Immer nach dem gleichen Muster…

Es ist viele Jahre her, da spielte beim KSV einmal ein Mittelstürmer mit eingebauter Torgarantie. Uwe Seeler kam aus der eigenen Jugend und erzielte in 239 Bundesligaspielen insgesamt 137 Tore. Davor kam Seeler in der Oberliga Nord in 45 Spielen auf 52 Tore,  alles in allem machte „der Dicke“ in 371 Spielen für die Hamburger 252 Tore. Es ist ebenfalls viele Jahre her, da holte der KSV einen Mittelstürmer aus Essen, Horst Hrubesch erzielte zwischen 1978 und 1983 insgesamt 136 Tore für den Verein. Und danach? 

Als Ersatz für Hrubesch kam ein gewisser Dieter Schatzschneider aus Hannover nach Hamburg, wurde aber nach immerhin 15 Toren in der Saison 1983/84 wieder aussortiert. Ersatz für Schatzschneider war ein gewisser Mark McGhee aus Aberdeen. Bilanz: 7 Toren und ein Jahr später wieder weg. In der Saison 1985/86 versuchte man es dann mit Herrn Heinz Gründel, dieser machte in 2 Jahren Bundesliga immerhin 14 Tore für den KSV. Dieses Spiel kann man bis heute fortsetzen.

Name – Tore für den KSV – Tore davor

Manfred Kastl – 17 (in 2 Jahren) – 

Bruno Labbadia – 11 (in 2 Jahren) – 44 

Jan Furtok – 50 (in 5 Jahren) – 

Nando – 17 (in 3 Jahren) – 

Herbert Waas – 2 (in einem Jahr) – 1

Martin Dahlin – 0 (in einem Jahr)

Karsten Bäron – 39 (in 7 Jahren)  

Valdas Ivanauskas – 13 (in 3 Jahren) – 28

Niklas Kindvall – 2 (in 2 Jahren)

Frank Ordenewitz – 1 (in 2 Jahren) – 67

Uwe Jähning – 3 (in 2 Jahren) – 10

Anthony Yeboah – 27 (in 5 Jahren) – 68

Vanja Grubac – 2 (in einem Jahr) 

Vahid Hashemian – 0 (in 2 Jahren) 

Sergej Barbarez – 66 (in 6 Jahren) – 19 

Marek Heinz – 6 (in 3 Jahren)

Erik Mejer – 11 (in 3 Jahren) – 28

Bernardo Romeo – 35 (in 4 Jahren) – 6

Kim Christensen – 1 (in einem Jahr) – 10

Naohiro Takahara – 12 (in 3 Jahren) 

Alexander Meier – 0 (in einem Jahr)

Emile Mpenza – 5 (in 2 Jahren) – 28

Benjamin Lauth – 10 (in 3 Jahren) – 22

Mustafa Kucukovic – 1 (in zwei Jahren)

Ailton – 3 (in einem Jahr) – 102

Rouwen Hennings – 0

Boubacar Sanogo – 4 (in einem Jahr) – 10

Paolo Guerrero – 37 (in 6 Jahren)

Danijel Ljuboja – 5 (in einem Jahr) – 8

Ivica Olic – 29 (in 3 Jahren) 

Macauly Chrisantus – 0 (in zwei Jahren)

Mladen Petric – 38 (in 4 Jahren) – 13

Marcus Berg – 5 (in 3 Jahren) – 32

Ruud van Nistelrooy – 12 (in 1 1/2 Jahren)

Artjoms Rudnevs – 19 (in 3 1/2 Jahren) – 33

Jacques Zoua – 2 (in einem Jahr)  

Pierre-Michel Lasogga – 26 (in 4 Jahren), 13  (in einem Jahr 2. Liga) – 22

Sven Schipplock – 0 (in zwei Jahren) – 17

Josip Drmic – 1 (in einem 1/2 Jahr) – 23

Batuhan Altintas – 0 (in einem Jahr)

