponsor, der seinen Namen oder sein Produkt in einem positiven Umfeld platziert wissen möchte, nicht gebrauchen kann. Und wenn man schon von „authentischem Content“ sprechen möchte, sollte man freundlicherweise darauf hinweisen, dass auch der eventuelle Sponsor im exakt gleichen negativen Kontext wahrgenommen werden würde wie ein Verein inmitten der Abwärtsspirale. 

Klassisches Eigentor

Fußball im Allgemeinen und insbesondere der Hamburger SV gehen traditionell Hand-in-Hand mit einer intensiven Emotionalität. Diese Emotion überträgt sich erwiesenermaßen auf die werbenden Marken im Umfeld eines Vereins und sorgt für eine Verankerung der Marken im Bewusstsein der Fans:

Kaum eine Emotion ist in den letzten 15 Jahren mehr und nachhaltiger mit dem KSV verbunden als das Gefühl der Enttäuschung, gefolgt von Demütigung und Verzweiflung. Wer tatsächlich seine Marken mit diesen Emotionen verankert wissen möchte, ist im Volkspark genau richtig. Unglücklicherweise ist kein Werbungstreibender, den ich kenne, auf Verankerungen mit derartigen Emotionen scharf. 

Aufgehübschte Zahlen

insgesamt nahezu 2 Mio. interessierte Follower erreicht der Verein auf seinen HSV-Kanälen auf Twitter, Instagram, YouTube, TikTok und Facebook – so viel wie bei keinem anderen Vereine der 2. Liga!

Davon, dass sich die User von Facebook, Twitter, Instagram und Co. gegenseitig überschneiden, ist hier leider keine Rede. Ich selbst folge dem KSV sowohl auf Facebook wie auch auf Instragram, zähle also nach Zählweise der Agentur zweimal. Nett versucht, kläglich gescheitert. Und im Marketing gilt: Wer mit falschen Daten arbeitet, ist raus. 

Nächste Behauptung, die nicht stimmt.

Der HSV ist ein Verein mit Gesicht und einer klaren, kommunikativen Message

Schade, aber genau das ist es, was der KSV eben nicht hat. Eine klare, kommunikative Message. Daran ändern auch der „Hamburger Weg“ oder irgendwelche anderen möchtegern-moderne Parolen nichts, der KSV steht für äußerst chaotische Kommunikation ohne jegliche Message. Als interessierter Werbekunde würde ich als Erstes fragen: Um welche Message soll es sich denn handeln? Wie ich ständiges Versagen erkläre?

Peinlich.

Zusammenfassend muss man festhalten: Der HSV hat in den vergangenen Jahren in allen wirtschaftlichen Bereichen eine stabile und vielversprechende Basis geschaffen. Das offene Hauptsponsorship bietet somit ein wertvolles „Schaufenster“ für interessierte Brands und wenn zudem der sportliche Erfolg zu den Rothosen zurückkehrt, entwickelt sich ein unheimliches Potential, von dem ein präsenter Hauptsponsor in vielfacher Hinsicht enorm profitieren würde.

Der KSV hat in allen wirtschaftlichen Bereichen eine stabile und vielversprechende Basis geschaffen? Aha. Ist damit jetzt eher der rapide Verfall des Mannschaftswerts gemeint oder die Neuverschuldung? Oder doch mehr die nächste Fan-Anleihe, ohne die man insolvent wäre? Selten habe ich Begriffe wie „stabil“ und „vielversprechend“ in einem so unpassenden Umfeld lesen müssen, wie hier. Wenn etwas beim KSV stabil ist, dann die Aussicht, dass der neue Trainer nicht länger als 9 Monate im Amt bleiben wird. „Wenn zudem der sportliche Erfolg zu den Rothosen zurückkehrt“…. 😀 Sehr wahrscheinlich, wenn man den Etat um knapp 30% senken muss, Mitarbeiter freistellt, Leistungsträger verkauft/verschenkt etc. Wer möchte da nicht an eine sportliche Wiederauferstehung glauben? 

