Duplizität der Ereignisse

Mit jedem Tag, der in diesem kalten Februar 2021 vergeht, erinnere ich mich mehr an die Zeit vor der Ausgliederung 2014. Denn auch jetzt wird wieder Politik gemacht in diesem Verein und auch jetzt spielen die Hamburger Hofberichterstatter die gleiche Rolle, die sie damals schon gespielt haben. Sie sind weder kritische Berichterstatter noch neutrale Fakten-Erklärer, sie sind wieder einmal Teil einer politischen Gruppierung (Jansen/Wettstein/Kühne) und vergessen wieder einmal ihre ureigensten Aufgaben. Warum? Weil sie davon profitieren, nichts anderes. Fakt ist: Seit Marcell Jansen im Verein tätig ist, ob nun als Spieler oder Funktionär, beliefert er seine Helfeshelfer in den Redaktionsstuben der Mopo und des Hamburger Auftragsblatts mit Hintergrund-Informationen und jeder, der immer wieder meint, es „dringt nichts mehr nach außen“, hat den Schuss nicht gehört. Alles dringt nach außen, jedenfalls alles, was die Herren Jansen und Wettstein nach außen transportiert haben möchten. Hat es irgendeine relevante Nachfrage bei Boldts Stunt mit dem AS Rom gegeben? Hat jemals jemand ernsthaft nach den zig-Millionen Euros gefahndet, die in der Ära Wettstein verschwunden sind? Hat jemals jemand Boldts Transferergebnisse ernsthaft analysiert oder zuvor die von Düdü Beiersdorfer? Nein, haben sie nicht. Aber Druck ausüben, das können sie und niemand hält so lässig die Steigbügel ihrer Informanten wie die Herren Schiller und Braasch. Würde man sich seitens der Fans tatsächlich einmal auf die Suche nach den Schuldigen des Absturzes dieses Vereins begeben, hier wäre man an der richtigen Adresse. 

Warum eigentlich fragt keiner der hohlen Trottel vom „Team Jansen“, die ungeprüft Pro Marcell kreischen, wer sich denn eigentlich ständig über die Medien äußert bzw. wer dort massiv unterstützt wird? Sind es Schulz und Schäfer oder ist es Präsident Pinselreiniger? Der gleiche Verkäufer von Klötensalbe, der immer dann abtaucht, wenn es sportlich nicht läuft und der immer wie Phönix aus der Asche erscheint, wenn der KSV wieder von der Spitze der Tabelle grüßt. Was genau hat Jansen eigentlich für diesen Verein geleistet? Wenn sie alle wirklich ehrlich wären, müssten sie sagen: Bis auf die Tatsache, dass er sich ständig wirksam mit einem Vereinsschal ablichten lässt – NICHTS!!!! Er profitiert geschäftlich von seinem Vereinsstatus, der Verein profitiert von ihm NULL! Er ist weder Versöhner, noch ist er Gestalter, noch ist er Visionär. Er ist nichts weiter als ein intriganter Befehlsempfänger für die Order aus wahlweise Schindeleggi oder der Hafen-City. 

Vielleicht an dieser Stelle ein Wort zu den Herren Schulz und Schäfer. Ich kenne sie beide nicht persönlich, habe keinerlei persönliche Interessen. Aber ich bitte doch alle, die noch alle Sinne bei sich haben und nicht dümmlicherweise Urteile ohne Hintergrund gebildet haben, folgendes zu bedenken: Beide Herren sind, genau wie Jansen, von den Mitglieder gewählt worden, aber wozu? Um sich Meinungen zu bilden und im Falle, dass ihnen etwas negativ auffällt, Alarm zu schlagen oder um irgendeinen Sessel zu wärmen? Alle drei Herren sind in einem demokratischen Verfahren gewählt worden und entsprechend muss man allen drei auch das Recht einräumen, ihre Bedenken zu äußern. Nicht nur Herrn Jansen, sondern den anderen beiden eben auch. Und wenn den Beiden aufgefallen ist, dass unabhängig vom aktuellen Tabellenstand etwas gewaltig falsch läuft (und das tut es, obwohl die Presse nicht darüber berichtet), dann sind sie sogar verpflichtet, etwas dagegen zu unternehmen. 

