Wir sind nicht allein!

Nix ist mit „paint it black“. 

Aber auch Seiferts Geschäftspolitik ist es zu verdanken, dass proportional zur Umsatzentwicklung der Klubs auch die Entfremdung der Fans zum Produkt mitgewachsen ist, die im Brennglas Corona die aktuelle Fußballdebatte dominiert und das zukünftige Geschäft noch empfindlich stören könnte. Und so ist Seiferts Rückzug auch als Eingeständnis zu lesen, dass der Markt ein weiteres Wachstum womöglich gar nicht zulässt, schon gar nicht ohne das Spiel

Das war schon Corona-bedingt und ist dennoch ein Signal: Es geht nicht mehr einfach so „weiter, immer weiter“. Für hoch verschuldete Klubs wie Schalke, die TV-Gelder einplanen und ausgeben, die sie noch gar nicht überwiesen bekommen haben, reicht das nicht.

Genauso der DFB, der regelmäßig von der Staatsanwaltschaft Besuch bekommt, der von einem Steuer- und Schwarzgeldskandal zum nächsten wankt und dessen Präsident dann öffentlich kundtut: Ihm fehle der volle Überblick. Ist das nachvollziehbar? Ist das nachhaltig?

Ist der Profifußball, jetzt, da vereinzelt wieder Zuschauer in die Stadien kommen dürfen, dadurch aufgefallen, dass er die Ticketpreise gesenkt hat, um sich bei denen für ihre Treue und Leidenschaft zu bedanken, die in den letzten Wochen und Monaten selbst eine harte Zeit durchgemacht haben?

(Quelle: https://www.eurosport.de/fussball/bundesliga/2020-2021/seifert-kahn-corona-kommentar-wachstum_sto7967892/story.shtml?utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR1xLmCQrDWWqIoQAX4eeRA-xFUXP0Saz0D-IKcjnSaF45ZmiYkYZMvLGfc#Echobox=1603719897)

Das alles vor dem Hintergrund, dass das Produkt Fußball nicht besser wird und es wird auch nicht besser vermarktet bzw. promoted von den Medien. Es wird nur einfach immer mehr, immer mehr Wettbewerbe, immer mehr Mannschaften, immer mehr Ligen und immer weniger Qualität. Und immer mehr Bullshit. Die Lutscher aus den Redaktionen wollen ihre Leser mit Geschichten bei der Stange halten, die an Peinlichkeit kaum noch zu toppen sind. Da singt jetzt irgendso ein Opfer über Terodde (Mopo), ein gescheiterer Ex-Aufsichtsrat findet, dass der KSV das Maß aller Dinge ist (Mopo), bei der BILD hat der KSV jetzt eine „Rache-Acht“ und das dümmliche Abendblatt adelt Black Kloppo Thioune zum gefühlten 242sten Mal. Nach 5 Spieltagen. Im geistigen Tiefschnee hört sich so Verzweiflung an. 

 



Von | 2020-11-17T07:53:32+01:00 26. Oktober 2020|Allgemein|7 Kommentare

7 Comments

  1. hannover1958 27. Oktober 2020 um 09:07 Uhr

    Seifert wird sich bei der Saisoneröffnung beim Bayern-8:0 auf der Tribüne gedacht haben: „warum soll ich einem Wettbewerb vorstehen, wo schon vor Beginn feststeht wer ihn gewinnt?“ Sowas ist das Todesurteil von einem Wettbewerb. Finanzvorstand Peters verließ von Schalke schon ein sinkendes Schiff, Seifert jetzt das nächste.

  2. C3phyru5 27. Oktober 2020 um 09:34 Uhr

    Guter Blog! Sieht das nicht mittlerweile in allen Teilen der Gesellschaft so aus? Man schaue auf die Anzahl der Abiturienten und Universitätsabsolventen. Alle mit top Noten und haben wenig auf dem Kasten. Mittlerweile wird einem doch alles hinterher geschmissen.

    Auch in Unternehmen sieht das ganze doch nicht anders aus. Es werden immer mehr unnütze Positionen erschaffen. Hier noch ein Supply-Chain-Manager mehr und da noch 3 Leute in der HR-Abteilung, um Ende des Tages dort Personal einzusparen, wo das Geld mit Produkten verdient wird.

    Der Fußball zeigt die Entwicklung der Gesellschaft sehr schön auf. Stichwort: Legendenbetreuer.

  3. Ex-HSVer im Herzen 27. Oktober 2020 um 11:38 Uhr

    Also ich finde, das sind alles Spekulationen. Seifert geht in 2 Jahren, wenn die Maschine wieder läuft. Vielleicht hat er andere Pläne und genug Kohle, um einfach sein Leben ab dann zu genießen. Mit seiner Familie zum Beispiel. Wenn ich Anfang 50 bin und Multimillinär, würde ich so einen stressigen Job (teils mit üblen Anfeindungen) auch nicht mehr machen. Und sein nächstes Ziel ist es, DFB-Präsident zu werden. Denn Keller ist in 5 Jahren 70… Wer weiss das schon…. Daher sollte man sich nicht an diesen Spekulationen beteiligen.

