Dreckiges Foul

Ich bin ehrlich, das hätte ich von Black Kloppo Thioune nicht erwartet.

Der HSV plant nicht mehr mit Gideon Jung

„Gideon hätte sich vor der Saison gern verändert“, berichtet Daniel Thioune. „Ihm würde es vielleicht auch mal gut tun, einen andere Stadt und einen anderen Verein zu sehen.“ Das Fazit: „Er hat seine Spielzeit bekommen. Jetzt läuft er ein bisschen hinterher.“ Das trifft auch auf andere Spieler zu. Thioune weiß: „Da ist der Weg zu Michael Mutzel und Jonas Boldt sicher etwas kürzer.“ (Quelle: Mopo.de)

Nun dürfte hinlänglich bekannt sein, dass ich seit Jahren an den Fähigkeiten des Herrn Jung meine Zweifel habe, aber dieses Manöver, dann auch noch vom Cheftrainer öffentlich geäußert, finde ich mehr als peinlich und unangebracht. Mehr noch, es wirkt nicht umsonst so, als würde man den Schuldigen für den Absturz enttarnt und das Bauernopfer gefunden haben. Dabei hat Gideon Jung, immerhin seit 6 Jahren im Volkspark angestellt, nur in 5 der insgesamt 9 Spielen mitgewirkt, u.a. beim 1:0-Sieg gegen Tabellenführer Fürth (90 Minuten) und beim 3:0 gegen Aue (78 Minuten). Ihn nun als Urheber der Misere zu outen, ist unterste Schublade. Und es wirft ein ausgesprochen schlechtes Licht auf die Krisenmanager-Fähigkeiten des Cheftrainers. Denn der Umstand, dass Jung den Verein vor der Saison unbedingt verlassen wollte, war bis dato unbekannt und spielt auch eigentlich keine Rolle. Und wenn man jemanden den Kritikern zum Frass vorwerfen möchte, dann doch bitte die eine oder andere Maltfuß-Säule oder Bocklos-Bolzer wie Sonny Kittel. 

Gleiches gelte für seinen eigenen Umgang mit der Kritik. Druck verspüre er nicht, er sei jedenfalls nicht größer als der, dem er und die Mannschaft sich selbst aussetzten. „Druck darf auch ein Privileg sein“, sagte Thioune. Mit kritischen Stimmen setze er sich auseinander, „aber ich filtere das für mich und lasse relativ wenig zu“. (Quelle: Abendblatt.de)

Kollege Thioune muss dringend aufpassen, dass er nicht demnächst klingt wie ein Soziologie-Student im 4. Hochschulsemester. Interessant finde ich, dass er offenbar von seinen Spielern verlangt, sich mit Kritik auseinander zu setzen, selbst aber filtert und „relativ wenig zulässt“. Tatsache ist: Sollte der KSV morgen gegen 96 nicht gewinnen, spielt Black Kloppo in Darmstadt schon um seinen Job. 

Ne BKT (Nicht BTK), das war ein klassisches Eigentor und lässt mich absolut enttäuscht zurück. Was mich dagegen schon lange nicht mehr enttäuscht, ist die Legion der Fähnchenwinker im Trottelblog Graupenperle. Da stellt sich doch tatsächlich Professor Ringelnatter hin und fasst 2020 das zusammen, was ich seit 8 Jahren gebetsmühlenartig schreibe. Und das Geilste: Die Vollpfosten feiern ihn dafür ab 😀 😀 Aber ich bin ja der Hater, gell? Was für Opfer. Ich nehme mal, dass wir es an dieser Stelle wieder erleben, das Hunke-Prinzip. Wenn Dr. Ringelnatz erklärt, man befinde sich in einer Wohlfühloase und es herrscht eine „Minderleistungskultur“, dann ist es die inhaltliche Offenbarung, auf die man jahrelang warten musste. Wenn ich das seit 8 Jahren schreibe, bin ich der Hater-Lachs, der dem KSV grundsätzlich etwas Schlechtes wünscht. So bescheuert muss man erstmal denken können…

Dabei ist das bzw. eines der Hauptprobleme des KSV relativ schnell entschlüsselt. Nicht nur, dass man es über Jahre geschafft hat, ein Loser-Gen in die DNA zu planzen, man hat auch inzwischen mehr Angst vor dem Versagen als Lust am Gewinnen. Das hat zur Folge, dass beim geringsten Lüftchen das Kartenhaus in sich zusammenbricht. 