Bobby Wood – 10 (in 3 Jahren), 0 in zwei Jahren 2. Liga – 31

Luca Waldschmidt – 2 (in zwei Jahren)

Fiete Arp – 2 (in einem Jahr),  1 in einem Jahr 2. Liga

Hee-chan Hwang – 2 (in einem Jahr) 

Manuel Wintzheimer – 3 (in zwei Jahren) 

Lukas Hinterseer – 9 (in einem Jahr) – 52 

Joel Pohjanpalo – 9 (in einem 1/2 Jahr)

Simon Terodde…

Für all diese Mittelstürmer gab der KSV in all den Jahren fast genau € 67 Millionen aus, Gehälter und Berater-Honorare nicht eingerechnet. Dabei muss man erkennen, dass die Bilanz bei über 90% der Goalgetter-Transfers schlicht und ergreifend desaströs war und ist, was einem zu dem Schluss bringen muss, dass das Scouting bei diesem Verein nicht erst seit heute eine einzige Katastrophe ist. Selbst die Quoten der besten Transfers (Furtok 50 in 5 Jahren, Yeboah 27 in 5 Jahren, Barbarez 66 in 6 Jahren, Romeo 35 in 4 Jahren) sind alles andere als überirdisch. Zum Vergleich, auch wenn der natürlich fies ist: Robert Lewandowski hat in den letzten 9 Spielzeiten nur einmal weniger als 20 Tore pro Saison (17) erzielt und für den hat Borussia Dortmund mal € 4,75 Mio. bezahlt. Fun Fact: In der gleichen Saison (2009/10), als Borussia Dortmund den Polen Lewandowski für unter € 5 Mio. verpflichtete, kaufte der KSV den Schweden Marcus Berg für € 10 Mio. 

Was fällt auf? Viele Mittelstürmer, die bei ihren vorherigen Vereinen durchaus getroffen haben, entwickeln sich in Hamburg zum Chancentod. Einige, nicht wenige, fangen nach ihrem Abgang in Hamburg erst richtig an zu treffen. So gut wie keiner konnte die Erwartungen, die man in ihn gesetzt hatte, erfüllen. Dabei bildete man so gut wie nie im eigenen Nachwuchs aus, man kauft (oder leiht) eigentlich immer von außen. Inzwischen im Mittelfeld der zweiten Liga angekommen, setzt ein uninspirierter Verein, dem das Wasser finanziell bis zum Hals steht, zunehmend auf Mittelstürmer, die sich am Ende ihrer Karriere befinden. Nach Hinterseer (29) kommt nun Terodde (32), beides Spieler, die auch aufgrund ihrer Vertragssituation keinen oder einen geringen Wiederverkaufswert repräsentieren. Dies ist allerdings ebenfalls nicht neu, denn kaum ein Stürmer, den der Verein mit viel Vorschusslorbeer und noch mehr Geld einkaufte, konnte einen Transfergewinn erzielen. So gesehen könnte man sagen, dass das Versagen bei diesem Verein eine lange Tradition hat und einem katastrophalen Muster folgt. Selbst einen Kevon Keegan, für den man 1977 noch € 1,17 Mio. bezahlte, verkaufte man drei Jahre später für € 600.000, also mit massivem Verlust. 

Zum Schluss…

….das Letzte.

Der KSV verliert auch sein zweites Testspiel gegen eine dänische Übermannschaft, diesmal war es Randy FC, letztjähriger Tabellen-7. der dänischen Superliga mit 30 Punkten Rückstand auf den letzten Gegner, den FC Midtjylland. Kurz zur Einordnung – Randers FC hat einen Marktwert von  € 7,15 Mio. (KSV: € 34,55 Mio.), befindet sich also ungefähr auf einer Stufe mit Dynamo Dresden (€ 9,28 Mio.) oder dem MSV Duisburg (€ 5,33 Mio.). Leider spielen sowohl Dresden wie auch Duisburg in der 3. Liga. Und irgendwie scheint auch Coach Thiounes Ansatz mit der Belohnung in Form von freien Tagen nach erfolgreich gestalteten Spielen nicht zu greifen, denn nachdem er dies geäußert hat, hat der KSV nur noch verloren.