Lustigerweise wird ihnen dieses Recht aber abgesprochen, man erklärt sie zu Revoluzzern, weil sie ihren Aufgaben nachkommen. Warum? Weil sie sich, im Gegensatz zu Herrn Jansen, nicht in den Medien äußern wollen und stattdessen eigene Kanäle (Facebook) nutzen. Tatsächlich ist es so, dass es Schulz und Schäfer sind, die dafür sorgen wollten, dass „nichts mehr außen dringt“, ganz im Gegensatz zu der Mutter aller Maulwürfe, Präsident Pinselreiniger. Ich bin ganz ehrlich, wäre ich Schulz oder Schäfer, ich hätte bereits über meine Facebook-Seite verkündet, dass mich der Verein am Arsch lecken und seinen Scheiß allein machen kann, aber das tun sie (bis jetzt) nicht, vielleicht auch deshalb, weil dann wieder einmal die Seite gewonnen hätte, die intriganter und verschlagener agiert hat. Man muss sich mal diese Perversion vorstellen – da verlangen jetzt irgendwelche Kapeiken im Verein, dass man eine virtuelle Mitgliederversammlung für mehrere Hundertausend Euro veranstalten soll, einzig mit dem Ziel, Thomas Schulz aus dem Amt zu wählen. Vielleicht sollte man das einfach mal umdrehen: Mal angenommen, Schulz hätte exakt das Gleiche verlangt. Einen Verein, dessen Mitglieder seit Jahren eine digitale Fernwahl verhindern, aufzufordern, Präsident Jansen via virtueller Versammlung aus dem Amt kicken. Was wäre da wohl losgewesen, ganz besonders bei der Mopo und beim Abendblatt. 

Wie gesagt, alles das erinnert mich wieder einmal an das Frühjahr 2014. Die Rolle der Medien war die gleiche, auch damals sprangen die Kriecher erst auf den fahrenden Zug auf, als zu erkennen war, dass HSVPLUS vielleicht doch durchkommen würde. Später wollten sie sich dann als Helfer des Wahlerfolgs feiern lassen, die miesen Lutscher. Und auch diesmal würden sie die Pferde im Galopp wechseln, wenn es ihren Interessen dienen würde. Anstand? Nein Danke. Aber da ist noch etwas, denn das gesamte Verhalten, sowohl der Medien wie auch der Gruppe der Hohlhüpfer, erinnert an mein eigenes Schicksal. Ich habe über die Geschichten geschrieben, die die Herren Ertel und Co. im alten Aufsichtsrat abgezogen haben. Ich habe über die Machenschaften der Herren Beiersdorfer, Hilke und Gernandt geschrieben, während die Presse noch die schützenden Hände über sie gehalten hat und ich habe seit mehr als 5 Jahren geschrieben, welche unglaublichen Nummern Frank Wettschein im Sinne seines Lehnsherrn Kühne abliefert. Über all das wurde in der Hamburger Presse nicht berichtet und wenn doch, Jahre später in abgemilderter Form. Ich habe ein Buch über all das geschrieben und dieses Buch ist ebenso wichtig wie „Der Abstieg“ von Daniel Jovanov, wenn man diesen Verein verstehen (und verbessern) will. Dieses Buch ist bis heute von der gesamten Medienlandschaft boykottiert worden und wenn doch mal ein Medium (11Freunde) etwas dazu gebracht hat, hat man einen KSV-Fanatiker mit einer Rezension beauftragt, um das Buch auch noch mies zu machen. 