Zusammenfassung: Natürlich ist es für einen Vermarkter alles andere als leicht, einen derart beschädigten Klienten im permanenten Selbstzerstörungsmodus positiv zu verkaufen, aber aus meiner Sicht bringt es einen nicht weiter, Märchen zu erfinden, Daten zu schönen und mit dümmlichen und leicht zu wiederlegenden Behauptungen zu arbeiten. Stattdessen hätte man mit der Wahrheit arbeiten soll, auch wenn es weh tut. Denn was tut man? Man sucht einen Haupt-/Trikotsponsor, der mehrere Jahre an Bord bleiben soll/muss. Wenn man einem zukünftigen Partner aber bereits vor der Vertragsunterzeichung Lügenmärchen von blühenden Erdbeerfeldern auftischt, ist es nur eine Frage der Zeit, wann beim Sponsor eine Mischung aus Wut und Frust entsteht, weil ihn die Realität einholt. So aber macht man es wie immer beim KSV, man erfindet. Man erfindet Geschichten, man erfindet Situationen und man erfindet eine Zukunft, die nicht eintreten kann. Insofern passt der Vermarkter natürlich wunderbar zu diesem Verein, aber der Verein passt nicht zu einem Sponsorpartner, der mit Authentizität arbeiten möchte. 

https://beyond-the-match.com/sponsoring/die-trikot-brust-des-hsv-ein-premium-platz-fuer-brands/

Um als ehemaliger HSV-Fan und ehemaliges Mitglied den Suchenden ein wenig unter die Arme zu greifen, habe ich eine Potenzial-Analyse erstellt und einige Unternehmen herausgearbeitet, die als Namensgeber des Stadions in Betracht kommen könnten. Der Name würde dann lauten:

Nordschrott-Arena (Idee eines Leser)

Spotprophets-Arena

Casino24-Arena

Mymoria-Arena (Bestattungs-Institut)

Smava-Arena

Check24-Stadion

Uwe Seelers Autopolitur-Arena

Wir-kaufen-dein-Auto.de-Arena

t.b.c.

 

Von | 2020-07-16T09:21:31+02:00 14. Juli 2020|Allgemein|34 Kommentare

34 Comments

  1. H4V00 14. Juli 2020 um 08:27 Uhr

    Nur die Wahrheit.“Nie mehr erste Liga“-Arena

  2. Leo Kirch 14. Juli 2020 um 08:28 Uhr

    Wie wäre es denn mit Werder Ketchup als neuen Trikotsponsor? Im Osten der Republik war und ist der Ketchup aus Werder ein Begriff. Daher ist das Unternehmen im Bereich Ketchup Marktführer in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt sowie Mecklenburg-Vorpommern. Hätte auch bildlich Sinn. Denn auch diese Flaschen muss man ordentlich schütteln bevor vorne etwas rauskommt.

  3. jusufi 14. Juli 2020 um 09:18 Uhr

    Das ist ziemlich peinliches, völlig beliebiges Marketing-Gewäsch. Aufgrund dieser Lobpreisungen wird sich kein für den HSV lukrativer Sponsor finden. Die Entscheider auf der „anderen Seite“ sind ja nicht völlig behämmert und wissen, wie es um den HSV steht. Die engagieren sich – wenn überhaupt – nicht, weil der HSV so eine geile Nummer ist, die einer rosigen Zukunft entgegensieht, sondern TROTZDEM, also obwohl vieles im Argen liegt und eine vertragliche Verbindung in einem Reputationsfiasko enden kann. Und dieses Risiko drückt natürlich den Preis.

  4. Arnold 14. Juli 2020 um 10:07 Uhr

    Die Mopo gibt weiter Vollgas!

    https://hsv24.mopo.de/2020/07/14/frankfurt-will-ihn-verkaufen-bringt-kostic-dem-hsv-jetzt-millionen.html

    …. der HSV könnte vielleicht bald… 🙂

    • jusufi 14. Juli 2020 um 10:29 Uhr

      Wäre ja ein Megadeal! Ich kaufe etwas für 100 Euro, verkaufe es für 30 Euro, lasse mir aber 10% von einem Weiterverkaufspreis sichern, so dass ich am Ende nur einen Verlust von 50% mache! Da das aber erst 2 Jahre später eintritt, kann ich die 10% von X als Einnahme verbuchen und die degenerierte Öffentlichkeit feiert mich!

