Die Comunio-Realität

Ich bin ehrlich, ich hatte bisher noch nichts davon gehört. Aber es gibt das Ding tatsächlich. http://Transferroom.com. Denn wer wie ich bisher dachte, dass sich der Transfermarkt durch persönlichen Kontakt, durch Berater-Angebote, durch Scouting oder durch jahrelange Planung auszeichnet, den kann ich desillusionieren. Diese Plattform existiert wirklich, das ist kein Witz. Auf der Webseite steht alles Wissenswerte, hier in übersetzter Form:

Fußball-Marktplatz Nr. 1

Vertrauen von Entscheidungsträgern aus 550 Clubs

  • Verbinden Sie sich mit Entscheidungsträgern in über 550 Clubs
  • Suche nach mehr als 2047 Spielern und zeige Interesse
  • Erstellen Sie Anzeigen für ein Spielerprofil und erhalten Sie Stellplätze und Inspirationen
  • Machen Sie Ihre Spieler für mehr als 550 Vereine in ganz Europa sichtbar
  • Sehen Sie, wonach andere Vereine suchen, und schlagen Sie ein Spiel vor
  • Keine Provisionen und keine Transaktionsgebühren

Cool, oder? Man beschafft sich als Kaderplaner, nennen wir ihn mal Mutzel, einen Account und dann gehts los. Der KSV sucht einen Linksverteidiger, dann kann er selektieren. Alter, Karriere, Ablösesumme, Gehaltsvorstellungen. Ist der Mann interessant, gibt man als Interessent via Internet ein Angebot ab, genau wie bei den Spielplattform Comunio oder Fußballmanager 2020. Ohne jemals mit dem Spieler in direktem Kontakt gewesen oder noch schlimmer, ihn jemals gescoutet zu haben, kann man bieten. Ob der Angebot angenommen wurde, erfährt man dann ebenfalls via Internet. Um solche Angebote nutzen zu können, bedarf es keiner aufgeblähten Scouting-Abteilung mehr, die Verein, besonders der KSV, können massiv abspecken. 

Es ist für Vereine einfacher, ein paar Maus-Klicks zu starten, als sich vor Ort zu informieren. Das Scouting-System an sich dürfte zwar nicht revolutioniert werden, aber wer etwa einen Stürmer sucht, wissen will, was dieser kostet und was er verdienen will, der kann fündig werden. Aktuell sind rund 1550 Profis gelistet. Interessant ist dies nicht nur für den SV 98, auch der VfL Wolfsburg, Fortuna Düsseldorf, der VfL Osnabrück und der VfL Bochum sind dabei. (Quelle: echo-online.de) Stand 28.03.2019

Lustig ist dies besonders für die Fans und Anhänger, die immer noch denken, dass ganze Herden von überqualifizierten Scouts durch Andorra und Argentinien fliegen, um den nächsten Messi zu binden. 

Rund 200 Transfers sind nach Auskunft von Ankersen in den letzten drei Transferperioden über seine Internetseite auf den Weg gebracht worden. Glamouröse Supertransfers sind darunter keine gewesen, die höchsten Ablösesummen lagen bei zwei bis drei Millionen Euro.

Nun, das ist dann wohl inzwischen für einen Verein, der nicht in der Lage ist, mehr als € 100.000 für einen Innenverteidiger zu bezahlen, kein echtes Thema mehr. Aber einen Versuch ist es wert. Für andere Verein scheint es inzwischen tägliches Geschäft zu sein.

Die Internet-Plattform „Transferroom.com“ wird laut Anbieter von mehr als 500 Fußballvereinen aus 44 Ländern genutzt. Dazu zählen Schwergewichte wie Juventus Turin, Manchester City, der FC Liverpool oder auch Bundesligisten wie der FC Schalke 04, Werder Bremen und Bayer 04 Leverkusen. Leverkusen war angeblich besonders aktiv. Dem „kicker“ liegt ein Screenshot vor, laut dem der Bundesligist gleich elf Spieler verkaufen möchte – darunter auch Top-Spieler wie Leon BaileyKevin Volland oder Lucas Alario. Teilweise stehen die Preise direkt daneben: Bailey wäre demzufolge für eine Ablöse von 40 Millionen Euro zu haben, der momentan an den Hamburger SV verliehene Stürmer Joel Pohjanpalo für drei Millionen Euro.  (Quelle: ran.de)

Interessant ist, dass Vereins-Manager wie Leverkusesen Simon Rolfes ein Engagement in diesem Tool bestreitet, obwohl zweifelsfrei bewiesen ist, dass sich Bayer dort registriert hat und auch dort aktiv ist. Warum? Warum steht man nicht dazu? Vielleicht deshalb, weil man den zahlenden Zuschauern (so es sie denn wieder gibt) das Märchen vom hart arbeitenden Scouting nicht nehmen möchte? 