Mann, wird das eine geile Saion 😀 😀 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von | 2020-09-04T17:42:21+02:00 23. August 2020|Allgemein|18 Kommentare

18 Comments

  1. Maddin 23. August 2020 um 08:48 Uhr

    https://www.bild.de/sport/fussball/fussball/hsv-e-v-ruestet-in-ochsenzoll-auf-fussball-ag-verkauft-internat-71307958.bild.html
    Durch Zufall gerade gefunden. Da gibt der Bund dem EV 4 Mio´s und der EV leitet davon 2 Mio´s gleich an die AG weiter. Herrlich😁

  2. Matze 23. August 2020 um 10:56 Uhr

    Der Trainer: „Auch wenn unser Schwerpunkt darauf lag, dass wir nicht so viel zulassen wollten, darf man deutlich agiler nach vorne agieren und torgefährlicher sein.“

    Der Schwerpunkt für den Test war also das Defensivverhalten und dann kassiert man zwei Tore!?

  3. Ex-HSVer im Herzen 23. August 2020 um 11:06 Uhr

    Fakten, reine Fakten. Punkt.

    95% der Fanboys: „Verbitterer Blogvater“, „Hater Blog“, „Jetzt mit der neuen Führung passiert das nicht mehr“, „Hotte wird das ändern“.

    Ich mach mir die Welt widde widde wie sie mir gefällt

  4. Fohlenstall 23. August 2020 um 13:40 Uhr

    Mahlzeit Zusammen,
    Danke für die tolle Fleißarbeit Grave 🙂
    Wenn man sich die ganzen Namen,besonders die „Großen“
    durchliest, ist es schon bemerkenswert wie wenig Ertrag
    eigentlich dabei rumgekommen ist.
    Und einige Namen lassen mich auch jetzt noch erschauern… 🙂

  5. legatfan 23. August 2020 um 14:21 Uhr

    Großartige Auflistung, ich beginne sofort in glorreichen Zeiten zu schwelgen. Teilweise wirklich Spieler mit großen Erfolgen, nur eben beim HSV nicht (Mpenza, Ailton, Ordenewitz, Dahlin usw.).
    Bei einem Gläschen Rotwein sind mir noch weitere Kracher eingefallen:
    Kategorie „flink und dribbelstark“: Dembinski, Kirjakov, Weichert.
    Kategorie „Brecher, Hrubesch II“: Merkle (immer noch in meinen persönlichen Top10 ist der Sieg gegen Saragossa ’89 mit seinem Doppelpack), Bierhoff, Cyron, Andersen, Weetendorf, Bester.
    Auch hier gab es mit Bierhoff und Andersen Spieler, die in anderen Vereinen deutlich mehr zu bieten hatten… Das muß an der harten Hamburger Medienlandschaft und den kritischen Fans liegen.

  6. Gravesen 23. August 2020 um 19:46 Uhr

    Es ist immer wieder zu geil zu beobachten, fast wie ein geplanter Verkehrsunfall. Sobald Münchhausen seinen Blog veröffentlicht und es auch nur einer wagt, einen KSV-kritischen Kommentar abzusondern, kommt Nazi-Ivan08/15 und furzt jeden dumm von der Seite an, der es wagt, eine eigene Meinung zu äußern. Warum wohl kein Administrator eingreift? Vielleicht, weil der KSV-Lecker zum Stab gehört?

    • Fohlenstall 23. August 2020 um 20:26 Uhr

      …Nee glaub ich nicht.
      Kommentare:476
      Antworten:3500 !
      ..der quatscht jeden von der Seite an,
      der „seinen“ KSV kritisiert.Oder weißt
      Du da mehr?

      • Gravesen 23. August 2020 um 20:27 Uhr

        Nö. Ich weiß nur, dass der Typ ein Arschloch ist

    • Raschi 23. August 2020 um 22:42 Uhr

      Typ Blogwart.