    • EffPunktErr 14. Juli 2020 um 14:06 Uhr

      Da müsste Kostic schon für 80Mio über den Ladentisch wandern um die 8Mio Transferverlust (14Mio Einlauf, 6Mio Verkauf) zu kompensieren… wir sind uns einig dass er das nicht wert ist, oder? 😂

  5. Ex-HSVer im Herzen 14. Juli 2020 um 10:55 Uhr

    Hervorragender Blog!!! Was für ein Copy & Paste Geschwätz. Natürlich durfte der HSV selbst Korrektur lesen… das zeigt, dass diese Agentur im letzten Jahrhundert stecken geblieben ist, als es noch kein Internet gab. Denn zum einen ist ja wohl jedem, der nicht hinterm Mond lebt, klar was für eine katastrophale Außendarstellung diese so genannte „Marke“ in den letzten fünf Jahren abgegeben hat. Zum anderen ist der ROI aus klassischer Werbung auf dem Trikot nur noch marginal und ist eher Liebhaberei oder die Unternehmensführer finden es einfach cool, auf der Brust eines Fußballvereins zu sein. Ich weiß nicht mal, wer auf der Brust von Augsburg, Düsseldorf oder Freiburg prangt.

    Bei genauerer Analyse fragt man sich: WELCHE STRATEGIE????? Wie soll die Zukunft aussehen? Wofür soll der HSV stehen, dass es zur Philosophie eines Unternehmens passt? Monentan fällt mir nur ein Kandidat ein: Wirecard. Deren Philosophie passt exakt zum HSV: Lügen, Betrügen, Anleger prellen (Anleihe), auf dicke Hose machen ohne dass Substanz dahinter steckt

    Ich bin gespannt, wer der Sponsore wird. Mehr als 1 Mio ist nicht drin.

  6. Joscha 14. Juli 2020 um 11:25 Uhr

    Wobei Nord-Schrott ein traditionsreiches internationales Unternehmen mit gutem Ruf ist, dass sogar im Sportsponsoring tätig ist. Es unterstützt die Handballer der SG Flensburg-Handewitt als auch die Fußballer von Weiche-Flensburg. Beide Vereine sind im Norden Sympathieträger und auch sportlich erfolgreich. Insofern ist natürlich der Name ein schöner Gag allerdings wird dieses Unternehmen es wohl kaum nötig haben mit dem HSV sein gutes Image zu ruinieren.

  7. Achmed Müller 14. Juli 2020 um 12:02 Uhr

    So isses Grave! Die Namensvorschläge für das Stadion sind einfach nur köstlich. 🙂
    P.S.: Warum KSV statt HSV? Wofür steht das K? (Kühne ?)

    • Gravesen 14. Juli 2020 um 12:04 Uhr

      Richtig geraten

  8. Julia 14. Juli 2020 um 12:07 Uhr

    Die Popp Feinkost GmbH wird neuer Namensgeber, und das Volkspark-Stadion wird umbenannt in Popp-Arena.

    • Saschas Alte Liebe 14. Juli 2020 um 20:56 Uhr

      😀 Und wer dann regelmäßig in der absehbar viel zu großen Arena gef** ähm, gepop… naja, ist schon klar.
      Darin läge gleichwohl für den Sponsor durchaus Sinnhaftes. Derartige flachwitzige Wortspielereien, beim Klientel verbreitet beliebt, dürften zumindest für ausreichend Aufmerksamkeit sorgen. Die sollten mal drüber nachdenken, sich entsprechend auszuweiten.

  9. Nichtkunde 14. Juli 2020 um 12:50 Uhr

    Ehrlicher und erfolgsversprechender wäre es, sich direkt an Unternehmen zu wenden, die bewusst über Trash/Bad Taste aggressiv nach öffentlicher Aufmerksamkeit heischen.

    • Micha 14. Juli 2020 um 14:07 Uhr

      Easylife-Arena oder Optifast-Arena (beides Diätprodukte-Firmen) würde gut passen zu den Werten des HSV:

      Gelebte Wohlfühloase, Schönreden jeglichen Scheiterns, egoistische Selbstoptimierung, maximale Ausbeute bei minimaler Leistungsbereitschaft.