Zum Schluss…

….das Letzte!

Als neutraler Beobachter fragt man sich, was sich diese Vollpfosten noch alles ausdenken wollen, um etwas zu bezweifeln, von dem inzwischen jeder weiß, dass es stimmt. 

Laut „Bild“ liegt ein Indiz für Zweifel an der Identität von HSV-Profi Bakery Jatta vor. Das Blatt berichtete, dass zwei Bilderkennungs-Experten „zu mehr als 90 Prozent Wahrscheinlichkeit“ Jatta als Bakary Daffeh identifiziert hätten. Grundlage dafür seien Fotos von Daffeh auf der Internet-Seite des gambischen Fußball-Verbands sowie aktuelle Bilder von Jatta. Die Staatsanwaltschaft gab dazu keinen Kommentar ab. Jattas Anwalt fordert seit längerem die Einstellung des Verfahrens. Eine große Ähnlichkeit dürfte im Verfahren nicht als Beweis gelten. Das Fotomaterial könnte auch digital manipuliert worden sein. (Quelle: Mopo.de)

Genau. Also hätte der gambische Fußball-Verband vor diversen Jahren das Foto eines Jugendspielers digital manipulieren sollen, allein aufgrund der Hoffnung, dass sich dieser Spieler in ferner Zukunft einmal durch falsche Angaben die Spiel- und Aufenthaltserlaubnis in einem einem Land erschummeln kann? Das macht absolut Sinn. Und natürlich ist es wieder die pöse BILD oder ihre noch pösere kleine Schwester SportBild, die dem armen Herrn Daffeh ans Leder wollen. Übrigens die gleiche BILD, die am Tag zuvor noch die exakt gleich Idioten mit der Meldung des neuen Trikotsponsors erfreute. Komisch, an dem Tag forderte niemand einen BILD-Boykott oder eine „Gegenklage“. Fakt ist doch wohl eines: Jeder, wirklich jeder mit einem IQ oberhalb von 14 (also die meisten Graupen-Rentner ausgeschlossen) weiß, dass Jatta=Daffeh ist. Jetzt muss man aber, wenn man dies monatelang bestritten hat, eine Exit-Strategie finden, denn niemand möchte zugeben, dass er so dämlich war, dieses Schwindel zu glauben. Ergo: Verschwörungstheorien, Bestechung, Manipulation oder einfach nur hohles Abstreiten. 

Es ist so unendlich erbärmlich. Wie das gesamte Verein!

 

 

 

Von | 2020-09-24T17:20:00+02:00 12. September 2020|Allgemein|3 Kommentare

3 Comments

  1. benjaminbahri01@gmail.com 12. September 2020 um 08:23 Uhr

    Super blog,
    Darum finde ich Bundesliga Manager professionell spannender als Fussball schauen, scheint auch kein großer Unterschied zu sein!

    Und zu jatta daffeh brauche ich nichts sagen! Dieser Verein hat eine Begabung bei den wichtigsten Entscheidung stets alles richtig zu machen! Sollten sich Mal in Nürnberg und co entschuldigen!

  2. Ex-HSVer im Herzen 12. September 2020 um 11:36 Uhr

    Zu Jatta! Also wer nicht erkennt, dass dies ein und die selbe Person ist, dem ist echt nicht mehr zu helfen. Allein die Narbe auf der Stirn ist ein 100-prozentiger Beweis. Dass Jatta nicht schon längst verurteilt wurde liegt daran, dass im Hintergrund irgendwelche Deals gemacht werden…. oder sein Anwalt das Verfahren verzögert.

    Aber auch hier wird die Wahrheit siegen.

  3. Dirk 12. September 2020 um 13:05 Uhr

    Ich denke Daffeh ist aktuell nicht zufällig verletzt…

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