    • atari 23. August 2020 um 23:39 Uhr

      und dann diese Doppelmoral. Man will mit den Spielern Geduld haben aber Fein ist Scheisse weil er in der Rückrunde seine Form nicht halten konnte. Was für Spacken.

  7. Goldfather 23. August 2020 um 20:34 Uhr

    Ich muß es kurz halten. Der HSV hat keine Ahnung vom Scouting, weil er keine Ahnung von der Ausbildung hat. Grundsätzlich muß ein Club in der Lage sein Spieler gezielt entwickeln zu können. Doch beim HSV werden selten Spieler besser. Scouting und Ausbildung benötigen Know-How und davon hat der HSV seit jeher wenig besessen.
    .
    Freiburg, Schalke oder Dortmund besitzen Ausbildungsabteilungen die der des HSV weit überlegen sind. Auf Schalke ist man in der Lage erstklassige Torhüter in Serie zu entwickeln. In Dortmund besitzt man sowohl die Fähigkeit zur Ausbildung als auch zum Scouting und über das kleine Freiburg muß man kein Wort verlieren, da dort seit Jahrzehnten exzellent gearbeitet wird.
    .
    Den Freiburger Grundstock legte Volker Finke, ein Trainer der ehemals enorm erfolgreich in Hamburg-Stellingen arbeitete und von HSV-Offiziellen nicht einmal als herausragendes Trainertalent erkannt wurde. Wäre Finke über Umwege anstatt nach Freiburg zum HSV gewechselt, gehe ich von mindestens einer zusätzlichen Meisterschaft nach der Ära Happel aus.
    .
    Doch was solls, die Liste der verpassten Chancen ist lang, wenn gleich nicht so lang wie die Liste der Peinlichkeiten.
    .
    Desweiteren bin ich davon überzeugt, das Hasan Salihamidzic in Hamburg als Manager nicht ein Bein auf den Boden bekommen hätte und nach relativ kurzer Zeit gefeuert worden wäre. Dass die Bayern Hasan, der lediglich durch einen schicksalshaften Zufall beim HSV landete, zu einem erfolgreichen Manager machten, sollte jedem der weiß wie extrem der Druck an der Spitze ist, höchsten Respekt abfordern.
    .
    Der FC Bayern orientiert sich an Effizienz und beim HSV regieren die Prinzipen Betrug, Zufall und Unwissenheit.

  8. Demosthenes 23. August 2020 um 23:27 Uhr

    „Randers offenbart Lücken, die zu schleißen sind“

    Immer schön zu sehen, wenn jemand seinen Beruf beherrscht und diesen mit Liebe und Sorgfalt ausübt. Da verspürt man auch gleich den tiefen Respekt für die Leserschaft.

  9. Rossi 24. August 2020 um 07:41 Uhr

    Die einzige (glorreiche) Ausnahme, die mir einfällt,
    ist Heung-min Son….

    • Gravesen 24. August 2020 um 08:07 Uhr

      Der ist aber Außenstürmer

    • Goldfather 24. August 2020 um 12:26 Uhr

      Son arbeitete im wesentlichen mit seinem Vater der ihm den Trainingsplan telefonisch aus dem fernen Südkorea für die Zeit nach dem offiziellen HSV-Training vorgab. Die Entwicklung Sons zeigt, dass es ein talentierter Spieler, der bereit ist an sich zu arbeiten, auch im Hamburger Volkspark schaffen kann. Es liegt weder am Wetter noch an der Umgebung, sondern viel eher an der Einsicht, dass Talent und Standardtraining allein nicht reicht.

      • Gravesen 24. August 2020 um 17:55 Uhr

        Komisch, dass sein Vater grundsätzlich neben dem Trainingsplatz und nicht im fernen Südkorea war. Ich habe mehr als einmal neben ihm gestanden 😉

  10. jusufi 24. August 2020 um 10:32 Uhr

    …und als Innenverteidiger…

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