  10. Karsten Berg 14. Juli 2020 um 13:48 Uhr

    Als Trikotsponsor könnte ich mir gut vorstellen „Thomapyrin“ mit dem Slogan „HSV-wenn es mal wieder weh tut….“

  11. Gravesen 14. Juli 2020 um 14:15 Uhr

    Definiere Ironie. Ironie ist, wenn man in einem Graupenperlen-Kommentar lesen muss: „Schön, zu wissen das die Meisten doch checken wie der Hase läuft“. Wenn der normale KSV-Fans strunzdoof ist, dann sind die Graupenperlen-Bewohner im Grunde ohne fremde Hilfe nicht lebensfähig 😀 😀

  12. Frank 14. Juli 2020 um 15:00 Uhr

    Man kann halt aus Scheiße kein Konfekt machen. Wie will man denn so einen Text unter den Voraussetzungen besser (und gleichzeitig ehrlicher) schreiben?

    Etwa so?

    Keine Frage, der verpasste Aufstieg des Hamburger SV ist in wirtschaftlicher und sportlicher Hinsicht eine totale Vollkatastrophe. Und: Die strukturellen Veränderungen und Einschnitte, neue Ziele, neue Strategien, neue Ausrichtungen, die der HSV ständig ausgibt, werden daran auch nichts ändern, weil die Karre halt vollends an die Wand gefahren wurde. Den Blick in die Zukunft kann man sich sparen.
    Aber wissen Sie was? Tausende Vollpfosten werden weiter ihr hart verdientes Geld für den HSV – und alles was damit in Verbindung steht – raushauen. Kack egal, was auf dem Platz oder daneben passiert. Auf nichts kann man sich so verlassen wie auf die Dummheit der Fußballfans! Profitieren Sie davon.
    Wenn auch Ihr Unternehmen keinen Ruf mehr zu verlieren hat, dann haben wir für Sie einen Premium-Platz auf der Brust des HSV.

  13. Nichtkunde 14. Juli 2020 um 16:10 Uhr

    Novomatic bzw. Admiralbet Arena. Sind sowieso schon Sponsor, und zwischen all den korrupten Politikern und Beamten, die sich bisher in deren „Sponsoring“-Portfolio angesammelt haben, würde die HSV Fußball AG gar nicht mal so negativ hervorstechen.

  14. Demosthenes 14. Juli 2020 um 16:21 Uhr

    Hahaha, der Name der Sportfive-Edelfeder und Marketing-Poeten lautet Thassilo von Bierbrauer zu Brennstein. Wenn das mal nicht ein adäquater Name für’n notorischen Lacksäufer ist, dann weiß ich nicht.

    Glückwünsche an Dich und Deine Tochter, Wahnsinnsleistung.

    • Gravesen 14. Juli 2020 um 17:11 Uhr

      Aber!!! Der Mann hat eine Vorgeschichte 😀 Hat mal als Blogger angefangen
      .
      https://sportbrauerei.wordpress.com/page/2/

      • Demosthenes 14. Juli 2020 um 18:39 Uhr

        Hoppla, großes Latinum hat auch nicht jeder freie Sport-Bild Mitarbeiter. Alter, Digger.

  15. Hannes Grundmeyer 14. Juli 2020 um 17:05 Uhr

    Warum habe ich beim HSV eigentlich immer das Gefühl, dass alles zweit- oder gar drittklassig gemacht wird? In der Anzeige wird der HSV immer noch als ein eigentlich in die Champions-League gehörender Verein beschrieben. In der jetzigen Situation sollte man doch eigentlich davon ausgehen, dass man bei örtlichen Firmen Klinken putzen geht und im persönlichen Gespräch neue Sponsoren anwirbt. Stattdessen wartet man großkotzig, dass die von allein anrufen. Fehlt nur noch, dass Sportfive die Bäume um die Arena herum mit DIN A 4 Zetteln zupflastert mit kleinen Abreißschnipseln und ner Handy-Nummer drauf. Ich frage mich sowieso, wozu man für diese Anzeige eine Agentur braucht. Den Schwachsinn hätte man auch auf der Geschäftsstelle zusammen schustern können. Da sitzen ja schließlich noch genug Leute herum.
    Ich bin übrigens für die Firma Kühne als Stadion-Sponsor. Ne, nicht KM Kühne. Nie passte der Running-Gag mit den Gurken besser als heute: Willkommen in der Gurken-Arena. Hier kriegen Sie schlechten Fußball für viel Geld geboten.