    Das System ist nur durch ein einziges Element noch am Leben: Den dummen Sky-Abonnent, der 40 € im Monat für Fussi ausgibt. Erst wenn dieser sich sagt: „Och Amazon Music Konferenz reicht mir auch“, wird das System kollabieren.

  4. Goldfather 27. Oktober 2020 um 12:18 Uhr

    Der Nachfolger von Seifert wird sicherlich nicht zu einer Absenkung des Gehalts für die Position des Geschäftsführers der DfL bereit sein. Im Gegenteil, er wird eine kräftige Gehaltserhöhung fordern für die Rekonstruktion einer Liga deren Clubs, auch durch Corona, am Rande der Insolvenz arbeiten.
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    Dass der bezahlte Fußball und mit ihm der übergeordnete Verband ein Korruptionssumpf ist, ist leider keine neue Nachricht und leider wird sich daran auch nichts ändern, da Profi-Fußball nicht im Nonnenkloster gespielt wird.
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    Und natürlich ist die Bundesliga langweilig, angesichts der Tatsache, dass nur ein einziger Club in der Lage ist Meister zu werden und die anderen Clubs sich um die Reste bemühen müssen. Die Bundesliga gehört schon seit langer langer Zeit reformiert. Möglicherweise würde ein Blick in die USA helfen, denn obwohl man dort keine wirklich demokratischen Wahlen organisieren kann, weiß man doch wie eine Profiliga zu führen und zu vermarkten ist.
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    Die Bayern haben die Liga zu tode gesiegt und sind verzweifelt auf der Suche nach dem nächsten Level. So wie es scheint reicht dafür selbst die Champions League nicht aus, so dass man in der nächsten Zeit viele neue Vorschläge zu neuen Ligen und Konzepten vernehmen wird.
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    Derweil darf man sich in Hamburg an den vielen neuen Gaga-Artikeln der hiesigen Presse erfreuen, was grundsätzlich auch nichts neues ist, sondern zur morgendlichen Synapsenhygiene des gemeinen Hanseaten dazu gehört. Ein hochwertiger und gut recherchierter Artikel mit Fachkompetenz und Erkenntnisgewinn ist im Fußball seit jeher ein Ereignis von dem der interessierte Leser mitunter Jahre zehrt.
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    Black Ernst ist sich dieser Situation übrigens mehr als bewußt, da es ihm überaus peinlich zu sein scheint, wenn Journalisten ihm erzählen wollen, dass er als HSV-Zweitligatrainer den Startrekord des HSV im bezahlten Fußball aufgestellt hat.

  5. Andy S. 27. Oktober 2020 um 14:00 Uhr

    Mahlzeit Zusammen,

    https://www.fussballtransfers.com/a4063620520461033212-hsv-schnelle-loesung-bei-boldt

    Ich falle vom Stuhl, der WitzBoldt bekommt scheinbar auch noch das was er ergaunert bzw. angeleiert hat – unfassbar!!!!!!!!!!!!!!!!

    Grüße

  6. Hein Blöd 27. Oktober 2020 um 15:55 Uhr

    >Der Aufsichtsrat könnte Boldt bald zum Vorsitzenden des Vorstandes machen.
    „Noch immer soll hinter den Kulissen die Möglichkeit diskutiert werden, dass Boldts Vertrag nicht nur verlängert wird, sondern, dass er sogar als Nachfolger von Bernd Hoffmann zum CEO befördert wird. Auf Nachfrage des Abendblatts wollte dieses Gedankenspiel beim HSV am Montag niemand bestätigen, aber auch nicht dementieren.“
    Die Frage ist nur: mit welcher Begründung?
    Was hat Boldt bisher geleistet, was eine voreilige Verlängerung + Beförderung rechtfertigt?<

    Daniel Jovanov auf Facebook

    Warum muss man an der Sylvesterallee irgendwas geleistet haben, um immer weiter nach oben zu fallen?
    Eine Mischung aus Kumpelei und öffentlicher Erpressung (Stichwort 'Reise nach Rom') reicht scheinbar
    vollkommen aus um Kalif anstelle des Kalifen zu werden.

  7. Kevin allein in Hamburg 27. Oktober 2020 um 18:13 Uhr

    Laut diesem Bericht mit einem zweifelnden Oliver Kahn verstehe ich das so, dass der Fußball bzw. Profifußball mit seinem widerlichen
    Kommerz und mafiösen Strukturen am Ende ist bzw. am Scheideweg steht.
    Völlig klar ist auch, das es immer noch genug Vollidioten gibt (Nordkurve und Primatenblog) die das nicht verstehen können und wollen.
    Auch bei anderen vereinen………….

    Ich wünsche mir das diese Blase endlich platzt.
    Mit einem riesen Knall und einen großen Schleimhaufen, auf den diese widerlichen Kriecher und Oppurtunisten (Höhnes usw.) ausrutschen und direkt aufs Gesicht fallen.

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