Spannend!

Wenn ich mit meinem immer gleichen Gesprächspartner teilweise mehrere Male pro Tag über den KSV rede, kommen wir oft zu der Einsicht, dass man ganz bestimmte Kreise nicht überhöhen und vor allem nicht überbewerten darf. Es sind die wenigen, die sich in Blogs, Foren, bei Facebook und Twitter und besonders auf Spamfiltern „zu Wort“ melden und ihre größtenteils unmaßgebliche und in grauenvollem Deutsch vorgetragene Kacke zum Besten geben. Natürlich halten sich diese Vollpfosten für den Nabel der Welt und meinen, sie würden für die Mehrheit der Anhänger sprechen bzw. schreiben, aber das ist Blödsinn. Die Meisten, und dies ist eine überragende Anzahl der Vereins-Interessierten, lesen still und heimlich mit und bilden sich eine Meinung, ohne sie permament in den Orbit zu husten. Die Autoren des folgenden Textes gehören höchstwahrscheinlich dazu. 

Absender des Textes, aus dem ich die für mich wichtigste Passage zitieren möchte:

Förderkreis Nordtribüne e.V.
c/o HSV Fanprojekt
Stresemannstr. 162
22769 Hamburg
E-Mail: info@nordtribuene-hamburg.de

Und nun der Teil des Textes, den ich für besonders wichtig erachte und der mir zeigt, dass man wohl nicht nur hier über den Tellerrand blickt und die Verhaltensweise der Herren im Volkspark durchaus kritisch hinterfragt: 

Denn eines ist offenkundig: Die Gegenwart sieht anders aus. Der HSV spielt im dritten Jahr in Folge in der zweiten Liga, weit entfernt von den Top-Mannschaften der Bundesliga und dem internationalen Wettbewerb. Zudem plagen den HSV Verbindlichkeiten in Millionenhöhe und man wird dieses Jahr aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie das höchste Defizit der Vereinsgeschichte erreichen.

Vor wenigen Wochen wurde mit einem Hochglanz-PR-Akt ein Deal mit der Stadt Hamburg bekannt gegeben. Offizieller Anlass: Die anstehende Modernisierung des Stadiongeländes zur EM im Jahr 2024. Es bedarf nicht viel Fantasie um festzustellen, dass die Erträge dieses Deals sicherlich auch in andere Kanäle fließen werden. Um das jedoch richtig einschätzen zu können, fehlt die Transparenz. Diese Transparenz wird uns HSV-Fans leider vorenthalten. Zu groß der derzeitige Abstand zwischen uns und dem Verein. Auch der am 13.11.2020 veröffentlichte Jahresabschluss (zum 30. Juni 2020) hinterlässt mehr offene, als geklärte Fragen – eine offene und transparente Kommunikation in Anbetracht der ungewissen Zukunft muss hier zwingend erfolgen.

Der komplette Text ist hier zu lesen: http://xn--nordtribne-hamburg-t6b.de/2020/11/der-hsv-im-november-2020-eine-bestandsaufnahme/

„Zu groß der derzeitige Abstand zwischen uns und dem Verein“, schreiben sie und machen meiner Meinung nach einen Riesenfehler. Denn nicht die Herren im Vorstand mit den Zeitverträgen, die zuvor bei Dortmund, Leverkusen, 1860 München oder Alemannia Aachen gefuhrwerkt und verschlimmbessert haben, sind „der Verein“, der Verein seid ihr. Ihr, liebe Freunde, habt ein verdammtes Recht auf Transparenz, ihr habt ein Recht darauf, all das zu erfahren, was die Herren dort treiben. Wenn sie das nicht tun, könnt ihr sie feuern, das müsst ihr nur wollen. Ihr müsst nicht wie eine Herde Lemminge alles abnicken und hinnehmen, wenn ihr merkt, dass etwas maximal gegen die Interessen des Vereins passiert. Wehrt euch endlich einmal und wenn ihr diesen Mumpitz mit KGaA oder weitere Anteilsverkäufe nicht wollt, dann weigert euch, das miese Spiel mitzumachen. Ihr habt nicht nur die Macht dazu, ihr habt auch die Pflicht. Denn die Pfeifen, die euren Verein endgültig verscherbeln wollen, waren vorher in Hoffenheim und werden demnächst in Rom oder sonstwo sein. Ihr aber seid dann noch hier. 

Von | 2020-11-20T20:59:49+01:00 18. November 2020|Allgemein|6 Kommentare

6 Comments

  1. Basti 18. November 2020 um 12:33 Uhr

    Der Satz davor ist auch nicht zu missachten.
    „So oder so ähnlich würde wahrscheinlich die alternative Realität in den KÜHNEn Wunschvorstellungen vieler HSV-Fans aussehen.“

    Sehr bewusst so formuliert.
    Aufwachen heißt die Devise, aber wem sag ich das hier…
    Schönen Tag!

  2. jusufi 18. November 2020 um 16:24 Uhr

    Ich verstehe diese Selbstkritik überhaupt nicht…Beim HSV ist doch alles in Butter:

    – Er dominiert die Liga
    – Marktwerte explodieren
    – Trikots werden zu Rekordpreisen versteigert

    Wen kümmern denn da noch die leicht unglücklichen wirtschaftliche Entwicklung. Das sind doch nur kleinere bilanzielle Dellen!

  3. Kugelblitz 18. November 2020 um 17:00 Uhr

    ich weiß gar nicht, warum sich alle soviel Gedanken um die finanzielle Situation des HSV machen. Herr Wettstein hat doch in all den letzten Jahren gezeigt, dass er der Meister im Beschaffen von Fremdkapital ist.

    Es ist schon unglaublich, wie er es immer wieder schafft, Menschen dazu zu bringen Millionenbeträge in diesen Verein zu pumpen, wohlwissend, dass das Geld weg ist. Besserungsscheine die erst fällig werden, wenn der HSV in der CL spielt.
    Fans, die die Auszahlung einer Anleihe mit einer neuen Anleihe finanzieren.
    Politiker, die Steuermillionen für beim HSV versenken.

    Die Umwandlung der Ag in eine andere Gesellschaftsform wird munter vorangetrieben. Wahrscheinlich darf er nach erfolgreicher Umwandlung dann auch wieder das Stadion in der Bilanz neu bewerten…

  4. tobi 18. November 2020 um 19:58 Uhr

    Warum schreibt den der plattfisch auf einmal auch was kritisches wegen den Finanzen? Stimmt da was nicht? Was ist da los mitm Lügen Baron?

    • Gravesen 18. November 2020 um 20:11 Uhr

      Ab und zu wird mal was Pseudo-Kritisches eingestreut, aber keine Sorge, das geht vorbei. Morgen wird wieder gejubelt.

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