    • Libuda 14. Juli 2020 um 18:46 Uhr

      Jau, nach dem Motto „nimm zwei, zahle für drei“. Excellenter Blog, wie überhaupt die der letzten Tage. Auch die Kommentare heute, zum Quieken. Gut dass es euch gibt Freunde

  16. Demosthenes 14. Juli 2020 um 19:30 Uhr

    Schon seit ein paar Tagen fällt verstärkt auf, das der Insolvenzblog nicht nur an Qualität, Inhalt und Wahrhaftigkeit sondern auch an der Rechtschreibung sparen muss. Sei es drum. Aber folgende Stilblüte muss ich dann doch teilen:
    „Zudem habe ich nie mit keinem Wort behauptet, dass er mal ein Weltklassespieler wird.“
    Also hat er, oder?

    • Demosthenes 15. Juli 2020 um 12:03 Uhr

      Und – zack – korrigiert. Schöne Grüße von hier aus an Mitleser Münchhausen. Nichts zu danken, gern geschehen.

  17. Gravesen 14. Juli 2020 um 19:34 Uhr

    Münchhausen Scholz:
    .

    Und so sicher ich mir bin, dass die breite Masse HSV-Anhänger nach den deprimierenden letzten Jahren bereit ist, lieber mutig etwas Neues zu beginnen, das Perspektive hat und dafür eben zu diesen Rückschlägen bereit ist, so muss allen bewusst sein, dass auch die Zweifler noch da sind. Und die werden ganz offensichtlich nicht müde, destruktiv zu kritisieren.

    .
    „….dass die Zweifler NOCH da sind?“ „Destruktiv kritisieren?“. Dem insolventen Spendenbescheißer haben sie doch ins Hirn geschissen.

    • NixmitAufstieg 14. Juli 2020 um 20:14 Uhr

      Diese Aussage (wie so viele dieses Mannes, er ist eigentlich wirklich das perfekte Sinnbild des vollständigen Realitätsverlustes im Umfeld des HSV) muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen.

      Er schreibt selbst, dass die letzten Jahre deprimierend waren (immerhin!), ich persönlich kann mich ehrlich gesagt schon gar nicht mehr daran erinnern, wann zum letzten Mal überhaupt ein Saisonziel erreicht wurde. Was ist bitte zu diesem Zeitpunkt „mutig“ daran, kleinere Brötchen zu backen? Es ist schlicht alternativlos geworden, weil die finanziellen Mittel für einen Kurs wie in den letzten Jahren doch gar nicht mehr vorhanden sind.

      „Etwas Neues“ ist es erstmal grundlegend auch nicht, einen (unter-)durchschnittlichen Trainer für eine halbe Million aus seinem Arbeitsverhältnis herauszukaufen und ihm einen Zwei-Jahres-Vertrag zu geben (wann hat das letzte Mal ein Übungsleiter beim HSV überhaupt so lange überlebt?). Für mich sieht das ehrlich gesagt schon wieder nach einer dieser wenig smarten, sondern eher ziemlich beschissenen Kompromiss-/Notlösungen aus, die einem in Hamburg früher oder später mit schöner Regelmäßigkeit auf die Füße fallen.

      Welche Perspektive eigentlich? Zu hoffen, dass Thioune sich zum neuen Klopp entwickelt, mit dem abgespeckten HSV in 2-3 Jahren vielleicht mal den Aufstieg schafft, und dann zu einem richtigen Verein wechselt, genau wie die Talente, die er bis dahin groß gemacht hat? Und das wäre wohl noch das best-case-Szenario.

      „Für Rückschläge bereit“ – wer das nicht ist, ist nach diesem Jahrzehnt der permanenten Rückschläge doch eh schon lange weg, also was soll der Quatsch? Ich würde auch mal zur Diskussion stellen, ob die Zweifler von gestern tatsächlich NOCH da sind, oder ob die auch bereits lange das Weite gesucht haben, und einfach kontinuierlich NEUE Zweifler hinzukommen, so als Zwischenstadium zwischen sediertem Hüpfer und Ex-Fan?