All dies folgt einer Strategie und es ist die gleiche Strategie, die aktuell im Umgang mit den Herren Schulz und Schäfer verfolgt wird. Kritiker sollen mundtot gemacht werden, damit die Informanten (früher Beiersdorfer, heute Jansen/Wettstein/Boldt) am Ruder bleiben und weiterhin liefern können. Erst wenn diese Maulwürfe nicht mehr von Wert sind, gibt man Monate später häppchenweise kleine Teile der Wahrheit preis, nur dann steckt der Karren längst im Dreck. Ich würde die Hofberichterstatter ja gern auffordern, endlich einmal ihren Job zu machen, wenn ich nicht wüsste, dass es vergeblich ist. Man sollte ihnen allen mit Anlauf ins Gesicht spucken. Denn jemanden als „Revoluzzer“ brandmarken zu wollen, weil er seinen Pflichten nachkommt, ist widerlicher als kaum etwas anderes. Ich habe für dieses ekelhafte Pack nicht mal mehr Verachtung über. 

Von | 2021-02-13T08:11:09+01:00 10. Februar 2021|Allgemein|6 Kommentare

6 Comments

  1. Gravesen 10. Februar 2021 um 09:57 Uhr

    Kai Schiller vom Hamburger Auftragsblatt, wie man ihn kennt:

    Dabei sah am frühen Dienstagmorgen die Sachlage noch ein wenig anders aus. So wurde nach Abendblatt-Informationen hinter den Kulissen sogar lange und ernsthaft über die Möglichkeit gesprochen, ob nicht alle drei Präsidiumsmitglieder mit sofortiger Wirkung zurücktreten sollten, um sich in einer ordentlichen Mitgliederversammlung im Sommer mit eigenen Teams einer Neuwahl zu stellen.

    Der doppelte Vorteil einer solchen Konsenslösung: Man hätte sich die extrem schwierige und kostspielige Organisation einer digitalen Mitgliederversammlung gespart, bei der auch juristische Fragen noch immer ungeklärt sind. Zudem wäre eine Neuwahl der wahrscheinlich demokratischste und beste aller Lösungsversuche.

    Doch beim HSV ist eben nicht zwangsläufig die beste auch die praktikabelste Lösung. Dem Vernehmen nach waren die beiden Vizepräsidenten Schulz und Schaefer von diesem konsensualen Vorschlag nicht zu überzeugen. Auf Nachfrage des Abendblatts verneinte Schulz die Option eines kollektiven Rücktritts, Schaefer und Jansen waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

    Wieer einmal eine Unterstellung, zumal erneut auffällt, dass Schiller über Inhalte aus einer Sitzung berichtet, an der nur drei Personen teilgenommen haben.

    • Demosthenes 10. Februar 2021 um 16:00 Uhr

      Das ist ebenso offensichtlich wie schamlos Pro-Präsident Pinselreiniger.
      Unzweifelhaft ist auch, das hier einzig und allein der Mönchengladbacher Maulwurf an Informations-Inkontinenz leidet.
      Nur: An der dogmatischen Haltung der verblödeten Hüpfer wird das nichts ändern und genau das machen sich Auftragsblatt-Schergen wie Schiller zu Nutze. Du hast schon Recht, Grave, ohne diese bückwilligen und willfährigen Pressevertreter wäre es mit dem Verein nie soweit gekommen.

      • Hamuburgmini 10. Februar 2021 um 20:53 Uhr

        Ganz starker Blog Grave! Vielen Dank für die klaren Worte!

  2. jusufi 10. Februar 2021 um 12:21 Uhr

    Der Abwahlwunsch eines anderen Vorstandsmitglieds kam doch aus dem Jansen-Lager. Und jetzt wäre plötzlich der geschlossene Rücktritt verbunden mit Neuwahlen im Sommer das Mittel der Wahl (weil es Jansen vermutlich nutzen würde)? Albern! Und noch alberner ist, wie sich große Teile der schreibenden Zunft dazu berufen fühlen, als Sprachrohr ihres Chefinformanten zu fungieren.

  3. Maddin 10. Februar 2021 um 19:39 Uhr

    Natürlich hat Kapitän Pinsel nichts gegen einen Rücktritt des Präsidiums. Schliesslich sitzt er laut Plan ja bald im Vorstand. 😁

  4. Dommie 10. Februar 2021 um 21:13 Uhr

    Genialer Blog Grave, die ganzen Vereinsmeier samt der “ Führungsriege“ gehören alle über Bord… aber solange Vielerorts und nebenan noch gehüpft wird, ist ja alles Tutti.

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