 

 

Von | 2020-12-15T20:25:40+01:00 4. Dezember 2020|Allgemein|6 Kommentare

6 Comments

  1. atari 4. Dezember 2020 um 09:03 Uhr

    Es ist für mich gar nicht so schlecht, dass Ringelnatter endlich Klartext schreibt. Schlimm ist der Satz, dass ja die Rautenperle Autoren schon immer darauf hingewiesen haben. Auch die Community hat das immer geschrieben. Dabei verschweigt er, dass ein Teil dieser Community täglich Kevein in den Ohren gelegen hat diese Kommentatoren doch bitte zu entfernen. Es sind alles Multinicks die nur ein niederes Ziel verfolgen heisst in in zahlreichen Beschwerden des Rumpelnicki, ein Erfüllungsgehilfe es HSK-Welly, der schon bei Matz den Admins am häufigsten auf dem Schoss sass. Nun hat es die Rautenperle schon immer geschrieben. Dieser Witz wiederholt sich ständig wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

  2. jusufi 4. Dezember 2020 um 09:41 Uhr

    Es ist tatsächlich ziemlich irritierend, dass vom Trainer mit Gideon Jung nun einer zum Sündenbock gemacht wird, der sich nichts zu Schulden kommen lassen hat, jedenfalls nicht mehr als etliche andere auch. Ich halte von ihm fußballerisch nicht allzu viel, vor allem seine regelmäßigen Totalaussetzer machten ihn in meinen Augen zu einem Spieler, der stets auch eine Gefahr für die eigene Mannschaft darstellte. Was man ihm aber nicht vorwerfen kann, ist, dass er nicht alles für die Mannschaft gegeben hat. Stets engagiert, loyal zu Verein und seinen wechselnden Übungsleitern. Ihn rauszupicken, halte ich für menschlich schwach, ihm dann dann noch öffentlich einen Vereinswechsel nahezulegen, halte ich für menschlich ganz schwach. Eher müsste sich der Trainer doch fragen, hinter welchen Säulen sich seine vermeintlichen Führungsspieler verstecken, wenn es gilt, wenn man sich zeigen muss. Das sehe ich bei Spielern wie Hunt, Leibold, Terodde oder Dudziak gar nicht. Von Scharfrichtern wie Gjasula oder Leistner erwarte ich das gar nicht, die haben ja genug damit zu tun, ihre eklatanten fußballerischen Mängel und Schnelligkeitsdefizite zu kaschieren.

  3. Thomas Vernunft 4. Dezember 2020 um 10:08 Uhr

    Das HSV-Virus: Sobald ein Spieler (oder Manager, Sportchef, Trainer etc.) zum Abschuss freigegeben wird, fällt die Fan-Meute Ork-artig über diese Person her und mit Schimpf und Schande ab von Hoff. Alle schrei(b)en immer: Beim HSV muss sich was ändern, in Ruhe arbeiten lassen, auf die Jugend setzen, nun lass die mal machen, Respekt, hanseatisches Verhalten, Konzept bla bla bla. Die Fan-Affen sollten sich mal an die eigene Nase fassen. Jede Veränderung zum Positiven fängt im Kleinen an. Und zwar bei einem selbst. Gideon Jung ist ein Teil der Mannschaft. Und so gehört er auch behandelt. Aber der Trainer hat schnell gemerkt, wie der Wind im Volkspark weht. Und da ist es einfacher (und sicherer) sein Kreuz in den Wind zu drehen. Aber das Ende von DT steht eh bevor. Weihnachten kann er zu Hause feiern. In Osnabrück.

  4. Basti 4. Dezember 2020 um 12:07 Uhr

    Hey Grave,
    Du kannst mal etwas von Deinem Millionen schweren Blog ein paar Euros abgeben.
    https://www.mopo.de/sport/fussball/es-war-mal-viel-mehr-arme-spielerberater–nur-noch-413-6-millionen-euro-an-provisionen-37772862

    Aber nicht von meiner Spende 🙂

    Schönen Tag.

    • Gravesen 4. Dezember 2020 um 13:22 Uhr

      Da wirst du beim fetten Jesus Münchhausen, der Scheißhausperle und den lüsternden Griechen fragen müssen, die machen doch mit dem Welt-Blog die große Kohle 😀

  5. iMario 4. Dezember 2020 um 12:15 Uhr

    Und wieder schafft es der Verein die Ablösesumme für einen Spieler zu drücken, indem man ihn über die Presse enteiert.

    5 Spiele, 5 Siege sind anscheinend nicht mehr gut genug. Und ja, er ist nicht gerade der begnadetste Kicker den wir haben, aber viele andere im Kader sind es auch nicht.

    Ich frage mich, was der wahre Grund dafür ist. Will man die alten und teuren Neuverpflichtungen von Witzboldt schützen, indem man jetzt Gideon als Sündenbock hinstellt? Die Sache stinkt mal wieder zum Himmel, und zeigt einmal mehr das dieser Verein nicht gewillt ist an seiner öffentlicher Wahrnehmung irgend etwas zu ändern.

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