      Destruktiv war auf jeden Fall eher die hündische Hofberichterstattung der letzten Jahre, und nicht etwa die berechtigte Kritik der Anhänger, die des eigenständigen Denkens mächtig sind, und diese verheerende Entwicklung lange vorausgesagt haben, während Scholz seinen naiven Leserlingen mit dummdreisten Märchen von Megatalenten, Qualität in der Führungsetage und Zug im Training regelmäßig die Sinne vernebelt hat.

      Zu dem Scheiß, den der täglich absondert, fällt einem wirklich nicht mehr viel ein. Manchmal frage ich mich ernsthaft, ob der sich eigentlich selber noch ernst nehmen kann.

    • Demosthenes 14. Juli 2020 um 20:20 Uhr

      Der Kollege dreht sein Fähnchen so schnell im Wind, das es nur so rotiert. Und produziert dennoch nicht mehr als ein laues Lüftchen.

      • Gravesen 14. Juli 2020 um 20:26 Uhr

        Der Typ widert mich dermaßen an. Wenn man sich erinnert, wie er und seine Idioten vor dem TV saßen, wie ein Häufchen Elend mit verweinten Augen. Aber keine drei Tage danach wird schon wieder umgeschaltet. Dann werden 19-jährige Finnen zu Superstars geschrieben, der Umstand, dass ein absoluter Durchschnittskicker wie Dudziak vielleicht in Hamburg bleibt, wird gefeiert wie der Einzug ins Pokal-Halbfinale. Damit aber nicht genug, denn man muss zeitglich noch versuchen, im Auftrag des Vereins die berechtigten Kritiker mundtot zu machen. Destruktive Kritik? Wenn man zigmal aufzeigt, was in diesem Verein seit Jahren VORSÄTZLICH falsch gemacht wird, kritisiert man destruktiv? Der Typ ist doch geistesgestört.

        • NixmitAufstieg 14. Juli 2020 um 20:43 Uhr

          Ganze 8(!) mal kommt in einem einzigen Blog das Wort Mut/mutig vor. Ein anderes Synonym um diese aus der Not geborenen Verzweiflungstaten schönzufärben fällt ihm inzwischen wohl auch nicht mehr ein…

    • Saschas Alte Liebe 14. Juli 2020 um 21:28 Uhr

      Die gestern hier zitierte Feststellung von Kommentator „Wolf“(Grüße!) hat Scholz auch schon als Destruktivkritik bezeichnet, ohne inhaltlich darauf einzugehen.
      ich denke nicht, dass Scholz zu doof sei, zu reflektieren, dass sein Kram dort abstrus und völlig haltlos widersprüchlich ist.
      Er ist wohl schlicht nur komplett untalentiert, inkompetent und zugleich charakterlos, sich für keinen Schwindel oder keine Verdrehung zu schade.

  18. Hamuburgmini 15. Juli 2020 um 00:19 Uhr

    Wo wir gerade über einen eventuellen Sponsor für das Stadion, bzw dessen möglichen Namensgeber sprechen.
    Wie wäre es mit „Rautenperle“, oder einfach „Der Grieche-Arena“. ?
    Auch der Bezug zur Insolvenz ist gegeben..Mit Hrn Scholz als Stadionsprecher wäre das doch sowas von passend….

    Ausgezeichneter Blog, ich kann mich nur den Vorrednern anschließen, mit diesem Marketinggeschwätz wird kein veritable Geldgeber, außer vielleicht der Bodenseebank erreicht werden…

  19. Gravesen 15. Juli 2020 um 07:11 Uhr

    Typische Aussage eines ahnungslosen KSV-Graupenperlen-Hüpfers:

    „Kinsombi ist denke ich ab nächster Saison deutlich besser in Form, vorausgesetzt er verletzt sich nicht wieder schwer. Natürlich muss mindestens genauso viel in der Abwehr getan werden. Deshalb ist es eigentlich erstmal unwichtig nach einem Stürmer zu suchen.“

    .
    „Ich denke“, „ich hoffe“, „ich schätze“….bla bla bla.
    .
    Soviel Ahnung vom Fußball wie von Kernphysik, aber wenn man ihnen mit Fakten kommt, pöbeln sie rum. Auch deshalb ist mir dieser Sport inzwischen so fremd geworden. Wenn diese Typen wenigsten nur lesen und ansonsten die Backen halten würden. Abe nein. Die mit dem kleinesten Gehirn reißen das Maul am weitesten auf.